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Abschaltung von AM-Sendern in Sambia, Kroatien und Norwegen

Startbeitrag von kokido7 am 27.12.2012 19:50

Siehe http://www.dxaktuell.de/?p=2908 .

Bezueglich Kroatien: Betrifft die Abschaltung auch das Italienisch-Programm "Radio Fiume" (mo-fr 16:00-16:20 ME{S}Z auf 7370 kHz winters und 7410 kHz sommers)? Es ist insofern interessant, als dass dort kurze Wetterinfos ueber Rijeka und das anliegende Meeresgebiet gebracht werden
( http://eo.wikipedia.org/wiki/Marveterraporto ).

Die 50 interessantesten Antworten:

AM-Rundfunk - letztes Kapitel...

Der AM-Rundfunk geht jetzt wohl in sein letztes Jahrzehnt. Gute 90 isser schon, ob er noch 100 wird kann der Arzt auch nicht genau sagen.
Der Auslandsrundfunk ist schon so gut wie abgewickelt, letzte Überlebende aus Indien und China sind noch auf den Tropenbändern zu hören, Inlands-MW zu teuer geworden, BBC und DW fast weg, mittlerweile verlassen sogar die Betsender das sinkende Schiff, Radio Moskau schnallt den Gürtel enger... zum Ende hin bleiben wohl nur noch RCI und RFA übrig. Ersteren will auch keiner wirklich hören, wenn er nicht von Berufs wegen muss... Dem zweiten wird absehbar die Dollar-Puste ausgehen.

Viel Angebot bleibt also nicht für die letzten Hörer - abgesehen von einigen mehr hobbymäßigen Sendern, die sich um die letzten 1000 Hörer in Europa prügeln werden... zumindest die QSL-Chancen werden dann wohl steigen. :D

Wirkliche Neuheiten bei den "richtigen" Radios gibt es auch nicht mehr, wer würde sie auch noch kaufen? Genauso wie neue Sender... da werden ja jetzt schon nur noch die alten Sender in der Welt hin- und hergeschoben, bis sie selber zum Ersatzteillager werden... Und die Empfangslage hat sich aufgrund diverser fernöstlicher Produkte auch nicht unbedingt verbessert. :(

Wer Radio (nicht Utility!) auf der MW/KW noch erleben möchte, sollte sich JETZT einen guten Empfänger zulegen - was früher Rang und Namen hatte ist heute z.T. für'n Appel und 'n Ei zu haben - und die kommenden Jahre ausnutzen!
Leider sind die (journalistisch) richtig guten Sender alle schon weg, zumindest für den DXer ist aber noch etwas übrig geblieben...

von iro - am 27.12.2012 23:05

Re: AM-Rundfunk - letztes Kapitel...

Zitat
iro
Der AM-Rundfunk geht jetzt wohl in sein letztes Jahrzehnt. Gute 90 isser schon, ob er noch 100 wird kann der Arzt auch nicht genau sagen.
Der Auslandsrundfunk ist schon so gut wie abgewickelt, letzte Überlebende aus Indien und China sind noch auf den Tropenbändern zu hören, Inlands-MW zu teuer geworden, BBC und DW fast weg, mittlerweile verlassen sogar die Betsender das sinkende Schiff, Radio Moskau schnallt den Gürtel enger... zum Ende hin bleiben wohl nur noch RCI und RFA übrig.


Hier relativ aktuelle Uebersichten von AM-Rundfunksendern:

KW: http://www.eibispace.de/dx/bc-b12.txt
LW: http://www.wabweb.net/radio/radio/lw.htm
MW: http://www.mediumwave.de (Schwerpunkt: in Mitteleuropa hoerbare MW-Sender)

von kokido7 - am 28.12.2012 04:16
Der kroatische Sendernetzbetreiber OiV schreibt auf seiner Homepage:

Zitat
http://www.oiv.hr/tvrtka/vijesti/vijest_hr.aspx?id=987
Kraj odašiljanja na kratkom valu

1. siječnja 2013., prema odluci HRT-a, završava odašiljanje programa Glas Hrvatske na kratkom valu. Do sada su tim programom tijekom cijelog dana na kratkom valu bila pokrivena područja Sjeverne i Južne Amerike, Europe, Australije i Novog Zelanda.
Odašiljanje programa Glasa Hrvatske na srednjem valu se od 1. siječnja 2013. nastavlja s odašiljača Zadar za pokrivanje Europe u vremenu od 18:00 do 00:45 sati po hrvatskom vremenu.
Program Glas Hrvatske može se također pratiti putem satelita i interneta (više na HRT-ovim stranicama).


Zusammengefasst: HRT hat verlautbart, dass am 1.1.2013 die Ausstrahlung der Stimme Kroatiens (Glas Hrvatske) über Kurzwelle eingestellt wird.

Auf Mittelwelle wird ab 1.1.2013 vom Sender Zadar von 18:00 bis 00:45 Ortszeit (MEZ) gesendet. Das Programm kann man auch über Satellit und Internet hören.

von DX-Project-Graz - am 28.12.2012 11:50

Re: AM-Rundfunk - letztes Kapitel...

Zitat
kokido7
Zitat
iro
Der AM-Rundfunk geht jetzt wohl in sein letztes Jahrzehnt. Gute 90 isser schon, ob er noch 100 wird kann der Arzt auch nicht genau sagen.
Der Auslandsrundfunk ist schon so gut wie abgewickelt, letzte Überlebende aus Indien und China sind noch auf den Tropenbändern zu hören, Inlands-MW zu teuer geworden, BBC und DW fast weg, mittlerweile verlassen sogar die Betsender das sinkende Schiff, Radio Moskau schnallt den Gürtel enger... zum Ende hin bleiben wohl nur noch RCI und RFA übrig.


Hier relativ aktuelle Uebersichten von AM-Rundfunksendern:

KW: http://www.eibispace.de/dx/bc-b12.txt


Daraus ergeben sich noch etwa 75 Laender, die mit mindestens einem staatlichen In- oder Auslandsdienst auf Kurzwelle (Tropenbaender eingeschlossen) senden. An europaeischen Laendern sind das: Albanien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Kroatien, Oesterreich, Polen, Rumaenien, Russland, Serbien, Slowakei, Spanien, Tschechien, Tuerkei, Ukraine, Vatikanstadt und Weissrussland.

von kokido7 - am 28.12.2012 11:53
Auch wenn es dem Freak nicht schmeckt : es entscheidet das Angebot, weniger der Verbreitungsweg.
Spiel die Russendisko den gesamten Tag auf 1323, dann ist zwar der Geldgeber entsetzt ( wo bleibt denn da Platz für die amtlichen Verlautbarungen ? ), aber die Hörerschaft wäre da.
Der Niedergang der Mittelwelle hat im Prinzip nur mit unfähigen und politisierten Entscheidungen zu tun, weniger mit der MW an sich. Mein einziges Argument für die MW war damals die 675 , später die 1008, die auch in NRW viele Hörer hatte ( abseits der Freaks ).
Die schönen Oldies sind verschwunden, der Pater hat das Wort. Die Hörerzahlen sind klein, und der christliche Sender auf 1008 ringt weiter mit den Kosten.

