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Radioforum
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10
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wellenschneider, Bolivar diGriz, Marc_RE, Seltener Besucher, Spacelab, elchris

Wäre so ein Projekt in Deutschland möglich?

Startbeitrag von Wellenschneider am 15.11.2012 12:36

Wäre eigentlich ein von Funkfreunden betriebenes Feierabend-Radioprojekt vergleichbar dem Scaninavian Weekend Radio ( http://www.swradio.net/index2.htm ) auch in Deutschland prinzipiell möglich?
Ich könnte mir vorstellen hierfür einen stillgelegten Low-Power AM-Sender wie Ulm-Jungingen oder Heilbronn-Obereisesheim zu benutzen. Wäre dies möglich? Was würde die Realisierung in etwa kosten? Welche juristischen Probleme existieren?

Antworten:

Du brauchst eine Lizenz zum Senden, die musst du bei der Landesmedienbehörde deines Bundeslandes beantragen.

Du brauchst einen Sender:

http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/Freie-MW-Vers-jan10.pdf

Und Geld:

http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/PL_Analoge_Hoerfunk-Sendeanlagen_MB_110901.pdf

Viel Spaß.

von elchris - am 15.11.2012 12:47
Ja, es wäre möglich. Es gibt bereits mehrere dieser Projekte.

Die Kosten sind natürlich recht unterschiedlich: Mit Lizenz oder ohne, und wenn ja: Aus welchem (Bundes)land. Denkbar ist bei AM ja auch eine Lizenz eines anderes Landes, der Sender kann ja trotzdem ruhig in Deutschland stehen.

Und umgekehrt auch mit deutscher Lizenz kann es billiger sein, sich für einige Stunden bei einem mehr oder weniger großen Sender im Ausland einzumieten. Die Kosten gehen da von ein paar hundert Euro pro Stunde bis in die ganz vielen Tausende. Je nach Anspruch und Sendeleistung.

Beispiele für solche Projekte gibt es ja viele: Radio 6150, Radio Marabu, Radio Joystick, BNL, und einige Halleluja-Schleudern, die gelegentlich von Kall (Eifel) aus senden. Das Funkhaus in Kall (mehr darf ich diesem Low-Levelforum ja nicht schreiben) wäre wohl auch der richtige Ansprechpartner in Deutschland, wenn es legal und gleichzeitig finanziell noch auf dem Teppich bleiben soll. Es gibt aber durchaus noch andere Standorte, ein paar Nummern größer. Ich denke da an KBC, welches am Wochenende für einige Stunden mit niederländischer Lizenz von Deutschland aus sendet.

von Bolivar diGriz - am 15.11.2012 12:49
Muß eigentlich ein 24Stunden-Betrieb gewährleistet sein?

von Wellenschneider - am 15.11.2012 13:12
Eindeutig nein.

von Bolivar diGriz - am 15.11.2012 13:35
Die frage wäre nur ob man mittlerweile nicht mehr hörer per Webstream erreicht als per Mittelwelle. Vor allem sind die Kosten für einen Livestream ja auch deutlich niedriger.

von Spacelab - am 15.11.2012 15:33
Das kommt drauf an. Ein "Lokalsender" auf Mittelwelle mit gutem Klang kann funktionieren. Ebenso ein internationales Programm auf Kurzwelle, welches sich gezielt an DXer und schrullige Eremiten richtet. Entsprechend sind ja auch die meisten unabhängigen Sender in diesem Wellenbereich inzwischen ausgerichtet. So Dinge wie WDR 2 auf Mittelwelle sind eine aussterbende Spezies. Entweder man spielt entweder Polka/Hitzzz oder Oldies der 60er/70er Jahre (weil sie auch auf AM gut klingen), unterbrochen durch Grüße und Empfangsberichte, oder macht ein lokal Interessantes Programm. (Wobei Lokal nicht nur eine Stadt sein muss, sondern auch ein kleineres Land oder Region.) Das funktioniert auch bei großen Sendern so: Radio Taiwan International fällt mir da als sehr positives Beispiel ein für ein interessantes "Lokalprogramm" (nämlich für Taiwan) mit starker Hörerbindung, unter anderem auch mit DX-Nachrichten. Es gibt sogar Fanclubs dieses Senders.
Die dritte Möglichkeit wäre natürlich ein Programm für eine weltweit verstreute Sekte zu machen. Die Kurzwelle verleitet ja nicht so zum Bösen wie das Internet. (Dabei gibt es durchaus auch Porno auf Kurzwelle, als SSTV. Man muss nur wissen, wo man suchen muss ;) )

Ein landesweites, erfolgreiches Musikprogramm als Konkurrenz zu den UKW-Sendern halte ich allerdings für nicht machbar. Noch schlimmer als die Empfangsqualität sind für Otto Normalhörer die auf Kurzwelle aus technischen Gründen erforderlichen ständig wechselnden Frequenzen. Gerade bei normalen Radios ohne Digitalanzeige sind die meisten Hörer damit völlig überfordert.

von Bolivar diGriz - am 15.11.2012 16:28
Schade, daß sich DRM nicht durchgesetzt hat. Denn dann könnte man durchaus ein landesweites, erfolgreiches Musikprogramm auf UKW etablieren.

von Wellenschneider - am 15.11.2012 17:00

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von Seltener Besucher - am 15.11.2012 17:09
Die Nutzung der WDR-Mittelwellen, mit Stauinfos, Bundestagsdebatten und Sportübertragungen ist durchaus sinnvoll und wird wohl ihre Hörer haben. Die Sendungen werden durchaus von Normalhörern eingeschaltet, zumal die beiden Sender in ihrem Einzugsgebiet praktisch störungsfrei empfangbar sind.
WDR2 wird da wohl weniger drüber gehört.

von Marc_RE - am 15.11.2012 17:29
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