Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
40
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren
Beteiligte Autoren:
Spacelab, Manfred Z, Habakukk, Wiesbadener, Mr. DABelina, Winnie2, Felix II, iro, Alqaszar, RheinMain701, ... und 8 weitere

Was wird aus UKW/FM ?

Startbeitrag von Felix II am 19.06.2012 21:39

Wenn Digitalradio das Analoge ablöst, was wird dann eigentlich aus dem Bereich zwischen 87,5 MHz und 108,0 MHz ? Bliebe der frei ? Gäbe es eine Nachnutzung (außer FM-Transmitter) ?

Man wird den doch nicht einfach "verfallen" lassen ....

Antworten:

Es gab mal den Vorschlag, Lokal- und Unisender im UKW-Band weiterlaufen zu lassen, weil für die ein DAB-Regiomux zu teuer wäre und ein Lokalmux wegen dem L-Band eher sinnfrei.

Ansonsten lässt man das Band frei, um und DXern etwas zu gönnen.

von RheinMain701 - am 19.06.2012 22:11
Falls die bestehenden Sender das Band eines Tages verlassen sollten, wird es genügend Anwendungen geben, die dieses dann als Teil des "white space" nutzen können.

von Alqaszar - am 20.06.2012 00:02
Auch wenn vielleicht etwas Wunschdenken dabei ist, gehe ich davon aus, dass auf UKW FM durch DRM+ abgelöst werden wird.

Dass heißt nicht, dass dadurch DAB(+) obsolet werden wird, aber DRM+ wird den Hörfunk-Programmanbietern eine größere Flexibilität bei ihren Sendernetzen erlauben, da sie sich nicht mit anderen Anbietern einen MUX teilen müssen. Last but not least sind die Ausbreitungsbedingungen auf UKW günstiger als im VHF-Band III, wo sich gerade beim Inhouse-Empfang eine deutlich höhere Dämpfung bemerkbar macht.

Ich kann mir gut ein fließendes Umstiegsszenario von FM auf DRM+ vorstellen, da beide Systeme ohne große gegenseitige Beeinflussung nebeneinander existieren können.

Ein "leeres" UKW-Band wird es sicherlich nicht geben - aber hoffentlich weniger Überfüllung als heute.

von DigiBC - am 20.06.2012 07:20
@ Alqaszar: Welche denn, nenne sie mal beim Namen die 'genügenden Anwendungen'.

von Felix II - am 20.06.2012 07:35
Man könnte das UKW Band zur "Ortsfesten Datenübertragung" benutzen. Ja diesen Vorschlag gab es wirklich mal und ging auch mal durch einige Fachzeitschriften. Gemeint sind hiermit WLAN Geräte die nicht mehr im anfälligen GHz Bereich funken, sondern im UKW Bereich. Aber auch Funkthermometer, oder Funkkopfhörer und Funkvideosysteme sind im UKW Band denkbar. Die Hersteller meckern ja schon seit Ewigkeiten über das total überfüllte und entsprechend störungsbelastete ISM und SRD Band.

Wahrscheinlicher wird aber sein dass das UKW Band auch weiterhin für Radio genutzt wird. Dort werden sich dann die Sublokalfunker und Uni Radios breit machen.

von Spacelab - am 20.06.2012 07:56
Also angesichts der Tatsache, dass die Mittelwelle auxch noch 60 Jahre nach Einführung von UKW weiter lebt, denke ich, dass ich das Ende von UKW (bin jetzt schon über 40) nicht mehr erleben werde. Eher erlebe ich wohl das Ende von DAB+ :boese:

von Wiesbadener - am 20.06.2012 08:00
Zitat

Auch wenn vielleicht etwas Wunschdenken dabei ist, gehe ich davon aus, dass auf UKW FM durch DRM+ abgelöst werden wird.


