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Berufsunfähigkeit und LOL-V

Startbeitrag von TWR-Süd am 10.01.2009 12:10

Tag Zusammen.

Ich habe gerade mit meiner Freundin sehr interessiert die Beiträge in diesem Forum zum Thema Berufsunfähigkeitsverischerung und/oder Loss-of-License Versicherung gelesen. Leider sind die aber schon etwas älter und darum hab ich einige Fragen zu dem Thema:

1. Inwiefern ist die Diskussion noch aktuell? Also hat sich mittlerweile im Versicherungsgeschäft so viel verändert, dass die dort geposteten Sachen schon obsolet sind oder kann man sich darauf noch halbwegs verlassen? Z.B. sind die Beitragssätze mittlerweise stark gestiegen oder Leistungen weggefallen?
Gerade zum 1.1.2009 hat sich da ja scheinbar einiges geändert was Versicherungen angeht.

2. Wir sind kurz davor, eine BU bei der Generali abzuschließen. Da ist aber auch die 50% Klausel drin. Sind vom Gesetzgeber andere Berufsunfähigkeitskriterien für Lotsen festgelegt oder zählen da die normalen Werte? Und falls nein, lohnt sich eine Risiko-BU (ohne abstrakte Verweisbarkeit) dann überhaupt oder sollte man sich das Geld sparen? Oder ist man mit BU & LOL-V gut beraten?

3.Zum leidigen Thema der viel zitierten "Finanz- und Wirtschaftskrise": Sind Versicherungsunternehmen davon betroffen bzw. gefährdet? Kann es also sein, dass mein Versicherer pleite- und mein Konto leer ausgeht?

So, ich hoffe auf viele aufschlussreiche Antworten, danke schonmal und Grüße aus dem kalten aber schneelosen Süden.

Antworten:

Zu 1. ja, ja, ja, ja
Zu 2. Generali ist eigentlich o.k., 50%-Klausel ist immer vorhanden und besser als die Klausel "mehr als 50%", BU ist gerade für jüngere Kollegen in jedem Fall ratsam, da diese bekannterweise gar keinen BU-Schutz der gesetzlichen RV mehr haben, Versicherungsumfang und -summen muss jeder für sich beurteilen.
Zu 3. Alle Vers.Unternehmen sind irgendwie davon betroffen, viele sind ja auch mit Banken verbandelt. Aber betroffen sind wir schließlich irgendwie alle. Ob wir "Kleinen" im Zweifelsfall trotz Schutzschirm mal im Regen stehen, dass dürfte keiner von uns beurteilen können. Aber das dabei ne Bu-Versicherung den Bach runter geht glaube ich eigentlich nicht. Aber wer weiss.

von Intranetleser - am 10.01.2009 20:09
Zitat
TWR-Süd

2. Wir sind kurz davor, eine BU bei der Generali abzuschließen. Da ist aber auch die 50% Klausel drin. Sind vom Gesetzgeber andere Berufsunfähigkeitskriterien für Lotsen festgelegt oder zählen da die normalen Werte? Und falls nein, lohnt sich eine Risiko-BU (ohne abstrakte Verweisbarkeit) dann überhaupt oder sollte man sich das Geld sparen? Oder ist man mit BU & LOL-V gut beraten?


Servus,

ich hab vor ca 4 Jahren selbst einen Vertrag bei der Generali abgeschlossen. Die 50% Klausel ist meiner Meinung nach ein großer Fallstrick.... keiner weiß was genaues und viele denken, dass wird dann schon gutgehen, wenn ich untauglich bin.

Mir persönlich (bin auch Laie) war das zu schwammig. Ich habe deswegen vorsichtshalber von der Generali einen Extra-Satz in die Bedingungen einbauen lassen.
Dieser besagt, dass ich (grob formuliert) außerdem berufsunfähig bin, wenn mir aufgrund von medizinischen Problemen die behördliche Erlaubnis zur Tätigkeit als Fluglotse entzogen wird. Dinge wie Drogenkonsum etc sind natürlich ausgeschlossen.
So gehe ich "relativ" sicher, dass ich auch als berufsunfähig gelte, wenn mein Schein weg ist.
Ich hab das Ganze dann in ne kleine Lebensversicherung reingebastelt. Momentan zahl ich für 7300 Euro Todesfallsumme/Erlebenssumme und 1500 Euro Rente knappe 80 Euro. (steigert sich alles mit der Zeit aufgrund einer Dynamik).Keine Ahnung, ob das gut und günstig ist... für mich ists in Ordnung.

