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Informationen zum Thema:
Forum:
Flugangst
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Team Flugangst-Ambulanz, www.erklaert.de, Susan, Christina, Wolfgang, cosmicgirl, Franky

@ www.erklaert.de

Startbeitrag von Susan am 21.11.2006 20:33

Hallo www.erklaert.de,

danke für den Verweis auf Jugendschutz und die freundliche Belehrung. Ich gebe zu, dass es richtig war, meinen Betrag zu schließen. Mit den richtigen Suchbegriffen, wie Valium, @#$%& usw. habe ich mehr oder wenig Informatives in diesem Forum finden können. Entschuldigung, ich möchte höflich fragen, warum das denn möglich ist? Ist Ihnen das etwas untergegangen? Für meine Frage werden Sie sicherlich Verständnis haben. Wenn schon so konsequent, dann doch grundsätzlich, oder?

Mit herzlichen Grüßen
Susan

Antworten:

@www.erklaert.de

Tabletten sind ganz abgesehen davon der falsche Weg gegen Flugangst!

Grundsätzlich gebe ich Dir mit dieser Aussage recht. Dennoch: Wer dergleichen zur weiteren Sicherheit mitnehmen will ist doch deswegen kein looser.
Wer in Kürze fliegt und keine Möglichkeit mehr hat seine Angst sinnvoll zu bekämpfen der ist mit derlei Präparate auch gut bedient.
Es kann doch nicht sein das Ihr sagt: So geht es und so geht es nicht.
Dazu sind die Ursachen der Flugangst bei den Leuten zu vielfältig.
Kurzum: Diese Zensur fande ich nicht ok.

von Franky - am 22.11.2006 06:30
Hallo zusammen,

ja, es gibt Aussagen über Tabletten im Forum. Wir sahen diese schon immer nicht gerne. Irgendwann muss halt mal ein Schlusspunkt gesetzt werden. Sorry, Susanne, dass es gerade Dich getroffen hat.

Zu Franky:

Ich bin nicht Deiner Meinung. Tabletten dieser Art sind Drogen. Tabletten dieser Art sind (wenn überhaupt) der leichte Weg - mit absoluter Sicherheit aber der falsche Weg. Ich sage das deshalb, weil es keinsten Falls sicher ist, dass diese Mittel auch die gewünschte Wirkung entfalten. Das ist abhängig von der Angst-Geschichte und vom Metabolismus jedes Einzelnen. Unsere Erfahrung und Berichte von Flugängstlichen haben uns gegezeigt, dass diese Art von Mitteln auch oft genau die gegenteilige Wirkung entfalten. Die Flugängstlichen wurden noch panischer, bis hin zu massiven Kreislaufproblemen. In einem Fall musste ein Flugzeug wegen eben solch einer Tabletteneinnahme früher landen.

Lieber Franky, glaubst Du wir machen eine derartige Aussage immer und immer wieder, weil wir die Leute als Loser abstempeln wollen? Wir machen derartige Aussagen, weil wir wissen, dass Tabletten lediglich die Symptome betäuben, das Problem selbst aber verschlimmern. Aus diesem Grund sind wir gegen die Einnahme von Tabletten. Und ja, wir sind sogar gegen die Mitnahme "nur zur Sicherheit".

Nicht selten findet man Einträge hier im Forum, die so in etwa anfangen mit "...Hilfe, ich fliege morgen früh und habe Flugangst. Was soll ich tun?" In der Regel folgt in dieser Art Anfragen auch sofort die Frage nach Tabletten. Werden diese auch noch öfter eingenommen, ist die Wirkungslosigkeit früher oder später garantiert.
In solchen Fällen kann man eigentlich nur sagen: morgen früh machst Du folgendes - Du gehst Deinen Flug absagen und dann erkundigst Du dich sofort nach einer therapeutischen Maßnahme (sei es ein Flugangst-Seminar oder eine echte Therapie), welche Du möglichst bald beginnst, damit Du bis zu Deinem nächsten Flug ausreichend Zeit hast, Deine Flugangst sinnvoll und richtig zu behandeln.

