Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Forum der Handball-Oberliga Nordsee
Beiträge im Thema:
48
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gerold Neuhaus, Wehner, Coolfire1985, DrSchmidt, Argos, CoCoCo, ice6461, Todde, rotznase, Goalie, ... und 7 weitere

Neerstedt und der Trainer

Startbeitrag von Gerold Neuhaus am 03.01.2009 08:54

Quelle: NWZ Online

TV Neerstedt: Trainerwechsel deutet sich an
PIN
NEERSTEDT - Beim Handball-Oberligisten TV Neerstedt scheint es Unruhe zu geben. Laut NWZ-Informationen trennen sich die Wege des Vereins und seines Trainers Dirk Franke nach Ablauf der Saison 2008/2009. TVN-Handball-Abteilungsleiter Friedel Schulenberg gab am Freitag auf NWZ-Nachfrage keine Stellungnahme ab. Die Handballer befinden sich noch in ihrer kurzen Winterpause. Erst am Sonnabend, 10. Januar, wird der Tabellendritte mit einem Heimspiel gegen den TvdH Oldenburg in die Rückrunde starten.

Antworten:

TVN und Dirk Franke gehen getrennte Wege

Nach über einem Jahrzehnt TV Neerstedt ist es Zeit Abschied zu nehmen. Der Zeitpunkt ist, nachdem mein Nachfolger bereits feststeht, vielleicht nicht der Glücklichste, aber solange das Positive noch überwiegt und Einige noch „Schade“ denken, halte ich diesen Schritt für unausweichlich. Da ist dieser Umstand ein bisschen wie Kunstturnen zu sehen: Es kommt auf den guten Abgang an!



Wenn jemand in einem Konstrukt wie das des TV Neerstedt denkt, er sei unersetzlich, dann ist der Verein falsch organisiert und ich bin sicher, dass ich zumindest eine Lücke hinterlasse, die mich ersetzt. Wird man gebraucht, erfüllt man seine Pflicht. Wird man nicht mehr gebraucht, so zieht man sich zurück.



Zu einem Zeitpunkt als beim TVN nahezu alles am Boden lag, habe ich ein von Legionären verlassenes Team mit selbst ausgebildeten Kräften über viele Jahre wieder aufgebaut. Jahr für Jahr wurde meinen Spielern sowohl sportlich als auch organisatorisch immer mehr abverlangt und meine Jungs haben sich dieser Verantwortung nicht nur gestellt, sondern sie mit Bravour gemeistert. Zeitweise haben sechs Spieler Jugendmannschaften trainiert und haben damit, das von mir erlernte an die nächste Generation weitergegeben. Es erfüllt mich mit einer gehörigen Portion Stolz, was meine Spieler in den letzten Jahren geleistet haben.

Meine Aufgabe beim TV ging immer weit über das Training hinaus. Die Spieler haben bei mir nicht nur das Handballspielen verbessert, Sie sind vor allem in Ihrem Charakter gewachsen.



Meine Entscheidung mein Team in der Rückrunde sich selbst zu überlassen ist keine Kurzschlusshandlung aus Eitelkeit oder Enttäuschung. In letzter Zeit, insbesondere in der Beachhandballsaison, habe auch ich mich weiterentwickelt und jeder kann versichert sein, dass es sich nicht um eine Aktion verletzten Stolzes handelt. Jörn G. Franke und Harald Kellmann haben mir durch ihr Wirken beim TVN gezeigt, wann es Zeit ist, seinen Hut zu nehmen, um sportlich und menschlich unbeschadet in die Zukunft gehen zu können.



Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht. Meine Jungs werde ich immer im Auge behalten und wünsche Ihnen noch viele erfolgreiche Jahre in unserer wunderbaren Sportart. Meinem Nachfolger wünsche ich für die Zukunft ebenfalls alles Gute.



Meine Familie hat für meinen heiß geliebten Sport große Entbehrungen in Kauf nehmen müssen. Ohne das Verständnis meiner Frau und meiner Kinder hätte ich den TV nicht an den Platz führen können, an dem er jetzt steht. Danke für diesen fast schon unmenschlichen Unterstützung und auch ein großes Dankschön dafür, dass ihr meine Launen nach einem verlorenem Spiel ertragen habt ;)



Ich habe viele Jahre mit dem Versuch verbracht ein akzeptabler Trainer zu sein. Auch für mich waren es wunderbare Jahre, dank Eurer Hilfe und Euren Engagements.






von Wehner - am 04.01.2009 16:45

Re: TVN und Dirk Franke gehen getrennte Wege

Man mag über den Menschen und Trainer D. Frank so einiges denken, aber manchmal sprechen Erfolge für sich und ich denke, wie du es selber oben in deinem Abschiedsbrief geschrieben hast, als Trainer und Funktionär hast du in Neerstedt einiges auf die Beine gestellt. Würde jeder soviel herzblut in seinen Verein stecken, wäre der altersdurchschnitt in der Liga deutlich geringer :)

Viel Erfolg bei weiteren Aufgaben!!

von Mutzi - am 04.01.2009 18:12
Dirk Franke nimmt seinen Hut sofort

Handball: Erfolgreicher Oberliga-Coach des TV Neerstedt sollte zum Saisonende gehen

Der TV Neerstedt hat einen neuen Trainer für die kommende Saison verpflichtet. Dag Rieken bestätigte Gespräche mit dem TVN. Wer das Team kurzfristig übernimmt, steht nicht fest.
Von Torsten Heidemann
Neerstedt. Es ist der erste Paukenschlag des neuen Sportjahres: Dirk Franke, seit über zehn Jahren in Neerstedt und mit den Handball-Männern auf Platz drei in der Oberliga postiert, nimmt sofortigen Abschied vom TVN. „Dieser Umstand ist ein bisschen wie Kunstturnen. Es kommt auf den Abgang an“, formuliert es Franke in einem Text, den er gestern „als letzte Amtshandlung“ auf die Homepage des Vereins setzte.
Vor sechs Tagen hatten die Verantwortlichen ihm mitgeteilt, dass zum Saisonende Schluss sein sollte. Beide Parteien vereinbarten Stillschweigen. Doch dann sickerte die Nachricht durch, bevor sie die Mannschaft erreichte.
Der Nachfolger von Dirk Franke steht fest. TVN-Vorsitzender Jens Schachtschneider teilte gestern mit: „Der TV Neerstedt hat eine erfahrene Trainerpersönlichkeit für die neue Saison verpflichtet.“ Dies scheint Dag Rieken zu sein. Der 39-Jährige lebt in Wildeshausen, war Profi in Varel, Leverkusen und Solingen. Als Trainer hat er fünf Jahre die Oberliga-Mannschaft der SG Solingen II betreut. Momentan coacht er die A-Jugend der HSG Barnstorf/Diepholz.
Auf Nachfrage sagte Rieken gestern Abend: „Es hat vor Weihnachten Gespräche mit dem TV Neerstedt gegeben. Aber dass ich der neue Trainer bin, kann ich nicht bestätigen.“ Die Neerstedter Vereinsführung kündigte die Bekanntgabe mit dem Zeitraum „in wenigen Tagen“ an. Bis dahin wird auch die Frage erörtert, wer die Mannschaft am Sonnabend zum Rückrundenauftakt daheim gegen TvdH Oldenburg coacht.
Es drängt sich die Frage auf: Warum will ein Klub die Zusammenarbeit mit einem erfolgreichen Trainer beenden? Dirk Franke hatte nachweislich über Jahre eine starke Einheit geformt, die als Oberliga-Zweite in der Halle und Deutsche Meister im Beachhandball sehr viel für das Ansehen des Vereins geleistet hat. In der Stellungnahme des TVN heißt es dazu: „Die 1. Herren belegen derzeit einen hervorragenden, vorderen Platz in der Oberliga. Dennoch stellt sich selbst bei einer derart gut eingespielten Mannschaft die Frage einer Veränderung, um den Spielern neue Impulse und Herausforderungen zu geben.“
Und weiter: „Dieses kann durch neue Spieler geschehen, was in Neerstedt in den letzten Jahren kaum der Fall war oder alternativ durch einen Trainerwechsel. Nun kann man warten, bis Abnutzungserscheinungen erkennbar werden oder sportliche Erfolge ausbleiben. Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, haben Trainer und sportliche Leitung vereinbart, die Zusammenarbeit mit dem Abschluss dieser Saison zu beenden.“
Nun haben sich die Ereignisse in Neerstedt überschlagen und Mannschaft wie Verein stehen vor einer immensen Herausforderung. Dirk Franke hat seit 2001 die erste Herren trainiert und nun seinen Hut nicht zum Sommer, sondern sofort genommen, um sportlich und menschlich unbeschadet zu bleiben. Und Franke wäre nicht Franke, wenn er nicht noch eine Prise Sarkasmus hinterlassen würde. Seine Email an die Pressevertreter hat er mit „Wichtigkeit: Niedrig“ abgeschickt.

