Langwellensender Aholming

Startbeitrag von Wasat am 14.05.2012 21:30

Da in letzter Zeit öfters die Langwelle thematisiert wurde, habe ich neulich einen Ausflug zum nächsten derartigen Sender in Aholming gemacht.

Nachfolgend ein Kurzbericht, den es in Langform mit mehr Bildern hier gibt: http://www.wabweb.net/radio/sender/aholming.htm



Seit dem 1. Januar 1989 wird das Programm des "Deutschlandfunk" (DLF) über einen Langwellensender in Aholming bei Deggendorf in Niederbayern ausgestrahlt. Die Anlage wurde errichtet, um den Südosten der Bundesrepublik Deutschland mit dem DLF besser versorgen zu können.

Zunächst begannen die Ausstrahlungen des DLF-Programms auf 207 kHz dem 4. Juli 1979 über eine von den USA 1952/53 errichteten Anlage in Erching bei München. Diese Anlage besaß jedoch nur ein Rundstrahlantenne, sodass der Sender nur in der Zeit von 05.00 bis 19.00 Uhr betrieben werden konnte, da bei Nachtbetrieb die Sender Kiew/Ukraine und Azilal/Marokko auf gleicher Frequenz gestört worden wären. Zudem bestand die Anlage in Erching ausschließlich aus Bauteilen aus den USA, war technisch veraltet und bildete für den Bau des Großflughafens München ein Hindernis. Somit begann man 1979 auch schon mit der Suche nach einem neuen Standort, den man in Aholming etwa 10 km südlich von Deggendorf in Niederbayern fand. Die feuchte Flußniederung entlang von Isar und Donau zeichnet sich durch eine gute Bodenleitfähigkeit aus, was für einen Langwellensender eine wichtige Voraussetzung darstellt.

Der Regelbetrieb in Aholming auf 207 kHz erfolgt tagsüber mit 500 kW und nachts mit 250 kHz. Überdies werden nachts die beiden Masten mit einem Phasenunterschied von 117° angespeist, womit es in den Richtungen Osten bis Südwesten zu den gewünschten Signalabschwächungen kommt, um die beiden Gleichkanalsender Kiew/Ukraine und Azilal/Marokko möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die theoretischen Einzüge in der abgestrahlten Leistung betragen 2,5 kW zwischen 72° und 88°, 130 kW zwischen 115° und 160° sowie 100 kW zwischen 160° und 230°.


Das Sendergebäude: Heute erfolgt der Betrieb unbemannt. Der eigentliche Sender besteht aus 2 identischen Einheiten von je 250 kW Leistung. 2008 wurde dieser Sender erneuert (Typ: Transradio TRAM/P 500L). Der Betrieb erfolgt in dynamischer Amplitudenmodulation (DAM). Dabei wird die Amplitude des Trägersignals der Dynamik des übertragenen Signals angepasst, d.h. das Trägersignal schwankt in Abhängigkeit von der Lautstärke, womit eine beträchtliche Energieeinsparung erzielt werden kann

ACHTUNG: Nachfolgende Beschreibung der Antennenanlage beruht auf dem, was ich mir aus diversen Publikationen (in der Langversion des Beitrags angeführt) zusammengereimt habe. Richtigstellungen und Ergänzungen sind ausdrücklich erwünscht.


Die beiden Sendeantennen in Aholming stellen eine relativ komplexe Konstruktion dar. Basis ist ein gefalteter Monopol in Form einer Reuse (orange), der durch den Mast (violett) und so genannten Dachkapazitäten (grün) elektrisch verlängert wird.

Die Antennenanlage besteht aus 2 jeweils 265 m hohen Fachwerkmasten, die in 3 Ebenen auf 101, 203 und 239 abgespannt sind. Die Achsrichtung der beiden Masten weist in Richtung 140°. Der Abstand beträgt 483 m, was genau einem Drittel der Wellenlänge entspricht. Obwohl die Masten eine quadratischen Querschnitt besitzen, erfolgt die Abspannung am Umfang nur 3-fach. Die Ankerpunkte der ersten Ebene befinden sich jeweils in ca. 150 m Entfernung vom Mast, die der zweiten und dritten Ebene ca. 240 m entfernt.

Grundsätzlich gilt, dass ein Sendemast für die Abstrahlung auf Lang- und Mittelwelle idealerweise eine Höhe besitzen sollte, die etwas größer als die halbe Wellenlänge ist (genau ist es die 0,53-fache Wellenlänge). Damit kann der größte Teil der Sendeenergie bodennah horizontal abgestrahlt werden. Bei der Sendefrequenz von Aholming von 207 kHz würde dies jedoch eine Masthöhe von 770 m ergeben, was bautechnisch kaum zu realisieren wäre, Zwar sind für Langwellensender auch Masten mit einer Höhe eines Viertels der Wellenlänge verbreitet (was in Aholming noch immer rund 370 m wären), doch diese strahlen ihre Energie etwas steiler nach oben, womit sie eine geringere Effektivität besitzen. Speziell bei Langwellensendern ergreift man daher Maßnahmen, die eine Antenne in ihren elektrischen Eigenschaften viel höher erscheinen lassen, als sie baulich ist.

