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ATCNET-Forum
Beiträge im Thema:
12
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
recht so, sonst unter anderm Nick, Armes Boardschwein, sonst unter anderem Nick, Air Boss, Zeitungsleser, 707, The Observer, Lotse A**** im letzten Glied

Ohne Worte

Startbeitrag von Lotse A**** im letzten Glied am 31.12.2006 14:23

Antworten:

Das ist bestimmt nur die Spitze vom Eisberg-den Rest vertuschen. Hoffentlich wirds trotzdem ein sicheres neues Jahr !!!

von 707 - am 31.12.2006 15:55
...darauf einen Tusch und einen Sekt...hoch lebe die Privatwirtschaft!

von recht so - am 31.12.2006 17:50
[www.youtube.com]

von The Observer - am 01.01.2007 11:22
...darauf leise Musik, Selters und Aspirin...ein Hoch auf's lean management (obwohl...
bei den vielen airlines, die bei denen demnächst Pleite gehen oder einfach nur so rumstehen (z.B.virgin america) ist's vielleicht sogar angebracht.

von recht so - am 01.01.2007 12:24
Weitere Links zum Thema :

[news.google.de]

von Zeitungsleser - am 01.01.2007 13:50
Höchst interessant in diesem Zusammenhang ist die Veröffentlichung des "skymag" der skyguide im Intranet der DFS vor wenigen Tagen. (das PDF dieser Ausgabe war allerdings jetzt gerade nicht verfügbar- sicher ein Zufall...) .
Darin stellt sich nach meiner Auffassung Skyguide als Unternehmen dar, das "alles verstanden" hat, es wird über Messbarkeit von Lotsen-Performance usw. geschrieben, auch darüber, wie gut skyguide dasteht.
Da in unserem Intranet vermutlich nichts ohne Hintergedanken veröffentlicht wird, sollte das wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, um uns den "wirtschaftlichen Druck", dem die DFS ausgesetzt ist, klar zu machen.

Ich kenne keine Hintergründe- für mich sieht es aber momentan so aus, als ob Alain Rossier das Rückgrat hatte, die Konsequenz aus seinen Erkenntnissen zu ziehen.
Zitat

siehe >N-TV, Link s.o. Alain Rossier, seit 2001 an der Spitze der Schweizer Flugsicherung, hatte Mitte Dezember gekündigt und war umgehend freigestellt worden.


Niemand, der außerhalb des Betriebsdienstes steht, hat Kernkompetenz in Flugsicherungsangelegenheiten. Alle Entscheider gehören der Verwaltung an, die Auffassungen der Lotsenschaft interessieren nicht, egal ob in den USA, der Schweiz oder Deutschland.

Erkenntnis zählt nicht, Einhaltung von Zielvorgaben zählt- und die werden zunehmend von Menschen definiert, die denken, die Sicherheit der Luftfahrt sei in diesem Unternehmen einfach "vorhanden" bzw. werde durch dieses "automatisch" generiert. Kritiker werden als lästiger Ballast empfunden, Lernbereitschaft existiert nicht.

Betriebswirtschaftlich denkende Gesellschafter einer Flugsicherungs-GmbH wären der natürliche Gegenpol jeglichen Sicherheitsdenkens.

Wenn wir es nicht richten, ist das Sicherheitschaos vorprogrammiert. Alles, was der Stärkung des Betriebsdienstes dient, hilft, die Sicherheit des Luftverkehrs zu gewährleisten.


Konsequent durchgeführte Tarifverhandlungen gehören dazu.

von sonst unter anderem Nick - am 01.01.2007 21:17
Bei Durchsicht der Google- links weiter oben habe ich, etwas verspätet, folgenden lesenswerten Eintrag gefunden, hier ein Ausschnitt (aus der Sonntagszeitung.ch):
Zitat

Verantwortlich für die vielen Abgänge sind gescheiterte Projekte und ein schlechtes Arbeitsklima. Zwei langjährige Kader leute, die wiederholt auf Führungs- und Sicherheitsmängel aufmerksam gemacht hatten, wurden direkt von ihrem Arbeitsplatz auf die Strasse gestellt. Eine davon hat Anzeige wegen Nötigung eingereicht. Die Personalchefin in Zürich wurde im Oktober fristlos entlassen. Mitte Dezember hat der Verwaltungsrat CEO Alain Rossier freigestellt.