Irgendwie ist es so still geworden um DRM+. Mir scheint, dass das System doch technisch ausgereift ist, entsprechende Tests waren doch positiv. Aber man hört schon seit Jahren nichts neues dazu, alles dreht sich - wenn überhaupt - um HD-Radio oder halt dann DAB. Wird DRM+ vielleicht zugunsten von DAB+ klein gehalten, damit die Einführung von DAB+ nicht noch schwieriger wird als sie es eh schon ist?

von Habakukk - am 20.06.2012 08:04
Zitat
Habakukk
Zitat

Auch wenn vielleicht etwas Wunschdenken dabei ist, gehe ich davon aus, dass auf UKW FM durch DRM+ abgelöst werden wird.


Irgendwie ist es so still geworden um DRM+. Mir scheint, dass das System doch technisch ausgereift ist, entsprechende Tests waren doch positiv. Aber man hört schon seit Jahren nichts neues dazu, alles dreht sich - wenn überhaupt - um HD-Radio oder halt dann DAB. Wird DRM+ vielleicht zugunsten von DAB+ klein gehalten, damit die Einführung von DAB+ nicht noch schwieriger wird als sie es eh schon ist?


So kann man das sehen. Man will halt nur ein System einführen, was freilich technisch auch irgendwo Sinn macht. In den kommenden Monaten sollen wohl Tests laufen mit Single Carrier auf DAB+ oder Nullbyte-Ausstrahlungen. Sprich: Wenn ein Sender nur am Standort Koblenz interessiert ist wird er auch nur in Koblenz ausgestrahlt, die anderen Sender versenden dann Nullbytes im Multiplex. Über Sinn und Unsinn haben wir ja schon diskutiert.

Sinnvoller ist ein Single Carrier, also quasi ein leistungsschwacher Multiplex, der nur aus einem Programm besteht (oder falls der Anbieter es wünscht aus zusätzlichen Unterprogrammen). So ein Beispiel erleben wir derzeit auf DVB-T in Leipzig: Radio Leipzig hat sich Kapazitäten gesichert und hat zwei seiner Kanäle eigenständig an Fremdanbieter vermietet.

von Wiesbadener - am 20.06.2012 08:13
Moment! Wir haben hier nur geschrieben das DRM+ besser ist als HD Radio. Aber perfekt ist anders. DRM+ hat teilweise starke Probleme mit Reflexionen und Mehrfachempfang. Außerdem soll es sehr schwierig sein ein SFN aufzubauen. Das hat man aber meines Wissens in der Praxis nie ausprobiert. Außerdem darf man auch nicht vergessen das die Radiohersteller nie vor hatten passende Empfänger herzustellen. Das kam alles nicht über das Experimentierstadium hinaus. Und für DAB(+) gab es schon Empfänger.

von Spacelab - am 20.06.2012 08:15
Zitat
Wiesbadener
Sinnvoller ist ein Single Carrier, also quasi ein leistungsschwacher Multiplex, der nur aus einem Programm besteht (oder falls der Anbieter es wünscht aus zusätzlichen Unterprogrammen).

Ich hab vor längerem schon gelesen dass das in irgendeinem Land bereits so in betrieb ist. Da wird mit maximaler Fehlerkorrektur gearbeitet was den Vorteil hat das man nur relativ wenig Sendeleistung benötigt um ein Gebiet abzudecken. Und da man ja quasi alleine im Mux ist kann man ruhig verschwenderisch sein.

Zitat
Wiesbadener
So ein Beispiel erleben wir derzeit auf DVB-T in Leipzig: Radio Leipzig hat sich Kapazitäten gesichert und hat zwei seiner Kanäle eigenständig an Fremdanbieter vermietet.

Machen die Amis es mit ihrem DVB-T (oder richtigerweise ATSC) nicht genauso? Dort hat doch auch jede Station ihren eigenen Mux. Nur nutzen die die vorhandene Kapazität noch für ihr HDTV Programm.

von Spacelab - am 20.06.2012 08:23
@Spacelab: Genau, bei maximaler Fehlerkorrektur würden wohl 100 Watt ausreichen um eine mittelgroße Stadt zu versorgen. Das deckt sich dann ungefähr mit den Kosten, die UKW momentan verursacht.

von Wiesbadener - am 20.06.2012 08:29
Zitat
Spacelab
Moment! Wir haben hier nur geschrieben das DRM+ besser ist als HD Radio. Aber perfekt ist anders. DRM+ hat teilweise starke Probleme mit Reflexionen und Mehrfachempfang.

