Flugangst = vergebene Chancen, Überwinden!

Startbeitrag von Sascha am 02.01.2007 23:27

Hallo,
Ich bin seit genau 7 Jahren nicht mehr geflogen.
Mein letzter Flug war 1999 nach London! Danach bin ich in kein Flugzeug mehr gestiegen!! Dabei war der Flug 1999 in der Nachbetrachtung nicht besonders brenzlig, es gab kaum Luftlöcher und doch war mein Puls den ganzen Flug auf 180!!!!
Als kleines Kind und auch in späteren Jahren mit 14/15 hatte ich nie Flugangst.
Bin das Erste Mal mit 6 Jahren von Berlin nach München geflogen (aber damals wusste ich wohl noch gar nicht dass eine Maschine abstürzen kann). Aber auch bei späteren, längeren Flügen (nach Zypern ) hatte ich mir nie über die Möglichkeit eines Absturzes Gedanken gemacht.

Die Flugangst entstand so ca. ab dem 15./ 16. Lebensjahr...Eine Phase inder mir der Gedanke zu fliegen immer unerträglicher wurde, ich hatte schon Panik wenn ich ans Fliegen dachte. Ich war auch allgemein in einer unsicheren Phase- und ich glaube dass war bezeichnend für meine Flugangsangst!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I In dieser Phase zog ich mich oft zurück, vom Leben!
Doch je mehr ich mich zurück zog, desto größer schien meine Angst zu sein
- in allen Lebenslagen ( von Creuztfeld- Jakok, HIV, bis über die "Krankheit" Flugangst).
Obwohl ich ja eigentlich nicht am Leben teilnahm wollte ich nicht drauf verzichten.

Mit dem Flugzeug zu fliegen= bedeutete Abstürzen oder zumindest tausende Luftlöcher etc.
So verzichtete ich gar auf einen Highschool Aufenthalt, den mir meine Eltern finanziert hätten! Ich druckste gegenüber meiner Mutter rum, dass dies nichts für mich wäre.....dabei hätte ich diesen Austausch sehr gerne gemacht!

2001 machte ich meinen Zivi in Nordirland, aber anstatt dort hinzufliegen, (dauert 2 Stunden oder so) fuhr ich mit der Eisenbahn, mit dem Eurostar, mit dem Schiff und wieder mit der Eisebahn. War ca. 35 Stunden unterwegs und schlief in einer kalten Bahnhofsabsteige, weil ich in der Nähe von London einen Anschlusszug verpasste! Die Fahrt war im wahrsten Sinne ein Erlebniss und ich quatsche mit einigen interessanten Personen. Aber hätte ich dies nicht auch im Flugzeug tun können???
NEIN! Den im Flugzeug konnte ich bei meinem letzten Flug 1999 nach London nur festhalten und Angstschweiß aussondern:)

Ehrlich gesagt hatte ich nach dem Flug 1999 nie wieder vor zu fliegen.....Ich verdrängte das Thema fliegen. Deutschland ist ja sowieso das schönste Land für einen Urlaub! Wer will schon nach Spanien, Südamerika, die USA, gar auf eine Karibik Insel:)
Und dann fragte mein Bruder vor zwei Monaten wieder ob ich nicht in der Schweiz Snowboarden wolle, ich zierte ich mich wie ne Jungfrau und plädierte für die Bahn. Aber mein Bruder sagte fliegen ist billiger und überhaupt.... Nach 2 Wochen entschied ich mich mitzufliegen, als ich auflegte, hatte ich ein sehr flaues Gefühl und mein Puls war beschleunigt!

Am 29. 12.06 bin ich dann nach über Neujahr 7 Jahren geflogen - von Berlin in die Schweiz (okay kein langer flug) aber ein Anfang!!!!! Am 1.01. 07 ging es zurück.


WARUM bin ich mitgeflogem: Ich gebe zu, es waren 2 Gründe.
1. Der leichte "Druck" meiner Mutter, meines Bruders
2. Das schlechte gewissen: das schlechte Gewissen dem Leben davonzulaufen. Ich hatte letztes Jahr die Möglichkeit bei Bekannten in New York zu wohnen!!!- und ich hab es nicht gemacht, und es lag nur an dem Flug. An nichts anderem. Meine Welt wurde trotz Globalisierung, Internet kleiner, weil es für mich ausgeschlossen war jemals in die USA etc zu kommen. (Die queen Mary ist für einen Studenten zu teuer:)
Auch gab es in der Familie Krankheiten, im Bekanntenkreis Todesfälle, die mich bestimmt zumindest unterbewußt beeinflussten. Das Leben ist zum Leben da, man hat eine Verantwortung und die heißt zu leben.

Zu den Flügen!
Die Flüge waren unproblematisch, beim Rückflug gab es ein Wackler (Stürmisches Wetter) aber ich war nicht so panisch wie 1999!!!
Zwei wichtige Gründe hierfür:

1: mein Bruder saß neben mir, wenn man mit einer Person zusammen reist, der man vertraut, und die Flugangst eher kalt lässt, lässt dass einem an den eigenen Ansichten zweifeln.

2: eine Berührungstablette, (Namen kann ich bei Bedarf Nachschauen). Nahm eine halbe ein und nach wenigen Minuten merkte ich wie ich entspannter, ruhier wurde!!!


Fliegen ist eine Kosten/ Nutzen Rechnung. Die Binsenweisheit das man überall draufgehen kann, hilft keinem mit Flugangst und hat mir auch nicht geholfen. Man muss nicht fliegen, und ich werde auch nicht zum Vielflieger....Ich fühle mich mit beiden Beinen auf den Boden wohler. Doch Flugangst ist ein psychisches Problem und nichts unabänderliches.
Ich brauchte keinen Psychologen, ich war es einfach Leid den Vorwurf zu hören, dass ich Chancen verpasse in dem ich nicht fliege. Und noch mehr Leid war ich es, zu wissen, dass dies stimmte!!!!!!
Leute die gerne Fliegen werden mir immer suspekt bleiben:) aber trotzdem sollte wohl jeder kucken, wieviel man wirklich Angst hat abzustürzen, und wieviel eine grundlegende Angst vom Leben ist.
Ich habe mir zumindest einige Chancen (Schüleraustausch etc) durch meine Flugangst verbaut. Ich will nicht sagen, dass ich die Flugangst überwunden habe, oder gar dass ein Rückfall ausgeschlossen ist!
Aber ich würde zumindest heute Ja sagen, wenn die Chance bestehen würde in Ney York bei Bekannten 2 Wochen kostenlos zu wohnen. Und das ist für mich ein Anfang!

Ein Frohes und Gesundes Jahr 07 an alle Leser dieses Forums!

Antworten:

Hallo Sascha,

ich denke du hast recht mit dem was du schreibst. Es ist schon erstaunlich, dass wenn man objektiv das Leben nicht "nutzt" man sich gerade dann einpinkelt weil man es vielleicht verlieren könnte
nundenn
ciao

von Nirus - am 04.01.2007 22:52
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