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Reichweite von DAB

Startbeitrag von 102.1 am 08.02.2004 09:07

Wie ist eigentlich allgemein die Reichweite von DAB?

Die Sender sind ja "relativ" Leistungsschwach, etwa mit 1 KW und weniger. Kann man damit ueberhaupt eine grosse Reichweite erziehlen?

Ist beispielsweise in Stuttgart der Empfang von Radio Regenbogen ueber DAB noch moeglich?

Antworten:

Hallo,

1 kW deckt natürlich was die Reichweite angeht kleinere Gebiete ab als leistungsstärkere UKW Frequenzen. Allerdings durch den geringeren Feldstärkebedarf kann man mit DAB länger störungsfrei ein Ensemble empfangen. Meine Beobachtung sagt, dass 1 kW DAB ungefähr 10 kW UKW im Band III und ungefähr 5 kW im L-Band entspricht. Kommt man allerdings an den kritischen Punkt (z.B. abgeschatteter Berg ausserhalb des Sendegebietes) ist halt sehr schnell Sendepause.

Ensembles mit guten Senderstandorten kommen teilweise schon fast an die leistungsfähigeren UKW Frequenzen ran, so reicht z.B. das bayerische Ensemble (vermutlich v.a. durch den Sender Grünten) auf die schwäbische Alb bis ungefähr Münsingen. Das entspricht ungefähr der UKW Reichweite. Danach ist UKW auch sehr oft gestört oder weg und taucht nur noch an Südhängen oder besser exponierten Lagen auf bzw. wird von anderen Frequenzen geschluckt.

Was den Empfang weiterer Ensembles angeht könnten in Stuttgart je nach Standort 2-3 Ensembles machbar sein:

- 12B: SWR1,2,3, Dasding, Cont.ra, Antenne1, Big fm
--> überall
- LB Stgt: 107.7, Energy, SWR4, DLF, DLR
--> Stgt, LB, Teile von Kreis ES, BB
- LA PF/KA: Energy, L-Fun, Regenbogen, DLF, DLR
--> in exponierten Lagen, z.B. Holzgerlingen, Möhringen, Filder
teilweise Empfang möglich, bei freier Sicht etc., wenn nicht zu sehr verbaut

Generell sind die L-Band Ensembles kritischer. Bei freier Sicht gehen sie teils erstaunlich weit, aber beim kleinsten Hindernis können sie auch schnell wieder weg sein, v.a. durch die hohen Frequenzen.

Ich hoffe es tut sich generell noch was nach der nächsten internationalen Wellenkonferenz (oder so ähnlich), es soll ja im Gespräch sein mal mit höheren Strahlungsleistung senden zu dürfen.



von RainerZ - am 08.02.2004 10:08
tja vorweg:
Radio Regenbogen (sendend in den L-Bändern, Mannheim, Karlsruhe/Baden-Baden, Freiburg) kannst du in Stuttgart vergessen (zumindest was mobilen Empfang angeht, was DXen angeht, sieht die Lage anders aus...).
Während auf UKW vielleicht noch ein gestörter (verrauschter) Empfang möglich ist, ist bei DAB schnell Ende. Entweder es kommt Audio oder es kommt keines. Es gibt zwar eine kleine Pufferzone, wo es anfängt zu Blubbern, aber die ist erfahrungsgemäß sehr klein und hängt auch vom Übertragungsmode ab. Während z.B. die beiden D-Radios schon nicht mehr oder sehr zerhackt ankommen, läuft Radio Regenbogen noch einigermaßen störungsfrei mit nur wenigen aber dafür deutlich vernehmbaren Blubbern (im gleichen Ensemble). Das hängt vom Fehlerschutz des Programms ab.

Ich habe Glück und wohne im Rheingraben, dort ist es mir möglich LA Karlsruhe, LG Baden-Baden (selbe Belegung wie Karlsruhe), LB Ludwigsburg und LI Mannheim störungsfrei zu empfangen. Hinzu kommen die beiden VHF-Blöcke aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg (in und um Mannheim soll auch DAB Bayern sowie Hessen klappen). Ich setze auch jeweils nur einfache Dipole ein (sprich einen L-Band und einen VHF-Dipol). Bewege ich jedoch meine Antennen schon minimal bricht der Empfang meist sehr stark ein. Der Empfang in topografisch ungünstigeren Gebieten (wie Stuttgart) sieht da natürlich noch ganz anders aus. Da es nur eine sehr "dünne" Bedeckung gibt -bedingt durch die geringe Sendeleistung gekoppelt mit der starken Richtsstrahlung-, kann schon jede kleinere Brücke insbesondere den L-Band-Empfang empfindlich stören. Ich kann z.B. DAB Mannheim (L-Band) auf der B36 noch recht gut in Graben-Neudorf außerhalb des Versorgungsgebietes empfang, weiter südlich mit etwas Glück auch noch, aber hier stört dann schon jeder noch so kleine Baum. "Nördlich" von Brücken gibt es dann Reflektionen, die einen kurzen störungsfreien Empfang erlauben, der dann aber sofort wieder einbricht und erst wieder an der nächsten Brücke auftaucht etc. (ich will das jetzt nicht noch weiter ins Detail ausführen :)).

FAZIT: Die DAB-Bedeckungen sind sehr stark auf das Versorgungsgebiet begrenzt (bis auf wenige Ausnahmen). Randsender strahlen in das Versorgungsgebiet nicht aus ihnen heraus. Einen großen Overspill -wie bei UKW- gibt es bei DAB derzeit nicht. Ich erhoffe mir deshalb etwas von den Bemühungen der DRS, die die Leistungen im Band III (jedoch nicht im L-Band) deutlich erhöhen wollen.



von Rosti 2.0 - am 08.02.2004 12:44
wenn ich hier rum fahre in Stuttgart oder Esslingen gibt es einzelne Stellen wie z.B. wenn man von Böblingen kommt und auf die Raststätte "Sindelfinger Wald" zufährt da bekommt man das DAB Ens Mannheim.
Das geht, aber ca. 2 Km dann ist schluss.

So siehts hier auch mit KA aus.
Einzelne Plätze gehen.

Das Ens Stgt. ist schon in Esslingen nur noch mit Störungen zu empfangen.

von Chris4981 - am 08.02.2004 13:43
Interessantes Thema ! Vielen Dank !

Wie schauts denn z.B. mit dem SWR noch in Düsseldorf aus ? Auf UKW sind hier die SWR-Programme auch mobil problemlos zu empfangen. Wie sieht's mit DAB aus ? Ist noch mobiler empfang möglich oder geht das - wenn überhaupt - nur auf exponierten Stellen ?

