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Runner - schreibt München schon wieder negative Schlagzeilen?

Startbeitrag von Zeitarbeiter am 10.02.2006 17:55

Hier mal eine kleine Frage an die lieben Karlsruher Lotsen / Runner: Kennt Ihr die Konditionen, zu denen Eure Runner arbeiten müssen bzw. könnt Ihr die mal nennen?
Ich habe über Gerüchte aus einer Zeitarbeitsfirma erfahren, daß die Runner, die ab Mitte Februar in München eingesetzt werden sollen, zu ziemlich unsäglichen Konditionen arbeiten sollten (mehrere Stunden am Stück ohne Pause, Verdienst unter 20 Euro die Stunde wovon mindestens die Hälfte an die Zeitarbeitsfirma geht, kein Zutritt zu Ruheräumen...). Also wenn das stimmt, dann macht die DFS doch bestimmt wieder negativschlagzeilen, wie es zu Zeiten der P1-Einführung war, oder? Ich persönlich finde das ganze ziemlich unmenschlich, kann gar nicht glauben, daß die Geschäftsführung der DFS so etwas absegnet. Wenn es stimmte und rauskäme, würden wohl eh die entsprechenden Führungskräfte Ihre Koffer packen können oder wie läuft das in der DFS? Der Münchner Chef von P1-Zeiten ist doch wohl schon raus aus dem Verein?

Also: Bitte um aufklärung, vielleicht liest dies ja auch eine Führungskraft der DFS und kann dazu Details posten, ist ja schließlich nix dabei, die Wahrheit zu verstecken.

Antworten:

Die Runner in Karlsruhe sind DFS-Angestellte mit zeitlich befristetem Arbeitsvertrag.
Sie sind NICHT von einer Zeitarbeitsfirma "ausgeliehen".

Bei der Arbeitnehmer-Überlassung durch Zeitarbeitsfirmen ist es aber normal, dass die Firma eine "Leih-Gebühr" an die Zeitarbeitsfirma zahlt.
Die Arbeitnehmer erhalten ihr Gehalt von der Zeitarbeitsfirma.
Was ich mittlerweile über Zeitarbeitsfirmen gehört habe, kann ich mir diese Arbeitsbedingungen gut vorstellen.
Aber da gehört dann die Zeitarbeitsfirma an den Pranger, nicht die DFS.

In Karlsruhe gab es für die Runnerstellen immer mehr Bewerber als Stellen.
Warum geht man in MUC den Weg über eine Zeitarbeitsfirma ??


Gruß
Arno Nym



von Arno Nym - am 10.02.2006 19:21
Weil man sich den ganzen verwaltungstechnischen Aufwand sparen möchte? Sollen sich wohl andere über Lohnnebenkosten & Co. Gedanken machen.

Na ja, wer an den Pranger gehört, darüber scheiden sich die Geister. Das regelt sich über Angebot und Nachfrage. Wird doch wohl keiner behaupten wollen, daß die DFS nicht genau weiß, was von einem Betrag X nach Abzug der Nebenkosten sowie der "Leasinggebühr" an die Zeitarbeitsfirma, beim Runner ankommt.

Finde, das Geld wäre bei / in eigenen Mitarbeitern wesentlich besser angelegt. Bewerber gäb's zu vernünftigen Konditionen bestimmt genug. Meinetwegen Ferienjobs bzw. auf 400 EUR Basis, aber nicht so! Für die Deckung der Lebenshaltungskosten reicht es eh nicht so recht, weshalb es also nicht gleich als Nebenjob für Studenten/Schüler oder z.B. alleinerziehende Mütter auslegen?

von Air Boss - am 10.02.2006 21:55
Der Chef von den P1-Zeiten ist immer noch in dem Verein. Auch wenn so einiges gelogen war, was er damals so von sich gegeben hat und der Start von P1 alles andere als glatt verlief...

von Schnee - am 11.02.2006 12:16
@Schnee:

Wie, der arbeitet noch??? Also jetzt flieg ich ganz gewiss nicht mehr, da muss man's ja gerade mit der Angst kriegen (Das ist aber keine Kritik an den Lotsen, die tun ja Ihre Arbeit immer mit allen Kräften, hab ich mir oft genug erzählen lassen)! Wie kann so etwas passieren? Ich dachte, die Führungskräfte sind heutzutage immer Provisionsabhängig, und wenn einer die kriegen will, muss er doch einfach saubere Arbeit abliefern, oder nicht? Zugegeben, Provisionen bedeuten, dass die Leute nur noch Geld als Motivation haben und nicht mehr den Job aus Überzeugung machen, aber das geht doch nicht in der Flugsicherung?!

Ein entsetzter Zeitarbeiter...

von Zeitarbeiter - am 11.02.2006 15:36
Auch in langen haben wir einige neue Runner von einer Zeitarbeitsfirma bekommen. Mit einem 6monatigem Arbeitsvertrag. So viel ich weiß müssen diese 5,5 Std. am Tag und am Stück arbeiten. Und dies war wohl Wunsch der DFS. Denn ab der 6. Arbeitsstunde wäre man gesetzlich verpflichtet, Pause zu gewähren.
Über die Höhe des Gehalts kann ich keine Aussage machen, weiß aber, dass zumindest eine der Runnerinnen aufgrund des Gehalts auf keinen Fall 6 Monate bleiben möchte.
Für mich ist das ein Unding und Ausnutzung von arbeitslosen Arbeitskräften.

von niemand - am 12.02.2006 11:44
Servus!

Zitat

Also wenn das stimmt, dann macht die DFS doch bestimmt wieder negativschlagzeilen, wie es zu Zeiten der P1-Einführung war, oder?


Kann mir nicht vorstellen, dass dieses Thema bei irgendeinem Externen auf besonderes Interesse stößt.
Hier im Rhein-Main-Gebiet suchen sie gerade wieder Helfer für die Spargelernte.
Verdienst 5,17¤/Std.
Arbeitszeit: Von 6:00 Uhr morgens bis abends (gesplittet). 46 Std./Woche für zwei Monate.

Wenn man diese Konditionen und die Schwere der Arbeit mit dem Runnerjob vergleicht, macht die DFS immer noch ziemlich positive Schlagzeilen.

