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Mein erster Sender

Startbeitrag von R.Oberlahn am 12.11.2012 20:12

Vor vielen Jahren gab es das Problem, dass meine Schildkröte sich in tiefen Mulden des Gartens versteckte und dadurch kaum wieder zu finden war.
Abhilfe schaffte ein kleiner UKW-Oszillator, den ich auf dem Panzer befestigte. Mittels „Transistorradio“ war es möglich, das kleine Tier am Abend zu orten und ins Haus zu bringen.
Später veränderte ich ein Kofferradio Bajazzo von Telefunken so, dass mittels Mehrfachumschaltung der Lautsprecher zum Mikrofon, der NF-Verstärker zum Vorverstärker und durch weitere Eingriffe das Radio zum Sender wurde. Hören konnte man alles 10,7 MHz höher, da der interne Oszillator schlecht abgeschirmt war.

Weitere Basteleien möchte ich u.a. wg. Unverträglichkeit mit den Forumsrichtlinien verschweigen, nicht aber die in späteren Jahren legal gebauten 1-80 W-Sender für den 2m und 70cm Afu-Bereich. Mit Richtantenne immerhin ca. 1kW in Vorzugsrichtung.

Welche Aktivitäten gab es bei euch?

Die 50 interessantesten Antworten:

Diese Basteleien sind sehr bekannt.
Ich hab früher einen alten Radiorecorder zu einen Sender umgebaut.
Da sind nur ein paar kleine eingriffe nötig.
Vor allen wenn es darum geht die eigenen Kassetten einen größeren Publikum vorzustellen.


Heute kann man dafür ganz legal FM Transmitter nutzen.

von _Yoshi_ - am 12.11.2012 21:17
Zitat
_Yoshi_
Heute kann man dafür ganz legal FM Transmitter nutzen.

Aber leider nur bis maximal 50mW :(

Ich erinner mich noch daran, früher haben Freunde und ich gerne Spielzeughandpusten ( Kanal 19 ) an die Buchse der Dachantenne angeschlossen und Heavy Metal mit gedrückter ( angeklebter ) Sendetaste an einen Lautsprecher von einem Brüllwürfel befestigt gesendet. Obs was gebracht hat, weiss ich nicht mehr, ...

von xxxxxxxxxxxxxx - am 12.11.2012 21:46
Meine ersten "Sendeversuche" hatte ich mit einem UKW-Pendelaudion in 1972, ein
Bastelradio mit dem Phillips Elektronikbaukasten E-1003. Weitere Experimente folgten...
13 Jahre später, mit meiner "C Lizenz" , arbeitete ich über OSCAR 10 den sechsten Kontinenten (DP0GVN).... :cheers:

von DH3FBI - am 12.11.2012 22:20
Meinen ersten Sender hatte ich 1982 (damals war ich 13) gebaut. Im Physikbuch hatte ich über "Schwingkreise" gelesen, und halt so einen "Schwingkreis" auf gut Glück mit einem Elko und einer Spule über einen Eisstiel gewickelt aufgebaut. Als Mikrophon diente ein Telefonhörer aus dem Philips Physikkasten, Strom kam aus einem 9 V Block. Wider aller Vernunft und Theorie hatte dieser Sender funktioniert und im Bereich 104 MHz gesendet. Wir hatten für einige Stunden Musik von Kassette gesendet, und konnte im Bereich von rund 200 Metern gehört werden. Bis mein Vater merkte, was wir da treiben, und den Sender stilllegte.

von Bolivar diGriz - am 13.11.2012 08:19
Mein erster Sender war ein kleines Kofferradio. Und, da hier schon das Thema "Oszillator-Frequenz" angesprochen wurde, hier nutzte ich ebenfalls die 10,7 MHz Plus, um im ganzen Haus Bayern 3 zu hören. Das ging üblicherweise nur im 2. Stock. Dort stellte ich das Radio auf 96,3 MHz ein. Für die beiden Stockwerken drunter setzte es den Ton auf 107,0 MHz um (damals war das Band oben ja noch ganz frei). Außerdem übertrug das Radio den Ton fast 1:1 in Mono ohne Tonverluste. Viele anderen Radios übertrugen ja nur einen ganz leisen oder gar keinen Ton auf der Oszillator-Frequenz. Das kleine Billig-Kofferradio dagegen brachte vollen Sound :-)

Meine Höchstleistung beim "Zünden" waren 10 Watt ERP. Hier übertrug ich drei Jahre lang das Programm von Radio Xanadu (später Energy München) terrestrisch in Marburg auf 103,9 MHz. Reichweite: 20 km :-) Mittwochs gab es Campus-Radio mit Kommilitonen des Fachbereichs Medienwissenschaft sowie an den übrigen Abenden Übernahmen des Free Radios Telstar International.