Quelle: DK Online

von Gerold Neuhaus - am 04.01.2009 22:18
Franke nimmt seinen Hut sofort
Handball-Oberligist TV Neerstedt steht vorerst ohne Trainer da / Dag Rieken als Nachfolger gehandelt
Dirk Franke nimmt nach über einem Jahrzehnt Abschied vom TV Neerstedt.Foto: Kellmann
Weitere Bilder zu diesem Artikel05.01.2009 · NEERSTEDT (him) Jupp Heynckes und Bernd Schuster mussten es mit Real Madrid erfahren: Erfolg schützt vor Entlassung nicht. Ähnliches lässt sich seit gestern Abend auch auf den Handball-Oberligisten TV Neerstedt und dessen Trainer Dirk Franke projizieren, denn ihre Wege trennen sich nach acht überaus erfolgreichen Jahren.

Dabei war es der 40-Jährige selbst, der sein Traineramt mit sofortiger Wirkung niederlegte. Franke reagierte damit auf den Entschluss der Verantwortlichen der Handballabteilung, die Zusammenarbeit am Ende der laufenden Saison zu beenden.

"Die Entscheidung, meine Mannschaft in der Rückrunde sich selbst zu überlassen, ist keine Kurzschlusshandlung aus Eitelkeit oder Enttäuschung", betonte Dirk Franke. "Unter diesen Voraussetzungen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um meinen Hut zu nehmen und sportlich wie menschlich unbeschadet in die Zukunft zu gehen", erklärte Franke.

Die TVN-Verantwortlichen Jens Schachtschneider (Vereinsvorsitzender) und Friedel Schulenberg (Abteilungsleiter) hatten ihre Entscheidung, einen Trainerwechsel für die kommende Saison vorzunehmen, damit begründet, "um den Spielern neue Impulse und Herausforderungen zu geben". Angesichts der jüngsten Erfolge - Vizemeisterschaft in der ver gangenen Oberliga-Saison so wie der aktuelle dritte Tabellenplatz - ein Schritt, der nicht einfach nachzuvollziehen ist. "Diese Entscheidung fällt uns schwer", erklärten Schulenberg und Schachtschneider unisono, "aber wir versprechen uns durch ein neues Gesicht auf der Trainerbank auch neue Motivation", so Schulenberg.

Aus der Mannschaft heraus habe es "keine Probleme gegeben", unterstrich der Abteilungsleiter. Das bestätigte stellvertretend Kreisläufer Malte Grotelüschen, der wie seine Mannschaftskollegen ziemlich überraschend mit diesen Entwicklungen konfrontiert wurde. "Wir bedauern natürlich, dass wir Dirk als Trainer verlieren, sind aber gleichzeitig gespannt auf die neuen Impulse eines neuen Trainers. Die Saison hätten wir gerne mit Dirk weitergemacht und hätten jedes Spiel voll hinter ihm gestanden. Jedoch verstehen und respektieren wir auch seine Entscheidung."

Für die "neuen Impulse" soll ab der kommenden Spielzeit Dag Rieken sorgen. Friedel Schulenberg wollte sich gestern zwar nicht zu einer Verpflichtung des ehemaligen Zweitligaspielers äußern. Eine Bestätigung gab es allerdings aus Richtung der HSG Barnstorf/Diepholz, wo Rieken derzeit die A-Jugend (Landesliga) trainiert. "Sein Schritt ist mit uns abgesprochen", so Heiner Thiemann, dortiger Trainer der ersten Herrenmannschaft.

Wer allerdings in der Rückrunde, die am kommenden Sonnabend mit dem Heimspiel gegen den TvdH Oldenburg beginnt, auf der Neerstedter Bank sitzen wird, stellt den Verein seit gestern vor eine "unvorhergesehene Herausforderung", teilte Jens Schachtschneider mit. "Zu dessen Lösung erfolgen gegenwärtig Gespräche mit allen Beteiligten."

Bei aller Enttäuschung über das plötzliche Ausscheiden von Dirk Franke überwiegt bei den TVN-Verantwortlichen der Dank an den langjährigen Erfolgstrainer. "Er hat dem Handballsport in Neerstedt seinen Stempel aufgedrückt und zahlreiche Erfolge gefeiert", sagte Jens Schachtschneider. Dirk Franke war bereits als Jugendtrainer für den TV Neerstedt tätig, als er vor der Saison 2001/2002 die von Legionären verlassene erste Herrenmannschaft mit selbst ausgebildeten Kräften übernommen und über viele Jahre aufgebaut hatte. Leid täten ihm nun vor allem seine Spieler: "Meinen Jungs wurde sowohl sportlich als auch organisatorisch immer mehr abverlangt. Sie haben sich dieser Aufgabe nicht nur gestellt, sondern sie mit Bravour gemeistert. Es erfüllt mich mit einer gehörigen Portion Stolz, was meine Spieler geleistet haben.

von ice6461 - am 05.01.2009 10:57
dieser absatz ist auch sehr interessant!!!


In der offiziellen Lesart wurde es mit der Neu-Trainer-Suche übrigens erst in dieser Hinserie akut, als Franke um einen Gesprächstermin mit der Spartenleitung bat. Er befürchtete, dass bis zu acht Spieler den TVN wegen beruflicher Veränderungen verlassen könnten. Unter anderem beenden André Schröder-Brocks- hus und Bastian Carsten-Frerichs im Sommer ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Die beiden Kruse-Brüder werden wohl gehen, Thomas Schützmann wird von Wilhelmshaven umworben, Tim Schulenberg wird wahrscheinlich auch keinen Job vor der Haustür finden. Angeblich wurde seitdem daran gedacht, einen neuen Trainer zu holen. Einen Tag vor Silvester wurde Franke dann mitgeteilt, dass man seitens des Vereins nicht mehr mit ihm plane.


gruß :cool:

von Coolfire1985 - am 05.01.2009 15:34

Franke verlässt den TV Neerstedt

Franke verlässt den TV Neerstedt
Dag Rieken soll neuer Coach des Oberligisten werden
Von Andreas Becker

NEERSTEDT. Die Wege des Handball-Oberligisten TV Neerstedt und seines Trainers Dirk Franke trennen sich. Schon am 10. Januar gegen den TvdH Oldenburg wird Franke nicht mehr auf der Bank sitzen. Sein Nachfolger soll Dag Rieken werden, der zurzeit die A-Jugend der HSG Barnstorf/Diepholz trainiert. Das Problem des TVN: Rieken sollte eigentlich erst Anfang nächster Saison mit seiner Arbeit beginnen.

Die Trennung kommt aus sportlicher Sicht überraschend, schließlich wurde die junge Neerstedter Mannschaft unter Franke in der Vorsaison Vizemeister, im Sommer gewann die Equipe die deutsche Meisterschaft im Beachhandball. Und zurzeit belegt die Mannschaft einen hervorragenden dritten Platz in der Liga. "Dennoch stellt sich selbst bei einer gut eingespielten Mannschaft die Frage einer Veränderung, um den Spielern neue Impulse und Herausforderungen zu geben. Dieses kann durch neue Spieler geschehen oder durch einen Trainerwechsel. Nun kann man warten, bis Abnutzungserscheinungen erkennbar werden oder sportliche Erfolge ausbleiben. Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, haben Trainer und sportliche Leitung vereinbart, die Zusammenarbeit zu beenden", schrieb Jens Schachtschneider, Vorsitzender des TVN, gestern in einer Pressemitteilung.

Eine etwas merkwürdige Erklärung, weil ein Trainerwechsel per se ja nicht bedeutet, dass er fruchtet oder auch in Zukunft derart erfolgreich gearbeitet wird. Wahrscheinlicher ist es da wohl, dass der Verein einen in seinen Augen zu oft unbequemen Trainer endlich los werden wollte. Franke war immer offen in seiner Kritik - auch und gerade wenn es um Versäumnisse in der Spartenführung ging. Es kam immer wieder zu Reibereien zwischen Franke und dem in den vergangenen Jahren zunehmend lethargischer wirkenden Neerstedter Handball-Boss Friedel Schulenberg. Zudem war es ein offenes Geheimnis, dass Schulenberg schon seit rund einem Jahren nach einem Nachfolger für Franke suchte.

Um in dieser offensichtlich nicht gerade von gegenseitigem Vertrauen geprägten Atmosphäre in der Handball-Abteilung nicht zu sehr Schaden zu nehmen, hat Franke an diesem Wochenende beschlossen, sofort aufzuhören. "Meine Entscheidung, mein Team in der Rückrunde sich selbst zu überlassen, ist keine Kurzschlusshandlung aus Eitelkeit oder Enttäuschung", schrieb Franke gestern als letzte Botschaft auf die Homepage des TV Neerstedt.

