Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Flugangst
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
www.erklaert.de, ronny, Ronny, Mac, Susan, Team Flugangst-Ambulanz, Wolfgang

Kann mich gar net richtig auffen Urlaub freuen...

Startbeitrag von ronny am 25.01.2007 08:02

Hallo zusammen,
vorgestern Urlaub nach Furteventura gebucht, das heißt fliegen!
Ich hab ziemlich starke Platzangst, was früher nur kein aufzug fahren war ist inzwischen schon so schlimm geworden das ich in der Nacht meine Zimmer tür offen lassen muss und aus Bus, U-Bahn oder Straßenbhan aussteigen wenn viele Leute drin sind...
bei dem gedanken daran das ich jetzt in ein Flugzeug einsteigen soll und dann die Türen zugehen und ich nimmer raus kann läßt mir echt eiskalt den Rücken runterlaufen! Ich habe gestern mal Probe halber versucht nur vom ersten in 2. Stock mittem aufzug zu fahren und net mal das hab ich hingebracht...
ich weiß echt net wie ich des hinkriegen soll....
weiß jemand irgendwas dagegen???

Antworten:

Hallo Ronny,

da es sich bei Dir um keine Flugangst sondern um eine (ausgeprägte) Platzangst handelt, würde ich Dir eine Psycho-Therapie vorschlagen. Das ist allerdings nicht schnell erledigt. Wenn Du bald fliegen willst, dürfte das zu kurzfristig sein.
Für derartige Phobien gibt es leider keine kurzfristige Behandlung. Aus der Ferne (eine "Diagnose" ist natürlich schwierig - Du kannst Deine Situation sicher besser einschätzen) würde ich Dir von einem Flug zunächst einmal abraten.
Es hilft wenig, einfach abzuwarten und zu hoffen, dass es besser wird. Dein Vermeidungsverhalten (um den Angstgefühlen aus dem Weg zu gehen) ist sicher schon so stark ausgeprägt (?), dass Deine Phobie dadurch eher noch verstärkt wird. Stelle Dich der Tatsache, dass Du ein Problem hast, welches Deinen Alltag (vom Fliegen völlig abgesehen) auf erhebliche Weise einschränkt.



von www.erklaert.de - am 25.01.2007 09:35
Therapie habe ich vor ca. 2 jahren gemacht ohne den erwünschten erfolg... davon wurde es eher noch schlimmer... dieser flug ist mir wirklich wichtig ich habe keine lust mehr mir von dieser scheiß angst mein leben bestimmen zu lassen...

von Ronny - am 25.01.2007 09:54
Hallo Ronny,

wenn die Therapie vor 2 Jahren erfolglos war, dann war es (so einfach ist es manchmal ;-) ) schlicht der falsche Therapeut / die falsche Therapie.

Ich fürchte, Du wirst Deine Angst alleine nicht (mehr) bewältigen können. Oder denkst Du anders?
Eins ist sicher: wenn Du nichts unternimmst, dann wird Deine Angst (in immer weiter zunehmendem Maße) den Rest Deines Lebens bestimmen. Darüber musst Du Dir im Klaren sein. Das ist KEINE Lebensqualität, oder?

Wenn Dir der Flug wichtig ist, dann versuch's. Wie gesagt: Du kannst viel besser abschätzen als ich (über ein Forum!!!), wo Du stehst und ob Du den Flug schaffst. Du solltest Dir nur fest vornehmen (wann auch immer), etwas gegen Deine Phobie zu tun (AKTIV).



von www.erklaert.de - am 25.01.2007 10:31
ja nur hab ich schon von vielen leuten gehört das immer jede angstbewätligung auf ursachen suchen rausläuft... und das war bei mir sozusagen erfolglos, bzw. man hat mir einen grund genannt der in meinem augen vollkommen absurd war...
ich will nicht wissen warum ich angst vor geschlossenen räumen hab sonder wie ich des in griff bekomm

von ronny - am 25.01.2007 11:46
Das ist ungefähr so (hab ich mal in einem anderen Beitrag geschrieben), als hättest Du einen Arbeitsunfall und Dein Arm ist gebrochen. Du fährst ins Krankenhaus, der Arzt gibt Dir eine Spritze und sagt "na, jetzt tut es ja wenigstens nicht mehr weh" und schickt Dich nach Hause.
Ist das sinnvoll?

