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Tarifverhandlungen gescheitert

Startbeitrag von Süddeutscher am 15.11.2006 13:58

Hier die Pressemitteilung der DFS:

Langen, den 15. November 2006

Tarifverhandlungen bei der Flugsicherung gescheitert

Fluglotsen und Techniker fordern bis zu 50 Prozent mehr Geld

Die Tarifverhandlungen zwischen der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sind gescheitert. Die DFS hatte die Forderungen der Gewerkschaft als nicht verhandelbar zurückgewiesen, woraufhin die GdF heute das Scheitern der Verhandlungen erklärte. Insgesamt würden sich die Kosten für die Forderungen der Gewerkschaft auf 230 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre summieren. Diese Summe, so die DFS, sei für das Unternehmen ruinös. Die DFS hatte die GdF mehrfach zur Mäßigung aufgefordert, um einen Einstieg in Verhandlungen zu ermöglichen. Die Gewerkschaft aber beharrte in vollem Umfang auf ihrer Forderung.

Die Gewerkschaft fordert eine völlig neue Tarifstruktur, die Lotsen und Technikern einen Einkommenssprung sichern soll. Zusammen mit einer linearen Erhöhung von vier Prozent pro Jahr würde dies beim operativen Personal zu Einkommenssteigerungen von durchschnittlich rund 20 Prozent, für einzelne dieser Berufsgruppen von über 50 Prozent für die nächsten zwei Jahre führen. Daneben fordert die Gewerkschaft für die meisten Lotsen Einmalzahlungen zwischen 3.500 und 10.400 Euro. Das Jahreseinkommen eines Fluglotsen liegt derzeit bei durchschnittlich 98.000 Euro, bei einer Nettoarbeitszeit zwischen 25,5 und 36 Stunden in der Woche. Die Tarifforderungen schlagen sich auch bei der Altersversorgung nieder, da die DFS in den nächsten 15 Jahren eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zurückstellen müsste. Die Kosten für die Flugsicherung werden von den Luftraumnutzern, also überwiegend von den Fluggesellschaften getragen, die sie den Passagieren in Rechnung stellen.

Die Gewerkschaft kündigte für die nächste Zeit Arbeitskampfmaßnahmen an. Diese müssen in der Flugsicherung allerdings 24 Stunden vorher angekündigt werden. Die DFS wies die GdF ausdrücklich darauf hin, dass Streiks zu diesem Forderungspaket ihrer Ansicht nach unrechtmäßig seien, weil die Forderungen maßgeblich auch in einen ungekündigten Tarifvertrag hinein wirken.


Die 50 interessantesten Antworten:

Ob man diese Zahlen auch wirklich belegen kann? Aber für eine öffentliche Stimmungsmache reicht es allemal. Ließ sich Geiselnehmer denn nicht mehr steigern?

Frage mich, wie man auf die 50% kommt. Indem man die Zulagen ins Gehalt mit einrechnet, es aber "vergißt" zu erwähnen, daß diese dann natürlich als solche wegfallen? Nach Forderung der GDF soll das doch (bis auf die Ruhegehaltsfähigkeit) +/- Null ergeben, wie kann den Finanzprofis der DFS bloß ein solcher "Fehler" unterlaufen! Ob man da noch auf eine Richtigstellung hoffen darf?

von Air Boss - am 15.11.2006 16:49
@AirBoss

"Richtigstellung"? Ich lach' mich tot.

Hier geht es doch wirklich nur darum Stimmung zu machen, zumal es zum Scheitern der Verhandlungen kam, weil der AG kein Angebot vorlegte. Steht gar nicht in der Mitteilung, wohl "vergessen"?!
Wer seit Jahren die Tarifverhandlungen beobachtet, weiss dass es der TK des AG stets in ihren Veröffentlichungen nur darum ging, wenn die Verhandlungen nicht nach ihrem Gusto liefen.

Ganz gespannt bin ich schon auf die Pressemitteilung, wenn sich ein Streik abzeichnet. Das wird sicherlich Bild-Zeitungs-Niveau haben.

Um so wichtiger wird die Gegendarstellung der GDF und EURE Teilnahme an den Mitgliederversammlungen in dieser Woche.

Wir sehen uns dort und später vielleicht an der Tonne

von Norddeutscher - am 15.11.2006 17:40
Ich hab euch schon vor ein Paar tagen gesagt, daß die DFS diese Forderung derart in der Öffentlichkeit darstellen wird. Da hat mir allerdings keiner glauben wollen.

War doch klar wo die Reise hingeht.

Originalzitat von mir:

Zitat

Ich würd mich ja freuen wenn die GdF das was sie da fordert durchbekommt. Aber ich glaub nicht dran das sie es schafft. Selbst wenn die Lotsenschaft es mal endlich zum Streik bringen sollte bist Du danach untauglich weil Dir der wilde Mob die Fresse vorm Drehkreuz poliert wenn sie in der Bild was von 50% Lohnsteigerung lesen. Was dahintersteckt interessiert dann natürlich keinen, erst recht nicht, daß es ja eigentlich nur 0% sind...aber Bildleser sind halt blöd und Politiker werden von Bildlesern gewählt......


Link

Soviel also zur Richtigkeit meiner Mutmaßungen, "ich glaube", "ich meine" usw. Komisch, bisher hab ich immer Recht behalten....leider!


Nun bleibt abzuwarten ob Saigors Antwort hierzu:

Zitat

Nur noch eins an alle "vor-Bild-lesenden-Bevölkerung-Angst-Habende"(keine Ahnung wie ich es besser ausdrücken soll):
Jeder aus meinem Bekanntenkreis gönnt mir hundertprozentig das was ich bekomme, schon wegen Überlingen. Man sollte ja nicht glauben, daß die Leute so uninformiert sind!
Und wenn es Erklärungsbedarf gibt, muß man nur die richtigen Erklärungen ( "Sicherheit gibts nicht umsonst" als Bsp,) finden und man glaubt gar nicht wie schnell alle Kritiker verstummen. Alles nur eine Frage wie mans rüber bringt. Ich bin mir sicher die GDF findet da die richtigen Ansprechpartner und Worte.


sich auch bewarheitet.

von NiGagG - am 15.11.2006 18:16
Nee, nix is! Ich leide mit Euch - und ich streike mit Euch - auch wenn ich nich inner GdF bin. Für mich war es nur vorhersehbar das es so kommen wird und das es vor allem nicht klappen wird.

Das Paket der GdF war ja selbst bei einer 100%igen Annahme durch die DFS schon grenzwertig - zumindest aus meiner Sicht! Aber wer hat denn wirklich geglaubt die Firma geht auf die Forderung zu 100% ein??? Deshalb war und ist für mich klar, daß diese Forderungen von Anfang an eine Totgeburt waren!!!

Nun muß man sich fragen: Sind die so dumm oder wurden die dumm gekauft? Das Spiel ist doch sowas von durchschaubar gewesen. Ist irgendwer überrascht über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen?

Wann gibt die GdF mal glaubwürdige Infos heraus?

Wenn vorher informiert worden wäre hätten wir jetzt nicht diese Situation. Bei uns wissen ca. 80% aller Kollegen immer noch nicht was abgeht bzw. interessieren sich für die Forderungen nicht. Da muß dringend informiert werden!!!

von NiGagG - am 15.11.2006 20:17
Na ja, so genau nimmt es die DFS nicht mit den Zahlen. Ein paar Prozent hier, ein paar Prozent da, Hauptsache es kommt Stimmung in die Bude. Das war in letzter Zeit leider häufiger der Fall, speziell dann, wenn es um das Bild des Lotsen in der Öffentlichkeit ging.

Irgendeinen wird es schon geben, der das nicht hinterfragt, und "......" unter seinem Tarnschein, ähm ich meine seiner Tarnkappe, ist der beste Beweis, daß man damit auf offene Ohren stößt.

Wieso hört man dieses Wehklagen bei Tarifverhandlungen anderer Berufsgruppen nicht? Die Forderungen der Lufthansa Mitarbeiter vor ein paar Jahren z.B., war auch nicht gerade bescheiden, trotzdem hat man im Umgang mit seinen Mitarbeitern einen wesentlich besseren Stil bewiesen. Vielleicht, weil man begriffen hat, daß man auf einander angewiesen ist?

von Air Boss - am 15.11.2006 20:29
Zitat

Du willst streiken, obwohl Du nicht Gewerkschaftsmitglied bist???
Weisst Du überhaupt, von was Du hier redest???
Mir wird aber so langsam einiges klar...!


Ähm...

