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ATCNET-Forum
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Monaten, 4 Wochen
Beteiligte Autoren:
walking_desaster, Da Masda, Da Masta

EDDM

Startbeitrag von Da Masta am 25.03.2017 11:01

Eine großes Lob an die Münchner Tower Crew. Enger und professioneller kann man den RWY Traffic nicht mehr Staffeln. Klasse was sich da in den Jahren seit Betriebsbeginn getan hat. Die ehedem tröge Münchner Truppe zeigt mittlerweile den Towerlotsen in EDDF wo der Hammer hängt. Dort hat sich in den letzten Jahren *** ein Schlendrian eingeschlichen, der bei bestimmten Tower Teams schon fast an Arbeitsverweigerung grenzt. Die Unterschiede zwischen guten und schlechten sind dort mit Händen zu greifen.
Schickt mal ein paar Münchner "Entwicklungshelfer" nach Norden.

***
Keine Diskussionen über einzelne Personen.
Ob man aufgrund so allgemeiner/pauschaler Vorwürfe konstruktiv diskutieren kann, weiß ich nicht. Konkretere Beispiele wären hilfreich, wenn man überhaupt an einer anderen Sichtweise interessiert ist.
Gruß, Ronald

Antworten:

En Detail:
Es fällt tatsächlich auf, daß bei bestimmten Stimmen auf der FRA TWR Frequenz mit 4-5NM zwischen der selben Kategorie auf dem ILS 25R gestaffelt wird, während andere ganz unaufgeregt die Abstände in Richtung 3NM anpassen. Letzteres funktioniert übrigens ganz hervorragend. Ich weiß, daß die Verkehrslage in Frankfurt im Normalfall kein enges Staffeln mehr erfordert, aber warum soll ich standardisiert mit 170kt oder gar 160kt ab GS Intercept fliegen, wenn danach 5NM behind Preceeding über der Schwelle rauskommen. Das kostet wegen der nötigen Flap-Setting Zeit, Sprit und macht mehr Lärm. Ich wünsche mir da etwas situationsbewusteres Staffeln, weg von Standard Speeds (160 til 4).

P.S. Ich weiß, daß sich einzelne Cockpit-Kollegen vor Wakes der same Category ahead fürchten und dann mosern. Fragt die doch einfach mal, was die in LHR machen und ob es dort regelmäßig Tote gibt wegen Wakes von Preceeding same Category.

von Da Masda - am 26.03.2017 09:59
Moin,

ich arbeite nicht im Tower sondern bei Approach, aber zu ein paar Themen kann ich schon was sagen.

Zu den von Dir genannten Details: Die Regularien, die seitens des BAF bei Bau der 25R gefordert waren und nach z.B. dem Aeroflot-Incident verschärft wurden, bringen es eben mit sich, dass 4-5 Meilen über der Schwelle rauskommen müssen(!). Je nach Abflugsituation und nicht nach Lust oder Motivation des Towerlotsen und auch nicht wegen der Angst vor Wakes eines Medium hinter einem Medium. Die Fälle mag es sicher auch geben, sind aber wohl eher die Ausnahme. Wenn aber einer sagt, er hätte Wakes obwohl ich genug Staffelung habe, dann glaube ich ihm das und lasse ihn weiter reduzieren oder kümmere mich anders drum. Das führt dann wiederum unter Umständen dazu, dass ich ein halbes Meilchen oder Meilchen mehr mache, um eben die Situation zu vermeiden, dass jeder zweite weiter reduzieren muss oder im schlechtesten Fall rumgeht/rausgedreht werden muss. Auch das hat mit Lustlosigkeit nichts zu tun.

In München geht manches einfacher, weil es dort bei vielen Vorschriften noch Ausnahmegenehmigungen gibt, die Frankfurt bei/nach Bau der 25R einfach nicht mehr bekommen hat. Beantragt wurde einiges, aber der größte Teil wurde schlicht abgelehnt. Der Hinweis auf vergleichbare Genehmigungen in München oder sogar den bisherigen Bestand vieler Regeln in Frankfurt brachte nur die Aussage, dass das heute weder hier noch dort nochmal genehmigt werden würde. Sobald Du was neu machst, musst Du aber (fast) alles neu beantragen und damit sind die Ausnahmegenehmigungen weg.

Dass wir weg sollen von Standardspeeds ist ne witzige Idee, aber genau das wird von vielen Airlines doch gefordert, dass wir nicht mehr als 160/170 bis 4/5 Meilen anweisen sollen, damit ein stabilisierter Anflug erreicht werden kann. Der eine oder andere Operator verlangt sogar, dass 160 nur bis 6 Meilen angewiesen werden soll. Ein Extremfall will das nur bis 8 Meilen sehen.

Eine Idee noch zum Abschluss: Schau doch mal bei den Kollegen vom Tower vorbei und lass es Dir erklären, woran das liegt. Als Cockpitcrew ist es -soweit ich weiß- immer noch recht unbürokratisch möglich, mal reinzuschauen. Im persönlichen Gespräch klärt sich vieles wesentlich einfacher, als mit hin- und herschreiben. Dann ist vielleicht auch das Pauschalbashing der Frankfurter Towerlotsen nicht mehr nötig.

Schönen Sonntag noch bei dem schönen Wetter!

von walking_desaster - am 26.03.2017 12:46
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