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Abspaltung von den anderen DFS-Centern

Startbeitrag von phoenix am 05.02.2007 18:14

Liebe Kollegen,
zuerst moechte ich der TK wirklich zu dem erzielten Abschluss gratulieren, da wirklich gute Ergebnisse fuer den groessten Teil der Belegschaft erzielt wurde. Hat ja auch lange Zeit gedauert.
Als Beschaeftigterbei der DFS-Niederlassung Maastricht ( die gibt es wirklich), gehoeren wir aber leider nicht zu den Gewinnern. Die Stimmung ist dementsprechend. Wir freuen uns ueber die Gehaltssteigerung und die Einmalzahlung, doch bei der Anhebung der operativen Zulage tut sich bei uns gar nichts. Wir wissen schon lange, dass wir null Lobby in der Geschaeftsfuehrung der DFS besitzen , dass unsere eigene Niederlassungsleitung alles probiert um uns schlecht zu machen und das auch der ein oder andere Lotse draussen nur abfaellig ueber Lippe spricht, aber die wenigsten wissen doch eigentlich, wer wir sind oder was wir tun!
Es gab lange Diskussionen unter den Lotsen und FDB, ob ein Eintritt in die GDF fuer sinnvoll erachtet wird, aufgrund unserer besonderen Situation, wie z.B. nur OAT, keine Moeglichkeit des Streiks, da alles beurlaubte Soldaten usw....
So entschieden wir vorerst, aber jeder fuer sich,nicht einzutreten.
Der Tarifabschluss fuehrt nun leider dazu, dass wir von den anderen Centern im Inland abgekoppelt werden und nun als die Deppen dastehen. Damit wir uns richtig verstehen, wir stellen uns nicht auf eine Stufe mit den stark ausgelasteten Centern, aber eine kleine Erhoehung haette zumindest gezeigt, dass auch an uns gedacht wird.
So wird das Klima zwischen den Kollegen der verschiedenen Niederlassungen leider nicht besser werden, sowie die Gedankenin Richtung GDF.
In der Hoffnung auf konstruktive Beitraege....
Nochmals, wir goennen allen anderen Lotsen die guten Tarifergebnisse und freuen uns auch ueber die Einmalzahlung und die drei Prozent!!!

Antworten:

Hallo erstmal,
ich habe gerade den Artikel gelesen und muss ehrlich gestehen, das auch ich nicht so genau weiss, was ihr da eigentlich tut. Ein Kollege von euch war mit mir auf dem ABQ Lehrgang und hat mal so geschildert wie das aussieht bei euch! Er sagte das das Arbeitskonzept 2 Units in einem Luftraum schon 30 Jahre alt ist und eigentlich noch immer das Gleiche, nur mit weniger OAT aber dafuer mit mehr GAT. Staffelt ihr wirklich zum kompletten GAT von Eurocontrol in der Hannover UIR? Ich glaub ihr seit auch nur ein paar Lotsen?!
Fuer euch tut es mir trotzdem Leid, weil Verkehrszahlen sind nun mal auch nicht alles ( siehe Bremen im Vergleich zu Langen oder bei uns in Karlsruhe)

Also Kopf hoch und weiter

von darthradar - am 05.02.2007 18:38
Zitat
phoenix
So entschieden wir vorerst, aber jeder fuer sich,nicht einzutreten.

Das ist ein Teufelskreis, aber wo keine Mitglieder sind, fällt es natürlich schwer, was zu tun.

Ist es nicht so, dass der OAt-Verkehr kontinuierlich abnimmt?

Im Vergleich zu den Eurocontrol-Lotsen bekommt Ihr natürlich so gut wie kein Gehalt.

Vielleicht schreibst Du mal was zu Eurer Belastung, ist die hoch etc.



von Frager - am 06.02.2007 05:20
@phoenix

Entschuldigung, aber ehe du davon ausgehst, dass die GdF die Schuld daran trägst, dass du nicht mehr bekommst, solltest du dich erst informieren:
Auf unserer ÖMV gestern abend war auch "Lippe" ein Thema. Zu einer Höhergruppierung wurde ganz klar gesagt, dass R. Riedle Order von der Bundeswehr hatte hier nichts zu zulassen, da hier Kosten für die Bw anfallen würden.

Von daher ist deine Enttäuschung wohl auf deinen originären Arbeitgeber zu reflektieren und nicht auf die GdF.

Freu dich über 3% und die Einmalzahlung, denn die bekommt z. B. der Twr-Lotse 9/3 in Bremen nicht.

