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Naja...., Steuerfuzzi, Steuermann, lunjer, 707, Tjahm, pagodeiro65, Türmerle, Andreas, Doppler, ... und 8 weitere

Tarifabschluß und seine Folgen...

Startbeitrag von NiGagG am 01.02.2007 20:32

...wenn man mal von den 2 mißglückten Streikversuchen zum Jahresende 2006 absieht - und den Patzern die die GdF sich da geleistet hat - dann ist der GdF-Abschluß doch mal gar nicht so schlecht!!!

Nach erster Durchsicht steht sich niemand schlechter - auch nicht die Towerlotsen etc. die auf eine Einmalzahlung verzichten müssen, denn bei denen wird die Operative Zulage bei der Integration (relativ zum Rest der Lotsenschaft) stark angehoben. Von den Verwaltungsmitarbeitern, FDBs, FBs und Technikern mal gar nicht zu reden.

Nun drücke ich die Daumen, daß die redaktionelle Einarbeitung der TV besser klappt als beim letzten Mal und daß die GdF aus ihren Fehlern gelernt hat und sich nunmehr nicht mehr über den Tisch ziehen läßt!

Nicht nur, daß die TK der GdF aus einer scheiß Situation noch so einen guten Abschluß rausgekitzelt hat, nebenbei verschafft mir dieser Abschluß endlich das notwendige "mehr" an Geld, als daß ich sagen kann:

aus NiGagG wird iGagG

Vielen Dank! Und immer schön solidarisch bleiben, liebe Kollegen!

Antworten:

Das wäre ja was, wenn NiGagG plötzlich das Wort "Solidarität" lernt und sein "N" streicht...
Nfu
(Nix für ungut)

von Türmerle - am 01.02.2007 20:37
Zum Glück hat es das Gros der Kollegen schneller gerafft.

von francoforte - am 01.02.2007 20:37
hört, hört!

von gyver - am 01.02.2007 20:40
Auch an Dich,

willkommen an Bord!!!

Es ehrt Dich, daß Du Deine "Drohung" war machst, und das N jetzt streichen willst und Dich auch in die Mitgleiderschar einreihst!!!

An alle noch Unschlüssigen:

jetzt ist der beste Zeitpunkt zu zeigen wie solidarisch man ist!!!

pagodeiro65


von pagodeiro65 - am 02.02.2007 07:57
Vielen Dank für den allgemein super Abschluss...

Aber eine Frage hätte ich da noch:

Die operative Zulage wird ins Grundgehalt integriert, und diese Summe erhöht sich dann ebenfalls Ende 2007 um 3%?
Bleiben uns weiterhin die Zuschläge für Wochenende, Feiertage, Nachtdienste oder wie sieht es damit jetzt aus? Da konnte ich nirgendwo was finden... Danke

von Danke mit Frage... - am 02.02.2007 08:24
@Danke mit Frage...

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, bleiben die Zuschläge für WE/Feiertag/Nacht vorerst unverändert, da diese ja im (nicht gekündigten) MTV geregelt sind und deswegen nicht verhandelt wurden.

von Minkner - am 02.02.2007 08:46
@ Re: Tarifabschluß und seine Folgen...
geschrieben von: Danke mit Frage... (IP gespeichert)
Datum: 02. Februar 2007 09:24


"Vielen Dank für den allgemein super Abschluss...

Aber eine Frage hätte ich da noch:

Die operative Zulage wird ins Grundgehalt integriert, und diese Summe erhöht sich dann ebenfalls Ende 2007 um 3%?
Bleiben uns weiterhin die Zuschläge für Wochenende, Feiertage, Nachtdienste oder wie sieht es damit jetzt aus? Da konnte ich nirgendwo was finden... Danke"


Ab dem 1.5. fällt die Deckelung der Zeitzuschläge weg, d.h. Du bekommst von da an
den korrekten Stundenlohn als Zulage. Bei mir liegt der ca. 20 % höher als der künstlich
gedeckelte bisher...