WENN der GDF-Vorstand zu Arbeitskampfmassnahmen aufruft, darf - und sollte - jeder DFS-Mitarbeiter des betroffenen Bereiches daran teilnehmen, egal ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht.

Nicht-Mitglieder bekommen im Fall der Fälle halt Streikgeld, auf das aber ich jedenfalls gerne verzichten werde. Der Spass ist mir die paar Euro wert.

von Ähm - am 15.11.2006 21:18
Na, es hätte mich auch gewundert wenn unser Arbeitgeber anders reagieren würde.
Dass unsere Forderungen der Absicherung richtig sind, erkennt man ja an der netten Aussage der Verhandlungsführer unseres Arbeitgebers (begründet wurde dies offen damit, dass man sich für die Zukunft die „nötige Flexibilität“ einschließlich der Möglichkeit, Vergütungsbestandteile anzugreifen und einzelne Beschäftigtengruppen abzukoppeln, aufrechterhalten wolle).

P.S
Hey Didi so möchtest Du also die beste kapitalprivatisierte Flugsicherung der Welt aufbauen ?. Da wir ja durchschnittlich 98.000 Euro, bei einer Nettoarbeitszeit zwischen 25,5 und 36 Stunden in der Woche bekommen erwarten wir Dich an unseren brennenden Tonnen bei Sekt und Kaviar. Ok wir kommen Dir entgegen wir wollen nur 30 % (Forderungen der Oberliega bei Siemens).


von mein Eindruck - am 15.11.2006 22:14
Für alle, die evtl. nur hier mitlesen, mal die erste Stellungnahme der GDF zum Geschehen:

-----------------------------------------------------
Vergütungstarifverhandlungen gescheitert !
15.11.2006

DFS verweigert bis zuletzt die Vorlage eines Angebots

Langen / Neu-Isenburg.

Nach drei Verhandlungsrunden, von denen die letzte bis heute Mittag geführt wurde, ist es nun amtlich: erstmalig in der Tarifgeschichte der DFS hat der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt und damit de facto die Verhandlungen beendet, bevor sie im eigentlichen Sinne begonnen haben.

Während der immer wieder von Sondierungsrunden unterbrochenen Gespräche beider Verhandlungskommissionen wies die DFS unser Forderungspaket als "nicht verhandelbar" zurück und verlangte dessen Zurücknahme oder zumindest Umstellung durch Weglassen wesentlicher Komponenten. Begründet wurde dies offen damit, dass man sich für die Zukunft die "nötige Flexibilität" einschließlich der Möglichkeit, Vergütungsbestandteile anzugreifen und einzelne Beschäftigtengruppen abzukoppeln, aufrechterhalten wolle.

Die absurde Situation, dass wir in "Verhandlungen mit uns selbst" durch massives Abspecken unser Forderungen überhaupt erst einen Zustand herstellen sollten, der den Arbeitgeber zur Abgabe eines Angebots bewegt, haben wir schließlich beendet und das Scheitern der Verhandlungen erklärt. Gleichzeitig haben wir angekündigt, dass ab sofort mit Arbeitskampfmaßnahmen unter Beachtung der Regelungen der Notdienstvereinbarung gerechnet werden muss.

Daraufhin hat die DFS ihren tarifpolitischen Affront noch um ein Element aus längst überwunden geglaubten Zeiten bereichert und prompt die Rechtmäßigkeit eines Arbeitskampfes zum jetzigen Zeitpunkt bezweifelt. Eine seriöse Antwort auf die Frage, was die DFS-Geschäftsführung sich von einer solchen Vorgehensweise verspricht, ist nicht im Ansatz erkennbar. Sie wird aber bald gegeben werden müssen, und zwar nicht nur den Mitarbeitern des Unternehmens.

Die Weichen sind damit auf Eskalation gestellt. Wir haben sie nicht gesucht, aber wir werden sie auch nicht um jeden Preis meiden. Eine Aufspaltung der DFS-Beschäftigten nach Mitarbeitergruppen werden wir ebenso wenig zulassen wie den Versuch, stets größere werdende Teile unserer Vergütung zur Verfügungsmasse verkommen zu lassen. Es geht um unsere gemeinsame Zukunft!

Die nächsten Schritte werden wir in enger Abstimmung mit der Tarifkommission, der Verhandlungskommission und den Obleuten festlegen. Die bisherigen ÖMVen waren sehr gut besucht und erfolgreich, so sollte es auch bei den noch ausstehenden (siehe letzte Info) sein. Wir werden über alle weiteren Maßnahmen in üblicher Weise informieren.

Der Bundesvorstand
----------------------------------------


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 15.11.2006 22:57
DEUTSCHLAND 16.NOVEMBER

Mir ist schlecht.
Ich schäme mich Lotse zu sein.
Es war doch klar wie die Forderungen der GDF beantwortet werden !
Was hier abläuft ist unglaublich. Ich hoffe nicht jeder, auch nicht die Blödzeitung, glaubt dieses unangemessene Gejammere.
In der Vergangenheit Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverzicht, Belastungsausgleich durch mehr Freizeit usw.
Konsumiert den niemand Medien, die über die Lage von normalen Menschen berichten.
Fragt mal Eure Nachbarn, Euren Arzt oder die Lehrer Eurer Kinder.



von XY - am 15.11.2006 22:58
Was willst Du uns damit sagen, werter Kollege ???

Jetzt gehts erst richtig los ! So war es schon immer und so wirds auch weiterhin bleiben, erst Panikmache mit falschen Aussagen seitens der DFS und dann doch Einknicken weil man sogar vom eigenen Schlichter eins auf den Deckel bekommt !

Also bitte , laß die Panikmache, das nützt jetzt gar nichts. Auch Selbstbeweihräucherung ist hier fehl am Platze.

Wenn Du Dir mal die letzte Mitteilung der GDF anschaust, wirst auch Du erkennen, daß unsere Leute schon die richtigen Worte gefunden haben und weiterhin finden werden!!

Bei den Jungs bei der Lufthansa gabs zwei Tage Geschrei auf Bild-Zeitungsniveau und dann hats keinen mehr interessiert !!

Und , by the way, das war nicht Saigors Antwort, die Du da erwähnst, sondern meine !!!
Also laß jetzt bitte die Angriffe, sonst disqualifizierst Du Dich noch selber!

gruß aus B.

pagodeiro65





von pagodeiro65 - am 15.11.2006 23:22
...dann schäm dich mal schön während wir anderen Lotsen für unsere Forderungen an der brennenden Tonne stehen!

Ist dir eigentlich klar,dass es nicht nur um uns Lotsen geht?
Ich weiss nicht wie sich die Techniker und FDBs fühlen,wenn Ihre
operative Zulage wegfällt und Sie um ihre Existenz bangen müssen.
Und dafür stehe ich gerne gerade, aus Solidarität!!

Wahrscheinlich hast du nicht mal Ahnung wie genau die Forderungen aussehen und glaubst der Pressemitteilung der DFS....

Gute Nacht

Süddeutsche(r)


von Süddeutscher - am 15.11.2006 23:46
(Mir ist schlecht.
Ich schäme mich Lotse zu sein.)

Du bist kein Lotse, du kanst nur ein guter Freund von unserem Didi sein.

Die Forderungen sind I.O.

Alle für einen und einer für alle.

Musketier bezeichnete im Laufe des 16. Jahrhunderts bis Ende des 17. Jahrhunderts schwerbewaffnete Fußsoldaten und Teile der Kavallerie. Benannt wurden sie nach ihrer Waffe, der Muskete. Später werden Fußsoldaten in entfremdeter Form auch als Muschkoten bezeichnet. Bekannt ist der Begriff vor allem durch den Roman Die drei Musketiere des Franzosen Alexandre Dumas. :spos:

von Diebelskater - am 15.11.2006 23:47
Für alle hirnlosen Dummschwätzer und alle ahnungslosen Mitleser "von Außerhalb" sei es an dieser Stelle nochmal genauestens erwähnt:

Die Forderung der GdF beinhalten überhaupt keine Gehaltssteigerung - mit Ausnahme der geforderten 4% - sondern lediglich ein Zusammenführen von Gehaltsbestandteilen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld usw in eine monatliche Summe. Hiermit soll verhindert werden, daß diese Gehaltsbestandteile zukünftig verringert oder abgeschafft werden können.

Die von der DFS genannten 50% sind schlichtweg gelogen. Es gibt keine Gehaltssteigerung!!!

Im Gegenteil, mancher befürchtet sogar, daß durch dieses Zusammenfassen von Zulagen ein Minus von bis zu 10% herauskommen wird

Mein Einkommen wird nach diesem Tarifstreit also höchstens genauso hoch sein wie vorher!!!