Diese extra Klausel einsetzen lassen, war damals kein Problem - musst einfach mal mit deinem Vertreter reden.

VG



von Center Süd - am 10.01.2009 21:55
Hi !
Das bei der Generali ist echt ein Problem ! Solange im Vertrag nichts drinsteht von der im letzten Beitrag erwähnten "medizinischen Eignung" und "Entzug der Lizenz durch die Behörde" usw. ist die Versicherung für Dich als Lotse komplett wertlos !
Wenn Du Fluglotse bist, dann kannst Du untauglich sein und zum Beispiel einen Bürojob bei der DFS machen, für den Deine Vorbildung als Lotse benötigt wird. Damit bist Du aber im Sinne der DFS kein Lotse mehr und wirst evt. "nur" mit der 6.3 oder so bezahlt. Aber die Versicherung greift nicht !
Für die Versicherungen ist "Fluglotse" nicht gleich "Arbeit am Board" mit enstprechender Bezahlung.

Tu Dir selbst einen Gefallen : Schau mal rein unter www.lizenzverlust.de und reufe den Jörg mal an. Der will Duir auch nichts aufschwatzen, sondern berät Dich echt fair !



von Andreas - am 11.01.2009 08:44
Also mit der 50% Klausel kann man die Geschichte auch sein lassen. Denjenigen, der gegen die Generali prozessiert, will ich dann mal sehen. Besonders, wenn der Fall der Fälle eingetreten ist und man untauglich geworden ist, womöglich komplett berufsunfähig aufgrund von schwerer Krankheit oder Unfall, dann noch streiten?
1500 Euro BU-Rente? Damit ist doch nur ein Teil des Einkommens abgesichert. Was ist mit dem Rest? Was die Dynamik angeht: Habt ihr euch schon mal gefragt, was dabei für Kosten enstehen?
Warum die BU an eine Lebensversicherung koppeln? Daß sich das als Kapitalanlage nicht lohnt, hat sich wohl schon rumgesprochen. Und eine reine RisikoLV kriegt man schon überall anders recht günstig, wenn man noch eine brauchen sollte. Aber das ist eine andere Baustelle, die mit der BU doch gar nichts zu tun hat.
Von einem Versicherungsvertreter würde ich erwarten, daß er Versicherungen verkauft. Wenn man mehr erwartet, wird man früher oder später entäuscht sein.

Zufall



von Zufall - am 11.01.2009 09:32
Zitat
Zufall
1500 Euro BU-Rente? Damit ist doch nur ein Teil des Einkommens abgesichert. Was ist mit dem Rest? Was die Dynamik angeht: Habt ihr euch schon mal gefragt, was dabei für Kosten enstehen?


Hi,

klar sind 1500 erst mal nicht viel.... In meinem Fall war es so, dass die Generali sich aber nicht von Anfang an auf eine hohe Renten eingelassen hat. Deswegen der Umweg über die Dynamik. Dynamiken kann man übrigens jederzeit aussetzen oder canceln - deswegen versteh ich das Argument mit den Kosten jetzt nicht.
Und 1500 sind besser als nichts - Leute mit anderen Jobs müssen damit auch auskommen - Es sollte jedem Lotsen klar sein, dass es unmöglich ist, sein kompletten Lotsengehalt abzusichern. Dann muss man halt den Ferrari abmelden.

Aber vielleicht bin ich nur zu blöd und Du erklärst uns noch, wie Du Deine 6000 netto günstig abgesichert hast.


Zitat
Zufall
Warum die BU an eine Lebensversicherung koppeln? Daß sich das als Kapitalanlage nicht lohnt, hat sich wohl schon rumgesprochen. Und eine reine RisikoLV kriegt man schon überall anders recht günstig, wenn man noch eine brauchen sollte. Aber das ist eine andere Baustelle, die mit der BU doch gar nichts zu tun hat.


Ich kann mich nicht mehr an die Details erinnern. Das sich Lebensversicherungen grundsätzlich nicht als Geldanlage eignen halt ich für ein Gerücht. Meine LV hat bis jetzt eine bessere Rendite als mein Fondsparplan ;-)
Ich hab auch nicht vor, von den 7000 Euro Einmalzahlung als Rentner zu leben. Fakt ist nur, dass es in meinem Fall (von nichts anderem habe ich gesprochen) sinnvollen war, die Lebensversicherung einzubauen, weil es damals günstiger war, oder von den Kosten her aufs gleiche rauslief, oder sonstige Gründe hatte. Aus Spaß hab ich die LV da sicherlich nicht mit eingebastelt. Evtl kam auf die reine BU noch ein Risikozuschlag? Wie schon gesagt, für mich war das damals die richtige Lösung.

