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ATCNET-Forum
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
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CNS-Radarist, RW, frawx, Radarist, Karlsruher, Frank, Kutscher, Patrick, kölschtrinker, recht so, Piloteur

Gewitter und ATC

Startbeitrag von Piloteur am 03.07.2009 15:02

Was kann man mit den heutigen Radargeräten eigentlich noch erkennen?
Ich weiß, dass auf den alten Geräten beim Militär bei entsprechender Einstellung noch ganz genau Gewitterzellen erkennbar waren, ähnlich den Anzeigemöglichkeiten auf dem Bordradar.

Sind diese Erscheinungen noch einblendbar? Oder arbeitet Ihr nur noch mit den Transponderinformationen und verlasst Euch auf die Infos der Crews?

Antworten:

Du kannst nichts erkennen !
Theoeretisch lässt sicher Wetter zwar einblenden, aber bestenfalls eine Squall-Line ist an der Stelle auf dem Radar, wo sie wirklich ist. Der Rest passt nicht.
Aber es sind ja prinzipiell auch keine dafür gedachten Radargeräte. Schade ist's trotzdem...

Es gibt aber Versuche und IDeen Radardaten des DWD auf unsere Schirme zu bekommen.

von Patrick - am 03.07.2009 15:54
Die Darstellung ist nicht verläßlich,dafür gibt es mehrere Gründe:

Die paar Primärantennen, die wir noch nutzen können, sind meistens zirkularpolarisiert DAMIT man Tropfen, also Regen nicht sieht. Da muss wieder ein Kunstgriff her.

Jeder macht was anderes, weil jeder Pilot eine andere Idee hat.(Meistens liegen die Avoidance Headings zufällig genau auf dem Großkreis zur Destination.)

Manche machen einen großen Bogen, zur Zeit fast alle, wegen der Air France Brasilien Panik.

DWD ist eine Behörde, die können das Entwicklungstempo nicht mitgehen. Die haben noch dreißig Jahre, nachdem auf jeder amerikanischen Motorradjacke eine Umrechnungstabelle für den Chillfactor aufgenäht war, geleugnet, dass es eine gefühlte Temperatur überhaupt gibt.

Wir sitzen hier seit einer Woche im CB-Dreck und kämpfen. (Rhein) Unser Wetter-Radarbild und Metars holen wir sekundenschnell aus unseren i-Phones, ohne die ein Controller heute nicht mehr denkbar ist!!

von RW - am 03.07.2009 16:49
RW, leider ist es tatsächlich so, daß die Wetterinfos aus dem Netz viel besser als die Andeutungen auf dem Radar sind.

An die fliegende Zunft: Einfach sind Frontgewitter, da fliegen eigentlich alle Maschinen die gleichen Umwege, da kann man sich schnell drauf einstellen bzw. auch mal Infos geben, wenn jemand kein Wetterradar (mehr) hat.

Nerviger finde ich das Wetter der letzten zehn Tage: Überall mal ein CB, aber völlig unorganisiert. Da fliegt jede Crew anders, teilweise ist es völlig unberechenbar.


von kölschtrinker - am 03.07.2009 20:12
pardonnez-moi, ich kann's mir leider nicht verkneifen:

alle bemühungen, lufträume zwecks abkürzungen zu optimieren (ses etc) laufen ins leere,
wenn vorher nicht das wetter wieder in ordnung gebracht wird.

wie oben (vor ca 2 jahren) erwähnt, haben inzwischen wetterextreme den größten anteil
am delay.

1-oder 2 mühlen kann und konnte man schon immer (mit allerdings erheblichen koordinierungsaufwand und den o.g. schwierigkeiten) um wetter hermummanövrieren.

buchempfehlung: tim flannery "wir wettermacher"



von recht so - am 04.07.2009 17:39
Zitat
RW
Jeder macht was anderes, weil jeder Pilot eine andere Idee hat.(Meistens liegen die Avoidance Headings zufällig genau auf dem Großkreis zur Destination.)


Ihr mögt es glauben oder nicht, wir haben ja das Routing und das Radarbild auf einem Bildschirm. Da sieht wirklich immer auf der Seite am Besten aus, wo unsere Destination liegt.
Vielleicht ist das eine optische Täuschung. Ich werde das Phänomen mal im Auge behalten :-)

Kutscher

von Kutscher - am 04.07.2009 21:14
Also ich muss sagen, dass seit der Einarbeitung der DWD-Daten die Qualität der Wetteranzeigen auf unserem Schirm (Rhein) extrem gestiegen ist. Leicht übertrieben gesagt bin ich fast schon begeistert!
Grade bei einzelnen Zellen ist fast alles recht gut zu erkennen, hzumindest nachdem Flieger drumherumfliegen. Dann weiß man auch: "Aha, das ist echt."