von A380 - am 02.02.2007 09:49
Aber im Endeffekt ist der Tarifabschluss doch nur dann wirklich gut und sinnvoll, wenn jetzt bei den Kasternverhandlungen ebenfalls ein guter Abschluss kommt.
Ich meine dass alle in der Kat 7 (dies a dann nicht mehr gibt) sind ist ja schön und gut, aber irgendein Ausgleich dafür, dass am FRA/MUC-Tower bzw. Center mehr los ist, als in Bremen (nicht böse oder abwertend gemeint), muss ja gegeben sein.
Wenn der Abschluss also so stehen bliebe, dann profitieren von Lotsenseite her doch eigentlich nur die Dienststellen in den niedrigen Kategorien. Jedenfalls auf lange Sicht.
Oder habe ich da etwas nicht richtig verstanden?

von Tjahm - am 02.02.2007 10:43
Zitat

Ab dem 1.5. fällt die Deckelung der Zeitzuschläge weg, d.h. Du bekommst von da an
den korrekten Stundenlohn als Zulage. Bei mir liegt der ca. 20 % höher als der künstlich
gedeckelte bisher...


Aber nur, wenn Du kein 9/3er-Lotse oder Wachleiter in den ehemals Kategorie 6-Centern bist. In diesem Fall liegt nämlich Dein Grundstundensatz gem. §3b EStG über 50¤/h. Damit werden dann Deine Zulagen für Sonn- und Feiertagsarbeit steuerpflichtig. Der Gesetzestext sieht die 50¤ hierbei als Freigrenze. Die Zulagen müssen dann mit Deinem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Was das für Dich bedeutet kannst Du Dir selber ausrechnen.

Ab 2008 und der damit verbundenen 2. Stufe der Tariferhöhung um weitere 3% betrifft dies auch die 9/2er-Lotsen.

von Naja.... - am 02.02.2007 10:50
Noch ein Zusatz: Was ich meinte ist, dass eben FRA/MUC eigentlich ja jetzt entweder mehr Urlaubstage oder os bekömmen müssten und evtl. Bremen oder so die ZS-Tage verlieren, damit man dann auf Zeitbasis einen Ausgleich schafft. Oder?

von Tjahm - am 02.02.2007 10:51
Sonn- und Feiertagszuschläge bleiben bis zu einem Stundenlohn von 25,00 Euro steuerfrei (bisher 50,00 Euro)

von Diebelskater - am 02.02.2007 11:00
Falsch! Du mußt unterscheiden zwischen Sozialversicherungspflichtig und Steuerpflichtig

Die Sozialversicherungspflicht für Stundenlöhne zwischen 25¤ und 50¤ sinf für Fluglotsen obsolet, da deren Einkommen ohnehin schon über der Beitragsbemessungsgrenze liegen.

Was ich meine ist der Wegfall der Steuerfreiheit von Einkommen gem. §3b EStG.

Hierzu heißt es im Gesetz (Absatz (2) ist für uns maßgeblich):

Zitat

(1) Steuerfrei sind Zuschläge, die für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden, soweit sie
1. für Nachtarbeit 25 vom Hundert,
2. vorbehaltlich der Nummern 3 und 4 für Sonntagsarbeit 50 vom Hundert,
3. vorbehaltlich der Nummer 4 für Arbeit am 31. Dezember ab 14 Uhr und an den gesetzlichen Feiertagen 125 vom Hundert,
4. für Arbeit am 24. Dezember ab 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Mai 150 vom Hundert des Grundlohns nicht übersteigen.

(2) [1] Grundlohn ist der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit für den
jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht;

er ist in einen Stundenlohn umzurechnen und mit höchstens 50 Euro anzusetzen.

[2] Nachtarbeit ist die Arbeit in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr.
[3] Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit ist die Arbeit in der Zeit
von 0 Uhr bis 24 Uhr des jeweiligen Tages. [4] Die
gesetzlichen Feiertage werden durch die am Ort der
Arbeitsstätte geltenden Vorschriften bestimmt.