Ich werde nie vergessen, wie ich vor gar nicht wenigen Jahren in Enschede an einer Ampel neben mir eine junge Frau im PKW hatte ( Sommer ), und sie hört das selbe Programm wie ich : Radio10Gold. Allerdings lauter als ich selbst.
Glauben wird mir das wohl niemand, mir bleibt dies jedoch immer in Erinnerung.

So long, MW. Du bist gut, aber man hat dich einfach schlecht behandelt.

von sup2 - am 28.12.2012 11:58
Och, als 10 Gold noch auf 1008 sendete kennte ich genug Leuten die tatsächlich das ganze auf MW anhörten. Nur ist die 1008 schweine teuer und frisst Strom wie das Zeugs hält. Deren Abschaltung hat also nur ökonomische Gründe.

von Jassy - am 28.12.2012 12:02
Immerhin hat Radio10Gold nun die 828 und ist, wie ich feststellen konnte, zw. Rotterdam und Amsterdam als auch Flevoland bestens hörbar. Das reicht vermutlich aus.

von sup2 - am 28.12.2012 12:16
Nee, schön ist das nicht :( Und es geht schneller sld geahnt...
Selbst Kandidaten, die als gesetzt galten, verschwinden ja mittlerweile. Radio Netherlands, BBC für Europa, die DW, Stimme Russlands...
Nordamerika als Zielgebiet ist praktisch weg, Europa auf dem gleichen Weg. Afrika wird noch länger bleiben, Asien wohl nicht ganz so lang, Australien mit seinen paar Bewohnern eher uninteressant.

Es gab sogar mal 50 Länder, die auf Deutsch sendeten. Wieviele sind jetzt noch übrig? 10?

In Memoriam - Deutsch auf Kurzwelle und Mittelwelle
=> mit diversen Mitschnitten, vor allem von "letzten Minuten".

von iro - am 28.12.2012 12:42
Zitat
iro
Es gab sogar mal 50 Länder, die auf Deutsch sendeten. Wieviele sind jetzt noch übrig? 10?


Wenn ich nur staatliche Auslandsdienste auf KW zaehle, so komme ich auf folgende 19 Laender, die auf Deutsch senden (Transnistrien nicht mitgerechnet):

Aegypten, Albanien, Argentinien, China, Griechenland, Indonesien, Iran, Kroatien (noch bis zum 31.12.2012), Oesterreich, Nordkorea, Rumaenien, Serbien, Suedkorea, Syrien, Taiwan, Thailand, Tuerkei, Vietnam und Weissrussland.

Sollte auch Radio Schweden dazuzaehlen? Laut
http://www.eibispace.de/dx/bc-b12.txt
gibt's das auf Deutsch Mo-Fr 19:00-19:30 UTC auf 6005 kHz ...

von kokido7 - am 28.12.2012 13:15
Schweden... naja. Kann aber so nicht stimmen, es werden doch nur 15 min Podcast produziert. Aber wenigstens: es gibt sie noch! (Das war auch einer von den "Guten" :) )

Österreich: zähle ich schon nicht mehr mit, das ist ja schon seit langer Zeit kein Auslandsdienst mehr.
3-5min. Nachrichtensendungen (GRC, HRV) kann man auch nicht wirklich mitzählen und sind ja eigentlich Inlandsprogramme.
Immerhin noch 18 incl. Transnistrien und Russland (das hattest Du noch übersehen) :)
Mit unterschiedlichem Nährwert und manchmal auch einer Audioqualität, die als komplett unbrauchbar bezeichnet werden kann und ein baldiges Ableben der Sendeanlagen ankündigt (außer Ägypten, da war das ja schon immer so :D ).

Wie wird das in 5 Jahren aussehen? Der Türkei traue ich zu, noch ziemlich lange ein deutsches Programm anzubieten.

Fundsache:
Interview von TRT Deutsch mit Antonia Gazepi von der Stimme Griechenlands

von iro - am 28.12.2012 13:54
Zitat
iro
Österreich: zähle ich schon nicht mehr mit, das ist ja schon seit langer Zeit kein Auslandsdienst mehr.


Waehrend meines Aufenthalts auf Sizilien im August 2012 war allerdings Radio Oesterreich International (neben Radio Tirana und Radio Rumaenien International) fuer mich die einzige Moeglichkeit, uebers Radio deutschsprachige Informationen durch eine staatliche europaeische Rundfunkstation zu bekommen.

Zitat
iro
3-5min. Nachrichtensendungen (GRC, HRV) kann man auch nicht wirklich mitzählen


Also falls eine staatliche deutsche Rundfunkstation die wichtigsten Nachrichten auf Deutsch leistungsstark ueber Kurzwelle ausstrahlen wuerde - wenn auch nur einmal taeglich drei Minuten verlaesslich zur selben Uhrzeit - dann waere schon viel gewonnen gegenueber dem jetzigen Zustand.

von kokido7 - am 28.12.2012 14:53
Du machst den gleichen fehler wie viele andere auch. Ihr denkt nicht Marktwirtschaftlich. Diese 3 Minuten täglich kosten Geld. Geld das weg ist. Das kann man nicht irgendwie wieder hereinholen. Das ist als würde das Programm dieses Geld in den Gullideckel fallen lassen. Da ist es doch vollkommen Wurst ob sich irgendein Heinz der seinen Weltempfänger mit in den Urlaub geschleppt hat in Hinterabsurdistan weitab von Internet nen Ast freut weil er einmal täglich auf 3 Minuten heruntergestückelte Nachrichten hören kann.

von Spacelab - am 28.12.2012 15:16
Zitat
Spacelab
Du machst den gleichen fehler wie viele andere auch. Ihr denkt nicht Marktwirtschaftlich.


