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ATCNET-Forum
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Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 5 Monaten
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F. Rauscher, kölschtrinker, Mensch, volker m, RAB, Ronald Heyne, pagodeiro65, Redfox, Wertschöpfungskettensträfling, ???, ... und 8 weitere

Minus 48 %!!!

Startbeitrag von Ronald Heyne am 07.11.2005 18:35

Hallo,

im Intranet gab es heute schreckliche Zahlen zu lesen:
Minus 48 % bei den Starts und Landungen, minus 31% bei den kontrollierten Flügen!
:eek:
Man könnte fast meinen, es laufen gerade die Tarifverhandlungen. ;-)

Ach ja, zur Erklärung: Es handelt sich um den Rückgang der Verkehrssteigerungsrate im Oktober. Es wurden also im letzten Monat "nur" 4 % mehr Flüge kontrolliert als im Vorjahresmonat, bei den Starts und Landungen "nur" 1,6 %. Dies sind dann die 31 bzw. 48 % weniger als der bisherige Zuwachs in diesem Jahr.
Es zeigt sich also mal wieder, dass die DFS kein normales Unternehmen ist, denn wo sonst würde man Zuwächse von 5,8 % bzw. 3,1 % derart negativ darstellen?
Wahrscheinlich ist wegen dieser Entwicklung das Eigenkapital schon fast wieder aufgebraucht, die DFS unverkäuflich und eine Tarifforderung von 6,8% völlig inakzeptabel.

Immerhin merkt der Autor an "Saisonale Einflüsse spielen bei dieser Betrachtung keine Rolle."
Übrigens: Der Oktober 2004 hatte 21 Arbeitstage, der Oktober 2005 nur 20.
Dazu kann ich nur sagen: Traue keine Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!

:jump:

Gruss

Ronald

Antworten:

Hallo Ronald,

deine Berechnung der Arbeitstage mag korrekt sein.
Da der Oktober 2005 - genau wie der Oktober 2004 - 31 Tage hatte, ist wahrscheinlich etwas mehr Wochenende drin, aber es fehlt für den Luftverkehr kein ganzer Tag.
Wir arbeiten schließlich Rund um die Uhr.

Ciao, Volker

von volker m - am 07.11.2005 18:59
Aber das mit der Statistik stimmt schon....heute gab es ein "Briefing", in dem es u.a. um die STU´s in diesem Jahr ging. Die Zahl, die dort genannt wurde, hat bei mir für großes Erstaunen gesorgt...

von kölschtrinker - am 07.11.2005 19:27
Ja, es waren mehr als letztes Jahr. Auf die Verkehrszahlen gerechnet auch anteilig mehr.

Scheint, als ob die Leistungsgrenze dieses Jahr überschritten wurde. Da hilft auch das "beste" System nichts, ab einer gewissen Verkehrszahl (obwohl noch arbeitbar) macht der Mensch überdurchschnittlich viele Fehler.

von Insider - am 07.11.2005 20:34
Jaja, es waren schon mehr als letztes Jahr, aber ich kann die Zahl trotzdem nicht ganz glauben. Wie ihr das interpretiert, überlasse ich euch...sonst handel ich mir am Ende noch Ärger ein!
Aber schaut mal auf die Statistik von Skyguide nach dem Überlingen-Unfall...bei denen ist die Meldekultur wohl eine andere als bei uns!

von kölschtrinker - am 07.11.2005 21:08
Hallo Volker,

"Da der Oktober 2005...31 Tage hatte..."

Ich habe auch nichts anderes behauptet. Es ging mir ja auch gar nicht darum zu beweisen, warum es weniger Verkehr gab. Allerdings: Wenn am Feiertag 30% weniger Flieger unterwegs sind als an einem normalen Wochentag hast Du in dem Monat 1% weniger, oder?
Das erinnert mich an das Jahr 2001: Da gab es doch das Gerücht, dass die Einnahmen im Februar deutlich unter den Planungen zurückgeblieben waren - man hatte die Zahlen vom Vorjahr genommen und den Schalttag nicht rausgerechnet.
Aber noch einmal: Es ging mir um den Stil, nicht um ein paar Flieger mehr oder weniger, denn es ist so oder so eine ganze Menge.