In der offiziellen Lesart wurde es mit der Neu-Trainer-Suche übrigens erst in dieser Hinserie akut, als Franke um einen Gesprächstermin mit der Spartenleitung bat. Er befürchtete, dass bis zu acht Spieler den TVN wegen beruflicher Veränderungen verlassen könnten. Unter anderem beenden André Schröder-Brocks- hus und Bastian Carsten-Frerichs im Sommer ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Die beiden Kruse-Brüder werden wohl gehen, Thomas Schützmann wird von Wilhelmshaven umworben, Tim Schulenberg wird wahrscheinlich auch keinen Job vor der Haustür finden. Angeblich wurde seitdem daran gedacht, einen neuen Trainer zu holen. Einen Tag vor Silvester wurde Franke dann mitgeteilt, dass man seitens des Vereins nicht mehr mit ihm plane.


weser-kurier-online

von Argos - am 05.01.2009 16:05

Verständliche Reaktion

Verständliche Reaktion

Die Reaktion von Dirk Franke ist verständlich. Der Trainer der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt hat erfahren, dass er in der Zukunftsplanung des Vereins keine Rolle mehr spielt und sein Nachfolger bereits fest steht. Es ist konsequent, dass er nicht bereit ist, die Mannschaft bis zum Saisonende zu führen.

Franke kann nur verlieren. Nach jedem Punktverlust würde doch die Frage aufkommen, ob er die Spieler noch motivieren kann. Seine Situation wird zudem dadurch verschlechtert, dass es in der Oberliga-Nordsee eigentlich nur noch um die Frage geht, wer die wertlose Vizemeisterschaft gewinnt. Die SG Achim/Baden wird, wenn nichts Ungewöhnliches passiert, auf dem Weg zum Titel und in die Regionalliga kaum aufzuhalten sein. Es gibt also kein großes Ziel, für das alle kämpfen können.

Nach 14 erfolgreichen Jahren hat es Franke aber nicht verdient, dass auch nur leise Zweifel an seiner Arbeit aufkommen. Er hat mit viel Leidenschaft und unglaublichem Engagement eine gut funktionierende Mannschaft aufgebaut, die an der Oberligaspitze mitspielt. Sie geht als Dritter in die Rückrunde, von Abnutzungserscheinungen war in der ersten Saisonhälfte nichts zu sehen. Unter den vorgegebenen Bedingungen war nicht mehr möglich. Und: Vor allem Franke ist es auch zu verdanken, dass die Nachwuchsabteilung des Vereins glänzend aufgestellt ist. All das verdient Respekt und Anerkennung. Gerade wegen dieser Verdienste hat sich der Trainer einen anderen Abschied verdient.

von Argos - am 06.01.2009 10:22

Führungsspieler sind gefordert

Führungsspieler sind gefordert
Handball-Oberligist TV Neerstedt plant gegen den TvdH Oldenburg vorerst mit interner Lösung
Führungsspieler wie Tim Schulenberg sind ab sofort beim Handball-Oberligisten TV Neerstedt besonders gefordert. Das weiß auch der TVN-Vorsitzende Jens Schachtschneider (kleines Bild).
06.01.2009 · NEERSTEDT (him/tm) In einer misslichen Lage befindet sich Handball-Oberligist TV Neerstedt: Seit Sonntag stehen die Handballer ohne Trainer da (wir berichteten), bereits am Sonnabend steht mit dem Heimspiel gegen den TvdH Oldenburg der erste Rückrundenspieltag auf dem Plan. Wer dann auf der TVN-Trainerbank den verwaisten Platz von Dirk Franke einnehmen wird, konnte Vereinsvorsitzender Jens Schachtschneider gestern noch nicht sagen.

"Wir haben am Sonntag gemeinsam mit der Mannschaft diese Situation offen diskutiert und klar gemacht, dass wir für diesen Fall, der für uns alle überraschend kam, niemanden in der Hinterhand haben", gab Jens Schachtschneider zu. Das Training würden die Spieler zunächst einmal selbst in die Hand nehmen - dazu trafen sie sich bereits gestern, obwohl offizieller Trainingsauf takt erst heute gewesen wäre.

Ausgeschlossen scheint zu mindest, dass Dag Rieken, der in der kommenden Saison das Traineramt in Neerstedt übernehmen soll, schon früher als geplant seine Tätigkeit in Neerstedt aufnimmt. "Das können wir nicht verlangen", weiß Jens Schachtschneider - und auch Dag Rieken schließt das aus. "Am Sonnabend spiele ich mit meiner aktuellen Mannschaft in Aumund/Vegesack", sagt Rieken, der derzeit noch die Landesliga-A-Jugend der HSG Barnstorf/Diepholz trainiert.

Es läuft also zunächst einmal auf eine interne Lösung hinaus. "Wir haben starke Persönlichkeiten in unserer Mannschaft", glaubt der TVN-Vorsitzende, der allerdings auch weiß, dass solch eine Option nur eine Notlösung für ein Spiel sein könnte. "Wir brauchen natürlich jemanden, der die Funktionen auf der Bank erfüllt."

Von gegenseitigen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die unglückliche Entwicklung zwischen dem Verein und seinem langjährigen Trainer Dirk Franke sowie dessen stark angeknackstes Verhältnis zu Handball-Abteilungsleiter Friedel Schulenberg nimmt Jens Schachtschneider Abstand. "Wir sollten lieber zufrieden auf das schauen, was wir erreicht haben - und ebenso mutig nach vorne blicken."

Fakt bleibt aber: Der Nachfolger von Dirk Franke wird ein schweres Erbe beim TV Neerstedt antreten. Zum einen, weil Dirk Franke zuletzt nicht nur als Trainer agierte, sondern eine wahre "One-Man-Show" ablieferte und Aufgaben eines Co-Trainers, Torwarttrainers und Betreuers übernahm. Zudem agierte er als Presse- und Internetwart, der darüber hinaus nicht nur die Website des Vereins mit Informationen füllte, sondern auch noch die Berichte für das Hallenheft ablieferte. All diese Tätigkeiten waren beim Oberligisten nötig geworden, weil es Abteilungsleiter Friedel Schulenberg bis heute nicht verstand, nach dem Abgang von Betreuer Thomas Meier für entsprechenden Ersatz an Frankes Seite zu sorgen. "Leider ist es immer sehr schwer, Ehrenamtliche für solche Positionen zu gewinnen. Da schreit keiner ,juchhe'! Ich hoffe, dass wir in Zukunft an dieser Stelle wieder jemanden bieten können", äußerte sich Schachtschneider zu diesem Thema.

Für die Zukunft hofft der Vorsitzende auf eine vernünftige und langfristige Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer. Gerade das war in der Zeit vor der Ära Dirk Frankes in Neerstedt nie der Fall gewesen: Allein in den 90er Jahren gaben sich nicht weniger als neun Trainer beim TVN die Klinke in die Hand. Im Durchschnitt wurde nach jeder Saison ein neuer Verantwortlicher auf der Bank des Provinzvereins präsentiert. Die Liste reicht dabei von Spielertrainern über ambitionierte Jungtrainer bis hin zu renommierten Regionalligatrainern wie etwa Bernd Blanke oder Jörn G. Franke. Bernd Blanke wurde nach nur zehn Monaten wegen Erfolglosigkeit ebenso vom Verein geschasst wie zuvor Jan-Bernd Schwepe, der zumindest noch mit einer fünften Amtszeit gerechnet hatte. Geändert hat sich das erst mit der Ernennung Frankes zum Trainer im Jahr 2001.

von Argos - am 06.01.2009 10:35

Re: Verständliche Reaktion

Moin,

dem hier zuvor eingestellten Kommentar des NWZ-redakteurs gibt es eigentlich nicht viel hinzu zu fügen, denn er ist sehr treffend. ebenfalls sehr zielgenau ist der Kommentar aus dem Delmenhorster Kurier vom Redakteur Becker.


Kommentar aus dem Delmenhorster Kurier, www. weser-kurier.de

Abgang auf dem Höhepunkt
Andreas D. Becker zum Trainerwechsel beim TV Neerstedt

Dirk Franke musste zurücktreten. Der Plan der Handball-Abteilung des TV Neerstedt, Franke am Ende der Saison zu ersetzen, die Spielzeit in der Oberliga Nordsee aber noch geschmeidig mit ihm zu Ende zu führen, klingt in der Theorie zwar gut. Aber es ist eben doch keine ernsthafte Lösung, wenn auf der Bank nur noch ein sportlicher Frühstücksdirektor sitzt.

Nun stehen dem Trainer einer Amateurmannschaft nie so exzellente Druckmittel wie seinen Profikollegen zur Verfügung, Dinge wie die Streichung von Prämien greifen bei Hobbysportlern nicht. Aber die Erfahrung zeigt immer wieder, dass Trainer, deren Halbwertszeit bekannt ist, gar keinen Hebel mehr besitzen, mit dem sie ansetzen können. Und da es für den TV Neerstedt egal ist, ob das Team nun Zweiter oder Achter wird, hätte Franke im Zweifelsfall in seinem letzten halben Jahr nur noch den traurigen Clown geben können und wäre glanzlos aus seinem Amt geschieden. So geht er auf dem Höhepunkt seiner Neerstedter Zeit.