Zunächst kann die Bauhöhe praktisch verlustfrei auf die Hälfte reduziert werden, indem man den senkrechten Strahler ähnlich eines Faltdipols faltet, wobei es sogar günstig ist, diese Faltung räumlich größzügig zu gestalten, weil durch ein "dicke" Antenne die Bandbreite deutlich vergrößert werden kann. Die für AM-Ausstrahlungen erforderliche Bandbreite des Sendesignals von nominell 9 kHz bereitet im Langwellenbereich oft Probleme, da dies z.B. im gegenständlichen Fall rund 4,5% der Sendefrequenz ausmacht. Eine schlanke Antenne mit z.B. nur 5 kHz Bandbreite könnte daher nicht für das gesamte abgestrahlte Signal optimal abgestimmt werden, was erhebliche Verluste an Sendeenergie sowie hörbare Verzerrungen verursachen würde.

Ein weitere Vorteil eines gefalteten Monopols ist, dass der nicht angespeiste Schenkel geerdet werden kann (siehe dazu die Bilder weiter unten), womit ein teurer Fußpunktisolator entfallen kann und somit auch der Blitzschutz in idealer Weise gewährleistet ist.

In Aholming (und baulich gleichartig in Donebach, jedoch dort wegen der niedrigeren Frequenz um rund ein Drittel höher) wird die Sendeenergie über 3 Seile zunächst den 3 Abspannseilen der zweiten Ebene zugeführt (Mastanschlagpunkte ohne Isolatoren in 203 m Höhe). Die Verbindungspunkte der Zuführungsseile mit den Abspannseilen befinden sich jeweils 110 m von der Mastmitte entfernt. Die so entstehende Reusenantenne bildet mit dem Mast einen gefaltete Monopol (im Bild oben orange dargestellt), welcher eine gestreckte Länge von rund 500 m aufweist, was jedoch noch deutlich unter der halben Wellenlänge von 725 m liegt.

Zur weiteren elektrischen Verlängerung der Antenne dient der 62 m lange Mastteil oberhalb der angespeisten 2. Abspannebene (im Bild oben violett).

Die meist verbreitete Methode zur elektrischen Verlängerung von selbst strahlenden Sendemasten erfolgt durch mit dem Sendemast verbundenen radial abstehenden leitenden Teilen, welche damit eine kapazitive Belastung darstellen. Man nennt diese konstruktive Maßnahme Dachkapazität, da man dafür ursprünglich meist gitter- oder ringförmige Gebilde an der Mastspitze verwendete. Man findet jedoch auch häufig Teile der Abspannseile, so auch in Aholming, doch hier in allen 3 Ebenen (im Bild oben grün dargestellt). Damit weist die Antenne elektrische Eigenschaften auf, als wäre sie ein Mast in der Höhe etwa der Hälfte der Wellenlänge (725 m), vielleicht sogar etwas mehr. Dachkapazitäten haben überdies den Vorteil, dass die Sendeantenne noch breitbandiger wird.


Der südliche Sendemast mit dem Abstimmhaus, von dessen Dach die Signalzuführung über 3 Seile zu den Abspannseilen der 2. Ebene erfolgt.


Die Masten stehen auf einem Pendellager, sind aber aufgrund der Anspeisung von oben am Mastfuß spannungslos und daher geerdet. Daher braucht es weder eine teuren Fußpunktisolator, noch Isolatoren für die Anbauten oder Transformatoren für die Kabelzuführung der Befeuerung. Das Pendellager ist aus Stahl und mit den Stahlbügeln über dem Betonfundament mit den Stahlbändern des Erdnetzes verbunden.


Links ein Verbindungspunkt der Signalzuführung mit einem Abspannseil der 2. Ebene, rechts ein Isolator der 1. Abspannebene.


Ein Isolator der 3. Abspannebene des Nordmastes mit Koronaringen, welche an den Isolatoren des Südmastes fehlen.


Fundament für die 2. und 3. Abspannebene des Nordmastes.

Antworten:

Da bekommt "Aholming" doch gleich einen ganz anderen Klang... ;)

Großes Lob! :spos:
Ein sehr schöner, interessanter und lehrreicher Bericht!

von iro - am 14.05.2012 21:53
Zitat
Wasat
auf 207 kHz erfolgt tagsüber mit 500 kW und nachts mit 250 kHz.


KW ;)

Da hast du dir ja wirklich Mühe gegeben! Auch von mir großes Lob!