Eine andere Frage ist der stationäre Empfang. Ist es möglich den SWR in Düsseldorf mit einer VHF-Richtantenne noch zu empfangen ?

Ich finde diese Fragen bei der Anschaffung eines DAB-Gerätes sehr wichtig, da ich mit DAB keinesfalls ein geringeres Programmangebot haben möchte als über UKW !

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen ! :)

von Du magst mich nicht - am 08.02.2004 14:11
der SWR blubbert im Autoradio schon in der Bonner Innenstadt, nördlich davon ist schluß, wirst du also in Düsseldorf nicht viel von hören.

Andersrum ist der WDR schon 500 Meter hinter dem Kreuz Meckenheim auf der A61 weg.

von dionysius2003 - am 08.02.2004 16:39
Und da wundern sie sich das keiner DAB haben will wenn ich mit nem billigen UKW-Radio erstens besseren Klang (ohne MPEG-Artefakte) und zweitens MEHR Programme empfangen kann...

von Du magst mich nicht - am 08.02.2004 20:07
Nein, der SWR ist hier in der Nähe von Düsseldorf auch mit bestem Antennen-Equipment nicht zu empfangen...

Der Grund für die Misere dürfte mit auch daran liegen, dass es in Deutschland so viele ÖR-Wellen gibt... die Briten zum Beispiel fahren 7 gute nationale Wellen über DAB - keinen WDR, keinen SWR, keinen BR, keinen NDR - "nur" die BBC... und die schafft auf diesen 7 Wellen (+ etliche private !!!) "echte Abwechslung"

In Deutschland erwarten wir quantitativ einfach mehr aus dem Band... wer nicht auf SWR 1 oder SWR 3 abfährt - bei wem es nicht 100'5 sein soll oder SKYRADIO - oder wer nicht gern den HR hören möchte - für DEN ist DAB interessant... dann gibt's eben in D einfach "nur" 5 oder 6 Sender... aber ein System wie England ?? Nein... so etwas wird es in Deutschland nicht geben. Leider.



von hybrid - am 08.02.2004 20:35
Gestörter DAB-Empfang des Rheinland-Pfalz-Paketes in Bonn, das war eigentlich schon vorauszusehen.

Andererseits werden sogar rheinland-pfälzische Programme im Godesberger Tunnel per UKW ausgestrahlt. Selbst BIG FM oder RPR sind dort vetreten.

von WellenJäger - am 09.02.2004 11:02
@WellenJäger

Bist du dir mit big FM ganz sicher?? Im rheinland-pfälzischen Ensemble wurde der Kanal von RPR Zwei mit dem Programmwechsel zu big FM im August 2003 aus Kostengründen abgeschaltet. Eine Wiederaufschaltung ist nicht geplant, wie man mir damals auf Anfrage mitteilte. Insofern kann ich mir kaum vorstellen, dass der Sender im Godesberger Tunnel noch via DAB ausgestrahlt wird.


Ergänzung zu diesem Posting:
Du hattest ja geschrieben, dass bigFM im Godesberger Tunnel auf UKW ausgestrahlt wird, nicht DAB! Da hab ich vorhin einfach drüber weggelesen, da der Thread ja das Thema DAB behandelt. Nix für ungut und ein großes SORRY!

Gruß,
MainMan

von MainMan - am 09.02.2004 11:19

Re: Reichweite von DAB NRW/SWR

Hallo zusammen,

also SWR kann man wirklich störungsfrei ´fast nur noch in Bonn empfangen, danach ist Schluß. In Düsseldorf geht es gar nicht mehr.
Liegt aber auch daran, daß aus Belgien auf der selben Frequenz (12A) gesendet wird und wenn was durchkommen würde an höheren Stellen, dann macht Belgien es eh platt, da 2 Ensemble auf der gleichen Frequenz sich nur stören.

Zum Thema Empfang des NRW Ensembles muss ich etwas wiedersprechen. Auf der A61 geht es sehr wohl weiter nach Süden. Wenn man etwas blubbern in Kauf nimmt, dann geht NRW bis hinter Koblenz-Waldesch auf der A61 südlich. von Koblenz. Und auch auf der A48/1 habe ich es vor Trier noch hören können.

Gruss Thomas

von Tom271166 - am 09.02.2004 12:36
BIG FM wird im Godesberger Tunnel auf 104.90 MHz gesendet. SWR1 ist dagegen nicht (mehr) drin.

Ob das rheinland-pfälzische DAB-Paket auch im Tunnel übertragen wird, weiß ich nicht.

von WellenJäger - am 09.02.2004 12:39
Dann ist auch damit zu rechnen, dass, ausser im Bodenseeraum, künftig weder schweizer noch österreichische radios in Oberschwaben zu hören sein werden.

Und wahrscheinlich auch kein SWR vom Grünten mehr im bayerischen Schwabenländle.

Ich denke, dann wirds Zeit, das Autoradio abzuschaffen

:-(



von FrankenWalder - am 09.02.2004 14:58
Hallo,

@Wellenjäger,

weder DAB aus RP noch NRW sind im Godesberger Tunnel drin.

Gruss Thomas

von Tom271166 - am 09.02.2004 15:26
Nein. So weit sind wir noch nicht ! Die Parole kann eigentlich nur lauten: Kauft keine DAB-Empfänger !!!

Jedes verkauftes Gerät ist natürlich Wasser auf den Mühlen derjenigen, die DAB - so schlecht wie es derzeit ist - um jeden Preis pushen wollen ! DAB ist die verplante Spielwiese einiger Politiker die offensichtlich nicht wissen was sie den Leuten da Verordnen wollen. Der vielbeschworene ach so gute digitale DAB-Klang kann auch ungeübten Ohren die MPEG-Artefakte nicht verbergen, da erstens das vollkommen veraltete MP2 verwendet wird und zweitens die Datenraten niedrig sind.

Zum Vergleich:

128k MP2 entspricht 96k MP3 !!!
160k MP2 entspricht 128k MP3
192k MP2 entspricht 160k MP3

Unterm Strich ist der Klang prinzipiell sogar schlechter als bei UKW, setzt man einen guten UKW-Empfang voraus...

Soll das unsere mediale Zukunft sein ?

Es fehlt den Leuten definitiv an Anreiz ein DAB-Autoradio zu kaufen. Die meisten Programme sind bereits auf UKW empfangbar. Es gibt nur wenige Stationen die man exklusiv über DAB empfangen kann und ob das Angebot (hier: WDR 2 Klassik) die breite Masse anspricht wage ich mal zu bezweifeln.