Liebe Grüsse nach Holland, hoffe habe zur Klärung beigetragen

von Norddeutscher - am 06.02.2007 08:39
danke für die antworten und es ist natürlich interessant zu erfahren, dass Herr R. die order von der Truppe hatte nicht mehr zuzulassen...Wie ist das denn mit den beurlaubten Soldaten in den anderen Centern, das ist wohl noch verkraftbar?!
Keine Vorwürfe an die GDF , wenn das wirklich so war, uns ist ja auch klar, das der momentane Chef des Afsbw der Meinung ist, das alle überörtlichen beurlaubten Soldaten schön ruhig sein sollen und gefälligst dankbar zu sein haben, komisch dasselbe sagt unser Chef auch immer:):)
Die Frage derArbeitsbelastung ist nicht so einfach zu beantworten, da eine Verkehrszählung im normalen Sinne nicht treffen würde.
Lippe arbeitet hat nach dem jahrzehntealten Prinzip der Staffelung des OAT vom kompletten GAT. Du hast also mit zwei ,drei OAT-Fliegern zu Stoßzeiten des GAT soviel zu tun, weil du ständig drehen musst, steigen oder sinken, und dadurch dass der GAT immer mehr zunimmt, wird es eigentlich auch immer unlösbarer. Es ist so, als ob du deine Oma über eine sechsspurige vielbefahrene Autobahn zu Fuss bringen musst, ohne dass ihr was passiert und meistens dann auch noch zurück...
Alle Versuche dieses Arbeitsprinzip zu vereinfachen, den Verkehr zu integrieren, werden seit Jahren schön abgebügelt(das fängt schon bei den WL an) und so hängt der Bétrieb in der Luft...
Danke für die Kommentare und interessanten News von Herrn R.

von phoenix - am 06.02.2007 09:57
Das ist halt ein Prinzip von vorgestern, nur politisch gewollt, fachlich nicht sinnvoll weil mit sinnlosem Koordinationsaufwand, unsicher, und ohne nennenswerte Kapazitäten. Die absoluten Verkehrszahlen des Bereichs von Lippe, den ich beurteilen kann, sind vernachlässigbar. Subjektiv dürften 5 Movements/h kaum je erreicht werden.
Kann mir jemand erklären, was Lippe eigentlich macht, was andere (auch Lippe-Lotsen in anderer Funktion!) nicht personalneutral mit erledigen könnten?

Auch beurlaubte Soldaten dürfen streiken, solange sie beurlaubt sind. Ein Problem dürfte der Umstand sein, dass gem. Notdienstvereinbarung OAT gearbeitet werden muss und Lippe nur OAT Traffic hat.

Was hat die BW denn mit den von der DFS gezahlten Gehältern während der Beurlaubung zu tun? Ich sehe nicht, warum eine Tariferhöhung DFS auf von der BW zu zahlende Beträge Auswirkungen haben kann.

von der Vorletzte - am 06.02.2007 10:29
Doch, weil der Bund die Kosten fuer die beurlaubten Lotsen zu 100% uebernimmt.

von Lipper - am 06.02.2007 10:49
so ist es, das prinzip von vorgestern. der traffic ist nicht planbar, oft viel leerlauf und dann der totale Overload. Mir macht mein job spass, nur ehrlich gesagt, fühlst du dich wie der letzte Depp, wenn du genauso die schule in langen hinter dich gebracht hast, bock drauf hast traffic zu machen, gat und oat , und man dir dann sagt, so, sie gehen jetzt mal nach maastricht und halten eins ystem am leben, bei dem jeder vernünftig denkende mensch sich nur noch an den kopf fast. da werden dann halt die prioritäten anders gesetzt...
unsere etage klopft sich auf die schultern wenn sie wieder mit DDR-Ergebnissen irgendein ISO oder Trinet oder was weiss ich was bestanden hat...das sind unsere richtwerte, nicht die arbeit am board...und jegliche bemühungen der operativen seite, irgendetwas an dieser situation zu ändern, wird niedergedrückt, eine kleine diktatur, die da am leben erhalten wird...die krönung ist das verbot, keine getränke auf die konsole zu stellen, weil unser chef das nicht sehen mag...und was machen die WL? anstatt dem chef mal die meinung zu sagen, sollen wir der anweisung folge leisten, er ist ja auch nicht mehr so lange da...es ist unglaublich, was mit mündigen leuten gemacht wird, aber wo keine ext. kontrolle, kann auch kein richter sein....übrigens, die kollegen von euro, die ja links und rechts von uns sitzen bauen berge von kaffeetassen auf ihrem board, aber denen wird das vielleicht auch zugetraut.....

