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Informationen zum Thema:
Forum:
Lern- und Leistungsprobleme bei Kindern und Jugend
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
Beteiligte Autoren:
Anne, kunterbunt, kerstinkrieg pocking, Uta Reimann-Höhn

visuelle Wahrnehmungsstörungen Blick-Labor

Startbeitrag von kunterbunt am 15.06.2003 11:44

Hallo,
mein Sohn ist fast 8 Jahre alt. Er hat Probleme mit der Grob- und Feinmotorik.
Er bekam daraufhin Ergo. verschrieben. Seit 1992 bekommt er keine Ergo mehr,
der Kinderpsychologe ist der Meinung er benötigt keine Therapien mehr.
Mein Sohn kam letztes Jahr in die Schule und hat von Anfang an Probleme
mit der Konzentration, mit Arbeiten die von der Tafel abzuschreiben sind,
mit Hausaufgaben (keine Lust, Bauchschmerzen, Schule ist sch...)
Also bin ich Anfang des Jahres wieder zum Kinderpsychologen. Mein Sohn wurde
erneut getestet. Es wurden der Frostig, Hawik Test gemacht. Dort kam heraus, dass er massive Probleme mit der visuellen Wahrnehmung hat. Legasthenie kann ausgeschlossen werden. Der Augenarzt kann nichtsfeststellen, eine leichte Übersichtigkeit, die er aber nicht korregieren möchte. Der Psychologe empfahl mit nun das Blick-Labor. Wer hat Erfahrung mit visuellen Wahrnehmungsstörungen und dem Blick-Labor. Was oder wer kann helfen?

Viele Güße
Renate

Antworten:

Das Freiburger Blicklabor hat bestimmte Geräte entwickelt, mit denen bestimmte Fehlsichtigkeiten korrigiert werden können. Diese Geräte müssen nicht gekauft werden, sonder können ausgeliehen werden. Das reduziert die Kosten. Es gibt auch das Blickmobil, ein fahrbares Blicklabor, das verschiedene Praxen in Deutschland anfährt. Wenn Sie die Homepage besuchen, sind dort alle Kooperationspartner aufgeführt. [www.brain.uni-freiburg.de]
Sicher hilft die Methode nicht allen Kindern, aber einen Versuch ist es wert.
Viel Erfolg,
Uta Reimann-Höhn

von Uta Reimann-Höhn - am 17.06.2003 13:36
unser Sohn wurde im Januar 2002 untersucht (BlickMobil) . Die Untersuchung fand in einer Psychologischen Praxis in der Nähe unseres Wohnortes statt die dem Blicklabor ihre Räume zur Verfügung stellt. Die Kosten hierfür beliefen sich auf EUR 175,34. Wir haben dann das Gerät "Fix-Train" bestellt zum Preis von EUR 169,-- . Es ist wie ein Game-Boy zu handhaben.
Da wir keinen Fortschritt sahen wurde Felix dann aber noch zusätzlich in einer Sehschule untersucht. Es stellte sich heraus, daß er dringend eine Brille brauchte.
Die Kosten für die Untersuchung und das Übungsgerät wurden nicht übernommen von unserer Krankenkasse mit der Begründung "Die Behandlung im Blicklabor ist keine Heilbehandlung im Sinne der Versicherungsbedingungen."
Die Auswertung des Blicklabors sah dann - erwartungsgemäß - noch eine weitere Behandlung vor mit Fix-Train, die nochmals erhebliche Kosten verursacht hätte .
Mit der Brille sind alle Probleme beseitigt.

von Anne - am 19.06.2003 13:29
Hallo Anne,
was hat man in der Sehschule bei Deinem Kind festgestellt?. Ben hat Probleme mit der Formengrundwahrnehmung (ineinerander verschlungene Drachen z.B.)
Er kann nicht oder nur schlecht von der Tafel ablesen. Der Augenarzt konnte nichts feststellen.
Auch ich habe mich mit der Krankenkasse in Verbindung gesetzt und die Mitteilung bekommen, dass diese Kosten nicht übernommen werden.
In der psychologischen Praxis in der ich mich gemeldet habe (Termin für Blick-Mobil) war man der Meinung man müßte ihn nochmals testen. Leider hat man mir vorher nicht die Kosten in Höhe von 265 € vorher mitgeteilt. Ich war in der Annahme, diese Kosten würden von der Krankenkasse übernommen werden.
Nun steht der Test des Blick Mobils am 30.06 nochmal an.
Wer hat denn auch Erfahrungen mit dem Blick-Mobil. Im Moment bin ich ziemlich verunsichert. Erst dieses Gefühl, hier kann man dir helfen. Leider mischt sich jetzt auch das Gefühl ein hier geht es um ein Geschäft ..........????

