Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ATCNET-Forum
Beiträge im Thema:
18
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Blaumann, OLT, High Up, Norddeutscher, lunjer, Lotserich, Armes Boardschwein, Redfox, Ronald Heyne, Air Boss, ... und 3 weitere

DFS und Offentlichkeit

Startbeitrag von OLT am 01.12.2006 10:45

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

ich habe mal eine Frage: Kennt jemand von Euch eigentlich - ausser der DFS -
noch einen Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter in der Öffentlichkeit so schlecht
darstellt?

Ich meine: Könnt Ihr Euch vorstellen, ein Konto bei einer Bank zu eröffnen, bei
der der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern öffentlich behauptet, sie seien
Erpresser oder überbezahlte Nörgler?

Wieso macht die DFS sowas? Und merken die hohen Herren nicht, wie gefährlich
das für das Image der DFS sein könnte, gerade in Hinblick auf Privatisierung?

Wer kauft denn einen Betrieb, in dem es vor lauter überbezahlten Erpressern
nur so wimmelt?

Ganz zu schweigen von den Auswirkungen, falls die Flugsicherung doch einmal
privatisiert werden sollte und die DFS Konkurrenz im eigenen Land bekommt.

Vielleicht gibt es ja einen Mitleser aus der UZ, der mir dies einmal erklären
möchte bzw. kann?!

Antworten:

Nee, da dürfte die DFS führend auf diesem Gebiet sein. Zumindest fällt mir nichts ein, was dem auch nur ansatzweise gleich kommt.

Habe mich schon oft gefragt, ob man noch alle Murmeln unter'm Pony hat, und das Image der Firma und seiner Mitarbeiter absichtlich schädigt. Und zwar nicht nur durch die gemachten Aussagen, sondern auch durch die Form, wie mit seinen Mitarbeitern (seinem Betriebskapital) umgegangen wird. Schließlich kann man bei Tarifverhandlungen, trotz gegensätzlicher Standpunkte, auch zivilisiert miteinander umgehen. Selbst bei Branchen, bei denen es zum Streik kommt, weiß man, daß man nach der Einigung wieder miteinender auskommen kann und muß.

Bedenkt man, daß die Bundesregierung auf die Veräußerung der Firma drängt, frage ich mich, wieso man Leuten, die absichtlich den Wert (den Verkaufserlös) der Firma gefährden, nicht schon längst auf die Finger geklopft hat. Aber eine Krähe hackt der anderen ja bekanntlich kein Auge aus. Will ja jetzt nicht von Seilschaften sprechen, aber komisch ist das schon, daß sich keiner darum schert.

von Air Boss - am 01.12.2006 14:40
Tja, für diesen Umgangston finde ich zwar (so auf Anhieb) kein weiteres Beispiel, aber das ist in meinen Augen das kleinere Übel.
Bei "richtigen" Firmen werden zig tausend Leute entlassen und das nur um den Millionen-Gewinn noch weiter zu steigern.

Also, wenn ich die Wahl habe, dann entscheide ich mich für den miesen Umgangston.

Gruß
Arno

von Arno Nym - am 01.12.2006 17:21
Es gibt nicht nur Deutsch Bank und die Allianz, die trotz -oder für - Millionengewinne Mitarbeiter entlassen. Es gibt auch Unternehmen wie BMW oder Porsche, die ihre Mitarbeiter am Jahresende nicht nur mit einem Brief vom Vorstandsvorsitzenden beglücken. Da werden die Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg beteiligt.

Leider erfährt man in den Medien meist nur von den Negativbeispiele (siehe oben). Es gibt aber noch Firmen, bei denen ist der Mitarbeiter wirklich noch das höchste Gut. (Kennt eigentlich noch jemand die Unternehmensgrundsätze?)

In unserer Firma wird den Mitarbeitern dagegen ständig vermittelt, wie teuer sie sind und das man unbedingt noch mehr sparen muss, zum Wohle der Kunden und um uns für den Wettbewerb fit zu machen.
Da stellt sich zumindest mir die Frage: Welcher Wettbewerb eigentlich? Und was ist mit der Kohle, die in der DFS ständig mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen wird? Warum wird mir im einen Jahr angekündigt, das Weihnachtsgeld zu streichen, und im nächsten Jahr die Gebühren gesenkt und Millionen zurückerstattet? Am non-profit-Prinzip kann es nicht liegen, die Herren Buchhalter müssten nur vor dem Jahresabschluss für jeden Mitarbeiter ein Monatsgehalt mehr rausrechnen und es würde immer noch genug für die werte Kundschaft übrigbleiben.

