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Radioforum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
HansEberhardt, Scrat, november62, Thomas (Metal), ziyati, nürnberger

Funkhaus Nürnberg zieht um

Startbeitrag von Scrat am 20.08.2012 20:35

Am 20.September Abends wird "umgeklemmt"


Nürnberg - Das ist fast wie eine Operation am offenen Herzen: Das „Nürnberger Funkhaus“ — mit seinen fünf Privatsendern in dieser Form einzigartig in Europa — zieht im September bei laufendem Betrieb um. Von der einen auf die andere Sekunde muss von den Studios in der Senefelderstraße auf die Hörfunktechnik in der Ulmenstraße umgeschaltet werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Wechsel bei laufendem Sendebetrieb — Abschied von der Senefelderstraße

Antworten:

Ah ja...bin ja mal gespannt wann dann die DAB+-Aufschaltung stattfinden wird.
Außerdem wirds im Funkhaus mal Zeit, bei all der neuen digitalen Sendetechnik, daß mal bei sämtlichen Sendern das "Soundprocessing" neu gemacht wird :-)

von nürnberger - am 20.08.2012 20:57
Wohnen in der Charivari Etage

Aus dem alten Funkhaus wird „RadioCity“

Nürnberg - Wo einst Moderatoren die Nachrichten verlasen, heiße Musik auflegten oder mit den Hörern plauderten, sollen schon bald Singles einziehen, Familien wohnen und Senioren ihren Lebensabend verbringen. Aus dem alten Funkhaus Nürnberg in der Senefelderstraße wird die Eigentumswohnanlage „RadioCity“......Künftige Bewohner können etwa auswählen zwischen einem Penthouse auf dem Wohnflur „Radio F“ oder einer Dreizimmerwohnung in der „Charivari“-Etage im Erdgeschoss mit Terrasse und Gartenanteil....

von Scrat - am 28.11.2012 17:25
Der Umzug war wohl nur der erste Schritt, um Kosten zu sparen. Jetzt werden reihenweise langjährige Mitarbeiter des Funkhaus Nürnberg entlassen:

"It’s the end of the world as we know it…"
Ex-Mitarbeiter Arndt Peltner bedauert die aktuellen Entwicklungen im
Funkhaus Nürnberg

Nun mußte er auch gehen. Mit großem Bedauern habe ich von der letzten
Kündigungswelle im Funkhaus Nürnberg erfahren, denn unter denen, die
nun vor die Tür gesetzt wurden, war mein “Radio-Ziehvater”, dem ich
sehr viel zu verdanken habe. Ich erinnere mich noch an meine ersten
Schritte im Hörfunk, damals bei Radio Gong in der
Inneren-Kramer-Klett-Straße. Ich machte dauerhaft Frühdienst mit R.K.,
jeden Morgen um halb fünf begann die Schicht. Wir hatten Zeit über
vieles im Radio zu sprechen. Oftmals nach dem Dienst gingen wir noch
auf einen Kaffee in die Meisengeige, unterhielten uns, tauschten uns
aus über Beiträge, Nachrichten, Gehörtes. Und irgendwann meinte R. zu
mir, “Radio, das ist Theater im Kopf”.

Und wie recht er hatte. Dieser Satz begleitete mich und begleitet mich
noch immer in meiner beruflichen Laufbahn. Egal ob in Kurzbeiträgen
für Privatsender oder in Einstundenfeatures für öffentlich-rechtliche
Hörfunkanstalten, Radio ist “Theater im Kopf”, wenn man es denn will.
R. redete nicht nur, er zeigte mir auch, was er meinte. Ein Begleiter
in den Anfangsjahren, den ich jedem Berufsanfänger nur wünschen würde.

Doch es ging in diesen Gesprächen nicht nur um das Handwerk, wir
redeten auch über die Verantwortung als Journalist, wie leicht es ist
als Radiomann, Dinge zu verändern, Stimmung zu machen, einseitig zu
berichten. Nie wieder wurde mir in meiner Ausbildung zum
Radioredakteur im Funkhaus Nürnberg so deutlich gemacht, was Ethik im
Journalisms bedeutete. R. bereitete mich für das Leben als freier
Journalist und Korrespondent vor.

Das hier soll jetzt kein Nachruf sein. Oder vielleicht gerade doch.
Ein Nachruf auf die journalistische Qualität im bayerischen Lokalradio
und besonders im Funkhaus Nürnberg. Über die Jahre wurden viele
Journalisten in diesem Radioverbund gegangen, die Qualität auf die
Sender brachten. Die gerne mehr Programm wollten, Qualitätsprogramm.
Die jungen Nachwuchskräften halfen, ihnen mit Fachwissen und Rat zur
Seite standen.

