SVB gegen VFL - Weitere Pressestimmen

Startbeitrag von Kellerkind SVB am 08.01.2007 17:21

Die Fans sind mit ganzem Herzen bei der Sache

SV Beckdorf gegen VfL Fredenbeck: Das Gesangsduell haben die Hausherren gegen die Gäste klar gewonnen

Beckdorf (mf). Vier Wunderkerzen leuchten in der Beckdorfer Sporthalle. „Guck mal, niedlich“, sagt ein Fan des gastgebenden SVB. Es sind die Fredenbecker Anhänger, die vor dem Anpfiff des Spiels im Bremer Handballpokal Sympathie für ihr Team bekunden. Wenig später ist die Halle abgedunkelt, ein Lichtermeer von Wunderkerzen erleuchtet den Mittelblock. Jetzt kommt der SV Beckdorf.

Drei Getränkekisten füllen den Raum zwischen den Sitzreihen im Fanlager. Die „Kellerkinder Beckdorf“ gehen gut vorbereitet in die Partie. Ein Fredenbecker Anhänger steht im Trikot seines Vereins direkt daneben. Er wird geduldet, muss in den nächsten 60 Minuten aber das komplette Liedgut seiner Nachbarn ertragen. Jeder Chor wäre froh, die durchweg männlichen Stimmen in seinen Reihen zu haben. Warum sie für ein Handball-Team singen? „Weil wir Beckdorfer sind“, sagt Fanclub-Chef „Benni“ und fasst sich mit der Hand ehrfurchtsvoll ans Herz.
Der SV Beckdorf führt mit 1:0. Seine Anhänger, meist Spieler der zweiten Handball-Mannschaft, singen: „Ihr werdet es schon sehen. Wir gewinnen den DHB-Pokal und werden deutscher Meister.“ Der Fredenbecker lächelt. Beckdorf liegt mit 1:3 zurück, aber leiser werden die Stimmen auf der Tribüne nicht. Nur ganz kurz verstummen sie, als es 7:10 steht und Hendrik Klindworth die Rote Karte für ein Foul sieht. Während Pfiffe die Halle füllen, wird bei den Kellerkindern diskutiert. Ergebnis: „Soll‘n wir deine Mama holen?“ Mit dieser gesungenen Frage richten sich die Fans an den Gefoulten.
8:14 steht es zur Pause. Die Stimmung in der Halle sinkt, vor allem bei den Beckdorfern. Die Fredenbecker blicken zufrieden und klatschen. Spannend ist es nicht. Das stört alle Handballfreunde, die sich ein heißes Derby erträumt haben. Beim 9:17 ahnen die Beckdorfer Böses. „Das wird eine Klatsche“, sagt der Eine. Und sein Nachbar antwortet: „Bei denen klappt ja heute gar nichts.“
Der Ball an der Latte, den Angriff abgepfiffen, Stürmerfoul – so langsam verlieren die Handballfans auch ihre Geduld mit den Schiedsrichtern. „Ist ja lächerlich“, singen sie und einer ruft: „Ist das hier Hallenjojo?“ Als es etwas zu persönlich wird, sorgt ein Ordner für Ruhe.
Von den Getränken sind noch zehn volle Flaschen im Kasten. Die Partie ist beim 13:20 entschieden, aber die Stimme gerade gut geölt. Zehn Minuten lang singen sie: „Auf geht‘s, Beckdorf wirft ein Tor.“ Und als die Fredenbecker ihren schon so gut wie sicheren Sieg nicht gebührend feiern, kommt noch ein bisschen Fan-Häme dazu. „Nicht so laut, nicht so laut, nicht so laut“, skandieren die Beckdorfer. Auch nach dem Schlusspfiff feiern sie weiter. „Wir gewinnen sowieso“, ist ihr Motto. Da staunt dann der Fredenbecker Fan.

Artikel erschienen am: 08.01.2007 Tageblatt

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