Noch heute zündet es hier, aber völlig legal: auf 89,0 MHz Flux FM über den Fritz Repeater. Reichweite 50 Meter :-)

von Wiesbadener - am 13.11.2012 08:44
Zitat
Wiesbadener

Meine Höchstleistung beim "Zünden" waren 10 Watt ERP. Hier übertrug ich drei Jahre lang das Programm von Radio Xanadu (später Energy München) terrestrisch in Marburg auf 103,9 MHz. Reichweite: 20 km :-)


Gab's da keinen Aerger von den Behoerden? Kam nie ein Peilwagen vorbei?

von 102.1 - am 13.11.2012 09:10
Zitat
102.2
Zitat
Wiesbadener

Meine Höchstleistung beim "Zünden" waren 10 Watt ERP. Hier übertrug ich drei Jahre lang das Programm von Radio Xanadu (später Energy München) terrestrisch in Marburg auf 103,9 MHz. Reichweite: 20 km :-)


Gab's da keinen Aerger von den Behoerden? Kam nie ein Peilwagen vorbei?


Nöö :-) War ja nicht im Großmäuler-Bundesland (O-Ton ADAC Magazin) NRW wo man neben 20 Hörern 30 Neider hat die einen anzeigen.

von Wiesbadener - am 13.11.2012 09:32
@Wiesbadener: Sehr mutig, das finde ich gut!

Hier im oberen Lahntal konnte ich dich leider nicht hören, da waren wohl zu viele Berge im Weg.
Dafür empfing ich hier mit guter Musik monatelang Radio Powerplay aus Silberg, dieser Sender wurde leider zweimal ausgehoben.
Evtl erinnerst du dich daran, das ging durch die Presse.

von R.Oberlahn - am 13.11.2012 10:00
Zitat
Wiesbadener
Neider hat die einen anzeigen.

Diese Nieder sind doch in ganz Deutschland und Oesterreich gesellschaftl. fest verankert. - tlw. mit guter alter Blockwart-Manier.

1) Da koennte ja jeder kommen
2) Wenn das alle so machen wuerden.
3) Da ich selbst unfaehig bin neue Dinge zu machen, suche ich lieber einen Weg (am besten gesetzl.) um diese Denke im Keim zu unterbinden.

von 102.1 - am 13.11.2012 10:15
Das waren damals ja auch noch ganz andere Zeiten. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern das wir fast 2 Jahre lang unbehelligt hier im Saartal gefunkt hatten. Die Reichweite war auch so um die 20km. Damals störte das keinen wenn man nicht gerade einen anderen Sender störte. Heute scheint das etwas anders zu sein. Wenn ich nur daran denke wie oft man schon Hitradio Saarland in den letzten Monaten ausgehoben hat... :rolleyes:

von Spacelab - am 13.11.2012 10:27
ich denke, das Hauptthema das man hier beim Schwarzsenden hat:

1) Irgendwann wird der Sender vom Peilwagen zielsicher gefunden und eingezogen, d.h. man benoetigt regelmaessig einen neuen Sender.

2) Wie kann vermieden werden, dass der Sender dem Betreiber, der Person zugeordnet werden kann.
D.h. betreibst Du den Sender aus Deinen Privatraeumen machst Du es den Behoerden einfach.
Etwa Antenne steht fernab vom Grundstueck in der Wildnis, und wird per Fernbedienung bzw. Funk betrieben, nur irgendwann geht der Strom aus und man muss wieder ran.

Irgendwie macht Schwarzsenden hier wenig Sinn.

Der Verleiss ist gross, der Aufwand ist gross, man selbst und die Behoerden sind auf Trab, Meinungen individuell in die Masse zu tragen, etwa via Internet mitzuteilen gibts heute ohnehin, und kleine 50 nW Sender sind ohnehin legal.

von 102.1 - am 13.11.2012 10:38
Ja heute macht das irgendwie keinen Spaß mehr weil jeder direkt "Ich weiß was! Ich weiß was! " schreit. Und das leider nicht nur in NRW.

von Spacelab - am 13.11.2012 10:41
rein technisch ist es so, sobald Du zuendest kann man Dich genau peilen, auch wenn Du versucht einen Piraten mit der Gleichwelle zu betreiben.

