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Antennen ganz groß - Bildbericht Sendeanlage Wertachtal

Startbeitrag von Wasat am 02.11.2012 20:37

Ich habe im Sommer wieder eine "Expedition" gemacht, um "antiquierte" Rundfunktechnik zu dokumentieren, bevor sie verschwindet. Der Kurzwellenrundfunk ist heute bei uns schon als exotisch zu bezeichnen. Seine Tage dürften daher auch gezählt sein. An ein paar Relikten darf man sich aber noch wundern über den riesigen Aufwand, den man einst trieb, um Nachrichten über ein paar 1000 km hinweg zu verbreiten.

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Rund 60 km westlich von München und wenige Kilometer nördlich von Buchloe steht die größte Kurzwellensendeanlage Deutschlands. In ihrer Art als sternförmige Anlage mit Vorhangantennen ist sie auch eine der größten weltweit.


Der Stationsname Wertachtal wurde gewählt, da der Fluss Wertach knapp westlich (im Bild links) vorbei fließt. Die Anlage steht auf einer weiten früher sumpfigen Ebene, womit eine gute Bodenleitfähigkeit gegeben ist, was für die Abstrahleigenschaften auch auf Kurzwelle vorteilhaft ist.

Die Sendeanlage entstand 1970/71 im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in München 1972 und nimmt eine Fläche von rund 134 Hektar ein, die eingezäunt ist. Die eigentlichen Antennenanlagen beansprucht jedoch nur eine Fläche von 90 Hektar. Der Rest sind landwirtschaftliche genutzte Schutzzonen. Die ursprüngliche Sendetechnik stammte von "AEG-Telefunken", die Antennentechnik kam von "Brown-Boveri". Am 10. April 1972 begann die "Deutsche Welle" mit Versuchssendungen über 4 Sender. Bis 1982 wurde die Anlage bis auf 10 Sender vom Typ Telefunken SV2500 ausgebaut. 1987/88 folgten 6 weitere Sender vom Typ Telefunken S4005.

2003 wurde in einem Gemeinschaftsprojekt von T-Systems, Frauenhofer-Institut, Telefunken Sendertechnik und Radioindustry Zagreb der Prototyp eines DRM-tauglichen 500 kW-Senders mit der Bezeichnung S4050 entwickelt und aufgestellt, der in DRM mit 200 kW betrieben werden kann, was der Wirkung von ca. 800 kW AM-Leistung entspricht. 2008 wurden nach dem Verkauf der Sendestation Jülich (Ende 2010 abgerissen) 2 Sender vom Typ Telefunken S4001 (100 kW, Baujahr um 1990) nach Wertachtal verlegt. 2008 standen damit insgesamt 16 Sender (14 x 500 kW, 2 x 100 kW maximale Ausgangsleistung) zur Verfügung. Die 500 kW-Sender werden vielfach auf Wunsch der Mieter zur Kosteneinsparung mit nur 250 kW oder 125 kW betrieben.

Am 31. Dezember 2006 beendete die "Deutsche Welle" ihre Kurzwellensendungen aus Wertachtal. Seither strahlt man nur mehr Programme für zahlreiche vor allem religiöse Programmveranstalter aus. Die Anlage wurde bis Anfang 2008 von der "Deutschen Bundespost" und deren Rechtsnachfolgern, zuletzt "T-Systems" betrieben, ehe sie an die "Telediffusion du France" verkauft wurde, welche Wertachtal gemeinsam mit der Sendeanlage in Nauen bei Berlin unter der Gesellschaft "Media Broadcast GmbH" betreibt.


Die Antennenanlage besteht aus 3 Armen, die von der Sendezentrale ausgehen. Der westliche Arm ist rund 600 m lang, die beiden anderen haben jeweils etwa 1300 m Länge. An den 29 bis zu 125 m hohen Masten (19 hohe und 10 niedrigere Masten) sind insgesamt 60 Antennensysteme in Form sogenannter Vorhangantennen angebracht.


Blick aus Richtung Süden: Im Vordergrund ein Teil des südlichen Arms, im Hintergrund der nördliche Arm.


Die hier abgebildeten Vorhangantennen ganz im Süden strahlen nur nach Osten.


Typische Anordnung der Dipole (grün, rot und violett) und des Reflektornetzes (lila).
Zwischen jeweils 2 Masten sind in den meisten Fällen 3 Antennensysteme aufgespannt, wobei eines für niedrigere Frequenzen und damit langen Dipolen auf der einen Seite gespannt ist und zwei für höhere Frequenzen und damit kürzeren Dipolen auf der anderen Seite der Mastenfront gespannt sind. Dazwischen, also in etwa in der Achse der Mastenlinie, ist jeweils ein Reflektornetz gespannt. 55 Antennensysteme bestehen aus jeweils 4 Reihen zu 4 (in einigen Fällen auch 5) Ebenen, womit ein für die Fernversorgung idealer Abstrahlwinkel von ca. 10° erreicht wird. Der damit verbundene Antennengewinn beträgt ca. 21 dB, womit sich bei 500 kW Senderausgangsleistung eine effektive Strahlungsleistung in die Senderichtung von ca. 63.000 kW ergibt.


Weitere 3 Antennensysteme besitzen 2 Ebenen (2 Systeme mit 4 Reihen, 1 System mit 1 Reihe) und erlauben damit einen Abstrahlwinkel von ca. 20°. Am Bild eine Richtantenne für (vermutlich) 49 m mit 2 Reusendipolen übereinander (2 Ebenen zu 1 Reihe) mit Abstrahlrichtung 45° (Zielgebiet Russland).


Im Vordergrund ein Antennensystem mit 2 Ebenen zu 4 Reihen und Abstrahlrichtung 75° (Zielgebiet Südrussland und Zentralasien). Die abgedeckten "Rohre" im Vordergrund sind die Koaxialkabel zu den Antennen. Wegen der großen übertragenen Leistung von 500 kW handelt es sich dabei um Kabel mit einem gasgefüllten Hohlleiter (Kupferrohr) mit etwa 80 mm Durchmesser, der mit Distanzhaltern in einem etwa 200 mm großen mit Gas (Isolator) gefüllten Kupferrohr verläuft.