Gut, das wusste ich nicht. Dachte, die Probleme mit Reflexionen und Mehrwegeempfang wären hauptsächlich bei HD-Radio aufgetreten. Aber gut, DRM+ funktioniert ja im Prinzip ähnlich, also dürfte es auch ähnliche Probleme haben.

Zitat
Spacelab
Außerdem soll es sehr schwierig sein ein SFN aufzubauen. Das hat man aber meines Wissens in der Praxis nie ausprobiert.

Letztendlich unterscheidet sich ja ein SFN nicht so von einem Ein-Standort-Sender mit extremen Reflexionen und Mehrwegeempfang. Ist ja die gleiche Problematik...

Zitat
Wiesbadener
Genau, bei maximaler Fehlerkorrektur würden wohl 100 Watt ausreichen um eine mittelgroße Stadt zu versorgen. Das deckt sich dann ungefähr mit den Kosten, die UKW momentan verursacht.


Was für ein Lokalradio immer noch ein Nachteil gegenüber den anderen ist, die in einem großen Mux mit einem Bruchteil der heutigen UKW-Ausstrahlungskosten auskommen. Allerdings kann ein Lokalradio sich auch immer noch mit einem Anbieter von Datendiensten zusammen tun, wenn sich kein anderes Radioprogramm findet, mit dem man sich den Mux teilen kann.

von Habakukk - am 20.06.2012 08:53
Warum zukünftig nicht DAB im Band 2?

DRM+ (ex DRM 120) ist erfunden worden, weil das DRM-Konsortium weitere Anwendungsmöglichkeiten für DRM gesucht hat.

Kein Mensch braucht jedoch ein weiteres digitales Hörfunksystem. Wenn die großen Ketten eines Tages das Band 2 verlassen haben, gibt es genügend Platz im Band 2, sodass das Kanalraster von 100 kHz (wie auch bei DRM+) dann wieder durch ein 200-kHz-Raster ersetzt werden kann.

Die vernünftige Lösung lautet dann: ein für Band 2 optimiertes DAB mit 200-kHz-Raster.[Merke: das Modulationsverfahren heißt DAB, nicht DAB+. DAB+ und DMB sind Datenstrom-Ergänzungen zu DAB.] Evtl. könnten auch Doppelkanäle für DMB spezifiziert werden.

von Manfred Z - am 20.06.2012 09:34
Dies müsste aber sehr schnell als möglicher Verbreitungsweg definiert werden, denn viele DAB+ Empfänger haben keine Software Update Möglichkeit. Wenn aber eine kritische Masse an DAB+ Empfängern am Markt ist und ein Großteil mangels Update Möglichkeit nicht auf Band II Empfang nachgerüstet werden kann, dann werden auch die Lokalfunker kein Interesse daran haben in einem Frequenzbereich zu senden der vom Großteil der Empfänger nicht empfangen werden kann.

von Mr. DABelina - am 20.06.2012 10:36
Zitat

Wenn aber eine kritische Masse an DAB+ Empfängern am Markt ist und ein Großteil mangels Update Möglichkeit nicht auf Band II Empfang nachgerüstet werden kann, dann werden auch die Lokalfunker kein Interesse daran haben in einem Frequenzbereich zu senden der vom Großteil der Empfänger nicht empfangen werden kann.

Früher ging das UKW-band bis 100 MHz, dann bis 104 MHz, schließlich bis 108 MHz. Es gab zu jeder Zeit eine kritische Masse an Empfängern am Markt und es hat trotzdem keinen Sender davon abgehalten, dort zu senden - obwohl ein Großteil der Radios das nicht verstand!