Gefällt mir :spos:

von DX OberTShausen - am 14.05.2012 22:00
Danke für den interessanten Bericht. Da habe ich wieder mal einiges gelernt. Im AM-Bereich steckt halt doch noch etwas mehr dahinter bei den Antennenanlagen...

von Habakukk - am 14.05.2012 22:31
Danke ebenfalls für den ausführlichen Bericht und die schönen Bilder. :spos:

Aholming kann sogar hier in ca. 340km Entfernung noch sehr gut gehört werden. Ich hoffe, die Anlage bleibt noch eine Weile in Betrieb.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 15.05.2012 03:44
Herzlichen Dank! Klar und verstaendlich beschrieben, sowas verdient Anerkennung... :spos:

von PowerAM - am 15.05.2012 04:57
Ein ausgezeichneter Bericht mit tollen Fotos :spos:
Aholming ist auch in Frankfurt noch gut hörbar und wenn ich den DLF auf Langwelle höre, dann bevorzugt auf 207 kHz.

von Heinz Schulz - am 15.05.2012 05:56
Danke für den Bericht und die Mühe, die darin steckt! :spos:

von Rosti 2.0 - am 15.05.2012 07:53
Vielen Dank auch von mir. Immer wieder toll die grossen schönen LW Anlagen!

von Phil75 - am 15.05.2012 09:13
Schöner Bericht... da wird einem das Prinzip der Antennen mit Dachkapazität mal so richtig klar.

Wann wird eigentlich genau zwischen den 500kW und 250kW derzeit umgeschaltet?

von Terranus - am 15.05.2012 09:57
Herzlichen Dank für diese tolle Beschreibung und Deine Mühe!

Ich kann auch ein paar Bilder beisteuern:

Einmal vom Dezember 2001 und vom Mai 2006.









Der spielt bei mir natürlich in voller Lautstärke. Auch auf meinem Volksempfänger VE 301 Dyn GW ist das der stärkste Sender.

von Daniel28-55-59 - am 15.05.2012 11:32
tja..

das ist das was die leute fasziniert!!

nicht DAB+ ! und noch mehr digital ..und noch ein bit mehr....und mehr


vielleicht kommen wir mal wieder dahin...


viele grüße,ric

von ric78 - am 15.05.2012 12:55
Ganz großer Dank für diesen hervorragenden Beitrag!

Photos und Erläuterungen aus denen die Träume echter Rundfunkfreunde gemacht sind. Die UKW-/DAB-Sendestäbchen an allerlei Mastgedöns sind dagegen bedeutungslos.

Longwave rules - if I may say so.

:-) gb

von gb - am 15.05.2012 15:20
Ein großartiger Bericht! Besser und verständlicher kann man die Funktionsweise so einer komplexen Langwellenantenne wohl kaum beschreiben. Und die Fotos sind wie gewohnt erstklassig.

In Anlehnung an den Werbeslogan einer bekannten Münchner Brauerei kann ich dazu nur sagen:
Gut. Besser. Wasat. :spos: :spos: :spos:



Hab mir die Anlage in Aholming letztes Jahr auch angeschaut; wurde aber von aufziehendem schlechten Wetter überrascht. Und meine Fotos waren so sch..., dass ich sie hier gar nicht gezeigt habe. :-)

[attachment 138 Aholming_207_01.JPG]

von Manager. - am 15.05.2012 16:56
@Wasat:
Auch von mir ein grosses :spos: :spos: :spos: für den Bericht. Wie immer lehrreich und spannend!

von EmmWeh - am 15.05.2012 17:05
Reife Leistung!

Ich hatte an anderer Stelle schon einmal gefragt..: Hat jemand zufällig noch ein Foto vom DLF-Sender Weiskirchen (stand direkt neben dem bisherigen HR-Sender 594 kHz, südlich der Autobahnraststätte Weiskirchen Süd und war von dort deutlich zu sehen). Dessen Besonderheit: Eine ringförmige Antenne um den Mast herum, der nur eine Bodenwelle abstrahlte - so wie einst bei Capital Radio 270 im Herbst 1970...?

von kirkroger - am 15.05.2012 18:49
Der Bericht ist absolute Spitzenklasse, äußerst interessant und sehr gut dokumentiert. :spos:

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 16.05.2012 09:24
Ich hab noch eine bescheidene Frage: Dürfte ich einige der wunderbaren Bilder für die Senderfotoseite von ukwtv.de verwenden?
Diejenigen, die dort vorhanden sind, kommen noch nicht mal an die Qualität des Bildes von Manager. heran. Thx schonmal:cheers:

von Heinz Schulz - am 16.05.2012 13:58
@ Heinz Schulz: Meine darfst Du selbstverständlich verwenden. WIe bereits geschrieben, die ersten zwei sind vom Dezember 2000, die anderen vom Mai 2005.

von Daniel28-55-59 - am 16.05.2012 14:21
Zitat
kirkroger
Hat jemand zufällig noch ein Foto vom DLF-Sender Weiskirchen (stand direkt neben dem bisherigen HR-Sender 594 kHz, südlich der Autobahnraststätte Weiskirchen Süd und war von dort deutlich zu sehen). Dessen Besonderheit: Eine ringförmige Antenne um den Mast herum, der nur eine Bodenwelle abstrahlte - so wie einst bei Capital Radio 270 im Herbst 1970...?


