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Pressemeldung zum FS Gesetz

Startbeitrag von Sauer am 07.04.2006 13:30

Kam gerade rein:

Pressemitteilung der Gewerkschaft der Flugsicherung:
Neues Flugsicherungsgesetz verabschiedet - und die Sicherheit verabschiedet sich mit

Mit völligem Unverständnis nimmt die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) die nahezu einstimmige Verabschiedung des neuen Flugsicherungsgesetzes (FSG) im Bundestag am 7. April 2006 zur Kenntnis. Mit dieser Entscheidung stimmen die Abgeordneten von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen einer drastischen Absenkung des Sicherheitsniveaus am Himmel über Deutschland zu. Anstatt die mühevoll über Jahrzehnte aufgebauten und seit langem bewährten Sicherheitsstandards sowie das Prinzip „Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit“ beizubehalten, wird unter dem Vorwand eines angeblich bevorstehenden künftigen Wettbewerbs, fahrlässig das Leben von Flugpassagieren, Luftfahrzeugbesatzungen sowie der Bevölkerung Deutschlands aufs Spiel gesetzt. Vollkommen ohne Not orientiert man sich in einem der dichtestbeflogenen Lufträume der Welt, künftig an europäischen Sicherheitsmindeststandards.
Laut Pressemitteilung des Deutschen Bundestages hielt es insbesondere die CDU/CSU-Fraktion nicht für nötig, auf die von der EU vorgeschriebenen Mindeststandards „draufzusatteln“. Die GdF verwahrt sich in höchstem Maße gegen die Behauptung des Verkehrsauschusses, ihre Anregungen hätten in nennenswerter Weise Eingang in das neue Gesetz gefunden. Vielmehr sind selbst die größten und grundlegendsten Bedenken ihrer Flugsicherungsexperten völlig unberücksichtigt geblieben. Sollten die künftigen Sicherheitsmängel zu schwerwiegenden Folgen für den Luftverkehr führen, wird die GdF nicht zögern die hierfür Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft beim Namen zu nennen.
Vollkommen unverständlich ist für die GdF auch, wie anhand des vorliegenden Gesetzestextes seitens der SPD von einem „guten Gesetz“ gesprochen werden kann. Daran gemessen würden die Parlamentarier es höchstwahrscheinlich auch begrüßen, wenn in deutschen Kernkraftwerken künftig russische Sicherheitsstandards gelten würden oder die Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland das Niveau von China hätte.
Ob die Behauptung der FDP-„Experten“, die deutsche Flugsicherung könne sich nun „fit für den weltweiten Wettbewerb“ machen aus purer Unwissenheit erfolgt, oder aber der Versuch ist, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen, kann die GdF nicht beurteilen. Fakt jedoch ist, daß es bei dem „Single European Sky“ - Projekt der EU Kommission, auf welches hier offensichtlich Bezug genommen wird, ausdrücklich betont wird, daß es weder um Privatisierungen, noch um einen zukünftigen Wettbewerb zwischen Flugsicherungsorganisationen geht. Völlig absurd und geradezu eine Verdrehung der Tatsachen ist auch die Behauptung des FDP-Sprechers, die „heutigen Bedenkenträger seien die gleichen, die bereits 1993 gegen die Organisationsprivatisierung gewesen seien“. Dies ist in etwas so, als ob man den „Montagsdemonstranten“ von 1989 unterstellen würde, sie hätten das DDR-Regime unterstützen wollen. Fakt ist vielmehr: Ohne die beiden Vorgängerorganisationen der GdF, VDF und FTI, hätte es niemals eine Organisationsprivatisierung der damaligen Bundesanstalt für Flugsicherung (BFS) gegeben. VDF- und FTI-Mitglieder haben damals, in jahrelangem Kampf, gegen die Bedenkenträger in der Politik, die Privatisierung der Flugsicherung mit hohem persönlichen Einsatz betrieben und letztendlich auch durchgesetzt. Die GdF fühlt sich der Tradition ihrer beiden Gründungsorganisationen nach wie vor verpflichtet, ist sich jedoch sicher, dass diese eine Privatisierung unter der Prämisse „Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit“ damals genauso wenig gebilligt hätten wie heute.
Die GdF, in der 80 % aller Fluglotsen, Flugdatenbearbeiter sowie Flugsicherungstechniker und Ingenieure Deutschlands organisiert sind, wird nun alles in ihrer Macht stehende tun, um über den Abschluss eines Rationalisierungsschutz-Tarifvertrages mit Hilfe von Standortgarantien, Kündigungsschutz- sowie Besitzstandswahrungsklauseln die momentanen Sozialstandards des auf höchstem Sicherheitsniveau arbeitenden Personals zu schützen.
Da die Politik kläglich dabei versagt hat, ihrer Verantwortung für die künftige Sicherheit am deutschen Himmel gerecht zu werden, wird die GdF sich dieser Aufgabe im Interesse von Passagieren, Besatzungen sowie der Bevölkerung Deutschlands annehmen. Jeder potentielle Investor, der gedenkt, Anteile an der Deutschen Flugsicherung GmbH zu erwerben, kann sich bereits heute auf den erbitterten Widerstand der Mitglieder der GdF einrichten, sollte er versuchen, die derzeit noch bestehenden Sicherheits- und Sozialstandards abzusenken.

Der 7. April 2006 ist ein schwarzer Tag für die Sicherheit am deutschen Himmel.