Gruß
Krytoc

P.S. Möchte mit diesem Beitrag nicht den "Niedriglohnsektor" in der DFS schönreden. Aber "draußen" geht es eben noch ganz anders zu!!

von Krytoc - am 12.02.2006 13:20
Zitat

Denn ab der 6. Arbeitsstunde wäre man gesetzlich verpflichtet, Pause zu gewähren.

... wobei diese (AZG) Pause nicht zur Arbeitszeit zählt und somit unbezahlt ist.

In Karlsruhe beträgt die Anwesenheitszeit 6 Stunden. Darin sind 30 Minuten unbezahlte Pause enthalten, obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben.


von Arno Nym - am 12.02.2006 15:17
Der DFS ist es völlig egal, wie die gesetzliche Arbeitszeitregelung der Runner ausschaut. Die DFS kauft die Dienstleistung "Streifen austragen" von einem externen Anbieter, der stellt das Personal und kassiert von der DFS.

Die DFS-Führungskräfte haben im Falle der Münchner Runner ausdrücklich kein Weisungsrecht, was Arbeitszeit und Pausenregelung angeht. Sie können z.B. keinen Runner anweisen, seine Pause aus Verkehrs- oder anderen Gründen eine halbe Stunde zu verschieben. Wenn nötig dann geht das nur über den Beauftragten der Zeitarbeitsfirma.

von heinz - am 13.02.2006 10:23
Ich frage mich auch gerade, wie Ihr darauf kommt, dass knapp 20 Euro für einen Runner ein schlechter Lohn wäre. Es handelt sich schließlich um ungelernte Hilfsarbeiter. Ich war vor 10 Jahren im Studium froh, wenn ich 15 Mark verdient habe, und die Jobs waren mindestens so anstrengend.
Also wenn ich jetzt als Fluglotse 31,83 Euro pro Stunde verdiene, dann hört sich 20 Euro für einen Runner ganz schön viel an!!!

von Janer - am 13.02.2006 11:36
Haallooo du Rechenkünstler,

die 20 ¤ gehen an die Zeitarbeitsfirma.
Ich schätze mal max. die Hälfte geht an den Mitarbeiter.

Wie hören sich für Dich den 10 ¤ / h an.
Ohne festen Arbeitsvertrag und ohne die dir zustehenden feudalen Kündigungsschutzregelungen.

Kannst ja mal rechnen...

10 ¤ /h * 6 h / Tag * 5 Tage / Woche * 4 Wochen / Monat


= 1200 ¤ vor Steuer

Immer noch soooo viel??

Gruß Riprap



von Riprap - am 13.02.2006 21:20
@Zeitarbeiter: der 'Chef' in München ist natürlich noch da, er hat natürlich seine Prämie bekommen, denn 'er' hat ja P1 erfolgreich eingeführt. SO läuft das in dem Laden halt... War immer so (COMPAS, Betriebsstättenkonzept, Trennung TWR-APP,...) und wird wohl leider immer so sein. Nächstes Beispiel wird VAFORIT in Karlsruhe, wie man hört.

Es werden ja in M auch minderwertige Radarsichtgeräte eingesetzt, die Ihre Haltbarkeitsdauer schon überschritten haben! Die sind mittlerweile in Bildschärfe und Kontrast kaum noch zu toppen. Aber statt neue, bessere anzuschaffen gibt's 'die alten' aus Frankfurt und Bremen, dreht zur Abhilfe die Helligkeit im Center runter und schon hat man ein 'besseres' Bild und dabei ordentlich Kohle gespart. Wenn da mal nicht auch einer prämienmäßig profitiert... Und das die Lotsen in 10 Jahren ALLE mit Brille vor dem Radar sitzen, interessiert denjenigen recht wenig, ER macht sich die Augen ja nicht kaputt!

von DFs*-Angestellter - am 13.02.2006 21:52
Pausen sind meines Wissens nicht vorgesehen. Wo nix is, kann man ergo auch nix verschieben! Nebeneffekt, den Runnern ist auch die Nutzung der Sozialräume untersagt. Schon eine Tasse Kaffee wird damit theoretisch zum Problem!

@ Janer

Wie kommst Du eigentlich auf 20 ¤? Das ist vielleicht der Betrag, den die DFS an die Verleihfirma zahlt, aber noch lange nicht der tatsächliche Stundenlohn. Wäre das so, könnten wir uns vor Bewerbern vermutlich kaum retten.



von Air Boss - am 13.02.2006 21:54
@DFs*-Angestellter:

Hast Du mal Deinen Schirm mit den neueren Schirmen (z.B. BAKO) verglichen? Schlimm, wenn Leute die Klappe so weit über Dinge aufreißen, von denen sie keine Ahnung haben. Kollegen in Deiner Firma, und ich meine keine Führungskräfte, reißen sich den A... bis zum Anschlag auf, damit Du so angenehm wie möglich arbeiten kannst. Da hast Du wohl mal gehört, dass man in M nicht das neueste und modernste hat, schon steckt eine Verschwörung von "denen da oben" dahinter. In welchem Kindergarten sind wir eigentlich?

Zum Thema: Wieso zeigen sich hier die meisten auf einmal so politisch korrekt und solidarisch? Natürlich freue ich mich über so viel soziale Kompetenz. Aber zu Zeiten der Diskussion um Verwaltungsabbau hätten die wenigsten ein Problem damit gehabt, Arbeitskollegen aus der Verwaltung und auch anderen Bereichen auf der Straße sitzen zu sehen.

von MUC - am 14.02.2006 06:50
@MUC:

Zitat

Kollegen in Deiner Firma, und ich meine keine Führungskräfte, reißen sich den A... bis zum Anschlag auf, damit Du so angenehm wie möglich arbeiten kannst. Da hast Du wohl mal gehört, dass man in M nicht das neueste und modernste hat, schon steckt eine Verschwörung von "denen da oben" dahinter. In welchem Kindergarten sind wir eigentlich?