Gruss

Ronald

von Ronald Heyne - am 07.11.2005 21:08
Haaalloooo Leute!!! DAS ist die DFS von der Ihr hier redet!! Erwartet da eigentlich irgendjemand was anderes, als von 'oben' belogen zu werden?? Was vom sog. Management auf allen Ebenen in diesem Laden zu halten ist, müßte doch auch die hohlste Nuß mittlerweile begriffen haben! ;-)

von Wertschöpfungskettensträfling - am 07.11.2005 22:19
Hi,

solches "Zahlenblendwerk" gibt es fast überall ...

Als "Kettenraucher" bin ich vor Jahren mal in eine heftige Diskussion mit einem "militanten" Nichtraucher (Betriebsrat) geraten. Thema dabei war dann selbstverständlich, wie gefährlich doch das Passivrauchen sei. Sein Hauptargument: Laut diversen Studien erhöht Passivrauchen das (Lungen-)Krebsrisiko gegenüber "rauchfrei" um das Dreifache!.

Klingt ja schon mal ziemlich dramatisch ...
Ich habe dann mal einige "Zahlenwerke" studiert, dabei kam in etwa folgendes raus (die genauen Zahlen erinnere ich jetzt nicht mehr). :

Das Risiko eines "rauchfreien" Bürgers irgendwann an Lungenkrebs zu erkranken liegt bei 0,00000002 ... das eines "passivrauchenden" Mitbürgers bei 0,000000058 ... darin enthalten ist aber auch noch das "Basisrisiko" aus anderen Gründen an Lungenkrebs zu erkranken ...

Umgekehrt beim Lotto: Mit einem Tipp (6 aus 49) hat man etwa die Chance 1 zu 14 Millionen auf einen Sechser ... mit 2 Tipps kann ich meine Chance verdoppeln! ... ;-)

Wenn also solch dramatisches "Zahlenblendwerk" zur Argumentation aufgefahren wird, sollte man sich hüten, nur einen "eindimensionalen" Blick darauf zu werfen ... ein bisschen hinterfragt und in Relation gesetzt ... und schon erweisen sich "knallharte" Argumente oft als harmlose "Knallbonbons" und ihre Verbreiter als lächerliche (oder gefährliche?) "Knalltüten" ... :-)

Unsere Manager der "freien" Wirtschaft neigen dabei besonders zur "Dramatik":
Es ist dem "Weltuntergang" ähnlich, wenn ein Konzern mal "nur" 4 Milliarden Gewinn macht ... statt derer 5 im Vorjahr. Das einzige, was dabei meist wirklich "in Gefahr" ist, ist das Ego des CEO oder ähnlicher Egomanen.
Und wer mal mitbekommt, wie im (obersten) Management mit komprimierten Zahlen jongliert wird, wundert sich kaum mehr über deren "Geisteshaltung" ... insbesondere in Bezug auf "Kostensenkung" und "Effizienzsteigerung" ... was ja heutzutage meist nix anderes wie "Personalbewegung" bedeutet ...


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 08.11.2005 10:58
Hallo Ronald,

ich gebe dir Recht.
Der Stil ist besch......

Ich frage mich, für wie blöd die uns halten müssen, wenn sie denken, dass sich durch solche Tricksereien auch nur einer von uns beeindrucken lässt.

Eine Abnahme bei der Zunahme von Flugverkehr als Sensationsmeldung aufzumachen, da muss dir schon der Stift gehen, oder??

ciao, Volker

von volker m - am 08.11.2005 12:16
volker m schrieb:

Zitat

Ich frage mich, für wie blöd die uns halten müssen, wenn sie
denken, dass sich durch solche Tricksereien auch nur einer
von uns beeindrucken lässt.


Keiner von "uns", aber ein paar Neider aus anderen Bereichen werden sich schon finden, befürchte ich.

von Lotse - am 08.11.2005 12:19
@ volker m:

Sozusagen 'die Öffentlichkeit'! Jemand der weiß, wie der Hase läuft, läßt sich damit natürlich nicht vera..., aber das ist ja auch gar nicht gewollt. Die Firma will doch nur die Stimmung in der Öffentlichkeit schüren, um im Falle eines Streiks sagen zu können: "Da schaut hin, diese miesen Typen, die 100.000 euro im Jahr verdienen sind mit unseren großzügigen 4% nicht zufrieden. Und das in DIESEN Zeiten!"