Zwei Vorhang-Antennensysteme besitzen nur eine Ebene mit 4 Faltdipolen, womit der Abstrahlwinkel mit ca. 45° für die gerichtete Versorgung europäischer Zielgebiete ideal ist.


Vorhangantennen stellen einen idealen Kompromiss zwischen großer Richtwirkung und geringem Aufwand dar. Größter Nachteil ist die geringe Flexibilität.
Bei einer Vorhangantenne sind als Reusen (zur Erreichung einer größeren Bandbreite) ausgeführte Dipole (meist Faltdipole) neben- und übereinander angeordnet und an Seilen an den Tragmasten aufgehängt. Die Dipole haben eine Länge, die etwas weniger als die halben Wellenlänge der Mittelfrequenz beträgt, für welche die Antenne abgestimmt ist. Der Stockungsabstand und der seitliche Abstand der Dipole beträgt jeweils die halbe Wellenlänge. Die Dipole erzielen die beste Wirkung auf jenem Band, auf das sie in ihrer Länge abgestimmt wurden. Mit entsprechender Abstimmeinrichtung ist jedoch ein Betrieb auch auf den 3 bis 4 benachbarten Bändern möglich.
Die Aufteilung der Sendenergie auf die Dipolreihen mit notwendiger Anpassung des Antennenwiderstandes erfolgt über Transformationsglieder, die sich in Kästen am Fuße der Antennen befinden.


Ein typischer gefalteter Reusendipol.


Bei den südlichen Vorhangantennen sowie offensichtlich später umgebauten Antennen finden sich abweichend etwas einfachere 4-Draht-Reusen. Hier sind beiden Reusenarten zu sehen.


Das Prinzip der Signalanspeisung: Die Zuleitungen zu allen Dipolen einer Reihe sind gleich lang, damit sich die zugeführten Signalströme alle in der gleichen Phasenlage befinden. Andernfalls käme es zu einer gegenseitigen Signalauslöschung. Durch phasenverschobene Anspeisung der Reihen ist es im Prinzip möglich, die Abstrahlrichtung etwas zu verschwenken. Bei großen Antennenanlagen wie in Wertachtal, die Antennen für jede Richtung bieten, ist dies jedoch nicht notwendig.


Die gleiche Zuleitungslänge erreicht man über „Umwege“, womit ein sehr verwirrendes Netzwerk aus Drähten, Seilen, Isolatoren und Streben zur Querübertragung entsteht.

Abseits des dreiarmigen Vorhang-Antennensystems stehen im Süden und Westen des Geländes noch 7 Antennenanlagen für meist ungerichtete Abstrahlung zur Verfügung (1 separate Vorhangantenne mit einer Ebene zu 4 Dipolen, 1 logarithmisch-periodische Antenne und 5 Quadrantantennen, welche aus einem um 90° abgewinkelten Dipol bestehen und damit eine annähernd gleiche Abstrahlung in alle Richtungen ermöglichen).


4 Quadrantantennen stehen im Westen des Geländes. Am Bild im Vordergrund eine Quadrantantenne für 49/41 m, im Hintergrund links eine Quadrantantenne für 31/25 m, rechts eine für das 75 m-Band. Hier nicht zu sehen ist eine weitere Quadrantantenne mit 2 Ebenen (steht hinter dem Wald rechts).


Die Quadrantantenne für das 75 m-Band wurde erst errichtet, als 1996 die Sendestation Jülich von der "Deutschen Welle" aufgegeben wurde.


Eine Quadrantantenne für 49 m mit 2 Ebenen, womit der Abstrahlwinkel im Bereich 20 bis 45° an die Ausbreitungsbedingungen angepasst werden kann.


Eine horizontale logarithmisch-periodische Antenne: 2 Dipolreihen bilden eine Fläche, wobei die Dipole auf der Gesamtlänge logarithmisch immer länger werden. Damit besitzt diese Antennenform eine große Bandbreite, jedoch keine besonders hohen Wirkungsgrad. Der Abstrahlwinkel beträgt ca. 20°, die Abstrahlrichtung ist 210° (Algier).


Im äußersten Süden des Geländes befindet sich eine separat stehende steil strahlende (1 Ebene zu 4 Dipolen) Vorhangantenne mit Abstrahlrichtung 55° (Moskau).

Panoramaansicht der Sendeanlage aus dem Südwesten

Eine etwas ausführlichere Version des Berichts gibt es hier: http://www.wabweb.net/radio/sender/wertachtal.htm

Die 50 interessantesten Antworten:

:spos: Sehr interessanter Beitrag!
Sicher, ich gehöre zweifellos auch zu denen, die lieber via Satellit oder Internet zuhören und das obwohl ich inzwischen bestimmt die Frequenz nicht mehr in etwa durch einen Reiter an einer Skala einstellen muß. Dennoch frage ich mich: Gehen S & I immer gut, was macht man, wenn es wirklich hart auf hart kommt? Und genau da sehe ich den Abriß von Sendeanlagen kritisch. Ganz abgesehen davon, daß nach meiner Meinung sich das Know-How eigentlich nur im Betrieb gut erhalten kann.

von Thomas (Metal) - am 02.11.2012 22:44
Wow!!! Ein super Bericht und klasse Fotos meiner "Lieblings-Sendeanlage". :spos: :spos: :spos:
Hast Du die Aufnahmen anlässlich einer Führung gemacht oder sind die alle von aussen entstanden?

von EmmWeh - am 02.11.2012 23:07
Ebenfalls dankeschön für diesen tollen Bericht! :spos:

Vor knapp 25 Jahren habe ich längere Zeit im Mittelwesten der USA gewohnt, das war noch in der Vor-Internet-Zeit. Die Deutsche Welle und die BBC waren damals meine wichtigsten Informationsquellen für die Welt außerhalb der USA. Die DW kam den ganzen Abend auf 9735 kHz (Sommer) bzw. 6100 kHz (Winter) aus dem Wertachtal mit einem sehr starken Signal herein, von 2200 bis 0600 UTC, also über den ganzen Abend. Davor (ab 1400 UTC) gab es aus dem Wertachtal auch die Sendungen für Südasien und Ostafrika auf 15275 kHz, mit schwächerem Signal (back lobe). Mit einem Sony-Empfänger mit Synchrondetektor war der Empfang abends einwandfrei, auch für die Ohren von Nicht-DXern.