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Die Gewerkschaft der Flugsicherung vertritt derzeit ca. 2.700 Mitglieder in der Flugsicherung, in allen deutschen Regionalkontrollstellen, in den Towern sowie bei der militärischen Flugsicherung.
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Die 50 interessantesten Antworten:

In den 17.00 Uhr ARD - Nachrichten war kein Wort zu hören. Einzige Meldung aus dem Bundestag war über Käfighaltung von Geflügel.
Hier sind die Beiträge der einzelnen Parteien zum FSG zu finden.
[www.bundestag.de]

...Guten Nacht Marie!

von RAB - am 07.04.2006 15:29
[www.bundestag.de]

Hier ist das vorläufige Plenarprotokoll der heutigen Bundestagssitzung zu lesen.

Flugsicherung ab Mitte des Protokolls.

von navigator - am 07.04.2006 19:39
trauriger vorgang.. da lösen sich auf allen ebenen strukturen auf, und keiner kann's aufhalten. die gdf pressemitteilung trifft den nagel auf den kopf, und keinen interessiert's.
wie sowas prinzipiell endet, sieht man z.b. an der elbe, denen stehts wasser wieder bis zum hals, und sie wundern sich, warum.( frau merkel frohlockt:" der osten ist wieder flüssig").

von recht so - am 07.04.2006 21:11
Hallo,

bei so viel Friede, Freude, Eierkuchen kann doch nichts schiefgehen, das ist alles ganz toll vorbereitet, Hauptsache die Luft ist sicher ("Der heutige Tag ist ein wichtiger Tag für die deutsche Luftsicherheit").
:mad:

Aber wer wird bei erhofften Erlösen im Milliardenbereich unnötig nachfragen? :bed:

Etwa, an welcher Stelle sich ein Investor die Milliarde wieder reinholt - natürlich ohne an der Sicherheit zu sparen... :3sm:

Gruss

Ronald

von Ronald Heyne - am 07.04.2006 21:26
"Interessant" (im Sinne von erschreckend!) ist ja auch der Vorschlag bzw. die Forderung der FDP, auch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung nicht (alleine) durch den Staat zu finanzieren, sondern diese Finanzierung (auch) von den Investoren bzw. Gesellschaftern der DFS vornehmen zu lassen (!!!) ... mir graust es gewaltig bei solchen "Konstrukten"!

Aber was soll man anderes erwarten von Leuten, die sich angesichts wachsender Zahlen von Hartz4-Empfängern und steigender Armut in der Bevölkerung mal eben auf Kosten der Allgemeinheit ihre "Gehälter" (Diäten) selbst erhöhen ... diese ganze "Wer ko, der ko"-Mentalität ("ko" gleich "kann", für die Nichtbayern) bestimmter Schichten und Klientel in unserer Gesellschaft ist schon über die Massen frustierend ...

Da brauchen sich die Politiker nicht wundern, wenn irgendwann mal in naher Zukunft "das Volk" auf "illegal" scheixxt und sich zu einem (politischen) Generalstreik "aufrafft". Andere Nationen sind uns diesbezüglich schon um einiges voraus ...


Grüsse
Redfox



von Redfox - am 07.04.2006 23:03
Plenarprotokoll - Vorab-Veröffentlichung

33. Sitzung

Berlin, Freitag, den 7. April 2006

Beginn: 9.00 Uhr

* * * * * * * * V O R A B - V E R Ö F F E N T L I C H U N G * * * * * * * *

* * * * * DER NACH § 117 GOBT AUTORISIERTEN FASSUNG * * * * *

* * * * * * * * VOR DER ENDGÜLTIGEN DRUCKLEGUNG * * * * * * * *

Präsident Dr. Norbert Lammert:

Die Sitzung ist eröffnet.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 24 auf:

Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuregelung der Flugsicherung

- Drucksache 16/240 -

Uwe Beckmeyer (SPD):
Zitat

Bei dieser Kapitalprivatisierung können wir davon ausgehen, dass bis zu 74,9 Prozent der Gesellschaftsanteile der Deutschen Flugsicherung verkauft werden können. Ich will hier im Parlament nicht über die Erträge spekulieren. Aber ich glaube, hier kann von einem ansehnlichen drei- bis vierstelligen Millionenbetrag ausgegangen werden.


von goschwitz - am 07.04.2006 23:13
Zitat

Horst Friedrich (Bayreuth) (FDP):

verlaufen ist. Insofern finde ich es ausgesprochen bedenklich, dass dieselben Bedenkenträger, die schon damals nicht im Recht waren, jetzt wieder anfangen, mit denselben falschen Argumenten erneut gegen den nächsten - aus unserer Sicht völlig logischen - Schritt zu opponieren, die Deutsche Flugsicherung, die ich nicht ganz ohne Stolz als die beste der Welt bezeichnen möchte - sie ist auch schon zweimal ausgezeichnet worden -, für den weltweiten Wettbewerb fit zu machen, einen Wettbewerb, der mit den Airlines begonnen hat.


:jump: :jump: :jump:

Damit hat Kaden sein "Endziel" ja schon zig Jahre früher erreicht :D :D

von Armes Boardschwein - am 08.04.2006 09:51
Tolle Pressemitteilung!