Ich kenne kein Unternehmen, in dem so viele Mitarbeiter die innere Kündigung schon vollzogen haben wie in der DFS. Und wenn mir jetzt einer entgegenruft "dann geh doch 'rüber" soll heissen "dann kündige doch und hau ab" dann sage ich: Wenn es Alternativen gäbe würde ich das tun, auch bei weniger Gehalt oder längerer Arbeitszeit!

von Blaumann - am 01.12.2006 18:06
Ja ich finde das auch sehr bedauerlich diese ganze Situation. Also wenn wir eine Armee wären würde ich das ja vielleicht noch verstehen da schlechtgelaunte Soldaten ja besser kampfen sollen. Also in der Hinsicht wären wir gut. Aber mal im Ernst ich finde die ganze Geschichte eigentlich nur noch traurig. Was anderes kann man das nicht mehr nennen.
Ach ja bezüglich einer Firma die ihren Mitarbeitern vertraut und so da gibt es ein sehr gutes Beispiel wie es gehen kann. HARIBO! Alle die da arbeiten kann ich nur beglückwünschen.

von High Up - am 03.12.2006 16:00
Ich kenne allerdings auch kein Unternehmen, das von den Mitarbeitern in einem öffentlichen Forum so niedergemacht wird. Das ist in anderen professionellen Firmen (das heisst mit einer großen Anzahl speziell und gut ausgebildeter Leute mit entsprechendem Gehaltsniveau) schlichtweg UNDENKBAR. Denn da ist das Leistungsprinzip so stark, dass ein Mitarbeiter gar nicht auf die Idee kommt (und die Zeit hat), seinen Arbeitgeber zu kritisieren.

Mich wundert, dass eine DFS-Führung gegen die Verungimpflung durch DFS-Mitarbeiter nicht vorgeht.

Die meisten, die sich hier über ihre Manager beklagen, würden an der Stelle der Manager genauso denken und handeln.

Außerdem weiß jeder Investor, dass Meckern und Handeln zwei paar Stiefel sind, und dass ein Management ausgetauscht werden kann, wenn es sich als Hemmschuh für eine (personalorientierte) Unternehmensführung erweist. Neue Manager (und neue Mitarbeiter) stehen um die Ecke.



von Down - am 04.12.2006 17:33
Zitat

Außerdem weiß jeder Investor, dass Meckern und Handeln zwei paar Stiefel sind, und dass ein Management ausgetauscht werden kann, wenn es sich als Hemmschuh für eine (personalorientierte) Unternehmensführung erweist. Neue Manager (und neue Mitarbeiter) stehen um die Ecke.


Du darfst die DFS nicht mit einem normalen Unternehmen vergleichen. Durch das non-profit-Prinzip müssen die Manager beim Geldrauswerfen fast keine Konsequenzen fürchten - siehe z.B. den doppelten Umzug von Nürnberg. Der Aufsichtsrat ist froh, wenn der Laden läuft, die Kunden einigermassen zufrieden sind und keine Flieger zusammenknallen, und das klappt bis jetzt ganz gut.

Und wie du darauf kommst, dass neue Lotsen/FDB um die Ecke stehen musst du mir erklären, das ist mir rätselhaft. Gerade weil ATC ein sehr spezialisierter Beruf mit sehr speziellen Anforderungen ist, lungern Lotsen nicht an jeder Stassenecke herum.


von Blaumann - am 04.12.2006 17:57
Hallo,

wenn dieses Forum geschlossen wird, dürfte es nur Stunden dauern, bis irgendwo ein neues aufmacht. Ob dann noch ein Moderator da sein wird, der unter seinem richtigen Namen auftritt? Da könnten dann ganz andere Sachen geschrieben werden...

Dann vielleicht doch lieber dieses hier, zumal die Sache mit der Öffentlichkeit sehr relativ ist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kommen hier kaum externe Leser vorbei.

Daher ist der Vergleich zwischen dem Forum und einer DFS, die z.B. Abmahnungen von Mitarbeitern als Pressemeldung verkündet, reichlich schräg.

Gruss

Ronald

von Ronald Heyne - am 04.12.2006 18:29
Zitat
Down
Ich kenne allerdings auch kein Unternehmen, das von den Mitarbeitern in einem öffentlichen Forum so niedergemacht wird. Das ist in anderen professionellen Firmen (das heisst mit einer großen Anzahl speziell und gut ausgebildeter Leute mit entsprechendem Gehaltsniveau) schlichtweg UNDENKBAR. Denn da ist das Leistungsprinzip so stark, dass ein Mitarbeiter gar nicht auf die Idee kommt (und die Zeit hat), seinen Arbeitgeber zu kritisieren.


Da stellt sich natürlich die Frage, WIESO die Mitarbeiter ein Forum wie dieses
benötigen, um sich Gehör zu verschaffen oder ihrem Unmut Ausdruck zu geben.

Vielleicht gäbe es dieses Forum ja in dieser Form gar nicht, wenn die DFS ihren
Mitarbeitern mit ein wenig mehr Respekt gegenüber treten würde!

Und genau da sind wir bei deiner Frage, wieso andere Firmen nicht in dieser
Form in der Öffentlichkeit niedergemacht werden. Die Mitarbeiter suchen sich
ein Ventil, in dem sie es Ihrem Arbeitgeber gleich tun können.
Streiken dürfen wir ja - nach Ansicht des Arbeitgebers nicht. Und Kritik in
der Öffentlichkeit wird mit Abmahnungen bestraft. Welche Wege bleiben dem
"normalen Mitarbeiter" denn sonst noch?