Und hier noch meine Kaffeesatzleserei zum Thema:

auch in 30 Jahren wird noch in FM auf dem UKW-Band gesendet werden, allerdings sind dort nur noch Lokalsender (Dorf/Stadt/Gemeente), Uniradios, OKs, NKLs und Piraten zu finden.
(alle anderen werden in der Zwischenzeit aus Kostengründen zu DAB wechseln).
Dazu noch diverse FM-Transmitter, denen zukünftig eine etwas höhere Sendeleistung zugestanden wird.
Evtl. wird das Band etwas zusammengeschrumpft auf 87.5-100 MHz, da für mehr kein Bedarf mehr vorhanden ist.

von iro - am 20.06.2012 10:54
Das Argument mit dem Update gilt auch für DRM+ und jedes andere digitale System im Band 2 - ist also nicht relevant.

von Manfred Z - am 20.06.2012 10:56
Aber Schmalband-DAB ist doch ebenso wie DRM+ noch nicht standardisiert. DRM+ scheint mir da näher dran zu sein, dafür gab's zumindest mal Feldversuche. Oder gibt es schon konkrete Pläne/Tests für ein Schmalband-DAB in Band II? Höre davon hier zum ersten mal...

Dem Hörer ist es denke ich reichlich egal, ob er wegen einer Analog-UKW-Banderweiterung (von 100 auf 104, später auf 108 MHz), oder wegen DAB, wegen DAB+, oder DRM+ / DAB+ im Band II ein neues Radiogerät braucht. Es gibt neue Programme und für die braucht er ein neues Radio. Egal, welchen technischen Hintergrund das hat, das interessiert nur uns Freaks.

Man kann aber die UKW-Banderweiterung von damals nicht mit der Situation heute vergleichen. Damals hatte Hörfunk einen ganz anderen Stellenwert als heute, der Wirtschaft gings noch vergleichsweise gut, es wurde nicht an allen Ecken und Enden gespart, Hörfunk insgesamt war noch im Wachsen begriffen (Einführung Privatfunk) und der Werbemarkt alles andere als gesättigt. Das alles trifft heute ja nicht zu, heute geht es allenfalls um etwas mehr Programmvielfalt im Hörfunk, aber angesichts von TV, Internet, usw. hat das halt nicht mehr die Relevanz wie damals.

von Habakukk - am 20.06.2012 10:57
Zitat
Manfred Z
Das Argument mit dem Update gilt auch für DRM+ und jedes andere digitale System im Band 2 - ist also nicht relevant.

Richtig, aber ein Lokalsender wird sich sicherlich überlegen ob er heute in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lieber etwas mehr ausgibt, im Band III sendet und damit 80% seiner potentiellen Hörer erreicht, oder ob er eine Exotentechnik (egal ob DAb+, DRM+ oder HD Radio) im Band II wählt und damit über lange Zeit erstmal nur 50 Hörer in seinem Sendegebiet erreicht.

von Mr. DABelina - am 20.06.2012 11:29
Jepp. Es gibt für Lokalsender doch nur zwei Szenarios:

- auf UKW bleiben
- DAB im Band III

Alles andere ist doch für Lokalsender nicht zu stemmen, das wäre ein erheblicher Nachteil gegenüber ihren Mitbewerbern, wenn sie in einem Bereich/Modus senden müssen, den die etablierte Gerätebasis bei den Hörern wieder nicht beherrscht.

Da die analogen AM-Bereiche ja auch viel länger durchgehalten haben, glaube ich, dass man auch Band II (UKW) noch recht lange analog nutzen wird, vielleicht behält man ja eine analoge Grundversorgung mit einem öffentlich-rechtlichen Programm pro Region bei.

Aber solange DAB+ noch nicht über dem Berg ist, brauchen wir uns eigentlich keine Gedanken machen. Scheitert DAB+ nämlich, wird es auch auf lange Frist bei analogem UKW bleiben.

von Habakukk - am 20.06.2012 11:33
Ich denke es ist am wahrscheinlichsten das die kleinen Lokalfunker und Uniradios auf UKW bleiben und irgendwann auf DAB(+) wechseln. Entweder tun sich ein paar Sender zusammen und teilen sich die Kosten für einen leistungsstärkeren Mux. Oder sie schalten auf maximale Fehlerkorrektur und drehen die Sendeleistung runter. DRM+ ist über das Experimentierstadium nie herausgekommen. Deshalb sollte man das nur als theoretisches Gedankenspiel sehen.

von Spacelab - am 20.06.2012 13:13
Ursprünglich war geplant, dass Band II nach erfolgreicher Etablierung von DAB+ im Band III für DRM+ umzunutzen. Allerdings ist es fragwürdig, ob man wirklich zwei verschiedene terrestrische Digitalradiostandards ohne deutlich differenzierte Anwendungen benötigt.