Deswegen mein Rat: Viel vergleichen, viel abwägen und dann, wenn man sich sicher ist, abschließen - der Vertrag läuft ein paar Jahre und kann nur bedingt geändert werden. Die Ideallösung, die für jeden gilt, wird es nicht geben - jeder muss individuell schaun, was er absichern will und was ihm die Sache wert ist.

Grundsätzlich gilt noch - die Generali Verträge mit der Fluglotsen Klausel kann man bei jedem Generali-Vertreter abschließen. Man kann also ruhig zum Mann seines Vertrauens gehen.

Gruß



von Center Süd - am 11.01.2009 10:33
Also wenn sich am Tarifvertrag nichts geändert hat, wirst Du nach Untauglichkeit von der DFS weiter beschäftigt und zwar zu deinem alten Gehalt, egal wie der neue Job eingestuft ist. Das einzige was Du verlierst sind die variablen Zeitzuschläge.

von Stimmt nicht - am 11.01.2009 22:10
Stimmt auch nicht so ganz...

Wenn möglich, bekommst Du bei der DFS eine Weiterbeschäftigung. Wenn nicht, gibt es eine Einmalzahlung (oder, abhängig vom Alter, eine vorgezogene Übergangsversorgung) und Du bist raus!
Wahrscheinlicher ist in der Tat die erste Variante.
Ist Deine Weiterbeschäftigung niedriger eingruppiert, als Deine bisherige (Lotsen-)Tätigkeit, bekommst Du Besitzstandswahrung. Somit nimmst Du so lange nicht an Tariferhöhungen teil, bis Deine neue Gruppe das Gehalt der Bisherigen übersteigt. Also kann das mittel- bis langfristig durchaus deutliche Einbußen bedeuten.

Ansonsten muss ich auch noch mal betonen: LoL ist etwas ganz anderes als BU. Wer gegen BU versichert ist, ist noch lange nicht gegen LoL abgesichert. Die Tauglichkeit ist viel schneller weg als die Berufsfähigkeit. Versicherung gegen LoL ohne BU ist OK, Versicherung gegen BU ohne LoL ist für Lotsen rausgeschmissenes Geld.

Gruß

Ronald

von Ronald Heyne - am 11.01.2009 22:35
Zitat
Center Süd
klar sind 1500 erst mal nicht viel.... In meinem Fall war es so, dass die Generali sich aber nicht von Anfang an auf eine hohe Renten eingelassen hat.
...
Und 1500 sind besser als nichts - Leute mit anderen Jobs müssen damit auch auskommen - Es sollte jedem Lotsen klar sein, dass es unmöglich ist, sein kompletten Lotsengehalt abzusichern. Dann muss man halt den Ferrari abmelden.


Hier gehts doch nicht um den Ferrari. Eine 1500¤-BU mit 50% Klausel ist für einen Fluglotsen nichts Wert weil sie dann wenn es Sinn machen würde nicht zahlt und dann wenn es keinen Sinn macht zahlt und den Ex-Lotsen in die Ecke stellt. Sinn macht nur eine LOL mit absolutem Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Alles andere ist Käse. Beispiele:

Fall 1) Du hast einen Tinnitus und wirst untauglich. Die DFS kann Dich weiterbeschäftigen, als Sachbearbeiter z.B.. Dann erhältst Du gemäß LOL-Tarifvertrag Deine alte Vergütung plus fester Zulagen (entfallen seit neuem TV, da es keine operative Zulage mehr gibt). Du bekommst also nach wie vor Deine 9G.

a) Du hast eine LOL-Versicherung mit verzicht auf die abstrakte Verweisung.
Du bekommst deine 9G oder 10G + 1500¤. Es geht Dir gut, Du kannst Dir
endlich einen Ferrari kaufen, weil Du sogar mehr Geld hast als vorher im
operativen Dienst. Aber ist das wirklich der Grund wieso Du eine LOL-V
abgeschlossen hast? Nein, wohl eher nicht, oder?

b) Du hast einen 50%-Generali-Vertrag. Situation wie a). Du bekommst
keine Zahlung von der LOL-V denn diese verweist Dich auf Deinen neuen
Job. 50% BU ist echt ne Menge Holz. Sowas macht für einen
Dachdeckermeister Sinn. Den kann man nicht so einfach verweisen. Aber als
Sesslheini, da must Du aber schon mächtig krank sein um vom Amtsarzt
50% BU zu bekommen. Du hast jahrelang für die Katz gezahlt. Aber es geht
Dir finanziell immer noch gut. Du hast eine 9G oder 10G. War das der Grund
wieso Du eine LOL-V abgeschlossen hast? Nein, wohl eher nicht.