Diese Entscheidung fiel auch, weil Franke von Trainerkollegen erfahren hatte, dass hinter seinem Rücken schon lange nach einem Nachfolger für ihn gesucht wurde. Deswegen sah er keine Vertrauensbasis mehr, mit dem Verein noch zusammenzuarbeiten. Wenn ehrlicher mit ihm umgegangen worden wäre, hätte er auch gern weitergemacht. Das, was er in Neerstedt geschaffen hat, liegt ihm natürlich am Herzen. Aber das unloyale Verhalten der Spartenführung des TVN ließ ihm keine andere Wahl.


Grüße,
Oliver Galeotti


von doncocotti - am 06.01.2009 13:14
Führungsspieler sind gefordert
Handball-Oberligist TV Neerstedt plant gegen den TvdH Oldenburg vorerst mit interner Lösung
Führungsspieler wie Tim Schulenberg sind ab sofort beim Handball-Oberligisten TV Neerstedt besonders gefordert. Das weiß auch der TVN-Vorsitzende Jens Schachtschneider (kleines Bild).
06.01.2009 · NEERSTEDT (him/tm) In einer misslichen Lage befindet sich Handball-Oberligist TV Neerstedt: Seit Sonntag stehen die Handballer ohne Trainer da (wir berichteten), bereits am Sonnabend steht mit dem Heimspiel gegen den TvdH Oldenburg der erste Rückrundenspieltag auf dem Plan. Wer dann auf der TVN-Trainerbank den verwaisten Platz von Dirk Franke einnehmen wird, konnte Vereinsvorsitzender Jens Schachtschneider gestern noch nicht sagen.

"Wir haben am Sonntag gemeinsam mit der Mannschaft diese Situation offen diskutiert und klar gemacht, dass wir für diesen Fall, der für uns alle überraschend kam, niemanden in der Hinterhand haben", gab Jens Schachtschneider zu. Das Training würden die Spieler zunächst einmal selbst in die Hand nehmen - dazu trafen sie sich bereits gestern, obwohl offizieller Trainingsauf takt erst heute gewesen wäre.

Ausgeschlossen scheint zu mindest, dass Dag Rieken, der in der kommenden Saison das Traineramt in Neerstedt übernehmen soll, schon früher als geplant seine Tätigkeit in Neerstedt aufnimmt. "Das können wir nicht verlangen", weiß Jens Schachtschneider - und auch Dag Rieken schließt das aus. "Am Sonnabend spiele ich mit meiner aktuellen Mannschaft in Aumund/Vegesack", sagt Rieken, der derzeit noch die Landesliga-A-Jugend der HSG Barnstorf/Diepholz trainiert.

Es läuft also zunächst einmal auf eine interne Lösung hinaus. "Wir haben starke Persönlichkeiten in unserer Mannschaft", glaubt der TVN-Vorsitzende, der allerdings auch weiß, dass solch eine Option nur eine Notlösung für ein Spiel sein könnte. "Wir brauchen natürlich jemanden, der die Funktionen auf der Bank erfüllt."

Von gegenseitigen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die unglückliche Entwicklung zwischen dem Verein und seinem langjährigen Trainer Dirk Franke sowie dessen stark angeknackstes Verhältnis zu Handball-Abteilungsleiter Friedel Schulenberg nimmt Jens Schachtschneider Abstand. "Wir sollten lieber zufrieden auf das schauen, was wir erreicht haben - und ebenso mutig nach vorne blicken."

Fakt bleibt aber: Der Nachfolger von Dirk Franke wird ein schweres Erbe beim TV Neerstedt antreten. Zum einen, weil Dirk Franke zuletzt nicht nur als Trainer agierte, sondern eine wahre "One-Man-Show" ablieferte und Aufgaben eines Co-Trainers, Torwarttrainers und Betreuers übernahm. Zudem agierte er als Presse- und Internetwart, der darüber hinaus nicht nur die Website des Vereins mit Informationen füllte, sondern auch noch die Berichte für das Hallenheft ablieferte. All diese Tätigkeiten waren beim Oberligisten nötig geworden, weil es Abteilungsleiter Friedel Schulenberg bis heute nicht verstand, nach dem Abgang von Betreuer Thomas Meier für entsprechenden Ersatz an Frankes Seite zu sorgen. "Leider ist es immer sehr schwer, Ehrenamtliche für solche Positionen zu gewinnen. Da schreit keiner ,juchhe'! Ich hoffe, dass wir in Zukunft an dieser Stelle wieder jemanden bieten können", äußerte sich Schachtschneider zu diesem Thema.

Für die Zukunft hofft der Vorsitzende auf eine vernünftige und langfristige Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer. Gerade das war in der Zeit vor der Ära Dirk Frankes in Neerstedt nie der Fall gewesen: Allein in den 90er Jahren gaben sich nicht weniger als neun Trainer beim TVN die Klinke in die Hand. Im Durchschnitt wurde nach jeder Saison ein neuer Verantwortlicher auf der Bank des Provinzvereins präsentiert. Die Liste reicht dabei von Spielertrainern über ambitionierte Jungtrainer bis hin zu renommierten Regionalligatrainern wie etwa Bernd Blanke oder Jörn G. Franke. Bernd Blanke wurde nach nur zehn Monaten wegen Erfolglosigkeit ebenso vom Verein geschasst wie zuvor Jan-Bernd Schwepe, der zumindest noch mit einer fünften Amtszeit gerechnet hatte. Geändert hat sich das erst mit der Ernennung Frankes zum Trainer im Jahr 2001.

von ice6461 - am 06.01.2009 13:24
Spieler Tim Schulenberg übernimmt das Training

Handball: Neerstedt um Ruhe bemüht


Tim Schulenberg übernimmt noch mehr Verantwortung. FOTO: Rolf Tobis
Delmenhorst (THM). Nach turbulenten Tagen wollen die Oberliga-Handballer vom TV Neerstedt zur Normalität übergehen. Bis der neue Trainer Dag Rieken seinen Dienst antritt wird der Spielmacher der Mannschaft, Tim Schulenberg, das Training übernehmen. Als Spielertrainer wird Schulenberg das Team am Sonnabend um 19.30 Uhr anführen. Dann heißt es vor eigenem Publikum: Rückrundenstart gegen TvdH Oldenburg.
Unterdessen will der Verein nicht bei der HSG Barnstorf/Diepholz anfragen, ob Dag Rieken dort vorzeitig seinen Posten als A-Jugend-Trainer niederlegt und möglichst schnell zu den TVN-Herren kommt. Abteilungsleiter Friedel Schulenberg ist um Ruhe bemüht und möchte deshalb in diese Richtung nicht aktiv werden. Möglich ist aber, dass Rieken selbst um einen vorzeitigen Wechsel bittet. Die reguläre A-Jugend-Saison endet nämlich schon im März.
Bis es soweit ist, führt Tim Schulenberg Regie. Das macht er auf dem Feld als mittlerer Rückraumspieler sowieso. Der 25-Jährige ist der Kopf der Mannschaft und zusammen mit Stefan Timmermann der Älteste im Team. Schulenberg trainiert bereits die A- und B-Jugend des TV Neerstedt.

von Coolfire1985 - am 06.01.2009 21:28
hier noch einteressanter leserbrief aus der wildeshauser zeitung

Zur Trainersituation beim Handball-Oberligisten TV Neerstedt schreibt unser Leser:

Schwer zu toppen
Es ist Fakt, dass kein Trainer größere Erfolge beim TV Neerstedt aufzuweisen hat als Dirk Franke. Zwar konnte er nicht verhindern, dass der TV Neerstedt 2002 nach fünf Jahren Oberligazugehörigkeit die vierthöchste Klasse verlassen musste, dennoch gelang ihm nur zwei Jahre später der Wiederaufstieg. Besonders nach der Saison 2000/2001 war nicht abzusehen, wie es in Neerstedt weitergehen würde, verließen doch mit Clas Sager, Grzegorz Olszewski, Frank Mehrings, Werner Schiebel und Marco Koschade nicht weniger als fünf erfahrene Zweit- oder Regionalligaspieler den Verein, deren Abgänge nicht zu kompensieren waren. Dirk Franke, der das Amt von Spielertrainer Sager übernahm, standen nur junge und unerfahrene Akteure zur Verfügung, die in ihrer teilweise ersten Oberligasaison Lehrgeld zahlen mussten. Am Ende stand ein Abstieg, der gleichzeitig auch der Beginn der achtjährigen Ära Frankes in Neerstedt sein sollte. Sein Vorteil: Den Großteil der Eigengewächse kannte der gebürtige Diepholzer bereits aus der A-Jugend. Er formte aus jungen Nachwuchskräften und einigen wenigen auswärtigen Akteuren eine Einheit, die am Ende der vergangenen Saison mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte aufwarten konnte. Der zweite Tabellenplatz dürfte in Zukunft nur schwer zu toppen sein. Aufgrund seines Erfolgs und Engagements mutet es wie eine Farce, dass ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Vereinsbestehens die erfolgreiche „Handball-Ehe“ zwischen dem TV Neerstedt und Franke beendet wurde. Es stellt sich die Frage, was sich die Vereinsverantwortlichen bei dem Wechsel gedacht haben, insbesondere weil es sportlich nicht weiter gehen kann – weder unter Dirk Franke, noch unter seinem Nachfolger. Die Regionalliga ist ein sportliches Unterfangen, das in Utopie gipfelt – und für den Verein nie zu realisieren wäre. Ob sich die Führungsriege der Abteilung unter Leitung von Friedel Schulenberg mit der Trennung von Dirk Franke einen Gefallen getan hat, bleibt nicht nur abzuwarten, sondern muss in hohem Maße bezweifelt werden. Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass nicht wenige Spieler das Team verlassen und Dirk Franke folgen werden – wohin auch immer sein Weg führen wird.



