Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ATCNET-Forum
Beiträge im Thema:
27
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
..., GuteFrage, Yossarian, DENIC, legal?, recht so, ???, pagodeiro65, Hindenburg_APP, Air Boss, ... und 12 weitere

Kündigung bei Streik

Startbeitrag von GuteFrage am 30.11.2006 20:47

Bei uns gehen Gerüchte um, dass die DFS mit Kündigungen für Streikende gedroht hat. Klar, geht nicht. Aber was ist, wenn sie es dennoch tun und dann halt erst Monate später den entsprechenden Prozess verlieren ?
Der Mitarbeiter hockt in der Zeit ohne Kohle da. Und das haut rein... Nicht jeder hat Rücklagen trotz dieses Gehaltes.

Was wäre in diesem Fall ???

Antworten:

Wer wird denn da solche Gerüchte streuen... Denkst du denn, die GdF würde über eine solche Aktion einfach hinweggehen? Über die Rechtmässigkeit will ich gar nicht spekulieren, aber selbstverständlich wäre kein Tarifabschluss und damit auch kein Ende der Streiks möglich, ohne die Rücknahme solcher Kündigungen. Sprich: das sind dumme Gerüchte, die nur dazu dienen, die Leute zu verunsichern. Lasst euch doch nicht so billig aufs Glatteis führen.

von Südlicht - am 30.11.2006 21:24
'türlich fehlt jegliche Rechtmäßigkeit. Und natürlich glaube ich da auch an die GdF. Aber Gesetz dem Fall : Streik zwei Wochen über Monatsende. Die DFS zahlt kein Gehalt.
Und dann ? Wie lange dauert dies vor deutschen Gerichten ???

Und vor allem : Was ist, wenn der AG sich neue Kündigungsgründe ausdenkt. "Dieser MA wurde gekündigt, weil er im Dienst eine private Mail gedruckt hat".
Und nun ? Klar wird dagegen geklagt - aber es fehlt der direkt Zusammenhang zum Streik und damit kann dieser nur allein deshalb nicht fortgsesetzt werden.
Also muss ewig abgwartet werden....

Hmm...

von GuteFrage - am 30.11.2006 21:30
Sollte die DFS tatsächlich wagen, Mitarbeiter deswegen zu entlassen, wird es über Deutschland solange kaum noch Kondensstreifen geben, bis diese Mitarbeiter wieder arbeiten.

Kann mir kaum vorstellen, selber noch arbeiten zu können, wenn Kollegen von mir entlassen werden, weil sie streiken....
:eek:

von Lotse-Einfach - am 30.11.2006 21:33
Für die Kollegen, die beim Nasebohren im Dienst erwischt werden und denen dadurch die Kündigung ausgesprochen wird, werden wir als Kollegen sammeln, sodass sie ihr Gehalt von uns weiterbekommen, bis ein AG Recht spricht!



Also Kopf hoch und nicht in der Nase bohren !!! :spos: :spos:

von Diebelskater - am 30.11.2006 21:47
Nach meinem Rechtsverständnis hält eine Kündigungsschutzklage ein Arbeitsverhältnis so lange aufrecht, bis über den Fall rechtskräftig geurteilt wurde.

Kann mich natürlich auch täuschen, würde aber bedeuten, dass die Kohle zumindest solange sprudelt, bis eine letztinstanzliche Entscheidung vorliegt, der Mitarbeiter wäre dann für diese Zeit vermutlich suspendiert/freigestellt.

von lotse - am 30.11.2006 22:10
Mal ne gute Antwort zu guter Frage:

Welcher Lotse leistet sich eine "WebMaster@GuteFrage.de" Adresse, um solchen Schwachsinn als gute Frage zu verkaufen.

Mal ne gute Frage: Welcher Lotsenstreik würde zwei Wochen andauern?

Also Leute, aufgepasst, nicht alle Fragen sind gute Fragen, auch wenn sie so angekündigt sind.

Also wirklich, so deppert kann nur die andere Seite sein.

Alle mal schmunzeln und geschlossen bleiben!