c) Fall a) aber die DFS hat leider keinen Job für Dich. Du findest aber noch
einen Job als Nachtwächter oder Dispatcher bei der Lufthansa für 2500¤ +
1500¤. Nicht berauschend aber OK. Das war wohl eher der Fall für den Du
die Versicherung wolltest, oder? Aber mal ehrlich, wie groß sind die Chancen
eines untauglichen Fluglotsen mit gesundheitlichen Einschränlungen auf dem
Arbeitsmarkt wenn selbst die DFS dich nicht weiterbeschäftigen kann. Meine
Prognose 50% BU. Du bekommst
nur dein neues Gehalt von 2500¤. Dafür hast Du dann all die Jahre in die
LOL bezahlt. War es das was Du absichern wolltest?

Fall 2e) ...wie (e)mergency. Du hast einen Schlaganfall gehabt und Dein Sprach-
oder Sehzentrum wurde beschädigt. Du kannst anstelle Schlaganfall auch
"Verkehrsunfall mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma" setzen. Es ist in diesem
Fall egal was für eine LOL-V Du hast, denn beide Varianten müssen jetzt
zahlen. 1500¤ abzüglich 20% Sozialversicherungsbeiträge. Bleiben 1200¤
übrig. Blöd, das Du die Kündigung von der DFS nicht mehr selber lesen
kannst. Was soll die DFS auch mit dir anfangen? Blind oder sabbernd wie Du
bist. Dein Antrag auf Sozialhilfe kam leider mit Negativbescheid zurück, weil
Du ja 1500¤ Einkünfte hast. Wie Du selber schriebst müssen damit andere
auch leben. Manchmal holt einen das selbst gesagte wieder ein.

Jetzt kommt der Brief von der Bank wegen der 250000-300000¤
Eigentumswohnung. Die wollen die Rate aus guten Zeiten haben, aber
woher nehmen? Die 1200¤ reichen leider nicht. Also wird das Ding
zwangsversteigert. Die garantiert übrig bleibende Restschuld zieht man Dir
von den 1200¤ ab, bis aufs Existenzminimum. Da warens nur noch 900¤.
Naja, nach ein Paar Jahren hat man ja wieder 1200¤. Wie sag ichs bloß der
Hausfrau und den 2 Kindern? Kauf ich meiner Frau jetzt eine Webcam???
Blöd auch, wenns ein Haus war mit 500000¤ bei der Bank. Das wird bitter!
Behindertengerechter Umbau? Vergiß es, bei 1200¤ Netto keine Chance auf
Zuschüsse vom Amt.

Hättest Du in diesem Fall keine LOL-V würdest Du der Bank einen feuchten
Händedruck verpassen denn Du könntest Sozialhilfe beantragen und in eine
krankheitsgerechte Wohnung ziehen. Die bezahlt das Amt, incl Heizkosten
und Strom und Wasser. Das ist bei einer Familie mit 2 Kindern garantiert
mehr als 1200¤ und selbst bei einem Single nicht zu verachten. Hinzu
kommen noch 345¤ für Dich, 311¤ für die Frau und 276¤ x 2 für die Kinder.
Zur bezahlten Wohnung kommen also nochmal 1208¤ hinzu. Dann gibts noch
Zuschüsse für Kleidung und notwendige Umbauten gibts ebenso wie eine
Befreiung von der Rezeptgebühr, GEZ usw. usw. Alles Kleinvieh, aber glaub
mir, das macht auch mist wenn man es mit 1500¤ Brutto eben nicht
bekommt.

War es diese Situation wegen der Du die LOL-V abgeschlossen hast?


Eine LOL lohnt überhaupt nur bei verzicht auf die abstrakte Verweisung. Die Generalisache ist (fast) nichts Wert. Eine LOL lohnt nur für den Fall a) und c). Und Fall c) halte ich für sehr sehr unwahrscheinlich.



von Stimmt nicht - am 11.01.2009 23:11
Das ist korrekt. Aber die DFS muß sich ganz schön weit rauslehnen um Dir einen Job anzubieten. Nenne mir einen Fall wo die DFS jemanden rausgeschmissen hat der arbeiten wollte!