73 de Uli

von ulionken - am 02.11.2012 23:45
Absolut Klasse, lange nicht mehr so was Interessantes hier im Forum gelesen. Ganz großes Kino :spos:. Nochmals vielen Dank für so einen Spitzenbeitrag hier.:cheers:

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 03.11.2012 00:52
Auch von mir ein großes Danke

Für mich sehen solche gigantischen Anlagen immer noch eher beängstigend aus, wenn man die ganzen streben so sieht

Ich hatte 2004 eine freundin, die hat ganz in der nähe dieser Antennen gewohnt, da wir oft lange Telefoniert haben, auch abends und nachts, hörte man vor allem nachts übers Telefon Radio, sie sagte auch, dass man früher nur eine Leuchtstoffröhre draußen in die Hand halten brauchte, und die richtig Leuchtete

von Rheinländer - am 03.11.2012 05:58
@ Wasat

Den Danksagungen kann ich mich nur anschließen.

Bisher wußte ich auch noch nicht so detailliert, wie eine Vorhangantenne aufgebaut ist. Das hast du echt sehr anschaulich gemacht.

Und ehrlich gesagt, bisher wußte ich nicht mal genau, wo Wertachtal liegt. Im Gegensatz zu Lang- und Mittelwelle hatte ich mich mit Kurzwelle nie so richtig beschäftigt.

von Kay B - am 03.11.2012 08:44
@ Thomas (Metal)

Zitat

Dennoch frage ich mich: Gehen S & I immer gut, was macht man, wenn es wirklich hart auf hart kommt? Und genau da sehe ich den Abriß von Sendeanlagen kritisch. Ganz abgesehen davon, daß nach meiner Meinung sich das Know-How eigentlich nur im Betrieb gut erhalten kann.


Die meisten Leute aus der Umgebung derartiger Sendeanlagen werden das wahrscheinlich anders sehen. Ganz abgesehen vom Aufwand und heutigen Nutzen solcher Sendeanlagen.

Theoretisch ist das Internet zumindest eines der redundantesten Systeme überhaupt. Denn genau auf eine theoretisch unendliche Redundanz der Übertragungswege zwischen zwei oder mehreren Punkten in einem Netz hin wurde das System "Internet" entwickelt. Gerade eben um eine unterbrechungsfreie Kommunikation in Krisenfällen (Angriffe, Naturkatastrophen...) zu gewährleisten.

Da wäre es heutzutage sinnvoller, in eine Redundanz zwischen Internetprovider und Endnutzer zu investieren, z.B. eine Redundanz des Mobilfunknetzes um aus dem "theoretisch" auch ein "praktisch" zu machen. Ein Smartphone ist heutzutage griffbereiter als ein Kurzwellenempfänger.

von Kay B - am 03.11.2012 09:09
Auch hier eine ganz tolle Foto-Reportage von diesem zumindest ehemals sehr wichtigen Senderstandort!
Wir waren 2007 oder 2008 mit der Döbriach-Gruppe in Wertachtal, wir haben uns da die Sendeanlagen angeschaut; wegen sehr schlechtem Wetter damals konnten wir uns aber die Antennen nur sehr flüchtig anschauen, daher danke für diese Fotos und die Erklärungen!

von dxbruelhart - am 03.11.2012 09:21
Auch vielen Dank von mir für den ausführlichen und sehr interessanten Bericht einer Sendeanlage. Ich bin hunderte Male hier schon vorbeigefahren und finde die Dimensionen dieser Anlage immer wieder erstaunlich. Die Erklärungen finde ich äußerst interessant und hilfreich!

von Bengelbenny - am 03.11.2012 09:28
Zitat
EmmWeh
Hast Du die Aufnahmen anlässlich einer Führung gemacht oder sind die alle von aussen entstanden?


Alles über und durch den Zaun fotografiert. Dabei hat mich auch der örtliche Jagdaufseher (schwer bewaffnet) gestellt, der unter den Antennen wegen einem Wilderer auf der Lauer lag. Auf dem Gelände der Sendeanlage gibt es offenbar viele Hasen, Fasane etc. Ich schieße allerdings nur Fotos und keine Hasen ;)

Fotos von innen gibt es in Wikimedia Commons:

Sendehalle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wertachtal-Transmitters.jpg

Kontrollraum: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wertachtal-Controlroom.jpg

Zitat
Thomas (Metal)
Ganz abgesehen davon, daß nach meiner Meinung sich das Know-How eigentlich nur im Betrieb gut erhalten kann.


Das wird aus 2 Gründen auch nich mehr lange möglich sein:
1) Nach dem Fehlversuch mit DRM wird nichts mehr in neue Technik installiert. Die Baustubstanz in Wertachtal ist 40 Jahre alt, die Sender sind mit einer Ausnahme zumindest 25 Jahre alt. Ich würde sagen, 5 Jahre noch.
2) Es wird dafür kein Personal mehr ausgebildet. Das jetzige Personal auf diesen Stationen ist auch meist 50+. Mit der Pensionierung dieser Leute ist das Know-How endgültig weg.

von Wasat - am 03.11.2012 11:26
ja,aber was passiert jetzt mit der anlage?

wird die abgebaut...verschrottet, oder wie geht es damit weiter. das steht da leider nicht drinn.


viele dank für die antwort.

von ric78 - am 03.11.2012 15:50
Zitat
ric78
ja,aber was passiert jetzt mit der anlage?


