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Radioforum
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Alqaszar, Ingo-GL, mor_, Natrium, Peter Tillmann, Wasat, Analogiker, Harald Z

Höhenangaben in digitalem Kartenmaterial

Startbeitrag von Alqaszar am 22.03.2004 21:03

Bei der Verwendung von digitalen Kartenmaterial bzw. Reliefinformation sollte man vorsichtig sein:

Die meisten dieser Daten, sind auf das sog. Rotationsellipsoid bezogen. Dies ist eine theroetische Annäherung an die tatsächliche geometrische Gestalt ("Kartoffel") der Erde.

Beim World Geodetic System (WGS84 / ETR 89), welches die Grundlage für GPS ist, ergeben sich folgende Abweichungen zu den Werten wie sie in deutschen Topografischen Karten angegeben sind:

Geografische Länge: + 2,4° (also in Deutschland "nach Osten")
Geografische Breite: + 4,4° (also in Deutschland "nach Norden")
Höhe über NN: +47,5 m

(Quelle: Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen)

Wer also Daten, die sich auf die TKs beziehen, in Radio Mobile eingibt, kommt unter Umständen an einem völlig anderen Ort aus als beabsichtigt.

Für die Höhenangaben ergeben sich also zweierlei Fehlerquellen:

1.) Falsche Höhenangabe, weil ein falscher Ort gewählt wurde

2.) Falsche Höhenangabe aus der Abweichung im digitalen Kartenmaterial.

Daher sollte man darauf achten, welche Daten man verwendet und ggf. einen Korrekturfaktor berücksichtigen

Antworten:

Ich benutze immer zur Kontrolle die CDs von TOP50 (Bayern) bzw. AMAP (Österreich). Im Vergleich zu den digitalen SRTM-Höhendaten (= Shuttle Radar Topography Mission) habe ich bislang nur äußerst geringe Abweichungen festgestellt:
Lage genauer als 100 m
Höhe genauer als 10 m (tatsächliche Höhe ist meist etwas größer)

von Wasat - am 22.03.2004 22:40
Aha, wieder ein Thread à la "alte Kriegsverletzung". http://forum.myphorum.de/read.php?f=8773&i=95534&t=62355:-)

Mich würde ja brennend interessieren, ob die 2,4 bzw. 4,4 Bogensekunden (nicht Grad, alqaszar) nur für NRW halbwegs korrekt sind oder grundsätzlich, was aber eigentlich prinzipiell gar nicht sein kann.

von Analogiker - am 23.03.2004 05:56
BogenSEKUNDEN, selbstverständlich. Hab die Falsche Taste angehauen, sorry.

Habe gestern abend noch ein paar Experimente mit einer gedruckten TK 50 und den SRTM Daten durchgeführt. Bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Ungenauigkeiten vor allem aus dem 300 m - Raster resultieren.

Beispielsweise ist die Anhöhe "Hoscheit", welche in dem durch die B 258 abgeschnittenen "Zipfel" Belgiens nördlich von Monschau liegt, in der Karte oberhalb der 600 m- Höhenlinie signiert.

Mit SRTM wird eine maximale Höhe von 590 m angezeigt, weil die Kuppe der konvexen Reliefform kleiner als 300 m ist.



von Alqaszar - am 23.03.2004 12:00
das Ganze wird noch schlimmer, wenn die Pixel am Bildschirm gemittelt werden, weil der Ausschnitt so groß ist (z,.B. ganz Deutschland auf 1200*1600 Pixel in Radio Mobile). Dann liegt die Zugspitze schon mal einige 100 m niedriger oder auch der Brocken (hier: altes DTED-Format). (Mit den SRTM-Karten habe ich das noch nicht kontrolliert.)

Irgengwie muß ja ein sinnvoller Höhen-Wert für ein Pixel berechnet werden. Und der ist sachlich natürlich nicht das Extrem, die Spitze.

Das ist ein zweiter (praktischer) Effekt zusätzlich zu den unterschiedlichen Bezugssystemen.


Grüße

Peter Tillmann

von Peter Tillmann - am 23.03.2004 12:20
Frage (könnte auch von Marco sein): Mit welchen "Werkzeug" kann ich Datein mit der Endung .hgt öffnen ?

von Harald Z - am 23.03.2004 14:58
Mir ist gerade ein besonders krasser Fall von Höhendifferenzen aufgefallen: In Südfrankreich gibt es den Großsender St.Raphaël/Pic de l'Ours (Luftbild: maps.google.com, weiteres Bild) mit den Koordinaten 6° 54' 19'' Ost, 43° 28' 35''.