Damit ich so angenehm wie möglich arbeiten kann?
Äh, ich bin Fluglotse und benutze meinen Bildschirm, um Staffelung zwischen Flugzeugen zu erstellen. Mein Bildschirm ist nicht in der Lage, Geraden als gerade Linien darzustellen. Mein Bildschirm kann nicht gleichmässig scharf darstellen, es gibt immer wieder unscharfe Bereiche, manchmal am Rand, manchmal in der Mitte des Arbeitsbereiches.

Ein Armutszeugnis für einen Flugsicherungsdienstleister. Dass es noch schlechtere Schirme gibt ist mir egal, der Punkt ist, es gibt auch bessere. Die aber sind zu teuer bzw. werden erst dann angeschafft wenn der alte Müll abgeschrieben ist. Im LSS standen mal 2 LCD-Schirme rum, die waren sehr gut, scharf und guter Kontrast. Warum bekommen wir die nicht?

Und es stimmt, die Empfehlung der Fachleute für eine Verbesserung der Bildschärfe ist, die Umgebungshelligkeit runterzuschrauben. Zum Ausgleich bauen sie jetzt oben im ATCISS eine neue helle Hintergrundbeleuchtung ein, da braucht man eine Baseball-Cap, um auf dem Radar was zu erkennen. Aber an den Radarschirmen kann man die Brightness nicht mehr Hochstellen, sonst leiden die Dinger zu sehr und werden vieleicht 4 Wochen zu früh kaputt. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Unter "so angenehm wie möglich arbeiten" verstehe ich etwas anderes.

von heinz - am 14.02.2006 17:32
@ MUC:
Mir ist sch...-egal, wer wo welche Schirme hat. Die Dinger, an denen ich täglich arbeiten muß, sind Schrott. Und wenn das das Ergebnis des Arschaufreißens anderer ist, kann ich nur sagen: die hätten sich die Kimme besser geschont!

von DFs*-Angestellter - am 14.02.2006 19:14
Daß man mit jedem Mittel versucht, das letzte Quäntchen "Leben" aus den Monitoren herauszuholen, ist auch an uns nicht gänzlich unbemerkt vorüber gegangen. Fakt ist aber, daß bei 24/7 Betrieb und 100% Leistung, viele ihren natürlichen Lebenszyklus bereits hinter sich haben, und entsprechend auch mehr oder minder große Mängel deutlich sichtbar werden. Genannt seien z.B. die schon erwähnten Unschärfen oder Verzerrungen. (Glaube, die nennt man Kissen-Effekt)

Die Leistung der Techniker bei diesen lebensverlängernden Maßnahmen ist unbestritten, aber eigentlich wird das Leiden ja nur unnötig verlängert, ohne daß sich entscheidend was bessert. Ob man da unbedingt dankbar sein muß, wenn man sich dabei die Augen ruiniert?

Die Diskussion um Sinn/Unsinn der Verwaltung jetzt mit ins Boot zu nehmen, ist unfair. Ein aufgeblähter Verwaltungsapparat ist ein nicht ganz unberechtigter Vorwurf, und es sagt ja auch keiner etwas dagegen, daß Runner nur so lange beschäftigt werden, wie sie benötigt werden. So lange sie aber beschäftigt sind, haben sie ein Recht, mit Respekt, und nicht wie Menschen 2. oder gar 3. Klasse behandelt zu werden. Selbst in Gottes eigenem Land müssen Schwarze nicht mehr hinten im Bus sitzen, und wir, die wir uns so viel auf unser soziales Engagement einbilden, verbieten Runnern sogar den Zutritt zur Teeküche! Ist das politisch korrekt?

von Air Boss - am 15.02.2006 01:12
@ Airboss:
Zitat

So lange sie aber beschäftigt sind, haben sie ein Recht, mit Respekt, und nicht wie Menschen 2. oder gar 3. Klasse behandelt zu werden.


Volle Zustimmung! Trotzdem sind sie keine DFS-Mitarbeiter, sondern "Gastarbeiter", die der Firma helfen unsere FDB-Kollegen wegzurationalisieren. Das tun sie nicht aus Bösartigkeit, sondern weil ihnen jemand den Job angeboten hat. Deswegen werde ich sie nicht herablassend, aber auch nicht übermässig freundlich behandeln. Sie haben ihren Job zu machen, nicht mehr und nicht weniger.

Aber um mal ein - theoretisches - Szenario zu entwickeln:
Wenn ich nach 2 Stunden am Radar in unseren schon lange zu kleinen Aufenthaltsraum gehe und keinen Platz finde weil sich auch noch 2 Runner die Fussball-WM-Übertragung anschauen müssen, so würde ich doch deutlich ungehalten reagieren.

Und mit der political correctness ist es sowieso nicht so weit her bei uns. Oder was hälst du davon, dass Essen aus den Kühlschränken geklaut wird, dass Kaffeemaschinen vorsätzlich beschädigt werden, etc?

von heinz - am 15.02.2006 07:04
Zitat
heinz
Damit ich so angenehm wie möglich arbeiten kann?
Äh, ich bin Fluglotse und benutze meinen Bildschirm, um Staffelung zwischen Flugzeugen zu erstellen. Mein Bildschirm ist nicht in der Lage, Geraden als gerade Linien darzustellen. Mein Bildschirm kann nicht gleichmässig scharf darstellen, es gibt immer wieder unscharfe Bereiche, manchmal am Rand, manchmal in der Mitte des Arbeitsbereiches.


Ich gebe Dir recht, dass die alten Schirme miserabel etwas darstellen. Wir haben jetzt die neuen, teuren LCD bekommen, aber glaub' mal nicht, dass die fehlerfrei sind.
Bei uns werden auch Geraden als gezackte Linien dargestellt, und das alles nur, weil wohl irgendwelche Grafikkarten das nicht mitmachen / defekt sind.
Über die Funktionalität anderer Systheme wie SVS, ATCISS,... möchte ich erst garnicht reden. Komm mal nach Langen, dann kann ich Dir Fehler über Fehler zeigen...

von ARR Lotse - am 15.02.2006 09:03
Was hat denn Diebstahl & Vandalismus nun mt Political Correctness zu tun???