Übrigens: Die DFS liegt im Gebührenniveau auf dem Stand von 1993. Wer zeigt mir ein Unternehmen, daß heute noch die Preise von 1993 hat?

Der Fluglotse arbeitet dafür übrigens heute über 50% mehr Verkehr ab als 1993!!!!


von NiGagG - am 16.11.2006 00:03
ach ja, ich vergaß:

Mein Nachbar ist Ingenieur mit 80000¤/Jahr, Mo-Do 0800-1600 und Fr 0800-1400 Uhr.

Ich kenne ad hoc 10 Ärzte im Bekanntenkreis, teilweise sogar Paten meiner Kinder. Kein einziger von denen verdient unter 5000¤ Netto im Monat (und das sind die "Berufsanfänger"). Die Niedergelassenen liegen bei ca. 8000¤-14000¤ Netto - nur mal so nebenbei bemerkt. Während die Krankenhausärzte zeitlich auf dem letzten Loch pfeifen strotzen die Praxisinhaber nur so vor Freizeit: Mo-Di + Do-Fr 0830-1200 1400-1800 Uhr, Mittwoch 0830-1200

Lehrer kenne ich zum Glück keine persönlich, aber für so eine Pillepallearbeit würde ich gerne mal so viel verdienen. Gemessen an dem was ein Lehrer bekommt und was er an Freizeit hat und an Arbeit leistet müßte ein Fluglotse so ca. 2.000.000¤ verdienen....im Monat.

von NiGagG - am 16.11.2006 00:11
@NiGagG:

Du beschwerst Dich darüber, wenn jemand über unseren Job urteilt, der keine Ahnung davon hat, vielleicht solltest Du das gleiche dann anderen Berufsgruppen angedeihen lassen und bei NULL Ahnung einfach mal den Nuhr machen. Die Arbeitszeiten von Ärzten, die Du nennst sind vielleicht die Praxiszeiten und bei Lehrern kann ich nur von sehr vielen Bekannten berichten, dass wenn einer seinen Job ernst nimmt er garantiert unter der Woche JEDEN Tag von morgens 8 bis irgendwann abends um 20 - 22 Uhr arbeitet. Zumindest bei Themen, die sich hin und wieder mal weiterentwickeln (z.B. Sprache, Naturwissenschaften, ....)
Also: Wir wollen nicht blöd angemacht werden von Leuten, die keine Ahnung haben, dann sollten wir uns auch entsprechend verhalten.

In gespannter Erwartung der Dinge die da kommen,

walking_desaster

von walking_desaster - am 16.11.2006 04:47
danke für die richtigstellung bzgl des zitats!
den inhalt des zitats kann ich nebenbei nur bestätigen. auch wenn sich die 'bestens informierte presse' auf die seite der GF ziehen lässt, es kommen so schnell neue themen das uns da nicht bang sein muß. vielleicht findet sich irgendwo ein neuer terrorist, verbrecher, politiker mit profilierungssucht usw und schon schreibt keine alte sau mehr über unsere forderungen. beim ersten streiktag kommt das ganze dann nochmal und eine woche später sitzen sie wieder am verhandlungstisch, reichen sich die hände und sind glücklich einen neuen tarifvertrag mit zukunftsweisender neuer struktur und gerechter vergütung an die erhöhte belastung (witzigerweise steht auf der DFS page neben der meldung vom abruch der verhandlungen die von den rekordzahlen des verkehrs ;) )


alles wird gut, und vor allem endlich wird gestreikt!
da warten wir und anscheinend auch die GF schon einige zeit drauf...

Saigor



Edit: Anscheinend haben die jungs von der pressestelle die leise ironie der homepage auch schon bemerkt und die meldung mit den verkehrsrekordzahlen runter genommen. lol


von Saigor - am 16.11.2006 06:05
Ich versteh den Arbeitgeber ja,er möchte nicht mehr bezahlen.
Keine finanziellen Zugeständnisse , keine anderen sozialen Zugeständnisse.
Die Declaration der Tarifforderung mit 50 % zu beziffern ist nicht mehr nur provokativ sondern ist vorsätzliche Rufschädigung einer noch jungen gutarbeitenden Gewerkschaft.

Ich kann nur hoffen , dass diese Gewerkschaft den Mut hat und eben diese mehr als unsittige Behauptung der DFS in der Öffentlichkeit zerfleischen wird.

Wie jedes Jahr...es ist Weihnachtszeit...der Frieden geht von dannen....besser gefragt war der jemals da.....

seit wir in Langen dümpeln?


Die Firma wird weiterhin gleitet nach dem Motto......

Die Geschäftsführung schreibt vor ohne zu denken....

Der Angestellte führt aus ohne sich zu wehren...

von Fiffi - am 16.11.2006 07:24
Jetzt erst mal ruhig durchatmen und entspannen. Wenn man die DFS- und die GDF-Stellungnahmen zu den Verhandlungen liest wird schnell klar, wer die besseren Argumente hat. Im Falle eines Streikes würde die BLÖDzeitung sowieso auf uns einschlagen, egal ob wir 7% oder 17% fordern.

Zitat

...wies die DFS unser Forderungspaket als "nicht verhandelbar" zurück und verlangte dessen Zurücknahme oder zumindest Umstellung durch Weglassen wesentlicher Komponenten. Begründet wurde dies offen damit, dass man sich für die Zukunft die "nötige Flexibilität" einschließlich der Möglichkeit, Vergütungsbestandteile anzugreifen und einzelne Beschäftigtengruppen abzukoppeln, aufrechterhalten wolle.


Das ist der Knackpunkt, da sollte doch endlich jeder merken, warum es gerade jetzt darauf ankommt, hart zu bleiben. Und weil die Kollegen der GDF nicht vollkommen bescheuert sind sehen die Forderungen auch entsprechend aus. Dem Didi muss ein für alle mal die Möglichkeit genommen werden, an einzelnen Vergütungselementen rumzuknabbern, wie seinerzeit unter ver.di geschehen.
Und was meint die DFS wohl mit "einzelne Beschäftigtengruppen abkoppeln"? Wer glaubt, die Geschäftsführer haben nur das Beste für ihre Mitarbeiter im Sinn ist noch nicht lange genug bei der Firma.

Ich habe gestern lange mit meinem Nachbarn über den Tarifstreit diskutiert. Zunächst hielt er unsere Forderungen milde ausgedrückt für weltfremd. Dann habe ich ihm ein bischen was von der DFS erzählt. Z.B. von Verkehrssteigerung, von undurchsichtigen Verschiebungen. Von dem Geld, das im Unternehmen in Unmengen vorhanden ist und das einfach so zum Fenster rausfliegt, von den vielen Fehlentscheidungen der Führungskräfte (2facher Umzug Nürnberg, COMPASS München, P1, VAFORIT, Runner München, sinnlose Dienstreisen zu Projektgruppen, völlig chaotische Personalplanung......). Als er -selbst im höheren Management einer Großbank beschäftigt- gemeint hat, da wären doch sicher öfter mal Köpfe gerollt musste ich ihm sagen dass die Entscheider i.d.R. eine oder mehrere Stufen nach oben fallen.

Es ist an der Zeit, dass wir unsere Muskeln spielen lassen. Mit der Sympathie der Öffentlichkeit können wir nicht rechnen, wir brauchen sie auch nicht. Wir machen jeden Tag sehr gute Arbeit und müssen uns nicht verstecken. Die GDF ist sehr gut aufgestellt, hat hervorragende Tarifleute und wird sich in der Öffentlichkeit bestmöglichst präsentieren. Ausserdem kann man sich immer noch auf die Dämlichkeit der DFS verlassen (siehe Saigors Hinweis auf die DFS-Homepage).

Und wenn es wirklich ernst wird, dann könnt ihr euch darauf verlassen dass die GDF nicht nur umfassend über Rechte und Pflichten aller Arbeitnehmer beim Streik informiert, es werden auch GDF-Vertreter vor Ort sein, die sich nicht hinter euch, sondern vor euch stellen werden.

von Helmut - am 16.11.2006 07:37
Man lese den letzten AbsatzDie Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sind vorerst gescheitert. Die DFS hatte die Forderungen der Gewerkschaft als nicht verhandelbar zurückgewiesen, woraufhin die GdF am Mittwoch das Scheitern der Verhandlungen erklärte. Insgesamt würden sich die Kosten für die Forderungen der Gewerkschaft auf 230 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre summieren.