Leider gibt's auch Kollegen, die aus 'Angst' vor den Auswirkungen solcher Stimmungsmache lieber mal 'nen Rückzieher machen...

von Wertschöpfungskettensträfling - am 08.11.2005 16:59
Bei euch müssen die Nerven ja völlig blank liegen, dass ein kleiner Artikel im Intranet solche Reaktionen hervorruft. Hier ist ja der paranoide Wahnsinn ausgebrochen.

1) Solche Artikel werden nicht vom Management geschrieben oder in Auftrag gegeben. Die haben andere Aufgaben und Sorgen.
2) Die Bedeutung der mißverständlichen und reißerische Überschrift wird im Text völlig hinreichend und sachlich erklärt (im Gegensatz zur Bild-Zeitung - einer bevorzugten Zeitung ;) am Board)
3) Es ist doch nur das Intranet und keine Öffentlichkeitsarbeit... Wie soll das denn die Stimmung in der Öffentlichkeit schüren?

von F. Rauscher - am 09.11.2005 09:50
Zitat

1) Solche Artikel werden nicht vom Management geschrieben oder in Auftrag gegeben. Die haben andere Aufgaben und Sorgen.

Es gab und es gibt immer schon entsprechende Einflüsse, siehe Sommer.

Zitat

2) Die Bedeutung der mißverständlichen und reißerische Überschrift wird im Text völlig hinreichend und sachlich erklärt (im Gegensatz zur Bild-Zeitung - einer bevorzugten Zeitung am Board)

Du gibst also zu, dass es eine reißerische Überschrift ist, aha! Warum solche Unseriösitäten in der DFs?

Zitat

3) Es ist doch nur das Intranet und keine Öffentlichkeitsarbeit... Wie soll das denn die Stimmung in der Öffentlichkeit schüren?

Bei Verwaltern zum Beispiel.

von Mensch - am 09.11.2005 11:20
@ Rauscher:

Lesen am Board ist verboten !!!!! :(

von SPY - am 09.11.2005 11:47
Brauchst du mir nicht sagen - ich bin ja kein Lotse.

von F. Rauscher - am 09.11.2005 12:25
Hallo F.,

mir ist schon klar, dass der Artikel nur im Intranet war und somit nicht Öffentlichkeitswirksam ist.

Warum also wurde der Artikel so verfasst?
Wer soll der Adressat sein und welche Wirkung soll der Artikel erzielen?

Entweder möchte der Verfasser uns vera... oder einschüchtern.
Vielleicht hat er/sie sich auch gar nix dabei gedacht, möglich wäre das schon und eigentlich auch die beste Erklärung.

ciao Volker

von volker m - am 09.11.2005 14:57
Hallo Volker,

"Vielleicht hat er/sie sich auch gar nix dabei gedacht, möglich wäre das schon..."

Das kann ich mir ja auch vorstellen, aber nach den Erfahrungen des letzten Jahres ist das schon seeehr unglücklich, die Sache so zu formulieren. Aber vielleicht hat man nur versucht, nicht eine dieser ebenfalls immer wieder kritisierten Jubelmeldungen zu schreiben.
;-)

Ansonsten muss ich feststellen, dass manche Leute schon reflexartig aus jeder Kleinigkeit eine Riesennummer machen müssen. Man hätte ja auch einfach mal schmunzel (oder gähnen) können und gut ist.

Andererseits: Heute wurde im Intranet angekündigt, dass in der nächsten Woche das neue Transmission erscheint und darin ein gewisser Professor Kastner in einem Interview erklären wird, dass die Zeiten, in denen Fluglotsen 100000 Euro im Jahr verdienen, jetzt mal vorbei sein müssen.
Das ist doch auch nichts anderes, als Öl ins Feuer "Lotsen gegen Verwaltung" zu giessen, denn selbst wenn Kastner irgendwelche guten Argumente hätte, werden diese nicht genannt, sondern man beschränkt sich bei der heutigen Meldung auf den Aspekt, mit dem man am besten für "Stimmung" sorgen kann.