Ich habe eine Frage bzgl neu zu schaffendem Bundesamt:
Welche Fachleute werden dorthin berufen werden?
Ausländische?
Deutsche Spezialisten?
Bleibt es beim LBA? Oder wie hat man sich das vorzustellen?
Wenn ich richtig informiert bin, ist es eine Bedingung der EU-Gesetzgebung erst ein funktionierendes Aufsichtsamt, das entgegen heutiger Praxis vollkommen von der Flugsicherung abgekoppelt ist zu installieren, und dann die volle Privatisierung zu erreichen.
Weiß jd. Genaueres?

von Colibri - am 08.04.2006 19:36
Man hört bereits, daß die DFS schon im Vorfeld dafür sorgt, daß das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) eine lahme Ente wird. Personell, fachlich und finanziell extrem knapp ausgestattet, somit bereits rein organisatorisch kaum in der Lage, die DFS zu kontrollieren, geschweige denn, ihr auf die Finger zu klopfen...

von Baggerfahrer - am 08.04.2006 21:45

Übrigends, meine Tochter hat erzählt, ihr Klassenkamerad hat gesagt, seine Cousine hätte gesagt, dass ihr Schwager (der wo in Berlin beim Verkehrsministerium Pförtner ist) gesagt hätte, Riedle ist wieder Beamter geworden und wird oberster Chef vom BAF.




von Arno Nym - am 09.04.2006 05:42
Wo sollen die "Fach"kräfte auch sonst herkommen?

Ein paar der Stellen müssen ja mit Leuten besetzt werden, welche zumindest den Begriff Flugsicherung fehlerfrei schreiben können.

Übrigens: Was kostet die BAF im Vergleich zum Erlös der Privatisierung? Nach wie vielen Jahren sind die Erlöse durch die Kosten aufgefressen?


von Armes Boardschwein - am 09.04.2006 09:52
Das ist doch egal, Hauptsache in diesem Haushaltsjahr läßt sich ein positiver Gewinn verbuchen. Im nächsten sind es dann bereits Altlasten.

Außerdem kommt bestimmt noch der Hinweis, man hätte zig Arbeitsplätze geschaffen. Und schon steht man wieder gut da!

von Air Boss - am 09.04.2006 11:05
es wird allerhöchste zeit endlich zu streiken (aber richtig, so wie die franzosen). noch ist der laden nicht verkauft. scheiss was auf illegal oder nicht, jetzt geht es darum, grösseren schaden abzuwenden. es ist unglaublich mit welcher unwissenheit und ignoranz sich diese halbgewalkten möchtegernpolitiker den ganzen quatsch auch noch schönreden. lasst uns kaden und co den kampf ansagen - seid euch bewusst, wir sitzen am längeren hebel!

von goschwitz - am 09.04.2006 14:20
Hallo Colibri,

die Forderung nach einer unabhängigen Aufsicht hat mit der Privatisierung nichts aber auch gar nichts zu tun. Ersteres steht in Artikel 4 der SES Rahmenverordnung. Privatisierung taucht in den SES Verordnungen nicht auf. Sonst müßten ja auch alle anderen Flugsicherungen in Europa verkauft werden.
Die Verordnungen gibt es hier: SES-Verordnungen

Gruss
uzzi


von uzziflusi - am 10.04.2006 08:59

Und wie hat man das hier zu verstehen?
Zitat

Verordnung (EG) Nr. 549/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates

vom 10. März 2004

zur Festlegung des Rahmens für die Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums

("Rahmenverordnung")

Artikel 4

Nationale Aufsichtsbehörden

(1) In den Mitgliedstaaten werden eine oder mehrere Stellen als nationale Aufsichtsbehörde benannt oder eingerichtet, die die Aufgaben wahrnehmen, die dieser Behörde aufgrund dieser Verordnung und der in Artikel 3 genannten Maßnahmen übertragen werden.

(2) Die nationalen Aufsichtsbehörden sind von den Flugsicherungsorganisationen unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist durch eine ausreichende Trennung - zumindest auf funktionaler Ebene - zwischen nationalen Aufsichtsbehörden und Flugsicherungsorganisationen sicherzustellen. Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die nationalen Aufsichtsbehörden ihre Befugnisse unparteiisch und transparent ausüben.

(3) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die Namen und Anschriften der nationalen Aufsichtsbehörden und etwaige Änderungen dazu sowie diejenigen Maßnahmen mit, die sie getroffen haben, um Absatz 2 nachzukommen.



von Colibri - am 10.04.2006 11:24
Leider doch! Soviel ich verstanden habe, darf man die nur in Verbindung mit tariflichen Forderungen einsetzen. Ich würd's trotzdem gern machen; denn wenn alle mitmachen würden, könnte auch nix passieren. Die könnten uns ja schlecht alle rausschmeißen und durch Bundis ersetzen wie Ronald McDonald, ähh Reagan damals in den USA.

von DFs*-Angestellter - am 10.04.2006 12:03
Es wird doch gerade über diverse Sachen verhandelt. Sind das keine tariflichen Forderungen? (Altersvorsorge, Kastner etc.)

von Armes Boardschwein - am 10.04.2006 12:19
Das stimmt. Könnte man ja in dem Sinne verbinden...

Am WL-Board in München hängt ein Ausschnitt aus einer Zeitschrift ('Capital' oder so), in dem u.a. als Interessenten für die Anteile neben dem bekannten 'Luftfahrt-Konsortium' mit LH, FRAPORT usw. eine Reihe von Investmentgesellschaften, darunter auch ein Hedge-Fond genannt werden. Na das wird ja 'n Spaß...

von DFs*-Angestellter - am 10.04.2006 12:25
Hi!
Es wäre ja schon mal ein kleiner Anfang
wenn sich die Lotsenschaft mal zusammenreisst
und geschlossen das Wort DIRECT mal so 6 Monate
nicht mehr ausspricht.
Da klappt so die eine oder andere Departureroute zusammen
wie ein Kartenhaus zB welch Freude die MUC Dep. über ANKER
zu sehen!

Nicht immer nur daherreden - ...man müsste mal... - jeder kann ein
Zeichen setzen, und das nicht mal illegal!