Stichwort England:
In England floriert DAB ! Ganz einfach, weil die Anreize da sind DAB zu hören ! Da gibt es eine große Auswahl an Programmen die sich sogar voneinander unterscheiden und nicht so stupide an fest eingefahrenen Formaten festhalten wie 90% aller Hitdudler hierzulande !

Das Radio in DE ist zum Nebenbeimedium verkommen. Kaum einer hört noch richtig zu und noch weniger sind Willens sich für viel Geld den gleichen Schrott wie auf UKW zu geben.

Wir sind doch im Grunde alle am Medium Radio interessiert, aber wenn es um die Programme geht merkt man - nicht nur in diesem Forum - sehr deutlich wie sehr die Hörer das was ihnen da geboten wird auf die Barrikaden treibt ! (Siehe: www.rotationsverbot.de)

Das Radio steckt also in der Sackgasse, eingepfercht von festgefahrenen, immer den gleichen ausgelutschten Formaten die von auswechselbaren Sprechern (die Personalities wurden ja mittlerweile alle abgesägt) präsentiert werden.

Mehr Mut zum eigenen Programm und Innovation würde diesem Medium wieder seine Existenzberechtigung zurückgeben. Die Abschaltung von UKW würde das Programmangebot wie wir es heute kennen aber noch weiter bescheiden. Bliebe also nur eine Erhöhung der Sendeleistung der DAB-Sender um zumindest gewohnte Programme weiterhin hörbar zu machen. Alles andere wäre definitv ein Rückschritt !

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit !

von Du magst mich nicht - am 09.02.2004 15:31
Tja, da bleibt wohl nur noch abwarten und hoffen, dass bei der nächsten DAB Konferenz echt neben weiteren Kanälen dann auch Strahlungsleistungen von > 1 kW freigegeben werden.

Ich denke, dass mit 5 - 10 kW ein ungefähr gleiches Bild bezgl. Overspill entstehen könnte wie bei UKW.



von RainerZ - am 09.02.2004 15:33
@Braindead
"Es fehlt den Leuten definitiv an Anreiz ein DAB-Autoradio zu kaufen.“

Stimmt. Ist einer der Fehler den die DAB-Verantwortlichen machen, eine Technologie faktisch nur über Autoradio einführen zu wollen, denn das geht am Bedürfnis des Radiohörens völlig vorbei (im Büro, im Bad oder in der Küche -wo oft das Radio steht- ist kein Autoradio da)... Radio ist Radio und einen Unterschied zwischen Küche und Auto ist dem Nutzer, der z.B. nur im Ortsverkehr rumkurft, nicht vermittelbar, auf UKW gibt es auch keinen Unterschied.

"Kaum einer hört noch richtig zu und noch weniger sind Willens sich für viel Geld den gleichen Schrott wie auf UKW zu geben.“

Wenn es den UKW-Schrott, also das Abbild des UKW-Bandes, zumindest der heimischen Ortssender (z.B. hier alle Lokalen) auf DAB nicht gibt, gibt es erst recht keinen Anreiz für DAB, immerhin hören 95 % diese Programme (wobei 5 % insgesamt für Rockantenne, Gong mobil, RTL, Digital Classic, Deluxe, Nova, Jazzradio, Fantasy 93,4 nur auf DAB/Kabel etwas zu viel sein können).

OT "die Personalities wurden ja mittlerweile alle abgesägt“
Hier nicht, hör dir nur mal die gängigen MoShows in München an, da wird nach wie vor -teils verstärkt- Personality gefahren z.B. extrem beim „neuen Charivari 95,5“ (on- und vor allem off Air, in jeder U-Bahn, Zeitung etc. ist „Daniel & Co. - die lustigste Morgenshow Münchens“ zu sehen, könnte bei der FA vielleicht einen Sprung auf den ewigen Platz hinter Gong 96,3 bewirken, Energy kränkelt am Morgen ja bekanntlich vor sich hin und 2DAY kriegt da traditionell gar nix auf die Reihe).

von Schwabinger - am 09.02.2004 18:50
Zur eigentlichen Frage:

die Reichweite von 1kW DAB ist verblüffend hoch. Die Tatsache, dass der Empfang oft sehr nahe an den Landesgrenzen abbricht, haben wir teils heftigen Einzügen zu verdanken, die so gewollt sind.
Sprich, nicht die Technik DAB ist daran schuld, sondern der medienpolitische Wille der Verantwortlichen.
Würde man mit solchen Einzügen auch im UKW Bereich arbeiten, wäre auch in Düsseldorf kein SWR -UKW Empfang mehr möglich.

es gibt nämlich auch Gegenbeispiele. Der Ochsenkopf zum Beispiel sendet mit 1kW DAB ohne Einzüge - man kann das Bayern Ensemble wenn man die A9 Richtung Berlin fährt bis zum Hermsdorfer Kreuz einwandfrei hören - im Vergleich zu den 100kW UKW erstaunlich. Auch nach Tschechien hinein kann man DAB weit hören - weil es eben (noch) keinen Einzug gibt.
Ein Negativbeispiel ist das Thüringenpaket vom Blessberg - eigentlich ein guter Standort ( die UKW Sender sind weit nach Bayern hinein zu hören) aber DAB von hier geht kaum 30km nach Bayern hinein. Nur an extremen Standorten ist ein Empfang machbar - weil es eben deutliche Einzüge gibt.

Fazit: mit 1kW ließe sich recht viel machen - aber man WILL es nicht !

von Terranus - am 09.02.2004 19:11
Schwabinger schrieb:
Zitat

OT "die Personalities wurden ja mittlerweile alle abgesägt“
Hier nicht, hör dir nur mal die gängigen MoShows in München
an, da wird nach wie vor -teils verstärkt- Personality
gefahren z.B. extrem beim „neuen Charivari 95,5“ (on- und vor
allem off Air, in jeder U-Bahn, Zeitung etc. ist „Daniel &
Co. - die lustigste Morgenshow Münchens“ zu sehen,

Damit hast Du wohl unwissend genau das Gegenteil bewiesen. Die ganzen xxx & Co., xxx und die Morgenmädels etc.-Sendungen sind ja grade die Sendungen mit den "auswechselbaren Sprechern" von denen Braindead sprach, denn diese Morgenshows haben nichts mit dem zu tun was man unter "Radiopersonality" versteht, obwohl sie mit ihrem Namen und ihrer Werbung auf einer Person ("eine Personality") aufbauen.

von Brubacker - am 09.02.2004 19:23
DAB wird sich schon allein wegen der Einzüge ins benachbarte "Ausland" nicht durchsetzen können. Denn es wird schwer sein, ein Medium schmackhaft machen, daß unter dem Strich weniger Nutzen bringt als vorhandene.
Wir dürfen hier auch die psychologische Komponente nicht vergessen:
Etwas Neues, Modernes, Digitales erzeugt eine Erwartung, die über dem steht, die das bisherige bietet. Die Reichweite spielt hier eine besondere Rolle, denn sie ist ein Maßstab, an der viele die Qualität des Mediums messen.