In der Hitler Zeit hatte man uebrigens einige Regime-Treue Propagandasender per Gleichwelle auf MW betrieben, mit der Absicht es dem Feind schwieriger zu machen, die Anlage genauer zu orten.

von 102.1 - am 13.11.2012 10:45
Ich hatte mal so Mitte der 80er Jahre einen kleinen Sender gebaut. Er bestand aus einem dreifach drehkondensator-abgestimmten Silizium-Tuner von einem alten Kofferradio (genauer gesagt aus dessen Oszillator) und einer nachgeschalteten Verstärkerstufe mit einem russischen HF-Transistor (keine Ahnung mehr, wie der Typ hieß, vlt. MP20?). Die HF-Ausgangsleistung dürfte bei einigen 100 mW gelegen haben. Das Mono-NF-Signal koppelte ich in den AFC-Eingang des Tuners ein. Das Ausgangssignal gab ich auf den Dipol draußen an meinem Fenster, welcher sonst dem Radioempfang diente. Ich hatte damals ganz im Gegensatz zu heute einen sehr exponierten Empfangsort und somit auch sehr gute Bedingungen zum Senden. Ich steckte also eine Kassette in den Recorder, stellte am Sender eine freie Frequenz ein, irgendwo zwischen 100 und 104 MHz und checkte an einem mobilen Empfänger mit Kopfhörern nochmal den Empfang. Dann lief ich mit diesem Empfänger die sechs Etagen runter und setzte mich aufs Fahrrad, um ein paar Runden um den Block zu fahren. Schnell merkte ich, dass in der Vorzugsrichtung meines Senders der Empfang sehr weit reichte. Selbst nach einem knappen Kilometer war das Signal noch gut hörbar. Ich bekam daher leichte Panik, fuhr schnell zurück und schaltete den Sender aus. Zu DDR-Zeiten war es gewiss kein Spaß, mit derartigen Basteleien erwischt zu werden...

von dlf-fan - am 13.11.2012 10:54
@ 102.2: Es gab im Dritten Reich gar nichts anderes, als den gleichgeschalteten NS-Rundfunk. So weit ich weiß, gab es während dieser Zeit keine oppositionellen Rundfunksender auf deutschem Boden. Die emigrierte Opposition versuchte das deutsche Volk über ausländische Sender zu erreichen (BBC, Radio Moskau). Es war allerdings während des Krieges sehr gefährlich, ausländische (Feind-)Sender zu hören. Das war verboten und wurde mit Zuchthaus bestraft. Selber zu funken, hätte wohl als Hochverrat unweigerlich den Tod bedeutet. Während der Dunkelheit nutzten die alliierten Bomber die deutschen Rundfunksender als Navigationshilfe. Dies versuchte man auf deutscher Seite durch Gleichwellenbetrieb oder temporäre Teilabschaltungen zu erschweren.

Sorry, war ein wenig OT.;)

von dlf-fan - am 13.11.2012 11:12
Zitat
dlf-fan
im Dritten Reich gar nichts anderes, als den gleichgeschalteten NS-Rundfunk.


ich denke, in der NS Zeit schien es zwei Programme gegeben haben, eines das im ganzen Reich auf div. LW Frequenzen empfangbar war, und ein regionaler gehaltenes MW Programm als Gleichwelle eine bestimmte Region abdeckte.

von 102.1 - am 13.11.2012 11:37
Zitat
WiehengeBIERge
Das mit der Schildkröte könnte man heute mit einem RFID-Chip lösen^^.


Oder mit ner Taschenlampe. :joke:

von zerobase now - am 13.11.2012 12:02
Mein erster Sender war ebenfalls die Schaltung eines Radio-Baukastens, allerdings nicht von Philips, sondern von Kosmos.

Bei den Mittelwellensendern der NS-Zeit muss man unterscheiden:
die (inhaltliche) Gleichschaltung und
den zeitweisen Gleichwellenbetrieb der Sender, der das Anpeilen einzelner Sender zum Zweck der Ortsbestimmung in angreifenden Flugzeugen erschweren sollte.

von Ingo-GL - am 13.11.2012 12:21
"Diese Nieder (sic!) sind doch in ganz Deutschland und Oesterreich gesellschaftl. fest verankert. - tlw. mit guter alter Blockwart-Manier."