Sorry, Franky, wenn Dir diese Meinung nicht passt. Aber wenn ich hier guten Gewissens beraten will, dann muss ich wohl damit leben...




von www.erklaert.de - am 22.11.2006 08:09
Hallo Franky,
Hallo Susanne,

ich muss erklaert.de zustimmen.

Die Warnung und Schließung des Threads hatte sicher nichts mit der Stigmatisierung "Looser" zu tun - im Gegenteil. Ich würde es eher als Schutzmaßnahme bezeichnen, damit eben nicht der falsche Weg gegen Flugangst gewählt oder überhaupt in Betracht gezogen wird. Es hat auch nichts mit "Zensur" zu tun. Denn die Brücke von "Forumsthread" zur rechtlich bedenklichen Arzneimittelwerbung ist nicht sehr lang. Soll heißen: Jeder kann seine Meinung äußern - was aber, zum Glück, nicht geht, ist, persönliche Tipps zu Wirkungsweise und Nutzen öffentlich zu propagieren und somit einen Erfolg herauszustellen, der nicht vorhanden und nicht allgemein gültig ist.

Zurück zur Flugangst:
Niemand ist mit Medikamenten "gut bedient" - ganz gleich, ob kurz- oder langfristig. Und: ganz gleich, welche Ursache zugrunde liegt. Denn genauso vielfältig, wie die Ursachen der Flugangst, ist die Wirkungsweise (und vor allem die Palette der Nebenwirkungen!) von Medikamenten und, wie den schon häufig gelesenen/genannten, harten Drogen. Durch die Tatsache, dass es immer wieder Mediziner gibt, die diese Präparate aufgrund Zeitnot und/oder Abrechnungsmuster (3 min. zur Beratung) verschreiben, werden sie a) nicht besser, b) nicht hilfreicher und c) nicht weniger gefährlich. Wir könnten viele Vorfälle nennen, in denen Medikamente, genau, wie erklaert.de beschrieben hat, gegenteilig gewirkt haben, also Ängste erzeugt, statt abgebaut haben und daraus erhebliche gesundheitliche und natürliche fluggebundene, ungeplante Situationen auftraten.

Was für mich aber sehr wichtig ist: Bei diesem Risiko setzt man nicht nur seine eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern oftmals auch die Gesundheit der Mitreisenden - dann, wenn das Verhalten aufgrund von Drogen oder Alkohol außer Kontrolle gerät, der Flieger umdrehen oder aber zwischenlanden muss.

Gebt Euch selbst genug Zeit, den richtigen Weg aus der Flugangst zu finden. Denn Flugangst tritt nicht plötzlich auf - sie hat sich über einen längeren/langen Zeitraum entwickelt. Deshalb gilt auch nicht, die Einnahme von Medikamenten mit Zeitnot zu rechtfertigen.

Leider warten viele Betroffene zu lang, bis sie aktiv werden. Aber nur aktive Hilfe - manchmal mit Begleitung/Anleitung funktioniert, vor allem nachhaltig. Es bedeutet nicht, Mut zu haben, in einen Flieger zu steigen - es bedeutet Mut zu haben, sich seiner Flugangst zu stellen.

Nichts für ungut - aber Tipps zum Thema Flugangst und entspanntes Fliegen haben nichts mit Arzneimittelreport zu tun.

Viele Grüße,

Marc

von Team Flugangst-Ambulanz - am 22.11.2006 08:57
Hallo Marc!

Ich sehe das auch ähnlich wie du. Es ist leider typisch Mensch irgenwdo. Ich bin fast fertige Sozialarbeiterin und nehme mir aufgrund diverser Erfahrungen jetzt einfach mal raus, sowas zu sagen. Der Mensch wählt oft den einfachsten aller Wege, wie in diesem Fall eben Medikamente. Dabei weiß man um diese Ängste und man weiß auch, dass es der bessere Weg wäre, sich damit auseinanderzusetzen, um seinem Leben eventuell ein Stück mehr Lebensqualität wiederzugeben. Doch viele scheuen sich davor oder schieben immer wieder anderes vor, zum Beispiel "keine Zeit". Ich würde lieber Zeit in ein Wochenende für ein Flugangsseminar investieren als das Geld für die schnelle aber ungesunde Lösung "Medikamente". Und auch wenn man eine Therapie macht, dann ist das vielleicht eine Stunde in der Woche. Da kann keiner sagen, dass es um den Zeitfaktor geht.

