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Tarif-Fragen aller Art

Startbeitrag von Tarif-Frager am 10.10.2007 15:59

Hi!
Bin grad dabei die ganzen Tarifverträge zu durchforsten. Sehe ich es richtig, dass es die frühere Teilung Grundgehalt+Operative Zulage= Gesamt-Brutto nicht mehr gibt? Wenn ich es recht verstehe ist jeder Mitarbeiter (laut EingruppierungsTV) einer NL in ein Band/Gruppe eingestuft und kriegt dementsprechend sein Grundgehalt, zu dem sich nur noch evtl. Nacht-, WE- oder Feiertagszuschläge addieren??

Wo finde ich Details über die betriebliche Altersversorge und über den Gruppentarifvertrag bei der Mannheimer??

Antworten:

Warst du längere Zeit im Urlaub? Du hast das schon richtig erfasst, mehrer Vergütungsbestandteile wurden zusammengefasst und in eine Tabelle gebracht. Schichtzulagen gehen nach wie vor extra.

Im Tarifvertrag über die Kranken- und Pflegeversicherung findest du Details zur Humbug-Mülleimer, und im Versorgungstarifvertrag steht alles über die Betriebsrente. Fraglich ist nur wie lange der VersTV noch gilt bevor er gekündigt und durch einen neuen (schlechteren) Vertrag ersetzt wird.

von Nordlicht - am 10.10.2007 17:14
Nee, leider war ich nicht länger im Urlaub... Vielleicht sollte ich erstmal länger in Urlaub gehen?
Wenn du Humbug-Mülleimer sagst, scheinst du von den gebotenen Leistungen nicht so begeistert zu sein?
Wie kommst Du darauf, dass der VersTV geändert wird? Wenn er tatsächlich geändert wird, gilt er dann für alle oder nur für die "Neueinsteiger"?
Ist momentan abzusehen mit welchem Alter zukünftige Mitarbeiter in die Übergangsversorgung gehen werden?

von Tarif-Frager - am 10.10.2007 17:20
Zitat
Tarif-Frager
Nee, leider war ich nicht länger im Urlaub... Vielleicht sollte ich erstmal länger in Urlaub gehen?
Wenn du Humbug-Mülleimer sagst, scheinst du von den gebotenen Leistungen nicht so begeistert zu sein?
Wie kommst Du darauf, dass der VersTV geändert wird? Wenn er tatsächlich geändert wird, gilt er dann für alle oder nur für die "Neueinsteiger"?
Ist momentan abzusehen mit welchem Alter zukünftige Mitarbeiter in die Übergangsversorgung gehen werden?




Viel interessanter ist in meinen Augen, mit welchem Alter du im Moment vom Vorruhestand in die Rente welchselst. Wenn mit 63, dann machst du ja gegenüber dem gesetzlichen Renteneintrittsalter gewaltig minus.
Kann sich zu dieser Problematik ein Tarifexperte mal äussern?

Vielen Dank im voraus.

Gruss

river

von river - am 10.10.2007 19:55
Die Urlaubsfrage habe ich gestellt, weil die Zusammenfassung mehrerer Vergütungsbestandteile zu den wesentlichen Forderungen der letzten Tarifverhandlungen gehörte, und in fast jeder Tarifinfo erläutert wurde.

Zu den Versicherungen: Ich habe bisher noch keine glanzvolle Versicherungsfassade gesehen, hinter der nicht tiefe dunkle Abgründe auf den Versicherten lauern. Sei es nun die Humbug-Mülleimer, die Knallbingia, die Arroganz, die HUK-Kobold, oder oder oder... Wie ich in einem anderen Topic kürzlich geschrieben habe, muss jeder nach seiner persönlichen Situation entscheiden. Am Besten schau' dir die Versicherungsbedingungen mehrerer Unternehmen an, und nimm' dir viel Zeit für das Kleingedruckte.