Nehmen wir das Beispiel RPR/SWR:
Wenn man aus Linz oder/und Ahrweiler ohne Einzüge mit 10 kW rund senden würde, wäre das Empfangsergebnis in der Kölner Bucht bei weitem besser als das analoge UKW-Signal, vorausgesetzt, es kämen 192 k MP3 zum Einsatz.

Ein Projekt, das nicht will, was der Nutzer erwartet, ist zum Scheitern verurteilt. Das sollten die DAB-Verantwortlichen einmal überdenken.

von WellenJäger - am 10.02.2004 09:39
@ Wellenjäger:

MP3 liegt bei DAB leider nicht im Standard. Ansonsten: Full ACK !

von Du magst mich nicht - am 10.02.2004 10:35
Wer bestimmt welche Programme in welches Ensemble gelangen? Die schwerfälligen Landesmedienanstalten? Na dann gute Nacht...

Normalerweise müsste dieses Medium über "Schnupperpreise" den Radiostationen schmackhaft gemacht werden. Bundesweite Sender wie ssl, Klassik Radio oder JAM FM erhalten "Mengenrabatte" damit sie bei einer bundesweiten Verbreitung nicht endlos in die Roten Zahlen geraten. Darüber hinaus gibt es sicher viele Internet- und Kabelprojekte die gerne aus ihrem "Ghetto" ausbrechen würden (Nova ist ein gutes Beispiel). Für viele ist eine solche Verbreitung aber unbezahlbar und die Stationen verzichten darauf. Das solche Sender aber eine gute Ergänzung der bereits bestehenden Stationen in diesem Medium wären, scheint bei marketing@dab.de noch nicht angekommen zu sein. Das Kabelfernsehen wurde seinerzeit ja ähnlich angeschoben.

Grosse Sender (ör/privat) sollten Sonder- oder Spartenprogramme anbieten (Salü Gold, Power Radio, ffn 80's, MDR Schlager u.ä.). Allerdings reicht da eine Automation bestückt mit ein paar Jingles nicht aus. Handgemachtes und spontanes Radio weckt da sicher eher die Neugierde. Parallel können diese Programme ja über Kabel verbreitet werden, "you can catch us mobile on DAB" Über Joint-Ventures mit Geräteherstellern können DAB-Empfänger verlost werden... Ideen gibt es sicher genug, nur an der Umsetzung hapert es :-(

Bzgl. Sendeleistung: Schade, dass es kaum noch Overspill geben wird. WDR wird hier in Osnabrück kein Problem mehr sein aber was passiert mit RB, HR und den niederländischen Programmen? Da bleibe ich doch lieber bei UKW und geniesse zumindestens bei Tropo alles aus NL auch mobil in ausreichender bis sehr guter Qualität. Vielleicht macht es auch Sinn Programme aus "Good Will" jenseits der eigentlichen Versorgungsgebiete zu verbreiten (WDR in Münster, Radio Bremen in Hannover, MDR in Kassel). Aber auch das wird wohl nur Wunschdenken bleiben...

von Staumelder - am 10.02.2004 10:39
@Staumelder
Man gewinnt die Masse nicht mit Spartenprogrammen. Sparte = Minderheit. Und wenn DAB die Minderheit gewinnen will, dann können sie es erst recht bleiben lassen.
Und „Sonder- oder Spartenprogramme“ gerade im Musikbereich sind besonders für Automation geeignet...
Beispiel Nova, keine Mod, keinerlei Radioseele. Zum abschalten. Oder Be4 Classic, außer Musik und Jingels ist da nichts, was irgendwie an Radio erinnert.

Ansonsten liegt Münster übrigends im WDR-Gebiet ;)

von Schwabinger - am 10.02.2004 18:11
@Schwabinger:
Auch wenn du´s wahrscheinlich nimmer hören kannst:

"Beispiel Nova, keine Mod, keinerlei Radioseele. Zum abschalten. "

Wie definiert sich denn die "Seele" eines Radioprogramms? Über die Moderatoren? Über die Aktionen des Senders? Über die dargebrachte Information? Über die Art, wie all das Ganze präsentiert und miteinander verwoben wird? Sicherlich gehört das hauptsächlich dazu. Ein wichtiger Teilaspekt der "Seele" eines Radioprogramms ist aber auch die Musik und in oben erwähntem Spartenprogramm erreicht man durch eine ganz spezielle Musikauswahl, einem speziellen dort zu erwartenden Musiktypus eine ganz eigene Charakteristik und wenn man so will auch einen Flair oder ein gewisses (Lebens-)Gefühl.

Ehrlich gesagt unterscheidet sich für mich ein Nonstop-Musikprogramm von Computer, das hi und da von Jingles und Werbebrakes und evtl. sogar aufgezeichneter Mod unterbrochen wird, nicht mehr sooo sehr von den etablierten großen Radiosendern.

Die "Seele", also das, was das ursrpüngliche "Radiomachen" als Hobby, Tätigkeit ausmachte, die Begeisterung fürs Medium, für das Unterhalten, für Musik etc., ist in meinen Augen leider schon länger bei einem Großteil der Programme verlorengegangen und findet sich bei bundesweit sich gegenseitig an Gleichförmigkeit überbietenden Stationen meiner Meinung nach überhaupt nicht mehr wieder. Dass es nur mehr um Cash geht (was man den Privaten ja nicht verdenken kann) raubt dem Ganzen nur noch mehr die Seele,da man sich mehr und mehr Mechanismen unterwirft, die den Beteiligten (Musikredakteuren, Moderatoren) gar keinen Raum mehr zur Entfaltung übrig lassen.
Für mich ist Nova ein Gewinn, da mir die Musik, die dort kommt, gefällt (und ich sie auch nicht habe/besitze, um sie im MP3 Spieler wiederzugeben, falls dieses Argument des "besseren MP3-Players" kommen sollte), mich die Jingles und die Präsentation (ob aus dem Computer oder live von Menschenhand) anspricht und nicht nervt wie bei vielen anderen Programmen. Jedes Musikspartenprogramm, das sich durch eine einzigartige Musikrichtung auszeichnet, brigt für mich mehr der ursprünglichen Radioseele als das Hechten der Großen nach der Quote.