Das Ding nennt sich Reusenantenne und hat das besondere Merkmal, eine grössere Bandbreite zu haben. Der Gewinn ist gegenüber einem Viertelwellen-Strahler geringer (wenn man denn von einem Gewinn sprechen kann). Ausserdem kann der Mast problemlos geerdet werden, es entfällt der
teure Fusspunktisolator.
Diese Antenne kann bei guten Erdverhältnissen auch eine ordentliche Bodenwelle abstrahlen.

Eine ähnlich funktionierende Antenne, aber mit etwas mehr Gewinn und weniger Bandbreite, benutzt RTL auch für seinen Langwellensender in Luxemburg.

BTW: Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sein, dass über diese Reuse in Mainflingen auch mal der DLF auf 1539 KHz abgestrahlt wurde...

von DH3FBI - am 16.05.2012 15:40
Ganz bestimmt wurde der DLF von diesem Standort auf 1538/1539 kHz abgestrahlt. An diese besondere Antenne kann ich mich ebenfalls noch gut erinnern. Der Deutschlandfunk hat sie in stilisierter Form auch mal auf einer QSL-Karte abgebildet.

von Heinz Schulz - am 16.05.2012 18:50
Reusenantenne, richtig. In Mainflingen stand aber keine!
Und Luxemburg war mir auch neu.
Diese Reusenringantenne wurde meines Wissens nur zweimal im Radiobetrieb eingesetzt, das andere Mal hier:

[attachment 142 capitalradio2701970.jpg]

Die Weiskirchener Variante war etwas "schlanker" und -Erinnerung- sendete auf 209kHz? 1538/1539 war es auf jeden Fall nicht.
Jetzt warte ich noch auf ein Foto...

von kirkroger - am 16.05.2012 19:13
Einspruch, Euer Ehren!
Über den Sender Mainflingen wurde zu Beginn der DLF-Sendungen Anfang der 60er Jahre auch die LW 151 kHz ausgestrahlt, bis dann Donebach errichtet wurde.
Die LW 209 kHz wurde zu keinem Zeitpunkt von dort abgestrahlt. Das war der damalige Sender "München C", der Programme der VoA und RIAS Berlin ausstrahlte, bevor er nach langer Pause für den DLF für den Standort Aholming reaktiviert wurde.
Im Anhang ist ein Artikel über 50 Jahre DLF aus dem ADDX-Kurier, der u.a. auch die vorhin von mir erwähnte QSL-Karte zeigt.
[attachment 143 DLF.pdf]

von Heinz Schulz - am 16.05.2012 19:33
Könnte stimmen....
was ist aber nun mit dem Foto (viel wichtiger!)
:cool:

von kirkroger - am 16.05.2012 19:47
so soll's gewesen sein lt.
Zitat
http://de.wikipedia.org/wiki/Sendeanlagen_in_Mainflingen
Die Mittelwellensendeanlage Mainflingen wurde im Jahr 1966 errichtet. Sie wird auch als Mainflingen B bezeichnet und liegt im Gegensatz zur Langwellensendeanlage südlich der A 3. Als Antennenanlage wird ein 95 Meter hoher, gegen Erde isolierter Stahlfachwerkmast verwendet.

Bis 1978 war Mainflingen auch Reservestandort für alle Mittelwellenfrequenzen des Deutschlandfunks auf der Frequenz 1.539 kHz. Hierfür existierte ein 144 Meter hoher, gegen Erde isolierter Stahlfachwerkmast mit Reusenantenne. Bis 1983 existierte noch eine Kreuzdipolantenne, die in 75 Meter Höhe an fünf 88 Meter hohen, gegen Erde isolierten Stahlfachwerkmasten befestigt war. Am 1. Januar 1995 wurde die Ausstrahlung des Deutschlandfunks über den Sender Mainflingen aufgegeben, da die Antenne einen schlechten Wirkungsgrad hatte und der Sender Heusweiler als Ersatz gewonnen werden konnte. Bis 1983 wurde während der Nachtstunden für die Verbreitung des Mittelwellenprogramms des Deutschlandfunks eine an zwei 85 Meter hohen Masten in 75 Meter Höhe aufgehängte Dipolantenne verwendet. Sie ist heute abgebaut.

Ursprünglich sollte die Anlage abgerissen werden, doch fand sich ab 1. Juli 1997 der Evangeliums-Rundfunk als Nachmieter. Dieser veranlasste im Jahr 2005 den Aufbau einer neuen Kreuzdipolantenne für 2,4 Millionen Euro, die ab dem 1. April 2006 für den Fernempfang morgens und abends eingesetzt wird. Die Kreuzdipolantenne besteht aus fünf 80 Meter hohen Stahlfachwerkmasten, welche den schräg in die Ionosphäre strahlenden Kreuzdipol tragen. Hierbei ist der Mittelmast geerdet und die vier Randmasten sind gegen Erde isoliert. Diese Kreuzdipolantenne ist die einzige Rundfunksendeantenne in Deutschland, über die zirkular-polarisierte Radiowellen abgestrahlt werden und neben der im Juli 1995 stillgelegten und inzwischen abgebauten Kreuzdipolantenne des einstigen RIAS-Senders in Berlin-Britz die einzige ihrer Art in Deutschland.