Grüße

von Arzt - am 10.04.2006 16:15
Gude Doc...

Schau mal in den Thread "direct-requesterei" (oder so ähnlich).
Dann wird Dir (leider!) sehr schnell klar, daß aus Deiner Idee nix wird.

Weil nämlich: "die armen Piloten können doch nix dafür"... :uebel:

von James - am 10.04.2006 16:42
Colibri,

das soll man so verstehen, wie es geschrieben steht.
Eine Aufsichtsbehörde soll es nach SES geben, egal ob staatliche oder private Flugsicherung.
Mit der Kapitalprivatisierung hat das Ganze nichts zu tun. Die Franzosen verkaufen ja auch nicht ihre Flugsicherung, haben aber ein unabhängiges Aufsichtsamt geschaffen.

Gruss
uzzi

von uzziflusi - am 10.04.2006 17:01
ebend!!! wenn man sieht wie schnell diese hirnlosen ein neues gesetz verabschieden, nur weil es kurzfristig ein paar milliönchen in die kassen spült, ist doch alles easy. die kommen gar nicht an uns vorbei. egal wie mans dreht, am ende biegen die alles wieder zurück, nur damit wir endlich aufhören mit dem scheiss. ich bin eigentlich kein fan von solchen "brechstangenmethoden", aber was anderes hilft einfach nicht mehr! die lotsen und fdb's, die techniker und eine handvoll brauchbarer verwalter - fertig ist die neue flugsicherung; kaden und co können sich fleissig weiter in "ihrem kerngeschäft" austoben. viel erfolg!

von goschwitz - am 10.04.2006 19:41
noch ein versuch auch dem letzten die situation begreiflich zu machen. vielleicht hilft der vergleich mit einem auto: der fahrer (dfs headquarter) eines schicken, flotten autos mit vollausstattung (riesige verwaltung) kann eigentlich nicht viel falsch machen, der bock läuft fasst von alleine. doch irgendwie ist ihm (fahrer) langweilig und er konzentriert sich nicht mehr richtig auf das fahren, kleine unaufmerksamkeiten machen sich bemerkbar. er verschaltet sich, so dass es ab und zu knirscht und knackt im getriebe. aber der wagen kann es irgendwie kompensieren und bringt auch bei noch gröberen schnitzern des fahrers eine beachtliche leistung. wahrscheinlich liegt's an dem "teuren sprit", mit dem die kiste läuft (operativer dienst, technik???). aber irgendwann erliegt auch der rassigste wagen dem charme eines elefanten im porzellanladen. wie kann man das verhindern? - natürlich!!! fahrerwechsel und ersatz defekter teile im getriebe (am sprit hat's wohl nicht gelegen).

also liebe gdf!!! - jetzt hört mal endlich auf mit kfz-kosmetik, langt ordentlich hin und macht den bock flott für eine lange reise!

von goschwitz - am 10.04.2006 20:37
Wirklich ein Glanzleistung, diese Pressemitteilung.
Besonders erwähnenswert ist der intelligente Vergleich der Sicherheitsstandards in Europa mit denen in Russland bzw. China.

Evtl. sollte man das Verfassen von Pressemitteilungen Fachleuten überlassen und nicht irgendwelchen beleidigten Fluglotsen.


von Europäer - am 20.04.2006 06:17
Eventuell sollte man aber auch erst sein Hirn einschalten, bevor man Dinge kommentiert, von denen man offenbar keine Ahnung hat. Oder frei nach Dieter Nuhr 'einfach mal die Fresse halten'.
Wer sich mit den internationalen Standards beschäftigt, dem wird zu recht bange, wenn in einem der engsten dichtbeflogensten Lufträume der Welt Zustände wie in China oder Russland herrschen sollen.

von DFs*-Angestellter - am 20.04.2006 10:38
Aber glücklicherweise müssen die, die diese Standards oder Arbeitsweisen haben, erst mal von uns ausgebildet und ausgechecked werden... So läßt sich der Einsatz von Billiglohn-Lotsen ja dann doch noch verhindern.

von DFs*-Angestellter - am 20.04.2006 10:43
Tja, DFs´ler ... was das Hirn einschalten angeht, solltest du bei dir mal anfangen.

Es ist vom EU-Europa die Rede. Meines Wissens sind weder Russland, noch China EU-Mitglieder.
Passen würde in diesem Zusammenhang also ein Vergleich mit z.B. Frankreich, Spanien, Italien, BeNeLux .... usw.

Oder ist der gdf eine (noch geheime) Ost-Erweiterung bekannt ???

von Europäer - am 20.04.2006 11:11
DFs´ler, dein Beitrag bezüglich "Billig-Lotsen" ist mal wieder ein klassischer Beweis für deine Unwissenheit.

In Zukunft ändert sich durch ESSAR für Lotsen nichts, sondern nur für Techniker.


von Europäer - am 20.04.2006 11:41
Zumindest der Stil der Pressemitteilung ist einfach nur peinlich !!!! Eine Aneinanderreihung von irgendwelchen Parolen. Mit keiner Silbe wird auch nur ansatzweise erklärt, warum "die deutsche Bevölkerung in höchster Lebensgefahr" schwebt. Weil unsere Jobs oder Standorte in Gefahr sind?
Mit solchen Pressemitteilungen machen wir uns nur unglaubwürdig und keiner hört mehr zu !

von Mitglied - am 20.04.2006 11:48
Hallo Europäer,

auch Dein Beitrag zeugt nicht wirklich von Deinem Wissen. Du schreibst:

Zitat

In Zukunft ändert sich durch ESSAR für Lotsen nichts, sondern nur für Techniker.