Sie ist in Betrieb, wenn auch nur mehr mit einem Bruchteil der früheren Kapazität. Sonst hätte man sie schon abgebaut, weil die Instandhaltung auch ohne Betrieb ziemlich teuer wäre.

von Wasat - am 03.11.2012 16:10
Diese großen Kurzwellensender von Telefunken sind schon sehr imposant.

Während man so einen 10-KW-UKW-Sender ja noch elegant in die Schrankwand im Wohnzimmer integrieren kann, braucht man für diese Kurzwellensender schon das ganze Erdgeschoß.

Es wäre schade, wenn man die Sendeanlagen entsorgt. Gerade diverse afrikanische Länder oder Indien, die noch weiter auf DRM setzen, wäre diese Technik eventuell noch interessant.

von Kay B - am 03.11.2012 18:41
hoffe das sie uns noch eine weile erhalten bleiben...

kann jemand sagen was genau dort gesendet wird und auf welchen frequenzen?
am besten natürlich analog,dass man es auch hören kann.

gruss ,ric

von ric78 - am 03.11.2012 23:00
Echt super der Bericht und die Bilder :spos:
Als wohl nächstliegende Kurzwellenanlage von meinem Allgäu-Wohnort aus gesehen, hat mich schon lange interessiert, wie diese eigentlich aussieht und wie weit sie etwas von mir entfernt ist. Auch freue ich mich, dass ich jetzt endlich weiß, wie eine Vorhangantenne funktioniert.
Die sieht ja wirklich sehr imposant aus; ich hoffe, dass man sie, falls sie mal nicht mehr senden sollte, als Museumsstück erhält (zumindest den Stern und die hor. Breitbandantenne). Man könnte bei der Gelegenheit gleich noch ein kleines Rundfunkmuseum dazubauen. In 50 Jahren kann sich wahrscheinlich kaum noch jemand vorstellen, dass man einmal einen solchen Aufwand betrieben hat, nur um ein paar Programme in dumpfer Monoqualität um die Welt zu schicken.

Wie werden die Programme eigentlich zugeführt - per Sat?

Zitat

kann jemand sagen was genau dort gesendet wird und auf welchen frequenzen?
am besten natürlich analog,dass man es auch hören kann.

steht in der Sender-Tabelle. Habe heute Nachmittag schon die Frequenzen getestet, aber hier in Bamberg war leider nichts zu holen. Vielleicht versuch ichs nacherher nochmal.

von Zwölf - am 03.11.2012 23:38
Zitat
Japhi
...die senden auch nur wenige Stunden, nicht 24/7 ;-)

Hab ich schon befürchtet. (Muss demnächst mal die recherchieren und es dann nochmal gezielt probieren) Allerdings ging heute Nachmittag keine einzige der Freuquenzen, also wenn nicht zufällig alle gleichzeitig Pause machen kommt da nichts mehr durch.
Schade, dass die Zeiten nicht auch in der Sender-Tabelle stehen.

von Zwölf - am 04.11.2012 00:17
Der Sendeplan ist bei Media Broadcast hier zu finden. Das ist allerdings nur der vorläufige Plan, seit letzten Sonntag (28.10.) gilt ja die neue Frequenzperiode B12.

Eine weltweite und immer sehr aktuelle Übersicht gibt's bei Eike Bierwirth hier.

von EmmWeh - am 04.11.2012 11:32
Da schließe ich mich an: Danke!

Bestehen eigentlich irgendwelche Hoffnungen, dass solche Anlagen mal unter Denkmalschutz gestellt werden?

von Olli_HI - am 04.11.2012 13:54
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Ganz großes Kino :spos:.


Dem schließe ich mich vorbehaltlos an. Die Seite war eine der ersten, die ich am neuen 46 Zoll Fernseher mit dem Webbrowser aufgerufen habe.
Die Bilder kommen da grandios rüber. Und die Beschreibung der Funktionsweise von Vorhangantennen ist super. :spos:

von Saarländer (aus Elm) - am 04.11.2012 16:38
Zitat
Olli_HI
Bestehen eigentlich irgendwelche Hoffnungen, dass solche Anlagen mal unter Denkmalschutz gestellt werden?

Da stehen die Chancen vermutlich schlecht. Selbst in Nauen steht nur das Hauptgebäude (Muthesius-Bau) unter Denkmalschutz. Die meisten historischen Sendeanlagen wurden schon lange abgebaut. Auch in Jülich steht heute nichts mehr, obwohl man in Erwägung zog, eine Antenne zu erhalten und ein Museum einzurichten. In Holzkirchen spielt man auf dem Gelände inzwischen Golf.

Das Tempo, mit dem weltweit die Kurzwellensendungen eingestellt werden, nimmt immer weiter zu. Letztendlich bleibt nur noch die Versorgung weniger Regionen z.B. in Afrika und Asien übrig. Dort, wo Investitionen anstehen, wird man die Standorte schliessen und die verbliebenen Anlagen durch gegenseitige Anmietung versuchen auszulasten. Wenn zum Schluss dann nur noch relig. Anbieter die Sender viertelstundenweise mit der geringsten Leistung buchen, rechnet sich das Ganze nicht mehr.

Im Fall von Wertachtal muss man sehen, dass der franz. Eigentümer ja auch noch über die Stationen in Nauen und Issoudun verfügt, dort überwiegend mit flexibel einsetzbaren drehbaren Antennen. Es ist leicht abzuschätzen, an welchem Standort man die Kurzwellen-Aktivitäten konzentrieren wird. Falls nicht noch ein paar grössere Aufträge z.B. vom IBB für Auslastung sorgen, dürfte diese Ära in den nächsten drei Jahren zu Ende gehen. Würde mich freuen, wenn's anders käme.

von EmmWeh - am 04.11.2012 18:02
Zitat
Zwölf
Habe heute Nachmittag schon die Frequenzen getestet, aber hier in Bamberg war leider nichts zu holen.