Diese Summe, so die DFS, sei für das Unternehmen ruinös. Man hatte die GdF mehrfach zur Mäßigung aufgefordert, um einen Einstieg in Verhandlungen zu ermöglichen. Die Gewerkschaft aber beharrte in vollem Umfang auf ihrer Forderung. Die Gewerkschaft fordert eine völlig neue Tarifstruktur, die den überlasteten und vergleichsweise unterbezahlten Lotsen und Technikern einen Einkommenssprung sichern soll. Zusammen mit einer linearen Erhöhung von vier Prozent pro Jahr würde dies beim operativen Personal zu Einkommenssteigerungen von durchschnittlich rund 20 Prozent, für einzelne dieser Berufsgruppen von über 50 Prozent für die nächsten zwei Jahre führen.

Daneben fordert die Gewerkschaft für die meisten Lotsen Einmalzahlungen zwischen 3.500 und 10.400 Euro. Das Jahreseinkommen eines Fluglotsen liegt derzeit bei durchschnittlich 98.000 Euro, bei einer Nettoarbeitszeit zwischen 25,5 und 36 Stunden in der Woche. Die Tarifforderungen schlagen sich auch bei der Altersversorgung nieder, da die DFS in den nächsten 15 Jahren eine halbe Milliarde Euro zusätzlich zurückstellen müßte. Die Kosten für die Flugsicherung werden von den Luftraumnutzern, also überwiegend von den Fluggesellschaften getragen, die sie den Passagieren in Rechnung stellen.

Die Gewerkschaft kündigte nun für die nächste Zeit Arbeitskampfmaßnahmen an. Diese müssen im Bereich der Flugsicherung allerdings 24 Stunden vorher angekündigt werden. Die DFS wies ihre 5.300 Mitarbeiter und die GdF ausdrücklich darauf hin, daß Streiks zu diesem Forderungspaket ihrer Ansicht nach unrechtmäßig seien, weil die Forderungen maßgeblich auch in einen ungekündigten Tarifvertrag hinein wirken.

Vielleicht kommt ja jetzt Verdi wieder ins Spiel. Ähnlich wie bei den Ärzten drängt die Dienstleistungsgewerkschaft in die berufsständigen Arbeitnehmervertretungen. Im Falle der Flugsicherung wäre dies eine Rückkehr. Denn die GdF hatte sich einst abgspalten. Bisher jedoch geschah diese Anbiederung seitens Verdi ohne Erfolg.

Veröffentlicht: 16. November 2006



Berliner Umschau


von Fiffi - am 16.11.2006 10:12
Diese Unverschämtheiten der GF sind mir unverständlich. Gerade mit echten Informationen die allgemein zugänglich sind sollten die Herren eigentlich ganz kleine Brötchen backen.

Veränderung Gesamtbezüge für die Geschäftsführung GB2004 zu GB2005:

938.000Euro auf 1.412.000Euro, macht eine Steigerung von genau 50,5%

Wofür? Hatten die Herren persönlich die Verkehrssteigerungen abgearbeitet? Oder war das das Gutti, das sie die Regierung dazu gebracht haben, das Unternehmen zu verscherbeln? Natürlich mit entsprechender Abfindung dann in Millionenhöhe.

von !!!! - am 16.11.2006 10:13
@ owi

Zitat

Und eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung , schon gar nicht ohne Lohnverzicht, hat es bei der DFS seit ihrem Bestehen nicht gegeben


du hast Recht, eine ALLGEMEINE Arbeitszeitverkürzung hat es nicht gegeben, nur eine SPEZIELLE für ALLE Fluglotsen.
Im Rahmen der Umsetzung Kastner hat ab 2001 eine Reduzierung von 38,5 Bruttostd./Woche auf 36 bis 33,5 Bruttostd./Woche (je nach Kategorie) stattgefunden. In diesem Zusammenhang sind dann die operativen Zulagen derart angepasst worden, dass die, die am wenigsten (zeitlich) arbeiten, die höchten Zulagen bekommen.

Also ich nenne das eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich.


Gruß Arno

von Arno Nym - am 16.11.2006 10:19
Zum Thema Geschäftsleitungsgehälter:

Dabei hat man sich doch von einem Vorstandsmitglied getrennt (Hartwig hieß der Herr, soweit ich mich erinnere.)

Das bedeutet doch wohl, daß die verbleibenden drei Geschäftsführer sich mehr Geld teilen, als früher vier bekommen haben, oder?

Wenn das und die Zahlen von !!! stimmen, dann hat 2004 im Durchschnitt jeder Geschäftsführer 234.500,-¤ Gehalt bekommen, und 2005 gut 470.000,-¤.

Das wären mehr als 100% Steigerung.



von der Vorletzte - am 16.11.2006 10:58
Ich lach mich tot!

"Vielleicht kommt ja jetzt Verdi wieder ins Spiel."

Da bringt sich wohl wieder jemand selbst ins Gespräch; Freunde bei der "Berliner Umschau" sind schon was wert!
Aber schönen Gruss an das Verbrecherpack (*) von ver.di: "Ihr würdet nur zu gern wieder mit den Brüdern im Geiste aus unserer GF verhandeln und wie damals ein paar dicke Scheine nebenher für Euer Verhandlungsgeschick einstecken!"

(*) Ich kenne die Nutzungsbedingungen, aber hier fällt mir kein anderes Wort ein, das die Wahrheit angemessener wiederspiegelte.

von Beobachter - am 16.11.2006 11:06
Vielleicht sollte man aber auch die Aussage von den angeblich geforderten Mehrkosten in Höhe von 230 Mio., die im Endeffekt dann die Passagiere zahlen sollen, in Relation stellen. Nicht, daß sie auch nur ansatzweise so stimmen würden, aber nur mal zum Nachrechnen, für die, die hier nur mitlesen, was es im konkreten Fall heißen würde.

Also die 230 Mio. sollen für 2 Jahre sein, folglich geht es um 115 Mio. pro Jahr. Nimmt man die ofiziellen Verkehrszahlen der DFS für 2005, so sind dies 2,866 Mio. Wenn man das dividiert, kommt man auf Mehrkosten von 40,12 Euro. Nein, nicht pro Passagier, pro Flug! Wären jetzt z.B. auf jedem Flug durchschnittlich 100 Passagiere, würden sich die Ticketkosten um dramatische 40 Cent erhöhen! Angesichts des Aufwandes, mit dem man die "maßlosen" Lotsen an den Pranger stellen möchte, wird's langsam lächerlich. (Wie ich die jährliche Verkehrssteigerung von ca. 5% da noch rein rechnen soll, weiß ich jetzt auch nicht, aber es würde die Kosten nur weiter reduzieren) Wieviel davon dann auf den einzelnen beteiligten Lotsen kommt, darf sich dann jeder selbst ausmalen. (Die Rechnung ist natürlich stark vereinfacht, und soll nur das Prinzip verdeutlichen, denn alle Faktoren zu berücksichtigen, würde jetzt zu weit führen.)

Da zahlt man für Erhöhungen der Flughafengebühren, Treibstoffzuschläge, Servicepauschale usw. inzwischen um ein Vielfaches mehr. Trotzdem ist mir noch nicht zu Ohren gekommen, daß wütende Passagiere die Schalter gestürmt hätten.

Aber 230 Mio. sind natürlich Dimensionen, da bekommt so mancher feuchte Augen, und die Zornesröte steigt einem ins Gesicht, ob solch unverschämter Forderungen. Es geht ja schließlich (mal wieder) um nichts geringeres als um den Untergang des christlichen Abendlandes.

Finde, man sollte sich von den nackten Zahlen nicht beeindrucken lassen, denn das ist genau die Wirkung, die man erzielen möchte. Ein wenig elementare Mathematik und gesunder Menschenverstand, und schon sieht die Sache ganz anders aus.

Wohl gemerkt, das sind die von der DFS reißerisch propagierten Zahlen, also der "worst" Case. In Wirklichkeit wird es sich wohl eher um tatsächliche Forderungen von lediglich 4%, und nicht bis zu 50% handeln, da wir den Rest ja in Form von Zulagen und 13. Monatsgehalt eh schon bekommen.

Ach ja, finde in der Pressemitteilung nirgends den Hinweis, daß die DFS jedes Jahr die überschüssigen Gebühren den Fluggesellschaften (noch) erstattet. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was die damit anfangen. Die Passagiere entschädigen, und die Ticketpreise senken?

von Air Boss - am 16.11.2006 11:12
Zitat

Im Rahmen der Umsetzung Kastner hat ab 2001 eine Reduzierung von 38,5 Bruttostd./Woche auf 36 bis 33,5 Bruttostd./Woche (je nach Kategorie) stattgefunden. In diesem Zusammenhang sind dann die operativen Zulagen derart angepasst worden, dass die, die am wenigsten (zeitlich) arbeiten, die höchten Zulagen bekommen.