Selbstverständlch gilt unsere Solidarität erstmal unseren Kollegen, fürchte aber, der Zug ist abgefahren. Was mich halt irritiert, ist der Rückfall in ein Stadium des Frühkapitalismus, das wir längst überwunden glaubten, und nenn es Idealismus, aber ich bin schon ziemlich enttäuscht, daß unsere Firma angsichts unserer derzeit recht entspannten Wirtschaftslage, nur allzu bereit ist, ohne zwingenden Grund auf diesen Zug aufzuspringen.

Wenn Du Dir jetzt schon Gedanken über Deinen Platz in der ersten Reihe bei der Fußball-WM machst, dann kannst Du ja schon mal Dein Handtuch über'n Stuhl legen. Am besten noch bevor die Berliner Kollegen kommen! Aber falls es Dich beruhigt, kannst ruhig meinen Platz haben.

von Air Boss - am 15.02.2006 10:13
Das Problem gibt es schon (etwas) länger:

(lat.) O cives, cives quaerenda pecunia primum est, virtus post nummos

übersetzt:
O Bürger, Bürger, für euch ist der Gelderwerb das Wichtigste, die Tugend kommt erst nach den Talern


Von Horaz, gestorben 8 v. Chr.



von Arno Nym - am 15.02.2006 12:43
Ihr macht Euch Gedanken über die hoffentlich pflegliche Behandlung von Leiharbeitern ?
In Zeiten, wo selbst Juristenverbände eine "leichte Folter" für akzeptabel halten, wird so ein bißchen Sklaverei wohl auch nicht wehtun -oder ?

von ex - am 16.02.2006 19:44
Hi,

da sind die Grafikkarten unschuldig. Das liegt jetzt wieder an den LCD-Monitoren, die extrem scharf sind, was nicht unbedingt von Vorteil ist. Siehe: http://forum.mysnip.de/read.php?8631,633854,633950#msg-633950

von sddler - am 23.02.2006 18:13
Ich finde es zum Teil belustigend, aber auch beschämend was hier über die Runner, die man nicht einmal so nennen darf losgelassen wird.
Es ist doch allein die DFS die die FDS wegrationalisiert(es wurde keinem gekündigt) und ohne die Runner würden sie momentan ziemlich blöd dastehen, jetzt da der Berliner Cutover ist.
Das Nichtbenutzen dürfen der Aufenthaltsräume/Kaffeeküche hat allein betriebsrechtliche Gründe. Und keine Angst: die "Runner" werden nicht lange genug am Stück arbeiten um den Lotsen/FDS etc. des wohlverdienten Platz am Fernseher wegzunehmen!Und auch sie sind nur Menschen die sich ein bischen nebenbei oder zum Studium dazu verdienen möchten. Auch Arbeitslose junge Leute haben wieder eine Aufgabe und Chance.
Die beissen sich jetzt durch mit den minderwertigen Arbeitsvorlagen und geben trotzdem ihr Bestes! Der Lohn liegt mit Sicherheit nicht unter dem Flughafen Niveau und geht im übrigen keinen etwas an ! Wenn es euch zu wenig ist gebt ihnen doch etwas von euren super Lotsengehältern ab ! Nichts übrig ?
Abgesehen davon werden den "Runnern" beim Einstellungsgespräch der Lohn und die Konditionen mit Sicherheit nicht verschwiegen worden sein und sie wird auch keiner gezwungen haben den Job zu machen !



von moni - am 04.03.2006 20:08
runner-gehalt: 6,90 euros brutto pro stunde. tatsächlich liegt das gehalt von leiharbeitern des sicherheitsdienstes am flughafen noch darunter. im übrigenb ist die dfs die einzige, die in nächster zeit ziemlich blöde dasteht, jetzt wo pss verschoben wurde. mir ist das egal, no flightplan no clearance. beschwerden bitte schriftlich an die niederlassungsleitung. einen schönen sonntag.

von flitzer - am 05.03.2006 12:51
Fürchte, die Einzigen, die blöde aus der Wäsche gucken werden, sind wir. No Flightplan, no Clearance wird wahrscheinlich weniger das Problem sein, sondern eher das Gegenteil. Da Du ja laut Anweisung ALLE Streifen vorgelegt bekommst, wird der Co zukünftig, neben seinen heute schon nicht unerheblichen Aufgaben, auch noch damit beschäftigt sein, die Streifen zu überprüfen, und vor allem, auszusortieren. Speziell bei zusammengelegten Sektoren wird das spaßig, da können das schon mal 2, 3, 4... Streifensätze sein. Und das Lustige dabei, auch noch P1-spezifisch, mit jeweils unterschiedlichen Levels! Aber bis Ende 2008, wenn die jetzigen Prognosen von PSS simmen, haben wir ja 2 1/2 - 3 Jahre Zeit, das zu üben :hot:

Da können wir uns die Streifen auch gleich selbst holen, da weiß man wenigstens, was man hat. Der zeitliche Aufwand, sich einem Streifensatz zu widmen, dürfte auch nicht wesentlich größer sein. Wieso werde ich das Gefühl nicht los, daß man langfristig genau das beabsichtigt? Beim Ausweichcenter habe ich es noch für einen schlechten Scherz gehalten...... Und wenn man mir dann noch ein Staubtuch in die Hand drückt, kann ich im Vorbeigehen auch noch die Konsolen abstauben.

Ich finde es wirklich rührend, wie sehr die Firma bemüht ist, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, und dafür sorgt, daß es uns an nichts mangelt und wir uns nicht langweilen. Vielen Dank an alle, die sich angesprochen fühlen, ich hätte sonst echt nicht gewußt, wie ich so nen langweiligen Sommer überstehen soll. Jetzt, wo man nichtmal mehr am Arbeitsplatz lesen oder SMSen darf!

Quo vadis, Flugsicherung?