Bamberg liegt auch in der "toten Zone". De Kurzwelle hat kaum eine Bodenwelle. Man sendet zwar bodennah horizontal weg. Der nahe Erdboden sorgt aber dafür, dass das Signal nach oben abgelenkt wird und nach 500 bis 2000 km auf die 200 bis 500 km hoch liegende F-Schicht der Ionosphäre trifft, wo das Signal dann reflektiert wird und in der gleichen Entfernung, allerdings breit gestreut, wieder den Erdboden erreicht. Bis etwa 100 km vom Sender entfernt hört man die Bodenwelle. Dann folgt eine Zone, die abhängig von der Frequenz zwischen 300 und 2000 km weit reicht, wo man dann keinen Empfang hat.

Die größten Chancen, Signale aus Wertachtal zu empfangen, hat man auf den niedrigen Frequenzen, also um um die 6000 kHz (49 m-Band). Dabei muss man aber auf die Senderichtung aufpassen. Wenn in die Gegenrichtung gesendet wird, wird man auch nichts hören. Die Sendungen via Rundstrahlantennen (in der Spalte "azi" als "ND" gekennzeichnet) bieten hier die größten Empfangschancen. Allerdings wird Rundstrahlung gegenwärtig kaum noch eingesetzt, weil in Mitteleuropa kaum noch Kurzwellenhörer zu finden sind.

Zitat
Olli_HI
Bestehen eigentlich irgendwelche Hoffnungen, dass solche Anlagen mal unter Denkmalschutz gestellt werden?


Das wäre unfinanzierbar, denn die Instandhaltung der Anlagen würde jährlich Millionen verschlingen. Ich gehe davon aus, dass auch gegenwärtig bei der Instandhaltung nur mehr ein Sparprogramm gefahren wird. Beim Sendezentrum Moosbrunn bei Wien ist das zumindest so, weil sonst schon jetzt der Betrieb nicht mehr kostendeckend wäre. Die Masten müssen aber regelmäßig gestrichen werden, weil sie sonst einmal einstürzen würden, die Isolatoren der Vorhangantennen müssen auch manchmal getauscht werden, weil sie sonst brechen.

Man wird daher die Anlage nach der Stilllegung ziemlich restlos beseitigen. Die Senderhalle kann eventuell von einem örtlichen Landwirt als Rinderstall Verwendung finden. Einen Mast könnte man eventuell für lokale Nutzung (Mobilfunk, BOS-Funk) stehen lassen.

Ein wichtiges Argument für den Abriss ist auch der Altmetallwert. In dieser Sendeanlage steckt Kupfer im Wert von mehreren Millionen Euro. Und auch der Stahl der Masten ist nicht zu vernachlässigen.

von Wasat - am 04.11.2012 19:17
@ Olli_HI

Zitat

Bestehen eigentlich irgendwelche Hoffnungen, dass solche Anlagen mal unter Denkmalschutz gestellt werden?


Etwas unter Denkmalschutz zu stellen ist nicht das Problem. Das große Problem ist dann eher der Erhalt. Denn als Eigentümer denkmalgeschützter Immobilien hat man strenge Vorlagen, sodaß man quasi keine baulichen Änderungen, sondern nur Restaurationen vornehmen darf.

Wenn etwas unter Denkmalschutz steht, ist das somit meist auch abschreckend für eventuelle Käufer. Es sei denn, es handelt sich hierbei um Enthusiasten, die sich wirklich für das Bauwerk an sich und weniger für dessen Nutzen interessieren.

Bei einigen denkmalgeschützten Immobilien läuft das dann darauf hinaus, daß der Eigentümer die Immobilie so lange verkommen läßt, bis sie aus statischen Gründen abgerissen werden muß und er auf dem Grundstück nach seinen Wünschen bauen kann.

Also ein Denkmalschutz ist keinesfalls ein Garant dafür, daß so eine Sendeanlage auch wirklich stehen bleibt. Das ist wohl nur machbar, wenn sich ein Museumsverein darum kümmert und öffentliche Gelder dafür zusammenkratzt, wie das in Königswusterhausen der Fall ist. Und die haben wohl schon genug zu tun um den einen Mast dort zu erhalten.

von Kay B - am 04.11.2012 21:52






Seit 2 Jahre bin ich beschaeftigt als frequenz manager fuer KBC und Transportradio in Holland.
Wir benutzen taeglich 6095 kHz von Wertachtal.

Auch bin ich befreunded mit den station manager von Wertachtal.

Deswegen besuche ich ca 4-5 mahl projahr die sendestelle.
Letzstens war das am 7-12-2012 wenn wir ein test gemacht haben mit 250 kW.

Auch habe ich mehrere videos auf Youtube veroeffentlicht.

Z.B.

http://www.youtube.com/watch?v=WIISCVCQKDo
http://www.youtube.com/watch?v=xh-MjPXfL2Y
http://www.youtube.com/watch?v=seWXiyCNXCg
http://www.youtube.com/watch?v=YOAxj2yzCt4
http://www.youtube.com/watch?v=VlK0icWjTm8
http://www.youtube.com/watch?v=j1nGg_0Zzv8

Foto's habe ich auch viele.
Werden in den naechsten tagen hier veroeffentlich.


Sollte jemand hier interessiert sein um eine fuehrung in der Sendestelle inkl. autotour im antennegelaende mitzumachen( naechste termin 10-05-2013) , bitte ein e-mail schicken.

von Jano1954 - am 16.02.2013 13:03
Wie versprochen die erste bilder von den 250 kW test fuer Transportradio am 7-12-2012.
Getestet wurde auf 6095 kHz mit 250 kW und ein omnidirectional antenne vom typ 926
(HQ1/0,5). Dafuer wurden sender 218 (Max 500 kW) und antenne 315 eingesetzt.



Bildschirm mit Sender und Antenne Parameter.