Das ist doch wieder nur mit dem halben Auge gesehen. Alles was Kategorie 5 und niedriger war hat keinen Penny mehr bekommen und nicht eine Minute weniger gearbeitet! Das wollen wir hier doch mal ganz klar festhalten!!!

Kat 6 hat zwar etwas weniger arbeiten müssen, dafür ist das Einkommen aber auch gesunken!!! Vor Einführung Kastner gab es getrennte operative Zulagen für Gruppe 8 und Gruppe 9-Lotsen. Nach Einführung Kastner war es eine einheitliche Zulage für 8+9er Lotsen, mit der Folge, daß ein 8er Lotse einiges mehr an operativer Zulage bekam, ein 9er-Lotse aber einiges weniger. Für die Bestands-9er-Lotsen gab es eine Besitzstandswahrung (siehe Gehaltsmitteilung "Besitzstand Kastner") als individuellen Gehaltsbestandteil. Wer also 2001 schon in Gruppe 9 war auf den treffen Deine Ausführungen zu!

Wer aber 2001 noch in der 8 oder noch gar nicht dabei war, dem sei gesagt, daß er zwar weniger arbeiten muß aber auch weniger verdient. Üblicherweise ist man nämlich nur 8 Jahre in der Gruppe8 und wechselt dann für 25 Jahre in der Gruppe9. Wenn ich also 8 Jahre lang 400¤/Monat mehr verdiene, dafür aber 25 Jahre lang jeden Monat 150¤/Monat weniger bekomme als ein 9er-Lotse im Jahr 2001 dann glaube ich, kann man nicht von Gehaltssteigerung bei Arbeitszeitverkürzung sprechen.

Die einzigen die durch Kastner gewonnen haben sind Kat. 7 und später die Kat. 8 Lotsen. Und wieviele in der DFS sind das? Wohl kaum die Mehrheit, oder?

von NiGagG - am 16.11.2006 11:18
@ NiGagG

Zitat

Die einzigen die durch Kastner gewonnen haben sind Kat. 7 und später die Kat. 8 Lotsen. Und wieviele in der DFS sind das? Wohl kaum die Mehrheit, oder?


Im Gegensatz zur Arbeitszeit, gibt es beim Gehalt keine Unterschiede innerhalb einer unit.

Ich habe nicht genau nachgezählt, aber
Berlin ACC
Langen ACC
Karlsruhe ACC
München ACC
Frankfurt TWR und
München TWR
(sind alle in der Zulagen-Kat.7)
bilden mit ca. 1400 Mitarbeitern eine satte 2/3 Mehrheit.





von Arno Nym - am 16.11.2006 12:29
stimmt nicht,

kein Center ist in der 7, obwohl die Verkehrszahlen das bei ein paar hergeben würden,
guckst Du hier:

Kategorie I: Dresden TWR; Erfurt TWR; Saarbrücken TWR.
Kategorie II: Bremen TWR; Leipzig TWR; Münster TWR; Schönefeld TWR.
Kategorie III: Tempelhof TWR; Hannover TWR; Nürnberg TWR.
Kategorie IV: Bremen ACC; Tegel TWR; Köln TWR; Maastricht.
Kategorie V: Düsseldorf TWR; Hamburg TWR; Stuttgart TWR.
Kategorie VI: Berlin ACC; Langen ACC; Karlsruhe UAC; München ACC.
Kategorie VII: Frankfurt TWR; München TWR.

Quelle: Zulagentarifvertrag, neuester Stand

ciao, Volker

von volker M - am 16.11.2006 12:53

"Verschwörungstheorie" ???

Ich bin ja nicht so ganz firm in eurem "Tarifverhandlungdschungel", aber steht da nicht auch demnächst im Rahmen der geplanten Kapitalprivatisierung die Verhandlung eines Rationalisierungsschutzvertrags an?

Jetzt könnte es ja sein, dass euch die GF ganz gezielt (zu Streikhöchstform) "auflaufen" lässt, damit ihr/die GdF jetzt schon "streikmässig" euer Pulver verbraucht, um euch dann - wenn es ja erst recht um die "Kapitalinteressen" bzw. die Interessen der Investoren geht - so richtig "in den Würgegriff zu nehmen"?

Letzenendes könnte sich das, trotz (ersterer) "Streikschädigung" für die Investoren längerfristig lohnen, wenn man dann mal eben ein paar hundert Angestellte "abbaut" bzw. "outsourced" ... und dem Rest 'ne "Änderungskündigung" aufzwängen kann.

Zweimal streiken (wenn's denn sein müsste) in so kurzen Abständen ... ???
Das würde ziemlichen Wirbel machen, egal, ob berechtigt oder nicht. Und dann die "Streikkasse" ... aber ich denke mal, das würde für euch der kleinste Hinderungsgrund sein ... ;-)


Grüsse
Redfox



von Redfox - am 16.11.2006 16:46
Zitat
XY
DEUTSCHLAND 16.NOVEMBER

Mir ist schlecht.
Ich schäme mich Lotse zu sein.
Es war doch klar wie die Forderungen der GDF beantwortet werden !
Was hier abläuft ist unglaublich. Ich hoffe nicht jeder, auch nicht die Blödzeitung, glaubt dieses unangemessene Gejammere.
In der Vergangenheit Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverzicht, Belastungsausgleich durch mehr Freizeit usw.
Konsumiert den niemand Medien, die über die Lage von normalen Menschen berichten.
Fragt mal Eure Nachbarn, Euren Arzt oder die Lehrer Eurer Kinder.


Da wird´s mir auch schlecht :uebel:
Kurz und bündig:

XY - Du scheinst mit geöffneten Augen durch´s Leben zu gehen.

"HUT AB" für Deine Aussage.



von HEXE - am 16.11.2006 19:35

Re: "Verschwörungstheorie" ???

Hat sich wohl irgendwie "erübrigt", meine "Verschwörungstheorie":

PM der DFS
-------------------------
Langen, den 16. November 2006
Inflation der Streikdrohungen
Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist für kommende Woche gleich von zwei Streikandrohungen betroffen. Nachdem gestern Mittag die Vergütungsrunde gescheitert war und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) angekündigt hatte, für die Vergütungen alsbald streiken zu wollen, erklärte die Gewerkschaft am Abend formal das Scheitern einer anderen Tarifverhandlung. Auch für diese Tarifziele kündigte sie Streiks für die kommende Woche an.

Die zweite Streikdrohung bezieht sich auf einen Themenkomplex, über den DFS und GdF schon vor zwei Jahren eine gegenseitige Verhandlungsverpflichtung eingegangen waren. Die Gewerkschaft wünschte damals einen „Tarifvertrag über Rationalisierungsschutz“, das Unternehmen eine Regelung zur „Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen“. Verabredungsgemäß sollten beide Themen miteinander verbunden werden, wobei bislang nur über den Rationalisierungsschutz verhandelt wurde. Den möchte die Gewerkschaft nunmehr im Streikwege erzwingen.

Die DFS kann sich die Inflation der Streikdrohungen nur so erklären: Nach dem Scheitern der Vergütungsrunde hatte der Verhandlungsführer der DFS die Gewerkschaft darauf hingewiesen, dass nach Ansicht des Unternehmens die exorbitanten Vergütungsforderungen derzeit nicht bestreikt werden könnten. Die GdF habe es versäumt, einen Tarifvertrag zu kündigen, in den die Vergütungsforderungen massiv hineinwirken. Ein Streik zur Veränderung eines ungekündigten Tarifvertrags wäre aber rechtswidrig. Das hat nach Ansicht der DFS zwischenzeitlich auch die Gewerkschaft erkannt und nach einem Weg gesucht, um dennoch Druck auf das Unternehmen und seine Kunden ausüben zu können.
----------------------

Ehrlich gesagt, ich weiss nicht was soll es bedeuten ...
Aber das erklärt dann ja wohl sicher der eine oder andere hier ... oder dort ;-)


Grüsse
Redfox

PS ... kleine Ergänzung:
Ganz im bisher üblich agitativen Stil ist hier wiedermal von "exorbitanten Vergütungsforderungen" und weiter vom "Druck auf das Unternehmen und seine Kunden" (von mir gefettet) die Rede.
Aber vielleicht sollte die DFS in diesem Zusammenhang auch mal "offenlegen", dass diese Kunden - ich schätze mal 80% davon - die zukünftig geplanten Eigner dieses jenes Unternehmens darstellen (sollen) ...
Ausserdem weiss doch jeder, dass nie nicht Kunden eines Unternehmens bestreikt werden (können) ... diese können höchstens Druck auf die Geschäftsleitung eines bestreikten Unternehmens ausüben, wenn sich diese "zu doof anstellt" ;-)



von Redfox - am 16.11.2006 20:57

Re: "Verschwörungstheorie" ???

