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ATCNET-Forum
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Saigor, senior, Ronald Heyne, RVR, bombi, lotse 9.3, einer vom Tower

CATII in München

Startbeitrag von bombi am 20.02.2006 21:51

Über den Versuch einen CATI/II-Anflug in München auf eigene Verantwortung zu machen. Ist da was dran und wenn ja warum?

[www.pprune.org]

Antworten:

Warum sollte das nicht möglich sein?? Wie ja auch schon in dem anderen Forum steht: Ich verbiete doch keinem Piloten einen Anflug! Der kennt die ATIS, die aktuellen RVRs, und wenn er anfliegen will, dann soll er das tun. Kommt aber ja eh nur dann vor, wenn CAT II auf Grund der Ceiling ist, die RVR Werte aber > 550m.

von einer vom Tower - am 20.02.2006 22:19
CAT II/III-Betrieb ist lediglich ein "Angebot" des Flughafens und der DFS an die Piloten , die nach den zugrunde liegenden Minima fliegen dürfen (oft ist die nötige RVR von Gesellschaft zu Gesellschaft und Erfahrung des Piloten unterschiedlich). Wenn ein CAT III-Anflug durchgeführt werden soll, muß neben den erfüllten bodenseitigen Bedingungen die Maschine und der Pilot noch entsprechend lizensiert sein.
Selbstverständlich kann der Pilot bei CAT III-Wetter aber auch einen CAT I-Anflug machen oder sogar einen non-precision (VOR oder NDB oder SRA) durchführen, dann ist natürlich die Wahrscheinlichkeit eines overshoots hoch, aber die Minima für den Piloten sind bei diesen Anflügen ja auch höher als bei CAT II/III, so daß der mögliche overshoot dann eben früher eingeleitet werden muß...

von lotse 9.3 - am 21.02.2006 08:22
hmm, es gab schon ein paar fälle in denen ein app verweigert wurde. dies geschah aber als es nicht nur CAT III gab, sondern auch eine Barrier. und wenn dann flieger bei einer Barrier von 200m mit einer min RVR kommen gibt es den einen oder anderen WL der dafür sorgt das diese gar nicht erst den versuch der landung bekommen. vor kurzem hatten wir wieder mal so einen der nach dem dritten GA dann zum alternate ist. sprich platz für drei flieger die sich an die verfahren gehalten hatten und entsprechende min RVRs vorweisen konnten waren lost.

wenn keine barrier, dann kann jeder anfliegen wie er lustig ist.

Saigor


von Saigor - am 21.02.2006 15:42
Zitat

wenn keine barrier, dann kann jeder anfliegen wie er lustig ist.

Es kann jeder immer anfliegen, wie er lustig ist. Die RVR-Barrier greift nur bei der Departure, wenn der Flieger startet. Wenn er trotz nicht ausreichender RVR-Werte startet kann das an allem Möglichen liegen, sei es die Company, sei es die CFMU, sei es der Tower-Lotse, der gepennt hat. Dafür einen Flieger zu punishen ist nicht gerechtfertigt.

Wenn ein Flugzeug gestartet ist, dann ist es allein die Entscheidung des Piloten ob er einen Anflug versucht oder nicht, ob er ins Holding oder ob er zum Alternate geht. Schon eine Empfehlung zur Diversion ist sehr fragwürdig und kann sehr teuer werden, einen Anflug verweigern kann bei funktionierendenm technischen Equipement weder Lotse noch Wachleiter

von RVR - am 21.02.2006 18:19
nicht wenn sie nachweislich schummeln. im flugplan 200 angeben und dann mit 550 kommen. kann ja mal passieren, aber nicht immer.

Saigor


von Saigor - am 21.02.2006 20:57
@RVR
Ich gebe Dir völlig Recht, wie auch dem Kollegen "lotse 9.3". Die bodenseitige Anwendung des Allwetterflugbetriebs nach BS III ist ein Angebot nicht des Flughafens sondern des DFS-Towers an die fliegende "Öffentlichkeit".

Der Pilot bekommt eine Flugverkehrskontrollfreigabe zur Durchführung eines ILS APCH ohne irgendwelche Zusätze ("CCCXXX cleared ILS APCH RWYnnd"). Was der Pilot dann daraus macht, ob ILS APCH BS (CAT) I, II oder III, ist ausschließlich seine Entscheidung. Es geht den Lotsen schlichtweg nichts an und es steht ATC auch nicht an, die Qualifikation oder Lizensierung des Piloten oder des Lfz zu hinterfragen.

Merke: Zieht Euch keinen Schuh an, der nicht passt. Und übrigens, das Studium der BA-FVK hilft manchmal ungemein. ;-)

Gruß
Senior

von senior - am 21.02.2006 21:09
...und in der BA-FVK kann man dann lesen:
"475.8 Anflugfreigabe :
.81 Freigaben zur Durchführung eines Anflugs nach BS ΙΙ, ΙΙΙ a/b sind ohne Angabe der Betriebsstufe zu erteilen.
Anmerkung : Die Einleitung eines ILS-Anfluges ist nicht davon abhängig, ob die für den Luftfahrzeugführer festgelegten Wetterminima gegeben sind."

Wer einem Flieger den Anflug verweigert, begibt sich da auf dünnes Eis. Bei so einem Fall könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Schadensersatzklage erfolgreich ist.

Die Frage an den Piloten nach dem persönlichen Minima ist meiner Meinung nach nur deshalb sinnvoll, weil man auf diesem Weg vorher erfährt, wer bei Sichtbesserung wann einen Anflug machen will. Sonst muss man bei jeder neuen RVR fragen, wer anfliegen will.

Gruss

Ronald

von Ronald Heyne - am 21.02.2006 21:28
das fragen nach den minimamachen wir in muc nur weil wir halt zwei bahnen befüttern, die sich manchmal deutlich unterscheiden (bsp 1200m auf der einen 175 auf der anderen)

Saigor


von Saigor - am 22.02.2006 10:03
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