Die Mittelwellensendeanlage wurde am 31. Dezember 2011 aus Kostengründen seitens des ERF abgeschaltet. Am 5. März 2012 wurde bekannt, dass der letzte potenzielle Nachmieter abgesprungen sei und die Anlage nun abgerissen werde.[


von iro - am 16.05.2012 19:49
http://www.secondhandlps.de/showlp/23957/Vogue-Sampler-Deutsch-Musik-im-Deutschlandfunk---Ici-L-Allemagne.html

jene ?
Findet sich auf der Rückseite einer "weit" verbreiteten DLF-Schallplatte.

von sup2 - am 16.05.2012 21:00
Vorerst Danke für den allgemeinen Zuspruch.

Zitat
Heinz Schuld
Dürfte ich einige der wunderbaren Bilder für die Senderfotoseite von ukwtv.de verwenden?


Alle meine Bilder - auch jene von der Homepage - können für die Senderfotoseite verwendet werden.

Zitat
kirkroger
Reusenantenne, richtig. In Mainflingen stand aber keine!


1979 war sie allerdings mit etlichen anderen Sendemasten in Mainflingen in einer Radiozeitschrift abgebildet.

Zitat
Heinz Schulz
Die LW 209 kHz wurde zu keinem Zeitpunkt von dort abgestrahlt.


Nachdem man 1978 von den USA die Nutzungsrechte für die Langwelle 209 kHz bekommen hatte, wurde bis zur Wiederinbetriebnahme von Erching 1979 der DLF in Mainflingen versuchsweise mit einem 15 kW-Sender ausgestrahlt.

von Wasat - am 16.05.2012 21:09
Genau diese Antenne wars :spos:

@ Wasat: DIe Versuchssendungen auf LW 209 kHz via Mainflingen hatte ich völlig vergessen. Nun fällt es mir wieder wie Schuppen von den Haaren.

von Heinz Schulz - am 17.05.2012 08:44
Habe den Faden jetzt erst entdeckt. Bin ziemlich begeistert. :spos:

von Wolf Sch - am 17.05.2012 17:12
Der auf dem LP-Cover abgebildete Sendemast war es (so ungefähr)... denn nun werfen sich einige Fragen auf. Anhand der aufgeführten Interpreten lässt sich die LP ziemlich genau auf 1970 datieren: Daisy Door sang da noch bei der Deutschen Vogue (dann wechselte sie zur Ariola und hatte 71 ihren einzigen Hit mit "Du lebst in deiner Welt". Auch Jean-Fracois Michael (Adieu, Jolie Candy) und Jaques Dutronc (Paris, seveilles) zeigen eindeutig nach 1970.

Legt man das Foto zugrunde, so ist dieses NICHT südlich der Autobahnraststätte entstanden. Die Bewaldung und der Zaun deuten auf Mainflingen, und dort einer von beiden Sendestandorten - der des Zeitzeichensenders liegt noch mehr im Wald als der einstige DLF/ERF.

Das bedeutet: Der Sendemast muss irgendwann verlegt worden sein- samt Stumpf und Stiel, sozusagen. Ich habe ihn aus den Jahren 1975-76-77-78 in Erinnerung, und da stand er wenige hundert Meter südlich der immer noch existierenden Autobahnraststätte Weiskirchen Süd, östlich vom hr-Sender 594/3 kHz. Ausser ein paar Büschen ist da sonst keine Bewaldung...

Und ich habe in Erinnerung, dass die Reuse/der Ring eindeutig TIEFER hing und etwas BREITER war.

Kann jemand nun herausfinden, wann der besagte Sendemast für welche Frequenz im Einsatz war, wann er verlegt wurde und wann der "Abriss" stattfand - denn plötzlich war das Ding weg...

Fragen über Fragen, für echte Spezialisten! Gibt das WRTH da nichts her?
[attachment 154 rnisendeschiff.jpg]

von kirkroger - am 19.05.2012 01:33
Ich würde mir mehr solcher Beiträge im Forum wünschen!

Noch ein paar Richtwirkungsfragen:
Zur Erzeugung von Richtdiagrammen werden also beide Masten aktiv angesteuert.
Ich nehme an, dies ist auch in Donebach, Nordkirchen, Wilhemskirch, Ehndorf und Heusweiler der Fall?
Wie ist es in Cremlingen mit dem 99m Reflktormast?
Oder anders gefragt:
Wird schon eine Richtwirkung erzielt, wenn ein Mast bestimmter Höhe in bestimmten Abstand einfach so passiv in der Gegend steht?

von Harald Z - am 25.05.2012 09:32
Zitat
Harald Z

Wird schon eine Richtwirkung erzielt, wenn ein Mast bestimmter Höhe in bestimmten Abstand einfach so passiv in der Gegend steht?