Grundlohn ist dementsprechend das monatliche Einkommen / Soll-Arbeitsstunden. Liegt der dabei entstehende Grundlohn über 50¤/h übersteigen die in Absatz (1) Nr. 1-4 genannten Sätze den Grundlohn. Mithin entfällt für diese Zahlungen die Anwendbarkeit des §3b Absatz (1) EStG.



von Naja.... - am 02.02.2007 11:15
Hallo,

die Zuschläge sind weiterhin steuerfrei, soweit sie auf den Studenlohn bis 50 ¤ entfallen. Nur der auf den höheren Lohnanteil entfallende Anteil ist steuerpflichtig. Das Wörtchen "soweit" in Satz 1 bedeutet nicht, dass die Steuerfreiheit sonst ganz entfällt, sondern dass sie nur für den entsprechenden Prozentsatz des Studenlohns bis max. 50 ¤ gilt. Dies ist zugegebenermaßen für den Laien nicht offensichtlich, da man hierzu die genaue Auslegung des Wortes "soweit" kennen muss. Für Deine Auslegung müsste dort statt "soweit" z.B. "falls" stehen.

Also: freut euch über die höheren Zuschläge - lieber steuerpflichtige Zuschläge als gar keine :-)

Viele Grüße,
Steuerfuzzi

von Steuerfuzzi - am 02.02.2007 11:54
Steuerfuzzi hat recht, ist also nicht so schlimm den Betrag über 50 Euro zu versteuern

von 707 - am 02.02.2007 12:58
Vielen Dank Steuerfuzzi,

umso schöner fällt natürlich das Ergebnis der Tarifverhandlungen aus!

von Naja.... - am 02.02.2007 13:00
Leider muss ich Dir widersprechen. Es handelt sich um eine Freigrenze, die bei Überschreiten Steuerpflicht für den ganzen Betrag auslöst, so jedenfalls die Auskunft meines Steuerberaters der das auch in irgendwelchen Datevdateien so als Abrechnungsgrundlage bestätigt fand. Ist wie bei der Spekulationssteuer -bis 500¤
alles frei, ab501¤ komplett zu versteuern. Hätte mich auch über eine Aussage in deinem Sinne mehr gefreut.

von Steuermann - am 14.02.2007 17:41

Steuerfuzzi bitte melden!!!

Vielleicht kann Steuerfuzzi mal die Grundlage seiner Aussage nennen. WO stehen denn die Definitionen "soweit" / "falls" geschrieben. Irgendwo muß es da ja einen gesetzlichen Bezug bzw. Rechtsprechung zu geben.

@Steuermann

Dein Steuerberater in allen Ehren - aber ich hoffe der irrt sich und die Leute von DATEV auch. Wieviel Leute mit 50¤ Stundenlohn die Schichtarbeit machen gibts denn schon? Ich denke das ist schon a weng a Sonderfall.

Kennt jemand zufällig einen Chefarzt? Der müßte es ja wissen.

von Naja.... - am 14.02.2007 19:12

Re: Steuerfuzzi bitte melden!!!

Chefarzt kenne ich nicht und auch nicht die das Ganze letztlich auslösenden Spieler von Borussia Dortmund.
Aber ein Blick in § 3b EStG hilft Euch unglaublich weiter.


von lunjer - am 14.02.2007 19:20

Re: Steuerfuzzi bitte melden!!!

Toll, jetzt bin ich weiter als vorher! Den 3b hatten wir schon:

§3b


Und warum hilft uns der weiter? Die Frage hat sich doch erst mit Steuerfuzzis Aussage bezgl der definition des Wörtchens "soweit" aus dem §3b ergeben, oder?

von Naja.... - am 14.02.2007 19:25
Hallo,

ich habe mal nach beweisenden Quellen gegoogelt, aber leider fand ich weder einen passenden Kommentar zum EStG, noch steht es explizit in den Lohnsteuer-Richtlinien.