Mein Vorschlag wäre daher, dass Band II freizulassen und im Gegenzug Amateuren und Kleinsender bis 1mW auf UKW freizugeben. Dann könnte man mit Umsetzern von DAB+ oder Internetradio auf UKW auch die bestehenden UKW-Radios weiternutzen

von freiwild - am 20.06.2012 14:56
Zitat
freiwild
Ursprünglich war geplant, dass Band II nach erfolgreicher Etablierung von DAB+ im Band III für DRM+ umzunutzen.


Eine solche Planung hat es nie gegeben. Es hat lediglich Tests gegeben, die von der DRM-Fraktion initiiert worden sind.

von Manfred Z - am 20.06.2012 15:18
Zitat
Habakukk
Aber solange DAB+ noch nicht über dem Berg ist, brauchen wir uns eigentlich keine Gedanken machen. Scheitert DAB+ nämlich, wird es auch auf lange Frist bei analogem UKW bleiben.


Richtig. Bei dem Schneckentempo, welches man bei DAB+ in unserer schnelllebigen Zeit an den Tag legt, sollte man sich eher überlegen, wie man das VHF3-Band noch effektiver mit einem DAB+-Nachfolgesystem nutzen kann. :D

von rabbe - am 20.06.2012 15:28
Und über diese Tests ist man auch nie hinaus gekommen. DRM+ wurde nie irgendwo eingeplant. Wurde DRM+ überhaupt fertig spezifiziert? Im letzten PDF das ich hatte hieß es das man die Tests abgeschlossen habe, man die Ergebnisse auswerte und man sich entsprechende Modifikationen noch vorbehalte. Und dann hörte man von der ganzen Geschichte nix mehr.

von Spacelab - am 20.06.2012 15:37
Ich würde sagen. Bitte stellt diese Frage (Was wird aus UKW/FM?) in fünf Jahren nochmal. Derzeit gibt es keine schlüssige Anwort auf diese Frage, von wilden Spekulationen mal abgesehen.

von Winnie2 - am 20.06.2012 15:44
Zitat
rabbe
Bei dem Schneckentempo, welches man bei DAB+ in unserer schnelllebigen Zeit an den Tag legt, sollte man sich eher überlegen, wie man das VHF3-Band noch effektiver mit einem DAB+-Nachfolgesystem nutzen kann. :D

Ich denke das wird so schnell nicht kommen. DAB ist auf der Transportebene robust und flexibel. Die beteiligten Programme können selber entscheiden ob sie die angemieteten CUs lieber in Klangqualität oder Fehlerschutz (und damit größerer Reichweite) investieren. DVB-T2 light mag robuster sein, aber ist total unflexibel: Guard Interval und FEC gelten dort für alle Programme. Man müsste also erst alle Programmanbieter eines geplanten Muxes ins Boot holen und für alle einen tragbaren Kompromiss zwischen Reichweite und zur Verfügung stehender Bitrate aushandeln.
Auch auf der Audio Codec Seite stagniert die Entwicklung. USAC (Unified Speech and Audio Codec), auch bekannt als Enhanched AAC, benötigt im für DAB gängigen Bitratenbereich von 32 - 96 kbps gerade mal 8 kbps weniger um genauso gut zu klingen wie HE AAC v1 bzw v2. Also könnte man wenn man den Codec tauscht z.B. die Bitrate von 56 kbps auf 48 kbps senken ohne einen akustischen Qualitätsverlust zu erleiden. Damit passen 1 - 2 Programme mehr in den Muxx wenn alle Programme den Audio Codec wechseln und die Bitrate entsprechend absenken. Wenn man Bitrate gleich lässt dürfte der akustische Qualitätsgewinn nur minimal sein. Dafür lohnt es sich meiner Meinung nach nicht ein System wie DAB+, was gerade dabei ist sich zu etablieren, über Board zu schmeißen und die Hörer wieder zum erneuten Gerätekauf zu bewegen.Zumal Enhanched AAC auch erst zum Jahresende von der ISO standardisiert wird. Bis es dafür Hardware Encoder und Decoder gibt dürften also außerdem auch noch ein paar Jahre ins Land gehen...