Was Du willst, ist Symptom-Bekämpfung, NICHT Ursachenbekämpfung. Wenn die "Spritze" ihre Wirkung verliert (und das tuen alle kurzfristigen Maßnahmen), dann wirst Du eine neue brauchen, später die Dosis erhöhen müssen und dann auch irgendwann die Frequenz. So etwas nennt sich Sucht!
Leider wirst Du auf diese Weise keine Linderung Deines Problems erfahren. Im Laufe der Zeit wird sich Dein Problem weiter verschlimmern. Menschen, die Dir eine einfache Lösung verkaufen sind keine seriösen Therapeuten. Wenn Dein Leben wirklich nicht mehr von der Angst kontrolliert werden soll, wirst Du den schweren Weg gehen müssen...
Tut mir leid, wenn ich Dir nur dies sagen kann. Aber so sieht's aus.




von www.erklaert.de - am 25.01.2007 13:14
Hallo Ronny,

wenn eine Psychotherapie nicht so anschlägt, wie man gern möchte, liegt das nicht allein am Therapeuten. Und es liegt nicht an Dir. Stell` Dir eine wirklich gute Psychotherapie als zwei Puzzleteile vor: Entweder sie passen, oder sie passen nicht. Du kannst noch so viel "drücken", "zwängen" oder "pressen" - manchmal muss man sich eingestehen, dass das eine Teil zu einem anderen Puzzle gehört. Gerade bei Psychotherapien lohnt es sich deshalb (für beide Seiten, Therapeut und Betroffenen), auszuprobieren und zu testen. Und wenn es nicht "passt", dann muss der Wechsel erfolgen.

Ich kann aus Deinem Bericht erkennen, dass Du eine Gesprächstherapie gemacht hast. Ist nicht verkehrt und hat sicher einen wichtigen Stellenwert. Denn nur, wer die Ursache eines Problems kennt, kann dieses erfolgreich angehen. Das, was Du nun brauchst und auch suchst, ist eine Konfrontationshilfe bzw. -therapie. Nur diese wird Dir bei der Angstbewältigung helfen, denn Du hast völlig Recht: Es geht nicht darum, allein die Ursache zu erkennen, sondern es geht darum, auf dieser Erkenntis Lösungsstrategien zu entwickeln. Kurz gesagt: Du willst (und wirst) wieder fliegen - das Wissen, warum Du es bislang nicht gemacht hast, ist wenig befriedigend.

Viele Grüße,

Marc



von Team Flugangst-Ambulanz - am 25.01.2007 17:21
Hallo Ronny,

ich hatte vor ein paar Jahren ein ähnliches Problem. Ich hatte Panikattacken, die wie aus heiterem Himmel kamen.

Von der Angstsymptomatik ist das ähnlich.

Damals hätte mir mit Sicherheit keine PSYCHOANALYSE, wie Du sie gemacht hast geholfen.
Damals bekam ich gleich eine VERHALTENSTHERAPIE und die hat sehr gut gewirkt.

Einmal pro Woche hatte ich eine Stunde Therapie und bereits nach 10 Sitzungen merkte ich den Erfolg. Meine Angst und die Panik waren da schon um mehr als 50% zurückgegangen.

Nach 16 Sitzungen war ich zu 80% beschwerdefrei.

Man muss aber auch sagen, dass es sehr schwer ist die restlichen 20% wegzubekommen
aber immerhin konnte ich wieder alles wie früher machen und die 20% Angst hatte ich gut im Griff.

Früher hatte die Angst mich im Griff.

Der Gewinn an Lebensqualität war so gewaltig, dass es fast Euphorie über meinen Fortschritt
bei mir auslöste.

Meine damalige Psychotherapeutin sagte mir, dass bei Angstproblemen in erster Linie eine Verhaltenstherapie angesagt ist.

Heute nach 5 Jahren denke ich kaum noch an die Zeit der Panik.
Nie hätte ich mir diesen Zustand für mein ganzes Leben vorstellen können und zum Glück hatte ich sehr schnell den richtigen Weg eingeschlagen.

Wenn man erst mal jahrelang mit der Angst lebt, wird es immer schwieriger sie wieder loszuwerden.

Geh zum Psychologen, lass Dich beraten und beginn so schnell wie möglich eine Therapie.