Ganz neue Töne vom Biertrinker?

von hegi_ms - am 13.11.2012 12:37
Beim Militär :

Der Zimmerkollege hatte ein Kofferradio auf dem Fensterbrett.
Ich auch ! ( Das wusste Der Aber nicht Ich umwickelte die Teleskopantennen mit CU Litze.
Die Radios waren so miteinander " verkabelt " .
Da sein Radio hinter der Übergardine ( Wird auch als Store bezeichnet ) stand wurde die
Verbindungsleitung nicht bemerkt.
Wenn der Zimmerkollege dann einen UKW Sender einstellte schaltete Ich unbemerkt mein
Radio ( Stern Dynamic II ) an ohne die Lautstärke zu öffnen und drehte solange am Frequenzsteller
bis sein Radio verstummte. Ein Fluchen folgte
Immer Rechtzeitig bevor der Kollege dann aufstehen wollte gab ich die Frequenz wieder frei...

von RADIO354 - am 13.11.2012 15:01
In den 1950er Jahren hätte man der Schildkröte wahrscheinlich noch ein radioaktives Mittel injiziert und sie dann mit einem Geigerzähler ausfindig gemacht.

von Kay B - am 13.11.2012 17:23
Interessantes Thema :-)
Mein erster Sender entstand auch aus der Oszi-Frequenz (+10,7MHz) und dann über Verstärker an einen Dipol angeschlossen. Dann noch Programm aufschalten, eben gucken ob es irgendwo stört. Tja, und dann schwupps mit dem Fahrrad die Reichweite abfahren, da man ja noch keinen Führerschein hatte. Da die Reichweite doch "leider" irgendwie in der Vorzugsrichtung zu groß war, schnell wieder zurück! Denn so 3-4 Stunden, da kann man schon nervös werden ... Später hab ich dann noch mit Schulfreunden ein eigenes Programm gemacht, netterweise hat das ein Freund ein paar Häuser weiter auf Kassette aufgenommen :-) Damals hatten wir auf 97,9 und/oder 101,6 gefunkt (QTH2), ist aber schon so 20 Jahre her ...

Kann mich aber noch gut erinnern, wo ich dieses Wissen mal direkt "produktiv" für mich eingesetzt hatte bzw. einsetzen musste ... es war Notwehr :D
Im Umfeld unseres Hauses hatte jemand seinen kompletten Dachboden ausgebaut. Damit ihm nicht so langweilig wurde, hatte er immer schön laut WDR2, WDR4 oder Antenne Unna im Radio laufen lassen und so auch die Nachbargärten beschallt. Einigen hatte das wohl gar nicht so gestört ... mich aber schon, wollte/musste für Klausuren lernen. Also schnell den Kram aufbauen und an den Sat-Receiver anschließen. Tja, damals war der 11.9.2001 nicht soweit weg ;-) also einen arabischen Sender ausgewählt und mit entsprechendem, nicht ARD-konformen Hub aufgeschaltet. Hach ja, hab immer mal so 5 Sekunden laufen lassen und dann wieder abgeschaltet, damit er nicht sofort umschaltet. So nach ein paar Minuten hab ich dann, neben ein paar penetranten Messtönen mittendrin, einen arabischen Sender, am besten mit Gebet oder nerviger Musik dauerhaft aufgeschaltet :D Einige Zeit lang hatte er noch verzweifelt versucht die Frequenz zu wechseln ... hach ja, glücklicherweise konnte ich das ja auch ... war schon witzig wie das Radio die Korangebete gebrüllt hatte, da braucht's kein Minaret mehr und das kurz nach dem 11.9.2001 rum .... :D Irgendwann war das Radio weg und ich konnte entspannt lernen :-)
PS: Zum Glück wollte er bloß Radiohören und keine CDs ...

von Jens1978 - am 13.11.2012 19:26
:spos::joke:

Da hätte man auch Hevy Metal drüber laufen lassen müssen.
Diese Musik mag fast niemand so wirklich und der hätte bestimmt noch schneller abgestellt.

von _Yoshi_ - am 13.11.2012 19:40
@Yoshi: Täusch dich mal da nicht! Guck mal, wie viel bei Metal-Konzerten los ist. Ich glaube, übersteuerte Koranbeter sind da schon besser, um andere in die Flucht zuschlagen...okay, von gewissen Vorstadtbezirken mal abgesehen. ;)

von Peter Schwarz - am 13.11.2012 19:42
Ok so Koranbeter hat auch was.
Da würde ich auch freiwillig das Radio ausschalten.

