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GdF-Info - Vorbereitungen im Plan

Startbeitrag von Redfox am 20.12.2006 22:08

Info der GdF ... für die "Nur-hier-Leser" ... :-)

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GdF-Info - Vorbereitungen im Plan

Neu-Isenburg

Der Bundesvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat sich auf seiner Sitzung am 15.12.06 intensiv mit dem bevorstehenden Arbeitskampf im Tarifkonflikt mit der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) befasst. Dazu gehörte auch die Klärung der Frage, ob nach der Kündigung des ETV noch eine weitere Verhandlungsrunde mit der DFS notwendig ist. Wir haben diese Frage in Abstimmung mit der DFS verneint, so dass endgültig am 31.12.2006 auch diesbezüglich die Friedenspflicht erloschen sein wird und das weitere Prozedere wie geplant ablaufen kann.

Die organisatorischen Vorbereitungen sind mittlerweile soweit vorangeschritten, dass der Arbeitskampf jederzeit ab dem 01.01.2007 beginnen kann. Details - wie z. B. Datum, Ort und Dauer der ersten Arbeitskampfmaßnahmen - wurden vor diesem Hintergrund diskutiert und geplant. Gemeinsam mit den Obleuten werden wir in den kommenden Tagen auf einer Sondersitzung in Neu-Isenburg über die genauen Abläufe sowie ihre besonderen Aufgaben informieren und abschließend beraten.

Der Bundesvorstand wird die Mitglieder der GdF zu gegebener Zeit über die Einzelheiten der geplanten Aktionen unterrichten. Bei bestehenden Fragen sollten sich die Mitglieder jederzeit an ihre jeweiligen Obleute/örtliche Arbeitskampfleitungen für weitere Informationen wenden. Nutzt die kommenden Feiertage noch um Kraft zu tanken, wir werden sie in der bevorstehenden Auseinandersetzung sicher brauchen.

Die Mitglieder der GdF hatten auf den zahlreichen Örtlichen Mitgliederversammlungen der letzten Wochen Gelegenheit, sich von der komplizierten Tarifmaterie ein eigenes Bild zu verschaffen. Sie haben darüber hinaus in den vergangenen Tagen ein Schreiben des GdF Bundesvorstandes erhalten, in dem nochmals erläutert wurde, dass die Tarifforderungen der GdF, neben der üblichen Vergütungsanpassung, eine Sicherung aller Vergütungsbestandteile auf dem derzeitigen Niveau auch für die Zukunft anstrebt.

Es sollte inzwischen jedem GdF Mitglied klar sein, dass dieser Konflikt zu einer - weit über die einzelnen Tariffragen hinausgehenden - Grundsatzentscheidung über die Zukunft des Unternehmens DFS führen wird. Die Geschäftsführung der DFS will, allem Anschein nach, diesem offenen Konflikt nicht mehr ausweichen, wir sollten ihr daher ein deutliches Zeichen unserer Entschlossenheit entgegensetzen.

Mit unserer in jüngster Vergangenheit schon mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellten Einigkeit können wir auch dieses Mal die Weichen für eine positive Zukunft in der DFS stellen.

Haltet Euch bereit, ab Neujahr kann es jederzeit losgehen!

In diesem Sinne wünscht der Bundesvorstand allen Mitgliedern der GdF und allen anderen Mitarbeiter/-innen der DFS und Ihren Familien ein ruhiges und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Der Bundesvorstand



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Die 50 interessantesten Antworten:

Hier hört sich alles immer so schön an. Hauptsache zusammenhalten. Das ist kalr. Werden auch alle tun.
Aber was ist dran an den Gerüchten mit Videoüberwachung um schon den kleinsten Verhaltsnfehler (zu lange Toilettenpause oder solch Kram) zu suchen und gleich mal - dann auch im Streikfall rechtmäßige - Abmahnungen zu verteilen ?
Und was tu ich wirklich, wenn ich gemäß Notdienstvereinbarung arbeite und der Niederlassungsleiter hinter mir steht und sagt "wenn Sie das nicht machen, dann mahne ich sie ab".

Was dann wirklich ? Steht dann gleich ein GdF-Anwalt da und hilft mir ? Oder muss ich dann hoffen, dass ein GdF-Vertreter mir beisteht, der mir vor zwei Wochen noch gesagt hat, dass er das alles für übertrieben hält und nicht weiss, was das soll ?

Theorie ganz nett - aber Umsetzung in der Praxis ?!? Von der obersten Ebene der GdF aus super okay, aber lässt es sich auch so leben, wird der Druck nicht zu groß und die Eingriffsmöglichkeiten der GdF für den Einzelnen zu klein weil die Situation einfach unüberschaubar wird ?

Stichwort : Angst, echte Angst.

von Jochen - am 21.12.2006 21:24
So wie es ausschaut hast Du Dir schon konkrete Gedanken gemacht.Der Arbeitgeber
aber auch! Diese Prozedur, mit Einschüchtern,Gerüchte streuen gehört halt zum Ritual.Allein die Androhung von Kündigungen lässt manchen schon schauern, weil er
ans Häuschen und die Raten denkt, die Kinder... Aber was glaubst Du denn, was passiert wenn illegale Kündigungen ausgsprochen werden? 1. wird jedes Gericht Dich
wieder in Lohn und Brot bringen und 2.wird in der Republik über Monate kein Flieger mehr pünktlich fliegen. Ob das bezweckt wird, bezweifle ich. Nur der Mutige gewinnt!

von Mitfühlender - am 21.12.2006 23:10
Jochen hat´s gerochen...

Nein, will mich nicht lustig machen. Angst hat jeder bei sowas, aber wenn Du aus Deiner Sorgenliste mal die Scheisshausparolen einiger Kollegen oder Wachleiter wegnimmst, ist Dir meiner Meinung nach schon viel geholfen.

Videoüberwachung? Klopausen? Wenn Du Dir darüber schon Sorgen machst, wie wäre es dann mit Log-Kontrolle, Frequenzüberwachung, Telefonüberwachung (zwecks Servicekontrolle) oder ob Du Dir nach dem Pinkeln die Hände wäscht?

Das wichtigste ist doch, dass in JEDER Niederlassung ein Anwalt zugegen sein wird, an den man sich sofort wenden kann, wenn irgendsoein Einschüchterungsversuch unternommen wird. Sicher wird es die geben, aber das gibt es bei jedem Streik. Und jetzt überleg Dir mal: Wer muss bei einem Streik mehr Angst haben? Ein Metaller? Ein Drucker? Oder ein Fluglotse? Wer von diesen 3 ist für den Arbeitgeber schwerer zu ersetzen?

Andere Berufsgruppen streiken alle 3-4 Jahre und bei uns laufen alle mit 20cm Kackstift in der Hose rum? Etwas mehr Selbstvertrauen liebe Kollegen!

Und noch was an alle, die sich überlegen wie sie sich verhalten sollen: Schon mal überlegt, wie es sein könnte, wenn man nicht mitmacht und als Streikbrecher durch die Reihen der Kollegen gehen muss? Wenn man den Kollegen, denen man in den Rücken gefallen ist, die nächsten 15 oder 20 Jahre noch in die Augen schauen muss?

Im Endeffekt werden genausoviele Kollegen vor dieser Situation Angst haben, wie vor den Einschüchterungen der verschiedenen Führungsebenen!

Also! Du kannst nicht gekündigt werden, nur weil Du Dich an einem Streik beteiligst!
Bei Drohungen steht ein Anwalt zur Verfügung und die mitstreikenden Kollegen sind ein nicht zu unterschätzender moralischer Beistand. Die "stark-machende-Einigkeit" mag ja vielstrapaziert sein bei solcehn Diskussionen, aber in solchen Ausnahmesituationen entsteht sie allein schon aus der Gruppendynamik!

Da ich es aus eigenem Umfeld kenne, haben meist junge Kollegen grössere Angst vor dem Streik. Orientiert Euch einfach an Euren älteren und erfahreneren Kollegen! Ihr werdet Euch wundern wieviel Unterstützung es dort gibt, wenn man sie nur aktiv sucht. Und überlegt Euch auch bitte folgendes: Wer hat mehr von einem guten Ausgang der Tarifverhandlungen? Der Kollege mit noch 5 Jahren Restdienstzeit oder der mit 20???

von Beobachter - am 21.12.2006 23:18
@ Beobachter

Na ob das die richtige Motivation / Sichtweise der Dinge ist? Entweder Angst vor dem Arbeitgeber oder vor den Kollegen. Toll, welche Alternative!