Man kann eine Auslandsrundfunkanstalt, die ihre Sendungen mittels Amplitudenmodulation verbreitet, nicht wie ein Unternehmen betrachten, das seine Produkte nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten gewinnbringend (oder zumindest nicht mit Verlust) absetzen will oder muss. Das heisst: Die Hoererzahl ist voellig zweitrangig; es geht allein um die Verfuegbarkeit mit einfachsten technischen Mitteln. Vergleichbar ist die Sache schon eher mit beispielsweise Schule, Polizei, Feuerwehr und medizinischem Notfalldienst: Auch sie bringen in der Regel keinen unmittelbar ersichtlichen finanziellen Gewinn, sollten aber fuer die Mitglieder einer Gesellschaft, die etwas auf sich haelt, staendig verfuegbar sein - egal wie oft sie tatsaechlich gebraucht werden.

von kokido7 - am 28.12.2012 15:36
Zitat
Jassy
Nur ist die 1008 schweine teuer und frisst Strom wie das Zeugs hält. Deren Abschaltung hat also nur ökonomische Gründe.


Und das merkt wohl auch der aktuelle Nutzer der Frequenz. Mal gucken wie lange er noch durchhält.

von mago - am 28.12.2012 15:50
Aber auch Auslandsrundfunkanstalten haben nur ein begrenztes und immer begrenzter werdendes Budget. Denn wenn die Hörerzahl wirklich so zweitrangig wäre wie es auf den offiziellen Papieren immer so schön abgedruckt wird, würden nicht immer mehr Auslandsdienste mit dem hinweis auf die fehlenden Hörer abschalten. ;-) Wobei das manchmal aber auch sehr kreativ umgedichtet wird. So dichtete die Deutsche Welle damals das es dank Internet unnötig wäre weiterhin über die Kurzwelle zu senden. :rolleyes: Das mit diesen Auslandsdiensten ist ein sehr schönes Beispiel dafür wie geduldig Papier doch ist und wie weit Theorie und Praxis auseinander gehen.

von Spacelab - am 28.12.2012 15:50
Zitat
mago
Zitat
Jassy
Nur ist die 1008 schweine teuer und frisst Strom wie das Zeugs hält. Deren Abschaltung hat also nur ökonomische Gründe.


Und das merkt wohl auch der aktuelle Nutzer der Frequenz. Mal gucken wie lange er noch durchhält.


Yes, jedes jahr wird dort erneut um geld gebeten, trotz leistungreduzierung und ein transistorsender (nautel) die weitaus weniger strom frisst. Damit sieht man dass somein Sender unmengen von geld kostet und daher nur von spenden leben kann. Derjenige die freiwillig der MW taste drueckt wird immer mehr zur nische. Das mag bei 10 gold anders sein. Der sender steht dort in ein sehr bevoelkungreiches gebiet und frisst mit sein 20 kw nicht viel strom. Dafuer kann er, dank optimaler standort, den stoernebel in de grosstadt weitgehend ueberstimmen und dAmit fuer ein grosses publikum hortbar sein. Der sehr sauber eingestellter optimod samt kraeftiger hub gibt noch das letzte bisschen.

Nebenbei: die 747 laeuft mit 200 kw und hat noch ein roehrensender (telefunken glaub ich). Und ihr musst wohl in 2013 oder 2014 um den 891 von 538 bangen...

von Jassy - am 28.12.2012 16:09
Zitat
sup2
So long, MW. Du bist gut, aber man hat dich einfach schlecht behandelt.


Diese "schlechte Behandlung" hat in Europa aber Tradition. Eine vernünftige Koordinierung der Nutzung war aus politischen Gründen nie möglich. Jedes Land versuchte, sich auf Kosten der anderen Vortreile zu verschaffen. Der Tod wurde dann mit der Rundfunkkonferenz in Genf 1975 eingeläutet. Durch die völlige Überfrachtung der Frequenzen wurden die Betriebskosten in unerträgliche Höhen getrieben und durch extreme Störungen die Hörer in Scharen vertrieben.

Hermann Jäger (genannt der "Wellenjäger" ) schrieb in der Funkschau Nr. 24/1978 (vor 34 Jahren!) in weiser Vorahnung:
Wenn es eine Hoffnung gibt für das Radiohören in der Welt, dann nur diese: Möge die WARC 1979 in Genf das Spektrum für LW, MW und KW vernünftig, sinnvoll und den Erfordernissen entsprechend neu ordnen und - das ist beinahe noch wichtiger - endlich Leistungs-Limits nach oben einführen. Sollte beides in Genf 1979 nicht gelingen, dann werden wir alle drei Bereiche (LW, MW und KW) bald ganz abschrei­ben können. Dann aber bliebe uns nur noch die UKW. Diese aber wäre denn doch ein wenig - mit Verlaub - zu provinziell...

Der vollständige Artikel: http://www.wabweb.net/radio/radio/frequenz4.htm

Zitat
kokido7
Man kann eine Auslandsrundfunkanstalt, die ihre Sendungen mittels Amplitudenmodulation verbreitet, nicht wie ein Unternehmen betrachten...


Heute ist es eben so, dass überall zumindest indirekt ein in Geld fassbarer Nutzen erkennbar sein muss. Vor 30 Jahren war das noch anders. Damals gab es einen "Wettbewerb der Systeme" (nobel ausgedrückt). Jedes Land, dass es sich leisten konnte, wollte sich und damit die Vorzüge seines politischen Systems weltweit über Kurzwellenfunk zur Schau stellen. Je nach Profilierungsbedürfnis wurde dafür mehr oder weniger Geld ausgegeben. Das Geld für den Kurzwellenrundfunk kam auch fast überall direkt aus der Staatskasse.

von Wasat - am 28.12.2012 17:49
Zitat

Damals gab es einen "Wettbewerb der Systeme" (nobel ausgedrückt). Jedes Land, dass es sich leisten konnte, wollte sich und damit die Vorzüge seines politischen Systems weltweit über Kurzwellenfunk zur Schau stellen.

"Kalter Krieg" sagt ja eigentlich schon alles. Es war wie Krieg - nur nicht mit so vielen Toten wie üblicherweise. Regeln galten da nicht wirklich und Geld spielt bei militärischen Angelegenheiten selten eine große Rolle. Der Rundfunk war ganz klar Teil dieses Krieges (nicht NUR der Auslandsrundfunk...) und wurde finanziell entsprechend ausgestattet. DER Krieg wurde gewonnen, daher wird jetzt kein Geld mehr hineingesteckt. Das neue Kriegsgebiet ist der arabische Raum, dafür gibt es auch weiterhin Geld - allerdings wird dieses Geld jetzt eher in Fernsehsendungen/-sender gesteckt.

Ich hab jetzt grad das oben verlinkte GRC/TUR-Interview zuende gehört. Deutsch aus Griechenland dürfte auch in einigen Jahren Vergangenheit sein, spätestens wenn die letzte verbliebene Mitarbeiterin in Rente geht.

von iro - am 28.12.2012 18:18
Zitat
Jassy
Und ihr musst wohl in 2013 oder 2014 um den 891 von 538 bangen...