WZ 07.01.09



Trainerwechsel
Danke, Franke!
In Dirk Franke verlässt ein echter „Handball-Verrückter“ vorerst die Sportbühne. Überraschend der Zeitpunkt, nachvollziehbar aber die Entwicklung. Zweifelhaft bleibt allerdings die Begründung der Abteilungsleitung, wenn es um „neue Motivation“ geht. Denn gerade daran haperte es bei Dirk Franke in all den Jahren nie. Mit bescheidenen Ressourcen hat er im Dorfverein TV Neerstedt Maximales erreicht. Wo Talente sonst von Größen wie der VfL Edewecht oder die HSG Varel weggelockt werden, hat der Handball-Trainer durch akribisches Engagement und große Leidenschaft einen Haufen arbeitender Perfektionisten auf dem Spielfeld aufgebaut. Dem Machtwechsel im Landkreis – endlich einmal stand der TV Neerstedt vor der TSG Hatten-Sandkrug – folgte mit der Vizemeisterschaft die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Viele Handballfans kennen Neerstedt vielleicht erst durch Dirk Franke, seine Triumphe und die vulkanartigen Ausbrüche an der Seitenlinie. Bester Beleg, dass er für den Verein und seine Mannschaft gelebt und sich voll mit seiner Aufgabe identifiziert hat. Ein polarisierender und provozierender Paradiesvogel – der seinem Nachfolger ein schweres Erbe hinterlässt. Dirk Franke wird aber nicht nur den Zuschauern fehlen, sondern sicherlich auch uns Pressekollegen, mit denen er stets eine professionelle wie ausführliche und oft sehr humorvolle Zusammenarbeit führte. Danke, Dirk Franke! Michael Hiller



WZ 05.01.09


von Coolfire1985 - am 07.01.2009 16:16
www.tvn-handball.de



Die Mitteilung des Vorstandes, dass man mit Dirk Franke für die Zukunft nicht mehr plane, kam doch ziemlich unerwartet und plötzlich. Als Grund wird seitens des Vereins genannt, dass die Spieler neue Impulse und Herausforderungen brauchen. Weiter möchte man Abnutzungserscheinungen und sportliche Misserfolge vorbeugen.

Dirk hat mit Blut und Schweiß die Mannschaft zu einer hochklassigen Oberligamannschaft geformt und nebenbei eine hervorragende Jugendarbeit geleistet. Er war Trainer, Pressewart, Betreuer, Vermittler, Talentsucher und Statistiker in einer Person, der viel mehr Arbeit leistete, als von ihm verlangt wurde. Ein Glücksfall! Von Jahr zu Jahr konnte man eine Leistungssteigerung in der Mannschaft sehen. Derzeit wird der beste und ansehenste Herrenhandball gespielt, den es in Neerstedt jemals gab! Alle Jugendspieler können nahtlos in den Herrenmannschaften mitspielen, da es ein einheitliches Konzept gibt! An diesem Zustand hat Dirk großen Anteil, ohne hiermit die Leistungen anderer Personen im Verein schmälern zu wollen. Aber jetzt teilt man dem Trainer mit, dass man in der Zukunft nicht mehr mit ihm plane.

Wieso sollte man nicht mehr mit einem Trainer planen, der scheinbar alles richtig macht und sportlichen Erfolg nachweisen kann? Neue Impulse brauchen Spieler nur, wenn diese sich nicht weiterentwickeln. Eine Stagnation kann ich objektiv betrachtet an den Wochenenden nicht erkennen. Vorbeugend gegenüber Abnutzungserscheinungen zu sein finde ich als weiteren Grund allerdings viel unglücklicher! Wie hört sich das an: "Wir planen nicht mehr mit dir, weil es im nächsten Jahr, im übernächsten oder in fünf Jahren eventuell zu Abnutzungserscheinungen kommen könnte." Man handelt doch erst in Hinsicht auf den Ist-Zustand und nicht auf den Könnte-Zustand.

Von daher kann ich aus objektiver Sicht die Gründe für die Entscheidung, die in der Presse genannt werden, nicht nachvollziehen. Über eine deutlichere Darstellung und Erklärung, auch gerne persönlich, würde ich mich freuen, da der Verein mit Dirk einen engagierten und komeptenten Mann verliert, dem ich persönlich auch viel verdanke.

Ich hoffe, dass das Trainerkarussell nicht erneut in Schwung kommt, dass ein kompetenter Ersatz gefunden wird, dass die 1. Herren weiter so erfolgreich spielt und dass das jahrelange Engagement von Dirk in angemessender Form gewürdigt wird.

von Coolfire1985 - am 07.01.2009 16:17
Lobgesänge von jeder Seite,insbesondere vom TV Neerstedt selbst. Mir ist da sehr wundersam, das Dirk Franke noch nicht einmal eine Tätigkeit im Jugenbereich des Vereins angeboten wurde. Für mich hat es den Anschein, das man ihn einfach nur loswerden wollte. Für seinen Nachfolger wird es verdammt schwer, denn er kann ja hier lesen, mit welchen Führungspersonen in Vorstand und Management er es demnächst zu tun hat. Wenn das mal alles so gut geht.
Danke Dirk !!!!

von Nur mal so - am 07.01.2009 17:03
Ein 25-jähriger als "Spielertrainer" einer Oberligamannschaft, das ist wirklich sehr ungewöhnlich und wahrscheinlich einmalig in Handballdeutschland. Aber abwarten, vielleicht funktioniert es ja sogar.

von Benson - am 07.01.2009 22:02
Warten wir mal ab wie diese Saision mit Neerstedt zu Ende geht, und im nächsten Jahr wird es sicher einen freien Fall bei Neerstedt geben, Dirk wird so eine Lücke hinterlassen, die kaum ein anderer Trainer auffangen wird, jedenfalls nicht mit der Mannschaft, die ist voll auf Dirk eingestellt. Das wird nächstes Jahr nicht viel werden. Aber was wird Dirk wohl machen gibt es da schon Aussagen?

von paula_1 - am 08.01.2009 06:50
Trotz allem Lob schon komisch, das WEHNER einfach hinwirft. .Ich kann das Argument, dass er keinen Druck mehr ausüben kann nicht nachvollziehen.Gerade wenn die Mannschaft hinter ihrem Trainer steht, hätte sie sich doch in der zweiten Saisonhälfte zerrissen, um dem Trainer einen würdigen Abschied zu bereiten, oder ? Und vielleicht auch, um alle "Motivationsbefürchtungen" des Vorstandes zu widerlegen...

von CoCoCo - am 08.01.2009 20:50

H

von Coolfire1985 - am 08.01.2009 23:54
Dirk Franke verlässt vorzeitig die Trainerbank

TV Neerstedt bedankt sich bei dem langjährigen Erfolgstrainer

Dirk Franke ist nicht mehr Trainer beim TV Neerstedt. Viel schneller und in einer Weise, wie es sich keiner der Verantwortlichen gewünscht und auch vorhergesehen hat. Dabei kommen Fragen auf. Insbesondere natürlich nach dem „Warum“. Schließlich hat der Verein unter Dirk Franke seine bislang größten Erfolge eingefahren.

Natürlich gilt auch in der jetzt eingetretenen schwierigen Situation Dank und Anerkennung seitens des TV Neerstedt dem langjährigen Erfolgstrainer. Er hat über ein Jahrzehnt Talente gefördert und zu einer erfolgreichen Mannschaft geformt. Der Verein verliert mit Dirk Franke einen überaus engagierten Handballexperten.

Umso mehr drängt sich die Frage auf, warum der TV Neerstedt mit der Verpflichtung von Dag Rieken zur neuen Saison diese Weichenstellung vorgenommen hat und sich von einem verdienten Coach verabschiedet.