Das deutsche Wort "soweit" bedeutet jedenfalls nicht gleich "falls", sondern bezeichnet einen Teil, auf den sich das folgende bezieht - in unserem Fall der auf den Grundlohn von max. 50 ¤/h entfallende Zuschlagsteil. Vielleicht hilft hier ja der Duden weiter? Selbst in Juralexika ist das nicht erklärt, weil es für die Juristen wohl einfach selbstverständlich ist. Es handelt sich ja quasi um ein sprachliches Problem und nicht um ein rechtliches :-)

Ansonsten hilft wohl nur warten, bis die erste Lohnabrechnung mit einem Stundenlohn von mehr als 50 ¤ eintrifft. Dann werdet ihr sehen, dass nur ein geringer Teil des Zuschlags in der Spalte "Steuerpflichtig" steht.

@Steuermann: Die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte beträgt übrigens 512 ¤, nicht 500 ¤. Ab 513 ¤ wird hier alles steuerpflichtig, das ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag, wie von Dir schon richtig erläutert.

Viele Grüße,
Steuerfuzzi

von Steuerfuzzi - am 14.02.2007 22:01
Hallo,

eben kommt mir der Beweis in den Sinn ... und zwar müsst ihr nur mal einen Trainee nach seiner Gehaltsabrechnung fragen.

Der Grundlohn beträgt bei einem Trainee irgendwas über 14 ¤/h. Als Nachtzuschlag erhält er 6,33 ¤/h (laut Tarifvertrag ist dieser Betrag für alle gleich).

Steuerfrei ist der Zuschlag laut §3b EStG, "soweit er für Nachtarbeit 25 vom Hundert [...] nicht übersteigt". Da 6,33 ¤ aber mehr sind als 0,25*14 = 3,50 ¤, wären nach der Interpretation von Steuermann und lunjer nun die kompletten 6,33 ¤ Steuerpflichtig.

Wenn euch der Trainee nun seine Gehaltsabrechnung zeigt, werdet ihr aber sehen, dass der Nachtzuschlag schön aufgeteilt ist in einen steuerfreien und einen steuerpflichtigen Teil. In unserem Beispiel sind nämlich 3,50 ¤ steuerfrei und die restlichen 2,83 ¤ steuerpflichtig.

Viele Grüße,
Steuerfuzzi

von Steuerfuzzi - am 14.02.2007 22:07
Vielen dank, für Deine Korrektur ,prinzipiell sind wir uns einig und nun müsen wir eifach die Rückrechnung Mai abwarten. Viel erstaunlicher fand ich nun heute Abend
die Aussage eines Kollegen, die LohnSteuerbescheinigung 2006 imIntranat abholen zu können. Damit würde die Einmal/Ausgleichszahlung buchungstechnisch in 2007 fallen.
Was beabsichtigt die DFS damit? Und was ist mit den Korrgierten Beträgen Nov. Dez.?

von Steuermann - am 14.02.2007 22:12
Ach ja , auf hoher See, vor Gericht und vorm Finanzamt, da ...ihr wisst schon...

von Steuermann - am 14.02.2007 22:17
Natürlich fällt die Einmalzahlung buchungstechnis in 2007. Ebenso wie die "normale" Rückrechnung für Dezember auch immer. Und auch die neuen Rückrechnung für Nov. und Dez. fallen in 2007. Für die Steuer ist maßgeblich, was Dir im Jahr 2006 gezahlt wurde. Und das steht dann auch auf der Steuerkarte.
Ist kein Spiel der DFS, sondern ganz klar geregelt - und macht's ja auch irgendwie einfacher.

von Andreas - am 15.02.2007 08:37
Um noch für's letzte Jahr steuerlich relevant zu sein hätte die Rückzahlung bis zum 10. Januar erfolgen müssen, so ist es in § 11 EStG und in den Einkommensteuerhinweisen H 11 geregelt... also wie schon von Andreas richtig gesagt keine Willkür der Firma!

Zitat

(1)
1 Einnahmen sind innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind.

2 Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen, die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehören, zugeflossen sind, gelten als in diesem Kalenderjahr bezogen. 3 Der Steuerpflichtige kann Einnahmen, die auf einer Nutzungsüberlassung im Sinne des Absatzes 2 Satz 3 beruhen, insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird. 4 Für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit gilt § 38a Abs. 1 Satz 2 und 3 und § 40 Abs. 3 Satz 2. 5 Die Vorschriften über die Gewinnermittlung (§ 4 Abs. 1, § 5) bleiben unberührt.