von phoenix - am 06.02.2007 10:54
@vorletzter, du triffst den Nagel auf den Kopf: Unsicher ist es!!! Und das nicht wegen der Lippe-Lotsen, sondern wegen der total sinnfreien Verfahren!
Es wird von SES geträumt, dabei werden selbst bei Eurocontrol solche Anachronismen am Leben erhalten, weil sie politisch so gewollt sind.

von kölschtrinker - am 06.02.2007 10:57
Egal wie man es dreht, eine Gewerkschaft ist nun mal die Interessenvertretung ihrer (ein)zahlenden Mitglieder. Je zahlungskräftiger eine Gruppe auftritt, um so größer ist ihr Einfluß. Also Leute in Maastricht, auf in die Zukunft.
Übrigens hat, trotz der in unserem politischen System, kapitalgeprägten "Sozialromantik", die GDF mit Ihrem Abschluss auch für viele Nichtmitglieder einiges erreicht. Erstaunlicherweise gibt es auch in den oberen Gehaltsgruppen der "am meisten Begünstigten" viele Trittbrettfahrer. Deshalb nehme ich auch Euer Nicht-Mitgliedschafts-Gejammere nicht übel.
Da der vom AG eingegangene Kompromiss auch als "Ruhigstellung" bis zum Nov.2009 zu sehen ist, sollte ihr Euch auch unbedingt engagieren, denn was das nächste Mal auf dem Tableau ist, wird die Flugsicherungslandschaft in Europa heftig durcheinanderwirbeln.
Bis dann
helau

von helau - am 06.02.2007 11:28
Sorry,
ich meinte natürlich Nov 2008

von Helau - am 06.02.2007 11:38
Bevor ihr hier nach der totalen zivil-militärischen integration als allheilmittel schreit: bin Lotse bei Rhein, Central EBG, und wir haben beides. teilweise militärisch ausgelagert (dafür braucht man ein spezielles training) und eingelagert (das geht seltsamerweise auch ohne), je nachdem was die on und offroute trafficzahlen so sagen.

wenn ich als on-route lotse eh schon viel traffic hab, kann ein wenig offroute traffic das fass ganz schnell zum überlaufen bringen. Das geht Ratzfatz. Nicht so sehr auf Radaristenseite, aber umso mehr auf Co seite. Vor allem wenn die dann bei GBL VFR gehen wollen, und man noch ein estimate mit Langen machen muss etc pp. Bei Militärtraffic ist einfach zu wenig vorhersehbar.

Andererseits bin ich als onroutelotse *immer* froh, wenn offroute ausgelagert ist. Mir ist auch nicht bekannt, daß es da jemals größere probleme gegeben hätte was die koordination angeht. Auch wenn ich selbst auf off-route sitze, finde ich das weitaus entspannter als würd ich den traffic noch "neben" meinem onroute-traffic bearbeiten müssen.

Meine Meinung (zumindest bezogen auf Rhein Central): integrieren geht schon bis zu einem gewissen grad, aber ausgelagert wäre mir denoch am liebsten.

Übrigens bei uns im Wetsen (NTM-Sektor) ist off-route 24h offen, und die Lotsen sagen auch (soweit ich das mitbekomme), das geht nicht anders.

von Savard - am 06.02.2007 11:41
das prinzip des ein-und auslagerns ist ja auch das am besten zu praktizierende.bloss zwei units, die im selben luftraum arbeiten, teilweise staffelung auf blindem vertrauen, hoffnung und fantastischen absprachen aufbauen, ist nicht mehr lange arbeitbar....
ein-und auslagern je nach trafficlage ist mit sicherheit ein sehr gutes prinzip, möge dich der oberste herr der flugsicherung erhören:)

von phoenix - am 06.02.2007 11:53
Zitat
Savard
Übrigens bei uns im Wetsen (NTM-Sektor) ist off-route 24h offen, und die Lotsen sagen auch (soweit ich das mitbekomme), das geht nicht anders.


besonders an sonn- und feiertagen mit zwei mann besetzt, dafür null traffic!

von soso - am 06.02.2007 12:07
@soso

Es ist nicht entscheidend ob auf Off-Route traffic da ist, sondern es ist entscheidend, wenn denn tatsächlich mal Off-Route-traffic kommt, das dann dieser Traffic mit Personal gearbeitet werden kann!!!!!
Off-Route ist immer ad-hoc-Geschäft !! Da muß immer vorgehalten werden!!! mal ganz abgesehn davon, daß die Bundeswehr ja ganz schön viel für dieses Vorhalten, für diesen Service an die DFS bezahlt!!

pagodeiro65
der kein Off-router ist!!!

von pagodeiro65 - am 06.02.2007 12:16
ich rede nicht von lippe, sondern rhein

und wenn schon an sonn- und feiertagen zu 99,9 Prozent NULL oat kommt, könnte man die Position wenigstens nur mit einem statt zweien Lotsen besetzen.