Bereits vor einem Jahr war nicht sicher, ob man die gegenwärtige Saison gemeinsam bestreitet. Auch Dirk Franke zeigte sich zunehmend nachdenklich hinsichtlich einer weiteren Zusammenarbeit. Bei einem Gespräch am 30. Dezember 2008 teilten Friedel Schulenberg und Jens Schachtschneider dem Trainer mit, dass der Verein einen Wechsel zur neuen Saison einleiten möchte. Dabei erklärte Dirk Franke, dass er ohnehin zum Saisonende ins Auge gefasst hatte, das Traineramt beim TV Neerstedt aufzugeben.

Wer sagt es wem? Wann ist der beste Zeitpunkt? Zwei weitere Fragen, die sich in einer solchen Situation stellen. Bei der ersten Frage hat der Verein letztlich die Initiative ergriffen. Zuvor wurde intensiv überlegt und analysiert. Die Mannschaft ist nicht offen angesprochen worden, um sie nicht in eine schwierige Rolle zu drängen. Zugleich wurde natürlich vorgefühlt. Herauszuhören war einerseits der Respekt und die Wertschätzung gegenüber dem langjährigen Erfolgstrainer. Zugleich war auch der steigende Wunsch spürbar, was anderes zu erfahren, letztlich die Neugier auf was Neues, ohne nun mit dem gegenwärtigen Trainer unzufrieden zu sein. Die Richtigkeit dieser Einschätzung bestätigte sich am Sonntag Abend, als die Mannschaft die neue Situation diskutiert hat und jeder Spieler seine persönliche Einschätzung abgab.

Aus dem Profisport kennen wir praktisch nur plötzliche Trainerentlassungen bei Misserfolg. Die Verantwortlichen beim TV Neerstedt hatten sich vorgenommen, frühzeitig und damit für alle Seiten fair die Trainerfrage zu diskutieren und zu entscheiden. Da bereits zu Beginn der Rückrunde die Weichen für die nachfolgende Saison gestellt werden sollten, wurde dieses Thema zum Jahreswechsel behandelt.

Nun mag man die Frage diskutieren, ob es richtig ist, nach Alternativen Ausschau zu halten, während der gegenwärtig Trainer noch im Amt ist. Eine Frage die man unterschiedlich bewerten kann. In der Verantwortung gegenüber dem Verein und der Mannschaft wurde bei einem bereits bestehenden Kontakt vorgefühlt. Dieses mögen einzelne durchaus kritisch bewerten. Gleichzeitig galt es in dieser von Unsicherheiten geprägte Phase Perspektiven abzuschätzen.

Unerwartet kam nun der unmittelbare Ausstieg seitens Dirk Franke. Natürlich wurde dieses im Vorfeld als mögliche Reaktion diskutiert. Jedoch haben alle Beteiligten dieses als sehr unwahrscheinlich bewertet. Ein Fehleinschätzung wie wir jetzt feststellen müssen.

Natürlich können wir die Entscheidung, den Termin, diverse vielfältigen Hintergründe und vieles mehr in allen Einzelheiten öffentlich diskutieren. Wem hilft es - wohl niemanden. Die Mannschaft zeigt uns den richtigen Weg auf: Der dankbare Blick zurück auf eine schöne, erfolgreiche Zeit mit Dirk Franke. Teamgeist und Zusammenhalt, um die derzeitig schwierige Phase erfolgreich anzupacken und die Freude auf einen namhaften Trainer, der mit frischen Ideen bald neue Impulse setzt.

Freuen wir uns auf das anstehende Spiel gegen den TvdH Oldenburg. Die Mannschaft ist hoch motiviert und hat in diesen Tagen Charakter gezeigt. Drücken wir ihr die Daumen und geben wir ihr die Unterstützung, die sie verdient.

Bericht eingestellt von Jens Schachtschneider am 11. Januar 2009

Quelle: Homepage TV Neerstedt

von Gerold Neuhaus - am 11.01.2009 15:27

Folge oder künftige Normalität

Verwirrung um falschen Spielernamen beim TVN

Handball: Im Spiel gegen Haarentor

Neerstedt (THM). Torben Kruse oder Malte Kruse? So lautete eine Frage, die im Nachgang zur Handball-Oberliga-Partie zwischen dem TV Neerstedt und dem Tvd Haarentor Oldenburg noch für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hat.
Auf dem Spielberichtsbogen war Torben Kruse mit der Nummer 14 vermerkt. Im Spielgeschehen wirkte aber sein Bruder Malte Kruse mit eben dieser Nummer mit. Da Malte immer die 14 trägt, und Torben, der weit und breit nicht zu sehen war, immer mit der 8 aufläuft, liegt eine Verwechslung nahe.
So sieht es auch Staffelleiter Rainer Fritze. „Im Moment sieht es für mich nach einem Formalitätsfehler aus.“ Er wird die Sache überprüfen, da er einen Hinweis aus Haarentor bekommen hat. „Einen Protest muss man direkt nach Spielende auf dem Spielberichtsbogen ankündigen und dann in den nächsten drei Tagen einreichen“, klärt der Staffelleiter generell auf.
In dem speziellen Fall geht Rainer Fritze nicht davon aus, dass er spielrechtliche Konsequenzen haben wird. Eine Umwertung des Spiels (44:25 für Neerstedt) oder eine persönliche Sperre scheint ausgeschlossen.
„So wie ich die Lage bis jetzt beurteilen kann, sprechen wir von einem mangelhaft ausgefüllten Spielbericht. Es fehlt der Ansatz des Betruges“, gibt Fritze Auskunft. Beide Spieler seien spielberechtigt und nicht gesperrt gewesen. „Wenn es einem Beteiligten während der Partie aufgefallen wäre, dann wäre der Spielbericht geändert worden und der Mannschaftsverantwortliche hätte eine Gelbe Karte bekommen“, so Fritze. Wie es aussieht, kommt der TV Neerstedt mit einer geringen Geldstrafe davon.
Beim TVN hatten nach der Trennung von Trainer Dirk Franke die Jugendtrainer Werner Lenzschau und Marcus Rasche den organisatorischen Part auf der Bank übernommen. Die Panne mit den Kruse-Brüdern wurde überstrahlt vom sportlichen Auftritt der Mannschaft. Noch kann der Staffelleiter nichts definitiv sagen, aber wahrscheinlich kommen die Neerstedter mit einem „blauen Auge“ davon.

www.dk-online.de

von Wehner - am 13.01.2009 20:36

Re: Folge oder künftige Normalität

Das ist ja wohl der Hammer,
nicht unbedingt der Fehler der passiert ist, sondern die angeblichen Aussagen vom Staffelleiter.
Im Falle eines Falles ist es immer noch Fakt, das ein Spieler mitgewirkt hat, der nicht auf dem Spielbericht stand. Und dazu gibt es wohl klare Ordnungen und Regeln.
Schau`n mer mal, was davon kommt.
Vielleicht sollte man zu uralten Zeiten zurück kehren, als die SR Gesichtskontrolle mit Spielbericht und Spielerpass gemacht haben. Kann mich noch daran erinnern, als Spieler auch das Geburtsdatum dann nennen zu müssen. Würde wohl Sinn machen.

von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 20:43

Re: Folge oder künftige Normalität

Bin schon seit ich den Bericht gelesen habe am überlegen, wie ich künftig aus so einer Aussage einen Vorteil ziehen könnte.
"Entschuldigen Sie bitte diese Angabe, ich wollte wirklich nicht betrügen!" Egal, um welche Lebenslage es sich handelt, wenn das funktionieren würde wäre ich um Etliches reicher.
Soweit ich weiß, bekommt ein Spieler, der nicht auf dem Spielbericht steht, den roten Karton, wenn es während des Spiels den Unparteiischen auffällt.
Die Aussage die hier abgedruckt ist, läßt extrem viel Spielraum für Diskussionen. Hat der TvdH denn überhaupt Protest eingereicht?

von Wehner - am 13.01.2009 20:51

Re: Folge oder künftige Normalität

Hier mal ein Auszug aus der SPO:

§ 50 Sonderfälle des Spielverlustes – Spielverlustwertung
(1) Für eine Mannschaft ist ein Spiel in folgenden Fällen mit einem Torverhältnis von
0:0 als verloren zu werten:

f) wenn Nichtspielberechtigte Nichtteilnahmeberechtigte als Spieler mitwirken;


von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 21:00

Re: Folge oder künftige Normalität

Eine Spielberechtigung liegt aber für beide Spieler vor und reell handelt es sich wirklich nicht um Absicht.

von Wehner - am 13.01.2009 21:03

Re: Folge oder künftige Normalität

Ist klar,
Spielberechtigung für beide: Ja,
Spielteilnahme für den Spieler der nicht auf dem Spielbericht stand und gespielt hat: Nein.

von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 21:07

Re: Folge oder künftige Normalität

Also ist der eine ein spielberechtigter nichtteilnahmeberechtigter Sportler und der andere ebenfalls ein spielberechtiger aber teilnahmeberechtiger Sportler der durch Nichtanwesenheit glänzt und dadurch, dass er nicht da ist, aber auf dem Spielbericht steht, ebenfalls nichtteilnahmeberechtigt.