Als jemand, der aus dem Funkhaus Nürnberg kommt, der dort als der
erste Volontär ausgebildet wurde, verbindet mich viel mit diesen vier
Sendern, für die ich damals arbeitete. Und ich höre immer mal rein
übers Webradio und sowieso, wenn ich in Nürnberg bin. Doch was ich
höre gleicht einer Dauerwerbesendung. Zwischen den einzelnen
Werbeblöcken werden Musik und Wortbeiträge geschalten. Wortbeiträge,
mehr ist es nicht mehr. Ganz banal und immer Witzi-Spritzi-Heiterkeit.
Natürlich ist das Funkhaus Nürnberg ein kommerzielles Unternehmen,
natürlich muß auch hier gespart werden. Doch die Entwicklung, die im
Privatfunk mit Siebenmeilenstiefeln voran getrieben wird, ist der
Todesstoß des Radios. Die Qualität bleibt links liegen. Schade, sehr
schade. Doch verständlich, wenn man die guten Leute, diejenigen, die
diese Sender mit ihrer Stimme aufgebaut haben, gehen läßt, oder sie
aus Kostengründen vor die Tür setzt. Praktikanten und Volontäre sind
billiger, keine Frage.

Doch Radio ist mehr als Nebenbeibeschallung. Auch ein Privatsender
kann anspruchsvoller Hörfunk sein. Es benötigt nur den Mut, neue Wege
in der Programmgestaltung, der Vermarktung, der Einbeziehung von
Zielgruppenzu zu gehen, ja auch in Fragen des Werbeverkaufs. Die
eingeschlagenen Pfade, nicht nur im Funkhaus Nürnberg, sind leider die
falschen.

http://blog.nz-online.de/peltner/2013/09/09/its-the-end-of-the-world-as-we-know-it/

von ziyati - am 17.09.2013 11:10
Dann bleibt bei den lokalen Nürnberger Radios nur noch RadioZ übrig, der anspruchsvolle Wortbeiträge bringt.

von HansEberhardt - am 17.09.2013 13:37
@ Ziyati
Ich verfolge die Nürnberger Privaten seit etwa Ende 2001 als ich in den UKW-Sendegebiet zog. Es ist leider zutreffend! Höre ich hier unterwegs eine Popwelle und will eine Alternative zu Bayern3, fällt meine Wahl stehts auf SWR3 oder SWR1, teilweise noch mdr Jump, obwohl diese einerseits auch nicht unbedingt als toll durchgehen und andererseits vom Empfang her mobil schon sehr harte Kost sind.
Da ist aber immer noch nichts gegen den, nach meiner Meinung, übelsten Sender in der Region: Vilradio. Wenn ich überlege, daß dafür AFK MAX auf die 106,2 rauf mußte und hr3 i. d. R. damit unmöglich gemacht wird...
@HansEberhradt
AFK MAX !

von Thomas (Metal) - am 17.09.2013 21:45
Ok, AFK habe ich vergessen. Als Aus- und Fortbildungskanal sollte der schon auch anspruchsvolles Programm bringen. Leider müssen die dort ausgebildeten Hörfunkjournalisten sich dan das ganze wieder abtrainieren wenn sie bei einem der privaten Dudler einsteigen.

von HansEberhardt - am 17.09.2013 23:24
Zitat
Thomas (Metal)
@ Ziyati
Ich verfolge die Nürnberger Privaten seit etwa Ende 2001 als ich in den UKW-Sendegebiet zog. Es ist leider zutreffend! Höre ich hier unterwegs eine Popwelle und will eine Alternative zu Bayern3, fällt meine Wahl stehts auf SWR3 oder SWR1, teilweise noch mdr Jump, obwohl diese einerseits auch nicht unbedingt als toll durchgehen und andererseits vom Empfang her mobil schon sehr harte Kost sind.
Da ist aber immer noch nichts gegen den, nach meiner Meinung, übelsten Sender in der Region: Vilradio. Wenn ich überlege, daß dafür AFK MAX auf die 106,2 rauf mußte und hr3 i. d. R. damit unmöglich gemacht wird...
@HansEberhradt
AFK MAX !


Ich gebe Dir vollkommen recht , da wäre noch vielleicht star fm und der swr 3 früher sdr3 und
südfunk 3 war wesentlich besser z. B. Plattenpost , wunsch menue oder dr. music ,zumal war früher der bayern 3 das manche Titel einfach nicht gespielt wurden .

von november62 - am 18.09.2013 06:58
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