Also wenn streiken, dann aus Überzeugung oder Solidarität. Aber "Gruppendynamik" basierend auf Angst?

Solche Aussagen unterscheiden sich in meinen Augen nicht wesentlich von den (begreiflichen und zu erwartenden) müden Versuchen des Arbeitgebers, die Mitarbeiter einzuschüchtern.

Wichtig wäre, den Leuten eben diese Angst zu nehmen, und nicht sie zu schüren. Es gibt klare Richtlinien und Gesetze zum Thema Arbeitskampf, die genau festlegen, was erlaubt ist, und was nicht. Die sind für beide Seiten bindend. Legal sind weder "wilde" Streiks auf der einen, noch das Vorgehen gegen Einzelne oder Gruppen durch den Arbeitgeber, auf der anderen Seite. Die entsprechenden Paragraphen wurden hier schon mehrfach genannt, und sind auch dem Arbeitgeber bekannt.

Maßnahmen, die gegen diese Regeln verstoßen, haben rechtlich keinen Bestand.

von Air Boss - am 22.12.2006 03:05
@ Air Boss:

Also meine Aussagen aufzunehmen und in folgenden Müll umzuwandeln verwundert mich schon! (zitiere Dich) "Entweder Angst vor dem Arbeitgeber oder vor den Kollegen."

Wovor ich warnen wollte, war folgende Sichtweise, die ich (eben vor allem von jungen Kollegen) schon auf Arbeit vernehmen musste:
"Ich habe noch über 20 Jahre in der DFS vor mir, da nehme ich an dem Streik lieber mal nicht teil, sonst ist mein Arbeitgeber für immer böse auf mich!" (jetzt leicht überspitzt ausgedrückt, aber keine Einzelstimme!)

Und ich habe auch nicht gesagt, dass diejenigen dann Angst vor den Kollegen haben werden, sondern dass sie sich ganz einfach den Rest ihrer Dienstzeit schämen werden. Das ist ein ganz normaler Prozess, der "draussen, also ausserhalb der DFS, dort wo öfters mal gestreikt wird, zur Genüge bekannt ist.

Und die Gruppendynamik entsteht auch nicht aus Angst, sondern aus Solidarität in Krisenzeiten. Wenn Du meinst hier mit Gewalt etwas in mein Statement "hineininterpretieren" zu müssen, dann tu Dir keinen Zwang an und leg am besten gleich noch ein Posting oben drauf!

Leider mache ich immer wieder den Fehler mal hier ins ATC-NET zu schauen und dann doch mal meine Meinung abzugeben. Offensichtlich sind wir auf der selben Seite des Tisches(?), aber es gehört zum guten Ton des Forums, Worte zu verdrehen und andere als Deppen hinzustellen. Vielleicht ja eine Lotsenangewohnheit? Ich weiss es nicht....

Nochmal für Dich: Warum habe ich nicht die Punkte aufgezählt, die Du dankbarerweise angeführt hast? (Klare Richtlinien, Bestandlosigkeit bei Regelverstoss,...)
Weil sie vom "Vorredner" schon aufgezählt wurden und in anderen Postings und den offiziellen GDF-Infos schon 15-20mal aufgezählt waren.
Sorry, bin kein Papagei! Wollte einfach mal die Leser darauf stossen, was bei einem Streik zwischen den Kollegen passiert oder passieren könnte.

So lieber Air Boss! Viel Spass beim Interpretieren und Wortverdrehen! Ich schaue vor dem Drei-Königs-Tag hier nicht mehr rein...

von Beobachter - am 22.12.2006 04:00
Ich möchte keinen Streik aber wenn unser Arbeitgeber diesen Weg gehen will, so wird er einen vorbildlichen Streik bekommen. Das ist unser Recht !!!! ( G.G.)

Für alle jungen Kollegen : Wir alten Hasen stehen vor Euch und keine Angst zusammen sind wir stark. Wir werden mit diesem Streik unsere Zukunft absichern.

Schade ist nur das unsere Kunden wegen diesem Fehlverhalten der Geschäftsführung leiden müssen.

Ich wünsche Euch allen schöne Festtage und einen guten Rutsch ! :spos: :spos: :spos:

von Diebelskater - am 22.12.2006 10:04
@ Beobachter

Zitat

Und noch was an alle, die sich überlegen wie sie sich verhalten sollen: Schon mal überlegt, wie es sein könnte, wenn man nicht mitmacht und als Streikbrecher durch die Reihen der Kollegen gehen muss? Wenn man den Kollegen, denen man in den Rücken gefallen ist, die nächsten 15 oder 20 Jahre noch in die Augen schauen muss?


Hallo lieber Beobachter! Wenn Du nicht mißverstanden werden möchtest, dann schreibe bitte auch hin, was Du meinst. Begriffe wie Streikbrecher und in den Rücken fallen sind Kollegen gegenüber mit Vorsicht zu genießen. Daß jeder mit den Konsequenzen seiner persönlichen Entscheidung leben muß, darüber dürfte sich jeder im Klaren sein, und bedarf keines besonderen Hinweises. Da vermutlich die wenigsten Dich persönlich kennen, und auch nicht wissen können, wie "militant" Du persönlich engagiert bist, läßt sich nur schwer erahnen, ob obiger Hinweis als gut gemeinter Rat, oder als versteckte Drohung (Spießrutenlaufen für die nächsten 15-20 Jahre) gedacht war. Gerade in unserem Beruf müßte Dir die Bedeutung der Wortwahl doch bekannt sein. Wenn diese unklar ist (und das entsprechende emotionale Feedback fehlt), sollte man das auch ansprechen dürfen, ohne daß der Andere sich persönlich angegriffen fühlt.

Fakt ist, daß man Deine Äußerung auch negativ auslegen kann, und dann bleibt einem wirklich nur die Wahl des kleineren Übels. Glaube nicht, daß nur ich Deinen Beitrag mit Skepsis gelesen habe. Für mich ist die Sache jetzt klar, aber ob Du ohne diese Stellungnahme Jochen's Bedenken zerstreuen konntest? Habe da so meine Zweifel.

Daß solche Überlegungen auch unter Kollegen nicht von der Hand zu weisen sind, zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, als einige unkoordiniert ihre persönliche, individuelle No-Direct-Policy gefahren haben, und jeder angefeindet wurde, der den Sinn des Unterfangens in Frage gestellt hat. Aber das ist Schnee von gestern, harren wir der Dinge, die da werden kommen, und freuen uns erstmal auf die bevorstehenden Feiertage.

In diesem Sinne, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

von Air Boss - am 22.12.2006 10:08

ein Tipp

Nur mal ein Tipp von einem Lufthansa-Piloten. Wir hatten unseren Streik ja 2001, weil unser Arbeitgeber nicht fair mit uns umgegangen ist. (sehr nett formuliert)
Euer Arbeitgeber wird die Presse massiv nutzen, um euch anzuschwärzen, euch die Schuld an den ganzen Verspätungen zu geben. Er wird total unrealistische Gehaltsforderungen streuen, die dann groß in der Bild-Zeitung stehen werden. Ich kann mich jetzt noch erinnern, was da für angebliche Kapitänsgehälter groß in der BILD standen.. Eure Nachbarn und Freunde werden zu euch kommen und euch mit neidischem Blick fragen, ob ihr den Hals nicht voll bekommen könnt.
Regt euch nicht über die ganzen Lügen auf, überlegt euch schon mal eine einfache nachvollziehbare Erklärung für eure Freunde. Ich hoffe, eure Gewerkschaft hat einen besseren Draht zu Presse als die VC damals.
Und dann heisst es zusammenhalten, alles nach den Vorgaben eurer Gewerkschaft durchführen, keine Privatprocedures.
Viel Erfolg!

von Flieger - am 22.12.2006 10:13
"Stell Dir vor es ist Streik und keiner geht hin..."

Lieber Senior, wenn schon zitieren, dann richtig!

"Stell Dir vor, es ist Streik und keiner geht hin - dann kommt der Streik zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."



von Nixis - am 22.12.2006 12:13
1. Ich glaube kurz vor einem möglichen Streik wird die DFs ein Angebot vorlegen.

2. Kommt es doch zum Streik, wird dieser anfangs räumlich und zeitlich nur stark begrenzt nötig sein, um verhandlungen anzustoßen.

3. Da ein Viertel der Lotsen wegen der Streikvereinbarung 25 Prozent zu arbeiten eh am Board sitzt, gibt es genügend Arbeit für "Drückeberger".