Das Intranet ist ja bald noch schlimmer als das ATCNET! :joke:

Gruss

Ronald

von Ronald Heyne - am 09.11.2005 19:47
Ronald, das habe ich mir eben auch gedacht! Was hat Kastner auch bei der Vergütung zu melden?? Der hat mit seinem Gutachten schon genug verbrochen. Zumindest ist das, was dabei rausgekommen ist, der Diskussion würdig. Allerdings sollten wir da auch GdF und Betriebsräte mit einbeziehen. Der 4/2er war für mich persönlich jedenfalls besser. Vielleicht kann man da auf individuelle Lösungen kommen? Ein wirkliches Team gibt es ja sowieso nicht mehr....

Aber um auf das Intranet zurückzukommen: Das ist mal wieder schlechtester Stil von Seiten der Firma. Man kennt es ja schon fast nicht mehr anders und sieht es immer wieder. Es wäre so einfach, die Mitarbeiter zufriedenzustellen, und ich rede jetzt nicht von der Kohle. Aber die Kommunikation und der Stil der Firma läßt schwer zu wünschen übrig. Da ist die DFS aber in bester Gesellschaft, woanders ist es auch nicht besser...

In diesem Sinne....prost, und gute Nacht!

von kölschtrinker - am 09.11.2005 20:31
Mal ne blöde Frage, hatte nicht der VDF den Kastner in's Boot geholt? Oder hatte ich im Geschichtsunterricht gepennt? Zumindest hatten sich doch beide Seiten auf Kastner geeinigt, den in's Boot zu holen. Muss mal meine Unterlagen befragen!
Den angekündigten Artikel habe ich auch nicht verstanden, denn wenn ringsum Manager bescheuert werden, bleibt die Belastung der Lotsen hoch und diese verdienen mit Recht ihr Geld und es steht nirgens, dass man Dummheit von Managern potenzieren muss.
Schönen Abend noch!

von RAB - am 09.11.2005 21:27
vielleicht meinte der kastner auch nur das es endlich zeit für die 200000er marke wird. damit sich endlich wieder was bewegt....

;)

Saigor

von Saigor - am 09.11.2005 21:54
Der VdF hatte Herrn Professor mitbezahlt, um zu gewährleisten, dass am Ende kein bestelltes Gutachten des Arbeitgebers heraus kommt. So wie's Kienbaum in der Entscheidung Bremen oder Berlin einige Zeit später abgeliefert hatte.
Bremen hatte dann nämlich (pro Kopf) mehr Theater- und gehobene Restaurantplätze als Berlin.
Nichts für ungut, liebe Bremer, der Rest kommt zu Euch und wir werden später gemeinsam verscherbelt werden.

Guten Abend

von Yossarian - am 09.11.2005 22:00
Hallo kölschtrinker,

du sprichst es in deinem post doch selbst schon aus:
Der 4/2 war für dich persönlich besser.
Das Gutachten an sich ist mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden und erheblichem Aufwand erstellt worden. Dass der VDF daran beteiligt war hat der Objektivität der Ergebnisse sicher nicht geschadet.
Wenn Du dich kurz zurückerinnerst, wie lange Du vor dem Gutachten gearbeitet hast, wirst Du vielleicht auch anerkennen, dass das Ergebnis nicht nur schlecht ist.
Dass man die Ergebnisse dann auch irgendwie in einen Tarifvertrag übersetzen musste, ist das eigentliche Problem. Jeder von uns hat seine persönlichen Präferenzen.
Ich habe schon recht viele Dienstpläne gearbeitet und der mir am schlechtesten gepasst hat, war der 4/2.
Der vorwärts rollierende 5/3, das war mein Dienstplan. Auch vorbei.
Ich bin mal auf das ganze Interview gespannt.
Im "Teaser" stand ja nur, dass wir jeden Euro auch wirklich verdienen. Wenn der Markt es allerdings nicht mehr hergibt....
Wie kommt ihr auf die Idee, dass der Markt es nicht mehr hergibt???
Dei DFS macht Gewinn, obwohl sie es nicht soll, die Airlines stöhnen über die Kerosinpreise (gehört zum Geschäft) machen aber trotzdem Gewinn.
In Europa fallen wir mit dem Gehalt auch nicht aus dem Gefüge, wo ist also das Problem mit dem Markt?