von Mr. DABelina - am 20.06.2012 18:09
Einen weitere Wechsel des Audiocodecs bei DAB+ wird es sehr wahrscheinlich nicht geben. Zumal eine Einsparung der Bitrate von weniger als 20% sicherlich als Anreiz nicht ausreicht um erneut alle Bestandsgereäte zu Elektroschrott zu machen.

von Winnie2 - am 20.06.2012 19:09
Zitat
rabbe
Richtig. Bei dem Schneckentempo, welches man bei DAB+ in unserer schnelllebigen Zeit an den Tag legt, sollte man sich eher überlegen, wie man das VHF3-Band noch effektiver mit einem DAB+-Nachfolgesystem nutzen kann. :D

Was ich schon vor Jahren vorgeschlagen habe: das VHF-III-Band für UKW-Rundfunk öffnen. Das war aber zu einer Zeit wo DAB-Alt am Scheitern war, und ist heute eher unrealistisch.

von RheinMain701 - am 20.06.2012 19:25
Mehr Sinn würde es wohl machen, das Band nach unten zu öffnen - so wie es auch die Amerikaner vorhaben. Wenn in einigen Jahren der BOS-Funk digital wird, wäre ja Platz dort...

von iro - am 20.06.2012 19:49
Momentan sollte man sich eher Sorgen machen was wird aus DAB(+) denn aus FM.

Denke nämlich das viele Länder das Band III (evtl. zusammen mit dem Band I) lieber für DVB-T2 nutzen würden als für DAB(+).

von Martyn136 - am 20.06.2012 23:03
Wenn die Chipsets immer intelligenter werden und auch weiter verbreitet eingesetzt werden, siehe Realtek Tuner, dann dürfte allenfalls auch später DAB im UKW-Bereich kein NO GO mehr sein. Aber das dürfte noch Jahre dauern, weil das Band III noch lange nicht zugemüllt ist. Vielleicht kommen mal die Regional- oder Städte-Ensembles ins Band II, vielleicht auch nur mal auf einem Teil des FM-Bandes. Aber hier spekulieren wir auf sehr hohem Niveau;-).

Leider sehe ich nirgendwo, ausser in Deutschland, irgendwelche stärkere Aktivitäten von DRM+. Selbst da ist es ruhig geworden, vielleicht weil bei den Tests doch nicht alles so verlief wie erhofft. Da läuft sogar bei DRM (ohne +) noch mehr.

von drahtlos - am 21.06.2012 20:27
DRM+ war wohl nur ein Experiment. Wäre DRM im AM Band etwas geworden dann hätte es auch mit DRM+ was werden können. Aber selbst da steht ein dickes fragezeichen dahinter. Denn die Ergebnisse der Tests sind wohl nicht so überzeugend verlaufen.

von Spacelab - am 21.06.2012 20:33

-

-

von Seltener Besucher - am 21.06.2012 20:49
Felix II hat oben gefordert, dass ich konkrete Anwedungen nennen soll, welche sich dann des UKW-bandes bemächtigen.

Seltener Besucher hat mit seinem letzten Post deutlich gemacht, wohin die Reise geht: Alles für den Mobilfunk, alles für den Dackel!

In der letzten zeit liest man immer wieder (z. B. auf Heise Online) Artikel darüber, dass der sog. "white space" genutzt werden soll. Dahinein passt auch der Thread über das "kognitive Radio", welches sich freie Frequenzen selbst sucht.

Grundlage ist die voraussichtlich bestehende Notwendigkeit, Geräte drahtlos in lokale Netzwerke einzubunden -- analog zu den bestehenden Wifi/WLAN-Netzen.