Off-topic:

Ein herzliches Willkommen an unsere neuen Kollegen! (ehrlich gemeint, ausnahmsweise) Hätte mich nicht gewundert, wenn man auch noch den Roten Teppich ausrollt, und der Niederlassungsleiter mit seiner Riege "Ich hab' noch einen Koffer in Berlin" intoniert. Ich hätte zwar ein Buffett, bei dem man alle mal in ungezwungener Atmosphäre hätte kennenlernen können vorgezogen, als einen halben Staatsempfang zu nächtlicher Stunde, aber jedem das Seine. Ich hoffe, Ihr wißt die Ehre zu schätzen, persönlich, abends und am Wochenende empfangen zu werden. Uns hat er sich als er kam nichtmal vorgestellt! Nur damit hier nicht der falsche Eindruck entsteht. ;)

von Air Boss - am 06.03.2006 10:26
"...Jetzt, wo man nichtmal mehr am Arbeitsplatz lesen oder SMSen darf!..."

Also das mit dem Lesen wurde hier schon mal lang und breit durchgekaut. Jetzt also möchte man auch gern noch am Board SMSen??!! Also wenn das ein Scherz sein soll, danke, selten so gelacht. Falls es ernst gemeint sein sollte, schließe ich mich, bevor ich "vom Stuhl kippe", Deiner Frage an:
"Quo vadis, Flugsicherung?"

Gruß
Senior

von senior - am 06.03.2006 10:39
Zitat

Fürchte, die Einzigen, die blöde aus der Wäsche gucken werden, sind wir. No Flightplan, no Clearance wird wahrscheinlich weniger das Problem sein, sondern eher das Gegenteil. Da Du ja laut Anweisung ALLE Streifen vorgelegt bekommst, wird der Co zukünftig, neben seinen heute schon nicht unerheblichen Aufgaben, auch noch damit beschäftigt sein, die Streifen zu überprüfen, und vor allem, auszusortieren. Speziell bei zusammengelegten Sektoren wird das spaßig, da können das schon mal 2, 3, 4... Streifensätze sein.


ich weiss nicht, wo das problem liegt. nur weil ich einen haufen kontrollstreifen vorgelegt bekomme, von dem ich 3/4 wegschmeissen kann, heisst das noch lange nicht dass ich den richtigen flugplan vorliegen habe. wenn ich den richtigen in der streifenbay liegen habe gibts die clearance, ansonsten gibts ein sorry. und wenn mir dreimal irgendwelche departures um die ohren fliegen, ohne dass ich einen korrekten flugplan habe, dann müssen die nächsten eben langsamer starten.

was habt ihr nur alle für eine angst, mal "negative" zu sagen?

von flitzer - am 06.03.2006 10:54
Sorry Senior, wenn ich nicht so ganz Deinen Sinn für Humor getroffen habe. Werde zukünftig die ironisch gemeinten Stellen kennzeichnen (vielleicht mit einem ;)) ;)

Tja Flitzer, im Gegensatz zu Dir versuche ich halt noch, mir den Spaß an der Arbeit nicht vermiesen zu lassen (ich muß das nämlich noch ein paar Jährchen machen), und nicht jeden belehren zu wollen. Sicherlich ist ein Negativ ein legitimes Mittel, sich seiner Haut zu wehren, aber nur um das System ad absurdum zu führen, und Kollegen damit auflaufen zu lassen, dann doch nicht so ganz die feine Art. 1000 ft, 5NM, Strich fahren und hinter mir die Sintflut, ist ein ganz schön einfaches Weltbild. Ein bißchen mehr war da schon noch.

Wohl gemerkt, ich finde die Entwicklung beileibe nicht okay, da müssen wir nicht drüber diskutieren, sich das Vorhandene aber auch noch absichtlich kaputt machen zu wollen, geht mir dann aber doch entschieden zu weit. Außerdem trifft es eh immer die, die nun wirklich nichts dafür können, nämlich Kollegen und Flieger. Es lassen sich bestimmt auch andere Formen des Protestes finden.

von Air Boss - am 06.03.2006 12:23
Hi Air Boss,

don't worry. Hab's mir ja auch so gedacht. Aber angesichts so mancher hin und wieder mal bekannt werdenden, abenteuerlichen Forderung, was am board so alles gemacht bzw. (offiziell) geduldet werden soll, kann man ja mal nachfragen, od'r?

Gruß
Senior

von senior - am 06.03.2006 12:30
Klar, kostet ja nichts. Ich sehe das inzwischen so, daß nachdem auch selbstverständliche Dinge nochmal explizit mit Abmagnungsandrohungen untersagt werden, man wohl mittlerweile davon ausgehen darf, daß alles, was nicht verboten ist, erlaubt ist. Sonst hätte man es ja verboten. ;)

Aber das hat mit der Sache ja nun rein garnichts zu tun.

von Air Boss - am 06.03.2006 12:47
Zitat

Wohl gemerkt, ich finde die Entwicklung beileibe nicht okay, da müssen wir nicht drüber diskutieren, sich das Vorhandene aber auch noch absichtlich kaputt machen zu wollen, geht mir dann aber doch entschieden zu weit. Außerdem trifft es eh immer die, die nun wirklich nichts dafür können, nämlich Kollegen und Flieger. Es lassen sich bestimmt auch andere Formen des Protestes finden.


wer hier was kaputtmacht ist doch wohl klar. vaforit, pss, p1, umzug nürnberg.... ach ja, vergesst nicht, die beleuchtung im betriebsraum runterzudrehen, damit die bildschirme länger scharf bleiben.

ich verwende ein negative nicht dazu um kollegen auflaufen zu lassen. wenn ich negative sage dann ist es nötig. ich werde mich aber nicht von einem negative abhalten lassen nur weil es vieleicht einem kollegen probleme bereitet.

und ich kann den zusammenhang auch nicht erkennen. wenn ich eine edds-dep stehenlasse weil ich keinen streifen habe wenn der flieger reinruft, warum schade ich damit einem kollegen? edds-twr sagt zum piloten "münchen does not accept you, i call you back" und die sache ist erledigt. wenn der kollege allerdings bauchschmerzen bekommt, weil er beim start-up-request negative sagen muss dann sollte er seine einstellung zur flugsicherung nochmal überdenken. es heisst nicht "fliegen um jeden preis" sondern "better safe than sorry".
was meinst du wie oft der münchner approacher mir sagt "no more traffic accepted" weil der supervisor schiss hat vernünftig zu steuern? es kostet mich ein arschrunzeln, die flieger bei mir ins holding zu clearen, und wenns nicht mehr geht muss eben karlsruhe dran glauben. und nein, noch kein einziges mal habe ich an der entscheidung meines approachers gezweifelt. er hat die zulassung er weiss was er macht und alleine er entscheidet, ob er flieger nimmt oder nicht. dabei braucht ihn nicht zu interessieren ob es mir probleme macht oder nicht, darum muss ich mich kümmern. er muss nur hinterher seine massnahme rechtfertigen können, aber das ist wiederum nicht mein problem.