Bildschirm mit uebersicht alle belegte antennen





2 foto's Sender218.



Frequenz Synthesizer womit die benutze frequenz vom computer eingestellt wird.



Antenne 315

Die komplette fotosatz (107 Bilder) kann in 2 teilen als Zipfile heruntergeladen werden.

Hier : http://www.mediafire.com/?9qu5r9yz7rt4y1m
http://www.mediafire.com/?neh1b7f1ut1kqea

Viel Spass

Jan

von Jano1954 - am 16.02.2013 17:28
Ja das stimmt. Man is noch immer mit die modernisierung beschaeftigt..

Von Ettringen (Wertachtal) aus kann mann jetzt auch die sendestelle Nauen kontrollieren und ueberwachen. Im moment werden masnahmen genommen um auch die sendestellen der TDF in Issoudun und French Guyana ueberwachen zu koennen.

Leider haette man sich entschieden um ab 30-10-2012 einer der senderraume in Wertachtal zu schliessen . Das hat zu tun mit Radio Nederland der bis mai 2012 Wertachtal auch benutzt hat, und am 11. mai 2012 die sendungen eingestellt hat. Mehrere kunden hat man mittelerweile auf Nauen umgesetzt um dafuer zu sorgen dass Nauen nicht geschlossen wurde.

von Jano1954 - am 17.02.2013 16:30
Gebaude bleibt. Es wird nicht mehr gewartet. Und wenn man teile braucht werde die aus die sendern in diese halle demontiert. Im praxis heist das verschrottet glaube ich. In die andere halle is auch noch die letzte Telefunken SV2500 sender womit man in 1972 den betrieb aufgenommen hat. Ich denke der wird auch demontiert.

von Jano1954 - am 17.02.2013 17:32
Toller Bericht Jano 1954!
Höre sehr oft die 6095 und finde die Sendungen sehr gut.:)

In letzter Zeit hört man überhaupt nichts mehr über die Sendeanlagen in Lampertheim und Biblis.
Wie ist dort die Auslastung und wie sieht es mit der Zukunft der Anlagen aus?

Hempe :cheers:

von Hempe - am 18.02.2013 10:35
Hallo Hempe,

Lampertheim und Biblis sind noch immer auf sendung.

Habe beide in Dezember noch gehoert.

Die heutige frequenzen fuer B12 sind hier zu entnehmen.:

http://www.hfcc.org/data/schedbybrc.php?seas=B12&broadc=IBB

Jan.

von Jano1954 - am 18.02.2013 11:19
Zitat
Jano1954
Gebaude bleibt. Es wird nicht mehr gewartet. Und wenn man teile braucht werde die aus die sendern in diese halle demontiert. Im praxis heist das verschrottet glaube ich. In die andere halle is auch noch die letzte Telefunken SV2500 sender womit man in 1972 den betrieb aufgenommen hat. Ich denke der wird auch demontiert.


Und wo sind die S4005 Sender aus Flevoland? Wertachtal oder Nauen?

von inkjet - am 18.02.2013 18:26
Herzlichen Dank, Jan für die interessanen Fotos und Infos. Ich würde gerne das Angebot einer Führung annehmen, wenn nicht die große Entfernung wäre. Ich hätte nämlich zur Vervollständigung meines Berichts einige Detailfragen, die man aber vielleicht auch aus der Ferne klären könnte, nämlich:

- Welchen Typ Koaxkabel verwendet man zur Signalzuführung zu den Antennen?

- Was waren die Gründe, dass man im Süden eine logarithimisch-periodische Antennen errichtete? (Antenne Nr. 224)

- Welchen Zweck erfüllt die getrennnt aufgestellte Vorhangantenne Nr. 225 im Süden? Diese besteht nach meinen Beobachtungen aus 2 Teilsystemen nebeneinander. Was sind die Gründe?

- Wie groß ist die Bandbreite (Frequenzbereich) der Vorhangantennen? Ist beim Wechsel der Bänder auf der gleichen Antenne eine besondere Anpassung notwendig?

- Die Quadrantantenne Nr. 314 hat 2 Ebenen zur Steuerung des Abstrahlwinkels. Wie steil wurde gesendet und wie erfolgte die Anspeisung der beiden Ebenen?

- Im südlichen Bereich bestehen die Dipolreusen der Vorhangantennen aus 4 Drähten im Quadrat, während es sonst Reusen mit 8 Drähten im Kreis sind. Hat das technische Gründe oder ist es nur herstellerbedingt?

- Einige Vorhangantennensysteme haben 5 Ebenen, wobei die 2. Ebene getrennt angespeist werden kann. Stellt diese Ebene ein eigenes Antennensystem dar oder wird diese Ebene in Kombination mit dem übrigen 4-Ebenen-System benützt?

- Die Antenne Nr. 219 besitzt nur 2 übereinander angeordnete Reusendipole. Welche Abstrahleigenschaften hat diese Antenne und wozu wurde sie benützt?

von Wasat - am 18.02.2013 19:20
Hallo inkjet,

4 X S4005 aus Flevoland sind alle in Wertachtal.
1 X S4001 aus Flevoland ist in Nauen.

2 X S4005 sind wieder aufgebaut und funktionieren wieder.
2 X S4005 sind in Wertachtal gelagert als reserve.
1 X S4001 (DRM und reserve Flevoland) wird im moment wieder aufgebaut in Nauen und kann spaeter wieder als DRM sender benutzt werden als sender 6 verbunden mit Drehstand antenne. Die antenne wahlschalter die man benoetigt um 2 sender mit eine (Drehstand) antenne und eine kunst antenne zu verbinden is schon im betrieb genommen.



Antenne walhschalter links oben ist der leitung vom S4001 sender.
Rechts unten geht die leitung zum antenne.





Noch mehr bilder vom antenne wahlschalter



Antenne Coax aussen zum antenne.



Sendergebauede am Drehstand antenne.
Rechts von der Tuer kommt Antenne coax nach aussen zum antenne.