Gute Nacht.

von Yossarian - am 30.11.2006 22:13
Wer den "whois" auf denic-de bedienen kann findet auch raus wem die Adresse gehört... :rolleyes:

von DENIC - am 01.12.2006 08:11
das ist ja einfach

von ... - am 01.12.2006 08:33
schaut mal auf meine E-Mail-Adresse.... hier kann jeder eintragen was er will - somit bezweifel ich, dass "GuteFrage" wirklich die angegebene E-Mail-Adresse besitzt. Der Besitzer der gleichnamigen .de-Domain ist nämlich ein EDV-Berater....

von Staffelungsbeauftragter - am 01.12.2006 09:44
Stimmt...
Aber warum trägt man dann überhaupt ne email-Adresse ein wenn es doch dann eh eine falsche ist?


von DENIC - am 01.12.2006 09:45
Hallo.

So weit würde ich nicht gehen wollen, das posting an einer Person fest zu machen. Vielleicht steckt da ja auch Missbrauch dahinter.
Aber wer annimmt, dass eine moderne Industrienation sich ohne weiteres für zwei Wochen aus dem internationalen Luftverkehr ausklinken könnte und sich dabei noch als insider gibt, ist so grottenschlecht ...
Der muss einfach auf der anderen Seite stehen, denn das ist deren Niveau.
Warum sollten Tarifverhandlungen seriöser verlaufen als das sonstige Missmanagement in dieser Firma, dieses Forum lebt ja leider davon.

Schönen Tag noch.

von Yossarian - am 01.12.2006 09:46
Hätte mir jemand vor ein paar Jahren erzählt, dass ein paar kurzsichtige Politiker einfach mal so unsere Verfassung ändern wollen, um durch den Verkauf der DFS ein bisschen Geld in die Staatskasse zu spülen, hätte ich mich kaputt gelacht. Das können ja nur ein paar Ausnahmen sein, so quer kann doch niemand denken. Außerdem würde die DFS da gar nicht mitmachen, hätte ich damals gedacht. Dieses Lachen ist mir inzwischen im Gesicht festgefroren... Aus meiner bescheidenen Sicht wäre unter den gegebenen Voraussetzungen ein Streik zwar legal. Aber wer garantiert mir, dass nicht wieder Mittel und Wege gefunden werden, die mich nach einem Streik meinen Arbeitsplatz kosten könnten? Wer bedenkt die Schlupflöcher und Unmöglichkeiten in unserem Tarif- und Gesetzeswerk, an die heute noch gar keiner denkt? So richtig in Sicherheit wiege ich mich während eines Streiks daher nicht, weil nicht auszudenken ist, was da wieder ausgebrütet wird.

von ... - am 01.12.2006 11:42
Artikel 9 Grundgesetz

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.

(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.

Solange das Grundgesetz nicht geändert ist, wäre ich im Falle eines Streiks völlig ruhig und gelasssen. Alle Maßnahmen sind nichtig. Nichtig bedeutet von vornherein unwirksam.
Da tut sich auch ein Richter leicht.
Man muss sich dann halt nur an die entsprechenden Regeln im Streikfall halten, und das werden wir doch wohl schaffen?
Es ist noch gar nicht gesagt, ob es soweit kommt. Der Vorlauf sollte doch genügen, damit der Arbeitgeber noch mit einem Angebot rüber kommt. Falls nicht, waren wir auf jeden Fall nicht hektisch und streikgeil.

ciao, Volker


von volker m - am 01.12.2006 13:57
Irgendwie verstehe ich eure Angst um den Arbeitsplatz nicht, falls es um Lotsenarbeitsplätze geht ...

Sollten wirklich sagen wir mal 200 Lotsen echt streiken, dann kann man nicht einzelne "rauspicken" und sie wegen streiken entlassen, man müsste also alle gleichbehandeln, sprich kündigen.

Und was dann?

Soweit ich hier mitbekomme und wie auch sonstwo immer wieder festgestellt wird, sind es zurzeit eh schon viel zu wenige Lotsen, um einen "permanenten Vier-Augen-Betrieb" je Sektor zu gewährleisten etc. (angeblich gibt es ja laut DFS spätestens seit Überlingen keinen "Einmann/-fraubetrieb" mehr am Board, oder wurde diese Aussage irgendwann mal in der Öffentlichkeit revidiert?).

Also würde jeder Lotse weniger (egal aus welchem Grund sich die DFS seiner/ihrer "entledigt") die Sicherheit kompromissieren.

