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Ankündigung Europaweiter Aktionstag

Startbeitrag von Ronald Heyne am 05.09.2013 19:34

BV-Info 07/2013
05.09.2013

Europaweiter Aktionstag gegen geplante Vorgaben für die Regulierungsperiode 2 und SES 2+ am 10.10.2013


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie ihr der Pressemitteilung von ATCEUC sowie dem Positionspapier SES entnehmen könnt, hat ATCEUC zu einem europaweiten Aktionstag gegen die Vorgaben der Regulierungsperiode 2 (2015 –2019) und der Umsetzung SES2+ aufgerufen.

Hintergrund dieses Aktionstages ist die geplante Verabschiedung der „Performance Targets“ für die Regulierungsperiode2 noch in diesem Jahr.

Um die darin enthaltenen Vorgabenerfüllen zu können, werden die europäischen Flugsicherungsorganisationen ab2015 zu weiteren drastischen Einsparmaßnahmen gezwungen sein.

Da die FAB Initiativen, im Rahmen SES, wenig Fortschritte erzielen, plant die EU-Kommission eine Verschärfung ihrer Regulierungsvorgaben. Ein Teufelskreis, in dem die EU ihre eigenen Vorstellungen zur Umsetzung eines einheitlichen europäischen Luftraums ad absurdum führt. Waren die bisherigen Vorgaben schon realitätsfern und nicht ausbalanciert, so wird durch die geplanten und verschärften Ziele die Situation für die Flugsicherungsanbieter höchst prekär.

Nach uns vorliegenden Informationen gehen knapp 10.000 Arbeitsplätze verloren und dabei wird es nicht bleiben. Denn die Umsetzung der Vorgaben wird auf dem „Rücken“ aller Flugsicherungsbeschäftigten ausgetragen. Sei es durch Arbeitsplatzverlust oder -verlagerung, sei es durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen oder Versorgungsleistungen.

ATCEUC hat, unter Mitwirkung der GdF, mit hochrangigen Vertretern der EU-Kommission und des Rates sowie mit Vertretern des Performance Review Body (PRB) die Thematik besprochen, um doch noch Änderungen herbeizuführen. Leider erfolglos. Die Gesprächspartner haben zuweilen Verständnis eingeräumt, jedoch politisch nicht umgesetzt.

ATCEUC, die europäische Dachorganisation von 28 europäischen Flugsicherungsgewerkschaften und Verbänden, auch der GdF, sieht sich nunmehr gezwungen, als letztes Mittel, die 14.000 in ihr vertretenen Mitglieder, zu einem Aktionstag aufzurufen

Die GdF war an der europaweiten Diskussion eingebunden und der Bundesvorstand hat neben den Fachbereichsvorständen auch die Tarifkommission informiert und eingebunden.

Die Entscheidung wie und in welchem Umfang sich die GdF am Aktionstag beteiligt obliegt dem Bundesvorstand. Davon ungeachtet sah es die Tarifkommission als ihre Pflicht an, sich damit auseinander zusetzen, welche der von ATCEUC vorgeschlagenen Maßnahmen (strike, work to rule, other actions) für die GdF annehmbar bzw. auszuklammern sind.

Die Tarifkommission hat den Beschluss gefasst, den Bundesvorstand aufzufordern, für die Beteiligung an dem Aktionstag alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und zu bewerten, was auch das Mittel des Arbeitskampfes einschließt.

GdF-Vertreter werden am 10. und11. September die Thematik, im Rahmen eines MARC-Meetings, mit FABEC-Arbeitnehmervertretern beraten und unmittelbar danach am 12. und 13. September im Bundesvorstand über das weitere Vorgehen befinden.

Es geht um die Gestaltung und Sicherung unserer beruflichen Zukunft die nicht einseitig und negativ durch die „Eurokraten“ in Brüssel bestimmt werden darf, daher wird sich die GdF mit allen ihr zur Verfügung stehenden zulässigen Mitteln an dem Aktionstag beteiligen.

Wir werden zeitnah weiterinformieren.

Mit freundlichen Grüßen

Der Bundesvorstand


Weitere Informationen bei ATCEUC:
Position Paper: [www.atceuc.org]

Press Release: [www.atceuc.org]

Die 50 interessantesten Antworten:

Das Risiko besteht nicht nur im Abbau von Arbeitsplätzen sondern auch massiven Einschnitten in all unseren Tarifverträgen. Die sind langfristig der effizienteste Stellhebel zum Thema Personalkosten. Es wird wohl viel Widerstand und Solidarisierung zwischen allen Beteiligten erfordern, um das Erreichte überhaupt erhalten zu können.

Im Übrigen ist die Bedrohungslage bei vielen Kollegen noch nicht angekommen. Eine Mischung aus Desinteresse und Verdrängen ist leider deutlich erkennbar. Hier heißt es konfrontieren und illusionslos aufklären. Denkt man nur an die Regulierung bei der Telekom.

Trotzdem: Nicht den Mut verlieren und nicht aufgeben!

von Widerstand - am 07.09.2013 09:05
Bin mal gespannt, ob die ECA bzgl. der von den wirtschaftslobbyhörigen Eurokraten beabsichtigten Flugdienstzeitregelungen eine ähnliche Aktion starten wird.

Ein bisschen mehr Öffentlichkeit und Hintergrundinformation fürs "Wählervolk" wären wohl in beiden "Fällen" notwendig. Insbesondere wenn durch "Sparmassnahmen" Sicherheitsaspekte (massiv) tangiert werden oder Mitarbeiter so langsam aber sicher zu "Billiglöhner" gepresst werden etc.

von Redfox - am 07.09.2013 09:20
@ Redfox - sehr wahrscheinlich: ja.
Die "relevanten Stellen" (zB OVG Celle ) haben die Rechtslage sinngemäß so gesehen:

"Vorschriften müssen so angewandt werden, daß sie dem Sinngehalt, in den sie gestellt wurden, entsprechen". Im Sinne von "expedite and maintain an orderly flow of traffic" bedeutet dies eben, die entspr. Vorschriften so anzuwenden, daß der Verkehr bei bestimmen "Gemütslagen" nicht zum Erliegen kommt. Man hätte ja sonst ständig gegen die Vorschriften gearbeitet (galt damals alles für Beamte, die ja nicht streiken durften).

Andererseits sollte man fatalen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen; schließlich leben und wählen wir demokratisch.

von nasowas - am 13.09.2013 12:23
Zitat

Die Entscheidung wie und in welchem Umfang sich die GdF am Aktionstag beteiligt obliegt dem Bundesvorstand. Davon ungeachtet sah es die Tarifkommission als ihre Pflicht an, sich damit auseinander zusetzen, welche der von ATCEUC vorgeschlagenen Maßnahmen (strike, work to rule, other actions) für die GdF annehmbar bzw. auszuklammern sind.


Das "strike" bezieht sich für mich eindeutig auf eine eventuell in anderen Ländern mögliche Massnahme an diesem Aktionstag.

Soweit ich das verstehe, wird die GDF entscheiden, an welchen Massnahmen sie (gemäss hesiger Gesetzgebung) teilnehmen kann und wird bzw. welche auszuschliessen sind.

von Redfox - am 14.09.2013 08:26
@Southwester:

Manche Leute sind einfach nur dämlich und Du gehörst dazu! Geh in deine unsolidarische Ecke und schmoll vor dich hin.

Wenn Du nicht in der Lage bist auf so eine dumme Frage/Kommentar eine passende Antwort zu setzen, solltest Du darüber nachdenken, dass Du für diesen Job offensichtlich nicht geeignet bist. Anscheinend bist Du so einfach gestrickt, dass Du nur BILD (BLÖD)-leser in deinem Umfeld hast?!?

Leute die mich sowas fragten, würden bei mir eine passende Antwort bekommen, der nichts mehr entgegenzusetzen wäre.