so verstehe ich flugsicherung.

aber wir schweifen ab, das war eigentlich nicht das thema, wenns interessiert können wir ja einen neuen fred aufmachen.

von flitzer - am 06.03.2006 13:26
Zitat

Wohl gemerkt, ich finde die Entwicklung beileibe nicht okay, da müssen wir nicht drüber diskutieren, sich das Vorhandene aber auch noch absichtlich kaputt machen zu wollen, geht mir dann aber doch entschieden zu weit. Außerdem trifft es eh immer die, die nun wirklich nichts dafür können, nämlich Kollegen und Flieger. Es lassen sich bestimmt auch andere Formen des Protestes finden.


was sind denn andere formen des protests? brief an den chef? ich lach mich tot. kleines gespräch mit der bildzeitung? wen interessieren unsere runner?

also bitte vorschläge. dass mit pss, fdb-ausmusterung und runnern schwachsinn gertieben wurde, da sind wir uns wohl einig.

von flitzer - am 06.03.2006 13:32
Klar, hilft mir jetz ungemein, wenn Bildschirme mit 15% über Soll gefahren werden, damit man ihnen endgültig den Rest gibt. Fragt sich bloß, was zuerst kaputt geht, der Bildschirm oder meine Sehschärfe. Danke Kollege, ich such mir bei Vielmann schon mal das Kassenmodell aus, so lange ich noch was sehe! Schon mal daran gedacht, daß man die Wirkung bekämpft, und nicht die Ursache? Es gibt nämlich auch vernünftige Einstellungen (sowohl was Monitore als auch Raumhelligkeit betrifft), die weit weniger Probleme bereiten.

Erinnert mich übrigens doch sehr an die Geschichte mit den Webern, die ihre Holzschuhe (frz. sabot) in ihre Webstühle geworfen haben, nur so nebenbei bemerkt.

Was das Negativ bzgl. No Flightplan, no Clearance betrifft, ich kenne auch Kollegen, die das auch bei wenig bis garkeinem Traffic sagen (man sitzt ja daneben, und kriegt mit, daß er nur Däumchen dreht), und die Flieger stehen definitiv nicht am Boden! Insofern tut es schon jemandem weh. Die Gründe, weshalb es keinen Plan gab, lassen sich später, wenn man Zeit hat, wesentlich entspannter klären, als zu dem Zeitpunkt, wenn mir der Flieger auf den Nägeln brennt.

Wenn man nur Spielchen treibt, um zu zeigen, wie cool man ist, hat das mit Flugsicherung, wie ich sie verstehe, nichts zu tun.

Andere Formen des Protests? Die Palette ist doch wirklich weit gefächert, von offenen Briefen, Unterschriftensammlungen, GdF, Gutachter bis hin zum Meeting vor der brennenden Öltonne. Ihr seid doch sonst immer so kreativ, weshalb es immer auf dem Rücken der Kollegen austragen, haben wir denn wirklich nichts besseres zu tun?

von Air Boss - am 06.03.2006 15:19
offene briefe mit unterschriftensammlung hatten wir beei p1 schon, hat den cheffe nicht interessiert. brennende öltonne geht nur bei tarifstreitereien. gutachter, dass pss nichts taugt und das "runnersystem" unzulänglich ist - zeig mir einen. gdf hilft nicht, die dfs beruft sich - zurecht - auf unternehmerische entscheidungsfreiheit. einzige möglichkeit wäre über die gdf an die öffentlichkeit, aber die interessiert vogelgrippe und schneechaos, keine runner in münchen.

einzige möglichkeit: alle halten sich an alle vorschriften, sogar an die, sich zum toilettengang beim wachleiter ab- und zurückzumelden -> schwachsinniges system bricht zusammen, sinnvolles überlebt. ich glaube wir alle kennen das ergebnis.

von flitzer - am 06.03.2006 19:08
Zitat

Ihr seid doch sonst immer so kreativ, weshalb es immer auf dem Rücken der Kollegen austragen, haben wir denn wirklich nichts besseres zu tun?


ich habe gerade deinen beitrag nochmal gelesen, deswegen sag ichs nochmal: wenn ich ein negative ausspucke, dann nur, weil ich es für nötig halte. der rücken meines kollegen ist mir dabei egal. genausowenig erwarte ich von meinem kollegen dass er sich in die scheisse reitet nur um mir einen gefallen zu tun. wer sich persönlich verletzt fühlt, weil ich ihm eine restriction oder gar ein negative an den hals hänge hat neben mir nichts zu suchen. ich bin für meinen sektor verantwortlich, ich entscheide, was geht, und wer es besser kann soll mich bitte ablösen.

am schärfsten sind immer die kollegen, die auf einem überlaufsektor arbeiten und dann rüberrufen "los, wir können zusammenlegen, ich hab nur noch die paar streifen". die grinse ich dann immer an und sage "klar, wenn du mich ablöst". dann sind sie tödlich beleidigt, weil sie nicht 10 minuten eher fussball schauen dürfen. ich habe kein problem damit, wor 2 streifen oder vor einem geschlossenen sektor zu sitzen bis die ablösung kommt, und schliesslich verdienen wir alle das selbe geld.

von flitzer - am 06.03.2006 19:20
Verlangt ja auch keiner, daß Du Dir wegen mir ein Bein ausreißt, aber wenn Du meinen Beitrag nochmal überfliegst, dann steh da ja auch sinngemäß, daß es doch so manchen Kollegen gibt, der ohne zwingenden Grund (ja, ich kann das durchaus beurteilen) auf Prinzipien rumreitet, und meint according to the book im Recht zu sein, wenn er sich jegliche zusätzliche Arbeit vom Hals schafft. Beschämend finde ich, wenn man es in 80 NM nicht schafft, einen höheren Level zu clearen, und kaum hat der Flieger die Luftraumgrenze überflogen, geht's dann plötzlich doch (bei gleicher Konstellation, wohl gemerkt, und medium bis low Traffic!), nur der Lotse ist halt motivierter.