Kurze Frage, kurze Antwort: JA :cool:

von DH3FBI - am 25.05.2012 12:21
Dann ist es aber bei einer Anlage mit zwei Masten nicht möglich wirklich rund zu senden, indem man nur einen Mast ansteuert.
Für Rundstrahlung werden also ebenfalls beide Maste entsprechend angesteuert(?).

von Harald Z - am 25.05.2012 12:33
Zitat
Harald Z
Dann ist es aber bei einer Anlage mit zwei Masten nicht möglich wirklich rund zu senden, indem man nur einen Mast ansteuert.


Wenn sich der zweite Mast im Nahfeld der Sendeantenne befindet und eine resonante bzw. beinahe resonante Länge hat, wird das Strahlungsdiagramm beeinflusst. Diesen Effekt kennt man von sog. Yagi-Antennen.
In wieweit das Diagramm beeinflusst wird, hängt letztlich von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Zur zweiten Frage kann ich nur sagen, dass wenn man mit zwei Masten rundstrahlen will, wird bestenfalls (bei entsprechendem phasing) sich eine Kleeblatt-ähnliche Abstrahlung erreichen lassen. Dies könnte man grosszügig ausgelegt Rundstrahlung nennen...

von DH3FBI - am 25.05.2012 14:34
Zitat
Harald Z
Dann ist es aber bei einer Anlage mit zwei Masten nicht möglich wirklich rund zu senden, indem man nur einen Mast ansteuert.
Für Rundstrahlung werden also ebenfalls beide Maste entsprechend angesteuert(?).


Ich weiß nicht, ob das bei solchen Sendern tatsächlich gemacht wird, aber:
Relevant ist ja die elektrische Länge einer Antenne. Wenn die deutlich kleiner Lambda/4 ist, hat sie wenig Einfluß auf das Richtdiagramm. Wenn man eine mechanisch zu kurze Antenne anpasst, wirkt sie sich aufs Diagramm einer benachbarten Antenne aus - auch wenn sie selbst nicht gespeist wird.
Umgekehrt bedeutet das, daß man eine solche Antenne verstimmen kann - dann wirkt sie sich nicht mehr (so sehr) aufs Diagramm aus.
D.h.:
Richtstrahlung -> beide Masten resonant
Rundstrahlung -> einen der beiden Masten "wegstimmen".

Ob das bei Mittelwellensendern tatsächlich praktiziert wird?

Aus dem Amateurfunk ist z.B. bekannt, daß man z.B. eine Sendeantenne fürs 160m-Band am besten beim Empfangen über eine benachbarte Beverage-Antenne verstimmt, da sonst die Richtwirkung der Empfangsantenne durch Verkopplungseffekte leidet.

von DH0GHU - am 25.05.2012 19:22
Zitat
Ulrich Hilsinger
Richtstrahlung -> beide Masten resonant
Rundstrahlung -> einen der beiden Masten "wegstimmen".

Ob das bei Mittelwellensendern tatsächlich praktiziert wird?


In den USA erfolgt dies bei vielen AM-Radiostationen, weil man dort zur Vermeidung von Störungen tags und nachts oft unterschiedliche Diagramme fahren muss.

Z.B. WBT in Charlotte, North Carolina:

Das ist die Sendeanlage mit 3 Masten, die in Südost-Nordwest-Richtung stehen:


Hier findet man das Tagesprofil mit annähernder Rundstrahlung: http://www.radio-locator.com/cgi-bin/pat?call=WBT&service=AM&status=L&hours=D
Es wird nur der mittlere Mast benützt.

Und hier das Nachtprofil: http://www.radio-locator.com/cgi-bin/pat?call=WBT&service=AM&status=L&hours=N
Die 3 Masten werden unterschiedlich angesteuert:
Der westliche mit +49° Phasenverschiebung
Der mittlere bleibt bei 0
Der östliche mit -47,5°

von Wasat - am 26.05.2012 19:27
*hochhol des fantastischen beitrags!*

Aholming ist noch nicht überflutet! ;) Die in der Nähe liegenden A3 & A92 dafür schon.
Aber hier gibts neue Bilder & Video vom Sender:





Video:

http://youtu.be/wCdKRRJeO20

von Tesco.live - am 04.06.2013 19:22
Der Reusenmast Mainflingen ist auf http://skyscraperpage.com/cities/?buildingID=59238 beschrieben.

von Wellenschneider - am 05.06.2013 16:04
Zitat
Wasat
Zitat
Ulrich Hilsinger
Richtstrahlung -> beide Masten resonant
Rundstrahlung -> einen der beiden Masten "wegstimmen".

Ob das bei Mittelwellensendern tatsächlich praktiziert wird?


In den USA erfolgt dies bei vielen AM-Radiostationen, weil man dort zur Vermeidung von Störungen tags und nachts oft unterschiedliche Diagramme fahren muss.