"Gewalt" erzeugt "Gegengewalt" - auch wenn diese in dem Fall Gott sei Dank
"nur" verbal ist!
Mir persönlich wäre es 1000mal lieber, mein Arbeitgeber würde mich mit Respekt
behandeln. Dann hätte ich es auch nicht nötig, hier zu posten!

von OLT - am 04.12.2006 19:13
@down


Mich wundert, dass eine DFS-Führung gegen die Verungimpflung durch DFS-Mitarbeiter nicht vorgeht


Was für Verunglimpfungen denn ??
Bitte gib uns ein paar Beispiele ?

Wenn eine DFS GF sich nur durch Abmahnungen zu helfen weiß, frag ich mich persönlich wieso die Mitarbeiter hier still sein sollten?

Wir sind hier nicht mehr im Mittelalter wo man noch nach Gutsherrenart walten und schalten kann wie man will.

pagodeiro65


von pagodeiro65 - am 04.12.2006 19:25
Zitat
Down
Ich kenne allerdings auch kein Unternehmen, das von den Mitarbeitern in einem öffentlichen Forum so niedergemacht wird. Das ist in anderen professionellen Firmen (das heisst mit einer großen Anzahl speziell und gut ausgebildeter Leute mit entsprechendem Gehaltsniveau) schlichtweg UNDENKBAR. Denn da ist das Leistungsprinzip so stark, dass ein Mitarbeiter gar nicht auf die Idee kommt (und die Zeit hat), seinen Arbeitgeber zu kritisieren....................


Na, vielleicht wirst ja hier fündig ...

[dialog.igmetall.de]

... oder hier:

[www.nci-net.de] (hier gehts um knallharte Dinger in den Berichten zu den Gerichtsprozessen ... wer hätte das gedacht ... von so 'ner Company)

Nur mal so als Beispiel. Nach einem "Kurz-Google" ... ;-)


Grüsse
Redfox




von Redfox - am 04.12.2006 21:06
Aus welchem Grund sollte die DFS denn gegen das Forum vorgehen? Wird hier zu Straftaten aufgerufen? Werden hier geheime Infos ausposaunt? Es wird zwar viel über die DFS geschimpft, aber stimmt das vieleicht nicht?
In dem Gemaule hier steckt mehr als ein Körnchen Wahrheit, und das wissen die hohen Herren ganz genau, deswegen halten sie schon aus eigenem Interesse lieber den Ball flach.

von Blaumann - am 05.12.2006 06:08
@Down

In Deutschland wird die Meinungsfreiheit durch Art. 5 Abs. 1, S. 1, 1. Hs. des Grundgesetzes gewährleistet.

Artikel 5 (verkürzt)

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten .... Eine Zensur findet nicht statt.
Die Bedeutung dieses Grundrechtes wurde vom Bundesverfassungsgericht in seiner Rechtsprechung konkretisiert und unterstrichen. So heißt es in dem Lüth-Urteil von 1958: „Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt.


von Norddeutscher - am 05.12.2006 07:12
na, ja, aber in der Anfangsphase dieses Forums gab's schon Ärger von der DFs, Ronald könnte darüber berichten.......

von Lotserich - am 05.12.2006 09:30
Zitat
Lotserich
na, ja, aber in der Anfangsphase dieses Forums gab's schon Ärger von der DFs, Ronald könnte darüber berichten.......

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Gleich am Anfang alle Unruhequellen ersteinmal angreifen und dann schauen ob man Erfolg hat.

von High Up - am 05.12.2006 09:51
"Werden hier geheime Infos ausgeplaudert?"

Ja. Siehe u.a. uzzi vom 16.11.06, 12:26h. Das hat Ronald noch immer nicht gelöscht, obwohl da uzzi offensichtlich schützenswerte Daten, und dann im Kontext auch noch personenbezogene, herausposaunt hat. Bin mal gespannt, ob und wann sich die Revision, und andere (?), dafür interessiert......
Das mußte m.E. nun wirklich nicht sein und mit Meinungsfreiheit und Grundgesetz hat das auch nichts zu tun!

von lunjer - am 05.12.2006 13:20
Und was sagt das von uzzi geschriebene aus? Für Herrn H. gibt es 1,4 Mio Pensionsrückstellung. Aha. Da wird jetzt eindeutig gegen den Datenschutz verstossen, ich sehe deutlich Geheimnisverrat, die Revision interessiert sich dafür und der BND ist auch schon dran.

Soll ich Dir mal was verraten - aber es bleibt bitte unter uns: Herrn W. ist der Abschied mit 2,1 Mio. vergoldet worden, und Herr L. bekommt jedes Jahr 180 000 Prämie, nur damit er den Mund hält.

Bitte nach dem Lesen einen Meter vom Bildschirm zurücktreten, diese Nachricht vernichtet sich selbst.

von Blaumann - am 05.12.2006 14:05
Vielleicht ist ja lunjer der gewisse Herr H. :read: :read: :read:

Davon abgesehen kann man nicht rauslesen, wer Herr H. mit seinen riesigen Abfindungen sein soll.

von Armes Boardschwein - am 05.12.2006 14:51
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.