" Sparte = Minderheit."

Jepp. Aber mit vielen vielen vielen Spartenprogrammen erreicht man sicher auch sehr viele Hörer. Und was meiner Meinung nach die Werbewirtschaft nicht bedenkt: Hörer eines Spartenradios sind dem gehörten Programm sicher treuer, sind stärker mit diesem verbunden als mit den Standardprogrammen. Wenn es auch wenige sind: das sind Fans, das sind Leute, denen gefällt das, was sie dort hören. Die hören vielleicht auch mal begeistert und aktiv zu (ach, das will man ja wieder nicht bei der Werbeindustrie). Und v.a.: sie sind vielleicht für Werbung von spartenverwandten Dingen sehr viel empfänglicher (für eine Rockdisco machts doch z.B. mehr Sinn, in der Rockantenne Werbung zu machen, als auf Antenne Bayern).



von Andreas W - am 10.02.2004 19:16
@Andreas W
Du hast recht.
Mein Ansatz war nur, das sich ein „Massenprodukt“ (anders kann DAB sich nicht durchsetzen, Radio ist nun mal ein Massenmedium) nicht den Fehler machen sollte, das Produkt (Radio) durch Sparte von hinten herum neu zu erfinden, da man damit sicherlich die Masse, die mit dem herkömmlichen Programmen ganz zufrieden ist, nicht im Ansatz erreicht bzw. neugierig macht.

Und zur „Seele“:
Hier im Kabel gibt es einige dieser reinen Abspielstationen wie Nova, Bertis 2. Spielwiese namens Be4 Classic, Georg Dinglers Gong-mobil, die allesamt das erfüllen, nämlich –bis auf Gong-mobil, die schalten sich stündlich bei den BLR-News auf- ausschließlich Musik und Jingles zu bringen, Computer pur und sonst nichts. Auch das von mir geschätzte Deluxe ist so was (haben aber immerhin noch Werbung, ist ja wenigstens was). Aber hören tut das bei den Kabelhaushalten trotzdem kaum einer... (von DAB mal ganz zu schweigen). Gong-mobil mit Wolfgang Kreh’s 24 h Dauer-Charts kommt nah an einen Hit-Sampler ran, aber mit Radio im eigentlichen Sinne, also mit jemand der „da ist“ hat das m.E. wenig zu tun. Es ist durchaus zuzugeben, das z.B. Gong mobil attraktiv für manch einen sein kann, weil es fast wie CD bzw. wie CD mit Nachrichten, klingt, für mich aber eigentlich nicht.
Jeder definiert deshalb wohl „Seele“ (der Begriff passt da eh nicht so ganz) etwas anders.
Und dass bei einem Spartensender ggf. mehr hingehört wird und die Hörerbindung evtl. höher als bei dem üblichen Brei ist, mag durchaus sein, aber gemessen wird das Hinhören (und mitkriegen der Werbung und Minimierung der Streuverluste) nun mal nicht, auch beim TV misst keiner, ob da wirklich hingeguckt- oder parallel das Bügeleisen geschwungen- oder die Küche geputzt wird. Idiotensicher ist da ja bekanntlich nur der 10 Sekundenspot direkt vor der Tagesschau (derzeit eisern „BHW“) oder Kinoreklame, denn da schauen alle hin.

von Schwabinger - am 10.02.2004 20:33
@Braindead (Nomen et.....)

Und damit wieder einmal das Lieblingsthema hier im Forum: > pro und contra DAB <

Die 128/160/192kbit interessiert doch bei DAB nur im Hintergrund. DAB sollte STÖRUNGSFREI und nichts anderes, ein Grund dazu sind die dafür vorgesehenen Datendienste, für die das wichtigste wäre, möglichst keine Datenfehler zu haben. (Das ist wohl der Hauptunterschied zu UKW.) Und genau hier können die Radio-Betreiber nicht mitmachen, weil die davon keine Ahnung haben. DAB ist aber auch in erster Linie ein mobiles Broadcast Medium, dazu gehört nun einmal das Auto aber auch die portablen Geräte für Heim und Freizeit. Wenn man es bei der Bahn schlau machen würde, könnte man innerhalb der Züge ohne Probleme auch DAB versorgen, was auch bessere Qualität gegenüber UKW versprechen würde, man müsste halt nur wollen oder halt mal darauf kommen! Dies wäre möglich, dank Datentechnik, herausgeführt auf einen 3,5mm Klinkenstecker beim Sitzplatz mit up/down und laut/leise Tasten. (that's it)

Wenn wir schon bei Datenraten sind: 128kbit tönen, wenn es richtig gemacht wird, meistens immer noch besser als UKW (im Auto), das beweisen doch die meisten englischen Programmanbieter, zumindestens die BBC, übrigens auch in Berlin.
Es gibt daher gar nicht viel Auswahl, entweder hat man 6 Programme mit 160-192kbit oder halt 10 Programme mit weniger Datenrate,. Man kann dies ja ohne Probleme und jederzeit ändern und die Empfänger können hier mitziehen. Die Frage ist einfach, will man Programmvielfalt oder Qualität. Man darf aber DAB nicht mit dem Kabelanschluss vergleichen, siehe oben, das wäre auch unfair.
DAB gibt aber die Möglichkeit 20-40 Programme störungsfrei in einer Region in Fahrzeugen zu empfangen, das schafft man kaum mit UKW!
DAB wartet geradezu darauf, dass die 100kW Sender mal die Leistungen auf 1/10 reduzieren müssen, wegen nicht ionisierender Strahlung. Diese Vorschrift wird irgendwann mal kommen, wenn es nicht die NIS ist, dann der Stromzähler, der bei 100kW mitläuft, Quizfrage: wieviele UKW Programme Sender können im Auto noch empfangen werden wenn diese mal auf 10kW (und weniger) begrenzt werden?