4. Bei uns schätze ich die Streikunwilligen auf maximal zehn bis 20 Prozent.

5. Sollte der AG bei diesem legalen und ordnungsgemäß ausgeführten Streik zu dubiosen Mitteln greifen, wird er nicht nur vor Gericht sein Gesicht verlieren, sondern auch eine Ausweitung des Streiks mit immensen Kosten zu verantworten haben (Ich gehe hier davon aus, dass wenn illegale Methoden angewandt werden sich die DFs auch sonst stur stellt und keine Angebot vorlegt).


Das Wichtigste, was viele vergessen:

Selbst ein kurzer Streik an zum Beispiel nur einem Tower kostet innerhalb weniger Stunden der DFs und den Airlines/Flughafenbetreibern so viel Geld, dass längerfristige Aktionen sehr, sehr unwahrscheinlich sind.

Jeder kann sich leicht ausrechnen, wie lange die Gdf durchhalten kann und wie stark bis dann schon das Chaos ausgebrochen ist.


Das Beispiele Heathrow zeigt doch deutlich was passiert, wenn mal für ein paar Tage im Winter ein einzelner Flughafen die Staffelungswerte erhöht.

von Armes Boardschwein - am 22.12.2006 12:35
wenn man die kosten des tarifabschlußes mal mit den kosten eines streiktages vergleicht kommt man schnell darauf das ein tag streik (der 50% des traffics lahmlegt) die airlines ungefähr so viel kostet wie mögliche mehrgebühren in einem jahr für die erfüllung der forderungen.

@flieger: ihr lebt ja mit einem freundlichen arbeitgeber was die pressearbeit angeht. wir werden ja schon angegriffen, besagte zahlen werden veröffentlicht noch bevor die gespräche richtig losgehen. und die bezeichnung als geiselnehmer kurz nach der tragödie von beslan zeigt bei den letzten verhandlungen wie unsere GL tickt. zu meiner großen freude ist die GdF immer zurückhaltend und sachlich. ich könnt's ja nicht...

Saigor


von Saigor - am 22.12.2006 15:02
Ich bin sehr gespannt was kommt. Als junger Kollege muß ich sagen das man schon über dieses oder jenes nachdenkt. Das ist doch ganz selbstverständlich, aber das ist kein Grund nicht hinzugehen. Wenn wir zusammenhalten werden wir Erfolg haben. Klar bin ich nicht begeistert von der Idee zu streiken und zum Bumann der Nation zu werden wenn es hart auf hart kommt, aber wir gehen doch jeden Tag mit Stress um. Wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen. Apropr Delay ich habe heute in der Transmission gelesen das wir nur an 12% der Verspätungen Schuld sind und die airlines an 58%. Außerdem ist unser Job gar nicht so ein "Killer" und Lotsen sollen doch lange leben. Naja also wenn ich über die nächsten 20 Jahre denke (auch jetzt verschwinden leider mehrere Kollegen die kutz vor oder nach dem Ruhestand sind). Naja ich weiß nicht, aber da gibt es ein Sprichwort: Glaub keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast. Im diesen Sinne sollten wir uns alle noch einmal ausruhen und die Feiertage, soweit möglich, genießen.
Frohes Fest
High Up

von High Up - am 22.12.2006 15:16
Na na Nixis, ich habe ja nicht falsch zitiert, sondern lediglich nicht so ausführlich wie du. Allerdings kann und werde ich deine Feindbilder nicht nachvollziehen geschweige denn teilen. Und Drohungen ob offen oder versteckt, ziehen bei mir schon gar nicht. Also, locker bleiben und abwarten wie die tolle Aktion laufen wird. Vielleicht wird's auch ein "Rohrkrepierer".

von senior - am 22.12.2006 15:32
@Grinsekatze:

Zustimmung!



Wenn man sich auf der Arbeit umhört, könnte man zu dem Schluß gelangen, dass die 'üblichen Verdächtigen' hier gar nicht im operativen Dienst arbeiten.

Selbst die schärfsten Gdf- und Streik-Gegner lassen auf der Arbeit nicht so einen unsinnigen Müll ab wie es hier einige tun.

Bisher hat noch niemand mit Argumenten belegt, warum ein möglicher Streik erfolglos sein soll .....

von Armes Boardschwein - am 22.12.2006 16:20
Also lieber Jochen!

Langsam glaube ich Du bist kein Betroffener, sondern einer von der "Gegenseite" der sich hier geschickt ein anderes Mäntelchen umhängt, um Ängste zu schüren.

Falls das stimmt: Dir gehört mein Mitleid!

Falls nicht, hier als Antwort auf Deine Angst um den armen Anwalt:
Erstens wird sich der Hausherr diese weiter Eskalationsstufe gut überlegen.
Zweitens sind z.B. in München dafür schon kleine Büroräume im MAC in Aussicht
(kostet leider wieder; wird aber im Endeffekt eh wieder vom Arbeitgeber getragen..)
Drittens kann der Arbeitgeber nicht den Streikaufseher der GDF entfernen lassen, weil sonst die Notvereinbarung ausser Kraft gesetzt wird und der Arbeitgeber dann alle Arbeitsplätze mit firmentreuen Wachleitern ersetzen müsste...

Viertens: Falls Du wirklich Angestellter bzw. Fluglotse bist (und dies auch als Rat an alle die solche Sorgen plagen!):
UM HIMMELSWILLEN INFORMIERE DICH MAL AUSFÜHRLICH BEI EINEM DEINER OBLEUTE!


Das wäre nämlich der erste Schritt um an Informationen zu gelangen und nicht wilde Postings in diesem Pöbelforum!

von Grinsekatze - am 22.12.2006 16:23
Also da muss ich mal zustimmen. In anderen branchen gehören Streiks jedes jahr zum festen Programm und unsere Kollegen machen sich hier gleich ins Hemd.
fakt ist doch, dass jeder, der in der Gewerkschaft organisiert ist ein Streikrecht hat. Also bitte. Hab keinen Plan ob dieses Recht auch nicht-Mitglieder haben.
Alle Mitglieder sollten sich jetzt jedenfalls mal beruhigen, ganz tief durchatmen und dann schön den Streik in Angriff nehmen.
Es gibt doch in diesem schönen Rechtsstaat Gott sei Dank für alles gesetze. Also, ihr Schisser!!! Los gehts! ;-)

von Ossi - am 22.12.2006 22:11
JEDER Mitarbeiter hat ein Streikrecht. Der AG kann (offiziell zumindest) gar nicht wissen, welcher Mitarbeiter in einer Gewerkschaft ist und welcher nicht, kein Arbeitnehmer muss dem AG seine Gewerkschaftsmitgliedschaft offenlegen, auf eine entsprechende Frage würde ich gar nichts antworten, es geht den Chef schlicht nichts an. Im Falle eines Streiks schützt das Gesetz jeden vor Sanktionen durch den AG, egal ob GdF-Mitglied oder nicht. Und obwohl unser Organisationsgrad -mal vorsichtig ausgedrückt- ziemlich hoch ist wäre es sehr positiv wenn sich auch die Nichtmitglieder am Arbeitsausstand beteiligen würden. Wenn sie sich schon die Mitgliedsbeiträge sparen könnten sie wenigstens hier Solidarität zeigen und den Druck auf den AG noch vergrössern.

von Holgi - am 23.12.2006 15:37
irgendwie klingt dein beitrag so, als würdest geradezu darum betteln, dass sich die kollegen doch bitte am streik beteiligen sollen. für mich stellt sich dieses ganze unterfangen als ziemlich aussichtslos und absolut lächerlich dar.
vielleicht sieht es ja so aus, dass die meisten kollegen mit ihrer situation inkl. gehalt durchaus nicht unzufrieden sind und die streikneigung daher gegen null geht. schade, nicht?
übrigens, recht zu haben, heißt noch lange nicht, recht zu bekommen. und auf see und vor gericht bist du "in gottes hand". ;-))

von senior - am 23.12.2006 22:22
Senior, dann mach doch mal nen Gegenvorschlag. Die GL macht kein Angebot, was soll man also machen? Die Forderungen so weit reduzieren, bis der Arbeitgeber einverstanden ist? Das ist doch Humbug. Nicht die GdF will den Streik, die GL will ihn provozieren um auszutesten, wieviel Unterstüzung die Gewerkschaft hat, wenns drauf ankommt. Und als begleitende Maßnahmen streut man hanebüchene Gerüchte, um die Belegschaft zu verunsichern. Als ob das der erste Steik in Deutschland überhaupt wäre, die IG Metall lacht sich doch schlapp wenn sie liest was hier über angeblichen Gegenmaßnahmen des Arbeitgebers erzählt wird.