Werden die einfach so auf Limburg (mit den Metropolen Roermond und Maastricht) verzichten? Ich glaube, bevor das passiert, holen die sich die Kohle für einen neuen Sender irgendwie rein,

von RheinMain701 - am 28.12.2012 18:19
Nachfolgend ein paar Diagramme, welche zeigen, in welchem Dilemma der Mittelwellenrundfunk in Europa - im Gegensatz zu Nordamerika - stets steckte. Ich habe die Skalierung für die USA und Europa gleich gelassen, damit man die Verhältnisse deutlich sieht.

Anzahl der Stationen:


USA (2004): 4776 Radiostation + 1370 Traveller Information Stations. Bis zu 180 Stationen geringer Leistung teilen sich einen Kanal.


Europa (2006): 1185 Radiostationen. Kaum ein Kanal hat mehr als 20 Sender.

Sendeleistungen:


USA (2004): Gesamtsendeleistung 27832 kW tagsüber, 11218 kW nachts. Die Gesamtsendeleistung übersteigt nachts auf keinem Kanal 250 kW.


Europa (2006): Gesamtsendeleistung 74770 kW tagsüber, nachts kaum reduziert. Die Gesamtsendeleistung übersteigt auf 53 Kanälen 500 kW.

von Wasat - am 28.12.2012 19:09
Angeblich waren die Sendeleistungen so stark, dass selbst die Ionosphäre gestört wurde, es gab einen Luxemburg-Effekt, den ich aber bis heute nicht so recht verstanden habe.

Diese "Traffic-Sender" in den USA schaffen es wohl nicht über den Teich, oder ?

von sup2 - am 28.12.2012 20:23
Zitat
sup2
Diese "Traffic-Sender" in den USA schaffen es wohl nicht über den Teich, oder ?

Ich hab mal so einen in Offenbach empfangen. War recht klar verständlich.

von RheinMain701 - am 28.12.2012 20:39
Zitat
sup2
Diese "Traffic-Sender" in den USA schaffen es wohl nicht über den Teich, oder ?


Sie haben fast alle 10 Watt, nur einige wenige 60 Watt. Die 10 Watt reichen maximal 10 Meilen, als ca. 15 km, was auch Absicht ist.

von Wasat - am 28.12.2012 22:10
Zitat
sup2
Ich werde nie vergessen, wie ich vor gar nicht wenigen Jahren in Enschede an einer Ampel neben mir eine junge Frau im PKW hatte ( Sommer ), und sie hört das selbe Programm wie ich : Radio10Gold. Allerdings lauter als ich selbst.
Glauben wird mir das wohl niemand, mir bleibt dies jedoch immer in Erinnerung.


Klasse !! :-)

Zitat
Spacelab
Da ist es doch vollkommen Wurst ob sich irgendein Heinz der seinen Weltempfänger mit in den Urlaub geschleppt hat in Hinterabsurdistan weitab von Internet nen Ast freut weil er einmal täglich auf 3 Minuten heruntergestückelte Nachrichten hören kann.


Erschwerend kommt zumindest in diesem Fall hinzu, daß das kroatische Inlandsprogramm HRT-HR2 auf seinem perfekt ausgebauten UKW-Netz landesweit über den kompletten Tag durch ein mehrsprachiges, informatives und musikalisch sehr attraktives Touristenprogramm bietet, welches seinesgleichen sucht und Heinz für seinen Kroatien-Urlaub noch nicht mal einen teuren Weltempfänger braucht oder sich mit Laptop / Smartphone in der Marina / Campingplatz im Café ins kostenlose Netz einwählen muß, um deutsche Nachrichten zu hören und hier je nach Uhrzeit und Bedarf unkpmpliziert auf selbstprouzierte Nachrichten, bzw. die von Bayern 3 oder Ö3 zurückgreifen kann, egal ob er irgendwo an der dalmatinischen Küste auf seiner Yacht ist, vor seinem Wohnwagen sitzt, im Landesinneren eine Bergwanderung macht, usw.

Zitat
sup2
So long, MW. Du bist gut, aber man hat dich einfach schlecht behandelt.


Das sehe ich ähnlich und ich schließe mich Dir und den anderen Vorrednern an:
Hier wurden in den vergangenen Jahrzehnten schlicht und einfach (nicht nur politische) Fehlentscheidungen getroffen, ältere Sender nicht modifiziert (denn AM kann sich bei entsprechender Bandbreite, Soundprozessing, adäquater Nähe zum Sender usw. duchaus sehr gut anhören!!), Fehlkoordinierungen (u.a. Genf, aber auch die DLF-Geschichte generell: Statt UKW-Funzel landesweiter guter AM-Sound, etc.) getroffen usw.
Und ich behaupte mal, daß sich einige attraktive Angebote wie unsere DW oder auch Radio Schweden trotz gewissser Zuhörerschaft auf AM mit einigen Entscheidungen selbst ins Abseits geschossen haben, denn nicht nur diese beiden attraktiven Dienste hatten durchaus ihrer breitere Masse an Hörern. Hier hätte man unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte (Reduzierung der Sendeanlagen, Sendezeit, usw. Stichwort "warum SR P1 über mehrere Stunden / 24-7 auf 1.179 kHz laufen lassen, wenn gerade kein Auslandsprogramm gesendet wird?, usw.) auch im Zeitalter von Internet, Smatphones, usw. entsprechende Kompromisse finden können. Immerhin hat der dänische Sender Kalundborg auf diese Weise auch bis heute überlebt, auch wenn er nur noch für zeitweise Nutzung am Tag wie Seewetterberichte, usw. vorgesehen ist, obwohl in diesem Fall das frühere Austrahlen von DR P3 sicher nicht die wenigsten Zaungäste anlockte, aber auch hier steht der wirtschaftliche Aspekt natürlich im Vordergrund. ;-)
Auch wenn zumindest in Großbritannien ein leichter Abwärtstrend bei der MW-Nutzung zu beobachten ist, zeigen die Beispiele Großbritannien und Spanien sehr wohl, daß die gute alte Mittelwelle auch in modernen europäischen Industrienationen das Zeitalter Internet, Smartphone, Facebook usw. überlebt hat.