Berechtigungen sollen ausser für Techniker auch für Flugdatenbearbeiter und FS-Ingenieure entfallen. Alle dieses im operativen Umfeld tätiges Personal ist für eine sichere Abwicklung des Flugverkehrs genauso nötig und verantwortlich, auch im strafrechtlichen Sinne, wie Lotsen und Piloten.
Demnächst also werden automatisch nicht zu verabeitende Flugpläne von unlizensiertem Personal bearbeitet, und an den FIS-Positionen, auf denen ehemalige FDB'ler ebenfalls zum Einsatz kommen, sitzt unlizensiertes Personal.
Ebenfalls interessant in dem Zusammenhang mit ESARR ist, das sich das bei der DFS im Einsatz befindliche Linux ("DFS-Linux") nach ESARR (Teil 6?) zertifiziert sein muß. Für Personal soll das nicht gelten? Dann bitte auch keine (strafrechtliche) Haftung dieses Personals mehr in Zusammengang mit der - demnächst - unlizensierten Tätigkeit.

Europäer: Meinst Du wirklich, die Zugehörigkeit zu EU-Europa macht den Flugverkehr sicherer? Falls ja, solltest Du Dich der Meinung der GdF anschließen, denn das neue Flug"sicherungs"gesetz ist gerade dabei, dieses Sicherheitsniveau zu senken. Im übrigen hat die BFU als Folge des Bodenseeunfalls die Lizensierung des technischen Personals empfohlen (nach deutschem Vorbild). Und damals wurde die DFs nicht müde zu betonen, solch ein Unfall könne bei der DFs aufgrund der firmeneigenen Richtlinien nicht passieren. Und das die Schweiz nicht zum EU-Europa gehört, ist zumindest den Opfern dieses Ereignisses egal.

FoxSierra



von FoxSierra - am 20.04.2006 12:23
@ Europäer:

Bist Du auch einer dieser bezahlten Unruhestifter? Oder glaubst Du tatsächlich, was Du hier von Dir gibst?

Die Fakten (siehe u.a. Beitrag von FoxSierra) lassen sich nun mal nicht leugnen!

von Armes Boardschwein - am 20.04.2006 12:40
Zitat
FoxSierra
Demnächst also werden automatisch nicht zu verabeitende Flugpläne von unlizensiertem Personal bearbeitet, und an den FIS-Positionen, auf denen ehemalige FDB'ler ebenfalls zum Einsatz kommen, sitzt unlizensiertes Personal.

Sagt wer?

von Fragender - am 20.04.2006 13:01
Zitat
Europäer
Evtl. sollte man das Verfassen von Pressemitteilungen Fachleuten überlassen und nicht irgendwelchen beleidigten Fluglotsen.


Wieso eigentlich?
Unser Verdienstkreuzträger beschäftigt den Vollprofi Manz und heraus kommen Halb- bis Unwahrheiten.

Oder: unsere Politiker beschließen Gesetze, ohne sie zu kennen. Es soll da Minister geben, welche Lehrer gelernt haben und nun unsere Gesundheit reformieren. Was nicht verhindern kann, dass sie in der nächsten Legislaturperiode nicht auch mit Sachverstand die Landwirtschaft reformieren werden.

Zitat

Es ist vom EU-Europa die Rede. Meines Wissens sind weder Russland, noch China EU-Mitglieder.
Passen würde in diesem Zusammenhang also ein Vergleich mit z.B. Frankreich, Spanien, Italien, BeNeLux .... usw.


Und das Dir, Europäer... Du hast das neue Europa ausgeblendet. Rumänien, die Slowakai oder Bulgarien...

Aber immerhin, ohne Deinen Beitrag wurde das Forum geradezu fachlich und sachlich - und wer will schon Beitäge über Fachthemen, von denen man nichts versteht, nicht wahr, Europäer?

Guten Abend

von Yossarian - am 20.04.2006 13:52
Ich kann an der Pressemeldung nichts unprofessionelles erkennen. Hier wird nur absichtlich ganz ohne politische Korrektheit auf die absolut politisch unkorrekte Entscheidung der MdBs und Ausschußmitglieder reagiert.

Zitat

Daran gemessen würden die Parlamentarier es höchstwahrscheinlich auch begrüßen, wenn in deutschen Kernkraftwerken künftig russische Sicherheitsstandards gelten würden oder die Qualität der Trinkwasserversorgung in Deutschland das Niveau von China hätte.


Zu diesem Zitat und "Europäaers" Äußerungen ist folgendes festzustellen:

1) Es werden nicht die Flugsicherungsorganisationen von Deutschland, China und Russland miteinander verglichen.

2) Die Pressemeldung nimmt doch hauptsächlich Anstoß daran, daß normalerweise Deutschland in der Vergangenheit auf jede noch so popelige EU-Richtlinie, die in nationales Recht umzusetzen war, noch oben drauf gesattelt hat. Das dies ausgerechnet beim FS-Gesetz unterblieben ist, ist tatsächlich sehr verwunderlich.

3) Das die Sicherheitsstandards in russischen AKWs geringer sind+waren als in Deutschland steht außer Frage.

4) Die Qualität der Trinkwasserversorgung in China ist definitiv unter deutschem Niveau.

Was spricht also dagegen, bei einem Gesetz, verabschiedet von einem Land, daß demnächst jedes Motorrad zur AU schickt und eine Sichtprüfung von Steuergeräten in PKW vorschreibt, sich darüber zu mokieren, daß in einem höchst sicherheitsrelevanten Bereich zukünftig auf dem kleinsten gemeinsamen Sicherheitsniveau gearbeitet wird?