Ciao, Volker

von volker m - am 10.11.2005 07:40
Interessante Frage, wo das Problem mit dem Markt ist.
Irgendwie erinnert sich die Obrigkeit seit einigen Jahren sehnsüchtig an die Zeit zurück, in der die Menschen sich totgeschuftet haben, die Fresse hielten und zutiefst davon überzeugt waren, all dies müsse so sein.
Keine Ahnung, wer eigentlich dahintersteckt. Würde mich aber echt interessieren, warum die Welt so umstrukturiert wird. Globalisierung ist zwar so ein tolles Modewort, ist mir aber als Erklärungsversuch zu billig und abgenutzt. :uebel:

von F. Rauscher - am 10.11.2005 07:58
Hallo Volker!

Vorwärtsrollierend 5/3 ist auch ok. Was mich stört, sind die kurzen Freiblöcke zwischen den Turns. Ich mache fünf Nachtdienste im Monat, das ist das Mittel der letzten 12 Monate, Urlaube nicht gerechnet. Ich habe meist nur zwei wirkliche freie Tage, und danach heißt es wieder um kurz vor fünf aufstehen. Das kotzt mich ehrlich gesagt an. Vor allem, wenn man wild verschoben ist, ohne darin einen Sinn erkennen zu können und am Ende drei Wochen am Stück 5/2 fährt, wobei der letzte Dienst ein Nachtdienst ist. Na vielen Dank, das hat der Kastner nie mitgemacht.

von kölschtrinker - am 10.11.2005 08:00
@kölschtrinker
kastner sagte,er würde seinen namen nie mehr dafür hergeben ,wenn er gewusst hätte wie das gutachten umgesetzt wurde.

von jap - am 10.11.2005 08:28
@ kölschtrinker

Ich persönlich trauere dem rückwärts rollierenden 5/3er nach. War irgendwie kompakter, die Freizeitblöcke am Ende deutlich länger, und wenn man am ersten Tag erst Mittag anfängt, hat man wenigstens vom Abend davor noch was.

Hilf mir bitte auf die Sprünge, kenne mich mit 4/2 nicht aus, wird man da etwa nicht geschoben? Wenn doch, dann bestünde nach meiner Rechnung das "Wochenende" aus knapp mehr als 30 Stunden (ohne Nachtdienst). Und das soll erstrebenswert sein? Verstehe ich nun nicht so ganz, worin der Vorteil liegen soll.

von Air Boss - am 10.11.2005 08:54
Letztendlich ist es doch so:

Unabhängig davon, ob und wann es Wettbewerb zwischen den Flugsicherungen geben wird, bei der DFs kosten die Lotsen nun mal eine Menge Geld UND haben dazu noch eine eigene Gewerkschaft gegründet, sind also sehr stark.

Die "Entscheider" haben panische Angst und wollen deshalb mit allen Mitteln versuchen (auf allen Ebenen, in allen Medien), dem gemeinen Lotsen sein Gehalt zu kürzen oder wenigstens weniger stark ansteigen zu lassen.

Da die Wahrheit für die Lotsen spricht, muss man sich halt unfairer und unmoralischer Mittel bedienen.

Was mich an der ganzen Sache interessiert: Jedwege Managementliteratur rät genau zu der umgekehrten Vorgehensweise (Ehrlichkeit dem MA gegenüber), so wie's die DFs macht, kostet es letztendlich viel mehr. Sind die Typen so knallhart, dass sie ohne schlechtes Gewissen leben können?

Wobei natürlich die generell schlechte Kommunikation in der DFs dem Ganzen noch zuspielt.