Und dafür gibt's dann das selbe Geld! Aber lassen wir das, dieses Thema war für mich immer schon ein :tor:

von Air Boss - am 07.03.2006 00:14
@ flitzer

Ich gebe Air Boss völlig Recht.
Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass ein sehr wichtiges Kriterium für die die Prüfung der Eignung von Bewerbern für den Beruf des Flugverkehrslotsen die TEAMFÄHIGKEIT ist. Angesichts Deiner Ausführungen in verschiedenen posts bestehen bei dir offensichtlich erhebliche Zweifel für das Vorhandensein dieser für unseren Job unerlässlichen Eigenschaft.

von senior - am 07.03.2006 06:46
Danke für die Rückendeckung, Senior. Fing schon an, an meinem Weltbild zu zweifeln.

Was die Möglichkeiten des Protestes betrifft, die Liste war nur als Anregung gedacht, und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist aber natürlich einfacher, jedes Argument als ungeeignet abzutun, als selbst sich was auszudenken. Und was kommt dann? Sachen wie No Directs und Monitore auf Vollast zu fahren. Na toll, wirklich kreativ, macht mächtig Eindruck!

Schon mal daran gedacht, daß unser Cheffe auch einen Cheffe hat, und der sich wiederum einem Minister verantworten muß? Und ob die sich so gern in den Schlagzeilen sehen, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Auch wage ich zu bezweifeln, daß sich der Pauschalurlauber nicht dafür interessiert, wer auf ihn da unten aufpaßt. Viele von ihnen haben doch eh schon Flugangst, und überleben den Flug nur im Wachkoma.... :drink:

Dann sind da auch noch die Fluggesellschaften, mit einer auch nicht unerheblichen Lobby. Die stehen doch beim kleinsten Anzeichen eines Delays oder eines Risikos für die Luftfahrt sofort auf der Matte!

Und last but not least, daß man für bessere Arbeitsbedingungen nicht streiken darf, wäre mir neu. Was tun dann die ganzen Krankenhausärzte auf den Straßen? Haben die alle gerade nichts besseres zu tun, und denken sich: Ach, das Transparent da in der Ecke sieht schön aus, vielleicht kann ich es unterwegs brauchen?

von Air Boss - am 07.03.2006 12:53
Du darfst wirklich nur in Tarifstreitigkeiten zum Mittel des Strikes greifen.
politische Streiks, wie sie in Italien und Frankreich erlaubt sind, sind in Deutschland verboten.
Ciao, Volker

von volker m - am 07.03.2006 14:15
eigentlich wollte ich hier aufhören. mittlerweile sind wir meilenweit vom ursprungsthema weg und lagsam wirds persönlich, aber einmal muss ich mich noch melden.

Zitat

Und was kommt dann? Sachen wie No Directs und Monitore auf Vollast zu fahren. Na toll, wirklich kreativ, macht mächtig Eindruck!

no directs macht mächtig eindruck, beim letzten mal sogar soviel dass ein paar kollegen vor den cheffe zitiert wurden - und da haben noch nicht mal alle mitgemacht.
monitor auf volllast ist nicht bösartig, sondern schlicht notwendig bei diesen lichtarmen schirmen, panzerglasscheiben, damit niemand das teure display berührt und bei dieser bescheidenen raumbeleuchtung.
Zitat

Es ist aber natürlich einfacher, jedes Argument als ungeeignet abzutun, als selbst sich was auszudenken.

ich habe mir was ausgedacht, was du als ungeeignet dargestellt hast. du bringst keine neuen ideen.

Zitat

Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass ein sehr wichtiges Kriterium für die die Prüfung der Eignung von Bewerbern für den Beruf des Flugverkehrslotsen die TEAMFÄHIGKEIT ist.

leider hast du nicht erklärt, was an meinen aussagen auf mangelnde teamfähigkeit schliessen lässt. wenn du meinst, ich müsste das verpissen von kollegen auf kosten anderer unterstützen - ja dann bin ich nicht teamfähig.
mal ein beispiel aus der praxis, heute erlebt, was NICHT teamfähig ist: lotse a hat einen direct-request an lotse b, b ist busy und sagt negative, a fängt mit b das diskutieren an ob es denn nicht doch ginge und da wäre doch nichts blablabla. b sagt nochmal genervt negative. a legt auf und lässt sich bei seinem nachbarn über die unflexibilität des teams X und des lotsen b speziell aus.
so arbeiten wir mittlerweile zusammen, das erlebst du tagtäglich. verschwendet einer der (meist jungen) überflieger auch nur einen gedanken daran dass die anderen auch eine zulassung haben, dass sie wissen warum sie yes oder no sagen und das alleine sie es letztendlich auch zu verantworten haben? bringen sie auch nur einen funken verstand auf um zu erkennen dass nicht jeder jeden tag gleich gut ist, dass es kollegen über 50 gibt die lieber einmal zuoft als einmal zuwenig negative sagen? sind das die teamfähigen fluglotsen?
wenn mir einer ein negative sagt oder mir eine restriction gibt, dann sage ich meine initials und tue was verlangt wird. ohne sofort mein radar zu verstellen um zu schauen ob das denn tatsächlich nötig war. DAS ist für mich teamfähigkeit.

Zitat

Angesichts Deiner Ausführungen in verschiedenen posts bestehen bei dir offensichtlich erhebliche Zweifel für das Vorhandensein dieser für unseren Job unerlässlichen Eigenschaft.

und zum schluss, lieber senior, ein gutgemeinter ratschlag: du solltest ein wenig an deiner rethorik feilen. du klingst nämlich wie ein wachleiter, dem die argumente ausgegangen sind.

von flitzer - am 07.03.2006 17:44
"...wenn mir einer ein negative sagt oder mir eine restriction gibt, dann sage ich meine initials und tue was verlangt wird. ohne sofort mein radar zu verstellen um zu schauen ob das denn tatsächlich nötig war. DAS ist für mich teamfähigkeit."