Der VersTV wurde bereits einmal gekündigt. Momentan hat er meines Wissens eine begrenzte Laufzeit (bis Ende 2008?), innerhalb derer ein Folgemodell für die Altersversorgung verhandelt werden soll. Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege, ich bin auch nicht immer ganz aktuell. Ob es eine Besitzstandswahrung geben wird liegt an den Verhandlungspartnern. Meine persönliche Einschätzung sieht so aus, dass ab einem bestimmten Geburtsjahrgang eine andere Regelung gelten wird, so nach dem Motto: Die Jungen haben noch Zeit vorzusorgen.

Das ÜV-Alter 55 ist gesetzlich festgelegt. Es gibt ein paar Ausnahmen, das sind ehemalige FBs, die erst mit über 40 Jahren zum Lotsen ausgebildet wurden. Die können die 15 Jahre logischerweise nicht vollmachen und müssen deshalb ein paar Monate dranhängen.

Die Frage nach dem Renteneintritt mit 63,65 oder 67 beschäftigt mich auch, aber bisher habe ich noch keine befriedigende Antwort erhalten.

von Nordlicht - am 10.10.2007 20:59
... nur dass der Gruppenversicherungsvertrag NICHT über die Hamburg-Mannheimer, sondern über die Mannheimer läuft! Das sind 2 verschiedene Versicherungen und ich kann über die Mannheimer nichts schlechtes berichten.


von ILB - am 11.10.2007 04:23
Guten Morgen erstmal.

Nordlicht hat das ganz richtig beantwortet.
Der Versorgungstarifvertrag gilt bis 31.12.2008. Bis dahin soll ein neuer Versorgungstarifvertrag abgeschlossen werden.
Sollte das, aus welchen Gründen auch immer, nicht geschehen, entfaltet er für VIELE Mitarbeiter Nachwirkung, d.h. er bleibt für diese Mitarbeiter so gültig, als wäre er ungekündigt.
Er gilt aber nicht mehr, für alle Mitarbeiter, die zwischen dem 1.1.2005 und dem 31.12.2008 mit der DFS einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Für nach dem 31.12.2008 Eintretende gilt er sowieso nicht mehr.

Der Knackpunkt (sagt der Norddeutsche da nicht auch Dollpunkt?) für Operative Mitarbeiter bei der ganzen Geschichte ist die Kombination mit der Übergangsversorgung.

Eigentlich erhält man die Betriebsrente ab dem 1. des Monats, der auf die Vollendung des 65. Lebensjahres folgt. Auf Deutsch, nach dem Geburtstag, an dem Du 65 wirst.
Geht man aber früher in Altersrente, erhält man einen Abschlag in Höhe von 0,5% für jeden Monat, den man früher in Rente geht. (Drollig, das klingt tatsächlich als ob man etwas bekommt. Kriegt man eigentlich auch, ist aber weniger.) Steht in den §§ 6 und 7 VersTV.
Jetzt kommt noch der ÜversTV ins Spiel.
Nach §7 erlischt der Anspruch auf Zahlung der Übergangsversorgung, ab dem Moment, ab dem man Altersrente BEANSPRUCHEN KANN.
Können kann man ab 63, halt mit Abschlägen bei der Altersrente. Ist Gesetz. Rente mit 67 hilft da auch nicht, solange der Gesetzgeber nicht die vorzeitige Inanspruchnahme abschafft.
Also bekommt man ab 63 keine Übergangsversorgung mehr ausgezahlt, sondern die Altersrente (gekürzt), sowie die Betriebsrente (auch gekürzt).
Klingt komisch, ist aber so.

Über Mannheimer kann ich nichts Schlechtes sagen. Ich bin bei ihr versichert und hatte noch nie Probleme.(Mit der Versicherung!)
Die Prämien habe ich allerdings nicht mehr verglichen, das müsstet ihr dann selbst machen.

Wer bis hierhin noch mitgelesen hat, dem wünsche ich einen schönen und Konfliktfreien Tag.

ciao, Volker

von volker m - am 11.10.2007 07:08
Zitat

Er gilt aber nicht mehr, für alle Mitarbeiter, die zwischen dem 1.1.2005 und dem 31.12.2008 mit der DFS einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben.

