Panikattaken

Startbeitrag von Jojo am 07.12.2006 09:02

Hallo,

erst mal Glückwunsch zu diesem wunderbaren Forum. Ich bin erleichtert zu wissen dass ich nicht der Einzige bin der unter diesen Ängsten leidet. Ausser Flugangst leide ich noch unter Höhenangst und Platzangst. Was diese Ängste ausgelöst hat kann ich nicht sagen. Es ging einfach beim ersten Flug los und wurde dann von Flug zu Flug schlimmer. Das Mega-Peinliche bei mir ist dass mein Mann zudem bei einer Fluggesellschaft arbeitet, das macht es nicht einfacher für mich. Ich habe Dutzende von Cockpits von innen gesehen und mit Piloten selbst geredet. Ich habe an einem Flugangstseminar teilgenommen, Entspannungstechniken gelernt, habe es auch mit Medikamenten versucht. Nichts hat geholfen. Trotz allem bin ich immer wieder eingestiegen, die andere Seite schweissgebadet ausgestiegen, und die ganzen Ferien waren von vorneherein im Eimer weil ich wusste dass ich am Ende ja wieder in ein Flugzeug steigen muss... :-(


Bei meinem letzten Flug vor 4 Jahren ist dann das Unvermeidliche geschehen. Ich habe eine Panikattake im Flugzeug gemacht, hyperventiliert , war hysterisch und habe total durchgedreht. Das ganze Flugzeug war in Aufruhr, Stewardessen sogut wie Passagiere. (Ich muss leider dazu sagen dass die Flugbegleiter ziemlich hilflos darauf reagiert haben, teilweise sogar verärgert, hat mein Mann mir nachher erzählt, ich habe davon nichts mehr mitbekommen) Ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Danach habe ich mir geschworen nie mehr zu fliegen.

Warum ich mich dann hier eingeklickt habe? Weil ich meinen Schwur gebrochen habe. Nach ewig langen Diskussion habe ich eingewilligt mich Ende Dezember wieder in ein Flugzeug zu setzen zumal die Reise mich in ein Land führen wird wo ich schon ewig hinwollte, es aber wegen der Kinder bis dato schlecht möglich war. Also war es für mich relativ einfach das Fliegen zu umgehen.

Und seitdem ich gebucht habe schlafe ich sogut wie nicht mehr. 4 Stunden sind das äusserste Maximum. Wenn das so weitergeht latsche ich gleich auf dem Zahnfleisch. Ach ja, Einzeltherapie bei einem Psycho hab ich auch schon hinter mir.

Denke schon daran die Reise zu stornieren, aber mein Mann hat gesagt er würde auf jeden Fall fliegen. Er hat zwar Mitleid mit mir, kann meine Ängste aber nicht nachvollziehen. Hat noch jemand Tipps auf Lager? Oder bin ich ein hoffnungsloser Fall?

Antworten:

Hallo Jojo,

mir geht es genau wie Dir. Mir steht in wenigen Tagen ein Langstreckenflug bevor. Seit 4 Wochen massive Ängste, schlechtes Gefühl beim Aufstehen und Zubettgehen. Meine Nerven flattern. Mein Freund, der das jetzt seit Jahren mitmacht hat nun gar kein Verständnis mehr. Früher hat er sich noch Mühe gegeben und mutmachende Worte gesagt. Ich kann ihm keinen Vorwurf machen. Meine Ängste mindern seine Lebensqualität mitlerweile auch, denn auf den Urlaub freut man sich normalerweise wie verrückt.

Der Witz ist, ich freue mich auch total auf das Ziel. Ich habe die Wahl; fliegen oder am Boden bleiben und dem Freund hinterherwinken. Ich denke, ich werde es durchziehen. Mir wird es verdammt schlecht gehen, das weiss ich. Aber hinther werde ich belohnt, mit dem Ziel meiner Wahl. Irgendwann geht auch der längste Flug zu Ende.

Ich denke, für solche "Fälle" wie uns, bleibt nur eine Wahl: Sich der Angst stellen und durchhalten.

Liebe Grüße
Susan

von Susan - am 08.12.2006 12:04
Das interessante ist: sobald die Tür erstmal zu ist geht es einem besser. Ich habe den nächsten 12h Flug in 3 Wochen vor mir. Und glaub mir, angsttechnisch weiß ich, wovon ich rede ;)

von Alex - am 08.12.2006 12:22
hallo! ich kann mitreden, denn ich weiss gaz genau, wovon ihr redet. ich kenne jedes Symptom der Angst, der Hilflosigkeit, der Todesangst , der Schlaflosigkeit vor einem Flug.. ich bin 1,5 Jahren nicht mehr geflogendann hab ich einen Flug gebucht und den habe ich diese Woche angetreten und , heute in ich zurückgekommen.ich fühle mich unendlich stark und gut, denn ich habe es GEWAGT!!!! ich denke, man muss es tun, um die Angst zu besiegen. ich hab mir einfach gesgat: es gibt kein Zurück mehr, du machst das jetzt! es wird nichts passieren...

Ich werde sicher keine Vielfliegerin werden, denn dazu hab ich einfach nach wie vor großen Respekt vor dem Fliegen.. aber stellt euch vor, ich hab mich sogar während des Fluges dabei ertappt, wie langweilig fliegen doch auch sein kann, trotz der großen Angst auf der anderen seite.

es ist sicher!
Es ist schnell!
es ist ungefährlich!!!!!!!!!

mir ging es während des Flugs phasenweise nicht gut, aber danach um so besser und es lohnt sich, sich der Angst zu stellen, es ist unbedingt notwendig. ach ja und noch etwas: die Flugangst war bei mir nicht unbdingt die Angst vor dem Fliegen, sondern da hat sie sich "nur" dort manifestiert. oftmals steckt ein anderes problem dahinter: ängste, kontrolle abzugeben oder Ängste, den "sicheren Hafen" (das zuhause) aufzugeben, auch wenn es nur für einen Urlaub ist.
Damit hab ich mich in letzter zeit intensiv auseinandergesetzt. ich denke, ein Flugangstseminar würde bei mir nichts bringen, denn meine Probleme, meine Angst haben einen anderen Ursprung.

ich kann nur sagen: Ab ins Flugzeug! es ist wirklich nur hal so schlimm und danach nur toll!!!!!!!!!


ich hofffe, ich konnte ein wenig Mut machen. lieber Gruss Alissa13


von alissa13 - am 10.12.2006 21:30
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