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Informationen zum Thema:
Forum:
Lern- und Leistungsprobleme bei Kindern und Jugend
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Simone Wejda, Nicole

Eingliederungshilfe bei LRS

Startbeitrag von Nicole am 19.10.2002 17:39

Hallo ,
ich möchte gerne wissen ,ob diese Aussage richtig ist :
Wenn bei einem Kind eine Legasthenie festgestellt
wird,kann man einen Antrag auf Eingliederungshilfe § 35a SGB VIII stellen.
Bei Kindern die einen IQ unter dem Durchschnitt haben , würden es nicht bezahlt werden !
Ist die Eingliederungshilfe IQ abhängig ?
Stimmt diese Aussage?
Es wäre nett ,wenn mir jemand antworten würde.
Viele Grüße Nicole.

Antworten:

Liebe Nicole!

Textauszug aus "Legasthenie-Ratgeber" des Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Bayern e. V. unter www.legasthenie-bayern.de

Im folgenden werden die gesetzlichen Grundlagen zur Finanzierung einer außerschulischen Hilfe beschrieben:

Fehlen entsprechende Fördermaßnahmen in den Schulen oder sind diese unzureichend, werden eventuell auch außerschulische Hilfen notwendig. Unter bestimmten Umständen können die Kosten einer außerschulischen Hilfe im Rahmen der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (Sozialgesetzbuch IX) nach §2 SGBIX übernommen werden.

„Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn
1. ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und
2. daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.“

Dies bedeutet unter anderem Auffälligkeiten wie Schulangst, Versagensängste, negatives Selbstwertgefühl, totale Lernverweigerung, nicht medizinisch erklärbare Kopfschmerzen / Bauchschmerzen, Erbrechen, Bettnässen, Schlaflosigkeit Aber auch Probleme beim Umgang mit Klassenkameraden, der Familie, Aggressionen oder der Rückzug aus sozialen Kontakten zählen beispielsweise dazu.

In keinem Falle bedeutet die reine Legasthenie zugleich eine seelische Störung oder Behinderung. Erst wenn sich zu einer Legasthenie begleitende Störungen wie die zum Beispiel oben erwähnten zeigen und diese auch voraussichtlich über eine längeren Zeitraum bestehen werden, ergibt sich die Möglichkeit eine außerschulische Therapie beim zuständigen Jugendamt zu beantragen.

Einen Antrag zur Eingliederungshilfe muss stets schriftlich erfolgen und sollte folgende Schreiben beinhalten: .........

ALSO: Weder Legasthenie oder ein niedriger IQ-Wert sind Tatbestand der Eingliederungshilfe und daher unabhängig in der Betrachtung. Individuelle Beratung und Unterstützung bei Beantragungen von Eingliederungshilfe werden Mitgliedern des Bundesverbandes Legasthenie (unter www.legasthenie.net) kostenlos gewährleistet.

Mit den besten Grüßen
Simone Wejda
Bundesbeauftragte für Dyskalkulie im Bundesverband Legasthenie e. V.
2. Vorsitzende des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie Bayern e. V.

von Simone Wejda - am 19.10.2002 20:08
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