Das Einfrieren des Gehaltes ist für mich keine wirkliche Einbuße sondern eben ein einfrieren des jetzigen Zustandes. Die Tätigkeiten die angeboten werden sind doch meistens 7+. Und die unteren VGen steigen ja bei jeder Tariferhöhung mit an und nähern sich dem Status Quo an.

Und oft gibt (gab) es für den Lotsen ja auch die 10. Und dann sind diese Regelungen Makulatur.

von Stimmt nicht - am 11.01.2009 23:15
Wenn Ihr alle über die Generali meckert : Es gibt verschiedene Verträge aus verschiedenen Jahren. Meiner ist aus 2005 und enthält extra Zusätze zum Thema "Fluglotse" und verzichtet auf die abstrakte Verweisung.
Oder hat jemand noch einen Vertrag aus 2005 und sieht das anders ?

Was die Generali heute anbietet... das ist Mist.



von Jens - am 12.01.2009 08:02
Zitat
Stimmt nicht
Zitat
Center Süd
klar sind 1500 erst mal nicht viel.... In meinem Fall war es so, dass die Generali sich aber nicht von Anfang an auf eine hohe Renten eingelassen hat.
...
Und 1500 sind besser als nichts - Leute mit anderen Jobs müssen damit auch auskommen - Es sollte jedem Lotsen klar sein, dass es unmöglich ist, sein kompletten Lotsengehalt abzusichern. Dann muss man halt den Ferrari abmelden.


Hier gehts doch nicht um den Ferrari. Eine 1500¤-BU mit 50% Klausel ist für einen Fluglotsen nichts Wert weil sie dann wenn es Sinn machen würde nicht zahlt und dann wenn es keinen Sinn macht zahlt und den Ex-Lotsen in die Ecke stellt. Sinn macht nur eine LOL mit absolutem Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Alles andere ist Käse.


Hi,

nichts anderes habe ich gesagt - ich hab ja den 1500 Euro Vertrag mit Fluglotsen Klausel, der dann zahlt, wenn die Lizenz weg ist und ich danach weniger verdiene als mit Lizenz.

"Zufall" hatte meine 1500 Euro kritisiert mit dem Argunemt, da sei nicht das gesamte Gehalt abgesichert.

Zitat
Stimmt nicht
a) Du hast eine LOL-Versicherung mit verzicht auf die abstrakte Verweisung.
Du bekommst deine 9G oder 10G + 1500¤. Es geht Dir gut, Du kannst Dir
endlich einen Ferrari kaufen, weil Du sogar mehr Geld hast als vorher im
operativen Dienst.


keine Versicherung zahlt Dir ne Rente, wenn Du nach der Untauglichkeit mehr verdienst, als zuvor.

Zitat
Stimmt nicht
c) die DFS hat leider keinen Job für Dich. Du findest aber noch
einen Job als Nachtwächter oder Dispatcher bei der Lufthansa für 2500¤ +
1500¤. Nicht berauschend aber OK

Warum nicht - keine schlechte Idee. Genau dafür ist eine BU z.B. da.
Ich denke, es gibt viele Jobs, die man auch mit Tinnitus, Diabetes oder ner dicken Brille bekommt. Und wenns der Job an der Kasse für 1000 Euro Brutto ist. 1000+1500= 2500
Da macht man dann nicht mehr die dicke Kohle, kann aber evtl (nach Verkauf der Eigentumswohnung) die Miete für die 50qm Wohnung in München bezahlen und erspart sich das betteln beim Amt.


Was Du mit Fall 2e bezwecken willst - keine Ahnung?!?
Es ist, denke ich jedem klar, dass es leider Krankheiten oder Schicksale gibt, vor denen man sich leider nicht absichern kann. Hoffentlich bleibt uns allen dieses Schicksal erspart.
In so ner Situation helfen Dir auch keine 5000 Euro Rente.


Ich stimme Dir voll zu - Eine Standard-50%-BU ist für Lotsen rausgeschmissenes Geld. Und welches Risiko besteht, im Fall des Falles nicht bei der DFS unterzukommen muss jeder selbst einschätzen (auch mal 20 Jahre in die Zukunft blicken)

Grüße





von Stimmt Doch alias Center Süd - am 12.01.2009 18:38
Zitat

keine Versicherung zahlt Dir ne Rente, wenn Du nach der Untauglichkeit mehr verdienst, als zuvor.