Offenbarst Du bitte auch dann irgendwann mal deine reale Identität, wenn uns die Herrscher und Milliardäre dieser Welt, dank deines Austritts nach 25 Jahren, unsere "neuen" Arbeitsbedingungen über den unaufhaltsamen EU-Weg (...kommt von der EU, kann man nix machen...) aufgedrückt haben? Ich würde solchen Helden der Arbeit wie Dir dann nämlich ganz gerne persönlich die Hand schütteln.

P.S.: Ich bin nicht und ich war nie GdF-Mitglied, aber selbst ich habe erkannt warum z.B. für die Vorfeldfahrer gestreikt werden sollte und der GdF gar keine andere Möglichkeit gegeben war als zu streiken. Das versteht man aber nur, wenn man sich auch die Mühe macht die grundsätzliche Faktenlage zu betrachten. Wer sich diese Mühe nicht macht kann die logische Folge: Gewerkschaftsfähigkeit => Arbeitskampffähigkeit => Ausweitung der Gewerkschaftstätigkeit => Ausweitung der Gewerkschaftsmacht gemäß demokratisch festgestellter Gewerkschaftssatzung => Tarifverhandlungen bei Fraport => Schlichtung nach fehlgeschlagener Tarifverhandlung => Auswahl des arbeitgebereigenen Schlichters => Ablehnung des Schlichterspruchs des eigenen Schlichters(!) durch Fraport => Aufruf zum Streik bei Fraport => Fraport setzt Streikbrecher ein die bei der DFS ausgebildet wurden => Aufruf zum Streik auch bei der DFS

nicht erkennen.

Wenn die Gewerkschaft durch ihre Satzung ermächtigt ist, ihr Aktionsfeld auszuweiten auf andere Gruppen die mit der Luftfahrt zu tun haben, dann soll sie es auch tun und dann streike ich auch für andere Berufsgruppen (denen es bedeutend schlechter geht als uns) mit. Das hat was mit Solidarität zu tun, aber das ist für Leute wie Southwester ein Fremdwort.

Das die GdF dabei andere, handwerkliche Fehler gemacht hat ist wiederum eine andere Geschichte...

von SPQR - am 18.09.2013 08:08
@SPQR
"Leute die mich sowas fragten, würden bei mir eine passende Antwort bekommen"

- Bei dem Intellekt das Du hier beweist, glaube ich das sofort!!

"dank deines Austritts nach 25 Jahren, unsere "neuen" Arbeitsbedingungen über den unaufhaltsamen EU-Weg (...kommt von der EU, kann man nix machen...) aufgedrückt haben? Ich würde solchen Helden der Arbeit wie Dir dann nämlich ganz gerne persönlich die Hand schütteln.
P.S.: Ich bin nicht und ich war nie GdF-Mitglied"

Und warum nicht??? Zahl mal schön Deine Beiträge nach und mach Dich um die Arbeitsbedingungen (Privatisierung z.B.) verdient, dann akzeptiere ich womöglich eine Schelte von Dir. So und in diesem Ton ganz sicher nicht.

Ich habe durchaus sachliche Gründe warum ich gegen einen Streik (damals FRAPORT und heute EU) bin, und habe sie den entsprechenden Leuten auch mitgeteilt.

von Southwester - am 18.09.2013 08:43
es geht vielmehr für mich darum was -für- einen Streik spricht?
Betroffen wären in erster Linie unsere Firma und die Airlines, dort in erster Linie LH.
Die Pax wären auch nicht sehr erfreut und würden den Ärger gegen wen richten?
Da sind wir wieder bei meinem ersten Post, der zwar etwas überspitzt daher kommt, aber (für mich) die Sache genau trifft. Ich bin der ehrlichen Auffassung -ohne jede Polemik jetzt- ,dass die DFS Lotsen (mich eingeschlossen) keinen Grund haben zu streiken. Ich denke da u.a. an Verhältnismäßigkeit.
Aber-nur meine Meinung.
Schönen Tag noch- muss zur Arbeit!!

von Southwester - am 18.09.2013 12:08
Zitat
Southwester
Ich habe durchaus sachliche Gründe warum ich gegen einen Streik (damals FRAPORT und heute EU) bin, und habe sie den entsprechenden Leuten auch mitgeteilt.


...

Zitat

Und warum postest Du sie dann nicht?


Ich glaube ich kenne schon die Gründe:

1. Er hat nicht mehr lange, also gilt für Ihn: nach mir die Sintflut

oder

2. Er braucht jeden Cent, weil er auch im privaten Umfeld so auftritt wie hier und deswegen der weggerannten Frau Unterhalt zahlen muss. Da muß man sich auch die GdF-Gebühren sparen, sonst gehts nicht...

oder

3. Eine Kombination aus 1. und 2.



...und auf sein restliches Gesülze gehe ich gar nicht erst ein. Laßt ihn doch in der Ecke schmollen, der Kollege ist mittlerweile bekannt dafür.

von SPQR - am 18.09.2013 12:21
Die Arbeitskampfmaßnahmen zu Unterstützungsstreiks des Hauptstreiks der Franzosen und Italiener zu erklären und sie damit zu legalisieren ist eine interessante Erweiterung des Spektrums des Unterstüzungsstreiks.

Ich bin aber noch nicht überzeugt, dass das auch haltbar ist, schließlich ersetzen die Pläne der EU nicht eine einzigen Tarifvertrag und entbinden auch nicht die Arbeitgeber von ihrer Bindung an die Tarifverträge. Insofern ändert sich für die Beschäftigten solange nichts, wie sich die Tarifverträge nicht ändern, und die können nur von den Tarifvertragsparteien, nicht aber von der EU, geändert werden.
Und wenn es zwischen Tarifvertragsparteien keine Einigung gibt, kann zum Streik aufgerufen werden, und dann würde ich auch keinen Moment zögern, den Stift fallen zu lassen.

Allerdings ist der politische Streik in Deutschland verboten, deshalb zweifle ich auch daran, dass der Unterstüzungsstreik für einen politischen Streik in Deutschland rechtens sein kann.

Ich halte es für klüger, die Auseinandersetzung dort zu suchen, wo wir eindeutige Rechte haben statt uns auf juristisches Neuland zu begeben.
Es gibt immer noch genügend Gegner, die nur auf eine Gelegenheit warten, uns kaputt zu machen, das sollte keiner vergessen.

Im Übrigen halte ich es wieder einmal für falsch, dass solche Entscheidungen ohne die Beteiligung der Mitglieder getroffen werden.

von clear-sky - am 18.09.2013 20:03
Zitat
clear-sky
Die Arbeitskampfmaßnahmen zu Unterstützungsstreiks des Hauptstreiks der Franzosen und Italiener zu erklären und sie damit zu legalisieren ist eine interessante Erweiterung des Spektrums des Unterstüzungsstreiks.

Ich bin aber noch nicht überzeugt, dass das auch haltbar ist, schließlich ersetzen die Pläne der EU nicht eine einzigen Tarifvertrag und entbinden auch nicht die Arbeitgeber von ihrer Bindung an die Tarifverträge. Insofern ändert sich für die Beschäftigten solange nichts, wie sich die Tarifverträge nicht ändern, und die können nur von den Tarifvertragsparteien, nicht aber von der EU, geändert werden.
Und wenn es zwischen Tarifvertragsparteien keine Einigung gibt, kann zum Streik aufgerufen werden, und dann würde ich auch keinen Moment zögern, den Stift fallen zu lassen.

Allerdings ist der politische Streik in Deutschland verboten, deshalb zweifle ich auch daran, dass der Unterstüzungsstreik für einen politischen Streik in Deutschland rechtens sein kann.

Ich halte es für klüger, die Auseinandersetzung dort zu suchen, wo wir eindeutige Rechte haben statt uns auf juristisches Neuland zu begeben.
Es gibt immer noch genügend Gegner, die nur auf eine Gelegenheit warten, uns kaputt zu machen, das sollte keiner vergessen.