...

Allgemeines

Zufluss von Einnahmen erst mit der Erlangung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über ein in Geld oder Geldeswert bestehendes Wirtschaftsgut (>BFH vom 21.11.1989 - BStBl 1990 II S. 310 und vom 8.10.1991 - BStBl 1992 II S. 174). Verfügungsmacht wird in der Regel erlangt im Zeitpunkt des Eintritts des Leistungserfolges oder der Möglichkeit, den Leistungserfolg herbeizuführen (>BFH vom 21.11.1989 - BStBl 1990 II S. 310). Sie muss nicht endgültig erlangt sein (>BFH vom 13.10.1989 - BStBl 1990 II S. 287).

Kurze Zeit bei regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen ist in der Regel ein Zeitraum bis zu zehn Tagen; innerhalb dieses Zeitraums müssen die Zahlungen fällig und geleistet worden sein (>BFH vom 24.7.1986 - BStBl 1987 II S. 16). Auf die Fälligkeit im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit kommt es nicht an (>BFH vom 23.9.1999 - BStBl 2000 II S. 121).

Für den Abfluss von Ausgaben gelten diese Grundsätze entsprechend.


von Doppler - am 15.02.2007 08:56
Genau so ist es !!!

Das heißt es werden nur die Beträge versteuert, die über den 50¤ liegen!!!
Sieht man übrigens auch bei den Runnern, die auch unter diesem Paradoxum, was den Stundenlohn bzw. die Nachtdienstzuschlag angeht, leiden!

pagodeiro65

von pagodeiro65 - am 15.02.2007 08:56
Ich hab aber heute meine Bescheinigung fürs letzte Jahr schon erhalten, glaube nicht daß im März nochmal eine neue kommt incl. Einmalzahlung.?

von 707 - am 15.02.2007 10:57

Re: Steuerfuzzi bitte melden!!!

Leider hat Steuerfuzzi, sorry, nicht richtig gelesen oder zutreffend interpretiert, obwohl es deutlich im Gesetz steht und, wiederum sorry, sehr ausführlich auch in den Lohnsteuerrichtlinien, mit vielen Beispielen (!) steht, die man z.B. unter www.bundesfinanzministerium.de und dort in der Untergruppe Steuern nachlesen kann.

"Soweit" bezieht sich nur im Abs. 1 und somit ausschließlich auf die Prozentangaben als Obergrenze der als steuerfrei zu begünstigenden "Erschwernisse". Soweit bedeutet hier also, auch ohne Duden, die Definition einer absoluten Obergrenze.

Die Verbindung von "soweit" mit der in § 3b Abs. 2 angegebenen 50 ¤-Grenze ist unzulässig, da im Gesetz so nicht gezogen und hier der Begriff "höchstens" bezeichnet. Vielmehr bezieht sich diese Grenze auf den Bemessung"wert" = Grundlohn, auf den dann die o.g. Prozentsätze angewendet werden. Die 50 ¤ sind also ebenso eine Freigrenze, wie es die Prozentsätze selbst auch sind.

Vereinfacht: 60 ¤ Std.Lohn ergibt 50 ¤ Freigrenze x z.B. 50% (für Sonntag) = 25 ¤ steuerfrei, restliche 10 ¤ x 50% = 5 ¤ steuerpflichtig; der steuerpflichtige Anteil entsteht also, weil einer der beiden parameter oberhalb einer Freigrenze ist, womit alles davon betroffene steuerpflichtig wird. Umgekehrt z.B. : 50 ¤ Std. Lohn x z.B. 60% für Sonntag = 50 ¤ x 50% = 25 ¤ steuerfrei, 50 ¤ x 10% = 5 ¤ steuerpflichtig. Alles klar!? Wenn nein, look at the book.

von lunjer - am 15.02.2007 13:41

Re: Steuerfuzzi bitte melden!!!