Benuetzung von S4005 in Nauen ist nicht moeglich weil der Sender in Nauen eine andere bauart hat. Die haben den modell S4105 gekriegt. In Nauen ist der sender im antennen gebaude eingebaut und integriert mit den antennen steuerung.

In Nauen ist 1X S4001 in gebrauch die man in 2006 bekommen hat aus der ehemalige sendestelle Juelich die in 2010 demoliert wuerde.



S4105 sender in Nauen.



Antennen Steuerung.



Demontage der S4005 sender in Flevoland.



Hier stehe ich vor sender 213 (S4001) in Wertachtal. Diese sender ist normaler weise in gebrauch fuer Transportradio und KBC . Im hintergrund is den ehemalige sender 3 aus Flevoland zu sehen der wieder in betrieb genommen wurde in Wertachtal.





Einer der 4 ALLISS antennen in Nauen gebaut von Thomson Frankreich/Schweiz. In 360 sekunden macht diese antenne eine runde von 360 Grad. 1 ALLISS antenne kostet etwa 1,200.000 EURO

Umschalten von frequenz von 6 mHz auf 26 mHz geht innerhalb 15 sekunden.

Wer neugierig ist wie so einen ALLISS antenne gebaut wurde kan hier eine video aus 1993 herunterladen wo es sich handelt um die bau der ALLISS antennen in Issoudun (Frankreich).

http://www.mediafire.com/?kp8h2mhndj38md4

von Jano1954 - am 18.02.2013 19:36
Zitat
Jano1954
Hallo inkjet,

Die 4 X S4005 + 1 X S4001 aus Flevoland sind alle in Wertachtal.

2 X S4005 sind wieder aufgebaut und funktionieren wieder.
2 X S4005 + 1 S4001(DRM faehig) sind in Wertachtal gelagert als reserve.

Benuetzung von S4005 in Nauen ist nicht moeglich weil der Sender in Nauen eine andere bauart hat. Die haben den modell S4105 gekriegt. In Nauen ist der sender im antennen gebaude eingebaut und integriert mit den antennen steuerung.


Vielen dank!

von inkjet - am 19.02.2013 18:07
Sehr schoenes bild.

Im winter 2005 wurde dieses Bild erzeugt vom Dach der Rundfunksendestelle.
Es zeigt ein Blick auf die Noerdliche Antennewand (Wand 1)



von Jano1954 - am 20.02.2013 12:29
Zitat
Jano1954
Sollte jemand hier interessiert sein um eine fuehrung in der Sendestelle inkl. autotour im antennegelaende mitzumachen( naechste termin 10-05-2013) , bitte ein e-mail schicken.

Steht das Angebot noch? Ich habe an dem Tag jetzt doch Urlaub und hätte grosses Interesse an einer Führung. Wer würde noch mitmachen?

von EmmWeh - am 20.03.2013 17:42
Das angebot steht noch, Es ist aber moeglich dass den 10. Mai 2013 noch verschoben wird.
Ist noch 'n bisschen zu frueh um eine bestaetigung zu bekommen.

Ich schlage vor das jeder die sich gemeldet hat als interressiert, mich ein PM schickt mit kontakt daten so wie telefon, vollstaendige namen und adresse die werde ich brauchen fuer voranmeldung bei Media Broadcast.

Jan

von Jano1954 - am 20.03.2013 20:24
Zitat
Jano1954
Hallo inkjet,

Die 4 X S4005 + 1 X S4001 aus Flevoland sind alle in Wertachtal.

2 X S4005 sind wieder aufgebaut und funktionieren wieder.
2 X S4005 + 1 S4001(DRM faehig) sind in Wertachtal gelagert als reserve.

Benuetzung von S4005 in Nauen ist nicht moeglich weil der Sender in Nauen eine andere bauart hat. Die haben den modell S4105 gekriegt. In Nauen ist der sender im antennen gebaude eingebaut und integriert mit den antennen steuerung.
In Nauen ist 1X S4001 in gebrauch aus der ehemalige sendestelle Juelich die in 2010 demoliert wuerde.



S4105 sender in Nauen.



Antennen Steuerung.



Demontage der S4005 sender in Flevoland.



Hier stehe ich vor sender 213 (S4001) in Wertachtal. Diese sender ist normaler weise in gebrauch fuer Transportradio und KBC . Im hintergrund is den ehemalige sender 3 aus Flevoland zu sehen der wieder in betrieb genommen wurde in Wertachtal.



Einer der 4 ALLISS antennen in Nauen gebaut von Thomson Frankreich/Schweiz. In 360 sekunden macht diese antenne eine runde von 360 Grad. 1 ALLISS antenne kostet etwa 1,200.000 EURO

Wer neugierig ist wie so einen ALLISS antenne gebaut wurde kan hier eine video aus 1993 herunterladen wo es sich handelt um die bau der ALLISS antennen in Issoudun (Frankreich).

http://www.mediafire.com/?kp8h2mhndj38md4


Hallo Jano1954 , die Bilder funktionieren nicht mehr .

Kannst Du diese vieleicht hier neu direkt einbinden oder einen anderen , zuverlässigeren Bilderhoster verwenden ?

Viele Grüße,

uplink

von Broadcast-Techniker - am 21.03.2013 09:29
Ja dass kann ich. Ist wahrscheinlich meine eigene fehler. Habe zuviel geloescht bei Dumpyourphoto. Werde dass bald wieder in ordnung machen zusammen mit noch was extra bilder.

von Jano1954 - am 21.03.2013 09:57
Wenn eine Führung veranstaltet wird, würde ich sehr gerne dabei sein. Bitte so früh wie möglich einen bestätigten Termin rausgeben (kann mit 2-3 Wochen vorlauf meine Dienstschichten noch anpassen). PN hab ich geschickt.

von elchris - am 21.03.2013 11:12
so liebe Forumsgemeinde. Es ist ja in letzter Zeit um einen möglichen Besichtigungstermin ziemlich still geworden. Meine Frage also weis da irgendjemand genaueres, bezüglich eines möglichen Termin? Der 10.5 ist ja so ein Datum, das mal die Runde gemacht hat, aber ist der noch Aktuell? THX für eure Antworten

von kkT - am 18.04.2013 22:24

Sendeanlage Wertachtal weitgehend abgeschaltet

Nun ging es doch viel schneller als vermutet: Media Broadcast hat Wertachtal bis auf ganz wenige Sendungen abgeschaltet. Die verbliebenen Sendungen wurden auf Nauen, Issoudun und Moosbrunn verteilt.