Was mich dennoch mal interessiert, ich schrieb es bereits an anderer Stelle:
Gibt es eigentlich messbare Zahlen über die Nutzung der WDR2-Mittelwellen-Sender??
Ohne jetzt präzise Zahlen zu kennen, kann ich mir vorstellen, daß die WDR2 - Mittelwellen-Sender Bonn 774 kHz und Langenberg 720 kHz mit der Dauerverkehrsschleife zur Rushhour von der anvisierten Zielgruppe recht rege genutzt werden.
Selbiges dürfte für die Mittelwellen-Anlage von NDR Info 972 kHz und die anderen gelten, deren Seewetterbericht sicher nicht nur von Freizeit-Skippern genutzt wird.
Auch die temporären Sportübertragungen, z.B. Fußball WM & EM auf MW sind in einer breiteren Masse bei denjenigen in Regionen ohne komplette Spielübertagung auf UKW, die keine Gelegehnheit für TV am Arbeitsplatz haben, durchaus beliebt.

von Mathias Volta - am 28.12.2012 23:40
Zitat

Ich werde nie vergessen, wie ich vor gar nicht wenigen Jahren in Enschede an einer Ampel neben mir eine junge Frau im PKW hatte ( Sommer ), und sie hört das selbe Programm wie ich : Radio10Gold. Allerdings lauter als ich selbst.
Glauben wird mir das wohl niemand, mir bleibt dies jedoch immer in Erinnerung.


Glaube ich dir sofort. Der lief bei mir im Auto, zwischendurch bei meinem Vater und wohl noch bei einigen anderen, die gerne Oldies gehört haben.
Im Frühstücksraum eines Hotels in Hastings (GB). Zu Baked Beans und Bacon wurde da "Dingo" serviert :-)
Mit dem Blick auf den Kanal und der etwas älteren Einrichtung hätte mich da ein Caroline oder Veronica Jingle auch nicht mehr gewundert :-)

von Marc_RE - am 29.12.2012 00:31
Immerhin haben die meisten Autoradios und auch Billigradios auch Mittelwelle. Und hier in der Gegend sind wir mir guten Programmen wie 10 Gold, Radio 5 Nostalgia, Absolute Radio und nicht zu vergessen der "Bollywoodsender" Sunrise Radio durchaus verwöhnt. Leider sind die englischen Sender sehr Jahres- und Tageszeitabhängig, sie beweisen aber, dass auch AM noch erfolgreich sein könnte. Die Tonqualität ist sicher kein Hindernis, an einem durchschnittlichen Küchenbrüllwürfel hört man keinen Unterschied. Die große Masse ist ja sogar mit MP3 in 64 bit auf dem Handy laut abgespielt zufrieden.
Was die Hörer wirklich abschreckt, ist dieses zeitliche Chaos. Es ist heutzutage keinem Hörer mehr vermittelbar, wieso ein Sender nur zu bestimmten Stunden verfügbar ist, und in der übrigen Zeit einfach nichts oder ein fremder Sender aus dem Lautsprecher kommt. Ein gut empfangbarer Kurzwellensender mit guter Musik wie KBC würde sicherlich sein Stammhörerschaft haben, wenn er nicht nur am Wochenende für ein paar Stunden on Air wäre. Das gleiche gilt für Laser Hothits. (Wobei die das Problem haben, dass ältere Radios zwar Kurzwelle, aber oft erst ab dem 49 Meter Band aufwärts empfangen können.)

von Bolivar diGriz - am 29.12.2012 07:03
Zitat
Exidor
Ein gut empfangbarer Kurzwellensender mit guter Musik wie KBC würde sicherlich sein Stammhörerschaft haben, wenn er nicht nur am Wochenende für ein paar Stunden on Air wäre.


Das bestreite ich, denn es gibt heute mehr als genügend Alternativen mit besserer Tonqualität. Die Kurzwelle hat auch bei hoher Signalstärke immer mit Fading und damit Verzerrungen zu kämpfen. Das würde die meisten Hörer vergrämen.

Kommerzieller Kurzwellenfunk mit Musikprogramm wurde anderswo schon probiert, z.B. KYOI aus Saipan, das in den 1980ern nach Japan sendete. In Japan war der Sender ganztägig gut empfangbar, es gab keine Konkurrenz durch Internet und Japan hörte noch überwiegend Mittelwelle, sodass die mangelnde Tonqualität für die Hörer kein Argument war. Der Sender scheiterte dennoch nach nur 4 Jahren. Die Anlage ging zunächst an den Christan Science Monitor (KHBI) und 1998 an das IBB (Radio Free Asia).

Aus früheren Jahrzehnten gibt es noch viele andere Besipiele, wie "Radio Monte Carlo" und "Radio Andorra". Alle hörten nach kurzer Zeit mit der Kurzwellenübertragung auf. Nur RTL hielt sich länger, weil die Mittelwelle eine zu geringe Reichweite hatte. Mit der Zulasnung von Privatfunk in Deutschland war das aber auch erledigt.

von Wasat - am 29.12.2012 11:07
@ sup2

Zitat

Spiel die Russendisko den gesamten Tag auf 1323, dann ist zwar der Geldgeber entsetzt ( wo bleibt denn da Platz für die amtlichen Verlautbarungen ? ), aber die Hörerschaft wäre da.


Dieses Jugendradio lief über mehrere Jahre auf 1323 kHz. Und trotzdem hatte es keiner gehört. Selbst die hier ansässigen Russen hörten den Sender nicht. Denen ist der Russentechno von ihrem Handy lieber.


Zitat

Angeblich waren die Sendeleistungen so stark, dass selbst die Ionosphäre gestört wurde, es gab einen Luxemburg-Effekt, den ich aber bis heute nicht so recht verstanden habe.


Hier die Kurzversion:
http://de.wikipedia.org/wiki/Luxemburgeffekt



@ kokido7

Zitat

Man kann eine Auslandsrundfunkanstalt, die ihre Sendungen mittels Amplitudenmodulation verbreitet, nicht wie ein Unternehmen betrachten, das seine Produkte nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten gewinnbringend (oder zumindest nicht mit Verlust) absetzen will oder muss.


Das ist richtig. Aber man muß auch bei solchen, nicht gewinnorientierten Einrichtungen auf dem Boden bleiben und darf den Bedarf sowie das Kosten-Nutzenverhältnis nicht einfach ignorieren.

Auch die Auslandsdienste müssen ihre Ausgaben gegenüber ihrem Geldgeber, der in der Regel der jeweilige Staat ist, darlegen und rechtfertigen. Und wenn er mehrere Millionen Euro allein für AM-Ausstrahlungen ausgegeben werden, ohne eine nennenswerte Hörerschaft darüber zu erreichen, dann steht so ein Auslandsdienst schnell als Geldverbrennungsanlage dar und wird womöglich ganz eingestampft.