Im Übrigen halte ich es wieder einmal für falsch, dass solche Entscheidungen ohne die Beteiligung der Mitglieder getroffen werden.


dito! Streik wäre Schwachsinn! Trifft die Falschen und die GdF tanzt dann wiedermal auf Glatteis.

von derdiedas - am 18.09.2013 20:39
Zitat
muci
das Wort "Vehaeltnismaessigkeit" sollte VORHER !!!! per Paragraphen geklaert werden !!!! ich kann mich nicht daran erinnern, das die Franzosen und alle Suedeeuropaeer jemals nur im Schlaf daran gedacht haben, soli mit der dFS zu zeigen !!


Das ist nicht vorher abschließend zu klären, erst recht nicht per "Paragraphen". Es gibt kein Gesetz in dem steht soundsoviel ist verhältnismäßig. Von daher verstehe ich nich ganz was dir hier vorschwebt.

Zum zweiten Punkt: mach dich bitte bei deinen Obleuten oder Delegierten mal schlau, worum es überhaupt geht. Es geht nicht drum, die Franzosen oder "Südeuropäer" bei deren Anliegen zu unterstützen. Es geht um unser aller Zukunft!

Im übrigen halte ich deinen Solidaritätsbegriff (zumindest so wie er hier durchscheint) für äußerst fragwürdig.

von NTel - am 18.09.2013 22:35
Zitat
NTel
Zitat
clear-sky
Insofern ändert sich für die Beschäftigten solange nichts, wie sich die Tarifverträge nicht ändern,


Das ist aber mal ein ganz fataler Irrglaube.


Das ist eine kräftige Aussage, aber leider ohne Begründung.
Für die Arbeitsbedingungen in einer Firma gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, dazu zählen, u.a., Gesetze, Rechtsverordnungen und Tarifverträge. Dabei definieren Gesetze immer nur Mindeststandards, wenn durch Tarifverträge bessere Regelungen für die Arbeitnehmer vereinbart werden sind diese bindend.
Das einfachste Beispiel dafür ist der Urlaubsanspruch, gesetzlich vorgeschrieben sind 24 Tage, in unseren Tarifverträgen stehen mehr Tage drin und der Tarifvertrag gilt.
Der gilt solange, bis sich die Tarifparteien auf einen neuen Tarifvertrag verständigen.
Das ist kein "fataler Irrglaube", sondern gültiges Recht, das so immer wieder von höchsten Gerichten in Deutschland bestätigt wurde.
Das Bundesverfassungsgericht hat in den letzten Jahren auch immer wieder deutlich gemacht, dass es eine Aushöhlung des Grundgesetzes ( durch das u.a.gewerkschaftliche Tätigkeiten rechtlich ermöglicht werden) durch Europa nicht akzeptiert.
Insofern halte ich meine Position nicht für einen "fatalen Irrglauben", sondern für besser durchdacht als das Konstrukt des Unterstützungsstreiks für einen politischen Streik. Dieser mag in Frankreich legal sein, bei uns ist er es nicht, sonst könnten wir ja auch voll mitstreiken.
Der Hauptstreik ist nach deutschem Recht illegal, der Unterstützungsstreik legal ?

Nach der Logik wäre es auch legal, in den Unterstützungsstreik zu ziehen, wenn die französischen KollegINNen gegen eine allgemeine Erhöhung des Renteneintrittsalter streiken ( kommt ja vielleicht demnächst, die Franzosen sind gerade dabei, das Renteneintrittsalter anzuheben). Oder für mehr Urlaub, mehr Geld, usw, usw, wir könnten sie bei allen Streiks unterstützen, oder?

Je länger ich darüber nachdenke, desto größer wird meine Neugier auf die Begründung der rechtlichen Sicherheit.

Es wächst aber auch die Skepsis, dass die überzeugend sind.


Wenn ich mich richtig erinnere, wollten Hafenarbeiter aus dem Bereich Umschlag (da geht es ums Be- und Entladen der Schiffe) gegen eine EU-Richtlinie streiken, die für mehr Wettbewerb sorgen sollte. Vielleicht sollte man sich erst mal schlau machen, wie das ausgegangen ist, bevor man hier den Stift fallen lässt.

von clear-sky - am 18.09.2013 23:39
Für mich wäre interessant inwiefern solche EU-Beschlüsse einen Eingriff in die Tarifautonomie darstellen ... siehe auch die (angestrebte) Flugdienstzeitenregelung bei den Piloten durch bestimmte EU-Hanseln.

Wenn ein AG zu mehr oder weniger unsinnigen "Sparmassnahmen" von der EU verdonnert wird, ist das für mich zumindest indirekt eine Einflussnahme auf die Tarifautonomie - mit sicher ziemlich direkten Auswirkungen auf die nächsten Tarifverhandlungen und das zukünftige Personal"management".

von Redfox - am 19.09.2013 08:26
@clear-sky

Ich verstehe deine Bdenken bezüglich der Rechtmäßigkeit. Mir ist so ein Konstrukt auch unbekannt, und sollte das wirklich so gehen, wirft das ein ganz übles Licht auf die etablierten Gewerkschaften, die diesen Schritt für die Kolleginnen und Kollegen in Griechenland offensichtlich nicht gehen wollten, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn mir aber ein Rechtsanwalt sagt, dass es auf die Rechtmäßigkeit des Hauptstreikes (nach dortigen Gesetzen) ankommt, glaube ich das erstmal. Und meine Internetrecherche hat diesbezüglich bisher zumindest nichts Gegenteiliges erbracht. Das Beispiel der Hafenarbeiter kam gestern auf meine Nachfrage nach Präzendenzfällen übigens auch, und da ging das wohl auch so ohne weiteres durch.

Dazu kommt noch, dass die DFS-Führung bei einem solchen Streik vermutlich auf unserer Seite steht.

Also rechtliche Bedenken kann ich nachvollziehen, aber sie scheinen unbegründet. Und ich darf daran erinnern, dass unsere Kanzlei uns immer erstklassig beraten hat.

Zum Thema fataler Irrglaube

Ich bleibe dabei, da bist du viel zu naiv. Schon einmal was gehört von Outsourcing oder Tarifflucht?

Nur grob hingeworfenes Szenario: die DFS gibt die Tower ab an die TTC, oder an Austro oder an wen auch immer. Dann gibts vieleicht ne Übergangsphase, aber dann bringen die schönen DFS Tarifverträge den Kollegen nichts mehr, weil sie schlicht nicht mehr gelten.

Von den noch viel einfacher outzusourcenden Kollegen in Technik und Administration (ja auch um die geht es) will ich gar nicht nicht reden.

von NTel - am 19.09.2013 09:15
Dieses Konstrukt eines Unterstützungsstreiks für einen hierzulande illegalen Streikgrund halte ich extrem gewagt.

Das ganze vor dem Hintergrund der massiven Angriffe auf die Tarifautonomie die nach der Wahl zu erwarten sind (alle großen Parteien haben das im Programm) ist schon richtiggehend selbstzerstörerisch. Die politische Argumentation wird durch solche Aktionen nicht einfacher, ganz im Gegenteil.

Und da wir Gewerkschafter auf der anderen Seite des Schirms da leider mit im Boot sitzen, ob wir nun wollen oder nicht, kann ich das nicht mal im Ansatz unterstützen. Die GdF erweist allen Spartengewerkschaften damit einen Bärendienst, vielen Dank auch.

von Denti - am 19.09.2013 10:39
Zitat
NTel
@clear-sky


Dazu kommt noch, dass die DFS-Führung bei einem solchen Streik vermutlich auf unserer Seite steht.


Zum Thema fataler Irrglaube

Ich bleibe dabei, da bist du viel zu naiv. Schon einmal was gehört von Outsourcing oder Tarifflucht?

Nur grob hingeworfenes Szenario: die DFS gibt die Tower ab an die TTC, oder an Austro oder an wen auch immer. Dann gibts vieleicht ne Übergangsphase, aber dann bringen die schönen DFS Tarifverträge den Kollegen nichts mehr, weil sie schlicht nicht mehr gelten.