Kurz ein Abschwenker zu DVB-T:
DAB kann sich nicht sofort durchsetzen, wie es auch DVB-T nicht könnte, wenn man das analoge Fernsehen nicht radikal abstellen würde. Denn, welcher Recorder kann heute schon DVB-T empfangen, welcher hat zusätzlich noch die alte analoge Empfangsmöglichkeit eingebaut? Die Programmierung des Videorecorders muss im DVB-T Empfänger erfolgen. Also Unzulänglichkeiten auf der ganzen Linie oder anderes Beispiel: welche schönen Fernsehgeräte haben DVB-T schon eingebaut? Man hat zurzeit fast immer noch Settop-Boxen und damit wieder mehrere Fernbedienungen. Hier wird auch jeder Kompromiss akzeptiert, aber nur, weil es eben Fernsehen ist! (sprich:Glotzentum)

Leider hat wohl niemand den Mut es bei DAB gleich zu tun, das ist das Problem von DAB oder eben, weil es NUR Radio ist. Dabei haben die meisten DAB Empfänger immerhin den Vorteil, dass sie kompatibel zum alten und neuen Standard sind (analog und digital)

DAB fehlt in Deutschland die bundesweite Versorgung, meiner Meinung nach die wohl wichtigste Eigenschaft für dieses Medium. DAB erlaubt kaum Overspill, weil hinter jedem Bundesland die gleiche Frequenz wieder vergeben wird. Zudem stelle ich fest, dass kaum ein Bundesland die bundesweite Versorgung unterstützt, warum wohl - man holt sich damit ja nur die Konkurrenz ins eigene Bundesland. Ich meine darum machen einige Bundesländer bei DAB nur widerwillig oder gar nicht mit.

Damit wären wir wieder beim Eingangs-Thema in diesem Topic: Bundesweite Versorgung = maximale Reichweite!

Dazu gehört noch: 1 zusätzlicher kompletter Band III Kanal pro Nation und damit 25-40 Programme bundesweit! Das wäre neues Radio für Deutschland!

von drahtlos - am 10.02.2004 22:49

- "Es ist nur Radio" - genau, ich denke auch dass das einer der wichtigen Gründe ist - man gibt für Fernsehen einfach mehr Geld aus ( ist auch irgendwo logisch)

aber: ich hab für 70€ einen kleinen handlichen DVB-T Empfänger kaufen können.
Warum gibt es sowas nicht für DAB ? DAS ist der wichtigste Grund. Ohne Geräte unter 100€ kann man ein Radiosystem auf breiter Front nicht einführen.

von Terranus - am 11.02.2004 01:43
DAB kann sich, wie Schwabinger richtig erkannt hat, nur als Massenmedium durchsetzen. Masse impliziert meiner Meinung nach auch, daß es erschwinglich ist und in allen nur denkbaren Varianten verfügbar: Vom Küchenradio, Radiowecker, Autoradio, Kinderzimmer-Ghettoblaster bis hin zur High-End-Anlage im Wohnzimmer.

"Es ist nur Radio"
Da scheitert DAB meines Erachtens auch, denn viele sind einfach zufrieden, ihren Hitdudler nebenbei als Kulisse laufen zu haben. Und da reicht UKW in mono bereits vollkommen aus. Schauen wir doch in die Büros, in die Dönerläden, Werkstätten etc. Da steht der vielbesagt, meist verdreckte Brüllkasten mit abgebrochener Antenne. Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, dort ein DAB-Gerät zu sehen, wohlmöglich mit einer behelfsmäßig außen angebrachten Fensterantenne, damit es nicht so blubbert. So denken Otto und Ottilie Normalhörer sicher auch: "Wieso was Neues kaufen, wat vill kost, wenn das alte doch prima funzt"

von WellenJäger - am 11.02.2004 08:11
Selten soviel Schwachsinn gelesen...

Die 128/160/192kbit interessiert doch bei DAB nur im Hintergrund.

Interessante Aussage. Neben dem Blubbern entscheidest du Dich auch noch für verwaschenen MP2-Sound. Ich gebe zu: im Auto interessiert das Blubbern und die verwaschenen Höhen nicht so sehr, weil hier genug Nebengeräusche vorhanden sind die die klanglichen Unzulänglichkeiten von DAB überdecken und die Konzentration des Fahrers in der Regel auf den Verkehr gerichtet ist.

Es gibt nur zwei Zielgruppen für die DAB in Frage kommt:
Den Freaks, die mehr Programm haben wollen und das 08/15 Supermegahitgedudel vom Hitradio nicht mehr hören wollen und Alternativen suchen oder die Hi-Fi-Klientel die einfach das Beste an Sound rausholen wollen...

Letztere finden DAB uninteressant, weil die HiFi-Klientel den stark datenreduzierten DAB-Klang nicht mag. Wenn DAB den UKW-Hörfunk aber ablösen sollte sind auch die Leute die Zuhause einen vernünftigen Sound (z.B. für Mitschnitte in Studioqualität) haben wollen gezwungen den teils verwaschenen DAB-Sound über sich ergehen zu lassen ! Eine ähnliche Diskussion gab es übrigens mal zum Thema DVB. Den Konsumenten wird ein gestochen scharfes Bild in "digitaler" Qualität versprochen. Das Problem sind aber die geringen Datenraten die unterm Strich ein wesentlich schlechteres Bild als analoges Fernsehen ablieferen.

Wenn DAB nicht das gleiche Schicksal wie DSR erleiden soll kann es sich nur über eine höhere Tonqualität (Datenrate min. 192 kbit) und vor allem MEHRWERT etablieren. Wenn das DAB-Radio weniger Programme ausspuckt als mein UKW-Radio wird das auch dem 08/15 Hörer auffallen, der z.B. über eine Landesgrenze hinweg zur Arbeit fährt und nach ein paar Kilometern keinen Empfang mehr hat und das in beiden Richtungen !

Die Leute haben sich halt daran gewöhnt z.B. auch in Köln oder im Rheinland noch die Programme des SWR zu hören. Gibt es das bei DAB nicht, so ist das ein Rückschritt und dafür ist ausser ein paar Freaks keiner bereit viel Geld auszugeben !

DAB sollte STÖRUNGSFREI und nichts anderes, ein Grund dazu sind die dafür vorgesehenen Datendienste, für die das wichtigste wäre, möglichst keine Datenfehler zu haben. (Das ist wohl der Hauptunterschied zu UKW.) Und genau hier können die Radio-Betreiber nicht mitmachen, weil die davon keine Ahnung haben.

Falsch ! Du unterstellst den Anstalten ganz pauschal dass sie keine Ahnung haben und gegen diese pauschalisierte Aussage wehre ich mich ! Weitergehende Datendienste sind sicherlich nur von den öffentlich rechtlichen Anstalten zu erwarten. Von den privaten eher nicht und wenn dann in abgespeckter Form, da Datendienste Mehraufwand bedeuten der bekanntlich Geld kostet und da man sowohl in der Wirtschaft wie auch im Privatfunk Kosten vermeiden will ist da in absehbarer Zeit nicht viel zu erwarten.