Zum Thema:

"...wäre dem für Lotsen gar nicht abgeneigt...aber nicht für FDB und Technik!"

Der Wortlaut war wohl eher: "Wir akzeptieren die Forderung für die Lotsen, wenn Sie FDB und Techniker FALLEN LASSEN!"

Also eine Aufforderung zum Dolchstoss! Gut, wer bei solchen Verhandlungen (besonders von der DFS) Anstand oder Charakter erwartet, lebt sicher in einer eigenen Welt, aber es gibt gewisse Grenzen!

Wer so plump versucht Grenzen auszuloten, dem müssen diese einfach mal klar aufgezeigt werden!

von Beobachter - am 16.11.2006 22:40

Re: "Verschwörungstheorie" ???

@ WHO:
Die Entschlossenheit war nie so groß wie jetzt, und sie hätte auch früher schon für einen Streik gereicht, siehe GDF Pressemeldung vom 24.05.2004:
"...Die Wahlbeteiligung war mit über 84 % in Anbetracht der nur zwei Wochen kurzen Abstimmungsdauer außerordentlich hoch. Die Zustimmung von 95,9 % für die Durchführung von Streikmaßnahmen bedarf aufgrund ihrer Eindeutigkeit wohl keines weiteren Kommentars."

Der Organisationsgrad hat seitdem noch zugenommen.

Ich möchte noch einmal festhalten:

1.) Es gibt Angebote der GL, für Lotsen großzügige Regelungen zu treffen, wenn Verwaltung, FDBs und Techniker im Forderungskatalog fallengelassen werden. Darauf ist die GDF nicht eingegangen. Das sollte alle motivieren, sich (noch) stärker in der GDF zu organisieren.

2.) Der Umstand, daß der Eingruppierungstarifvertrag z.Zt. noch nicht bestreikt werden darf, liegt an der nicht eingehaltenen Zusage der GL, der ETV werde als redaktioneller Teil anderer Regelungen gesehen. Jetzt ist es DER argumentative Versuch der GL, die Streiks zu verzögern. Der AG verhält sich, wie auch schon in seinen Pressemitteilungen, unseriös.

3.) Der AG hat auch Szenarien, in denen er keinen Euro mehr an Gehältern ausgibt, jedoch die Tarifstruktur den Forderungen der GDF anpasst, als nicht verhandelbar zurückgewiesen.
Im Klartext: der AG ist an einer möglichst zersplitterten Struktur interessiert, weil man in Zukunft auf diese Art Gehaltsbestandteile, z.B. Weihnachtsgeld, Zuschläge usw. "flexibilisieren" (= streichen) will.

Den Gruppen mit der kleinsten Macht geht es als dann erstes an den Kragen, erkennbar auch den oben beschreibenen Spaltversuchen.
Die GL handelt nach dem Motto "Teile und herrsche." Das werden wir nicht zulassen!

Jeder, der in dieser entscheidenden Phase nicht organisiert ist und Stärke zeigt, wird in einer kapitalprivatisierten Zukunft Freiwild sein.
Jetzt ist die Solidarität aller gefragt!





von der Vorletzte - am 17.11.2006 08:51
@ Sachlich bleiben

Ginge es darum, jedes Wort hier auf die Goldwaage zu legen, könnte ein gutes Dutzend Anwälte gut davon leben. Gebe Dir aber Recht, so mancher dieser Beiträge läßt inhaltlich wie verbal doch sehr tief blicken. Verstehen kann man's, billigen nicht.

In der Wahl der Worte schenken sich aber beide Seiten nichts. Oder ist etwa Geiselnehmer harmloser als Aufforderung zum Dolchstoß? Fairness und Respekt sind leider irgendwo auf der Strecke geblieben. Und bei dem derzeitigen "Führungsstil", der den Verdacht nahelegt, man schiele schon mit einem Auge auf die Abfindung nach dem Verkauf der Firmenanteile, ist wohl auch keine Deeskalation in Sicht.

von Air Boss - am 17.11.2006 10:32
Wie soll ich denn jemanden bezeichnen, der sich mit der GF zusammensetzt bei teurem Weinbrand und dort Absprachen trifft, entgegen der Vorgaben der VDF-TK???
Ausserdem muss sich ja erstmal jemand angesprochen fühlen, bevor er sich beschweren kann. Da er aber nicht mehr auf der Lohnliste der DFS steht, hat er auch kaum Interesse hier noch zu lesen....
Also es ist ja eine alte Geschichte, geb ich zu, aber sie sollte verdeutlichen, dass dieser Zeitungsbericht der Berliner Umschau nur von völlig Ahnungslosen oder von irgendwelchen ver.di Seilschaften lanciert worden sein kann.


von Beobachter - am 17.11.2006 13:17
@ wesertal

Na vielen Dank! Es gibt bundesweit so ca. 5300 Fluglotsen, davon äußern sich in diesem Forum gerade mal ein paar Dutzend, und von denen haben ein paar, aus welchen Gründen auch immer, die Bodenhaftung verloren. Ist es da nicht vermessen, einen ganzen Berufsstand danach zu beurteilen? Wer im Glashaus sitzt, sollte sich das Steine Werfen lieber verkneifen.

Wenn Du die Diskussionen hier verfolgst, wirst Du zweifellos auch moderate und vernünftige Stimmen gehört haben. Ganz zu schweigen, daß sich meist nur die Unzufriedenen zu Wort melden, und denen wird man es nie recht machen können. Unabhängig vom Beruf oder Einkommen. Die schweigende Mehrheit an diesen zu messen ist auch nicht gerade die feine Art.

Was den Mob usw. betrifft, gebe ich Dir recht, solche Äußerungen sollte man unterlassen. Ich will sie nicht entschuldigen, aber die angesprochene Zeitung wirbt seit Jahren mit dem Slogan: Bild Dir Deine Meinung! Wer von den Lesern macht sich dabei schon die Mühe, die dort verbreiteten Inhalte zu hinterfragen, oder weshalb wählt unsere Firma gezielt dieses Blatt, um ihre Pressemitteilungen zu veröffentlichen? Darüber schon mal Gedanken gemacht? Ginge es um sachliche Information, fielen jedem von uns dutzende seriöse Zeitungen oder Magazine ein, die das besser könnten. Aber man wollte eine bestimmte Wirkung erzielen, und das ist ihnen z.T. ja auch gelungen (siehe HEXE). Finde, die bewußte Manipulation der Öffentlichkeit ist um keinen Deut besser als die eingangs erwähnten Äußerungen. Nur subtiler.

von Air Boss - am 17.11.2006 13:28
Hab ich jetzt nicht verstanden, was Du damit meinst!!
Wen Du schon von Elite sprichst, wieso sollte eine Elite nicht mehr verdienen als....

Ich bin der letzte der sich elitär nennt, aber in diesem unserem Lande gibt es nicht, wie im Sozialismus, eine Gleichmacherei aller.

Wenn ich einen sehr speziellen, sicherheitsrelevanten Job ausübe, dann sollte ich eben auch dementsprechend entlohnt werden. Mal ganz abgesehen davon, daß dieses Jahr eine hervorragende Leistung von der ganzen Belegschaft der DFS gezeigt wurde.
Selbst Porsche ist, was die Belohnung für gute Arbeit angeht, eindeutig generöser wie die DFS !!!
Ganz klar, daß dies auch für Berufe gilt, die schlechter dastehen wie wir ( Bsp: Arzt im Krankenhaus. die krankenschwester uswusw).Auch die sind unterbezahlt. Genau da hakt es bei uns in Dtld !!
Aber deswegen abzuleiten, daß man nicht das Gehalt bekommen sollte, welches man sich verdient hat, finde ich schon ne ganz merkwürdige Auffassung.
Mal ganz abgesehen davon sollte man sich mal die Gehälter unserer Kollegen in den Nachbarländern anschauen. DU wirst sehen, die verdienen als "Elite" viel mehr !!