übrigens bezahlt hier das militär nur pro flug und nicht pro ausgeliehenem Mann, dafür arbeiten die meisten Bundis auch den gat mit.

aber ich gönns den Kollegen und hoffe für sie, dass diese Position noch lange als Ausruhestelle offen bleibt (übrigens die Mehrheit dort besteht aus zivilen mit oat-zulassung)

von soso - am 06.02.2007 12:22
Die BW zahlt der DFS in der Tat Gebühren pro durchgeführtem Flug, das gilt jedoch nicht für Maastricht. Dort werden die von Eurocontrol in Rechnung gestellten Betriebskosten für die Nutzung der Räume und Technik auf Grund alter Verträge direkt aus dem Verteidigungshaushalt gezahlt, die entstehenden Personalkosten werden der DFS in tatsächlich entstandener Höhe erstattet. Insofern ist die Haltung RRs nachvollziehbar. Streikrecht besteht im Prinzip natürlich, ist de facto durch die Notdienstvereinbarung außer Kraft gesetzt. Jedoch hat jeder in Maastricht das Recht, seinen Arbeitsvertrag im Rahmen des Manteltarifvertrages zu kündigen. Arbeitslos wird niemand, am Tag nach Ende des Arbeitsverhältnisses ist der Betreffende wieder Angehöriger der BW.


von informierter uniformierter - am 06.02.2007 12:37
na ja... ob NTM-offroute Sonn und Feiertags besetzt sein muss, da kannman sicher drüber streiten. wollte halt nur darlegen, dass integration auf teufel kommraus alles andere als eine gute lösung wäre.

@phonix: "teilweise staffelung auf blindem vertrauen, hoffnung und fantastischen absprachen aufbauen, ist nicht mehr lange arbeitbar.... "

mmh... kenn ich ehrlich gesagt so nicht.

von Savard - am 06.02.2007 12:43
Zitat
informierter uniformierter
Jedoch hat jeder in Maastricht das Recht, seinen Arbeitsvertrag im Rahmen des Manteltarifvertrages zu kündigen. Arbeitslos wird niemand, am Tag nach Ende des Arbeitsverhältnisses ist der Betreffende wieder Angehöriger der BW.

Anders ausgedrückt, wenn es euch nicht passt, dann geht doch zurück zur truppe, doch darum geht es hier gar nicht. es geht um die bereitschaft, dinge zu verändern, besser zu machen und wie damit umgegangen wird. sollen wir , nur weil wir sehr gutes geld verdienen, ein leben lang die klappe halten??wir haben schliesslich auch viel getan, um diesen beruf ausüben zu können, nur kann man den leuten auch den spass am job nehmen....und der ist bei vielen schon lange nicht mehr da.....

von phoenix - am 06.02.2007 12:46
@savard...
ist aber so....leider..gerade innerhalb des hauses

von phoenix - am 06.02.2007 12:47
@phoenix: das ist natürlich schlecht... klappt bei uns wahrscheinlich deswegen besser, weil alle alles machen. ich weiss teilweise nichtmal wer bei uns soldat und wer zivilist ist...

von Savard - am 06.02.2007 13:14
Hallo phoenix !
Das habe ich nicht so ausdrücken wollen, da hast du mich missverstanden. Es muß ja nicht nur einer kündigen, ihr müsst euch nur einig sein.
So weit mir bekannt ist, verbringt jeder die Ausbildungszeit bei Lippe noch als Soldat, die Beurlaubung und der Arbeitsvertrag mit der DFS erfolgen doch erst nach Erwerb bestimmter Zulassungen und es dauert doch mindestens ein Jahr. Wenn ihr euch beurlauben lasst, obwohl ihr die Zustände kennt, seid ihr an diesen Zuständen nicht ganz unschuldig. Eure Führung kenne ich ganz gut, Veränderungen dürft ihr von denen nicht erwarten.

von informierter uniformierter - am 06.02.2007 13:23
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