Leider darf ich hier keine Fachartikel einstellen. Bezüglich weiterer Fragen empfehle ich folgendes Nachschlagewerk:

[www.beck-shop.de]

Dort steht auf 10 Seiten in sehr verständlicher Weise erklärt, wie das mit den Zuschlägen aus lohnsteuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Sicht ist. Ist außerdem auch für die private Einkommensteuer oft sehr hilfreich!

Alternativ zu empfehlen:

[www.beck-shop.de]

Die Unbekannte!

von Unbekannt - am 16.02.2007 09:16

Re: Steuerfuzzi bitte melden!!!

Hallo,

Zitat

Leider hat Steuerfuzzi, sorry, nicht richtig gelesen oder zutreffend interpretiert, obwohl es deutlich im Gesetz steht und, wiederum sorry, sehr ausführlich auch in den Lohnsteuerrichtlinien, mit vielen Beispielen (!) steht, die man z.B. unter www.bundesfinanzministerium.de und dort in der Untergruppe Steuern nachlesen kann.

In den Lohnsteuerrichtlinien finde ich dazu unter R 31 nichts exaktes, und auch keine Beispiele. Und auf der genannten Seite des BMF kann ich auch keine Beispiele finden - kannst Du vielleicht mal eine genauere Angabe machen bzw. URL angeben?

Zitat

Soweit bedeutet hier also, auch ohne Duden, die Definition einer absoluten Obergrenze.

Soweit bedeutet eine Obergrenze - aber auch, dass der darunter liegende Teil unter der Grenze liegt. Soweit eben, und der Rest darüberhinaus. Um bei Freigrenze gegenüber Freibetrag zu bleiben, bedeutet "soweit" einen Freibetrag.

Zitat

Die Verbindung von "soweit" mit der in § 3b Abs. 2 angegebenen 50 ¤-Grenze ist unzulässig, da im Gesetz so nicht gezogen und hier der Begriff "höchstens" bezeichnet.

Ich verbinde hier doch nichts. Im Gesetz steht, der Grundlohn sei mit höchstens 50 ¤ anzusetzen. Da steht nicht, dass er mit 0 ¤ angesetzt wird, wenn er tatsächlich höher als 50 ¤ ist, sondern eben nur mit max. 50 ¤.

Zitat

Vereinfacht: 60 ¤ Std.Lohn ergibt 50 ¤ Freigrenze x z.B. 50% (für Sonntag) = 25 ¤ steuerfrei, restliche 10 ¤ x 50% = 5 ¤ steuerpflichtig;
Zitat

Soweit ;-) sind wir uns doch einig.

Zitat

der steuerpflichtige Anteil entsteht also, weil einer der beiden parameter oberhalb einer Freigrenze ist, womit alles davon betroffene steuerpflichtig wird. Umgekehrt z.B. : 50 ¤ Std. Lohn x z.B. 60% für Sonntag = 50 ¤ x 50% = 25 ¤ steuerfrei, 50 ¤ x 10% = 5 ¤ steuerpflichtig. Alles klar!? Wenn nein, look at the book.

Hieraus werde ich trotz mehrmaligem Lesen nicht schlau. Behauptest Du nun, dass in beiden Beispielen 25 ¤ des Zuschlags steuerfrei sind und 5 ¤ steuerpflichtig? Dann stimme ich Dir völlig zu, denn da sind wir einer Meinung. Oder willst Du behaupten, dass im ersten Beispiel dann doch die 30 ¤ komplett zu versteuern seien?

Um sicherzustellen, dass wir nicht aneinander vorbeireden, hier nochmals meine Auslegung mit Deinen Zahlen:
Stundenlohn 60 ¤ (Steuerpflichtig)
Sonntagszuschlag 30 ¤
-> steuerfreier Anteil 50 ¤ x 50 % = 25 ¤
-> steuerpflichtiger Anteil = die restlichen 5 ¤

Viele Grüße,
Steuerfuzzi


von Steuerfuzzi - am 16.02.2007 15:32
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