Warum auch ? Welcher Endkonsument verfügt denn schon über einen DAB-Empfänger mit LCD-Display ?

Es lohnt sich einfach nicht solche Dienste anzubieten weil es kaum einer wahr nimmt und deswegen wird es halt nicht realisiert obwohl es theoretisch möglich wäre...

DAB ist aber auch in erster Linie ein mobiles Broadcast Medium, dazu gehört nun einmal das Auto aber auch die portablen Geräte für Heim und Freizeit. Wenn man es bei der Bahn schlau machen würde, könnte man innerhalb der Züge ohne Probleme auch DAB versorgen, was auch bessere Qualität gegenüber UKW versprechen würde, man müsste halt nur wollen oder halt mal darauf kommen! Dies wäre möglich, dank Datentechnik, herausgeführt auf einen 3,5mm Klinkenstecker beim Sitzplatz mit up/down und laut/leise Tasten. (that's it)

Die Bahn hat andere Probleme als den Endkunden DAB-Tuner in die Züge einzubauen. Man kann das Problem nicht auf Dritte abwälzen die mit Rundfunk überhaupt nichts im geringsten zu tun haben. Genauso gut könnte man jetzt den Autoherstellern Vorwerfen am Mißerfolg von DAB beteiligt zu sein, da sie nicht standardmäßig DAB-Empfänger in ihre Autos einbauen...

Auch so ein Punkt: Bestimmt kommt irgendwann der Punkt an dem DAB-Betreiber und Politiker eine gesetzliche Lösung zur Einführung von DAB fordern...

Wenn wir schon bei Datenraten sind: 128kbit tönen, wenn es richtig gemacht wird, meistens immer noch besser als UKW (im Auto), das beweisen doch die meisten englischen Programmanbieter, zumindestens die BBC, übrigens auch in Berlin.
Es gibt daher gar nicht viel Auswahl, entweder hat man 6 Programme mit 160-192kbit oder halt 10 Programme mit weniger Datenrate,. Man kann dies ja ohne Probleme und jederzeit ändern und die Empfänger können hier mitziehen. Die Frage ist einfach, will man Programmvielfalt oder Qualität.
Man darf aber DAB nicht mit dem Kabelanschluss vergleichen, siehe oben, das wäre auch unfair.
DAB gibt aber die Möglichkeit 20-40 Programme störungsfrei in einer Region in Fahrzeugen zu empfangen, das schafft man kaum mit UKW!


Man könnte auch weitere Kanäle für DAB freigeben und somit mehrere Ensembles etablieren und schon sind 20-40 Programme möglich ! Den Rest regelt der Wettbewerb ! :)


DAB wartet geradezu darauf, dass die 100kW Sender mal die Leistungen auf 1/10 reduzieren müssen, wegen nicht ionisierender Strahlung. Diese Vorschrift wird irgendwann mal kommen, wenn es nicht die NIS ist, dann der Stromzähler, der bei 100kW mitläuft, Quizfrage: wieviele UKW Programme Sender können im Auto noch empfangen werden wenn diese mal auf 10kW (und weniger) begrenzt werden?

Aha. Jetzt sollen die UKW-Frequenzen auf 1/10 heruntergefahren werden um so mit Gewalt DAB zu etablieren ? Ist nicht Dein Ernst, oder ?
Die 100 KW-Sender laufen schon seit zig Jahrzehnten und auf einmal soll kein Geld mehr für den Strom den die Sendeanlagen benötigen vorhanden sein ? Ich glaube hier verzettelt sich der Autor ein wenig und schießt über das Ziel hinaus ! :rolleyes:

Leider hat wohl niemand den Mut es bei DAB gleich zu tun, das ist das Problem von DAB oder eben, weil es NUR Radio ist. Dabei haben die meisten DAB Empfänger immerhin den Vorteil, dass sie kompatibel zum alten und neuen Standard sind (analog und digital).

Eben es ist "NUR" Radio ! :joke:
Kapier's endlich: Leute, die das Radio nur als Hintergrundberieselung benutzen stellen keine Ansprüche und deswegen darf das Radio auch nur ein paar Euro kosten. Denen reicht UKW vollkommen aus und die werden kein Verständnis dafür haben wenn der Tagesschausprecher vielleicht eines Tages verkünden wird "Heute Nacht um 0:00 Uhr werden all Ihre UKW-Radios wertlos..."
Die Leute würden auf die Barrikaden gehen und das mit Recht ! Immerhin senden auch heute noch Mittelwellensender die im Endeffekt aus den bekannten Gründen wirklich niemand mehr hört.


DAB fehlt in Deutschland die bundesweite Versorgung, meiner Meinung nach die wohl wichtigste Eigenschaft für dieses Medium. DAB erlaubt kaum Overspill, weil hinter jedem Bundesland die gleiche Frequenz wieder vergeben wird.

Mehr Kanäle freigeben und schon gibt es ein Argument mehr einen DAB-Tuner zu kaufen !

Zudem stelle ich fest, dass kaum ein Bundesland die bundesweite Versorgung unterstützt, warum wohl - man holt sich damit ja nur die Konkurrenz ins eigene Bundesland. Ich meine darum machen einige Bundesländer bei DAB nur widerwillig oder gar nicht mit.

Also ein Paradies für Radiomacher: Klingt nach Monopolstellung: Es gibt keine störende Konkurrenz aus dem Nachbarland mehr, jetzt können wir machen was wir wollen, denn den Leuten bleibt ja eh nicht weiter übrig als UNS zu hören...

Damit wären wir wieder beim Eingangs-Thema in diesem Topic: Bundesweite Versorgung = maximale Reichweite!

Dazu gehört noch: 1 zusätzlicher kompletter Band III Kanal pro Nation und damit 25-40 Programme bundesweit! Das wäre neues Radio für Deutschland!

Unsinn ! VHF gänzlich für DAB freigeben ! Im Zuge der Umstellung vom analogen zum digitalen Fernsehen dürfte das doch jetzt gerade der richtige Zeitpunkt sein !!!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

von Du magst mich nicht - am 11.02.2004 11:02
Hach, die gute alte immerwiederkehrende DAB Diskussion.

Die obersten drei Knackpunkte sind doch einfach
- zu geringe Sendeleistungen für Indoor Versorgung
- zu geringer Overspill der Ensembles
- zu geringe Programmauswahl dank knapper Kapazitäten

"Man könnte auch weitere Kanäle für DAB freigeben und somit mehrere Ensembles etablieren und schon sind 20-40 Programme möglich ! Den Rest regelt der Wettbewerb !"