von Südlicht - am 23.12.2006 22:37
@senior: du warst schon lange nicht mehr in einem Kontrollraum und hast schon lange nicht mehr gehört was die leute so sagen wenn der 'vorgesetzte' mal nicht 'da' ist. frag' doch mal beim WL Pers nach wie 'einfach' es ist jemanden für einen zusatzdienst zu bekommen. wenn er seine rufnummer nicht unterdrückt geht keiner mehr ans telefon. kann es vielleicht sein das da die motivation der mitarbeiter eine gute arbeit abzuliefern, schlichtweg aus stolz und spaß an der arbeit, verwechselt wird mit motivation gegenüber der firma? aber wie soll die firma auch darauf kommen wenn befragungen nicht ernst genommen werden, obwohl eine wirklich schlechte benotung gar nicht möglich ist ('wie gut ist das kommunikationsmedium xy? a) sehr gut b) saugut c) gut d) ich nutze dieses medium nicht'), die ergebnisse aber dennoch bände sprechen. ('das muß jetzt auf teamebene gelöst werden, bla bla bla)
der vk ist noch gar nicht aufgefallen das ihre beilage 'bullshit-bingo' (auf das es soooo wenige reaktionen gab. seufz.) zum einen 5 jahre nach der veröffentlichung ähnlicher blätter im Internet lag. welch wunder das der gag nicht mehr so taufrisch ist. zum anderen sind besagte hohle phrasen aber tägliches brot in den veröffentlichungen der DFS, siehe briefe aus der anderen dimension von kdrr, als auch dem geschwätz der nichtwisser im bundestag im zuge des flusigesetzes. mehr als hohle phrasen ist da auch nicht zu erwarten denn über phrasen kommt man nur mit fachwissen hinaus.

lass' uns doch einfach mal in ruhe einen tag streiken, dann sind die fronten (wie gewünscht) geklärt, die zweifler in der GL stellen plötzlich fest das die lotsen und techniker den lieben langen tag doch etwas arbeiten und nicht nur unmengen geld kosten, sondern im gegenteil vielleicht sogar nötig sind um der firma einen zweck zu geben. vielleicht kommen wir dann ja endlich mal zu einem vernünftigen miteinander zwischen GdF und der DFS. aber als realist befürchte ich das dies aus mehreren gründen von seiten der DFS nicht erwünscht ist.


Saigor


von Saigor - am 23.12.2006 23:26
Zitat

für mich stellt sich dieses ganze unterfangen als ziemlich aussichtslos und absolut lächerlich dar.
vielleicht sieht es ja so aus, dass die meisten kollegen mit ihrer situation inkl. gehalt durchaus nicht unzufrieden sind und die streikneigung daher gegen null geht. schade, nicht?


Wer so etwas äussert war in der Tat schon lange nicht mehr im Kontrollraum.

Und wenn er dann glaubt, hier kluge Sprüche ablassen zu müssen wird zu Recht
Zitat

als Bürogänger geteert, gefedert, beiseite und ins Abseits geschoben.


von Holgi - am 24.12.2006 09:40

Vorbereitungen im Plan und Frohe Weihnachten

Hallo Leute, (Vorsicht, längerer Beitrag!)

in Anbetracht der Weihnachtszeit wünsche ich Euch, dass ihr etwas Ruhe findet um die Feiertage mit Euren Familien genießen zu können.
Die Zeit nach den Ferien könnte dann wieder spannend werden.
Da es möglicherweise zum ersten Streik in der Flugsicherung, seit 1972 sagt man, kommen könnte, sind einige von uns natürlich auch verunsichert.
Wir haben schlicht keine Übung darin.
Dass man vor dem Unbekannten nervös ist ist völlig normal.
Ich versuche mal einige Fragen zu beantworten, die sich in diesem Thread aufgetan haben.
Wer hat ein Streikrecht?

Absolut jeder Mitarbeiter eines Betriebes hat das Recht zu streiken, wenn eine Gewerkschaft in einem Betrieb zum Streik aufruft.
Der einzige Unterschied zwischen Gewerkschaftsmitgliedern und nicht organisierten Kollegen ist, dass die GDF Mitglieder nach dem 3. Tag Streik Streikgeld bekommen würden.

Videoüberwachung der Mitarbeiter


Das Thema ist eigentlich zu lächerlich um überhaupt darauf einzugehen, denn wozu sollte das überhaupt gut sein? Genauso das Fotografieren der am Streik beteiligten.
Tatsache ist, dass der Betriebsrat bei der Einführung von technischen Einrichtungen, die geeignet sind das Verhalten und die Leistung von Mitarbeitern zu überwachen, ein Mitbestimmungsrecht hat. §87 (1)6 BetrVG
Das heißt der Arbeitgeber MUSS den Betriebsrat um seine Zustimmung bitten und zwar vorher.
Könntet ihr Euch vorstellen, dass da ein BR zustimmt?

Kündigung wegen Teilnahme am Streik


Artikel 9 des Grundgesetzes
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.

Das Grundgesetz sagt schon, dass die Kündigung rechtswidrig ist.
Außerdem muss der Betriebsrat selbst bei Kündigungen während eines Streikes zustimmen.
Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein BR das tun würde. (Eigentlich bin ich mir sogar recht sicher, dass das keiner tun würde ;-))

Von daher sehe ich Seniors Spruch mit Recht haben und Recht bekommen, sowie auf See und vor Gericht sei man in Gottes Hand, an dieser Stelle als unangebracht.
Richter machen sich die Arbeit auch gerne mal leicht und wenn etwas gegen das Grundgesetz und andere Gesetze verstößt, ist ein Urteil sehr einfach zu begründen.


All dies, weiss unser Arbeitgeber aber auch. Falls nicht, kann er es ja hier nachlesen.

Ich bin daher überzeugt, dass es zu keinen dieser illegalen Handlungen kommt.

Der Arbeitgeber muss nach einem Streik ja weiter auf das selbe Personal zählen, ein anderes hat er erstens nicht und kann es sich, zuminderst im operativen Bereich, nicht einfach von der Straße holen.
Dass er versucht, Unsicherheit zu schüren und Zweifel zu wecken ist doch okay.
Was soll er denn sonst auch tun? Durch seine Weigerung ein Angebot vorzulegen hat er die gegenwärtige Situation verursacht und sie ist ihm nicht angenehm,er glaubt aber wahrscheinlich, er kann aber auch nicht mehr zurück ohne sein Gesicht zu verlieren.

Ich stimme Senior übrigens nicht zu, dass man nichts zu tun braucht, wenn man mit dem Gehalt zufrieden ist.
Denn die Zufriedenheit nimmt sehr schnell ab, wenn die operative Zulage wegfällt.
Dabei hat man schon bei der heutigen Gehaltsstruktur incl. operativer Zulage Schwierigkeiten bei den Gehältern der Techniker und Ingenieure mit dem Markt, mit dem man sich ja so gerne vergleicht, mitzuhalten.
Die Forderungen der GDF machen daher sehr viel Sinn, wenn man sich die Mühe macht sich das alles mal in Ruhe anzusehen und die Gründe zu hinterfragen.
Die Rechnungen der DFS klingen zwar abschreckend, sind aber unlauter.
Denn wenn ich so tue, als ob ich heute keine Zuschläge zahle, sind die Steigerungen bei einer Integration ins Gehalt schon frappierend.

Also, warten wirs ab und lassen uns von niemanden unnötig aufregen.


Ich wünsche Euch allen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ich wünsche mir Schnee.


Ciao, Volker

von Volker M - am 24.12.2006 11:17

Re: Vorbereitungen im Plan und Frohe Weihnachten

Lieber Volker,

schönen Dank für deine Ausführungen. Dass die Firma alles mit dem BR vorher abspricht, wäre zwar wünschenswert, aber es gibt mittlerweile doch einige Dinge, die so in diversen Absprachen, Verträgen, etc. nicht so laufen, wie ursprünglich geplant.

Neuestes Beispiel:
Was ist eigentlich daraus geworden, dass die NewSim-Piloten, die ja auch sonst immer unsere Arbeitsplatznachweise auf Vollständigkeit prüfen, als Sonderaufgabe das Herausschreiben der Initials der Leute, die MDI iniziiert haben, herausschreiben. Wurde der BR dafür gefragt? Was ist der Sinn einer solchen Aktion? Ein Schelm, wer Schlimmes dabei denkt.

Frohe Weihnachten

von !!!! - am 24.12.2006 11:47

Re: Vorbereitungen im Plan und Frohe Weihnachten

Was habt ihr denn immer für eine Angst vor dem bösen Arbeitgeber. Wenn die Firma meint, die MDI's pro Lotsen raussuchen zu wollen, so what?