Von den noch viel einfacher outzusourcenden Kollegen in Technik und Administration (ja auch um die geht es) will ich gar nicht nicht reden.


Mag ja sein, dass die Geschäftsführung der DFS inhaltlich mit unserer Bewertung der EU-Vorgaben übereinstimmt.
Aber glaubst du nicht auch, dass die sich einfacher mit diesen Vorgaben tun, wenn es die GdF als handlungsfähige Gewerkschaft gar nicht mehr gibt?
Und welcher Weg führt am schnellsten dahin? Die Pleite als Folge eines illegalen Streiks und daraus resultierender Schadenersatzleistungen.
Dann brauchen die noch nicht mal mehr Tower an die TTC abzugeben, und die Frage nach Outsourcing hat sich dann auch erledigt.
Ich sage nicht, dass das das Ziel der GF ist, aber wird sich die Lufthansa solch eine Gelegenheit entgehen lassen?

Der politische Streik in Deutschland ist verboten.
Der Unterstützungsstreik soll das Erreichen des Ziels des Hauptstreiks befördern, insofern hat er doch in diesem Fall ebenfalls politische Ziele, oder?
Falls ja, wäre es ein politischer Unterstützungsstreik, also politisch, ergo verboten.

Damit ich nicht falsch verstanden werde:
Ich bin entsetzt über die offensichtliche Airline-Hörigkeit des zuständigen EU-Kommissariats, und ich frage mich, wie es zu solch schwachsinnigen Planspielen kommen kann.
Ich will diese auch nicht akzeptieren oder gar umgesetzt sehen in unseren Tarifverträgen. Die gilt es mit allen legalen Mitteln zu verteidigen, und dort, wo es nötig ist, zu verbessern. In dem Bereich haben wir gesicherte Rechte und müssen nicht juristisches Neuland betreten.


Noch etwas zu den Themen Outsourcing und Tarifflucht.
Die GdF hat doch bei zahlreichen Tarifverhandlungen an Regionalflughäfen gezeigt, dass sie nicht nur ind der DFS gute Tarifabschlüsse erzielen kann. Also kann man davon ausgehen, dass sie das auch für "outgesourcte" Bereiche machen kann.
Und wenn ein Arbeitgeber keine Tarifverträge abschliessen will oder abgeschlossene nicht einhalten kann, dann kann man ihn dazu mit den Mitteln des Arbeitsrechts zwingen, siehe die Etablierung der GdF als Tarifpartei in der Flugsicherung.

von clear-sky - am 19.09.2013 11:43
Zitat
clear-sky
Mag ja sein, dass die Geschäftsführung der DFS inhaltlich mit unserer Bewertung der EU-Vorgaben übereinstimmt.
Aber glaubst du nicht auch, dass die sich einfacher mit diesen Vorgaben tun, wenn es die GdF als handlungsfähige Gewerkschaft gar nicht mehr gibt?
Und welcher Weg führt am schnellsten dahin? Die Pleite als Folge eines illegalen Streiks und daraus resultierender Schadenersatzleistungen.
Dann brauchen die noch nicht mal mehr Tower an die TTC abzugeben, und die Frage nach Outsourcing hat sich dann auch erledigt.
Ich sage nicht, dass das das Ziel der GF ist, aber wird sich die Lufthansa solch eine Gelegenheit entgehen lassen?


Deinen ersten Gedanken kann ich nachvollziehen, den hatte ich auch schon, dass nämlich dei DFS hier die GdF mit signalisierter unterstützung schön ins Messer laufen kann.

Aber: eine Existenzbedrohung sehe ich nicht. Die DFS kann die GdF maximal auf entgangene FS-Gebühren verklagen. Das sollte sich bei 2 Stunden Streik doch arg in Grenzen halten, und locker zu stemmen sein.

Zum zweiten Szenario, das du andeutest (Lufthansa): es wurde jetzt 5 mal eindeutig geurteilt, dass Dritte gegen uns nicht klagen können. Mir reicht das um das völlig entspannt zu sehen. Bleibt wie gesagt eine mögliche Klage der DFS, die unwahrscheinlich und im Fall aller Fälle absolut nicht existenzbedrohend wäre.

Zitat
clear-sky
Der politische Streik in Deutschland ist verboten.
Der Unterstützungsstreik soll das Erreichen des Ziels des Hauptstreiks befördern, insofern hat er doch in diesem Fall ebenfalls politische Ziele, oder?
Falls ja, wäre es ein politischer Unterstützungsstreik, also politisch, ergo verboten.


Du tust gerade so als hättest du Arbeitsrecht studiert... Laut Aussage unserer Anwälte verhält es sich genau anders.

Zitat
clear-sky
Noch etwas zu den Themen Outsourcing und Tarifflucht.
Die GdF hat doch bei zahlreichen Tarifverhandlungen an Regionalflughäfen gezeigt, dass sie nicht nur ind der DFS gute Tarifabschlüsse erzielen kann. Also kann man davon ausgehen, dass sie das auch für "outgesourcte" Bereiche machen kann.


Na ja, aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass diese neuen Tarifverträge sich dann auf dem gleichen Niveau die die DFS TVs bewegen würden. Da hat der Arbeitgeber schon geeignete Druckmittel auf die Arbeitnehmer. Rechtlich wie psychologisch. Wenn dir mal die Kündigung ins Haus flattert, unterschreibst wahrscheinlich auch du einen schlechter dotierten Arbeitsvertrag mit Austrocontrol.


Zitat
clear-sky
Und wenn ein Arbeitgeber keine Tarifverträge abschliessen will oder abgeschlossene nicht einhalten kann, dann kann man ihn dazu mit den Mitteln des Arbeitsrechts zwingen, siehe die Etablierung der GdF als Tarifpartei in der Flugsicherung.


Denoch fängt man wieder bei null an, orientiert sich erst einmal an TTC/Austro-Tarifverträgen usw.

von NTel - am 19.09.2013 12:00
Zitat
clear-sky
Der politische Streik in Deutschland ist verboten.
Der Unterstützungsstreik soll das Erreichen des Ziels des Hauptstreiks befördern, insofern hat er doch in diesem Fall ebenfalls politische Ziele, oder?
Falls ja, wäre es ein politischer Unterstützungsstreik, also politisch, ergo verboten.


Das galt, solange es keine EU gab deren Arm in die deutsche Legislative hineinreicht. Nun hat sich die Situation verändert. Wie sonst sollte ein Arbeitnehmer sich gegen eine (bevorstehende) Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen wehren wenn nicht durch Streik.

von SPQR - am 19.09.2013 17:37
Zitat
SPQR
Zitat
clear-sky
Der politische Streik in Deutschland ist verboten.
Der Unterstützungsstreik soll das Erreichen des Ziels des Hauptstreiks befördern, insofern hat er doch in diesem Fall ebenfalls politische Ziele, oder?
Falls ja, wäre es ein politischer Unterstützungsstreik, also politisch, ergo verboten.


Das galt, solange es keine EU gab deren Arm in die deutsche Legislative hineinreicht. Nun hat sich die Situation verändert. Wie sonst sollte ein Arbeitnehmer sich gegen eine (bevorstehende) Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen wehren wenn nicht durch Streik.


Ist das deine persönliche Einschätzung oder ist das irgendwo niedergeschrieben?

von clear-sky - am 19.09.2013 21:30
Wie ich es sehe, gibt es für diese "Sparmassnahmen" doch weder ökonomische noch gesellschaftspolitische zwingende Gründe.

Soll man sich also zum willfährigen Opferlamm lobbygesteuerter EUrokraten machen, ohne dem etwas entgegenzusetzen?

Wenn es noch keine "definierten" Mittel des Widerstandes gegen derartige EU-"Unarten" gibt, ist vielleicht ein "Versuchsballon" - eine konzertierte Aktion der betroffenen europäischen Flugsicherungen - immer noch besser als "abwarten und Tee trinken" ...