Bericht beim Radio Eins Medienmagazin

Sehr, sehr traurig das Ganze. :(

Vor diesem Hintergrund dürfte dann auch die in Aussicht gestellte Besichtigung nicht mehr zustande kommen.

von EmmWeh - am 02.05.2013 11:00
Hallo Freunde,

Erst muss ich mir entschuldigen fuer die verspaetete contact wegen Die Wertachtal besichtigung.

Im moment bin ich krank. Deswegen muss ich am dienstag im krankenhaus wo am mittwoch eien operation vorgenommen wir. Deswegen ist eine besichtigung in Wertachtal verschoben worden. Ich brauche nach der operation circa 4-5 wochen um wieder ganz zu heilen. Danach werde ich mich kuemmern um die besichtigung der jetzt in zweite ode dritte woche im juni stattfindet. Ich werde euch anfan juni darueber benachrichtige. Fuers moment rechne ich mit ihrem verstaendnis.

Jan

von Jano1954 - am 02.05.2013 23:30
Hallo Exidor,

Dass stimmt! KBC und Transportradio laufen jetztz ab 1. april ab Nauen.

Am 11 und 12-03 und am 26-03 haben wir aus Nauen getestet mit 5.955 kHz um den abstrahlung der richtantenne zu testen. In Nauen sind keine Quadrant anetennen . Die signalqualitaet is jetzt viel besser wegen etwa 12 dB antenne verstaerkung. Tagsueber wird 6095 betrieben auf die alte RBI drehstand antenne ( Drechtower Damm 66) auf azimuth 240 mit 100 kW. Und am sontagmorgen um 00.00 UTC lauft eine sendung fuer Nord & Sued America und Canada. Frequenz ist 7.375 kHz auf azimuth 300 mit 125 kW. Diese sendung lauft ueber Alliss Antenne 1. (am dichsten beim haupttor Graf Arcostrasse 154) . Die Amerika sendung verschiebt sich wegen der propagation am sonntag 5 mai nach 9.925 kHz.

Jan

von Jano1954 - am 03.05.2013 08:04
Sehr interessanter Thread! Wertachtal hatte ich mir schonmal öfters von außen angeguckt und mich hatte dabei immer das Gefühl begleitet, eine längst vergangene Zeit spüren zu können, irgendwie komisch.

Die evtl. im Laufe des Frühjahres/Sommers geplante Führung könnte ich dann glatt mal mit einem Südbayern-Besuch verbinden, würde mich freuen.

von Jens1978 - am 09.05.2013 20:50
Zitat
Jens1978
Wertachtal hatte ich mir schonmal öfters von außen angeguckt und mich hatte dabei immer das Gefühl begleitet, eine längst vergangene Zeit spüren zu können, irgendwie komisch.


Wie..meinst du das?

von BieMa - am 09.05.2013 21:36
Zitat
BieMa
Zitat
Jens1978
Wertachtal hatte ich mir schonmal öfters von außen angeguckt und mich hatte dabei immer das Gefühl begleitet, eine längst vergangene Zeit spüren zu können, irgendwie komisch.


Wie..meinst du das?


Jens meint sicherlich, dass diese Anlage (noch lebendige) Rundfunkgeschichte ist.

von DigiAndi - am 10.05.2013 19:31
Zitat
Rheinländer
Die anlage wird man eh auf kurz oder lang komplett abbauen.


Man muss bedenken, dass die laufende Instandhaltung einer derart großen Anlage sehr hohe Kosten verursachen würde. Isolatoren müssen getauscht werden, die Seilspannung der Aufhängung der Vorhangantennen muss regelmäßig kontrolliert werden, speziell nach stürmischem Wetter. Und für bereits etwas gealterte Elektronik gibt es nichts Nachteiligeres als der Nichtbetrieb. Wir die Wartung ein paar Jahre lang vernachlässigt, entsteht ein Rückstand, der kostenmäßig nicht mehr zu bewältigen ist. Dann ist Zeit für die Abrisstrupps.

von Wasat - am 13.05.2013 21:41
Zitat
BieMa
Zitat
Jens1978
Wertachtal hatte ich mir schonmal öfters von außen angeguckt und mich hatte dabei immer das Gefühl begleitet, eine längst vergangene Zeit spüren zu können, irgendwie komisch.


Wie..meinst du das?


Was spürst Du denn wenn Du vor dem Tor stehst, HF-kribbel oder was? :rp:

von mobi - am 18.05.2013 20:49
Dieser prächtige Senderstandort ist nun Geschichte; die letzten Sendungen wurden von Wertachtal abgeschaltet bzw. zu anderen Standorten verlagert. Wertachtal sendet nicht mehr.
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2013/wertachtal.html

von dxbruelhart - am 07.06.2013 13:08
Natürlich wieder rbb. Keine Chance, dass der BR oder SWR mal Bericht erstatten würde..
Jetzt, wo die Anlage off-air ist, besteht höchstwahrscheinlich auch keine Chance mehr, den Sender offiziell zu besichtigen?!

von BieMa - am 07.06.2013 13:11
Tja, da geht echt eine Ära zuende! Als ob man dort in eine Zeitmaschine eingestiegen ist wenn man sich das ding so an schaut.. Das ding muss ein riesen bedeutung gehabt haben.

von Jassy - am 07.06.2013 13:21
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