Z.B. WBT in Charlotte, North Carolina:

Das ist die Sendeanlage mit 3 Masten, die in Südost-Nordwest-Richtung stehen:


Hier findet man das Tagesprofil mit annähernder Rundstrahlung: http://www.radio-locator.com/cgi-bin/pat?call=WBT&service=AM&status=L&hours=D
Es wird nur der mittlere Mast benützt.

Und hier das Nachtprofil: http://www.radio-locator.com/cgi-bin/pat?call=WBT&service=AM&status=L&hours=N
Die 3 Masten werden unterschiedlich angesteuert:
Der westliche mit +49° Phasenverschiebung
Der mittlere bleibt bei 0
Der östliche mit -47,5°


Eine wunderschoene Blaw Knox Anlage !

von 102.1 - am 05.06.2013 16:17
Was ich nie verstanden habe, ist, dass der DLF über zwei Langwellensender in Süddeutschland ausgestrahlt wurde und wird. Diese Frequenzen haben faktisch die selbe Reichweite und wirklich weit liegen die beiden Sender nicht auseinander.

Warum wurde nie ein Langwellensender in Norddeutschland aufgebaut? Selbst zu Hochzeiten des sog. "Kalten Krieges" nicht. Natürlich kommen 153 kHz und die 207 kHz beide im Norden soweit an, dass die Wortbeiträge verständlich sind. Aber ehefrautauglich zu empfangen sind beide Sender mit herkömmlichen Radios nicht.

Zwar gibt mit der 103,5 MHz bei uns für den Nahbereich eine gute Versorgung und mit der 756 kHz einen starken Mittelwellensender, aber ohne vernünftiges Equipment und mit Beifahrer gab es im Norden vielleicht keine "technischen" Versorgungslücken, aber doch immer wieder derartige Funklöcher oder Störungen, dass ich oft genug aufgefordert worden bin, doch bitte einen anderen Sender im Autoradio einzustellen...

von Murky - am 07.06.2013 20:18
Der Hauptsender ist Donebach. Aber weil man vor allem nachts richtung Rumänien ausblenden muss, hat man Aholming quasi als "Füllsender" aufgebaut. Donebach ist aber grundsätzlich für das ganze Land gedacht gewesen. Und normalerweise schafft er das ja auch.

von Terranus - am 07.06.2013 20:21
@Murky:
Schau dir einfach mal die Karte der Mittelwellensender des DRadio an (blau ist DLF)
http://209.68.42.62/sender/dlr_mw.jpg

Da ist der Norden mit Neumünster 1269 und Braunschweig 756 kHz noch vergleichsweise gut versorgt, während der Süden mit Ravensburg 756 und Thurnau 549kHz deutlich schlechter weg kommt. Aholming und Donebach sind also genau dort, wo im Süden die großen weißen Lücken in der Mittelwellenversorgung sind.

Donebach blendet übrigens abends nach Südosten scharf aus, dann geht auf 153kHz fast nix mehr, tlw. kommen schon andere Sender durch. Gerade dann geht es ohne Aholming hier nicht mehr.

Das Gebiet der ehemaligen DDR kommt in Sachen DLF auf Mittel-/Langwelle zwar am schlechtesten weg, aber dort dürfte wenigstens das UKW-Netz beider DRadio-Programme recht brauchbar sein.

von Habakukk - am 07.06.2013 20:41
Zitat
Murky
Warum wurde nie ein Langwellensender in Norddeutschland aufgebaut? Selbst zu Hochzeiten des sog. "Kalten Krieges" nicht.


Der DLF wurde früher über Braunschweig/Königslutter auf 548 kHz mit 800 kW gesendet, womit ein Großteil der DDR abgedeckt werden konnte. Nachts war die Raumwelle aus Mainflingen auf 1538 kHz mit 700 kW überall gut zu hören.

Aholming war eigentlich ein Erbe der Amerikaner. Diese haben 1953 in Erching bei München einen 1000 kW-Langwellensender auf 173 kHz in Betrieb genommen, um Fremdsprachenprogramme nach Osteuropa zu senden. Anfang der 1970er-Jahre bauten dann die Sowjets eine Kette von LW-Sendern entlang der Westgrenze der UdSSR, womit der Sender Erching unbrauchbar und 1973 abgeschaltet wurde. Da der DLF in Ostbayern wegen der Ausblendung von Donebach Richtung Rumänien nur sehr schlecht zu empfangen war, übernahm man die Anlage in Erching und ließ sich dafür im neuen Genfer Wellenplan die 207 kHz reservieren. Da man auch 207 kHz Richtung Osten (Kiew) ausblenden musste und die Anlage in Erching zahlreiche technische Unzulänglichkeiten besaß, war der Bau einer neuen Anlage notwendig, welche wegen der Ausblendung möglichst weit im Osten stehen sollte. Weil damals von einem Ableben der DDR noch keine Anzeichen zu erkennen waren und der Norden gut versorgt war, war der Neubau in Niederbayern zwangsläufig.