Apropos : Frag mal den Schlichter der DFS was der davon hält!

pagodeiro65

von pagodeiro65 - am 17.11.2006 17:03
Hallo,

Leute, bleibt doch mal locker.
Lasst Euch nicht von ein paar Stänkerern provozieren.
Wenn es wirklich zum Streik kommt, muss jeder mit solchen Sprüchen rechnen. Da sollte man sich lieber auf seine guten Argumente berufen, denn davon gibt es genug.

Ein paar Beispiele:
- Egal, wie viel die GdF fordert und bekommt, es wird keinem Arzt, keinem Lehrer, keiner Kassiererin besser oder schlechter gehen. Selbst wenn die Lotsen auf die Hälfte ihres Gehalts verzichten, glaubt doch wohl niemand, dass bei ALDI an der Kasse mehr gezahlt wird. Daher sind auch die Vergleiche mit anderen Berufen sinnlos.
- Auch der Urlaubsflug der 5-köpfigen Familie (wenn es sowas noch gibt) wird kaum von den Gehältern bei der DFS abhängen. Eine grobe Rechnung dazu: Die Personalkosten machen bei der DFS ca. 60% der Kosten aus. Wenn also die Personalkosten um 10% steigen würden und diese Kosten voll weitergegeben würden (natürlich geht die DFS nicht wegen sowas pleite), müssten die Gebühren um 6% steigen. Die FS-Gebühren machen bei den Airlines geschätzte 4% der Gesamtkosten aus (nicht nur DFS natürlich). Wenn also die Tickets um 4% x 6% = 0,24% teurer werden, kostet ein Mittelstreckenflug rund 1 Euro mehr. Zum Vergleich: www.condor.de: "One-way Preise zzgl. 16 ¤ bis 48 ¤ Treibstoffzuschlag und 7 ¤ bis 18 ¤ Condor Service Charge."
- In diesem Jahr kontrollieren die Lotsen der DFS fast 4% mehr Flüge als im letzten Jahr.
- Viele Äusserungen in diesem Forum gefallen mir auch nicht. Aber die "Extremisten" in diesem Forum stellen keine Mehrheit dar, wer das nicht versteht, kann die anderen Zusammenhänge wohl auch nicht verstehen.
- Es ist zu spät, die Forderungen der GdF innerhalb der Arbeitnehmerschaft zu diskutieren. Das muss stattfinden, bevor die Verhandlungen beginnen. Wer das jetzt auseinanderpflückt, schadet der Gewerkschaft und damit sich selbst (oder steht auf der Arbeitgeberseite). Jetzt muss man einfach zusammenhalten.

Gruss

Ronald

PS: Dieses Forum ist kein demokratisches Gremium. Wer die Anonymität nutzt, um hier zu stänkern, sollte nicht gleich "Zensur" schreien, wenn mal etwas gelöscht wird.

von Ronald Heyne - am 17.11.2006 17:06
Zitat
leser
Der Mann hat recht- hier scheint eine elitäre Gruppe in einem undurchdringlichen Mikrokosmos zu leben-weltfremd !


Also mich erinnert diese Bemerkung zwingend an eine ganz bestimmte "Gilde":

Topmanager und solche, die sich dafür halten ... ;-)

Bei der Gelegenheit:
Wer verdient denn da eher eine entsprechende Entlohnung für tatsächlich und ersichtlich erbrachte Leistung und ertragene Belastungen ... ???

Manchmal sollte man vielleicht doch mal "Vergleiche" ziehen ...

Wenn so Typen wie "Kleinackermann" (Kleinfeld) und Konsorten sich schamlos die Gehälter exorbitant erhöhen (lassen), ohne dass aber ersichtliche Mehr-Leistungen oder besonders hervorragende Ergebnisse an irgend einer Ecke erzielt wurden (ausser dem Abbau von tausenden Arbeitsplätzen und das auch noch zu Lasten und Kosten der Allgemeinheit!) ... dann hat man Grund von einer weltfremden Elite zu sprechen ...


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 17.11.2006 19:10
Hallo,
es ist jetzt superwichtig, daß wirklich alle (Operative, Tagdiener, GDF Mitglieder und Nicht-Mitglieder, die Kundschaft, die Öffentlichkeit) gründlich darüber informiert werden, worum es bei diesem Arbeitskampf wirklich geht! Solange dies nicht geschieht, ist von den unterschiedlichen Fronten mit viel Unverständnis und Widerstand zu rechnen!

Es muß transparenter werden, daß viele der Forderungen kostenneutral sind, und nur der Bestandssicherung dienen.

Bye bye
Scotty



von Scotty - am 17.11.2006 21:51
Waaas??

Zitat

Die FS-Gebühren machen bei den Airlines geschätzte 4% der Gesamtkosten aus (nicht nur DFS natürlich). Wenn also die Tickets um 4% x 6% = 0,24% teurer werden...
?!?!?!?!?!?

Das hieße ja: für einen Lufthansa-Flug von FRA nach MUC (10 ¤ Ticket + 87 ¤ Steuern und Gebühren + 10 ¤ LH-Service-Charge (wofür eigentlich genau??)) entfallen 0,024 Euro (oder besser: 2,4 Cent) auf die Sicherheit, daß dieser Flug ohne Zusammenstoß von F nach M kommt und somit u.a. auf mich!!! (btw: der Spritpreis an der Tanke ist heute doch glatt um 2 Cent gestiegen! REVOLUTION!!!!)

Liebe Kollegen... also ich bin bekehrt! WHO, leser und andere Knaller haben Recht! Wir sind unverschämt! Wir gefährden nicht nur den Sozialfrieden und die nationale Sicherheit in Deutschland! Nein! Wir sind aufgrund solcher exorbitanten, weltfremden Forderungen auch sicherlich auch verantwortlich für Hunger in der dritten Welt, Aids, Ausbeutung in Entwicklungsländern, das Aussterben der Posthornschnecke und wahrscheinlich auch vor allem für die schlechte Bezahlung von Ärzten, Lehrern und Aldi-Kassiererinnen!

Ich kann so nicht mehr weiterleben! Ich trete aus der Gewerkschaft aus, vermache mein Vermögen der Heilsarmee und arbeite ab jetzt 350 Tage im Jahr à 14 Stunden unentgeltlich!
Bei Erreichen des vorruhestandsfähigen Alters werde ich mich selbstverständlich umgehend erhängen und so mit meinem sozialversicherungsverträglichen Frühableben den o.g. Leuten einen finanziell gesicherten Lebensabend zu ermöglichen.

Danke für Eure wirklich fundierten Aufklärungsbeiträge. Deren tiefsinnigen Wahrheiten wurden mir dank der Beispielrechnung von Roland jetzt erst bewußt.

von DFs*-Angestellter - am 17.11.2006 22:48
@ DFs*-Angestellter

Du hast El Nino, die Klimaerwärmung, die Abholzung des Regenwaldes, die Schuhbomben, BSE, und SARS (auf den Ausbruch der Pandemie warte ich heute noch) vergessen.

Da habe ich mich ja mit meinen 40 Cent gehörig verschätzt. Weiß zwar nicht, wie Roland jetzt auf diese Zahlen kommt, und vor allem, wie das in zwei Jahren 230 Mio. ergeben soll (wären dann so etwa 4792 Mio. Flugbewegungen pro Jahr dazu nötig!), bin aber mit der Materie auch nicht so vertraut.

Aber wenn man um ein paar Euro zu sparen, auf den Bordservice verzichtet, und stundenlange Zufahrten zu einem Provinzflughafen in Kauf nimmt, kann man sich getrost auch die Flugsicherungsgebühren sparen. Unter 10000 Fuß steht es schließlich jedem frei, nach Sicht zu fliegen. Kennt eigentlich noch jemand die "Donnerflug"-Airlines der Himmlischen Töchter? ;)

Ach ja, ist die Parzelle neben Dir noch frei? Kann ja schon mal mein Handtuch auslegen.

von Air Boss - am 17.11.2006 23:37
Da ich aber mein Ticket selbst im Internet buche, per Kreditkarte zahle, am Ticketautomaten selbst einchecke, meine Kofferbanderole selbst anbringe, den Koffer selbst auf's Band wuchte, durch's auomatische etix-Drehkreuz am Gate gehe und auf innerdeutschen Flügen so gut wie nie was zu trinken bekomme weil die Zeit zu knapp ist...
Für welchen Extra-Service, der vorher nicht da war, zahle ich da eigentlich seit 2-3 Jahren?? 10 Euro für nix, da kann doch niemand über 1 Euro für die Sicherheit meckern! Da kostet ja die Sicherheitskontrolle am Airport mehr!