COS: Herr XY, in Zuge unserer neuen Qualitätsoffensive in Zusammenarbeit mit dem Tower haben wir auch die Häufigkeit von MDI's untersucht.

XY: Aha.

COS: Uns ist dabei aufgefallen, dass gerade bei Ihnen oft ein MDI angewendet wurde.

XY: Soso.

COS: Können Sie sich das vieleicht erklären, warum gerade Sie so oft MDI ausgesprochen haben, im Gegensatz zu ihren Kollegen.

XY: Naja, da war wird halt viel los gewesen sein, kann mich jetzt nicht mehr genau erinnern.

undsoweiter.

Wenn die Firma webcams auf den Toiletten installiert, so what. Wenn sie mich abmahnen will, weil ich dauernd auf dem Klo rauche, so werden sie scheitern, weil sie es nicht begründen können.

von Blaumann - am 24.12.2006 19:12

Re: ein Tipp

Zitat

Eure Nachbarn und Freunde werden zu euch kommen und euch mit neidischem Blick fragen, ob ihr den Hals nicht voll bekommen könnt.
Regt euch nicht über die ganzen Lügen auf, überlegt euch schon mal eine einfache nachvollziehbare Erklärung für eure Freunde

Wieso muss man sich eigentlich eine einfache nachvollziehbare Erklärung überlegen. Eigentlich müsste doch die Gehaltsbescheinigung reichen. Oder beweist die gerade dass ihr den Hals nicht vollkriegen könnt?


von mti - am 25.12.2006 16:13

Re: ein Tipp

Ich habs doch nur gut gemeint.. ;-)
Nein mti, du hast mich da nicht ganz verstanden. Wir verdienen genau wie ihr ein angemessenes Gehalt, das damals nach 10 Jahren mal wieder realistisch erhöht werden sollte. In der Bild-Zeitung stand aber, dass wir 500000 Euro im Jahr fordern (und daneben das Durchschnittsgehalt eines Arbeiters). Da kam dann schon mal ein Nachbar und hat gefragt, ob wir noch ganz dicht sind. Da war ich erst mal baff. In so einer Situation hilft es schon, eine Antwort parat zu haben.

von Flieger - am 26.12.2006 21:55

Re: ein Tipp

Na ja es kommt ja ganz darauf an, was man als angemessen ansieht. Wenn man bedenkt, dass die theoretische Ausbildung zum Fluglotsen in etwa dem Umfang des Wissens für einen PPL entspricht, und dann das Gehalt im Verhältnis zur Arbeitszeit setzt, da würde ich mich als durchschnittlicher Facharbeiter auch als "nicht angemessen bezahlt" ansehen.
Und dass die Voraussetzung "Abitur" für Fluglotsen vollkommen überzogen ist weiß man ja schon lange, denn auch noch heute arbeiten etliche Lotsen ohne Abitur und ich wette keiner merkt den Unterschied. Würde man dies fallen lassen, dann wäre auch der hier an anderer Stelle diskutierte "Marktwert" der Lotsen ein anderer.


von mti - am 26.12.2006 22:51

Re: ein Tipp

jetzt fängt diese Scheiße wieder an....

Wo soll man da anfangen? Daß alle anderen zu dumm waren den richtigen Job zu wählen und selber schuld sind wenn sie in der Tretmühle sitzen?

Oder doch damit, daß wir wohl schon irgendwie besonders sein müssen, wenn wir derart viel Macht ausüben können, dass es selbst den mächtigen Politikern ein Anliegen ist unsere Macht irgendwie zu begrenzen?

Eventuell hat individuelle Leistungsfähigkeit auch nichts mit Hochschulreife zu tun? Diejenigen die heute noch Fluglotse ohne Abitur sind stammen aus einer Zeit zu der man auch noch Bundespräsident ohne Abitur, oder Konzernchef werden konnte.

Im übrigen ist die theoretische Anforderung meiner Ausbildung eher mindestens im CPL wenn nicht gar doch im ATPL-Bereich zu suchen. Wie das heutzutage ist, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist: so mancher ATPLer auf der anderen Seite des Funks erstaunt mich mit frappantem Unwissen über den eigenen Beruf und die Zusammenhänge. Insofern ist der Wert meiner Ausbildung nicht mit einer Facharbeiterausbildung gleichzusetzen.

Schlußendlich wären da noch die Werte Entscheidungsdichte, Entscheidungsfolgen, individuelle Verantwortung, kardiale Belastung sowie medizinische Ausfallrate zu nennen. Ich habe in meiner Laufbahn mehrfach von Airlinern gesagt bekommen "Euer Job ist um ein vielfaches stressiger als der eines Piloten. Gewiß gibt es im Cockpit im Einzelfall mal hektische Momente. Diese stehen aber in keinem Verhältnis zu eurer Dauerbelastung"

Soviel also zum Thema Facharbeiter....

Mann, ich habe kein Abi mit 1,3 gemacht und mir mit voller Absicht einen Job ausgesucht der vielfältig, eigenständig, hochbezahlt und mit wenig zeitlichem Aufwand verbunden ist, um mir dann so dämliches Geschwafel vom Facharbeitervergleich anzuhören.

Wer Facharbeiter geworden ist, ist entweder fauler oder blöder als ich - oder noch schlimmer: beides.

Und weil es eben diesen Unterschied zwischen mir und einem Facharbeiter gibt, verdiene ich eben soviel Geld. Wäre es anders, wären alle Fluglotsen schon längst "Facharbeiter"

q.e.d



von Ochnööö - am 26.12.2006 23:10

Re: ein Tipp

Zitat
Ochnööö
Diejenigen die heute noch Fluglotse ohne Abitur sind stammen aus einer Zeit ....

Wie gesagt: und keiner merkt den Unterschied! Und die arbeiten immer noch!

Zitat
Ochnööö
Im übrigen ist die theoretische Anforderung meiner Ausbildung eher mindestens im CPL wenn nicht gar doch im ATPL-Bereich zu suchen.

da kann man nur sagen: und wovon träumst du nachts? Ich kenne beides und diese Aussage ist einfach nur lächerlich.

Zitat
Ochnööö
Schlußendlich wären da noch die Werte ... kardiale Belastung sowie medizinische Ausfallrate zu nennen.

Die besteht bei einigen Lotsen eher durch zuviel Zigaretten, zuviel Gewicht usw. und die jammern am meisten über den Stress. Eine professionelle Einstellung zum Job, d.h. angepasste Lebensweise würde hier viel helfen. Zeit für Sport habt ihr ja wohl mehr als alle anderen.

Zitat
Ochnööö
Wer Facharbeiter geworden ist, ist entweder fauler oder blöder als ich - oder noch schlimmer: beides.

na ja jetzt zeigst du wenigstens dein wahres Gesicht und dein geistiges Niveau. Da werden die Freunde und Nachbarn von "Flieger" aber großes Verständnis für die Gehaltsforderungen zeigen, wenn sie so was hören.



von mti - am 26.12.2006 23:46

Re: ein Tipp

auch wenn's politisch nicht korrekt war, ein bisserl richtig war die antwort schon. denn wenn man die fluglotsen schon unbedingt vergleichen will, dann nehme man doch einfach - fluglotsen. man schaue mal so in das europäische umland und da entdeckt man das wir weder an absolutem gehalt, noch an kaufkraft und auch nicht an arbeitszeit annähernd in der europäischen spitze liegen. in flugzeugdichte schon.
und auch wenn ich mir die forderung der IG metall anschaue mit deutlich über 5% sind wir eher bescheiden mit unseren 4% (die seltsam seltsam nicht nur die lotsen bekommen, sondern alle angestellten der DFS)

und ganz nebenbei, es gibt sicher den einen oder anderen thread hier im forum bei dem der ganze mist bis zum ende durchgekaut worden ist. also verschone uns mit weiteren was-wollt-ihr-für-euren-hilfsarbeiterjob-so-viel-kohle-andere-arbeiten-auch-und-bekommen-weniger.


ach ja, und was meine nachbarn angeht, die fragen nicht.