Besser noch man macht es sich noch einfacher und nutzt das voll aus indem man seine Lieblingsmusik über den Sender jagt. :xcool:

von _Yoshi_ - am 13.11.2012 20:20
:spos: Lustige Geschichte. Der Typ hat bestimmt die Welt nicht mehr verstanden. Auf eine ähnliche Art störten wir Anfang der 80er Jahre auch gerne mal im Unterricht die Russisch-Sendungen des DDR1-Schulfernsehens.Ich hatte es schonmal irgendwo beschrieben. Der Oszillator des im Schulranzen mitgeführten UKW-Radios produzierte zusätzlich zu seinem "regulären" Signal auch noch eine schöne Oberwelle. Die musste ich dann in den TV-Kanal 9 bringen und unsere Russischlehrerin war der Verzweiflung nahe. Denn der TV war nur an eine Zimmerantenne angeschlossen. Das etwas wackelige Bild aus Wiederau (von dem Mast, der nun abgerissen werden soll) war leicht zu stören.gleichgeschalteten NS-Rundfunk

@ 102.2: Du hast Recht, es gab natürlich Regionalprogramme beim Nazirundfunk. Das mit dem gleichgeschalteten NS-Rundfunk meinte ich politisch. Mit dem Fortschreiten des Krieges und den damit einhergehenden zunehmenden Zerstörungen der entsprechenden Infrastruktur wurden allerdings immer mehr Reichssender zusammengelegt oder übernahmen das Signal aus Berlin.

von dlf-fan - am 13.11.2012 20:59
OT:

@ R.Oberlahn

Zitat

Das arme Tier!


Zieh dir mal den Film "Unser Freund das Atom" von Disney aus den frühen 1950er Jahren rein. Der müßte auch bei Youtube rumgeistern. Da gibt es noch mehr solche "nützlichen" Vorschläge zur Nutzung von radioaktiven Partikeln.

von Kay B - am 14.11.2012 00:34
Mein erster Sender war ein Philips Philetta (kleines Röhrenradio). Das hatte ich für 20 DM aus einer Kleinanzeige gekauft und dann zu Hause gleich den Lötkolben angeheizt. Dem Oszillator war eine der anderen Röhren nachgeschaltet. Das ganze ergab rauschfreien Empfang in meinem Ort und ein paar Nachbardörfern (ca. 5 - 7 km). Antenne war der Dipol auf dem Dachboden. Allerdings war ich mit 12 Jahren wohl noch zu jung um ein vernünftiges Programm auf die Beine zu stellen. 1979 war das.

von Zintus - am 14.11.2012 07:34
was mich wundert sind folgende Dinge:

a) Die meisten User die hier posten und einen Sender gebastelt hatten, waren oft in sehr jungem Alter.

b) Internet und aehnliche Plattformen um Schaltplaene oder Wissen zu verbreiten, "wie man es macht" gabs vermutl. auch wenig. In der Schule lernt man solche Dinge ja nicht, und kaum ein Erwachsender in der Familie wird einem das Wissen dazu vermitteln....

c) Die rechtlichen Huerden, und verbundenen Strafen waren vermutl. hoeher als heute.

von 102.1 - am 14.11.2012 13:35
Zitat

b) Internet und aehnliche Plattformen um Schaltplaene oder Wissen zu verbreiten, "wie man es macht" gabs vermutl. auch wenig. In der Schule lernt man solche Dinge ja nicht, und kaum ein Erwachsender in der Familie wird einem das Wissen dazu vermitteln....

Ich habe mich durch Bücher gelesen und selbst entwickelt, gebastelt und ausprobiert. Eine Eigenschaft die zunehmend durch das Internet verloren geht. Für erschreckend viele Menschen ersetzt Google bzw. dessen Suchergebnisse ganze Bibliotheken und die Arbeit mal selbst das Hirn einzuschalten. Wieso auch? Man bekommt ja alles mundgerecht auf dem Silbertablett serviert.

Zitat

c) Die rechtlichen Huerden, und verbundenen Strafen waren vermutl. hoeher als heute.