Viele Grüße

Renate

von kunterbunt - am 19.06.2003 18:03
Hallo Kunterbunt,

auch wir waren der Meinung uns wird geholfen. Man wollte uns dann auch noch ein Gerät zu Hörübungen aufs Auge drücken, was wir aber abgelehnt haben. Unser Sohn ist allerdings Legastheniker und nachdem wir dann alles durchprobiert haben ist er seit einem Jahr in einer Spezialschule mit angeschlossenem Legastheniezentrum. Dort habe ich dann auch nachgefragt, ob es sinnvoll wäre mit diesen Geräten die uns durch das "Blick-Mobil" vermietet werden sollten weitere Übungen zu machen. Man sagte uns klipp und klar, daß wir uns das Geld sparen könnten.
Was im einzelnen in der Sehschule veranstaltet wurde, weiß ich nicht so ganz genau, weil ich nicht immer dabei war. Unser hier am Ort niedergelassene Augenarzt bietet für Kinder jeden Monat einen Tag an, wo speziell geschultes Personal in die Praxis kommt und diese Augenprüfungen vornimmt. Der Augenarzt selbst macht diese Untersuchung nicht. Vielleicht solltest Du Dich mal über das Internet schlau machen, wo an Eurem Wohnort eine Augenarztpraxis Sehschule anbietet oder evtl. eine Augenklinik.

von Anne - am 20.06.2003 11:28
Schönen Gruß aus Niederbayern,
ich bin seit ca. 7 Jahren psychologische Legasthenietherapeutin und habe dieses Blicklabor noch nie empfohlen.
W. v. Suchodoletz, Prof. an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU-München und hervorragender Legasthenieexperte, schreibt in seinem kürzlich herausgegebenen Buch: "Gegen einen kausalen Zusammenhang zwischen Lese-Rechtschreib-Störung und Defiziten in der Blicksteuerung sprechen eine ganze Reihe von Befunden. ...... Bislang fehlt ... ein Nachweis, dass Kinder durch ein Blicktraining vom Leseunterricht stärker profitieren als untrainierte. Bisherige Ergebnisse sprechen eher dagegen.... Da es bislang dafür (für den Nutzen, K.K.)
keine ausreichenden Hinweise gibt, halten amerikanische Fachgesellschaften (American Academy of Pediatrics, American Acadamy of Ophthalmology .....) ein Training visueller Strategien zur Behandlung von Kindern mit Lernstörungen nicht für angebracht.
Auch Prof. Wimmer, wieder hervorragender Legasthenieexperte, Uni Salzburg hat sich in einem Vortrag (2000, Uni Salzburg), nicht positiv über dieses Blicksteuerungsprogramm geäußert. Er verwies dabei auf eine Untersuchung von Zoccolotti (weiß nicht, ob der Name richtig geschrieben ist, und mag die Unterlagen jetzt nicht heraussuchen), der soweit ich das richtig erinnere, eigentlich die Richtigkeit dieses Ansatzes beweisen wollte, und in der Untersuchung aber herausgefunden hat, daß sich die Blicksprünge der legasthenen Kinder und der nicht-legasthenen Kindern, bei visuellen Aufgaben, die keine Leseaufgaben waren gar nicht unterschieden. Nur bei den Leseaufgaben waren Unterschiede festzustellen. Legastheniker springen dann mit den Augen in den Wörtern öfter herum, aber dies geschähe dann, logischerweise, wegen der Legasthenie und nicht wegen mangelnder Blicksteuerungsfähigkeit.
mit freundlichen Grüßen
Kerstin Krieg

von kerstinkrieg pocking - am 28.06.2003 16:56
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