Ich bin Versicherungen gegenüber ja immer ziemlich skeptisch, denn die zahlen nur wenn es wirklich nicht anders geht, aber meine LoL zahlt immer, egal was ich nach dem Verlust der Tauglichkeit arbeite und was ich dabei verdiene.
Mir liegt eine Bestätigung der Alten Leipziger vor,dass abweichend von den normalen Versicherungsbedingungen folgende Klausel gilt: Sobald die fliegerärztliche Untauglichkeit nachgewiesen wurde, werden Berufsunfähigkeitsleistungen erbracht. Eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit beim selben Arbeitgeber oder bei einem neuen Arbeitgeber wird nicht erfolgen."

Heißt für mich: Werde ich untauglich, zahlt die LoL, egal was ich danach mache. Ob das dann so eintritt, weiß ich natürlich nicht, denn in der Rechtsabteilung der Versicherung sind die Juristen mindestens so durchtrieben wie bei der DFS (ist ja auch ihr Job).



von alter Schwede - am 13.01.2009 09:20
Center Süd spielt auf das Bereicherungsverbot an. Dieses ist mE bei den alten LOL-V durch die Vertragsbedingungen aufgehoben. Normalerweise ist es Usus, daß man nach eintritt des Versicherungsfalles nicht mehr haben darf als vorher.

von Stimmt nicht - am 13.01.2009 12:46
Es ist auch weiterhin richtig, dass eine Versicherung eine versicherte Leistung dann dennoch nicht erbringen muss, wenn der Versicherungsfall gar nicht eintritt, also hier z.B. aufgrund anderweitiger Gehalts- oder LoL- oder anderer Bar-Leistungen gar kein "Schaden" vorhanden wäre.

Im übrigen ist nach zugegebenermaßen sicher nicht vollständiger Internetrecherche festzustellen, dass nach den neuen Allgemeinen Versicherungsbedingungen der BU wohl keine Versicherung mehr eine LoL-Klausel in einen neuen (!) BU-Vertrag aufnehmen würde. Offensichtlich liegt das daran, dass deren Rückversicherer dieses Risiko nicht mehr übernehmen. Was der Anlass für dieses Verhalten der Versicherer war, darüber kann nicht oder gut spekuliert werden.

von Intranetleser - am 13.01.2009 14:01
Hallo Stimmt nicht/Intranetleser,

das mit dem Bereicherungsverbot und dem Versicherungsfall, der gar nicht eintritt, kann so nicht ganz richtig sein.

Wenn man sich gegen LoL versichert, zahlt die Versicherung, wenn die Lizenz weg ist und man somit nicht mehr als Lotse arbeiten darf (das ist zumindest erst mal der Grundsatz, wenn man nichts anderes vereinbart). Genau dafür hat man ja auch seine Beiträge bezahlt. Dabei ist es völlig egal, was man stattdessen verdient, denn es ist nicht der mögliche Gehaltsverlust versichert. Wie würde man den denn auch bestimmen? Was ist, wenn man weiterhin einen Job bekommt, aber nicht mit 55 in die Übergangsversorgung gehen kann, sondern bis 65/67 arbeiten muss? Dann hat man erst mal mehr Geld, aber die 70% vom Gehalt fürs Nichtstun bekommt man nicht. Macht unterm Strich auch einen erheblichen Verlust.
Was macht jemand, der vermögend ist? Bekäme der dann auch kein Geld von der Versicherung, weil er es ja nicht nötig hätte?
Ein anderer Vergleich: Man versichert sich gegen den Verlust eines Beins. Dann zahlt die (Unfall-)Versicherung ja hoffentlich auch dann noch, wenn man trotzdem noch laufen kann, oder?

Bereicherungsverbot greift meiner Meinung nach nur, wenn man sich gegen unvorhersehbare Belastungen versichert. Dann bekommt man das abgebrannte Haus halt nur einmal ersetzt, selbst wenn man zwei Versicherungen hat.

Viele Grüße

Ronald

von Ronald Heyne - am 13.01.2009 17:04
Hallo Roland,

auch Deine Darstellung kann natürlich so zutreffen. Das kommt sicher auf den Einzelfall an. Worauf ich nur hinweisen will ist der in den Allgemeinen Versicherungbedingungen enthaltene Grundsatz, das bei einer Leistungsverpflichtung der/jeder Versicherer durchaus dazu berechtigt ist zu prüfen, ob er denn trotz versicherter Leistung auch tatsächlich leisten muß. Und bei dieser Prüfung gilt meines Wissens auch der Grundsatz, dass es dabei nicht zwingend auf ein Ausfallprinzip anhand des z.B. zuletzt bezogenen Nettogehaltes ankommen muß, sondern evtl. auch einer "zumutbaren" (was immer das heißen soll) Entgeltsicherung. wobei das durchaus auch meine worte sind, da das Ganze sich sehr komplziert liest. Einfach mal googeln zu allgemeine Versicherungsbedingungen. Ist schon toll, was da so alles (un)möglich ist. jedenfalls wird wohl kein Versicherer mehr bezahlen, als der Versicherte zuletzt an Geldeinkommen hatte. Soviel dürfte in jedem Fall sicher sein.