Die werden sich also das dreimal überlegen, denn Lotsen kann man bekanntlich nicht wie Pilze züchten ... und wer soll denn dann das stetig wachsende Verkehrsaufkommen bewältigen? HAL9000??? ;-)


Grüsse
Redfox

von Redfox - am 01.12.2006 21:23
wenn's ohnehin illegal ist brauchen sie sich um die gleichstellung keine gedanken machen. wenn dann versuchen sie bei einzelnen 'wankelmütigen' die kündigungsmasche zu fahren.
allerdings ist die rechtslage eindeutig und gerichte bearbeiten solche fälle sehr zügig, insofern auch das ein schuß in's blaue, da die meisten noch viele viele stunden auf dem konto haben.

Saigor


von Saigor - am 01.12.2006 23:22
Ich kann nur sagen: Macht Euch nicht ins Hemd. Es ist doch immerwieder dasselbe. Irgendwelche Schwachmaten, die keine Ahnung von Firmenpolitik haben, lassen sich billig einen Bären aufbinden und bekommen im letzten Moment Angst. In der jetzigen Situation (Lotsenmangel) würde die DFS nen Teufel tun, einzelne MA wegen dem Streik zu entlassen. Zumal es doch bei diesem Streik eh nur ums Kräftemessen mit schon jetzt klar absehbaren Ausgang geht. Die GdF wird wohl auch nen Teufel tun, Kündigungen einzelner MA zu akzeptieren. Das würde nen Arbeitskampf mit monatelang weiterem slow go hinter sich ziehen. Also Kopf hoch und erstmal nachdenken bevor man sich nen Troll aufbinden läßt!

Es grüßt

Hindenburg APP

von HINDENBURG_APP - am 02.12.2006 11:35
@HINDENBURG_APP:

Genau, sehe ich auch so.

Ist so unsinnig wie die beiträge von '???', in denen behauptet wurde, zwei Wochen Streik würden keinen interessieren.

Ich behaupte zwei Stunden Streik am Frankfurt Tower mit 25 Prozent Verkehr ist teurer für die Airlines als die Forderungen der Gdf pro Jahr.

von Armes Boardschwein - am 02.12.2006 12:59
@ Armes Boardschwein

Habe ich behauptet, dass " zwei Wochen Streik " nichts bringen würden?

Kann mich nicht an eine solche Aussage erinnern.

Wenn Du mich schon zitierst, dann bitte richtig.

Ich hoffe für Dich, dass Du nicht langsam den Überblick verlierst.

von ??? - am 02.12.2006 13:31
@ HINDENBURG_APP:

Ich habe sicher nicht weniger Ahnung von Firmenpolitik als Du. Dass die DFS keine Lotsen entlässt, mag vielleicht sein. Ich aber arbeite in der Technik, für die es schon seit langem Bestrebungen in Richtung Outsourcing gibt. Darüber hinaus habe ich eine Familie zu ernähren und verdiene dabei sicher nicht so viel wie Du. Wenn ich mir also Gedanken darüber mache, welche Konsequenzen ein Streik für mich haben könnte, darf ich mir wohl Sorgen machen. Oder nicht? Du magst Dir vielleicht eine gewisse Blauäugigkeit leisten können. Mich aber dann in einer grenzenlos naiven Art als "Schwachmaten" zu bezeichnen, bloß weil ich sicherstellen möchte, dass meine Familie morgen auch noch etwas zu essen hat, ist weit unter dem Niveau, wie ich Lotsen in dieser Firma kennengelernt habe. Bei solchen Leuten wie Dir, die nicht nur entgenengesetzte Meinungen, sondern auch schon nur hinterfragende Ansichten derart mit Füßen treten, sollte man sich die Frage stellen, welches Verhalten der eines Trolls näher kommt.