Deswegen haben die eigentlich erhaltenswerten Auslandsdienste eigentlich nur eine Chance, ihre Existenz zu rechtfertigen, indem sie sich der Entwicklung anpassen und auf Medien setzen, die heute am stärksten genutzt werden, um damit möglichst viele Hörer zu erreichen.

von Kay B - am 30.12.2012 03:03
Es ist fast erschreckend wie schnell die Sender abgeschaltet und abgerissen werden. Ich persönlich betrachte das zwar als schade, aber sinnvoll, denn ich nutze auch so gut wie keine AM Sendungen. Selten höre ich mal KBC, aber das wars dann auch.
Schade finde ich, dass in Zukunft dann wahrscheinlich auch Wertachtal und Nauen geschlossen werden, weil sie einfach ein technisches Meisterwerk, allein von den Dimensionen her sind. Aber wenn nicht bald einige Kunden Sendezeit mieten wars das...
Die Einzige Hoffnung dürfte die Bundeswehr, oder andere Armeen sein, die über KW ja ihre Schiffe mit Soldatenprogrammen versorgen wollen.

von Max1 - am 30.12.2012 13:36
Zitat
Max1
Die Einzige Hoffnung dürfte die Bundeswehr, oder andere Armeen sein, die über KW ja ihre Schiffe mit Soldatenprogrammen versorgen wollen.


Diese sind doch heute auch mittels Satelliten bestens vernetzt? Der AFRTS hat seine Kurzwellensendungen, welche hauptsächlich für die US Navy gedacht waren, jedenfalls schon vor 25 Jahren eingestellt.

von Wasat - am 30.12.2012 13:53
Die Bundeswehr hat aber vor einiger Zeit Testsendungen von Radio Andernach via DRM ausgestrahlt, mit der Ankündigung alle Schiffe mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Sat ist wahrscheinlich einfach zu teuer und unflexibel.

von Max1 - am 30.12.2012 16:43
Zitat
Spacelab
Von diesen Ausstrahlungen hat aber Otto Normal Verbraucher leider nix. Diese sind nämlich verschlüsselt.


Du empfängst sie und kannst sie so gesehen "loggen" und als DX-Empfang werten. Halt nur nicht decodieren. Aber empfangen hast Du sie ja dann trotzdem.

von mago - am 30.12.2012 16:53
Du nicht, aber ich, weil ich auf der Urlaubsfahrt nach Oberstdorf die riesen Sendeanlage bestaunen kann, die nur im Betrieb erhalten bleibt :-)

von Max1 - am 30.12.2012 17:02
Schon erstaunlich wie sehr althergebrachtes und liebgewonnenes auf Ewigkeiten bestehen soll, obwohl es nur noch eine Handvoll DXer in ihrer Freizeit nutzen. Dagegen wird zb. DAB weiterhin nach Abschaltung gerufen weil es nicht aus dem Stand heraus 1 Mio Hörer nutzen ^^ Ist das "Merkel Logik" oder mit was hat man es hier zu tun? ( ;) )

Je früher diese Energie-intensiven Dinosaurier aus einer längst vergangenen Zeit abgeschaltet werden, desto besser.
Im Urlaub brauch ich btw. echt keine Heimatklänge und Infos. Dann kann ich auch aufm heimischen Balkon liegen bleiben.

von Scrat - am 30.12.2012 17:14
Das ist ähnlich wie in England die "405 alive" Bewegung, die es immerhin schon mal geschafft hatten, legal von "Ally Pally" aus für ein paar Stunden in 405 Zeilen anlässlich des Jubiläums 80 Jahre BBC TV zu senden. Die betreiben einen Verein und ein Forum, es gibt ein großes Techniklager (andere nennen es Museum) und regelmäßige Treffen. Von einem DAB-Fanclub in UK habe ich hingegen noch nie etwas gehört. Genau wie hier halt: Es gibt Radiobastler, DX-Clubs und Piratensender. DAB ist darunter nur das ungeliebte Stiefkind, trotz seiner unstrittigen Überlegenheit und auch weiteren Verbreitung gegenüber AM.

von Bolivar diGriz - am 30.12.2012 17:26
@ Max1

Zitat

Die Bundeswehr hat aber vor einiger Zeit Testsendungen von Radio Andernach via DRM ausgestrahlt, mit der Ankündigung alle Schiffe mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Sat ist wahrscheinlich einfach zu teuer und unflexibel.


Die US Navy strahlt für ihre Schiffe über drei Satelliten (um die ganze Erdoberfläche abzudecken) im C-Band ein kleines Digitalpaket aus, in dem drei Radio- und drei Fernsehprogramme sowie diverse Datendienste drin sind. Empfangen wird das mit automatisch nachführenden Parabolantennen.

Sowas kann man halt über Kurzwelle nicht anbieten.

von Kay B - am 30.12.2012 18:27
Mag sein. Und nochmal: Ich bin nicht der Meinung, dass man weiterhin für eine nicht vorhandene Hörerzahl zig Tausende Euros in den Sand setzen sollte, aber mich fasziniert die Technik halt. Genau wie bei AKWs. Solche technischen Meisterleistungen faszinieren mich, trotzdem bin ich der Meinung, dass man sie Weiterbetrieben sollte.
@Kay B: Ich kann nur sagen, dass es geplant war/ist.
Siehe auch hier: http://www.dxaktuell.de/?p=2616

von Max1 - am 30.12.2012 18:38
Wie schon anderswo nachgewiesen : wenn das Angebot gestimmt hätte, wären die Hörer auch dabei gewesen. Endloses Gelaber zieht nun mal weniger als ein flottes DJ-Oldieradio.
Schade um diesen Wellenbereich, der einfach vorhanden ist, mit gut 300 000 000 Geräte gehört werden kann und die Radiomacher lieber "5 Listener im Peak" bevorzugen.
Da brauchts kein BWL .....

von sup2 - am 30.12.2012 18:49
@ sup2

Zitat

Wie schon anderswo nachgewiesen : wenn das Angebot gestimmt hätte, wären die Hörer auch dabei gewesen. Endloses Gelaber zieht nun mal weniger als ein flottes DJ-Oldieradio.


Das gab es mit Megaradio und Truckradio doch. Aber es hatte trotzdem niemand zugehört.

Und das Oldieradio in Berlin wollte auch so schnell wie möglich von der Mittelwelle wieder weg.

von Kay B - am 30.12.2012 18:59
Zitat
Max1
Die Bundeswehr hat aber vor einiger Zeit Testsendungen von Radio Andernach via DRM ausgestrahlt, mit der Ankündigung alle Schiffe mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Sat ist wahrscheinlich einfach zu teuer und unflexibel.


Danach haben sie dann die Kosten für die digitale Kurzwelle durchgerechnet und gesehen, dass ein Satelliten-Transponder doch viel billiger kommt. Ein KW-Sender kostet pro Jahr immerhin rund 1 Million Euro und kann doch nur ein mickriges Radioprogramm übertragen.