Also mir würden auf Anhieb ein Dutzend Sportler einfallen, die hierbei den Durchblick verlieren. Demnächst muß jeder Spieler noch seinen Anwalt mit in die Halle bringe :joke:

Allerdings wird nichts passieren, da die Fristen nicht gewahrt wurden, da es keinen Einspruch auf dem Spielberichtsprotokoll gegeben haben dürfte.

von Wehner - am 13.01.2009 21:13

Re: Folge oder künftige Normalität

den roten Karton ???? uiuiuiuiuiuiui

Da hat aber jemand schon lange keine Regelkunde mehr gemacht !

Der MV wird mit gelb bestraft - mehr nicht !

so long
the ref

von the Ref - am 13.01.2009 21:15

Re: Folge oder künftige Normalität

Daran kannst du, neben meiner mangelnden Sach- und Regelkunde, einmal sehen, wie oft mir das in den letzten Jahren passiert ist :D

von Wehner - am 13.01.2009 21:17

Re: Folge oder künftige Normalität

Zitat
Soweit ich weiß, bekommt ein Spieler, der nicht auf dem Spielbericht steht, den roten Karton, wenn es während des Spiels den Unparteiischen auffällt.

Hat sich das nicht geädert ? Formfehler, wenn der Spieler spielen dürfte (also nur vergessen wurde)
und Bestrafung der Bank ?

OK - wurde ja oben schon festgestellt...:)

von CoCoCo - am 13.01.2009 21:18

Re: Folge oder künftige Normalität


(Der MV wird mit gelb bestraft - mehr nicht ! )

und der nicht auf dem Spielbericht spielende Spieler darf weiter spielen?
uiuiuiuiuiuiui

von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 21:25

Re: Folge oder künftige Normalität

Bevor wir uns verzetteln,

es wurde während des Spieles von keinem bemerkt. Also überflüssig über rote, gelbe oder sonstigen Karten nachzudenken.

von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 21:29

Regelkunde für Anfänger

Was zum Geier ist denn jetzt die korrekte Vorgehensweise (die Regelhefte hier im Haus sind doch ein wenig in die Jahre gekommen). Bevor ich das jetzt google wird sich hier doch wohl ein Kundiger finden lassen.

von Wehner - am 13.01.2009 21:31

Re: Regelkunde für Anfänger

Zitat
Wehner
Was zum Geier ist denn jetzt die korrekte Vorgehensweise (die Regelhefte hier im Haus sind doch ein wenig in die Jahre gekommen). Bevor ich das jetzt google wird sich hier doch wohl ein Kundiger finden lassen.


Dirk schau doch einfach hier rein:



von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 21:33

Hier noch mal zusammen gefaßt

siehe hier: [www.tvdh.de]

von Gerold Neuhaus - am 13.01.2009 22:08

Re: Regelkunde für Anfänger

Dann wollen wir's mal korrekt schildern:

Wenn's denn bemerkt wird, wird der Spieler im Spielbericht nachgetragen und der MV wird progressiv bestraft, d.h. in der Regel erhält er die gelbe Karte. Sollte er oder ein anderer Offizieller diese schon erhalten haben, ergibt sich daraus eine 2-Minuten Hinausstellung, wurde auch diese bereits vergeben, bleibt für diesen kleinen "Formfehler" leider nur die DQ des MV...

Keinesfalls erhält der Spieler hierfür eine Bestrafung, wie es bis vor Sommer 2005 der Fall gewesen ist.

Viele Grüße,
Chris

von Chris1973 - am 13.01.2009 22:09

Re: Regelkunde für Anfänger

Zitat
tvhd homepage
"Haary Tor" bleibt am Ball, was hier nun passiert.


Passieren kann und wird gar nichts, wenn kein Einspruch im Spielbericht angekündigt wurde.

denn
Zitat
RO § 19
Über Einsprüche und deren Gründe, die nicht im Schiedsrichterbericht vermerkt sind, darf nicht verhandelt werden
(Steht auf jedem HVN-Spielberichtsformular)


Wobei es sich hier (glaube ich zumindest) um die HVN-RO handelt.
Die DHB-RO äußert sich in §34 zu Einsprüchen.

Abs.5 hat sinngemäß die gleiche Aussage. Ausnahme: Der Einspruchführer kann nichts dafür, dass er den Einspruch im SB nicht angekündigt hat.

Naja und was das Thema "teilnahmeberechtigt" und "spielberechtigt" angeht:

Hier beißt sich die sprichwörtliche Katze in den Schwanz.
Rein formal ist das auf der tvdh-Seite alles richtig beschrieben.
ABER:
Das ganze stellt ja nur die "momentane" Situation dar. Danach geht es ja noch weiter.
Wenn es im Spiel aufgefallen WÄRE,
bekommt der Spieler nachträglich seine Teilnahmeberechtigung (indem er ins Protokoll eingetragen wird),
der MV bekommt eine Strafe und es geht weiter.

Da es aber wärend der Spielzeit niemandem aufgefallen IST, ist der "Drops gelutscht".
Bliebe noch der Einspruch ,falls es direkt nach dem Spiel jemandem auffällt.
Aber das hatten wir ja schon.

von rotznase - am 14.01.2009 01:23

Thema erledigt

[www.kreiszeitung.tv]



von Wehner - am 14.01.2009 09:06

Re: Folge oder künftige Normalität

Also, das Ganze ist alles andere als ein Hammer, Haba, nämlich überhaupt nicht der Rede wert! Die Aussagen des Staffelleiters sind völlig angemessen und sehr sachlich. Es fehlt jegliches Indiz für einen Täuschungsversuch.
Viel merkwürdiger ist, dass sich eine "Online-Redaktion" mit so etwas überhaupt befasst, und das auch noch so ausführlich. Es geht nämlich höchstwahrscheinlich um nicht mehr als 5 Euro wegen fehlerhaften Ausfüllens des Spielprotokolls. Und das auch nur, weil Haarentor aktiv wurde.
Die Sache ist vielleicht mal kurz ein Thema beim Duschen, mehr aber nicht!

von DrSchmidt - am 14.01.2009 18:04

Re: Folge oder künftige Normalität

Zitat
DrSchmidt
Also, das Ganze ist alles andere als ein Hammer, Haba, nämlich überhaupt nicht der Rede wert! Die Aussagen des Staffelleiters sind völlig angemessen und sehr sachlich. Es fehlt jegliches Indiz für einen Täuschungsversuch.
Viel merkwürdiger ist, dass sich eine "Online-Redaktion" mit so etwas überhaupt befasst, und dass auch noch so ausführlich. Es geht nämlich höchstwahrscheinlich um nicht mehr als 5 Euro wegen fehlerhaften Ausfüllens des Spielprotokolls. Und das auch nur, weil Haarentor aktiv wurde.
Die Sache ist vielleicht mal kurz ein Thema beim Duschen, mehr aber nicht!


Lieber DrSchmidt, Deine Meinung in allen Ehren, aber
1. hat hier keiner unterstellt, dass hier ein Täuschungsversuch vorliegt.
2. Ist es wohl völlig legitim, dass einer Sache nachgegangen wird, die nicht in Ordnung ist.
3. Geht es wohl nicht um das fehlerhafte Ausfüllen eines Spielberichtes, sondern um die Teilnahme eines nicht teilnahemberechtigten Spielers in einem Spiel. Und dieses ist letztendlich zu klären, wie auch immer. Die Tatsache, das hier ein Fehler passiert ist, dürfte wohl klar sein. Dann sind auch die Konsequenzen zu tragen.
4. Frage ich mich langsam wirklich, wozu wir Ordnungen und Richtlinien haben, wenn die denn im Falle eines Falles nicht angewendet werden. Es sind sicherlich hierzu die Formalitäten einzuhalten. Das ist nun mal so.
5. Wahrscheinlich hast Du Deine Meinung hier unter der Dusche geschrieben, sonst würdest Du Dich hiermit ja nicht beschäftigen.

von Gerold Neuhaus - am 14.01.2009 18:18

Re: Folge oder künftige Normalität

Dein Engagement in dieser Sache bleibt völlig unverständlich.
Anders sähe die Sache aus, wenn z.B. bei Brinkum II plötzlich Christian Schwarzer (noch Rhein-Neckar-Löwen) statt der im Spielbericht eingetragene Stephan Schwarzer auflaufen würde.
Dadurch ließe sich dann auch eine ähnlich hohe Klatsche wie die des TvdH für den Gegner begründen...;-)
Im Ernst: Da wohl beide Kruses die grundsätzliche Spielberechtigung für den TVN besitzen, wird der Staffelleiter leider nur auf Formfehler entscheiden können!

von DrSchmidt - am 14.01.2009 20:11

Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Die ganze Angelegenheit wurde noch einmal beleuchtet:

gem. SPO
§10 Spielordnung.
§ 10 Spielberechtigung, Teilnahmeberechtigung
(1) Die Spielberechtigung wird einem Spieler auf gemeinsamen Antrag von ihm und einem Verein erteilt. Sie gilt nur für den Verein, für den sie beantragt worden ist. Ausnahmen gelten für Vertragsspieler.
(2) Sie wird für Volljährige in Erwachsenenmannschaften als Spieler ohne vertragliche Bindung an einen Verein oder als Spieler mit vertraglicher Bindung erteilt. Für letztere gelten ergänzende Bestimmungen.
(3) Teilnahmeberechtigt sind Spieler für Mannschaften in ihrer Altersklasse, solange kein sich aus den Ordnungen, den Durchführungsbestimmungen oder dem Regelwerk ergebender Hinderungsgrund vorliegt. Für Jugendliche gelten zusätzliche Bestimmungen.

wäre also der Hinderungsgrund:
die Spielregeln, Punkt 4:3:

Ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller ist teilnahmeberechtigt, wenn er beim Anpfiff anwesend
und im Spielprotokoll eingetragen ist.