Saigor


von Saigor - am 27.12.2006 00:28

Re: ein Tipp

@mti:

"denn auch noch heute arbeiten etliche Lotsen ohne Abitur und ich wette keiner merkt den Unterschied"

Nix für ungut! Aber DEN Unterschied merkt man. Kommt ja immer mal ein Schwung Ex-Militärs mit gehobenem Baumschulabschluss...
Um nicht falsch verstanden zu werden: Viele dieser Kollegen sind sehr nett, aber den intellektuellen Unterschied merkt man schon deutlich.
Andererseits fragt man sich auch bei so manch anderem, wie er/sei das Abitur geschafft hat???

von Grinsekatze - am 27.12.2006 05:13

Re: ein Tipp

Zitat
Flieger
Das Zauberwort heisst "Verantwortung"!
Und zwar in einem komplexen zeitkritischen Umfeld für viele viele Menschenleben. Das macht den Unterschied.

Ja, so ganz unrecht hast du da ja nicht. Aber die Sichtweise, dass ein Lotsenfehler zwangsläufig zu einer Katastrophe führt ist eben, wie so vieles an dem Job, weit übertrieben dargestellt.
In der Realität machen Lotsen täglich Fehler, aber dies führt praktisch nie zu zu dem Alptraum, einer mid-air collision, weil nunmal
1. der Luftraum dreidimensional ist,
2. der Luftverkehr durch verschiedene Maßnahmen gelenkt wird (z.B. Flow, Vorplanung durch einen Lotsen, Radarkontrolle durch einen 2. Lotsen)
3. verschiedene technische Systeme es dem Lotsen leichter machen (conflict alert, labels) den Alptraum zu vermeiden und
4. letztendlich die Piloten mit ihren Systemen dies auch verhindern können (und dies ist ja beileibe kein Einzelfall).
Da gibt es Berufe, in denen ein Fehler weitaus häufiger - direkt und zwangsläufig - fatale Auswirkungen haben z.B. Unfallarzt und in denen weitere psychische Belastungen hinzukommen
Es geht ja auch nicht darum, sicherlich vorhandene Belastungen des Lotsenberufes abzustreiten, aber man sollte sich dabei in der Geldgier nicht zu weit von der Realität entfernen.


von mti - am 27.12.2006 08:57

Re: ein Tipp

@ mti

Mann, muß man diese Diskussion wirklich in jedem Thread durchkauen? Diese Welt ist ja soo ungerecht! Während sich unterprivilegierte Arbeitnehmer für nen Hungerlohn krumm und bücklig schuften, legen andere die Beine hoch, kriegen den Hals nicht voll, und wissen nicht mehr wohin mit all dem Geld. Sieht so Dein Weltbild aus?

Was soll das? Willst Du nur provozieren? Hoffst Du auf ne blöde Antwort, um nachhaken zu können, und Deine These "bestätigt" zu sehen?

Tarifverhandlungen sind eine ganz normale Sache, die es in den meisten Branchen gibt, ohne daß üblicherweise so viel Trara darum gemacht wird. Viellecht weil es Außenstehende, denen der Blick hinter die Kulissen fehlt, nichts angeht?

Abi oder nicht Abi, das ist hier die Frage, die sich eigentlich garnicht stellt. Es ist schlicht und einfach eine Einstellungsvoraussetzung. Wie Mindest-/Maximalgrößen bei Piloten. In anderen Ländern kann man erst Fluglotse werden, wenn man ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann. Egal welches! Es ist nur der Beweis, daß man bereit ist, sich dahinter zu klemmen, und etwas zu lernen. Ehrlich gesagt, wenn man den Bildungsstand der heutigen Jugend so ansieht, finde ich diese "Hürde" durchaus angebracht. Wer's nicht glaubt, sollte sich mal die PISA-Studien zu Gemüte führen. Oder mal durch's Internet surfen, und Kommentare in Chatrooms und Foren lesen. Von wegen, das Volk der Dichter und Denker! Da wäre Baumschule noch geschmeichelt. IQ liegt so bei 3, der von Brot fängt bei 4 an.

von Air Boss - am 27.12.2006 09:07

Re: ein Tipp

@ mti

Zitat

Es geht ja auch nicht darum, sicherlich vorhandene Belastungen des Lotsenberufes abzustreiten, aber man sollte sich dabei in der Geldgier nicht zu weit von der Realität entfernen.


Sorry, muß das noch nachschieben. Hast Du Dir die Forderungen der GdF mal zu Gemüte geführt? Bei 4% von Geldgier zu reden! Oder liest Du lieber die Pressemitteilungen der GF, wo man je nach Quelle und Datum von Gehaltssteigerungen zwischen 20 und 50% lesen kann? In der letzten stand sogar was von 70%! Ja was nun? Wenn der Tarifstreit noch lange dauert, kommt man bestimmt noch auf die 100%!

Oder ist es unlauter, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen, wenn die Einstufung der einzelnen Gehaltsteile (Weihnachts-/Urlaubsgeld, Zulagen) bei der Berechnung der Rentenbezüge durchaus eine Rolle spielen?

von Air Boss - am 27.12.2006 09:41

Re: ein Tipp

Zitat

Mann, ich habe kein Abi mit 1,3 gemacht und mir mit voller Absicht einen Job ausgesucht der vielfältig, eigenständig, hochbezahlt und mit wenig zeitlichem Aufwand verbunden ist, um mir dann so dämliches Geschwafel vom Facharbeitervergleich anzuhören.

Wer Facharbeiter geworden ist, ist entweder fauler oder blöder als ich - oder noch schlimmer: beides.



Oh Gott bist du zum kotzen....hochbezahlt bei geringem zeitlichen Aufwand? Die blöden,faulen und degenerierten Facharbeiter sind eh zu nichts nutze? Welch Juwel unserer Gesellschaft du doch bist....armes Deutschland...
Ich muss gestehen, ich habe selten so eine verachtende Aussage zu Arbeitnehmern in dieser Republik gelesen...Ist dir bewusst, dass jeder Zugriff auf dieses Forum hat?
Du erweist uns allen einen Bärendienst...




von kopfschüttel - am 27.12.2006 15:50
Na da hat euch ja Mr. mti wieder genau da, wo er euch hinhaben wollte - der Köder wurde sozusagen voll geschluckt. Ob mit Abi oder ohne - warum merkt denn keiner, dass hier immer wieder dasselbe Spiel gespielt wird?? Ihr fangt wieder an - wie mittlerweile in fast jedem Thread - euch zu zerfleischen und die Herren Trolle & Co. reiben sich mit einem breiten Grinsen im Gesicht mal wieder die Hände...

von leviathan - am 27.12.2006 19:18

Re: ein Tipp

Zitat

…Ex-Militärs mit gehobenem Baumschulabschluss...
Um nicht falsch verstanden zu werden: Viele dieser Kollegen sind sehr nett, aber den intellektuellen Unterschied merkt man schon deutlich.
Wer Facharbeiter geworden ist, ist entweder fauler oder blöder als ich - oder noch schlimmer: beides.
Hauptberuflich: Troll
Nebenberuflich: Dummschwätzer
jetzt fängt diese Scheiße wieder an....
Wo soll man da anfangen? Daß alle anderen zu dumm waren den richtigen Job zu wählen und selber schuld sind wenn sie in der Tretmühle sitzen?

Ist dies das Diskussionsniveau deutscher Fluglotsen?
Zum Glück kenne ich genügend andere.

von mti - am 27.12.2006 19:37
@ mti

Zitat

Und dass die Voraussetzung "Abitur" für Fluglotsen vollkommen überzogen ist weiß man ja schon lange, denn auch noch heute arbeiten etliche Lotsen ohne Abitur und ich wette keiner merkt den Unterschied. Würde man dies fallen lassen, dann wäre auch der hier an anderer Stelle diskutierte "Marktwert" der Lotsen ein anderer.


Der hohe Marktwert der Fluglotsen liegt nicht am Kriterium "Abitur", er liegt am Kriterium "DLR- und Fliegerarzt-Test". Der DLR-Test würde, wenn man das schulische Kriterium auf "Mittlere Reife" absenkt, auch nicht wirklich mehr Bewerber durchlassen.

Zitat

Wenn man bedenkt, dass die theoretische Ausbildung zum Fluglotsen in etwa dem Umfang des Wissens für einen PPL entspricht, und dann das Gehalt im Verhältnis zur Arbeitszeit setzt, da würde ich mich als durchschnittlicher Facharbeiter auch als "nicht angemessen bezahlt" ansehen.


Den Satz kapiere ich nicht. Was hat das eine mit dem anderen zu tun, wieso der Vergleich eines durchschnittlichen Facharbeiters mit einem Fluglotsen? Und wie kommst im Zusammenhang mit den derzeitigen Tarifforderungen darauf, dass Fluglotsen nicht angemessen bezahlt werden? Die Tarifforderung ist -wenn ich mich recht erinnere- 4% jährliche Erhöhung plus Einmahlzahlung, für alle Mitarbeiter. Relativ niedrig in der deutschen Tariflandschaft, die IG Metall will für Ihre Facharbeiter 5%, und auch von der Politik wird ein Ende der Lohnzurückhaltung gefordert.