Achtung: Ich sage nicht dass es uns jetzt super einfach fällt, denn es gilt weiterhin was die Kollegen bisher schon geschrieben haben: Jeder dreht wo und wann er will, dazu noch wohin er will und eben einer links, zwei rechts, und der vierte wieder Links.

Aber wir werden uns da schon durchkämpfen, wie jeden Sommer eben......

von Frank - am 04.07.2009 22:04
Na ja, ist halt schwierig, aber wir werden dafür bezahlt.
Solange wir keine Franzosen sind, die keine Angst vor CB´s haben, kommen wir da auch lebend wieder raus, und unsere anderen Kunden auch.
ATC: that´s where the fun is!
Lasst es krachen, Jungs!!!
Rock´n`Roll!
(sorry, Mädels natürlich auch!)

von RW - am 05.07.2009 18:30
Zitat
kölschtrinker
Nerviger finde ich das Wetter der letzten zehn Tage: Überall mal ein CB, aber völlig unorganisiert. Da fliegt jede Crew anders, teilweise ist es völlig unberechenbar.


Sprecht ihr nicht mit denen und fragt, was sie vor haben?

von CNS-Radarist - am 06.07.2009 06:22
Nö, solange keiner die Minute von 60 auf 120sec erweitert, habe ich keine Zeit dafür die Crews zusätzlich zum üblichen Palaver noch zu fragen was sie evtl. vorhaben könnten.

Insgesamt eine traurige Frage bei dem Nick...

von Radarist - am 06.07.2009 06:26
Zitat
RW
Die Darstellung ist nicht verläßlich,dafür gibt es mehrere Gründe:

Die paar Primärantennen, die wir noch nutzen können, sind meistens zirkularpolarisiert DAMIT man Tropfen, also Regen nicht sieht. Da muss wieder ein Kunstgriff her.


Das stimmt so nicht. Die Primärs werden linear polarisiert gefahren, schließlich wollen wir alles sehen (auch Wetter). Und die Flieger sehen wir auch durch die Wolken durch.

Der Kunstgriff besteht darin, aus den empfangenen Radarechos ein Wetter zu synthetisieren. Das ist nicht leicht, denn die von uns verwendeten Frequenzen (insbesondere die großen Anlagen) sind nicht sonderlich geeignet um Wetter zu sehen.

Die Radare sind darauf ausgelegt, Flugzeuge zu sehen. Schließlich machen wir Flugsicherung. Der DWD macht keine Flugsicherung, und daher sehen die das Wetter besser als wir :D

Was macht eigentlich der DWD-Mensch, der in jedem Center sitzt?

von CNS-Radarist - am 06.07.2009 06:29
Zitat
Radarist
[...]
Insgesamt eine traurige Frage bei dem Nick...


Zeigt eher, dass Technik und Lotsen nicht so richtig voneinander wissen, wer was wie macht.

von CNS-Radarist - am 06.07.2009 07:26
Was für eine DWD-Mensch,
Zitat

der in jedem Center sitzt
????

bei uns in Karlsruhe gibts keinen, brauchen wir eigentlich auch nicht !

Zitat

Zeigt eher, dass Technik und Lotsen nicht so richtig voneinander wissen, wer was wie macht.
( Nicht böse sein CNS-Radarist, aber konnte ich mir jetzt nicht verkneifen !!!)

Sonnigen Gruß aus K.

von Karlsruher - am 06.07.2009 10:25
i]DWD ist eine Behörde, die können das Entwicklungstempo nicht mitgehen. Die haben noch dreißig Jahre, nachdem auf jeder amerikanischen Motorradjacke eine Umrechnungstabelle für den Chillfactor aufgenäht war, geleugnet, dass es eine gefühlte Temperatur überhaupt gibt.[/i]

Sorry lieber RW, der DWD ist zwar eine Behörde aber weit davon entfernt Ärmelschoner zu tragen. Für das Airtraffic Management steht seit Jahren ein Portal mit Radar, Europaweit und Deutschlandkomposit mit 15 Min Update und Lokalradar mit 5 Min Update zur Verfügung. Darauf haben die Wachleiter Zugriff, ausserdem können München und Langen einen Forecaster bei Bedarf anfordern. Maastricht hat die Euroradardaten auf ihren Schirmen.
DWD stellt Infos zur Verfügung - Ob diese genutzt werden liegt bei ATC.
MfG frawx



von frawx - am 07.07.2009 13:31
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