Zählt das eigentlich der "endgültige" Arbeitsvertrag nach Vollzulassung, oder Eintritt bei der DFS, also mit Ausbildung AK und OJT-Vertrag?

von Martti - am 12.10.2007 19:42
Hallo Volker (und alle anderen die Ahnung haben),

bisher habe ich mir ja keine Gedanken um die Übergangsversorgung bzw. Rente gemacht, aber die vorhergehenden Posts haben mich zum Nachdenken veranlaßt.

Hab ich das richtig verstanden???

Ich muß nach aktuellemTarifwerk und Recht zum frühestmöglichen Zeitpunkt von der Übergangsversorgung in die gesetzliche Rente wechseln. Also mit 62 Jahren und damit 60 Monate früher als mit 67 Jahren.

Dadurch "erhalte" ich einen Abschlag von der Altersrente von 30%. Die Altersrente beträgt nur 67% des letzten Nettolohnes von der Beitragsbemessungsgrenze (5250¤ - West) aus betrachtet. Wir liegen zwar in der aktiven Zeit über der Beitragsbemessungsgrenze, aber es werden ja nur die Beiträge bis zu dieser abgeführt. Und wie sieht das in der Übergangsversorgung aus? Wird da die Beitragsbemessungsgrenze überhaupt noch erreicht?

Geht man von diesen 5250¤ aus, abzüglich 20% Sozialabgaben, abzüglich ca. 18% Steuern (Steuerklasse 3) hat man einen fiktiven Nettolohn von 3255¤. Das jetzige Rentenniveau beträgt 67% vom letzten Nettolohn vor Renteneintritt, wäre also bei ca. 2180¤.

Da ich aber früher in Rente gehen muß, werden 30% Abschlag fällig, also bleiben 1526¤.

Ich hoffe ich habe da irgendwas grundlegend falsch verstanden. Kann mich mal irgendwer aufklären? Eventuell sogar ein Rentner?


Oder ist es gar so, daß als letzter Nettolohn dasjenige Einkommen gerechnet wird, daß Rentenversicherungspflichtig war? Das müßte dann ja das letzte Einkommen vor der Übergangsversorgung (also mit 55) gewesen sein, denn diese ist ja nicht Sozialversicherungspflichtig ???

von Hopplahopp - am 13.10.2007 11:35
@Hopplahopp: Du hast da wirklich etwas falsch verstanden. Die gesetzliche Rente beträgt keinen festen Wert von 67% des letzten Nettoeinkommens, sondern Du sammelst im Laufe Deiner Berufsjahre durch Einzahlungen sogenannte "Entgeltpunkte". Diese werden später in eine Rentenzahlung umgerechnet. Wäre ja auch ungerecht, wenn jemand lange wenig verdient und dann kurz vor der Rente viel (dann würde er eine hohe Rente bekommen), oder andersrum. Diese Gerechtigkeit wird durch das Entgeltpunktemodell sichergestellt.

Eine Prognose über die Höhe der gesetzlichen Rente bekommst Du inzwischen alle 2 Jahre unaufgefordert von der "Deutsche Rentenversicherung Bund", früher BfA, zugeschickt. Bei Interesse kannst Du sie aber über die Homepage auch anfordern. Da wird alles auch nochmal genauer erklärt.

von Anton - am 14.10.2007 13:26
Moment mal -- ?
Jetzt habt Ihr mich aber verunsichert ! Was bekomme ich denn nun ab dem 63 . ?
Keine Ü-Versorgung und nur die gekürtzte BfA- Rente , wobei ich dann noch zwei Jahre auf die Betriebsrente warten muss ? (heißt: Frau arbeiten schicken oder betteln gehen) Oder habe ich da was falsch verstanden ?
Gibt's überhaupt noch eine Betriebsrente (für die "Alten"), wenn der VersTv gekündigt wird - ich meine, wir wissen ja alle, daß das Personal der Firma zu teuer ist und abgeschafft werden müsste.

von rentner - am 14.10.2007 15:45
Danke Anton, für den Hinweis.