Ich zumindest habe kein Problem, mein Gehalt zu rechtfertigen. Nicht in der Öffentlichkeit, wo ich nach Nennung meines Berufes so gut wie immer auf die vermeintlichen Nachteile wie Verantwortung, Stress, Schichtdienst etc. angesprochen werde. Vor ein paar Wochen waren Airline-Piloten im Center, die mir nach 30 Minuten Zusehen ernsthaft erzählt haben wie viel stressiger und verantwortungsvoller mein Beruf im Gegensatz zu ihrem ist, ausser vieleicht bei einer Landung im schlechten Wetter.

Keine Angst, wir können uns gut verkaufen. Was mich ein bischen nervt ist die Tatsache, dass hier immer ein paar Kollegen auf das Geschreibsel von Dir und Deinesgleichen hereinfallen, aber da kann man halt nichts machen. Irgendwann werden die Provokationsversuche von lunjer, nigag und wie sie alle heissen so absurd dass auch der Dümmste merkt, was damit beabsichtigt ist.

von Blaumann - am 27.12.2006 20:22
Zitat

Was willst du eigentlich?? Wenn dir das Niveau hier nicht passt, dann verlass doch das Forum und lass uns in Ruhe unser Diskussionsniveau pflegen!


Zitat

Aber bitte nur die Meinungsäußerungen die mir passen?

Das gehört ja auch zu dem Niveau. Wer eine andere Meinung hat soll verschwinden.


Schon wieder versuchst Du, zu provozieren. leviathan hat eindeutig geschrieben, wenn dir das Niveau hier nicht passt, kannst gerne verschwinden. Von einer unbequemen Meinung hat er nichts geschrieben.

Netter Versuch!

von Blaumann - am 27.12.2006 20:26
Und weisst Du, mti, was das Geilste ist? Wir werden uns mit unseren Forderungen durchsetzen. Vieleicht sogar ohne Streik, wenn die DFS vorher einknickt, wovon ich ausgehe. Aber wenn wir wirklich streiken müssten wäre es auch kein Beinbruch!

Die DFS wird verlieren, wie schon so oft. Und alles was euch bleibt, ist die Befriedigung, in einem anonymen Forum ein parr heissblütige Lotsen zu provozieren.

von Blaumann - am 27.12.2006 20:30
Zitat

Der hohe Marktwert der Fluglotsen liegt nicht am Kriterium "Abitur", er liegt am Kriterium "DLR- und Fliegerarzt-Test". Der DLR-Test würde, wenn man das schulische Kriterium auf "Mittlere Reife" absenkt, auch nicht wirklich mehr Bewerber durchlassen.


Tja wer die "Trefferquote" des DLR Tests kennt, weiß was davon zu halten ist.

Was soll z.B. der Englischtest auf diesem Niveau, wenn der Funksprechverkehr aus ein paar Fachausdrücken und dem üblichen Grundwortschatz besteht?
Ein Bewerber mit mittlerer Reife hätte hier ganz sicher keine Chance, obwohl er in den lotsenspezifischen Fähigkeiten (z.B. Stressresistenz) besser als mancher Abiturient sein kann.
Sinnvoll wäre es den DLR-Test den tatsächlichen Ansprüchen anzupassen



von mti - am 27.12.2006 21:13

Re: ein Tipp

Naja, wenigstens eine kleine Antwort auf mein Posting.
Zitat

Was soll z.B. der Englischtest auf diesem Niveau, wenn der Funksprechverkehr aus ein paar Fachausdrücken und dem üblichen Grundwortschatz besteht?
Ein Bewerber mit mittlerer Reife hätte hier ganz sicher keine Chance, obwohl er in den lotsenspezifischen Fähigkeiten (z.B. Stressresistenz) besser als mancher Abiturient sein kann.

Gaaanz schlechtes Argument. Das Englisch ist bei den ganzen Tests ziemlich das einzige, was man sich wirklich gezielt antrainieren kann. Daran dürfte auch ein Hauptschulabsolvent nicht scheitern, wenn er sich wirklich ins Zeug legt - abgesehen davon dass es beim Englischtest nicht darum geht, ATC-Phraseology zu können. Dazu macht man später das AZF, aber das macht ja man auch in der PPL-Ausbildung :)

Und was hat jetzt die Qualität des Auswahlverfahrens in Hamburg mit den Tarifverhandlungen -halt, nein, die DFS verhandelt ja nicht-, mit den Tarifforderungen zu tun? Wenn Du da anderer Meinung bist als das LBA, dann schreib Ihnen doch einen Brief, aber erspar uns Dein Gesülze.

von Blaumann - am 27.12.2006 22:21

Re: ein Tipp

Lies noch mal gaaanz konzentriert die Beiträge durch, dann wirst du feststellen, dass der Zusammenhang Bezahlung Marktwert DLR- Test von dir selbst hergestellt wurde.
Was mich wundert ist, wie du auf meine Argumente reagierst. Offensichtlich warst du so erregt, dass du gestern zwischen 21:22 und 21:30 gleich drei Einträge in die Tastatur gehämmert hast und beim letzten in wenigen Sätzen gleich mal vier Rechtschreibfehler einbautest. Wenn du in deinem Job ebenfalls auf Stresssituationen mit Überreaktionen und Erhöhung der Fehlerquote reagiert – na dann wird’s Zeit Boardflucht zu begehen. Eigentlich sollte ein guter Lotse auch in Stresssituationen cool bleiben. Und die Inflation eurer Schimpfwörter spricht ja auch nicht gerade für Coolness. Ihr seid ganz sicher nicht die Besten eurer Zunft. Dazu passt es auch, dass euch die jetzigen Tarifforderungen sehr am Herzen liegen – da geht es ja besonders um Übergangsversorgung und die werdet ihr sicher bald benötigen.
Nun werde ich mich aus diesem Forum zurückziehen denn: „Streite nicht mit Idioten. Sie ziehen dich herunter auf ihr Niveau und schlagen dich da mit ihrer Erfahrung.“
over and out
:bus:

von mti - am 28.12.2006 13:43
Zitat

Offensichtlich warst du so erregt, dass du gestern zwischen 21:22 und 21:30 gleich drei Einträge in die Tastatur gehämmert hast

Naja, ich war nicht wirklich erregt. Seid froh, dass ihr mich noch nicht wirklich erregt erlebt habt.

Zitat

und beim letzten in wenigen Sätzen gleich mal vier Rechtschreibfehler einbautest

Das mit den Rechtschreibfehlern kommt daher dass ich das Abi grad so mit Müh und Not geschafft hab - und das auch noch in NRW. Aber wenn mir einer sagt welche Fehler ich gemacht habe werde ich an mir arbeiten, ehrlich!

Zitat

Ihr seid ganz sicher nicht die Besten eurer Zunft.

Ich habe mich noch nie für den "Besten meiner Zunft" gehalten. Wenn ich aber anschaue, was wir täglich an Verkehr unfallfrei durch unseren Sektor schaufeln so bin ich mit unserer Arbeit ganz zufrieden.

Zitat

dass euch die jetzigen Tarifforderungen sehr am Herzen liegen – da geht es ja besonders um Übergangsversorgung

Warum geht es bei "den derzeitigen Tarifforderungen besonders um die Übergangsversorgung"? Kann mir das mal einer erklären?

Zitat

na dann wird’s Zeit Boardflucht zu begehen

Ich hoffe auf deutliche Signale meiner Kollegen, wenn es für mich an der Zeit ist, Boardflucht zu begehen und ich es selbst nicht merken sollte. Auf Ferndiagnose aus dem Internet habe ich noch nie vertraut.

Zitat

Nun werde ich mich aus diesem Forum zurückziehen

Dass sich die Person namens mti aus dem atcnet zurückzieht glaube ich nicht, wir werde sie bald unter anderem Pseudonym wieder treffen. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.