@ volker m:

Danke für den konstruktiven Beitrag. Art. 9 GG (3) zielt genau auf meinen Gedanken. Dieser gewährt zwar die Gründung von Gesellschaften zur "Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen" und verbietet entsprechende Maßnahmen dagegen. Ist damit aber wirklich alles abgedeckt? Schließt dieser Artikel sicher aus, dass nicht andere Möglichkeiten gefunden werden, mir einen Strick aus einem Streik zu drehen? Natürlich ist es nicht sicher, dass es soweit kommt. Aber wenn, möchte ich 100%ig und sicher vorbereitet sein.

von ... - am 03.12.2006 13:07
...aber das wissen wir doch : 100% ist schwierig. Man muß halt flexibel sein. So sind z.B. etliche FAA-Lotsen seinerzeit (Reagan) zu Bio-Bauern mutiert und sind heute zufriedener denn yeah. Das diedaoben sonen Laden auch mal kurzfristig auflösen, um einen Neubeginn
zu wagen, kommt vor. Trotzdem: wer wagt, gewinnt.

von recht so - am 03.12.2006 13:36
@ ...

kann absolut verstehen, daß Du sagen wir mal ein flaues Gefühl im Magen hast, wenn es um Arbeitskampfmaßnahmen geht.
Ich als Lotse, kann Dir versichern, daß es nur eine geringe Anzahl gibt , die so tief unter der Gürtellinie austeilt. Fast alle von uns stehen auch hinter euch!!!!
Abgesehen davon war es gerade die GDF die ein Angebot der DFS mit weitreichenden Zusagen für die Lotsen abgelehnt hat, da damit ein Herunterfallen von der Technik,FDB usw. einhergegangen wäre !!!
Laß den Kopf nicht hängen, die Gewerkschaft wird alles tun, um jeden auch rechtlich zu schützen.
Abgesehen davon geht einer Kündigung immer eine Abmahnung voraus, sofern es nicht ein
Sofortkündigungsgrund war und das muß die DFS erst mal beweisen !!!
Laß Dich nicht einschüchtern, jeder Arbeitnehmer hat ein Anrecht auf streik sofern er organisiert ist.

MfG
pagodeiro65



von pagodeiro65 - am 03.12.2006 14:29
Zitat
...
@ HINDENBURG_APP:

Ich habe sicher nicht weniger Ahnung von Firmenpolitik als Du. Dass die DFS keine Lotsen entlässt, mag vielleicht sein. Ich aber arbeite in der Technik, für die es schon seit langem Bestrebungen in Richtung Outsourcing gibt. Darüber hinaus habe ich eine Familie zu ernähren und verdiene dabei sicher nicht so viel wie Du. Wenn ich mir also Gedanken darüber mache, welche Konsequenzen ein Streik für mich haben könnte, darf ich mir wohl Sorgen machen. Oder nicht? Du magst Dir vielleicht eine gewisse Blauäugigkeit leisten können. Mich aber dann in einer grenzenlos naiven Art als "Schwachmaten" zu bezeichnen, bloß weil ich sicherstellen möchte, dass meine Familie morgen auch noch etwas zu essen hat, ist weit unter dem Niveau, wie ich Lotsen in dieser Firma kennengelernt habe. Bei solchen Leuten wie Dir, die nicht nur entgenengesetzte Meinungen, sondern auch schon nur hinterfragende Ansichten derart mit Füßen treten, sollte man sich die Frage stellen, welches Verhalten der eines Trolls näher kommt.

...wie ich bereits erwähnte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß einzelne MA entlassen werden. Ich bitte zu entschuldigen, daß ich dies primär aus der Sicht eines Lotsen geschrieben habe. Gleiche Aussage würde ich für die Technik tätigen. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß dieser Streik auf dem Rücken von Euch ausgetragen wird und die GdF in Vertretung der Lotsen in diesem Fall sagt "Oh toll, endlich nen Abschluß, die Technik ist uns(mir) egal, nach den Lotsen die Sintflut"! Insofern bin ich der Meinung, daß man sich zumindest bzgl. dieser Tarifrunde mit Arbeitskampf keine Sorgen um Kündigungen machen muß, egal ob Lotse, Technik oder FDB. Auf längere Sicht ist Deine Sorge leider berechtigt.
Mein Beitrag bezog sich aber auf genau diese jetzige Situation und ich bin sowas von genervt vom Schiss bekommen vor einer außerplanmäßigen Aktion, sobald irgendwas Spruchreif wird. Wollte Dich damit nicht angreifen, wenn Du das falsch Verstanden hast Sorry. Im letzten Moment (sollte der Streik kommen) den Schwanz einzuziehen und auf andere zu hoffen macht uns jedenfalls zum Gespött aller, nicht zu Unrecht.