Grüße, der Mensch

von Mensch - am 10.11.2005 10:28
Kriegt Ihr eigentlich den Hals nicht voll ?
Ihr könnt ES doch nicht fressen !

von ??? - am 10.11.2005 11:35
Doch, sie können!
Besteht nur die Gefahr, daß sie daran ersticken.

von ??? - am 10.11.2005 21:30
Der 4/2er war auch rückwärts rollierend. Spät/Swing/Früh-Nacht (am gleichen Tag). Da wir fast jeden Nachtdienst machen, lief es eigentlich auf einen 3/3er raus. Ich hatte zwischen den Turns mehr frei als jetzt, da man am ersten Tag erst mittags anfing. Wegen mir nehme ich den Rhythmus sofort zurück.
Zwischen den einzelnen Diensten hatte man natürlich weniger frei als jetzt, aber so what. Auch stundenmäßig mußten wir damals noch mehr arbeiten, aber das könnte man auch abändern. Für die Firma hätte das den Vorteil, daß sie weniger Personal benötigen würde, weil es weniger Verschnitt (Mittagsbauch) geben würde.

Gute Nacht...

von kölschtrinker - am 10.11.2005 22:02
@???:

Was meinst Du?

Sicherheit im deutschen Luftverkehr?
Angemessene und nicht beleidigende/einschüchternde Behandlung von den Vorgesetzten?

Oder geht es dir nur darum, eine Gehaltforderung von 6,8 Prozent bei einer Verkehrssteigerung von über 10 Prozent schlechtzumachen?

Was würde passieren, wenn man in Fabriken aller Art die Geschwindigkeit der Fließbänder um 10 Prozent erhöhte? Wenn die Fließbänder niemals anhalten und alles am Ende korrekt fertig sein MUSS?

Grüße, der Mensch

von Mensch - am 11.11.2005 08:53
Löhne sind vertraglich nicht mit Belastungen verbunden. Eure Forderungen sind daher menschlich nachvollziehbar, letztlich aber nur Bitten (die für eine typische Bitte vergleichsweise unhöflich und fordernd formuliert sind) und es gibt keine Verpflichtungen der DFS darauf einzugehen.
Die Tendenz in anderen Berufen ist derzeit leider die, dass man mehr arbeitet und etwas weniger Gehalt bekommt (z.B. Haustarife, Lehrerarbeitszeit, ...).
Wäre das Gehalt an die Belastung gebunden, dann bekäme Tempelhof Tower 10% vom Geld eines EDDF oder APP Lotsen und müsste noch nebenbei arbeiten gehen um seine Sozialwohnung zu bezahlen. Das ist aber nicht der Fall.

Ein Kollege von mir hat gerade über Lotsen folgendes gesagt:

"Wenn man viel Geld bekommt, besteht die große Gefahr, dass man irgendwann glaubt, wichtig zu sein." :cool:

von F. Rauscher - am 11.11.2005 10:57
... erzähl das (was Dein Kollege von sich gab) mal den Herren Ackermann & Co.
... in der "Riege" trifft das nämlich noch am ehesten zu ... :D :D :D

Möglicherweise leitet ja auch eure GF ihre "Wichtigkeit" für die Company von den mittlerweile um 6,8 % erhöhten Bezügen ab ... ???

Eigentlich müsste man doch denen eher die Bezüge kürzen ... zum "Eigenschutz", damit die nicht (endgültig) dem totalen "Grössenwahn" verfallen ... ;-)


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 11.11.2005 11:11
@Rauschi:

Bla, bla.

Es gibt überhaupt keine vertragliche Bindung zur Lohnerhöhung.

In Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft, was angemessen ist. In diesem Jahr geht's der Firma sehr gut, die Operativen haben über 10 Prozent mehr gearbeitet und es müssen Verluste aus vergangenen Jahren (wo die Arbeitnehmerseite freiwillig verzichtet hat) ausgeglichen werden.

So what?

Zitat

Wenn man viel Geld bekommt, besteht die große Gefahr, dass man irgendwann glaubt, wichtig zu sein."

Stimmt. Aber unabhängig vom Gehalt sind Lotsen auf Grund der vorherrschenden Gesellschaftsstruktur sehr wichtig und nur schwer ersetzbar.