Es ist also absehbar, dass von einer starren Nutzung bestimmter Frequenzbereiche es tendenziell in die Richtung geht, das gesamte Frequenzspektrum für alle Anwendungen zu öffnen. Egal ob mobile Internetverbindungen im Mobilfunk oder lokale netze -- alles könnte überall senden, wenn sichergestellt ist, dass sich die Nutzungen nicht gegenseitig stören.

So können immer die optimalsten Frequenzen genutzt werden.

Es wird bisher immer wieder gefordert, dass denn kommunikativen Netzen ("Mobilfunk" = UMTS, LTE, künftige Technologien) rein distributive Netze ("Rundfunk" = UKW, DAB, DRM etc) an die Seite gestellt werden müssen. Das oben genannte Szenario hätte dann auch das Problem gelöst, dass nicht genügnd Bandbreite zur Verfügung steht. Damit werden zumindest längerfristig distributive Netze überflüssig.

Daher zweifele ich auch an der großen Zukunft irgendeines digitalen Radiosystems: Bis sich DAB durchsetzt, haben wir längst leistungsfähigere Mobilfunktechnologien. Für die Zeit bis dahin reicht auch UKW.

von Alqaszar - am 21.06.2012 23:10
Es ist unglaublich, was für ein Unsinn hier geschrieben wird. Einige haben anscheinend auch Probleme, Ironie und Sarkasmus (wie im letzten Beitrag des Seltenen Besuchers) zu erkennen.

Selbstverständlich hat der Mobilfunk kein Interesse an UKW/VHF-und niedrigen UHF-Frequenzen. Weil das so ist, lässt die EU auch nur ein Inventar über die Nutzung der Frequenzen oberhalb von 400 MHz erstellen (siehe RSPP).

Der Mobilfunk hat jetzt das 800-MHz-Band (790 ... 862 MHz) zur alleinigen Nutzung erhalten (wenn auch in eingen EU-Ländern mit Verzögerung). Der nächste Schritt wird der Versuch sein, das 700-MHz-Band (wie in den USA) nicht in Co-Nutzung mit dem Fernsehen, sondern zur alleinigen Nutzung zu erhalten. Dann kommt als nächstes Ziel (wie von Frau Kroes propagiert), ein neues System, das DVB-T2 mit LTE verbindet (Riesen-SFNs mit kleinen Sendeleistungen für das mobile Fernsehen).

UKW/VHF spielt bei diesen Betrachtungen keine Rolle.

von Manfred Z - am 22.06.2012 07:18
Radio wird noch sehr lange auf 87,5 - 108 MHz ertönen; falls die Schweiz wirklich 2019 oder kurz danach UKW abschalten wird, dann senden die umliegenden Länder immer noch da, und Deutschland wird - aufgrund der seeeeehr langsamen DAB-Entwicklung (seit dem Start 1995 und dem Vollstart 1999/2000) - wohl erst mindestens 25 Jahre nach der Schweiz aus UKW aussteigen, also frühestens so 2044/2045 in diesem Fall, Oesterreich wird noch länger auf UKW bleiben, die Abschaltung von UKW-Radio in Italien werden wir wohl fast alle nicht mehr erleben; so schätze ich die Lage ein.
Somit drängt sich auch keine artfremde Nachnutzung auf; nach der Abschaltung der klassischen Radioprogramme könnten wirklich ganz kleine Lokalstationen, die ohne grosses Lizenzkorsett und ohne grosse kommerzielle Ambitionen dieses Band weiternutzen.

von dxbruelhart - am 22.06.2012 07:31
In der Schweiz wird mindestens ein Programm für die ausländischen Autofahrer auf UKW bleiben. Da bin ich mir ziemlich sicher.

von Manfred Z - am 22.06.2012 07:45
Nach diesem geistigen Erguss, siehe Link, müsste UKW 2018 abgeschaltet werden, ich persönlich glaube, dass selbst 2025 der FM-Rundfunk in Deutschland immer noch senden wird.

http://www.digitalfernsehen.de/UKW-Abschaltung-soll-2018-klappen.103282.0.html

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 28.06.2013 07:26
Das haben wir doch schon im Pressethread bis zum erbrechen durchgekaut.

von Spacelab - am 28.06.2013 07:27
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.