In diesem Zusammenhang von einem "guten Gesetz" zu sprechen ist tatsächlich schon fast eine Frechheit der Politik und ich finde den Vergleich mit der russischen Reaktorsicherheit bzw. chinesischen Trinkwassergüte durchaus angemessen.

Zitat

Evtl. sollte man das Verfassen von Pressemitteilungen Fachleuten überlassen und nicht irgendwelchen beleidigten Fluglotsen.


Eventuell sollte man das Erlassen von Gesetzen Fachleuten überlassen und nicht irgendwelchen gekauften Politikern. Dann käme es erst gar nicht zu solchen Reaktionen wie in der Pressemeldung. Tatsache ist doch, daß je nach gusto und Auftraggeber der Legislative die Gesetze mal in die eine, mal in die andere Richtung überschießen. Hier findet halt eine gewollte Reduzierung der Sicherheitsstandards aus Wirtschaftlichkeitsgründen statt, während bei anderen Gesetzen eine angebliche Erhöhung der Sicherheitsstandards qua Gesetz angeordnet wird - eben auch aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus.

von AntiEuropäer - am 20.04.2006 14:13
Vertrauen wir auf die Fach-Kompetenz innerhalb Europas - gar nicht unwahrscheinlich, dass zumindest die Techniker-Lizenz so herum wieder eingeführt wird. Wer die Debatte um das FS-Gesetz verfolgt hat weiß, dass diese nicht auf fachlicher Grundlage geführt wurde.

von hiob - am 20.04.2006 16:53
Die Privatisierung treibt nun interessante Blüten:

SWR LINK
Zürich
Skyguide will sich in Deutschland einkaufen

Zitat

Die Schweizer Flugsicherung skyguide erwägt, sich an der Deutschen Flugsicherung (DFS) zu beteiligen. Skyguide kontrolliert einen Teil des süddeutschen Luftraums und erlangte 2002 durch den Zusammenstoß zweier Flugzeuge über Überlingen traurige Bekanntheit.


Landrat PM LINK
Landrat warnt vor Beteiligung der skyguide an DFS

Zitat

Die Schweizer Flugsicherung skyguide zieht eine Beteiligung an der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) in Erwägung. Skyguide - Verwaltungsratspräsident Guy Emmenegger erklärte, die Frage einer Beteiligung an der DFS sei eine Option.
Die Beteiligung an der bisher in Bundeshand gehaltenen DFS wird durch ein vom Bundestag am 07.04.2006 beschlossenes Gesetz ermöglicht, das eine Kapitalprivatisierung der Flugsicherung zu 74,9 % vorsieht. Das Gesetz ist jedoch noch nicht in Kraft getreten.
Landrat Dr. Bernhard Wütz warnt vor einer möglichen Beteiligung der schweizerischen skyguide an der DFS und sieht seine bereits im Gesetzgebungsverfahren seit August 2005 geäußerten Bedenken bestätigt. „Ich sehe die Gefahr, dass nach einer Beteiligung der skyguide diese ihren Einfluss dahingehend ausübt, dass der süddeutsche Luftraum insbesondere zu den von der deutschen Verordnung nicht erfassten Zeiten vermehrt in Anspruch genommen wird. Das kann unserer Bevölkerung nicht zugemutet werden.“, so der Landrat.




von Colibri - am 20.04.2006 19:55
Hi,

schon mal das aktuelle AMDT zur BA-FVK gelesen, gültig ab 01.05.2006?

Dort gibt es ein neues Kapitel, das die Aufgaben des SV FVK beschreibt. Erstmals in der Geschichte der BA-FVK taucht dort das Wort "Wirtschaftlichkeit" auf. Ein wahrhaft historisches Ereignis.!!

Ich wünsche allen, die Flugsicherung noch als das verstehen was sie ist und hoffentlich trotz aller ESARRs, SESs, QMs, ISOs etc. pp. und der damit verbundenen sogenannten "Audits", die mit unserem Job nun wirklich absolut nichts mehr gemein haben, auch weiterhin gutes Gelingen, will sagen, immer mindestens 3 NM (ggf. auch 2,5 NM oder 1,5 NM diagonal) und/oder 1000 ft. ;-)

Gruß
Senior

von senior - am 20.04.2006 20:36
Zitat
DFs*-Angestellter
Aber glücklicherweise müssen die, die diese Standards oder Arbeitsweisen haben, erst mal von uns ausgebildet und ausgechecked werden... So läßt sich der Einsatz von Billiglohn-Lotsen ja dann doch noch verhindern.


Hi DFs*-Angestellter,

na, wenn da mal nicht auch was kommt ...