Sind die Führungskräfte der skyguide intelligenter oder konsequenter als die der DFS, oder ist es in der Schweiz tatsächlich NOCH schlimmer als bei uns?

von sonst unter anderm Nick - am 01.01.2007 21:27
Tja, wenn selbst bei skyguide trotz des Desasters 'höhere Stellen' keine Lessons 'gelearned' haben, wenn die Verantwortlichen in skyguide sich dem übergeordneten Druck beugen und ihre Posten aufgeben,

wenn dies in der Schweiz passiert, wo die Vorschriften teilweise sogar noch schärfer sind als in Deutschland,


dann muss man sich fragen, wo das Ganze noch hinführen soll.


Wahrscheinlich sind in betriebswirtschaftlichen Überlegungen Kollateralschäden eingerechnet - inklusive Bauernopfern bei Lotsen und deren Vorgesetzten.

von Armes Boardschwein - am 01.01.2007 23:55
außerdem: neben analytischer Intelligenz (Manager) müssen (dlr-Test!) Fluglotsen
auch über ein gewisses Maß an emotionaler (sozialer) I. verfügen (sonst klappt z.B. teamwork nicht). Bei Managern wäre dies (im vermeintl. Interesse kurzfristigen Profits) hinderlich. Nachhaltigere Wirkung entfalten auf jeden Fall beide Arten von I. Insofern sollte
man manchen Managern auch ein wenig Mitleid entgegenbringen...


von recht so - am 02.01.2007 11:44
@ recht so

Das mag schon stimmen, aber gerade in unsererm Geschäft sollte man vom klassischen Wirtschaftlichkeitsdenken eines Managements vielleicht etwas Abstand nehmen. Sicherheit, und das ist unser Kerngeschäft, läßt sich nur bedingt mit Wirtschaftlichkeit vereinbaren. Aussagen wie: "Sicherheit, aber nicht um jedem Preis" verdeutlichen die Unterschiede der Denkweisen. Man kann diesen Laden nicht führen wie ein Hemdengeschäft!

Sicherlich sind wir zur Wirtschaftlichkeit angehalten, wenn man aber entscheiden muß, was wichtiger ist, fällt zumindest im operativen Bereich die Wahl nicht schwer. Und das Tag für Tag.

If you think safety is expensive, try an accident! - Dieser Spruch hängt vor der Tür des Safety-Boards, dem läßt sich nichts mehr hinzufügen. (Nicht jeder hat das "Glück", daß aufgrund eines rechtlich ungültigen Vertrages, ein anderer die Zeche - vorerst - zahlen muß!)

Ginge es um möglichst große Einsparungen und Wirtschaftlichkeit, müßten wir uns umbenennen. Aber noch heißen wir Deutsche Flugsicherung! Also sollten wir wissen, wo unsere Prioritäten liegen. Und die sollte sich die GF deutlich sichtbar über den Bettpfosten hängen.

von Air Boss - am 02.01.2007 14:31
stimmt auch alles.---was ich durch die Blume sagen wollte: Manager mit o.g. Defiziten sollten abgelöst werden, bevor sie "den Karren" endgültig "an die Wand gefahren" haben.
Zugegeben: es ist schon ein highlight, mit semantischen Taschenspielertricks Bundes-
tagsabgeordnete, die auch keine Ahnung von Flugsicherung haben, zu Verfassungsbrechern zu machen.
Aber: für das heillose Durcheinander (und da gibt's eine lange Liste) sind nur diese Herren verantwortlich. Da gibt's bestimmt Bessere.

von recht so - am 02.01.2007 19:10
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