Ich verstehe zwar die Bedenken von Denti bzgl. der Auswirkungen einer solchen "Präzedenzaktion" auf Spartengewerkschaften allgemein, kann aber dann z.B. nicht nachvollziehen, dass das fliegende Personal bzw. deren Gewerkschaften anscheinend gewillt sind, die Flugdienstzeitenausweitung widerstandslos hinzunehmen, wenn sie denn beschlossen werden (so entnehme ich es Dentis Äusserung).

von Redfox - am 20.09.2013 07:02
Ach du je, mir geht es sicher nicht darum ans Geld der Beschäftigten zu kommen. Ganz im Gegenteil, das Anliegen halte ich durchaus für Wert dafür etwas zu tun. Nur das "wie" ist für mich die Frage, und die gewählte Form eines juristisch fragwürdigen Vorgehens halte ich nicht unbedingt für sinnvoll.

Der politische Fallout solcher Manöver, wie sich auch schon nach der Vorfeldstreikerei in FRA gezeigt hat, ist immens und langfristig unserer Sache nicht dienlich.

Das Piloten nichts gegen die neuen Flugdienstzeiten gemacht hätten ist natürlich auch falsch, das ging über Fernsehwerbung gegen dieses Vorhaben, über massives Lobbying direkt bei den zuständigen Entscheidern bis hin zu nach wie vor massiver Arbeit in den politischen Zentren, ganz abgesehen von einer großen Internet- und Soziale Medien Kampagne. Gibt es auch nicht umsonst, aber ein paar Millionen ist uns das schon wert. Dazu gab es Demonstrationen sowohl in Köln direkt bei der EASA aber auch europaweite Aktionstage die in Deutschland im Terminal 1 in FRA stattfanden. Illegale politische Streiks aber gibt und gab es natürlich nicht.

von Denti - am 22.09.2013 14:40
Streiken kann nur, wer einen Arbeitsvertrag hat. Die Gewerkschaften mögen Tarifverträge abschließen, Arbeitsverträge haben sie nicht. Träger des Streikrechts ist also definitiv nicht die Gewerkschaft, sondern die Belegschaft. Nur sie kann die geschuldete Arbeitsleistung überhaupt kollektiv verweigern. Folgerichtig dürfen sich auch Nichtmitglieder an Streiks beteiligen, zu denen die Gewerkschaften aufgerufen haben. (Herrschende Meinung: Vgl. Arbeitskammer des Saarlandes, Arbeitsrecht für alle, 14. Aufl. 2000, S. 94.) - Das Streikrecht kann also kein Mitgliedschaftsrecht und auch kein Gewerkschaftsmonopol sein.

Aufgabe des Bundesarbeitsgerichts ist grundsätzlich die Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung auf dem Gebiet des Arbeitsrechts sowie die Fortbildung des Rechts in den Bereichen, in denen der Gesetzgeber unbewusst keine abschließenden Regelungen geschaffen oder die nähere Ausgestaltung des Rechts bewusst den Gerichten überlassen hat (z. B. im Arbeitskampfrecht).[3]
Von daher kommt der Spruch " Arbeitsrecht ist Richter-Recht"

Da Judge

von Da Judge - am 22.09.2013 15:30
Zitat
Denti
Ach du je, mir geht es sicher nicht darum ans Geld der Beschäftigten zu kommen. Ganz im Gegenteil, das Anliegen halte ich durchaus für Wert dafür etwas zu tun. Nur das "wie" ist für mich die Frage, und die gewählte Form eines juristisch fragwürdigen Vorgehens halte ich nicht unbedingt für sinnvoll.


Nach Meinung mehrerer Juristen ist das vorgehen alles andere als fragwürdig, sondern astrein. Und das sind m.W. nicht nur "unsere" Juristen, die das so sehen.

Zitat
Denti
Der politische Fallout solcher Manöver, wie sich auch schon nach der Vorfeldstreikerei in FRA gezeigt hat, ist immens und langfristig unserer Sache nicht dienlich.


Der politische "Fallout" war im Nachhinein nicht mehr als ein leichter Nieselregen. Wir haben alle Verfahren klar und deutlich gewonnen. Im übrigen geht es um das Überleben unserer Tarifverträge, unserer Altersversorgung und unseres Arbeitgebers. Da müssen derartige Bedenken in meinen Augen hinten anstehen.


Zitat
Denti
Das Piloten nichts gegen die neuen Flugdienstzeiten gemacht hätten ist natürlich auch falsch, das ging über Fernsehwerbung gegen dieses Vorhaben, über massives Lobbying direkt bei den zuständigen Entscheidern bis hin zu nach wie vor massiver Arbeit in den politischen Zentren, ganz abgesehen von einer großen Internet- und Soziale Medien Kampagne. Gibt es auch nicht umsonst, aber ein paar Millionen ist uns das schon wert. Dazu gab es Demonstrationen sowohl in Köln direkt bei der EASA aber auch europaweite Aktionstage die in Deutschland im Terminal 1 in FRA stattfanden.


Glaubst du die GdF hat Däumchen gedreht? Wir haben ja sogar unseren Arbeitgeber auf unserer Seite, aber die EU rückt nicht von ihren Plänen ab. Da geht es eben irgendwann nicht mehr anders. Und wenn Demos und Aktionstage bei eurem "offentlichkeitswirksamen" Thema schon nix gebracht hat...

Zitat
Denti
llegale politische Streiks aber gibt und gab es natürlich nicht.


Bei uns auch nicht. Obwohl es mal einen Versuch wert wäre, das bis vors BAG oder gar das BVerfG auszufechten, aber da haben andere Gewerkschaften besser Ressourcen zur Verfügung.

von NTel - am 23.09.2013 19:52
Zitat
NTel

Nach Meinung mehrerer Juristen ist das vorgehen alles andere als fragwürdig, sondern astrein. Und das sind m.W. nicht nur "unsere" Juristen, die das so sehen.


Der politische "Fallout" war im Nachhinein nicht mehr als ein leichter Nieselregen. Wir haben alle Verfahren klar und deutlich gewonnen. Im übrigen geht es um das Überleben unserer Tarifverträge, unserer Altersversorgung und unseres Arbeitgebers. Da müssen derartige Bedenken in meinen Augen hinten anstehen.


Wer sind denn die anderen Juristen, und wo und wann haben die sich denn geäussert?



Richter in Deutschland sind ans deutsche Recht gebunden, an internationales dann, wenn die Bundesrepublik völkerrechtlich bindende Verpflichtungen eingeht.
Was macht also der deutsche Richter?
Er prüft, ob der Hauptstreik nach deutschem Recht legal ist, er prüft nicht die Zulässigkeit des französischen Streiks nach französischem Recht.
Kann er auch nicht, schliesslich hat er das nicht studiert.

Aber solche Bedenken sollen ja nach deinem Willen hintenan stehen.

Mir kommt das fast vor wie russisches Roulette.
Politiker an der Macht lassen sich nie gerne als handlungsunfähig vorführen, das was du jetzt als Nieselregen wahrnimmst, kann sich schnell ändern.

Was passiert denn nach dem 10. Oktober?
Streiken, bis die EU klein beigibt?
Ist das realistisch?

Ein Streik der Fluglotsen richtet viel Schaden an, er darf deshalb nur der letzte mögliche Schritt sein. Den sollten wir dann gehen, wenn wir auf rechtlich abgesicherten Terrain sind, das sind wir bei diesem politischen Streik nicht.

von clear-sky - am 23.09.2013 21:47
Zitat
clear-sky
Wer sind denn die anderen Juristen, und wo und wann haben die sich denn geäussert?


Das kann ich dir nicht sagen, das war aber die Aussage von M. Schäfer auf der ÖMV in Karlsruhe. Ich meine der Name Däubler ist gefallen, aber das ohne Gewähr.