Anderes Beispiel: LTU nimmt für Langstreckenflüge 100 Euro Treibstoffzuschlag. Die Spritpreise sind aber seit Wochen stark rückläufig; von gesenktem Zuschlag hab' ich noch nichts gelesen! Wo bleibt da der öffentliche Aufschrei??

von DFs*-Angestellter - am 18.11.2006 12:19
@ !!!!

Wieso, in einigen Restaurants zahlt man ja auch heute noch fürs Gedeck. Wie man Dir da die Speisen ohne servieren möchte, ist mir schleierhaft, aber....

Vielleicht sollten wir auch dazu übergehen, unsere Dienste als Paket zu verkaufen, und jede Airline kann dann zwischen Basic, Standard und Premium Service wählen. Basic beinhaltet Begrüßung und Traffic Info, Standard kommt Separation dazu, und schließlich bei Premium dann Shortcuts und ein freundlicher Umgangston. Alles hat eben seinen Preis. Weshalb sollten gerade wir da eine Ausnahme machen?

von Air Boss - am 18.11.2006 15:54
Also...wenn Dir hier alle so schön auf die Schulter klopfen, dann lass Dir noch gesagt sein:

Wer sich so äussert wie Du kann nur den Anschein erwecken, er sei jemand der sich als Lotse ausgibt, um seine Äusserungen als "Eigenkritik eines Lotsen" wertvoller erscheinen zu lassen.

Entweder bist Du ein bezahlter oder unbezahlter Intrigant der Firma oder einer dieser ewig gestrigen "noch-ver.di"-Mitglieder, die immer noch beleidigt sind, weil wir uns nun selbst organisieren...

Wie auch immer...mein Mitleid hast Du, Du armer Unverstandener!

von Beobachter - am 19.11.2006 11:56
Zitat
Sachlich bleiben
Ich bin weder Verdi-Mitglied noch GDF-Mitglied und verfolge die Diskussion hier aus völlig neutraler Position, dafür aber mit großer Verwunderung. Wenn jemand wie Beobachter ein solches Statement über mich in einem öffentlichen Forum verbreiten würde, würde ich das mit einer Strafanzeige wegen Beleidigung und übler Nachrede bedenken. Unabhängig davon, wem man hier in der Sache zustimmen mag und wem nicht. Die Akzeptanz der eigenen Meinung bei anderen erhöht dieser Stil bestimmt nicht.
Um dir die Stimmungslage zum Thema vielleicht etwas zu verdeutlichen:
In dieser Firma würden mehr Leute schneller und heftiger gegen eine Vertretung ihrer Arbeitnehmerinteressen durch verdi streiken, als wegen Ratio, Tarif und Privatisierung zusammen...

von Buhmucl - am 21.11.2006 01:49
Danke für Euer Mitgefühl.
Euer
"DFS Troll"
"Intrigant"
"Unverstandener"

Zum Glück waren ja nicht alle Antworten voll solcher Bezeichnungen.
Es geht mir viel besser und der Rotwein schmeckt auch.
Besonders hat mir die weltfremde Antwort von OWI gefallen (und die entsprechenden sachlichen Antworten auf seinen Kommentar)
Wer ist hier eigentlich der DFS Troll ??? Wer argumentiert hier wie ein gestriges Verdi - Mitglied und verklärt die Abschlüsse vergangener Tarifverhandlungen??? Abschlüsse die schließlich zur Gründung der GDF geführt haben !!!!

Allen sachlich argumentierenden Kollegen: weiter so !!!!


von XY - am 22.11.2006 17:34
Ganz meine Meinung, die Verantwortung ist es, die Fluglotsen von anderen Menschen unterscheidet. Kein Gefahrgutfahrer, Arzt, Pilot, o.ä. hat eine auch nur annähernd so große Verantwortung zu tragen und einem normalen Menschen ist es schon überhaupt nicht möglich, nachzuempfinden, welch übermenschliche Belastung jeden Tag auf den Schultern der Fluglotsen liegt. Man trägt wirklich schwer an dieser Verantwortung, wie man am Beispiel Überlingen beinahe hätte erahnen können, wenn es der Lotse gewesen wäre, der damals den verhängnisvollen Fehler begangen hat. Aber gottseidank war es ja der russische Pilot, der kein Englisch konnte...(..oder vielleicht doch die Sonnenflecken?)

Schöne Grüße

Thorsten

von Thorsten - am 22.11.2006 19:06
Moin pagodeiro65!

Ich hatte das Vergnügen, in Bremen als FDB meinen Dienst zu verrichten, bin selber aktiver Pilot und arbeite in der Verkehrszentrale einer größeren deutschen Fluggesellschaft. Die fachlichen Vorgänge sind mir also durchaus vertraut!

Das Forum verfolge ich aus rein beruflichem Interesse, und um eines `mal klarzustellen, ich kann den Frust in der operativ tätigen Belegschaft der DFS völlig nachvollziehen. Da ich damals die `zivil-militärische Integration´ hautnah erlebt habe, ist mir auch die sehr schnelle Ernüchterung nach der Privatisierung nicht verborgen geblieben. Der mir seitens des AFSBw fest zugesagte Aufstieg zum Lotsen hatte sich nämlich nach der Privatisierung sehr schnell erledigt. Nicht das ich darüber aus heutiger Sicht unglücklich wäre, im Gegenteil, wenn sich die weitere interne Entwicklung das DFS seit meinem Weggang betrachte, aber die Kaltschnäuzigkeit, mit der damals Lebensplanungen gekippt wurden, hat mich schon überrascht.

Was mich hier nur immer wieder auf die Palme bringt, ist die Mentalität, die in diesem Forum zum Ausdruck kommt. Jammern auf extrem hohem Niveau und ein Elitedenken, daß einfach nicht der Realität entspricht. Was im operativen Dienst geleistet wird, steht außerhalb jeder Diskussion, genausowenig, das der operative Dienst die Vorschriften nicht macht, sondern umsetzt. Aber der Job ist nun einmal wie er ist und er wird nicht einfacher......, für wen wird es den einfacher, heutzutage????

Vielleicht einfach `mal umschauen im richtigen Leben.

Was die Verantwortung angeht, keine Frage, aber die trägt eben jeder Pilot, Arzt, usw. in einem genauso - , wenn nicht sogar höheren Umfang. Das ist natürlich relativ, schließlich ist man erst schlauer, wenn `es´ einen erwischt hat. Hoffe sehr, daß das niemals mehr passiert.

Gruß

Thorsten

P.S.: Übrigens, ich habe den Unfallbericht zu Überlingen gelesen, falls es nicht so gut `rüberkam, mein Posting war satirisch gemeint! Nix für ungut!

von Thorsten Lehr - am 27.11.2006 15:00
@ Thorsten

Zitat

Kein Gefahrgutfahrer, Arzt, Pilot, o.ä. hat eine auch nur annähernd so große Verantwortung zu tragen und einem normalen Menschen ist es schon überhaupt nicht möglich, nachzuempfinden, welch übermenschliche Belastung jeden Tag auf den Schultern der Fluglotsen liegt.


Zitat

Was die Verantwortung angeht, keine Frage, aber die trägt eben jeder Pilot, Arzt, usw. in einem genauso - , wenn nicht sogar höheren Umfang.


Wirklich vom selben Autor verfasst??? :eek:

von einer vom Tower - am 28.11.2006 15:45
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Der Begriff Akademiker leitet sich von Platons Philosophenschule ab, die im Jahr 385 v. Chr. im Hain des Akademos gründet wurde (Platonische Akademie). Er bezeichnet heute:

* Personen mit abgeschlossener Hochschulausbildung
* eine Strömung der griechischen Philosophie der Antike
* Mitglieder einer Akademie der Wissenschaften mit der Abkürzung „Acad“



Hochschule ist eine umfassende Bezeichnung für eine Bildungseinrichtung des tertiären Bildungsbereichs. Hierzu gehören:

* Universitäten,
* Private Hochschulen,
* Kirchliche Hochschulen,
* Gesamthochschulen,
* Handelshochschulen,
* Kunst- und Musikhochschulen,
* Technische Hochschulen,
* Technische Universitäten,
* Pädagogische Hochschulen,
* Medizinische Hochschulen und
* Fachhochschulen.

Eine besondere Form der Hochschulausbildung kennzeichnet eine Fernuniversität. Nicht dazu gehören dagegen Berufsakademien (BA) und ähnlich strukturierte Einrichtungen, deren Abschlüsse keine akademischen Grade sind. In einigen Bundesländern bezeichnen sich seit einigen Jahren viele Fachhochschulen nur noch als Hochschule.


Per Definition ist also jeder Lotse der mal Beamter war, Akademiker....

von . - am 04.12.2006 10:07
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