Es ist schade, dass in der heutigen Zeit auch immer noch viele Menschen Angst haben, als verrückt oder unnormal abgestempelt zu werden, wenn sie eine Therapie oder ähnliches machen.

Was ich allerdings verstehen kann ist der finanzielle Aspekt dabei. Sofern man sich sowas nicht aus eigener Tasche leisten kann, hat man erstmal einen Weg durch die Bürokratie der Krankenkassen zu gehen, was auch wieder abschreckend und langwierig ist. Letztlich kann ich nur sagen, dass ich es schade finde, dass therapeutische Angebote teilweise so schwer zugänglich sind, vor allem, wenn man nicht die finanziellen Möglichkeiten hat.

Lieben Gruß
cosmic

von cosmicgirl - am 23.11.2006 07:24
Hallo cosmic,

völlig richtig.
Wir Menschen suchen oftmals gern den einfacheren, passiven Weg, anstatt selbst aktiv zu werden. Liegt sicher auch und gerade an der heutigen Zeit, in der wir gelernt haben, dass uns vieles auf einfache Art und Weise abgenommen wird und man dennoch erfolgreich ein Ziel erreichen kann.

Was den Umgang mit Psychotherapien angeht, sowohl als Betroffener als auch Beobachter, sind uns andere Länder - und in diesem Fall sicher auch die USA - einige Schritte voraus. Nämlich den Besuch bei einem Therapeuten als etwas "normales" zu akzeptieren, und jemanden nicht gleich als "Psychopathen" oder "durch die Hecke" abzustempeln, der, aus welchen Gründen auch immer, Hilfe sucht.

Ich weiß nicht, ob therapeutische Angebote wirklich schwer zugänglich sind. Vielleicht liegt es eher an der fehlenden Transparenz und an viel zu langen Wartezeiten, einen entsprechenden Platz zu finden.

Viele Grüße,

Marc

von Team Flugangst-Ambulanz - am 23.11.2006 09:05
... jetzt mal "Hand auf´s Herz"...

Ein solches Forum sollte in der Lage sein, kritische Themen offen anzusprechen, dachte ich. Eure Antworten cosmic, Marc und www.erklaert.de, die ihr hier abgegeben habt, hätten sehr gut als Gegenargumentation in den geschlossenen Threads gepasst, denn siehe da, sie geben mir wirklich Anlass zum Nachdenken. Danke dafür! Gerne mehr. Damit kann ich mehr anfangen, als mit dem Geplänkel a la ... Du schaffst das schon... Ich weiss nicht, wie es Euch diesbezüglich persönlich geht. Ehrlich gesagt, dürfte man inzwischen davon ausgehen, dass alle User wissen, dass das Internet nicht die Bibel ist und es viel härtere (z.B. Sucht-)Foren gibt als dieses. Hier soll ein Ausstausch stattfinden mit Einschränkungen? Dass sich zig Paxe vor dem Flug dopen, dürfte bekannt sein. Also warum nicht darüber offen reden? Vielleicht lässt sich der eine oder andere durch fundierte und sachliche Argumentation davon abbringen, Medis zu nehmen... Das wäre doch durchaus positiv.

Ich habe noch nie Psychopharmaka eingenommen und bin auch noch besoffen in einen Flieger ein- oder ausgestiegen aber ich stand wegen meiner Angst schon oft vor dem Kreislaufabgang, der Hyperventilation, dem Herzkasper und dem Durchdrehen. Dieser Stress, der dabei hervorgerufen wird und der Adrenalinausstoß ist mindestens genauso gesundheitsgefährlich, wie die Einnahme einer Tablette. Ein 2tägiges Flugangstseminar am Flughafen Bremen hat mir keine Verbesserung gebracht, davon habe ich mir so viel versprochen. Es gibt nur einen Weg, so wie Marc es geschrieben hat: ... es bedeutet Mut zu haben, sich seiner Flugangst zu stellen.

