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Arno Nym, B, Beobachter, Redfox

GdF weist Angebot der DFS zurück (GdF-Info)

Startbeitrag von Redfox am 05.01.2007 20:00

GdF-Info (5.1.07)

Keine Grundlage für Verhandlungen

Nachdem die DFS im Tarifstreit mit der Gewerkschaft der Flugsicherung das erste konkrete Angebot überhaupt abgegeben hatte, prüfte und bewertete der Bundesvorstand der GdF - in enger Abstimmung mit der Verhandlungskommission der GdF - die Vorschläge der DFS . Man kam übereinstimmend zu dem Schluss, dass dieses Angebot keine ausreichende Grundlage zur Wiederaufnahme der gescheiterten Tarifverhandlungen bietet.

Zur Begründung führt die GdF an:

1. Das Angebot, die Einkommen der Mitarbeiter für den Zeitraum vom 01.11.2006 bis zum 31.10.2007 um 3 % zu erhöhen, wäre bei isolierter Betrachtung nur dieses Forderungspunktes eine hinreichende Basis für erneute Verhandlungen.

2. Die angebotene Einmalzahlung von ¤ 1.750,00 entspricht bei weitem nicht den Vorstellungen der GdF.

3. Zur Umstrukturierung der Vergütung macht die DFS keinerlei Anmerkungen und verweist auf spätere Verhandlungen.

Damit bleibt der zentrale Punkt des Forderungspaketes unklar. Unter diesen Voraussetzungen ergibt eine Gesamtbewertung des Angebots, dass dieses nicht nur ungenügend, sondern auch unvollständig ist. Nach gescheiterten Verhandlungen ist dies nach Auffassung der GdF keine Basis für deren Wiederaufnahme.

Hintergründe

Die GdF ist sich darüber im Klaren, daß die Ablehnung des Angebots der DFS von Außenstehenden u.U. nur schwer nachvollzogen werden kann. Schließlich liegen Forderung und Angebot rein zahlenmäßig sehr eng beieinander. Es muß deswegen an dieser Stelle betont werden, daß die Tarifforderung der GdF um ein vielfaches komplexer und umfangreicher ist. Die lineare Erhöhung der Vergütung stellt lediglich einen von fünf geforderten Punkten dar, der zudem als unkritisch zwischen den Tarifpartnern gesehen wird.

Viel wichtiger sind hingegen die Forderung nach einer Integration der sogenannten "Operativen Zulage" in das Grundgehalt, da die DFS im Rahmen der Privatisierung der Flugsicherung aktiv versucht, diese Zulage, die einen erheblichen Teil des Einkommens beträgt, für bestimmte Mitarbeitergruppen künftig zur Disposition zu stellen. Dies erklärt, warum sich die DFS bisher weigert, über diesen Punkt auch nur zu verhandeln.


Eine Umstrukturierung der Vergütung - ebenso wie die Integration der zuvor erwähnten „operativen Zulage" - ist der Kern der GdF-Forderung.

Auch sollte an dieser Stelle erneut erwähnt werden, dass die GdF für sämtliche 5300 Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung verhandelt. Im Gegensatz zu einigen hundert Fluglotsen die - von der DFS immer wieder so gerne zitierten - Spitzengehälter erhalten, handelt es sich dabei zum überwiegenden Teil um normal verdienende Schreibkräfte, Sachbearbeiter, Techniker und andere mehr.

Aber auch die Fluglotsen an den weniger belasteten Standorten erhalten teilweise nur wenig mehr als die Hälfte der immer wieder angeführten Spitzengehälter. Europaweit betrachtet liegen die Einkommen der Fluglotsen im übrigen bestenfalls im oberen Mittelfeld. Ein Beispiel: Die Fluglotsen in Spanien und bei Eurocontrol verdienen zum Teil erheblich mehr als ihre deutschen Kollegen. Auch die Fluglotsen in den USA erzielen Jahreseinkommen von bis zu 160.000 US Dollar, arbeiten dafür allerdings auch länger als in Deutschland üblich.

Angesichts des boomenden Luftverkehrs und der hervorragenden finanziellen Situation der DFS sind deshalb die Forderungen der GdF als angemessen zu bezeichnen. Ein Großteil dieser Punkte betrifft lediglich strukturelle Veränderungen, die keine oder nach Meinung der GdF tragbare Kosten für die DFS verursachen würden. Im Vordergrund steht die Absicherung des derzeitigen Gehaltsniveaus der Mitarbeiter der DFS.



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Antworten:

kann mir diesen Passus mal jemand erklären:
Zitat

2. Die angebotene Einmalzahlung von ¤ 1.750,00 entspricht bei weitem nicht den Vorstellungen der GdF.

Von Seiten der GdF waren doch 3500 EUR für 2 Jahre gefordert.
Von der DFS werden 1700 EUR für 1 Jahr geboten.


von Arno Nym - am 05.01.2007 20:29
Du darfst bei Einmalzahlungen die Jahre nicht einberechnen!

Eine EINMALZAHLUNG heisst ja deshalb Einmalzahlung, weil sie eben EINMAL bezahlt wird.
1750.- sind also einfach die Hälte von 3500.-! So einfach...

Wenn Du nochmal genau liest, wirst Du die Einmalbeträge nie in einem Satz mit den Jahren finden; siehe Dein EIGENES Zitat!

Gerade die Arbeitgeber ziehen ja die Einmalzahlungen vor, weil sie nicht wie Prozente in Folgejahren wie Zins und Zinseszins zur Last fallen...

von Beobachter - am 05.01.2007 23:58
Okay, davon ausgehend, dass es im nächsten Jahr keine (oder kleiner 1750 EUR) Einmalzahlung gibt, hast du recht.

von Arno Nym - am 06.01.2007 05:56
Aha...
Kleiner "Ja, aber"-Sager! Wundert mich nicht...
Ausgehend davon, dass... nächstes Jahr die Welt nicht untergeht oder was?
Aber eins ist mir klar:
Wenn ich DU wäre....wäre ich lieber wieder ich....

von B - am 06.01.2007 12:51
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