Anders herum. Ich kann mich noch an "die gute alte Zeit" erinnern. Da gab es Geldstrafen. Heute gibt es neben Geldstrafen auch gleich noch eine Beschlagnahmung der gesamten Anlage inklusive Plattenspieler und Platten. Außerdem wird einem heute auch gerne mal angedichtet das man den Flugfunk und/oder andere Sender gestört habe was das Strafmaß gleich noch um einiges höher schießen lässt.

von Spacelab - am 14.11.2012 13:53
Zitat
Spacelab

Zitat

c) Die rechtlichen Huerden, und verbundenen Strafen waren vermutl. hoeher als heute.

Anders herum. Ich kann mich noch an "die gute alte Zeit" erinnern. Da gab es Geldstrafen. Heute gibt es neben Geldstrafen auch gleich noch eine Beschlagnahmung der gesamten Anlage inklusive Plattenspieler und Platten. Außerdem wird einem heute auch gerne mal angedichtet das man den Flugfunk und/oder andere Sender gestört habe was das Strafmaß gleich noch um einiges höher schießen lässt.


Dafür war es früher™ eine Straftat, mittlerweile nur ne Ordnungswidrigkeit.

von Japhi - am 14.11.2012 14:02
Wobei die Ordnungswidrigkeit heute aber härter bestraft wird wie damals die Straftat.

von Spacelab - am 14.11.2012 14:05
Ist mal wieder alles die Leute verarscht. :sneg:

Ganz extrem müssen ja mittlerweile die Franzosen sein. Damals waren die noch extrem lasch was strafen anbelangte. Was wohl auch mitunter ein Grund war warum so viele Piraten damals von Frankreich aus nach Deutschland funkten. Gerade hier im Saarland war da zeitweise sehr viel zu empfangen. Mittlerweile müssen die aber ziemlich giftig auf Schwarzfunker reagieren wie ich so gehört habe.

von Spacelab - am 14.11.2012 14:12
Damals war ich noch nicht strafmündig. :D Außerdem waren damals Piratensender "cool" und hatten einen guten Ruf. Damit gegen das Gesetz zu verstoßen, machte einen eher zum Helden als zum Verbrecher. Mir war klar, dass es verboten ist, aber die Chance erwischt zu werden hatte ich als äußerst klein eingeschätzt.

Was die Bauanleitungen betrifft: Die gab es sehr wohl. Es gab zwar kein Internet, aber es gab Bücher! Es gab sogar eine Bücherei an meinem Schulweg, und da hatte ich einen Mitgliedsausweis. Neben normalen Elektronikbüchern gab es auch ein Buch über "Frequenzbesetzer". Da waren sogar Schaltpläne für komplette UKW-Sender drin abgedruckt. Die waren mir allerdings zu kompliziert und zu teuer, aufgrund der Leistung auch zu gefährlich. Mit der Polizei wollte ich nun doch nichts zu tun haben. Das Buch habe ich mir später übrigens auf einem Flohmarkt gekauft.
Ende der 1980er gab es die ersten Billig-Walkman für rund 20 DM. Zu dieser Zeit hatte ich ernsthaft darüber nachgedacht, einen Sender zu bauen, den man dann mit Antenne im Wald verstecken kann. Da bei uns in unmittelbarer Nähe zur Grenze und zu einem Militärlager der Briten die Gefahr erwischt zu werden doch zu groß war, habe ich es gelassen.

von Bolivar diGriz - am 14.11.2012 14:13
Zitat
dlf-fan
Es war allerdings während des Krieges sehr gefährlich, ausländische (Feind-)Sender zu hören. Das war verboten und wurde mit Zuchthaus bestraft.


Ein (längst verstorbener) Verwandter war Bäcker. Während des Krieges wunderte sich seine Familie manchmal, dass morgens vor dem Radio weiße Mehl-Fußspuren waren.
Wenn nachts das Brot im Ofen war, hörte er heimlich BBC...