Zitat

6.1. Der Fluglotsenmangel dürfte in den nächsten Jahren angesichts der Alterspyramide
in diesem Beruf noch größer werden. Die Lösung dieses Problems liegt bei den
Flugsicherungsdienstleistern und den in den Rechtsvorschriften festgelegten
Leistungsniveaus. Die Kommission kann aber zusammen mit Eurocontrol dazu
beitragen, die Hindernisse zu ermitteln, die der Einstellung neuer Fluglotsen
entgegenstehen.
6.2. Außer auf die Zahl der Fluglotsen geht der Bericht der hochrangigen Gruppe auch
auf das beunruhigende Phänomen ein, dass Verfahren und Ausbildung sich stark
unterscheiden, sodass eine wirkliche Mobilität des Personals in Europa nicht möglich
ist und jede Flexibilität unterbunden wird. Die auf gemeinschaftlicher Ebene
erfolgende Harmonisierung der Fluglotsenlizenzen sowie die schrittweise
Harmonisierung der Ausbildung könnte eine Lösung bieten. Die Kommission wird
die Eurocontrol-Agentur ersuchen, diese Möglichkeit zu prüfen.
6.3. Die Fluglotsen verfügen über unersetzliche Kenntnisse der Funktion der Systeme
und Techniken. Dieser Sachverstand scheint bislang nicht voll ausgeschöpft worden
zu sein. Es wäre nötig, die Fluglotsen und allgemein das Luftfahrtpersonal in zwei
Bereichen, die Gegenstand der Überlegungen sind, wesentlich enger einzubinden:
– Bei der Bewertung neuer Systeme und Techniken, zum Beispiel beim
Diagnoseprozess (siehe oben);
– hinsichtlich der umfassenden Vision des für die Luftfahrt geltenden Rahmens,
indem der europäische Sozialdialog, der bereits in anderen Sektoren des
Luftverkehrs geführt wird, auf den Sektor der Flugsicherung ausgedehnt wird.

aus einem EU-Commission-Papier

[www.europarl.eu.int]

Dabei denke ich an den Punkt 6.1 ... denkbar ist es, wenn es die "wirtschaftliche" Lage und die Personalsituation "erfordern", bestimmte Auswahl- und Ausbildungsstandards "entsprechend anzupassen" - sprich "aufzuweichen".
In diesem Zusammenhang birgt dann auch der Punkt 6.2 eine gewisse Gefahr der europaweiten Nivellierung (auf niedrigererem Niveau) der angesprochenen Items.
Muss nicht so kommen ... aber nachdem "Wirtschaftlichkeit" nicht mehr nur im Hinblick auf den Kunden (Pünktlichkeit, Kerosinsparen etc.), sondern auch verstärkt für die FS-Dienstleister selber bzw. bei diesen intern als "Prämisse" gillt bzw. gelten wird, ist so eine "Tendenz" gar nicht mal so unwahrscheinlich ...


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 20.04.2006 21:14
Zitat

Aber glücklicherweise müssen die, die diese Standards oder Arbeitsweisen haben, erst mal von uns ausgebildet und ausgechecked werden...

Ich weiß ja nicht, was die Zukunft uns Lotsen noch so beschert, aber letztens mußte ich mit Verwunderung feststellen, daß ein "Runner" mit gerade mal 2-3 Wochen Berufs"erfahrung" die nächste Gerneration eingewiesen hat. Soviel also zu den Standards. Glaube, sowas nennt man Generationenkopie. Also die Kopie einer Kopie einer Kopie....

Bei den Ersten weiß man ja noch, daß sie zumindest eine rudimentäre Einweisung von offizieller Seite bekommen haben, aber inzwischen kommen jeden Tag neue Gesichter dazu. Vermutlich würde man es nichtmal merken, wenn jemand seine Großtante mütterlicher Seits für sich in die Arbeit schicken würde.

Mag sein, daß sie ihre Sache gut machen, aber so langsam bekomme ich schon ein mulmiges Gefühl.

von Air Boss - am 21.04.2006 07:16
Zitat
FoxSierra
Lese das neue Flugsicherungsgesetz.

Habe ich. Kannst Du mir die Stellen nennen, in denen steht, dass die Überprüfung der Flugplandaten und vor allem die Arbeit auf FIS zukünftig von nicht-lizenzierten Personal durchgeführt werden soll? Ich habe sie wahrscheinlich nur überlesen.

von Fragender - am 21.04.2006 08:11
Vielleicht ist ja das wichtig, was nicht da steht? Fakt ist doch, daß nur noch das überprüft wird, was die Maschine von sich aus erkennt. Um das dann an einem SKP umzustricken, wird wohl ein einigermaßen fundiertes Fachwissen benötigt, alles andere rauscht aber ungeprüft durch, und fällt inzwischen auch keinem mehr auf.

Jüngstes Beispiel nach Versionsupdate: Flieger, die Standard in 280 bleiben könnten, laufen in 200 durch, dafür bleiben dann andere in 280, die eigentlich nach 200 müssen. Eigentlich erwarte ich, daß das jemand vor mir erkennt und korrigiert, und nicht ich als letzte Instanz eine Revision machen muß. Ist das zu viel verlangt?

Oder diverse Streifen, die einfach fehlen. Wem soll das auffallen, wenn man nach Anweisung das zu verteilen hat, was die Maschine ausspuckt?

von Air Boss - am 21.04.2006 08:46
Kleiner Presseartikel zur Entwicklung:

[www.swr.de]

von antar21 - am 21.04.2006 21:23
Werter Europäler,
nicht nur der GDF sollte die EU-Ost-Erweiterung in den letzten Jahren nicht entgangen sein. Entweder liegt es also an Deinem Bildungsstand oder daran, daß Du immer noch auf Brain-Standby geschaltet hast...
Mir aber auch egal. Mit Typen wie Dir, die nur blind Ihren Vorgesetzten hörig sind und alles glauben, was die in ihren Hochglanzblättchen und braunen, ähh... blauen Salons so von sich geben, muß ich mich als Lotse schon genug rumschlagen.
Wir werden ja sehen, wie's weitergeht.

von DFs*-Angestellter - am 22.04.2006 00:15
Also ich wünsch mir eher 5 nm, 3er hatte ich schon mal und das is so viel schreibkram...
:jump:

von Munich - am 22.04.2006 07:38
Ok, no sweat. Jedem das Seine. ;-)

Gruß
Senior

von senior - am 22.04.2006 07:53
Zitat

Da die Politik kläglich dabei versagt hat, ihrer Verantwortung für die künftige Sicherheit am deutschen Himmel gerecht zu werden, wird die GdF sich dieser Aufgabe im Interesse von Passagieren, Besatzungen sowie der Bevölkerung Deutschlands annehmen. Jeder potentielle Investor, der gedenkt, Anteile an der Deutschen Flugsicherung GmbH zu erwerben, kann sich bereits heute auf den erbitterten Widerstand der Mitglieder der GdF einrichten, sollte er versuchen, die derzeit noch bestehenden Sicherheits- und Sozialstandards abzusenken.