Zitat
clear-sky
Richter in Deutschland sind ans deutsche Recht gebunden, an internationales dann, wenn die Bundesrepublik völkerrechtlich bindende Verpflichtungen eingeht.
Was macht also der deutsche Richter?
Er prüft, ob der Hauptstreik nach deutschem Recht legal ist, er prüft nicht die Zulässigkeit des französischen Streiks nach französischem Recht.
Kann er auch nicht, schliesslich hat er das nicht studiert.


Wie kommst du zu solchen Aussagen? Hast du Jura studiert? Mit Schwerpunkt Arbeitsrecht?

Ich würde sagen, es geht auch so: der deutsche Richter schaut sich an, ob der Hauptarbeitskampf in Frankreich für illegal erklärt wurde. Wenn nicht, ist er legal. Da braucht er keinerlei französischen Gesetze kennen.

Zitat
clear-sky
Aber solche Bedenken sollen ja nach deinem Willen hintenan stehen.


Da ich der Rechtsberatung der GdF mehr juristischen Sachverstand zutraue als dir (nix für ungut), in diesem Fall ja.

Zitat
clear-sky
Ein Streik der Fluglotsen richtet viel Schaden an, er darf deshalb nur der letzte mögliche Schritt sein. Den sollten wir dann gehen, wenn wir auf rechtlich abgesicherten Terrain sind, das sind wir bei diesem politischen Streik nicht.


Wie lange willst du denn warten? Bis die DFS insolvent ist? Die Lage ist dramatisch!

von NTel - am 23.09.2013 23:51
Ja an die,
die nach der jüngsten Bundesdelegiertenkonferenz (27.09.2013) hier ge-postet haben.
Es geht bei SES 2+ und RP2 um verdammt viel.

Insofern allen interessierten DFS-lern an dieser Stelle geraten,
ihre Delegierte, die an diesem Tag an dieser Konferenz teilgenommen haben,
(so wie ich es gemacht habe)
zu bitten, detaillierte Informationen zu diesem Thema bekannt zu geben.

Ja, verdammt noch einmal, die Lage ist ernst,
sie ist sogar eklatant ernst,
nicht nur für die DFS,
sondern auch bzw. insbesondere für (den Fortbestand der) die GdF.
So zumindest wie ich es meinem Delegierten entnehmen konnte.

Ergo. Fragt einfach nur einmal nach.

von nichts gecheckt - am 29.09.2013 18:53
Das die Lage für die DFS ernst ist, kann man bestimmt auch etwas relativer ausdrücken. Da halte ich mich optimistisch, um nicht ganz schwarz zu sehen. Ernst, aber nicht gleich extra-dramatisch.
Problem : Als Teilzeitler sehe ich nicht unbedingt immer einen Delegierten, der auch nicht gerade am Board schuftet. Bleiben also nur Geschichten vom Hörensagen. Die hörte ich dann auch heute so. Vonwegen quasi jetzt schon insolvent.

Aber was genau, daß konnte mir auch wieder keiner sagen.

Warum bitt'schön ist die Lage auch für den Fortbestand der GDF ernst ? Das liegt ja eher an der Legalität eines Streiktages.

von Teilzeitler - am 29.09.2013 19:11
diese firma kann gar nicht insolvent gehen !
oder, ist es doch die bunte republik?
und vor einem streik wuerde ich so so 2-3 externe berater befragen, damit nicht wieder etwas uebersehen wird(was anfechtbar ist).

hat diese panikmache vll was mit den ende des jahres stattfindenden tarifverhandlungen zu tun?

ach ja, kann denn mal einer belegbare zahlen veroeffentlichen, nach denen man einschaetzen kann : DIE LAGE IST DRAMATISCH?

dumme sprueche haben wir genug! bestimmt auch aus bruessel, denn, die werden hier mitlesen(versager oetinger, die dame mit dem falschen doktor und der di-do anwesenheit, alles welche, die gegen deutschland arbeiten).

von muci - am 30.09.2013 04:14
Warum könnte die DFS nicht insolvent gehen? Weil sonst niemand das tun kann, was die DFS so den ganzen Tag macht? Ihr Lotsen, Techniker, FDB etc?
Ich würde zwar nicht Haus und Hof drauf wetten, aber total unrealistisch ist es nicht.
Upper macht Maastricht mit, die TWR gehen an die TTC oder Austro (und es sind glaub noch mehr dafür zertifiziert, das hier in Deutschland zu tun) Approach hat sich die TTC, zumindest für einen Sektor (so mein Sachstand) gerade zertifiziert. Bleibt der Lower. Hmm irgendwer wäre im Rahmen der Harmonisierung durch SES bestimmt dazu in der Lage sich zu zertifizieren. Nicht das derjenige die notwendige Manpower dafür aus dem Stand mitbringen würde, aber es wären ja, wenn es die DFS so nicht mehr gäbe, genügend auf dem Markt verfügbar. Natülich für ein anderes Geld.
Sicher, geringe Wahrscheinlichkeit, aber vermutlich und leider nicht ungleich 0.
Und die Zahlen der BundDelKo HIER zu veröffentlichen wäre wohl nicht der geeignete Platz!

von yrai - am 30.09.2013 16:58
Die DFS wird nicht insolvent gehen....frag mal die ÄÄngie !
Hoheitliche Aufgaben müssen weiter durchgeführt werden...
Also wird im worst case der Steuerzahler zur Kasse gebeten...ich mach mir da wenig Sorgen.

Sorgen macht mir eher die Personalpolitik in Bezug auf Ausbildung weiterer Lotsen die nächsten Jahre !

Die Streichung etlicher Kurse an der Akademie führt uns in das gleiche Tal des Todes wie vor ein paar Jahren.

Und wieder nix gelernt.....aus Fehlern !

In 10 Jahren kann man dann wieder Überstunden schieben ohne Ende....:eek:

von Aussitzen - am 30.09.2013 17:07
Zitat
Aussitzen
Die DFS wird nicht insolvent gehen....frag mal die ÄÄngie !
Hoheitliche Aufgaben müssen weiter durchgeführt werden...
Also wird im worst case der Steuerzahler zur Kasse gebeten...ich mach mir da wenig Sorgen.

Frag mal den Steuerzahler, was er von ner betrieblichen Altersübergangsversorgung und Betriebsrente hält und ob er die auch weiter zahlt. Ich glaube nicht.

Zitat
muci
hat diese panikmache vll was mit den ende des jahres stattfindenden tarifverhandlungen zu tun?

Wenn das "Pleitegehen" nur von der DFS verbreitet würde, würde ich auch den Zusammenhang mit den Tarifverhandlunen erstmal nicht ausschließen. Die letzte Zeit kam das aber nicht aus der DFS, sondern von der GdF, dass es so dramatisch ist. Die Zahlen der BunDelKonf waren aus öffentlich einsehbaren Dokumenten und nachvollziehbar dargelegt, was dieses RP2 in Zahlen bedeutet.


Auch ich bin gegen Panikmache. Genausowenig hilft es aber Augen und Ohren zuzumachen und das Hirn auszuschalten bis es zu spät ist. Jetzt ist die Zeit ein Zeichen zu setzen.
Wenn noch nichtmal soweit ein Entgegenkommen seitens der EU-Kommission da ist, dass die Verkehrsprognosen für das RP2 regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden, dann sehe ich für weitergehende Anpassungen schwarz. Dafür brauchts ja noch nichtmal Sachkenntnis im Luftverkehr um zu wissen, dass man Prognosen was Wirtschafts- und damit eben auch Verkehrsentwicklung immer mal wieder korrigieren musste.

von nicht Aussitzen, Einsetzen - am 01.10.2013 07:09
Da hat man sich jahrzehntelang über die "Planwirtschaft" der kommunistischen/sozialistischen Länder mokiert ... und was ist das nun :confused:

Für mich ist eh der ganze Ansatz zum SES ziemlich "fehlgelenkt" ... da wird mir der "wirtschaftliche" Aspekt zu sehr überbewertet - billiger ist nicht gleich effizienter!