Zurück zum Thema: Anfang der Siebziger baute ich einen Sender aus einem Germaniumtransistor,
einer Spule, einem Übertrager, einem Quarz und zwei Kondensatoren, wenn ich mich recht entsinne.
Er reichte auf 27MHz vom Keller bis zum Dachboden. Wahrscheinlich noch weiter:
Ich bekam wenig später zum ersten Mal einen Peilwagen zu sehen, als der an unserem Haus vorbeifuhr. Zufall?:rolleyes:
Ich habe mir dann für 50 DM (damals echt viel Geld) von der Post eine Lizenz für einen selbstgebauten Fernsteuersender ausstellen lassen, mit zehnjähriger Gültigkeitsdauer. Kann man heute nur den Kopf drüber schütteln.

von lambic - am 14.11.2012 16:17
Mein erster Sender war ein selbstgebauter Einkreiser mit Röhren an einem horizontal gespannten Draht von ca. 10 m vom Fenster in den Garten. Damals war ich 13. Wenn man die Rückkopplung anzog, fing der irgendwann an zu schwingen. Das war so ein „Blubbern“ (auf- und abklingende Schwingung). Mit dem Kofferradio habe ich dann die Reichweite getestet und konnte es nach etwa 500m noch hören. Weiter habe ich mich nicht getraut, bin dann schnell zurück und habe das abgeschaltet...
Wenig später hatte ich einen UKW-Sender mit 2 Transistoren, aber keine vernünftige Antenne. Der reichte nicht weit und war mehrfach auf der Radioskala präsent (und wohl nicht nur in dem Bereich). ;-) Moduliert hatte ich Fußballspiele von einer Cassette.

von Wolf Sch - am 14.11.2012 17:46
Ein sehr interessantes Thema!:cheers:
Das Antennenbuch von Karl Rothammel herausgegeben vom Militärverlag der DDR (meines von 1984 hab ich heute noch) oder das in der DDR jährlich erscheinende "Elektronische Jahrbuch" waren meine Quellen. Außerdem manchmal die monatlich erscheinende Zeitschrift "Der Funkamateur". Dort war eigentlich alles für das Thema Amateurfunk Wissenswerte zu lesen. Wie einer der Vorredner schon schrieb: Damals musste man noch selber nachdenken und es gab fast nichts Fertiges zu kaufen. Die Funkamateure in der DDR (ich war allerdings keiner) bauten sich ihre Geräte und Antennen in der Regel selbst. So musste ich nur Pi mal Daumen die beschriebenen Antennen und Sender für das 2m-AFu-Band auf das UKW-Hörfunkband umrechnen...
Obwohl es eigentlich gut ist, dass durch das Internet ständig und überall fast alles Wissen abrufbar ist, so habe ich leider doch den Eindruck, dass dadurch auf lange Sicht die Verblödung eher gefördert wird.

von dlf-fan - am 14.11.2012 19:03
Mein Kumpel hatte 1985 aus einer Elektronikzeitschrift einen "UKW Prüfsender" nachgebaut,glaube das war das Magazin "Elrad" oder so ähnlich. Da war ein kleines Mikro dran und so ne Art Schraubchen ,wo die Sendefrequenz eingestellt wurde. Das Ding wurde mit einem 9Volt Block betrieben und passte in eine Tempotaschentuch Packung. Zuerst war da nur ne Drahtantenne dran, danach haben wir das Ding an unsere Fernsehantenne angeschlossen! Meine Eltern wussten zum Glück nichts davon:angry: Da waren 2 VHF und eine UHF Antenne auf dem Mast.Reichweite war so 1000-1500m.Wir nannten uns "Popsender" und sendeten in Geesthacht bei Hamburg so ungefähr bei 92,0Mhz völlig übermoduliert mit breiten Signal. Ob uns jemals wer gehört hat ,weiß ich nicht,haben nur ein wenig Mundpropaganda gemacht und die Leutchen die von uns wussten gegrüßt.Gespielt haben wir immer die aktuellsten Hits und wir haben die Stimmen der Stars inmitiert,damit es den Schein hatte,das sie im Studio wären.Hat echt Spaß gemacht!

von kampfkater - am 11.03.2013 00:25
Zitat
_Hartmut_
...evtl auch mal von Interesse die BNetzA Messstellen...


---> http://s1.directupload.net/file/d/3195/ck4o9cx5_jpg.htm

Danke für die Karte mit exakten Koordinaten. Wusste gar nicht, dass es auch hier einen Horchposten der BNetzA gibt.

---> http://s7.directupload.net/file/d/3195/w3ze7jyg_jpg.htm

Bei 09°16'24'' E / 49°06'57'' N gibt es diesen Gittermast. Er steht auf dem Hintersberg südöstlich von Heilbronn in sehr exponierter Lage.