Wenn das nur mal so einfach wäre. Da muss erst mal die ARD die Kapazitäten räumen. Nächster definitiv geplanter Schritt ist ja die zweite Band III Abdeckung in Kanal 11. Dafür werden heuer und 2006 in der Stockholm Nachfolgekonferenz die Voraussetzungen geschaffen. Aber eben nur die Voraussetzungen. Bis dann die ARD mal den Kanal 11 geräumt hat (und weitere Kapazitäten, denn zwei Bedeckungen alleine bringen es auch nicht), oder die Bundeswehr die Nutzung des K13 mal endlich erlaubt, oder zumindest in der Sache der sinnlosen Sendeleistungsbeschränkungen der Band III Sender mal nachgibt, geht noch viel Zeit ins Land.


"Aha. Jetzt sollen die UKW-Frequenzen auf 1/10 heruntergefahren werden um so mit Gewalt DAB zu etablieren ? Ist nicht Dein Ernst, oder ?"

Bei DVB-T in Berlin wurden die analogen Sender sogar völllig abgeschaltet. Möglich ist alles...


"Also ein Paradies für Radiomacher: Klingt nach Monopolstellung: Es gibt keine störende Konkurrenz aus dem Nachbarland mehr, jetzt können wir machen was wir wollen, denn den Leuten bleibt ja eh nicht weiter übrig als UNS zu hören..."

Du hast es erfasst. Da geistern so Argumente rum wie "ein enger definiertes und einfacher zu kalkulierendes Sendegebiet ist den Werbetreibenden lieber". Sprich: der Werbeindustrie ist der Overspill relativ schnurz, ihr geht es um das Kernsendegebiet. Und jeder Rundfunkanbieter ist froh, wenn potenziell von außen einstrahlende Sender weg sind.


"Unsinn ! VHF gänzlich für DAB freigeben ! Im Zuge der Umstellung vom analogen zum digitalen Fernsehen dürfte das doch jetzt gerade der richtige Zeitpunkt sein !!!"

Wegen mir gerne. Aber sag das mal den entsprechenden Köpfen in der ARD... Nene, da ist schon der Sack zu. Es kommt mindestens EINE Band III Abdeckung für DVB-T (ARD). Hierfür ist K5-10 reserviert. DAB kriegt 11 und 12, und möglicherweise doch noch den K10. Mehr ist für DAB nicht drin. Leider... Dabei könnte man das Fernsehen tatsächlich komplett in den UHF Bereich verfrachten. Band III hat für DVB-T sowieso Nachteile (statt 4 nur 3 Programme)... Allerdings ist klar: die nötige Senderzahl ist in Band III geringer als im UHF-Bereich. Da wäre die ARD ja blöd, würde sie ihr TV-Vorrecht im Band III so ohne weiteres aufgeben.

Eine für mich sinnvolle Lösung wäre:

- K5-13 für DAB alleine
- K21-69 für DVB-T
- L-Band streichen und an Mobilfunk verhökern...

Dann hat auch endlich dieser Kombiantennenwahnsinn (der ja auch bei DVB-T dann sein muss bei den Zimmerantennen) ein Ende.



von Andreas W - am 11.02.2004 11:35
Hallo Andreas !

Du schreibst:
Wegen mir gerne. Aber sag das mal den entsprechenden Köpfen in der ARD... Nene, da ist schon der Sack zu. Es kommt mindestens EINE Band III Abdeckung für DVB-T (ARD). Hierfür ist K5-10 reserviert. DAB kriegt 11 und 12, und möglicherweise doch noch den K10. Mehr ist für DAB nicht drin. Leider... Dabei könnte man das Fernsehen tatsächlich komplett in den UHF Bereich verfrachten. Band III hat für DVB-T sowieso Nachteile (statt 4 nur 3 Programme)... Allerdings ist klar: die nötige Senderzahl ist in Band III geringer als im UHF-Bereich. Da wäre die ARD ja blöd, würde sie ihr TV-Vorrecht im Band III so ohne weiteres aufgeben.
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Tja, wie Du schon etwas weiter oben sagtest: "Möglich ist alles" ...wenn es die Politik will ! Die Abschaltung des terrestrischen TVs ist meines Achtens weniger kritisch, da die meisten doch eh über Kabel oder Satellit gucken. Das analoge TV wird nur noch von einer Minderheit genutzt und in Berlin lief die Umstellung ja erstaunlich gut ! UKW wird zu 99% aller Rundfunkteilnehmer genutzt und DAB ist immer noch zu unbekannt und zu teuer ! Ein weiteres Problem was die Umstellung von UKW auf DAB betrifft sind neben der unglaublichen Anzahl an UKW-Empfängern in Weckerradios, Handys, MP3 Walkman usw usf auch die hohe Anzahl an Autoradios. Da kann man nicht mal eben ne Settop-Box danebenstellen es sei denn man vertreibt zukünftig nur noch UKW-Geräte mit DAB-Option und das ist momentan noch nicht der Fall !

Eine für mich sinnvolle Lösung wäre:

- K5-13 für DAB alleine
- K21-69 für DVB-T
- L-Band streichen und an Mobilfunk verhökern...

Full ACK !

von Du magst mich nicht - am 11.02.2004 11:49
Wieso hat man eigentlich nicht den UHF Bereich auch für DAB vorgesehen ? Der große UHF Bereich wird doch niemals komplett mit DVB-T genutzt werden - zumindest nicht in der Fläche.
Schon jetzt könnte man dort viele DAB Ensembles aufschalten, da schon jetzt der UHF Bereich nicht voll ausgelastet ist.
Statt L-Band UHF , das wär mal ne Idee gewesen.

Ich vermute es wird mal so aussehen: K5-9 : DVB-T
K10-13: DAB

allerdings: falls DAB nicht bis 2006 ein wenig erfolgreicher wird in Deutschland, kann ich mir auch vorstellen, dass es nur in den "pro-DAB" Bundesländern (BY;BW;B) weiter verfolgt wird, und "die ARD" (man muss eigentlich hier die einzelnen Anstalten nennen, da jede ne andere Einstellung zu DAB hat) sich lieber die VHF Kapazität für DVB-T schnappt.
Der NDR ist ganz offentsichtlich mehr an DVB-T interessiert, als an DAB.

von Terranus - am 11.02.2004 13:38
Zitat

LB Ludwigsburg
sorry sollte heißen: LB Ludwigshafen, war ein Flüchtigkeitsfehler meinerseits.



von Rosti 2.0 - am 11.02.2004 18:50
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