Eine Google-Suche führte zu folgender Karte. Der Pic de l'Ours ist rechts im Bild. An der Stelle mit dem trigonometrischen Messpunkt (= Dreieckssymbol) steht der Sender. Die Zahl 562 ist logischerweise nicht die Höhenangabe. Der Sender hatte in früheren Listen eine Höhe von 492 m. GoogleEarth ermittelt jedoch 430 m. Ein Vergleich der 450 m-Höhenlinie in der Karte mit GoogleEarth erzielt ähnliche Abweichungen.

Mich würde nun interessieren ob diese Abweichungen bei in Frankreich üblichen Messtischblätter die Regel sind. In Deutschland beispielsweise beträgt die Abweichung von GoogleEarth (mit WGS84) gegenüber den Karten der Landexvermessungsämter etwa 10 bis 15 m.

Noch ein paar schlaue Links:
NTF (Nouvelle Triangulation de la France) - Das zumindest früher in Frankreich verwendete Bezugssystem: (1), (2)
Geodätisches Datum

Fazit: Vorsicht mit Höhenangaben. Dies gilt nicht nur für Sendersucher...

von Natrium - am 05.12.2006 18:43
562 ist wohl ein Schreibfehler. Sollte vielleicht 502 heißen. Andere Höhenpunkte in der Karte passen ja ganz gut zu den sie umgebenden Höhenlinien. Ähnliches ist mir auch schon in Großraumstadtplänen des ADAC / Falk-Verlag begegnet. Im Sauerland bei Wenholthausen zum Beispiel gibt es eine Höhenangabe, die um 100 Meter oberhalb des richtigen Werts liegt. In der digitalisierten topographischen Karte für Deutschland gibt es falsch gekennzeichnete Höhenlinien.

alqaszar meint in seinem ersten Beitrag jedoch die systematische Abweichung zwischen topographischen Karten und digitalen Reliefinformationen, die durch Satellitenmessungen ermittelt worden sind. Diese Abweichungen kommen jedoch durch unterschiedliche Bezugssysteme zu Stande. Kein Fehler.

von Ingo-GL - am 05.12.2006 19:24
Zitat

SRTM Daten durchgeführt. Bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Ungenauigkeiten vor allem aus dem 300 m - Raster resultieren.

Äh welche SRTM Daten nimmst du? Die (nach FOIA) frei verfügbaren haben i.d.R. eine 90 m Rasterweite. ( die 30m rücken die ja nicht raus)
Zitat

Mit welchen "Werkzeug" kann ich Datein mit der Endung .hgt öffnen ?

z.b. SAGA


von mor_ - am 05.12.2006 19:35
Unterschiedliche Bezugsysteme sind auch die Ursache für den Fall, den ich aufgezeigt habe.

von Natrium - am 05.12.2006 19:36
Die Höhenangaben in topographischen Karten, die ich kenne, sind bezogen auf Normal-Null. Das wird wohl auch in Frankreich so sein. Und Normal-Null liegt nicht generell auf Höhe der Oberfläche des Referenzellipsoiden. Ist für Google-Earth irgendwo dokumentiert, wie die Höhenangaben kalibriert sind?
GPS-Empfänger bestimmen die Höhe bezogen auf den WGS84-Ellipsoiden und geben auf dem Display jedoch eventuell eine auf Normal-Null bezogene Höhe an. Die Höhenberechnung meines Gerätes von Garmin jedenfalls passt recht gut zu den Höhenangaben der topographischen Karten. Allerdings ist in der Gebrauchsanleitung nicht dokumentiert, wie das Gerät bei der Umrechnung vorgeht. Wendet es einen Durchschnittswert an oder ist die Korrektur ortsgenau? Die Werte der GPS-Höhenbestimmung streuen so stark, dass man das anhand der Höhenmessung allein nicht feststellen kann. Insofern ist es wohl auch egal, wie genau die Höhenkorrektur ausgeführt wird.

von Ingo-GL - am 05.12.2006 21:32
In 2004 (also als ich diesen Thread aufgemacht hab) standen in Radio Mobile teilweise nur die gröberen Daten zur Verfügung. Erst später wurden dann die feinere Auflösung freigegeben -- jedenfalls ist das, an was ich mich erinnern kann. Was aber nichts heißen muss. Möglicherweise hab ich auch die falschen Daten geladen.

Inzwischen benutze ich die 90m-Daten auch in RM.

von Alqaszar - am 06.12.2006 01:23
Zitat

In 2004 (also als

sorry hatte gar nicht aufs Datum geschaut.

von mor_ - am 06.12.2006 05:59
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