Da der Spieler im Spielprotokoll nicht eingetragen war, ist er auch nicht teilnahmeberechtigt. Richtig?

Ärgo:
§ 50 Sonderfälle des Spielverlustes – Spielverlustwertung
(1) Für eine Mannschaft ist ein Spiel in folgenden Fällen mit einem Torverhältnis von 0:0 als verloren zu werten:
f) wenn Nichtspielberechtigte/Nichtteilnahmeberechtigte als Spieler mitwirken

Richtig?

Bleibt mal abzuwarten, ob denn ein möglicher Einspruch Erfolg haben würde.

von Gerold Neuhaus - am 23.01.2009 09:06

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Zitat
Haba
Ärgo:
§ 50 Sonderfälle des Spielverlustes – Spielverlustwertung
(1) Für eine Mannschaft ist ein Spiel in folgenden Fällen mit einem Torverhältnis von 0:0 als verloren zu werten:
f) wenn Nichtspielberechtigte/Nichtteilnahmeberechtigte als Spieler mitwirken

Richtig?




Nein, nicht in der zitierten Konsequenz, denn: § 50, 1, f Sonderfälle des Spielverlustes bezieht sich in der Rechtspraxis lediglich auf gesperrte oder - in Jugendspielen - nicht altersgemäß eingesetzte Spieler sowie Spieler, die nicht im Besitz eines gültigen Spielausweises für den entsprechenden Verein sind oder sich nicht an die Regeln des Doppelspielrechtes halten.
Diese Rechtspraxis macht auch Sinn, damit sich niemand einen spielordnungswidrigen Vorteil verschaffen kann.
Ein solcher Vorteil ist - wie schon erwähnt - in diesem Fall nicht im Ansatz zu erkennen!


von DrSchmidt - am 23.01.2009 15:48

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Da ich mich mit den gesamten Paragraphen nicht auskenne versuch ich das ganze Mal von der logischen Seite her zu betrachten.

Nehmen wir also mal folgende Situation an:

Ein eigentlich spielberechtigter Spieler steht nicht auf dem Spielbericht, nimmt aber am Spiel teil. Der gegnerische Trainer bemerkt diesen Fehler. Nun hat er 2 Möglichkeiten zu reagieren:

1. Er macht den Schiedsrichter darauf aufmerksam, was zur Folge hat das der Spieler nachgetragen wird und die Bank progressiv bestraft wird (also in der Regel mit einer gelben Karte). Das Spiel geht danach ganz normal weiter. :xcool:

2. Er hofft darauf das bloß keiner den Fehler bemerkt, denn in diesem Fall könnte er sich ganz entspannt zurücklehnen und mit 20 Toren verlieren, er kriegt den Sieg am grünen Tisch ja sowieso zugesprochen. :cheers:

Also ganz ehrlich, wenn das Ergebnis hier wirklich umgewertet werden sollte wäre das schon mehr als lächerlich. Und in Zukunft würden alle Trainer darauf hoffen das der Gegner einen Spieler vergessen hat und es während des Spiels keiner merkt. :joke:

von Todde - am 23.01.2009 16:34

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Zitat
DrSchmidt
Zitat
Haba
Ärgo:
§ 50 Sonderfälle des Spielverlustes – Spielverlustwertung
(1) Für eine Mannschaft ist ein Spiel in folgenden Fällen mit einem Torverhältnis von 0:0 als verloren zu werten:
f) wenn Nichtspielberechtigte/Nichtteilnahmeberechtigte als Spieler mitwirken

Richtig?




Nein, nicht in der zitierten Konsequenz, denn: § 50, 1, f Sonderfälle des Spielverlustes bezieht sich in der Rechtspraxis lediglich auf gesperrte oder - in Jugendspielen - nicht altersgemäß eingesetzte Spieler sowie Spieler, die nicht im Besitz eines gültigen Spielausweises für den entsprechenden Verein sind oder sich nicht an die Regeln des Doppelspielrechtes halten.
Diese Rechtspraxis macht auch Sinn, damit sich niemand einen spielordnungswidrigen Vorteil verschaffen kann.
Ein solcher Vorteil ist - wie schon erwähnt - in diesem Fall nicht im Ansatz zu erkennen!


Also im Moment ist mir nicht ganz klar, wo Du die Weisheit her hast. Deine vorgebrachten Dinge kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Bitte kläre doch mal auf, wo diese Dinge stehen oder ist das "nur" Deine eigene Meinung.

von Gerold Neuhaus - am 23.01.2009 17:39

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Zitat
Todde
Nehmen wir also mal folgende Situation an:

Ein eigentlich spielberechtigter Spieler steht nicht auf dem Spielbericht, nimmt aber am Spiel teil. Der gegnerische Trainer bemerkt diesen Fehler. Nun hat er 2 Möglichkeiten zu reagieren:

1. Er macht den Schiedsrichter darauf aufmerksam, was zur Folge hat das der Spieler nachgetragen wird und die Bank progressiv bestraft wird (also in der Regel mit einer gelben Karte). Das Spiel geht danach ganz normal weiter. :xcool:

2. Er hofft darauf das bloß keiner den Fehler bemerkt, denn in diesem Fall könnte er sich ganz entspannt zurücklehnen und mit 20 Toren verlieren, er kriegt den Sieg am grünen Tisch ja sowieso zugesprochen. :cheers:

Also ganz ehrlich, wenn das Ergebnis hier wirklich umgewertet werden sollte wäre das schon mehr als lächerlich. Und in Zukunft würden alle Trainer darauf hoffen das der Gegner einen Spieler vergessen hat und es während des Spiels keiner merkt. :joke:


Wir können das ganze auch umdrehen, der eigene Trainer hofft, dass es keiner merkt, da der nichtteilnahmberichtige Spieler dann, weil er ja nicht im Spielbericht stand, unter Umständen am Wochenende darauf für eine untere Mannschaft frei wäre.

Alles Spekulationen, geht doch mal einfach von den Fakten aus. Hier hat einer einen Fehler gemacht und was sagt das Ordnungs- bzw. Regelwerk dazu. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür haben wir das nämlich.

von Gerold Neuhaus - am 23.01.2009 17:43

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

ich frage mich hier die ganze zeit, was das alles eigentlich soll. entweder habt ihr nen einspruch gemacht haba, oder eben nicht. und entweder liegt das ganze bei einer entscheidungsstelle oder nicht. und aussagen, was denn nun richtig oder falsch ist, werdet ihr nur von dort bekommen. das ganze hier ist ein einziges regelausgelege, wer sieht was wie oder auch nicht. und passt das dann dem einen nicht, versucht er die nächste regel zu finden, die ihm dann doch recht geben könnte. haba, was sagt denn die entsprechende stelle dazu ?? wieso fragst du nicht die, sondern haust uns hier das regelwerk für spekulationen um die ohren.

von Goalie - am 23.01.2009 18:18

Re: Thema erledigt oder noch nicht erledigt?

Zitat
Goalie
ich frage mich hier die ganze zeit, was das alles eigentlich soll.......
wieso fragst du nicht die, sondern haust uns hier das regelwerk für spekulationen um die ohren.....


Lieber Goalie,
es ist hier ja wohl ein Forum zum diskutieren und zum austauschen, wenn Dir das nicht passt, schaue hier einfach nicht rein, es zwingt Dich keiner, die einzelnen Dinge alle zu lesen.
Weiterhin haue ich hier keinem was um die Ohren. Du kannst Dir ganz sicher sein, dass ich schon weiß, wovon ich rede.
Ich jedenfalls freue mich über jede Reaktion, die hier erfolgt. Eine Entscheidung wird schon folgen, wie auch immer. Vielleicht erfährt der eine oder andere eine ähnliche oder gleiche Situation. Mal schaun, wie dann reagiert wird.

von Gerold Neuhaus - am 23.01.2009 18:38
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.