In diesem Sinne: Allen Lesern ein schönes Wochenende!

Susan

von Susan - am 23.11.2006 23:19
Zitat
Susan
(...) hätten sehr gut als Gegenargumentation in den geschlossenen Threads gepasst, denn siehe da, sie geben mir wirklich Anlass zum Nachdenken.


Du hast eigentlich völlig recht. Und glaub' mir, das haben wir schon oft getan. Ab und an verliert man ein wenig die Motivation, immer und immer wieder das gleiche zu schreiben. Sorry dafür...


Zitat
Susan
Dieser Stress, der dabei hervorgerufen wird und der Adrenalinausstoß ist mindestens genauso gesundheitsgefährlich, wie die Einnahme einer Tablette.


Das halte ich nur bedingt für richtig. Die dabei hervorgerufene Reaktion des Körpers ist zunächst ein mal eine natürliche Reaktion. Sie ergibt sich aus der Stress-Situation und aus dem daraus resultierenden Flucht-Instinkt oder Flucht-Trieb (der nicht gelöst ist, weil eine Flucht nicht möglich). Nur wenn man mit dieser körperlichen Reaktion nicht richtig umgeht bzw. der Körper den Symptomen immer und immer wieder ausgesetzt ist, kann es zu körperlichen Schädigungen kömmen. Die angesprochenen Tabletten bergen meiner Meinung nach 2 größere Gefahren (ich wiederhole mich):

1. Der User (und auch der Arzt) kann nich abschätzen, wie das Mittel später wirklich wirkt. Wird die Angst-Situation durch die Tablette noch verstärkt, handelt es sich ab diesem Zeitpünkt um KEINE natürliche Reaktion mehr, weil sie durch Stoffe von außen noch verstärkt wird. Wie gefährlich meinst Du, wird das wohl sein...?

2. Leider neigen wir alle dazu (ich schließe mich da nicht aus), den leichten Weg (wenn denn alles geklappt hat) zu gehen. Beim letzten Flug hat ja alles super funktioniert, dann mach ich's diesmal auch wieder. Hier beginnt die Suchtgefahr. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.


Ich würde gerne mit einem Vergleich schliessen, damit jeder weiß was ich meine:

Stellt euch vor, ihr habt einen blöden Unfall und reißt euch einen Finger ab. Ihr werdet also in Krankenhaus gefahren. Vielleicht kann man ihn ja wieder annähen. Der Arzt dort hört sich eure Geschichte an, gibt euch eine Betäubungsspritze ins Bein und schickt euch nach hause. Das war's. Also ich hätte in dem Moment das Gefühl, irgendwie nicht richtig austherapiert worden zu sein.



Zitat
Susan
Ein 2tägiges Flugangstseminar am Flughafen Bremen hat mir keine Verbesserung gebracht, davon habe ich mir so viel versprochen.


Vielleicht solltest Du mal über eine tiefergehende Therapie nachdenken. So ein Wochenend-Seminar ist nur für bestimmte Arten von Klientel wirklich sinnvoll.





von www.erklaert.de - am 24.11.2006 07:59
Hallo zusammen !

Also, ich muss erst mal sagen, dass Tabletten zur Beruhigung und zur Angstüberlagerung durchaus sinnvoll sein können.
Tabletten sind nicht immer nur schlecht.
Sie sollten allerdings nur eingenommen werden, wenn es nicht anders geht.
Folgendes:
Vor ca 4 Jahren begannen bei mir aus heiterem Himmel Panikattacken, die mein Leben vom einen
auf den anderen Augenblick völlig veränderten.
Ich konnte rein gar nichts mehr tun und hätte deswegen fast meinen Job verloren.
Zum Glück konnte bereits nach wenigen Wochen die richtige Diagnose gestellt werden.
Dann setzte ich mich sofort mit der Psychologischen Ambulanz der Göthe Universität in Frankfurt/Main in Verbindung um eine Verhaltenstherapie zu beginnen.
Allerdings sagte man mir, dass ich ca 5-8 Wochen Wartezeit einplanen muss.
Nun, eine so lange Zeit hätte ich niemals Krank machen können und meine Sympthome waren so extrem, dass ich selbst zuhause ständig in Panik war und ein Arbeiten völlig undenkbar war.
Mein Psychiater verschrieb mir damals [XXXXXXXXXXXXXX].
Das Mittel ist wirklich der absolute Hammer!!!!!
Solange ich das Mittel einnahm 2x1mg am Tag war meine Panik wie weggezaubert ohne dass
ich müde und schlapp war.