Hindenburg_APP


von Hindenburg_APP - am 03.12.2006 14:32
Na, dann baut mal schön Bohnen an und produziert Tofu !

von WHO - am 03.12.2006 16:39
@ WHO

Is' scho' recht. Ich möchte diesen Teppich auch nicht kaufen.

von Air Boss - am 04.12.2006 11:51
@ ...

Zitat
...
...Aber wer garantiert mir, dass nicht wieder Mittel und Wege gefunden werden, die mich nach einem Streik meinen Arbeitsplatz kosten könnten? Wer bedenkt die Schlupflöcher und Unmöglichkeiten in unserem Tarif- und Gesetzeswerk, an die heute noch gar keiner denkt?...


Gegen eine Kündigung eines Mitarbeiters aufgrund dessen Teilnahme an einem legalen (!) Streik spricht - wie hier schon erwähnt - das GG und darüber hinaus das Arbeitsrecht, das eine "verhaltensbedingte Kündigung" (um die es sich in diesem Falle handeln würde) nach Teilnahme an einem Streik nicht vorsieht. Ausserdem ist eine solche "verhaltensbedingte Kündigung" mitbestimmungspflichtig. Da davon auszugehen ist, dass der BR einer solchen Kündingung nicht zustimmt, greift hier § 102 BetrVg. Hier heisst es im Abs.5: "Hat der BR einer ... Kündigung ... widersprochen ... so muß der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers diesen ... bis zum rechtskräftigen Abschluß des Rechtsstreites bei unveränderten Arbeitsbedingungen weiterbeschäftigen."

Es soll hier nochmal ausdrücklich erwähnt werden, dass nach der gängigen Rechtsprechung eine Kündigung aufgrund der Teilnahme an einem legalen Streik unwirksam ist.
Anders verhält es sich bei Teilnahme an einem "wilden Streik" oder wenn sich während eines Streiks ein Teilnehmer rechtswiedrig verhält, indem er z.B. Arbeitnehmer, die sich nicht an diesem Streik beteiligen, bedroht.

Gruß
Frank

von Superhornet - am 04.12.2006 14:28
Zitat

Gegen eine Kündigung eines Mitarbeiters aufgrund dessen Teilnahme an einem legalen (!) Streik spricht - wie hier schon erwähnt - das GG und darüber hinaus das Arbeitsrecht, das eine "verhaltensbedingte Kündigung" (um die es sich in diesem Falle handeln würde) nach Teilnahme an einem Streik nicht vorsieht
.
Zitat

Es soll hier nochmal ausdrücklich erwähnt werden, dass nach der gängigen Rechtsprechung eine Kündigung aufgrund der Teilnahme an einem legalen Streik unwirksam ist.
Anders verhält es sich bei Teilnahme an einem "wilden Streik" oder wenn sich während eines Streiks ein Teilnehmer rechtswiedrig verhält, indem er z.B. Arbeitnehmer, die sich nicht an diesem Streik beteiligen, bedroht.


Es fehlt noch die Definition von "legal". Legal im obigen Sinne ist ein Streik, zu dem ordnungsgemäss vom Bundesvorstand der GDF aufgerufen wurde. Sollten die DFS oder geschädigte Dritte der Meinung sein, der Streik wäre illegal gewesen und wird dies von Gerichten bestätigt, so ist auch dann der streikende Mitarbeiter weder von arbeits- noch von zivilrechtlichen Konsequenzen bedroht - egal ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht. Der Gewerkschaft bzw. deren Vorstand geht es dann an den Kragen, aber der einzelne Mitarbeiter darf darauf vertrauen dass die Gewerkschaft nur zu legalen Streiks aufruft.

Einzig bei einem wilden Streik, der nicht von einer Gewerkschaft organisiert wird, drohen dem Streikenden rechtliche Konsequenzen.

Im Übrigen wird die GDF natürlich an den vom Streik betroffenen Niederlassungen qualifizierte rechtliche Beratung bereitstellen, d.h. nicht durch einen eben mal schnell gebrieften Obmann, sondern durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Macht euch mal nicht so viele Sorgen, die macht sich schon die DFS. Und je mehr versucht wird, Druck auszuüben desto mehr zeigt sich die Hilflosigkeit der Unternehmensführung.

von legal? - am 04.12.2006 17:46
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.