Zitat
sup2
Auf MW gab es nicht einmal einen deutschen Versuch, etwas auf die Beine zustellen


Wie auch? Ich habe schon weiter oben geschrieben, dass die Mittelwelle in Europa 1975 quasi zum Tode verurteilt wurde. Die Mittelwelle war eben bis vor wenigen Jahren so überbelegt, dass kein zuverlässiger Betrieb möglich war. Spanien und das UK hatten dank ihrer Randlage dieses Problem weniger. Daher gibt es dort noch etliche Sender. Aber eine Weiterentwicklung findet dort auch nicht statt. Ebenso in den USA. Fast die Hälft der jüngeren Amerikaner hört nie AM. Daher gehen immer mehr Talk- und News-Sender auf FM. Auf AM bleiben bald nur mehr die unzähligen Kirchensender übrig.

Zitat
sup2
Auf UKW gibt es nichts mehr, im Web freuen sich ein paar Radiomacher auf 5 Listener, und die MW liegt brach. Na toll. Lieber nichts als wenigstens Etwas.


Das Problem ist doch das Überangebot. MW-Rundfunk wäre doch auch nur "more of the same", und das im "Nostalgiesound" - für Opa und Oma, weil mit dem Handy kann man keine Mittelwelle hören.

von Wasat - am 30.12.2012 20:20
Zitat
sup2
Immerhin hat Radio10Gold nun die 828 und ist, wie ich feststellen konnte, zw. Rotterdam und Amsterdam als auch Flevoland bestens hörbar. Das reicht vermutlich aus.


Und Radio538 hat genug Geld :-)
Aber du hast recht: 828 ist viel billiger und erreicht dafür so etwa 70% der Bevölkerung.

von inkjet - am 30.12.2012 22:43
Zitat
Mathias Volta
Selbiges dürfte für die Mittelwellen-Anlage von NDR Info 972 kHz und die anderen gelten, deren Seewetterbericht sicher nicht nur von Freizeit-Skippern genutzt wird.

Hamburg 972 und Flensburg 702 werden sicher von Seglern benutzt um die Lage auf See mitzubekommen. Anders sieht es bei Hannover 828 und Lingen 792 aus, die hört wohl niemand.

von RheinMain701 - am 30.12.2012 22:58
@ sup2

Zitat

TruckRadio war dumpf und mit unbekannter Musik vollgestopft, Megaradio gab es in anderer Form auf UKW in 10facher Form vorhanden.


Gut, du willst also etwas, das bekannt ist, das aber auf UKW nicht bekannt ist. Ja was denn nun? Klingt sehr TROLLig das ganze. :rolleyes:

Und wer behauptet, Megaradio hätte sich von seiner UKW-Konkurrenz nicht unterschieden, der hat den Sender definitiv nie gehört! Außer sunshine live hätte kein Sender auf UKW solche Dance- und Techno-Titel gespielt.


Zitat

Sind die Hörer zu blöd oder die Radiomacher ? Nur eines kann richtig sein.


Offenbar sind alle außer dir blöd, nur weil sie nicht haufenweise Geld in deinen geliebten AM-Wellenbereichen versenken bzw. sich den dumpfen, fadenden und mit Störgeräuschen belasteten Ton anhören wollen. :rolleyes:


Zitat

Vor wenigen Wochen war ich an der Küste in NL, bei Leuwaarden. In einer Kneipe, in der wir aßen, lief per Mittelwelle ( nein, das ist doof, das kann nicht sein, das soll nicht sein, darf nicht , buäh ) der Sender "Radio Waddenzee". Direkt von der 1602.


Äääääääähhhhhh, wir reden hier von Deutschland. Wasat hat dir hier ja mehrfach dargelegt, warum die AM-Bereiche in Deutschland nur noch ein Nischendarsein führen. Aber irgendwie willst du selbst Wasats Erklärungen nicht wahrhaben.


Zitat

Man sieht : es müssen nur die Nischen gesucht werden, dann kann man auch Erfolg haben.
Diese jämmerlichen Versuche aus Deutschland können sogar die Freaks zu den Akten legen, es war von Anfang an klar, dass diese "Sender" scheitern mussten. Man braucht sie nicht mehr zu erwähnen.


Es wird dich niemand daran hindern, dich bei den nun freiwerdenden AM-Sendern einzumieten und selbst hier allen zu zeigen, wie toll und profitabel man Radio in Deutschland auf den AM-Bändern machen kann.



Zitat

Nimmt man eure Logik, dann ist es doch so : "Unbekanntes Radio scheitert auf MW. MW ist tot".
Würde man dies auf Sender aus Belgien oder Berlin oder sonstwo beziehen, dann wäre UKW schon seit 20 Jahren tot.


Gerade in Berlin gibt es ständig ein Gerangel um selbst die kleinsten UKW-Funzeln. Die Mittelwellenfrequenzen in und um Berlin will offenbar niemand haben. Wo hast du da ein Logikproblem, wenn man behauptet, daß Mittelwelle keinen mehr interessiert?

von Kay B - am 30.12.2012 23:08
Die 20 kW von Oldiestar aus Zehlendorf in der Naehe des noerdlichen Berliner Stadtrands gingen im Berliner Stadtgebiet nur in den Randbezirken so stark, dass man damit gegen den innerstaedtischen Stoernebel anstinken konnte. Am gleichen Standort haette man mit der gebotenen Antennenhoehe und Strahlung Richtung Berlin bei gleichem Energieaufwand mehr potenzielle Hoerer erreichen koennen. Insofern war der Griff zur ersten Berliner Funzel und dem Verzicht auf die Mittelwelle in Zehlendorf durchaus verstaendlich, wenngleich zu bedauern.

von PowerAM - am 31.12.2012 00:05
Zitat
Exidor
Das ist ähnlich wie in England die "405 alive" Bewegung, die es immerhin schon mal geschafft hatten, legal von "Ally Pally" aus für ein paar Stunden in 405 Zeilen anlässlich des Jubiläums 80 Jahre BBC TV zu senden.

Für sowas bin ich sofort zu haben. Mit hat sich ja auch der Magen gekrümmt als alte Analogsender (TV&Radio via Terrestrik/Sat) einfach den Schalter umgelegt bekamen.