Generell frage ich mich immer wieder, was eigentlich gegen unsere Forderungen spricht. Bisher hat das noch niemand ausgeführt. Also bitte jtzt hier auf diesen Beitrag entsprechend antworten! Wenn keine sinnvollen Antworten kommen, darf man davon ausgehen, dass die Forderungen nicht unberechtigt sind.

Ciao, ein Mensch

von Mensch - am 11.11.2005 11:16
Ich würde die Sinnigkeit der GDF-Forderungen nicht davon abhängig machen, was in in diesem Pinten-Forum geschrieben wird. Das haben andere zu entscheiden.
In Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft was angemessen ist? Das war ja noch nie so in der Geschichte...Es ist ja kein Rechtsstreit daraüber, was einem zusteht, sondern eine Verhandlung. Feilschen halt.
In diesem Jahr gehts der DFS gut? Na und? Ist das der Maßstab für erfolgreiches Management, dass es in diesem Jahr gut geht? Eine Firma sollte weiter denken und der DFS (und vielen weiteren Unternehmen wo aus Lotsensicht Untermenschen arbeiten) stehen nun mal zukünftige Entwicklungen bevor, auf die man sich vorbereiten muss. Und dann sind die Löhne noch höher und die Karre ist noch mehr im Dreck. Und dann seid ihr doch die ersten, die rumjammern dass das Management nicht rechtzeitig eingegriffen hat um die DFS zu retten. Hätte man doch alles eher wissen können, bla....
Ihr seid aufgrund der vorherrschenden Gesellschaftsstruktur sehr wichtig? Mein Gott! Wie krank klingt das denn?! Mein Zitat kam wohl zu spät...

von F. Rauscher - am 11.11.2005 11:53
@Rauschi:
Man, reg dich ab! So viel Müll zu schreiben am hellichten Tage, tse tse tse.

Also ich glaub Dir mal und in wenigen Jahren geht's der Firma so dreckig, dass massig Einsparungen notwendig werden. Und? Wenn ich dann entlassen werde, will ich vorher wenigstens gut gelebt haben. Also jetzt Kente ran, höhö!

Im Ernst: Die Lotsengehälter sind bei der DFs im europäischem Vergleich Mittelmaß. Daran würden auch 6,8 Prozent mehr nichts ändern.
Wenn die "Karre im Dreck" ist, hat alleine das Management schuld. An den Personalkosten für die Operativen kann's nicht liegen. Das sind nun mal die Fakten. Denk mal drüber nach!

von Mensch - am 11.11.2005 12:51
Gewinnbeteiligung:
es gab mal eine Flugsicherung, da wurde monatlich je nach Verkehrsaufkommen, nach einer festgelegten Tabelle (xx1 Flugbewegungen bis xx2 Flugbewegungen = Summe 1, xx3 -xx4 = Summe 2 u.s.w.) eine Zulage gezahlt.
Wäre doch eigentlich heute auch kein Problem nachzuweisen, welche Unit welchen Traffic abgearbeitet hatte. So könnte man einerseits eine moderateTariferhöhung von x.y Prozent allgemein setzen (kommt allen zu Gute) und dem operativen Personal je nach gehändeltem Traffic die entsprechende Zulage. Somit wirkt sich dann steigender oder sinkender Traffic direkt aus.

von RAB - am 11.11.2005 20:39
@RAB:
Jau, und gerechnet wird stur nach Flieger/h oder hast Du ne Idee wie man die Belastung sonst berechnen soll, Stichwort Komplexität usw.
Da hatten wir doch schon oft genug Streit drüber (Flieger werden nicht released, nicht direct gedreht usw. damit man "produktiver" ist.

von walking_desaster - am 11.11.2005 21:28
Hört sich gut an, aber würde erst recht dem AG nützen, da es ja dann zu exorbitanten Zahlungen in einzelnen Bereichen kommen dürfte ( UAC als Beispiel mit exorbitanten Verkehrssteigerungen).
Und das gibt erst recht böses Blut!!! ( teile und regiere).Sollte man tunlichst vermeiden!
Abgesehen davon daß dann jede Unit versucht so viel Traffic an land zu ziehen wies nur geht und dabei diejenigen vergessen werden die das ja dann arbeiten müssen.