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg

Gruß

Wolfgang

von Wolfgang - am 26.01.2007 15:41
Hallo Ronny,

nachdem ich bestimmt nicht weniger verzweifelt war als Du, habe ich im Dezember eine Therapie begonnen. Mir stand ein Flug bevor, ich wollte an dieses Ziel, doch ich habe gedacht, diesmal schaffe ich es nicht. Ich habe mich zur Therapie durchgerungen, ich war bereit mich endlich darauf einzulassen. Ich hatte Glück und habe noch 2 Therapiestunden vor dem Flug bekommen. Ich habe es damit gut geschafft. Erstaunlich, schon 2 Stunden haben was gebracht, obwohl ich mich zu den oberen Härtefällen in puncto Flugangst zähl(t)e. Ich war innerlich mehr denn je bereit, mir helfen zu lassen.

Deshalb möchte ich Dich ermuntern es erneut anzugehen. Du kannst - falls Du Kassenpatient bist - bis zu 4 (oder 5) Probestunde beim Therapeuten machen. Man merkt ja eigentlich recht schnell, ob es passt oder nicht bzw. ob der Therapeut einen zu fassen bekommt. Schau mal hier:

http://www.psychotherapiesuche.de/

Schildere Dein akutes Problem, vielleicht bekommst Du rascher einen Termin. Da es bei Dir bald los geht, wäre eine 1. Hilfe bestimmt sinnvoll. In die Tiefe kann man - wenn Du überhaupt magst - später einsteigen.

Glaub mir, ein Versuch lohnt sich immer! Öffne Dich dafür. Alles andere wäre schade, guck mal, Du freust Dich doch auf Fuerteventura. Mach Dir langfristig nicht alles kapputt. Alle haben eine Chance, die übermäßigen Angstzustände in den Griff zu bekommen.

Ich drücke Dir schon mal die Daumen.
Susan

von Susan - am 26.01.2007 18:00
danke =) gestern beim hausarzt gewesen und ne überweißung geholt für diesen Flug muss wohl noch die hand von meim schatz und die ein oder ander beruhigunstabllte herhalten für kommende Flüge und auch Aufzüge =) hoffentlich dann nie mehr

von Ronny - am 30.01.2007 12:03
Also mal zm Posting vom 25.1. von wegen "musst Du den schweren Weg gehen..." und "schnelle Hilfe ist nicht seriös": Man kann mit Fug und Recht anzweifeln, dass es wirklich lang dauern muss, um gut zu sein. Gerade die kurzzeitigen und lösungsorientierten Therapien sind doch viel seriöser, wenn sie fundierte und belgebare Erfolge aufzuweisen haben. Warum soll denn jemand für eine Psychotherapie 2 Jahre zum Therapeuten rennen und 100+ Sitzungen haben, wenn er ein gleiches oder besseres Ergebnis auch viel schneller und billiger haben kann?

Es gibt Therapien, die sind so schnell wirksam, dass man es wirklich kaum glauben will, weil man sich dann fragt, warum man sich so lange mit diesem Scheiß-Problem wie z.B. Höhenangst oder Flugangst rumgeschlagen hat.

Eine Bekannte von mir hatte z.B. seit sie klein war Höhenangst. Ihr hat EFT geholfen, eine Art Klopfakupressur (von der Idee vergleichbar mit Akupunktur, bloß ohne Nadeln), die sehr leicht anzuwenden ist. Die hat während eines Konzertbesuchs (Platz auf der Galerie, direkt hinterm Geländer, inkl. Atemnot, Schweißausbruch und allem drum und dran) mit dieser leicht zu erlernenden Technik geklopft und nach der ersten Halbzeit stand sie am Geländer, hat runtergeschaut und gesagt: "Das gibt's gar nicht, das ist weg!" Und es ist seither weg geblieben.

Die Therapiemethode ist wissenschaftlich belegt, z.B. das Buch "Energetische Psychotherapie - integrativ" beschäftigt sich mit dem Thema. Seriöse Therapeuten, die diese Methode verwenden gibt es bereits mehrere (kann auf Anfrage gerne einige benennen). Die können sich nur leider nicht mehr über sichere Einnahemen über zwei Jahre pro Klient freuen, sondern sehen die Leute halt nur 1-5 Mal, selten und nur in schweren Fällen (Traumata etc.) auch öfter. Aber sie helfen, ohne Hokuspokus und ganz fundiert. Dass da immer noch jemand den "klassischen" Therapiemethoden so undifferenziert das Wort redet und behauptet, alles andere sei per se nicht seriös erscheint mir ein bisschen merkwürdig.

von Mac - am 09.02.2007 21:21
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.