Aber das kapieren die erst, wenn ein Lotse mal eben 120 Fliegers/h in seinem Sektor "behandeln" muss (und die Piloten sich nur noch mit Pervitin einsatzfähig halten können) ... oder so.

von Redfox - am 01.10.2013 07:56
[www.public.cfmu.eurocontrol.int]

Da tanzt doch jemand aus der Reihe ...

Zitat
NMOC

08/10/2013 French industrial action 10th October update

An NMOC teleconference was held at 1430 UTC today and an update to possible industrial action in France on Thursday 10/10 was given as follows:

It is expected that all 5 French ACCs will implement a significant reduction in capacity and consequent regulations starting from approximately 0400 UTC.
It is expected that these capacities will change as staff report for duty as follows:

Paris and Reims ACCs (LFFF/LFEE):
Capacity is expected to become available during the early part of the morning and precautionary regulations should be cancelled by 0600 UTC.

Brest and Bordeaux ACCs (LFRR/LFBB):
A minimum service of approximately 33% of normal capacity will available during the morning. This is expected to increase from 0900 UTC onwards until 1800 UTC when normal capacities are expected.

Marseille ACC (LFMM):
The strike is expected to be very strongly adhered to with a minimum service of approximately 33% of normal capacity from 0430-1800 UTC with an increase in capacity only after 1800 UTC.

The DGAC is implementing a flight reduction programme as follows:

Arrival and Departures from LFPG, LFPO and LFOB from 0400-1200 UTC from and to the south must be reduced by 30%.
Operators should be prepared to reduce their programmes after 1200 UTC if necessary.

It is currently not clear on the exact definition of South. This will be confirmed by NOTAM as soon as possible and this headline news will be updated accordingly.

Arrival and departures from LFLL and LFML must be reduced by 30% from 0400-1800 UTC as they are wholly within the LFMM ACC.

Operators to LFMN (Nice) are not requested to reduce their flying programmes, as traffic can route via LIMM (Milan ACC) avoiding LFMM ACC.

NMOC is currently coordinating with surrounding ACCs to ensure maximum capacities.

Rerouting opportunities will be available including:

-Tango Oceanic routes.

-Routes via Algeria and Tunisia.

-The adaptation of military activity which may impact capacity.

NMOC will host a teleconference tomorrow 09/10 at a time to be notified.

NMOC Brussels


von Papa ante portas ... oder so ... - am 08.10.2013 19:13
Hallo,

es gibt mehrere Gewerkschaften, die in Frankreich die Fluglotsen vertreten. Die größere davon ist in ATCEUC organisiert. Diese Gewerkschaft hat die Streikdrohung zurückgenommen.
Die kleinere Gewerkschaft allerdings ist nicht bei ATCEUC dabei und diese Gewerkschaft hat für heute trotzdem zu einem Streik aufgerufen. Da sie aber über einen geringeren Organisationsgrad verfügt, werden die Auswirkungen voraussichtlich nich ganz so groß.
Das ist halt etwas blöd, weil jetzt alle Gewerkschaften, die angekündigt haben, nicht zu streiken, so aussehen, als hätten sie nicht die Wahrheit gesagt bzw. ihren Laden nicht im Griff.

Viele Grüße

Ronald

von Ronald Heyne - am 10.10.2013 05:33
Zitat
muci
wo finde ich das urteil, zum nachlesen? moemmel?


Hallo Muci

Ich meinte eigentlich Entscheidung der EU...nicht Urteil....

aber worum es geht kannst du gerne hier nachlesen...


Vereinigung cockpit Entscheidung EU für Pilotenlenkzeiten


Es sagt doch viel aus mit welcher Dreistigkeit ein Politfuzzy die Sicherheitheit im Luftverkehr bestimmen darf.

Ohne Worte

von Mömmel - am 11.10.2013 09:04
Da versteh mal einer die Welt ...
Ruhezeiten von LKW/Busfahrer werden aufs Penibelste kontrolliert, aber Piloten sollen ihre Paxe "in schlafwandlerischer Sicherheit" durch die Gegend gondeln - sozusagen als gebilligte "Kolateralschädlinge" ...:mad:

Bin mal gespannt, wann eure Boardzeiten "expandiert" werden ... Sektorzulassungen per "Crashkurs" vergeben werden und sich "Bastler" um eure Technik kümmern dürfen ...

Manchmal glaube ich, die Welt besteht wirklich nur noch aus "Kosteneinsparung" und Bilanzzahlen ... :confused:

von Redfox - am 11.10.2013 13:37
@ moemmel
danke fuer den link.

es wird langsam zeit, den eu-fuzzis das handwerk zu legen !!
es gab vor jahren schon einen beitrag bei akte xx? es war freitag am morgen, eine eu-abgeordnete aus deutschland wollte nicht auf die frage antworten, warum sie bei der abstimmung nicht dabei sei. ihre ausweichende antwort: ich habe keine zeit, sonst verpasse ich meinen flug!! aber, die kohle fuer den tag wurde abgegriffen.
und safety ist bei denen nur auf das eigene konto/pension ausgelegt.
sorry, war bestimmt etwas off topic, aber die wahrheit. denn die wollen nur regulieren, und dass, ohne auch nur einen hauch von fachkenntnis.

von muci - am 12.10.2013 04:20
Es ist sehr zu begüßen, dass die Gewerkschaften sich des Themas annehmen ob mit oder ohne Streik. Was sich in Europa in Sachen Luftverkehr im allgemeinen und ANSPs im besonderen tut ist mit hanebüchen noch umschmeichelt.
Leider gibt es auch in der DFS viel zu wenig Kollegen und insbesondere auch Führungskräfte, die die Tragweite der Problematik erkannt haben. Wesentliche Bereiche, die mit ihrer Kompetenz und ihrem Fachwissen sich in die europäischen Entwicklungen einbringen sollten, tun dies nicht. Es wird nur auf das Tagesgeschäft fokussiert-keine Zeit für Europa. Auf den ersten Blick durchaus verständlich aber wenn es so weitergeht wachen wir eines Tages auf und die DFS wurd mit europäischer Verordnung irgendwo integriert Eurocontrol z.B. oder so. Viele werden dazu sagen mir doch egal hauptsache die Kohle stimmt, aber ist das wirklich so einfach?

von Majestix - am 13.10.2013 18:29
"Eurocontrol" oder "Mosaik" wären gute Projekte, wenn alle Staaten gemeinsam agieren würden - relativ schwierig.

Völliger Unfug ist jedoch Flugsicherungs-Wettbewerb zwischen den Nationalstaaten.
Flugsicherung dient dem Gemeinwohl und ist von europäischem Interesse.

Die Ursachen , die zum Erlahmen der "Eurocontrol"-Aktivitäten führten (uA ungleiche Bezahlung, militär. Vorbehalte), sind nahezu entfallen. "Eurokontrol" sollte man im Sinne von "Mosaik" weiter entwickeln.

von nasowas - am 13.10.2013 19:59
MOSAIC - alles schön und gut. Ich sehe bei dem herbeigesehnten Länderübergreifenden Flugsicherungssystem allerdings das Problem, dass die Politik schnelle Ergebnisse will und die Entwicklung, die technische und betriebliche Abnahmen und die Zulassungsverfahren ein Jahrzehnte-Projekt wären. Wenn man sich allein schon den Hick-Hack mit Projekten in unserer Firma anschaut (P1/Vaforit/iCAS/P1,5) da wage ich es zu bezweifeln, dass wir so etwas hinbekommen ohne das uns unsere alte Hardware weg gammelt.

Aber man darf gespannt sein was die ATCEUC, die Staatenvertreter und die Europakomissare aushandeln.

von EoD - am 14.10.2013 01:20
... wobei mir da die "Politik" nur (fehlgelenktes) "ausführendes Organ" zu sein scheint.

Da fahren immer noch zuviele auf das Credo "Entstaatlichung/Privatisierung/kommerzieller Wettbewerb" ab, und halten das für das Allheilmittel im Hinblick auf Effizienzsteigerung und - ich wage es kaum zu sagen - Kosteneinsparungen.
Wenn man aber Qualität (= hier auch Sicherheit) wegspart, wirds am Ende doch wieder teuer ...