von Wasat - am 07.06.2013 21:30
Derzeit ist Aholming abgeschaltet; der Langwellensender Aholming auf 207 kHz wurde gestern (06.10.2014) für ca.14 Tage abgeschaltet. Grund ist die gesetzlich vorgeschriebene Hauptprüfung des Mastes und der Pardunen. Die Abschaltungen sind vom Wetter abhängig.

von dxbruelhart - am 07.10.2014 07:03
Zitat
dxbruelhart
Derzeit ist Aholming abgeschaltet; der Langwellensender Aholming auf 207 kHz wurde gestern (06.10.2014) für ca.14 Tage abgeschaltet. Grund ist die gesetzlich vorgeschriebene Hauptprüfung des Mastes und der Pardunen. Die Abschaltungen sind vom Wetter abhängig.


Und das dauert wirklich so lange?
Ich hab es heute Nacht mitbekommen ich mußte auf die bei mir schlechte LW 153khz ausweichen.
Die 153khz ist bei uns (rund um Gerwisch ) nicht zu gebrauchen da die Frequenz auch von anderen Sendern belegt ist und der Sender Burg (Ortsteil Brehm) tuht zudem sein bestes auch noch von da auf der Frequenz 139 kHz mit dem Dienst DCF 39, zu senden was auch in der nähe Auswirkungen auf die 153khz hat.

von DABM - am 07.10.2014 08:52
Zitat
Wasat
Da man auch 207 kHz Richtung Osten (Kiew) ausblenden musste und die Anlage in Erching zahlreiche technische Unzulänglichkeiten besaß, war der Bau einer neuen Anlage notwendig, welche wegen der Ausblendung möglichst weit im Osten stehen sollte. Weil damals von einem Ableben der DDR noch keine Anzeichen zu erkennen waren und der Norden gut versorgt war, war der Neubau in Niederbayern zwangsläufig.


War es nicht so, dass man zunächst darüber nachdachte, den Sender Erching mit einem zweiten Mast auszustatten, um damit eine Ausblendung nach Nordosten zu erzielen - dies aber wegen des bevorstehenden Baus des neuen Münchner Flughafens nicht erlaubt wurde? Meines Wissens hat man sich aufgrund dieser Einschränkung für den neuen Standort in Aholming entschieden.

von RadioNORD - am 07.10.2014 12:22
Läuft wieder !!

von stereofon - am 25.10.2014 20:50
Schade daß die LW und MW Sender des DLF Ende 2014 abgeschaltet werden.

von cain - am 26.10.2014 07:20
Hallo,
die Mittelwellen laufen erstmal noch bis Ende 2015. Nur die 3 Langwellen werden Ende des Jahres abgeschaltet.
Für mich unbegreiflich, so ein großes Land wie Deutschland sollte sich wenigstens 2 Langwellensender leisten können. Von mir aus 153 kHZ aus und auf die Frage 177 kHZ den DLF drauf. So sollte ganz Deutschland einigermaßen versorgt sein und der Overspil bleibt auch erhalten.

VG Karl3

von Karl 3 - am 26.10.2014 08:26
Um die 177 kHz ist es echt schade, bis auf den Suedwesten der Republik ging sie ueberall gut bis sehr gut. Selbst in Finnland habe ich sie ausgezeichnet im Renault Megane-Werksradio gehoert.

Ob man die Abschaltung von Zehlendorf zum Anlass nimmt, die dortigen UKW-Frequenzen zu verlagern oder ebenfalls abzuschalten, um den Mast umlegen zu koennen?

von PowerAM - am 26.10.2014 09:41
Zitat
Karl 3
Für mich unbegreiflich, so ein großes Land wie Deutschland sollte sich wenigstens 2 Langwellensender leisten können.


Diese Diskussion hatten wir hier schon mehrmals. Zusammengefasst die Argumente für die Abschaltung der Langwelle:
- Immer mehr Radiogeräte können keine Langwelle empfangen
- Die elektrischen Störungen, welche sich im Langwellenbereich besonders stark auswirken, haben in den letzten Jahren enorm zugenommen
- Fast überall gibt es alternative Empfangsmöglichkeiten
- Die Betriebskosten der Sendeanlagen sind sehr hoch

Die Gegenargumente sind eher theoretischer Natur (Notfallvorsorge, grenzüberschreitender Empfang, Versorgung entlegener Flecken) und können damit kostenmäßig nicht standhalten, nicht zuletzt deshalb, weil in den Anlagen ständig investiert werden müsste. Wenn dafür das Geld nicht genehmigt wird, sind die Anlagen in längstens 10 Jahren sowieso abbruchreif.

In Frankreich sieht die Situation anders aus. Dort kann man die Langwellensender offenbar betriebswirtschaftlich rechtfertigen. Sonst hätten z.B. die privaten Betreiber von RTL, Europe 1 und RMC längst abgeschaltet.

von Wasat - am 26.10.2014 09:52
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