Per Analog Sat wars das selbe wie jetzt bei KLM. Wegen ein paar "Hanserln" hat man diese Energie und Resourcenverschwendung mindestens 5 Jahre zu lange laufen lassen. Kurzwelle und Mittelwelle oder Langwelle, das ist für Afrika oder ähnlich unterentwickelte Länder noch gut zu gebrauchen. Hier in Europa ist das Luxus. In den USA zb. gibt es ja noch genügend Hörer für AM.

von Scrat - am 31.12.2012 12:09
Zitat
PowerAM
Die 20 kW von Oldiestar aus Zehlendorf in der Naehe des noerdlichen Berliner Stadtrands gingen im Berliner Stadtgebiet nur in den Randbezirken so stark, dass man damit gegen den innerstaedtischen Stoernebel anstinken konnte. Am gleichen Standort haette man mit der gebotenen Antennenhoehe und Strahlung Richtung Berlin bei gleichem Energieaufwand mehr potenzielle Hoerer erreichen koennen. Insofern war der Griff zur ersten Berliner Funzel und dem Verzicht auf die Mittelwelle in Zehlendorf durchaus verstaendlich, wenngleich zu bedauern.

Richtig, Zehlendorf ist für Berlin unbrauchbar. Es gab zwei Standorte in Berlin selbst, Stallupöner Allee und Köpenick, aber beide wurden dem Erdboden gleich gemacht.

von RheinMain701 - am 31.12.2012 14:41
@ RheinMain701

Die ehemaligen Mittelwellensender im Berliner Stadtgebiet hätte man dann aber auch mit mindestens einer Leistung im zweistelligen KW-Bereich betreiben müssen um überall störungsfreien Empfang zu garantieren. Das wäre auch nicht gerade billig gewesen.

Da hätte es dann wohl auch noch einen neuen Sender gebraucht um die EMV-Vorgaben zu erfüllen. Selbst mit vorhandenen Sendemast und Sendegebäude wäre das wohl ein Investitionsvolumen im Millionenbereich gewesen.

von Kay B - am 31.12.2012 17:50
Zitat
kokido7
Siehe http://www.dxaktuell.de/?p=2908 .

Bezueglich Kroatien: Betrifft die Abschaltung auch das Italienisch-Programm "Radio Fiume" (mo-fr 16:00-16:20 ME{S}Z auf 7370 kHz winters und 7410 kHz sommers)?


Am 03. und 04.01.2013 war um 16:00 MEZ auf 7370 kHz kein Italienisch-Programm aus Kroatien mehr zu hoeren, sondern ein Chinesisch-Programm (vermutlich von China Business Radio).

von kokido7 - am 04.01.2013 15:48
Zitat
iro
Es gab sogar mal 50 Länder, die auf Deutsch sendeten. Wieviele sind jetzt noch übrig? 10?


Regelmaessig auf Kurzwelle senden in deutscher Sprache noch die (staatlichen) Rundfunkdienste der folgenden 19 Staaten: Aegypten, Albanien, Argentinien, China, Griechenland, Indonesien, Iran, Nordkorea, Oesterreich, Rumaenien, Russland, Serbien, Suedkorea, Syrien, Taiwan, Thailand, Tuerkei, Weissrussland und Vietnam. Das sind je ein Rundfunkdienst aus Afrika und Amerika, zehn aus Asien und sieben aus Europa (darunter drei EU-Länder). In den folgenden Uhrzeit-Intervallen (in UTC) gibt es keine deutschprachigen Sendungen: 22:00-06:00, 12:00-12:30 und 14:00-16:00. In den anderen Uhrzeit-Intervallen gibt es oft gleichzeitig Deutsch-Programme von mehreren Rundfunkdiensten. Die folgende Tabelle mit Stand vom 09.01.2013 zeigt Einzelheiten und wurde unter Rueckgriff auf die Angaben auf http://www.eibispace.de/dx/bc-b12.txt , http://www.dxaktuell.de/?p=2908 und http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4007478/98682087.html zusammengestellt (Erklaerung der Abkuerzungen: http://www.eibispace.de/dx/README.TXT ):

Zeit [UTC] Tage ITU Station Sprache Ziel Frequenzen [kHz]
0600 0715 AUT Radio Austria Int. D Eu 6155
0600 0800 CHN China Radio Int. D WEu 15245u 17720ka
0630 0700 SaSu GRC Voice of Greece D Eu 7475a
0700 0730 ROU Radio Romania DIGITAL D WEu 9450t
0700 0730 ROU Radio Romania Int. D WEu 11810t
0700 0900 BLR Radio Belarus D Eu 6005/D-k
0730 0830 IRN IRIB Voice of I.R.Iran D Eu 17690k 21500s
0900 0935 AUT Radio Austria Int. D AUS 18910
0900 1000 RUS Voice of Russia DIGITAL D Eu 11635t
0900 1200 RUS Voice of Russia DIGITAL D Eu 9625k
1230 1330 TUR Voice of Turkey D Eu 17755e
1300 1400 ROU Radio Romania Int. D Eu 9810t 11700t
1600 1700 KRE Voice of Korea D Eu 6170u 9325u
1600 1800 CHN China Radio Int. D WEu 5970/ALB 7380/ALB
1700 1800 Mo-Fr ARG R.Argentina al Exterior D Eu 15345g
1730 1830 IRN IRIB Voice of I.R.Iran D Eu 6205s 7420k
1800 1900 INS Voice of Indonesia D Eu 3955/D-k 9525j
1800 1900 KRE Voice of Korea D Eu 6170u 9325u
1800 1900 SYR Radio Damascus D Eu 9330
1800 2000 CHN China Radio Int. D WEu 6160x 7395ka 9615u
1830 1930 TUR Voice of Turkey D Eu 7205e
1900 2000 EGY Radio Cairo D Eu 11560a
1900 2000 KRE Voice of Korea D Eu 6170u 9325u
1900 2000 ROU Radio Romania DIGITAL D WEu 9805t
1900 2000 ROU Radio Romania Int. D WEu 6010t
1900 2100 BLR Radio Belarus D Eu 6155 11730
2000 2015 THA Radio Thailand D Eu 9535u
2000 2100 KOR KBS World Radio D CEu 3955/G-s
2030 2130 VTN Voice of Vietnam D WEu 6175/UAE
2031 2100 Mo-Sa ALB Radio Tirana D Eu 7465s
2100 2130 Su-Fr SRB Int.Radio Serbia D WEu 6100/BIH
2100 2200 Mo-Fr ARG R.Argentina al Exterior D Eu 15345g
2100 2200 TWN Radio Taiwan Int. D Eu 3965/F

von kokido7 - am 09.01.2013 16:24
Zusätzlich gibt es noch den deutschsprachigen Dienst aus Transnistrien. Der Staat ist zwar offiziell nicht anerkannt, aber seit 20 Jahren tatsächlich vorhanden. Und halt sogar mit einem internationalen Kurzwellendienst.

von Bolivar diGriz - am 09.01.2013 18:47
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