von Intranetleser - am 13.01.2009 18:03
Wenn eine LoL versichert wird zahlt der Versicherer, egal was danach gemacht oder verdient wird. So war es jedenfalls die letzten Jahre.
Ein anderes Thema ist die Frage wieviel Versicherer überhaupt noch so ein Angebot machen. Inzwischen wissen die auch dass unter Umständen eine Lizenz schnell weg ist und das Risiko für den Versicherer relativ hoch ist.
Im Übrigen ist mir noch kein Fall bekannt, dass die DFS jemanden nach Hause schickt der bereit ist weiter zu arbeiten. (was in Zukunft nicht so bleiben muss).

Schönen Abend noch.

von 707 - am 13.01.2009 21:46
Das von mir angeführte Zitat stammt aus einer Zusatzvereinbarung, die von den allgemeinen Versicherungsbedingungen abweicht. Im Adressfeld dieser Zusatzvereinbarung steht übrigens "Verband deutscher Flugleiter, Sitz Flughafen Bremen", man sieht also, wie alt diese Vereinbarung ist.
Ich bezweifle auch, dass man heute noch zu solchen Bedingungen eine LoL bekommt. Jedenfalls zu akzeptablen Preisen. Wäre mal interessant, was ein Versicherer an Prämie verlangen würde für eine reine Risiko-LoL für Fluglotsen, Einstiegsalter 30 Jahre, Ausschluss der Verweisung und 4000 Euro Monatsleistung.

Mein Senf zum Thema Lebensversicherung:
Eine reine Risikolebensversicherung ist sinnvoll vor allem um Angehörige im Todesfall abzusichern, und die gibt es überall für kleines Geld. Eine Lebensversicherung als Geldanlage lohnt sich nicht. Auf die gesamte Laufzeit schlägt selbst ein konservativer Investmentfonds den Ertrag einer LV, und bei einem Fondssparplan kann ich - im Gegensatz zu einer LV - jederzeit ohne Einbussen aussteigen. Man überlege nur mal, was man in den ersten Jahren an LV-Beiträgen zahlt und wieviel man bei Kündigung bzw. Stilllegung des Vertrages bekommen würde. Das, was da fehlt, sind Verwaltungskosten, die alle beim Versicherer bzw. Vertreter hängen bleiben. Ob man die LoL mit einer LV kombinieren möchte muss jeder für sich selbst entscheiden, meiner Meinung nach gibt es aber aus Verbrauchersicht keinen vernünftigen Grund, dies zu tun. Das sehen Versicherungsvertreter, die ja nur unser Bestes wollen, sicherlich anders.

Ich empfehle jedem in Finanzangelegenheiten Interessierten ein Abo der Zeitschrift "finanztest". Ich habe das Blatt drei Jahre lang abonniert, und ich habe die Kosten zigfach wieder reingeholt.

von alter Schwede - am 14.01.2009 07:25
Zitat
707
Im Übrigen ist mir noch kein Fall bekannt, dass die DFS jemanden nach Hause schickt der bereit ist weiter zu arbeiten. (was in Zukunft nicht so bleiben muss).


Was in zukunft nicht so bleiben muss - ich möchte mein Schicksal nicht allein in die Hände der DFS-Führungskräfte legen.

Ich kann mich noch erinnern, dass erst vor ein paar Jährchen etliche FDBs "gegangen worden sind"... obwohl sie weder untauglich noch arbeitsunwillig waren. Sie waren aus Sicht der DFs einfach nur überflüssig. Ich weiß, das geht etwas Off-topic... aber warum sollte es untauglichen Lotsen nicht ebenfalls so ergehen? Einer ist immer der erste.




von niemand - am 14.01.2009 11:46
Zur 50%-Regelung kann ich dir nur empfehlen, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Wichtig: Nicht bei der selben Gesellschaft wie die BU und auch wichtig: Abschluss RV zeitlich *vor* Abschluss BU!