Da gebe ich Dir völlig Recht, lieber flitzer. Wenn das Deine Grundeinstellung ist, alles ok, dann nehme ich meine Zweifel zurück. Allerdings klang es wie gesagt in einigen posts von Dir etwas anders. Also nix für ungut. ;)

Gruß
Senior

von senior - am 07.03.2006 18:12
Apropòs "Rhetorik". Ich bin weder Wachleiter (heißen die heutzutage nicht "Supervisor"?), noch gehen mir so schnell die Argumente aus. Also, es bleibt spannend. ;)

von senior - am 07.03.2006 18:26
Zitat

monitor auf volllast ist nicht bösartig, sondern schlicht notwendig bei diesen lichtarmen schirmen, panzerglasscheiben, damit niemand das teure display berührt und bei dieser bescheidenen raumbeleuchtung

Würde man die Raumhelligkeit zurücknehmen, könnten auch Kontrast und Helligkeit reduziert werden, was wiederum zu schärferen Konturen führt. Kann jeder an seinem Fernseher daheim ausprobieren, was passiert, wenn man alles auf 100% stellt. Das Bild wird zusehends schlechter, und erreicht bei 100% mitnichten die beste Qualität! Aber einige bestehen ja auf Festbeleuchtung, drehen dann auf volle Power, und beschweren sich über Unschärfen. Das Problem ist mehr oder weniger hausgemacht, das hat nichts mit Lichtschwäche zu tun, und ein notwendiges Übel ist es auch nicht. Aber natürlich gehen jahrelange Überanspruchung nicht spurlos vorbei. Und Panzerglas?!? Also bei uns im Süden ist das höchstens Acryl, im Gegensatz zu dem in der Bank.

von Air Boss - am 08.03.2006 01:25
Hi Air Boss,
mir scheint, du wirfst hier einiges in einen Topf, was aber nicht unbedingt da hinein gehört.
Der Häusliche Fernseher lässt sich nicht wirklich mit dem Arbeitsgerät Radarschirm vergleichen.
Du kannst gerne mal bei mir vorbeikommen, ich habe ein recht interessantes Gutachten über Beleuchtung/Licht in der Arbeitswelt das ich Dir geben kann.
Ganz kurz gefasst, wird dort vehement eine Verringerung der Raum-Helligkeit abgelehnt. Natürlich soll die Beleuchtung blendfrei sein.
Es gibt sicher noch einige Kollegen, die sich an das Primärradar erinnern können. Ganz tolle Genauigkeit, stockdunkler Raum. Es gibt schönere und bessere Arbeitsumgebungen. Aber da würde der weitere Weg ja wieder hinführen, oder? Toller Fortschritt.
Ciao, Volker


von volker m - am 08.03.2006 14:52
Wenn du schon angeblich weißt wieviel die runner bekommen, dann mach aus dem Brutto wenigstens ein netto und nach der Probezeit ist es auch schon wieder mehr,
aber so etwas wird ja wieder einmal verschwiegen !!!!!

von moni - am 08.03.2006 17:33
Stimmt ja gar nicht !
6.9. netto und nach einem viertel Jahr mehr !
So etwas wird selbstverständlich nicht erwähnt.
Wenn ihr schon mitreden wollt, dann informiert euch nächstes mal richtig!!!!!!

von moni - am 08.03.2006 17:36
Hallo Volker,

glaube mir, der Unterschied ist mir bekannt. Beide basieren aber auf der Braun'schen Röhre (LCD's oder Plasma haben wir ja noch nicht), also ist ein Vergleich durchaus nicht abwegig. Aber Du hast natürlich Recht, es würde hier zu weit führen, erklären zu wollen, weshalb mit zunehmender Intensität die Konturen unschärfer werden.

Finde ich interessant, daß es ein Gutachten zum Thema Raumhelligkeit gibt, aber unter welchem Gesichtspunkt wurde es erstellt, und für wen? Ging es um Arbeitsklima, Bildschirmarbeitsplätze (nur gelegentlich genutzt z.B. im Büro, oder ausschließlich, wie bei uns), Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, deren subjektives Wohlbefinden usw.? Könnte mir vorstellen, daß je nach Gesichtspunkt und Priorität, man zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Wenn man die Reduzierung der Helligkeit ablehnt, hat man dann auch eine Lösung dafür, daß Monitore da nicht mithalten können? Bin da nicht auf dem Laufenden, aber gibt es überhaupt Monitore, die bei quasi Tageslicht die erforderliche Helligkeit liefern? Die Blaue Grotte wünscht sich keiner zurück, aber daß sich die Wand, und alles was in unserem Rücken abläuft sich spiegeln, doch sicher auch nicht. Tatsache ist jedenfalls, daß diese Spiegelungen abnehmen, sobald es etwas dunkler ist, und die relative Helligkeit der Monitore nimmt auch zu. Läßt sich da wirklich kein Kompromiß finden?

von Air Boss - am 08.03.2006 19:08
Zum Thema Bildschirmarbeitsplatz gibt es jede Menge Untersuchungen und inzwischen anerkannte Lehrmeinungen, Stichwort zum Beispiel auch TCO. Dazu gibt es eine entsprechende Verordnung mit Mindestvorraussetzungen etc.

Gerade Spiegelungen und Blendfreie Beleuchtung sind heute absolut kein Zauberwerk mehr und lassen sich durchaus in den Griff bekommen, immerhin ist das permanente Arbeiten am Bildschirm heute eher Standard als Ausnahme.

Stand der Technik sind natürlich LCD Bildschirme, gerade auch weil diese problemlos absolut scharfe Darstellung, extrem hohe Kontraste und Tageslichttauglichkeit vereinbaren. Darstellungsgeschwindigkeit oder Blickwinkelabhängigkeit sind heute auch kein Problem mehr.

von Denti - am 09.03.2006 03:44
Naja, die Raumhelligkeit wird dort nicht vehement grundsätzlich abgelehnt. Für die Nachtzeiten gibt es dort ganz andere Aussagen. Zumindest wenn wir das gleiche Gutachten meinen.....

von Hihi - am 09.03.2006 09:00
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