EUROCONTROL war damals ein guter Ansatz ... hätte man das in den letzten 40 Jahren konsequent angepasst und weiterverfolgt, wäre SES längst kein Traum mehr.
Ist schon komisch ... wo doch sonst der "europäische Gedanke" so hoch gehängt wurde und wird.

von Redfox - am 14.10.2013 20:20
Es ist wohl wie überall in der Politik - die Lobbyisten lenken die Politik und hier hat die Luftfahrtindustrie einen meilenweiten Vorsprung gegenüber den Flugsicherungsunternhemen. Aber es ist schon lächerlich das SES+ Paket als größtes "Umweltprojekt" darzustellen. Das ist dem ungeübten Betrachter natürlich sofort vermittelbar. "Wir müssen immer Umwege fliegen", "Es gibt keine direkten Routen" etc..
Solange es TRAs gibt und die Regierungen / Militärs nicht auf ihre hoheitlichen Gebiete verzichten, wird sich in die Richtung wenig bewegen. Ab von diesen Gebieten wird doch, soweit mit bekannt ist, eh fast "direct" geflogen?
Ich bin gespannt, ob sich die unkreative Ideeneinfältigkeit der heutigen Zeit über Personal entlassen ,Tochtergesellschaften gründen und Teile der Firma outsourcen durchsetzen wird. Unser CEO, mag er auch noch so versöhnliche Töne gegenüber des Personal anschlagen, ist ein knallharter Wirtschafter und weis wir der Hase läuft.

Man darf gespannt sein - bei uns in der Technik eh, denn dort wird kein Stein auf dem anderen gelassen und immer hin- und hergeschaufelt und optimiert optimiert optimiert bis nichts mehr läuft.

von EoD - am 15.10.2013 14:11
Da bin ich zum Glück zu wenig Langener und außerdem Operativ. Ob die Redundanz durch einen Optimierungsprozess zum Opfer gefallen ist, kann ich nicht sagen... Auf jeden Fall kann ich nur soviel sagen, dass sich der Betrieb (FVK) nicht auf alles einlassen sollte, was die Führung der Technik vorschlägt (Besetzungszeiten / Abdeckung nur durch Rufbereitschaften / Zentralisierung etc...). Solche SLA's, einmal etabliert, sind nur schwer und mit viel Aufwand wieder zurückzudrehen.

von EoD - am 16.10.2013 20:42
Zitat
kölschtrinker
Operativ ist durch SES nur wenig zu holen bei uns. Preisfrage: Wie groß ist der durchschnittliche Umweg gegenüber dem Großkreis der IFR-Flüge in der BRD?


OK: wenn sonst keiner will (ohne nachzusehen): Das sind so um die 4%, allerdings bei recht großzügigem Aussparen der Approachbereiche.
Wie man dabei über 10% einsparen will, versuche ich schon seit Jahren herauszufinden - leider ohne Erfolg.

Viele Grüße

Ronald

von Ronald Heyne - am 17.10.2013 19:55
Dem Normalbürger muss doch relativ einleuchtend sein: Sicherheit ist nicht günstig, sondern aufwendig und wartungsintensiv. Die Flugsicherungsorganisationen, ich kann da nur für die Technik sprechen, wägen sehr genau ab wie redundant ein System seien muss um einen gewissen Grad an Sicherheit bereitzustellen. Dabei wird natürlich auch jedes Mal zwischen Kosten und Nutzen abgewogen.

Im Fall des SES+ Paket sind die Entscheidungsträger in Brüssel auf die Expertise von externen Mitarbeitern angewiesen. Diese externe "Zuarbeit" kommt offenbar nicht aus dem Bereich Flugsicherung, sondern eher aus dem Transportwesen ! Dieses liegt nicht an unser aller Untätigkeit, sondern an der besseren Lobby der Fluggesellschaften.

Herrn Kallas, der die SES Pakete vorantreibt kann man nun nicht gerade Lobbyismus vorwerfen, da ja gerade er diesen Lobbyismus in Europa transparenter gestalten will. Wenn man sich jedoch die Vita dieses Herren einmal vor Augen hält, dann ist klar woher der Wind weht.

Kallas, studierter Volkswirtschaftler „Finanzwesen und Kredit“ / als Protagonist der Wirtschaftsliberalisierung.

von EoD - am 17.10.2013 23:39
@ mathe-grundkurs und @ Lotse

Da ich rechtlicher Laie bin, erklärt mir bitte mal ob eine DFS , als juristische Person des öffentlichen Rechts, überhaupt insolvenzfähig ist ?
Die DFS ist zwar eine GmbH, aber mit dem Gesellschafter Bund und keine privaten Gesellschafter !
Laut §12 InsO ist eine Insolvenz für eine juristische Person des öffentlichen Rechts gar nicht möglich !!!!

Also bitte keine Panik verbreiten !.

Danke

von Nicht-Jurist - am 18.10.2013 09:01
Das geht meiner Meinung dann doch ein wenig weit und würde dazu führen dass sich das höher qualifizierte Personal mit Berufsausbildung oder Studium ganz einfach etwas Anderes sucht. Wechseln ist da kein Problem.

Das Szenario halte ich dann doch für totalen Unfug. Eher würde es zu einer Rück-Verstaatlichung kommen am Vorbild von Eurocontrol. Dann wären wir dort, wo die BFS schon einmal war. Hoheitliche Aufgaben (Grundversorgung, Infrastruktur etc) gehören in staatliche Hand und dieses lässt sich ohne das beschriebene Szenario abwickeln.

von EoD - am 18.10.2013 09:29
Zitat
Die DFS ist zwar eine GmbH, aber mit dem Gesellschafter Bund und keine privaten Gesellschafter !


Du weisst doch sicher was "GmbH" ausgeschrieben bedeutet ...

Rechtlich wäre eine "Pleite"(gehen lassen) sicher kein Problem ... "moralisch" allerdings schon ... und politisch wäre das geschilderte Horrorszenario eine Katastrophe mit m.M.n. gefährlichen Konsequenzen.



Ergänzung: InsO §12

von Redfox - am 18.10.2013 15:40
Yep,

GmbH : Gesellschaft mit beschränkter Haftung

die Haftung bezieht sich auf den Gesellschafter, hier bei uns der BUND, der für uns haftet mit seinem ganzen "Gesellschaftsvermögen".
Es handelte sich bei uns nur um eine sogenannte Organisationsprivatisierung, die im Gegensatz zur vollständigen Privatisierung, um eine formelle Privatisierung ( siehe Wikipedia ) auch unechte Privatisierung genannt. Deswegen auch der immer noch vorhandene Passus der juristische Person des öffentlichen Rechts.

Und deswwegen keine Insolvenz möglich.

Alles klar !

von Nicht-Jurist - am 18.10.2013 16:56
Ne, nicht klar ...

Ich will jetzt hier keinen juristischen Diskurs anzetteln ... aber für mich "haftet" eine GmbH (egal welcher Art) mit ihrem Gesellschafts- bzw. Grundkapital und mit nichts weiter (es gibt schon Fälle, wo auch Gesellschafter/Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen haftend gemacht werden können, aber das geht dann eher in Richtung "beabsichtigter" Konkurs o.ä.).

Es geht bei einer "Pleite" aber nicht nur um Haftung sondern allgemein gesprochen eher um eine Zahlungsunfähigkeit. Andererseits kann eine GmbH natürlich auch unter satzungsgemässen Bedingungen ganz einfach "aufgelöst" (liquidiert) werden ...

Aber trotzdem: Dieses Szenario von weiter oben ist schon ziemlich weit hergeholt ;)
Da würde ich eher (im Laufe der Zeit) eine ordentlich herbeigeführte "echte" Privatisierung fürchten ...

von Redfox - am 18.10.2013 19:52
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