Viel Glück.


von Radarist - am 16.01.2009 13:10
Für wie sinnvoll erachtet ihr es, eine LoL abzuschließen, wenn z.B. alles, was die Augen betrifft, ausgeschlossen ist? Es gibt natürlich noch tausend andere Sachen, die passieren können, aber derzeit gibt es kaum Versicherer, die überhaupt eine LoL anbieten, und die Beiträge sind schon nicht zu verachten.



von TWR-Süd - am 02.04.2009 08:46
Zitat
TWR-Süd
Für wie sinnvoll erachtet ihr es, eine LoL abzuschließen, wenn z.B. alles, was die Augen betrifft, ausgeschlossen ist? Es gibt natürlich noch tausend andere Sachen, die passieren können, aber derzeit gibt es kaum Versicherer, die überhaupt eine LoL anbieten, und die Beiträge sind schon nicht zu verachten.


halte ich GAR NICHTS davon!!!
EIN beispiel: ein kollege hat beim nase putzen die tempo spitze in ein auge bekommen, aus reflex schnell wieder weggezogen und : er hat sich ein stück hornhaut weggerissen. folge: untauglich, bis das wieder 100% zusammen geheilt war.
will damit sagen, es kann wirlich schnell gehen und gerade augen sind ja schon verdammt empfindlich.

ich bekomme keine provision oder so, aber schau mal unter www.lizenzverlust.de und mach mit dem Jörg einen Termin aus. der ist nett, kompetent und kann dich wirkich top beraten und die LoL über ihn bei der Generali ist meiner meinung nach der beste weg für uns.

gruss

von Türmsche - am 02.04.2009 09:29
Zitat
Jens
Wenn Ihr alle über die Generali meckert : Es gibt verschiedene Verträge aus verschiedenen Jahren. Meiner ist aus 2005 und enthält extra Zusätze zum Thema "Fluglotse" und verzichtet auf die abstrakte Verweisung.
Oder hat jemand noch einen Vertrag aus 2005 und sieht das anders ?

Was die Generali heute anbietet... das ist Mist.


achso, also ich bin nicht auf dem aktuellen stand was genau das betrifft.
deshalb mach dir einen termin aus und lass dich beraten.
mein vertrag hatte auch noch die sonderbedingungen für fluglotsen und verzichtet auf eine abstrakte verweisung...

"
Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) für die Tätigkeit als Fluglotse

1. Ergänzend zu den Allgemeinen Bedingungen gilt als vereinbart, dass Berufsunfähigkeit schon dann vorliegt, wenn gem. § 3 dieser Klausel festgestellt wird, dass der Versicherte ausschließlich aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mehr als 6 Monate ununterbrochen untauglich ist, seine Tätigkeit als Fluglotse / Flugdatenberater auszuüben. Eine Prüfung, ob Berufsunfähigkeit auch gem. den Allgemeinen Bedingungen vorliegt, wird nicht vorgenommen.

Ein Verweis auf andere Ttigkeiten findet nicht statt.
"


von Türmsche - am 02.04.2009 09:34
Hallo,

mein Bruder arbeitet bei einer Versicherung, die hier diskutiert wird.

Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung bedeutet lediglich, dass die Versicherung von sich aus keine Schritte unternehmen wird, um dich auf eine neue Stelle zu setzen.
Wenn du dich allerdings selber für eine Weiterbeschäftigung entscheidest dann spricht man von der konkreten Verweisung und die Versicherung muss nicht zahlen. Es sei denn, du wirst wirklich Nachtwächter bei der LH und beommst nur 2500 Euro Brutto, dann muss die Versicherung natürlich zahlen.

von Versicherungsfachmann - am 06.06.2009 12:42
Zitat
Versicherungsfachmann
Hallo,

mein Bruder arbeitet bei einer Versicherung, die hier diskutiert wird.

Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung bedeutet lediglich, dass die Versicherung von sich aus keine Schritte unternehmen wird, um dich auf eine neue Stelle zu setzen.
Wenn du dich allerdings selber für eine Weiterbeschäftigung entscheidest dann spricht man von der konkreten Verweisung und die Versicherung muss nicht zahlen. Es sei denn, du wirst wirklich Nachtwächter bei der LH und beommst nur 2500 Euro Brutto, dann muss die Versicherung natürlich zahlen.


sehe ich nicht so... aber man möge mich gerne eines anderen überzeugen, bin ja kein "verischerungsfachmann" ;)
zudem, wenn ich das damals richtig zitiert habe, steht in meinem vertrag noch:
"Ein Verweis auf andere Tätigkeiten findet nicht statt." also, egal ob abstrakt oder konkret, die versicherung bezahlt...
gruss

von Türmsche - am 07.06.2009 17:57
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