Wolfgang
Das war natürlich kein Dauerzustand. Nach 8 Wochen konnte ich meine Verhaltenstherapie beginnen und das Mittel absetzen. Natürlich kam dann die Panik wieder aber von Woche zu Woche weniger, weil die Therapie sehr gut angeschlagen hatte.
Eine Verhaltenstherapie ist daher nicht durch Tabletten ersetzbar!!!!!
ABER, Ich hätte die 8 Wochen niemals Arbeiten gehen können und meinen Job wäre ich auch losgewesen.
Im Nachhinein gesehen hat mir @#$%& nur Gutes gebracht und mir sehr gut geholfen, die Zeit bis zur Therapie fast problemlos zu überwinden.
Sie sehen also, dass man nicht allgemein sagen kann, dass Tabletten immer nur schlecht sind.
Ich habe da ganz andere Erfahrungen!!
Wenn also jemand Flugangst hat und nur ganz, ganz selten Fliegen muss, würde ich es als übertrieben ansehen, wegen 2 Flügen in 5Jahren extra eine doch etwas langwierige Therapie zu beginnen.

von Wolfgang - am 01.12.2006 18:17
Hallo Wolfgang,

wenn dir die Tabletten für diesen begrenzten Zeitraum ermöglicht haben arbeiten zu gehen, war es sinnvoll sie zu nehmen, um einem existentiellen Schaden vorzubeugen.
Aber diese Tranquilizer im Zusammenhang mit dem Fliegen zu erwähnen und ihre tolle Wirkung zu loben, finde ich gruselig. Ich habe ein einziges mal in meinem Leben Valium bekommen. Der Grund war allerdings nicht ein bevorstehender Flug, sondern die Nachricht, daß sich eine sehr gute Freundin das Leben genommen hat. Und ja, das Mittel war der Hammer!!! Es hat nämlich jede noch so kleine Gefühlsregung in mir abgetötet, und DAS fand ich am Ende schlimmer als die Trauer über ihren Tod. Die Leute, die sich in diesen Tagen mit mir unterhalten haben, hätten auch mit einem Phantom sprechen können, es wäre dasselbe gewesen.
Ich will hier nicht den Moralapostel spielen, aber diese Erfahrung hat mich einfach geprägt.
Und wenn man dann vor dem Flug dieses Zeug nimmt und emotional völlig platt ist, nimmt man sich dann nicht auch die Möglichkeit, das Fliegen doch noch schön zu finden? War nur so ein Gedanke...


Schönen Abend noch,
Christina

von Christina - am 01.12.2006 19:34
Hallo Wolfgang,

Deine Geschichte zeigt, dass Tabletten in der Angsttherapie einen wichtigen Stellenwert haben. Und sie zeigt, dass Tabletten, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse eines Patienten, individuell gut (oder individuell schlecht) wirken können. Die Mittel wurden vom Arzt verschrieben und die Einnahme wurde vom Arzt mit Blick auf eine beginnende Therapie begleitet. Das ist grundsätzlich üblich und sinnvoll.

Anders ist es bei der Flugangst - ungeachtet der Tatsache, dass diese in den meisten Fällen ebenfalls durchaus andere Ursachen hat bzw. haben kann. Zeitlicher Vorlauf, Indikation, fehlende ärztliche Kontrolle, uvm. sprechen hier gegen Medikamente. Denn neben der psychotherapeutischen Behandlung geht es in den Bereich der Flugmedizin, der überaus sensibel zu handlen ist.

Leider kann und sollte man - übrigens in keinem Bereich der Medizin oder Psychologie - Erfahrungen des Einzelnen auf die Allgemeinheit übertragen.

Viele Grüße,

Marc

von Team Flugangst-Ambulanz - am 02.12.2006 08:40
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