Nun aber los: In welcher Art und Weise gedenkt die GdF tätig zu werden und wann soll es dazu kommen?

Bis heute ist nix passiert, worauf wollt ihr eigentlich noch warten? Die Politik hat den ersten Schritt bereits getan (neues FSG), jetzt seid ihr dran!!!

von goschwitz - am 23.04.2006 21:22
Spitzen Idee! Streiken wie die Franzosen!
Hat ja prima geklappt, der letzte (oder noch andauernde?) Streik der Franzosen! Der ist ja so was von "in die Hose" gegangen!
Aber es zeigt die geistige Beweglichkeit von einigen. Welcher Narr streikt gegen die Verabschiedung eines solchen Privatisierungs-Gesetzes? Mit welcher Zielsetzung, mit welchem Recht? Wer - in der Bevölkerung - glaubt Ihr, unterstützt Euch? Und was soll der Slogan, dass "die Sicherheit dabei den Bach runter geht"? Solche Sprüche gab es bei der Gründung der DFS auch - und die hat weder der Sicherheit noch irgendeinem Lotsen geschadet; im Gegenteil - die veröffentlichten Statistiken (egal wie man dazu steht) zeigen nur, dass ALLES besser geworden ist! Das mag der Lotse (am Board) nicht glauben, aber wer streikt, sollte sich auch um Sympathisanten und Unterstützung in der Bevölkerung bemühen - und das vor DEM Hintergrund??? Dann sucht mal …
Das sinnlose Aufpeitschen der GdF ist doch hirnrissig. Ein bisschen mehr Sachlichkeit würde eher helfen. Konstruktives Mitarbeiten wäre eher angezeigt. Wer glaubt, durch solch ein Aktion, die Kapitalprivatisierung aufhalten oder gar abwenden zu können, träumt doch und manövriert sich selbst ins Abseits!


von Wendelin - am 24.04.2006 23:24
oh oh .... wendelin .... kopf einziehen ... jetzt wird es hageln ...

von Europäer - am 25.04.2006 06:17
@ Wendelin

Also aus "ALLES ist besser geworden" folgert der Fachmann messerscharf, daß der Trend sich fortsetzt? Ist so, als würde ich behaupten, in Bayern gäbe es nur braune Kühe, nur weil ich an einigen braunen Kühen vorbeigefahren bin. Eine etwas gewagte Prognose, findest Du nicht auch?

Vielleicht machst Du Dir mal Gedanken, weshalb ALLES besser geworden ist. Nichts davon gab es umsonst, und vieles hat richtig Geld gekostet (Ausbildung, Technik). Aber offensichtlich ist man der Meinung, es geht auch billiger, sei es, daß man Mitarbeiter einspart, outsourced, Leistungen leased oder an sonstwelchen Schrauben dreht.

Darüber, daß in der Öffentlichkeit nicht von unserem Anliegen Notiz genommen wird, brauchen wir uns kaum Gedanken zu machen. Frage doch mal einen Passagier, ob ihm was daran liegt, sicher am Ziel-/Urlaubsort anzukommen, oder ob es okay wäre, hier und da an den Standards was zu sparen, um potenziellen Investoren ein möglichst "schlankes" Unternehmen präsentieren zu können.

Angenommen, es kommt zu einem Überlingen II, wo glaubst Du, wird man nach einem Sündenbock suchen, doch sicherlich nicht unter den "Fachleuten", die die Gesetze verabschieden. Wer soll denn vor Mißständen warnen, wenn nicht die, die es betrifft. Etwa Leute, die Flugsicherung nur aus dem Fernsehen kennen, und immer noch der Meinung sind, Fluglotsen sind die mit den Tischtennisschlägern?

Was hindert uns denn daran, uns mit entsprechenden Argumenten in der Öffentlichkeit Gehör und Unterstützung zu verschaffen? Wie man das möglichst medienwirksam verpackt, müßten wir ja immerhin schon gelernt haben. Da hatten wir einen ganz guten Lehrmeister. Ich erinnere da bloß an einen Artikel in der Bildzeitung, aber ob man sich auf diesem Niveau treffen muß, ist ne andere Frage.



von Air Boss - am 25.04.2006 16:01
Hallo zusammen,

ich wundere mich, das niemand den Artikel vom 04.05.06 von Herrn Manz zum FSG kommentiert. Mir kommt es so vor, als hätte er ihn nur Überflogen, weil er vom Wegfall der Erlaubnis- und Berechtigungspflicht spricht. Nachdem ich mal ins FSG, bzw. in den Entwurf vom 14.12.05, Bundestagsdrucksache 16/240, geschaut habe, fällt meiner Meinung nach "nur" die Berechtigungspflicht weg aber nicht die Erlaubnispflicht. Naja, ob das allerdings viel bringt, ist natürlich fraglich. Ich hab' ihm jedenfalls mal 'ne Mail geschrieben. Mal sehen ob er antwortet.

Gruß an alle

ein Techniker

von ein Techniker - am 07.05.2006 07:48
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