---> http://s1.directupload.net/file/d/3195/w4q2kk6p_jpg.htm

---> http://s7.directupload.net/file/d/3195/ntyqoklr_jpg.htm

---> http://s7.directupload.net/file/d/3195/yzzsimia_jpg.htm

---> http://s1.directupload.net/file/d/3195/t77sskdh_jpg.htm

von Manager. - am 15.03.2013 18:39
Zwilling vom Mast in Sirzenich, Aacher Höhe bei Trier:

[attachment 1245 sirzenich-aacher-hoehe-20040723-02.gif] [attachment 1246 sirzenich-aacher-hoehe-20040520-03.gif]

von Natrium - am 16.03.2013 14:36
Die Antennen sehen praktisch immer gleich aus. Teilweise stehen die aber auch auf höheren Gebäuden, statt auf Masten.

von Marc_RE - am 16.03.2013 17:23
Da will ich doch auch die Peilstationen des Bakom hier mal reinstellen, damit wir auch darüber Bescheid wissen:

- Post Zürich Höngg, Gsteigstrasse 8, Zürich
- Bronschhofen (event. ausser Betrieb)
- Wil (event. ausser Betrieb)
- Schweizersholz (event. ausser Betrieb)
- Witterswil (event. ausser Betrieb)
- Biel Hauptsitz
- Bern Gurten (event. ausser Betrieb)
- Romont (event. ausser Betrieb)
- Châtonnaye
- Bernex
- Genf
- Gudo (TI)

Diese Standorte werden im Geschäftsbericht des Bakom veröffentlicht.

von dxbruelhart - am 16.03.2013 19:37
Hier hatte ich schonmal Photos von der BNetzA-Meßstation in Bamberg gepostet:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,395768,414264#msg-414784

Derweil sind die Fernsehantennen der Kabelkopfstation nicht mehr drauf.

von Kay B - am 17.03.2013 04:12
@: dxbruelhart:

Du hast mir gegenüber noch eine Messstelle auf dem Säntis genannt. Zählt die auch zur Bakom?

von Radiopirat - am 17.03.2013 23:06
@ Radiopirat:
Ich kann mich an eine Bakom-Messstelle auf dem Säntis jetzt nicht erinnern. Die Swisscom dürfte da wohl schon einiges beobachten, aber das hat wohl keinen Zusammenhang mit dem Bakom und so hat diese Beobachtungsstelle wohl auch keine Konsequenzen für Zünder.

von dxbruelhart - am 18.03.2013 05:03
Eine neue Peilstation des Bakom wurde in Betrieb genommen auf dem Albis, und zwar beim Meteoradar Albis-Birrwald 47 17 03 N 8 30 43 E

von dxbruelhart - am 20.06.2013 14:07
Ich habe mal zu Beginn der 1990er Jahre Sendeversuche im Bereich um 330 kHz mit selbstgebauten Gerät gemacht. Reichweite: 20 Meter

Die Funkkontrollmeßstellen erfassen die alle Frequenzen von 10 kHz bis 30 GHz?

von Wellenschneider - am 22.06.2013 18:15
@Wellenschneider:

Das war aber heftig - mitten im Bereich des Flugnavigationsfunks, vgl. Wikipedia zu NDB !

P.S. Mit Reichweiteangaben ist das so eine Sache. Die Angabe "20 Meter" bezieht sich wohl auf ein Kofferradio. In den empfindlichen Meßempfängern, die in den Peilwagen eingebaut sind, wäre diese Sender sicher schon in wesentlich größerer Entfernung aufgefallen.

von hegi_ms - am 22.06.2013 21:23
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1076018,1118237#msg-1118237
Zitat
Natrium
Zwilling vom Mast in Sirzenich, Aacher Höhe bei Trier


Von der Mastspitze aus wurde auch ein Panoramabild gemacht:
http://www.panoramio.com/photo_explorer#view=photo&position=17&with_photo_id=21295993&order=date_desc&user=3088907

von Natrium - am 12.05.2015 05:47
ich hatte so mit ca 11 oder 12 ein busch experimentikasten wo auch ein Morse sender auf 700 khz bei war es war ganz einfach ein 1000 HZ ton generator Moduliert den 700 khz sender über ein transistor.Da der Kasten auch eine din buchse (sender daran angeschlossen )hatte bin ich hin gegangen und habe mit mein Cassetten recorder die Musik übertragen haubtsächlich Andrea Jürgens der Sender total übersteuert aber ging so 10 Meter

von Markusbehm - am 13.05.2015 18:58
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