Hab mal gleich nachgeschlagen und nach meiner letzten Renteninfo würde ich bei gleichbleibenden Beiträgen (was aber nicht sein wird, da wir ja nur bis 55 zahlen) ab 67 Jahren eine Altersrente von 2200¤ erhalten.

Da ich aber 60 Monate früher in Rente muß, bedeutet dies dann eine Altersrente von 1540¤. Insofern war ich mit meinem anderen Rechenansatz ja gar nicht sooo falsch.

Da wir aber nur bis 55 in die Rente einzahlen wird es wohl noch weniger.

Das sind ehrlich gesagt schlechte Aussichten. Ehrlich gesagt denke ich mittlerweile, es wäre besser gewesen wie wären Beamte geblieben. Da gibts zwar in den paar Jahren Erwerbsleben weniger als heute, aber die Pension wär ja fast doppelt so hoch (und wird meist wesentlich länger gezahlt).

Das bedeutet ja eigentlich, daß man ab 55 noch einen ziemlich großen Batzen zurücklegen und vor allem definitiv weiter arbeiten muß, damit der Lebensstandard erhalten bleibt...meine Kinder sind dann nämlich noch nicht aus dem Haus...

von Hopplahopp - am 14.10.2007 17:30
Hallo Hopplahopp,

ja, im Ergebnis lagst Du mit Deinen Beträgen dann ja erstaunlich gut, wenn auch die Berechnung eben nicht pauschal 67% ist, sondern sich aus dem konkreten Erwerbslebenslauf ergibt.

Die 12 Beitragsjahre, die in der Zeit von 55-67 Jahren fehlen werden, ergeben sicherlich einen schmerzlichen Betrag, der davon nochmals abgeht.

Daher sollte man dringend zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat vorsorgen. Riesterrente, private Rentenversicherung, Fondssparpläne und was es da so alles gibt. Lieber mal auf einen Urlaub verzichten oder ein kleineres Auto kaufen und dafür entsprechend was zur Seite legen.

Außerdem darfst Du natürlich nicht vergessen, dass bei uns zusätzlich zur gesetzlichen Rente noch eine fürstliche Betriebsrente kommt, für die man nach bisherigem Tarifvertrag nichts zahlen musste! Über deren Höhe hat die Firma ja kürzlich informiert (falls nicht, schau mal in Dein Postfach ;-)).


von Anton - am 14.10.2007 18:52
Guten Morgen,

ihr merkt, das ist ein schwieriges Thema, vor allem für (darf ich mich da eigentlich noch dazu zählen?) uns Junge, die noch ein Stück weit von der Übergangsversorgung entfernt sind.

Um Dir die Angst zu nehmen, du musst mit 63 Jahren nicht unter irgendwelche Elb- oder Isarbrücken ziehen.
Du erhältst deine Altersrente (mit Abschlag) und du erhältst deine Betriebsrente, ebenfalls mit Abschlag von der max. möglichen Summe. Dieser Abschlag ist aber seit der Einführung der Möglichkeit des früheren Rentenbeginns vor was-weiß-ich-wievielen-Jahren, der Normalfall geworden.

Zu dem Thema: Einzahlungen in die Rentenversicherung während der Übergangsversorgung könnte man fast schon Bücher schreiben.

Es gibt mittlerweile eine Solidargemeinschaft der Übergangsversorgten, SdÜ.
Die könnte am Besten Auskunft geben, auch über die Gerichtsverfahren die gegen oder mit der DFS über diese Thematik geführt wurden.
Momentan werden meines Wissens auch während der Ü-versorgung Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt, obwohl die Rentenversicherungspflicht nicht mehr gegeben oder zumindest strittig ist.
Daher sammelt man auch in diesem Zeitraum Punkte für die Rente.
Für den Einzelnen wäre es womöglich aber lukrativer, würde diese Einzahlung in einer privaten Versicherung angelegt.


Comprende?

ciao Volker

von volker m - am 15.10.2007 06:08
Hallo Martti,

ich mache mich noch mal schlau. Ich habe zwar eine Meinung dazu, die muss aber nicht immer richtig oder durchsetzbar sein.

ciao Volker

von volker m - am 15.10.2007 06:11
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