Auch von mir ein herzliches "over and out"

von Blaumann - am 28.12.2006 16:35
also leute,
meine äußerungen sind nicht "falsch", sondern es ist MEINE Meinung, die ich hier äußere. und ich spreche hier nicht für die DFS oder für den "AG" oder für sonst irgendwen sondern nur für MICH. und nach wie vor halte ich euern streik für absolut hirnrissig, überzogen und angesichts so mancher posts hier, die von übermäßiger hybris sprich selbstüberschätzung der eigenen person geradezu strotzen, für absolut anmaßend, insbesondere vor dem hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen lage in "diesem unserem lande". abitur mit 1,3 (achnöö oder sie der sich nennt) dass ich nicht lache! und dann hat er keinen andern job gefunden als lotse zu werden?? der arme tropf...

von senior - am 30.12.2006 21:04
"was soll z.B. der Englischtest auf diesem Niveau, wenn der Funksprechverkehr aus ein paar Fachausdrücken und dem üblichen Grundwortschatz besteht? "

da sprichst du ein ganz essentielles problem an. viele lotsen (und piloten) meinen, mit den im nfl über die sprechfunkverfahren veröffentlichten "sprechgruppen" wäre ihr "englisch-"repertoire" erschöpfend abgehandelt. sie verkennen dabei, dass im täglichen flugsicherungssprachgebrauch durchaus weitergehende fähigkeiten gefragt sein können, z.B. in notsituationen o.ä., die über diesen "basic-wortschatz" deutlich hinausgehen.

und genau da scheiden sich die geister. wenn ich mir so manchen sprechfunkverkehr anhöre , sowohl auf losten- als auch auf pilotenseite, wird mir schlichtweg schlecht.
die defizite, die sich da auftun, erfordern imho nachschulungen, die normalerweise in JAHREN nicht zu bewältigen sind.


von senior - am 30.12.2006 21:28
Lieber Senior ,
ich habe schon einige Beiträge von Dir gelesen und frage mich jedesmal, was Dich treibt, diese Beiträge so zu schreiben. Nach meiner Ansicht liegst Du mit Deiner Meinung meistens völlig daneben. Wenn Du nicht mehr aktiv im Dienst bist, werden Dich viele Entscheidungen unserer GF nicht mehr berühren. Wir aber sehen Angriffe auf unsere Gehaltsbestandteile mit Sorge und können uns auch gut vorstellen, was nach einer Privatisierung auf uns zukommen könnte. Es ist schon schwer genug, mit einer GF leben zu müssen, die unsere Firmengrundsätze mit Füßen tritt und den meisten Mitarbeitern konstant das Gefühl gibt, nur noch ein Kostenfaktor zu sein. Ja, ok, wir werden regelmäßig befragt, ob wir unsere Firma weiter empfehlen würden und ob wir in der Lage sind, hinter den Richtungsentscheidungen unserer GF zu stehen. Wir sind ja die beste Flugsicherung der Welt. Wenn wir Kollegen nicht zusammen halten und uns auch auf dem kleinen Dienstweg unterstützen würden, stünde es schlecht um unsere Firma. Ich schreibe Dir dies alles, um auf Deiner Seite mal ein kurzes Überdenken Deines Handeln zu bewirken. Die deutsche Flugsicherung sind wir alle, und wir haben kein Interesse daran, unseren guten Ruf zu schädigen oder unsere Kunden mit einem unsinnigen Streik zu belasten. Hier aber geht es um wichtige Entscheidungen für unsere Zukunft und nicht, wie unser Arbeitgeber es in der Öffentlichkeit darstellt, um die Befriedigung unserer angeblichen Raffgier.

Meine Bitte an Dich: Sei nicht nur mit Deinen Kommentaren dagegen, weil es so viel Spass macht dagegen zu sein, sondern versetze Dich in die (auch jüngereren) Kollegen mit ihren Zukunftsängsten.

Sei Dir sicher, uns macht ein Streik keine Freude, aber bei diesem Verhalten unser GF ist diese Art der Reaktion unserer GDF vollkommen richtig.
:spos: :spos: :spos:

von Diebelskater - am 30.12.2006 23:23
@ senior

So langsam kann ich das "mit Rücksicht auf die Lage in diesem unserem Lande" nicht mehr hören! Zeige mir bitte auch nur einen einzigen, der Rücksicht darauf nimmt. Wieso will man also (mal wieder) ausgerechnet uns ein schlechtes (soziales) Gewissen deswegen einreden? Manager Gehälter, Abfindungen, Renten von Politikern usw. ist alles okay, nur wenn es zu Tarifverhandlungen kommt, dann entdeckt plötzlich jeder seine soziale Ader. Schon komisch, oder?

Was die Englischkenntnisse betrifft, muß ich Dir allerdings recht geben, manchmal sind diese schon recht mangelhaft. Hat aber jetzt nichts mit diesem Thread zu tun. Außerdem ist soweit mir bekannt, ein regelmäßiger Englischtest ähnlich CBT und wie die ganzen Tests und Überprüfungen alle heißen, geplant. Damit dürfte in Zukunft zumindest auf unserer Seite ein gewisser Standard gewährleistet sein. Jedenfalls wäre das endlich mal wieder ne sinnvolle Investition.

von Air Boss - am 31.12.2006 00:34
Eigentlich wollte ich einen neuen Thread aufmachen und senior des Troll-Seins überführen - aber er ist es schlichtweg nicht wert.

Lest Euch einfach mal seine Beiträge durch, es reichen schon die aus diesem Thread.

Da wird gestänkert, polemisiert. Oder es werden (absichtlich?) unsinnige Vermutungen angestellt, wie zum Beispiel die zigfach hier und beim Heathrow-Nebel wiederlegte Äußerung, ein Streik würde nichts bringen ('Rohrkrepierer').

Mal abgesehen davon dass jeder noch aktive operative Mitarbeiter der DFs die Stimmung und Streikbereitschaft im Betrieb kennt (und die ist besser als hier von einigen wie z.B. senior dargestellt), gab und gibt es einfach keine einer Überprüfung standhaltenden Argumente gegen den Erfolg eines Streiks.


Bleibt die Frage: Warum schreiben Trolle wie senior hier so viel Müll?

Dass die üblichen Verdächtigen nicht aus dem operativen Bereich kommen, wurde schon oft festgestellt.

Wenn es keine vom AG beauftragten Stimmungsmacher sind, welche Motivation treibt sie denn dann an?



von Armes Boardschwein - am 31.12.2006 09:07

Re: ein Tipp

irgendwie ist es schon schade, dass mti sich zurückziehen will.
Ich habe mich durch seine Beiträge gut unterhalten gefühlt.

Seine Argumente hat er doch ganz geschickt vorgetragen, wenn sie auch alle nicht zu 100% stichhaltig waren.

Für die Einstellung der Mitarbeiter ist das Abitur Einstellungsvorraussetzung, mittlerweile sogar ein Durchschnitt von (man möge mich korrigieren falls die Zahl nicht stimmt) 3,0 oder besser.
Die DLR, die den Test für die DFS durchführt hat bei der Auswertung der Ergebnisse festgestellt, dass die Anzahl derer,die mit schlechterem Durchschnitt starten und den Test bestehen, verschwindend gering ist.
Die Kollegen ohne Abitur haben sich in jahrelanger Arbeit als FDB Kenntnisse erworben, die jemand frisch von der Schule nicht hat. Ein Vergleich hinkt daher gewaltig. Dazu kommt, dass nicht alle FDB den Aufstieg (so hieß das ) versuchen konnten, sondern einige in der Potentialanalyse scheiterten, und von denen die dann in die Lotsenausbildung gingen wierum nicht alle bestanden haben.
Man sieht, es gab da eine schöne Auslese.

Auch die Ausbildungsinhalte entsprechen eher einem höherem Niveau als dem PPL. Dazu kommen noch ganz spezifische Teile, die die fliegende Zunft gar nicht hat.

All dies ist aber nicht ausschlaggebend für die Bezahlung. Da einigen sich halt die Gewerkschaft und der Arbeitgeber. Argumente gibt es auf beiden Seiten.

Dass dem Arbeitgeber die Forderung nicht schmeckt, weil er nach eigener Aussage ja gern auf Gehaltsbestandteile zugreifen können will verstehe ich. Dass er dann Fantasieprozentwerte veröffentlicht ist Teil der Stragtegie.
Dass diese Strategie greifen kann, hat unser Fliegerfreund mit seinem Posting bestätigt.

Was mti nicht verstanden zu haben scheint, ist dass die Tarifforderung am allerwenigsten für die von ihm so gescholtenen und geringschätzten Lotsen wichtig ist, sondern für die Techniker, Ingenieure und Flugdatenbearbeiter. Denen will die Firma wohl zuerst an die operative Zulage.

Aber warten wir halt noch ein paar Tage ab, dann werden wir ja sehen, wie es weitergeht.

Guten Rutsch und Frohes und Conflictionfreies Jahr für Euch alle.
ciao, Volker


von volker m - am 31.12.2006 12:45
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