Gruß aus dem Badenerland

von pagodeiro65 - am 11.11.2005 21:53
ok, war ja nur mal son Gedanke, nicht ausgefeilt. Es sollte auch nicht Sektor bezogen angesetzt werden, sondern Unit für Unit. Beim TWR wäre es noch einfach, was kommt und geht ist der Verkehr. Bei den ACCs gibt es eventuell auch Überlegungen. Aber einig könnten wir doch bei den TWR sein, wenn man die Verkehrszahlen sich anschaut und z.B. EDDM und EDDH vergleicht - reichen doch die Verkehrszahlen, TWR EDDM nimmt doch EDDH nichts weg!
Bei den Units ist es doch Fakt, dass die Verkehrszahlen auch enorm gestiegen sind.
Die muss doch jemand gehändelt haben und das muss doch zuzuordnen sein.
Ja und die müssen auch das Geld bekommen. Will mir doch keiner erzählen, dass eine Airline die im Transit ist, sich es gefallen lässt im lower zu fliegen nur weil da einer mehr Geld als der Andere verdient. Wer die Last hat, soll auch den "Bonus" bekommen.

von RAB - am 11.11.2005 23:59
Übrigens, die jetzigen Kategorien sind auf der Basis von Verkehrszahlen von vergangenen x-Jahren gebildet worden. Diese sind star und der Eine oder Andere fühlt sich benachteiligt. Bei den von mir erwähnten , noch zu definierenden Kategorien IAbrechnung pro Monat wird nach dem tatsächlichen Verkehr abgerechnet. Finde ich persönlich gerechter.
@pagodeiro65
warum böses Blut? Wer die Leistung bringt soll auch das Geld einfahren.
Und entweder geht es um leistungsbezogene Bezahlung oder nicht. Klar haben die Frust, die dann nicht mehr das "große" Geld bekommen, die auch nicht den Traffic haben.
Ich bin kein Rechenkünstler, aber man könnte auch eine Formel entwickeln, die den Traffic im Zusammenhang mit den Kreuzungspunkten bringt und davon dann Einstufungen abhängig macht.
Also (unausgereift) Unit A yybis y1 Kreutungspunkten mit Traffic von xx1bis xx2 = Summe - ja was weiß ich denn - nur mal als Anregung

von RAB - am 12.11.2005 00:16
Klasse Ideen, die Ihr da habt, d.h. wenn es nach euch ginge würde also Karlsruhe UAC bei einer Verkehrssteigerung von ca. 20% auch dementsprechend belohnt werden !!!
Klasse und schon haben wir genau das was man schon vor Jahren nicht wollte, und zwar Belastung mit Geld zu kompensieren. Damit sollte man nicht anfangen, denn wie schon oben gesagt, werden alle versuchen sich sinnig wie auch unsinnig traffic zu generieren zumal dann oft der Kunde auf der Strecke bleibt!!!
Außerdem ist mir bis heute schleierhaft wie denn diese Leistung gemessen werden soll ?
Lfzge pro Sektor in einer Stunde, aber alles konfliktfrei weil nur One-way .usw.usw.
Mir wäre es lieber wenn man diese höhere Belastung mit mehr Freizeit kompensiert (Bsp: zusätzliche Urlaubstage, eklatant weniger Boardzeiten--> nein,
keine 4 Min pro TAG sondern wirklich merklich weniger etc.)
Ich weiß nicht, ich habe kein Problem damit, daß an den anderen Units, obwohl mit weniger traffic die Kollegen kaum weniger verdienen.Ich zahls doch nicht,oder?

pagodeiro65

P.S ICH ARBEITE GENAU DORT WO ES DIESES JAHR ZWEISTELLIGE ZUWACHSRATEN GAB und habe auch schon gehört daß, würde man stur nach Verkehrszahlen und Zuwachsraten gehen, wir hier ca. 1,5 Monatsgehälter (9/3 !!!!!!) zusätzlich bekommen würden.
Trotzalledem halte ich nichts davon alles mit Geld zu kompensieren

von pagodeiro65 - am 12.11.2005 02:09
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