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Lineares Fernsehen mittelfristig vor dem Aus?

Startbeitrag von Manfred Z am 08.02.2013 17:45

Da es gerade Mode ist, eröffne ich einen weiteren "... vor dem Aus?"-Thread.

Anlass ist die Medienkommissionsitzung der LfM-NRW vom 1. Februar. Der erste Agendapunkt war ein Auftritt von Richard Gutjahr. Aus der PM der LfM:

Das Fernsehen steht vor großen Umbrüchen“: TV-Moderator und Blogger Richard Gutjahr zu Gast bei der LfM-Medienkommission

Richard Gutjahr, TV-Moderator (Bayerischer Rundfunk) und Blogger, hat vor der LfM-Medienkommission über Möglichkeiten von TV-Veranstaltern gesprochen, wie sich diese gegen eine „Abwanderung“ von Zuschauern zum Internet wehren können. Am 1. Februar sagte er vor dem Gremium der LfM in Düsseldorf, zwar werde gegenwärtig so viel fern geschaut wie noch nie. Dieser Befund sei aber trügerisch für TV-Verantwortliche: „Das Fernsehen, so wie wir es kennen, steht vor großen Umbrüchen.“ Ähnlich wie das Radio und vor allem die Zeitungen werde auch das Fernsehen an Strahlkraft verlieren. Entwicklungen und Endprodukte wie Smart-TV, Tablets und Social-TV stellen nach Gutjahr die größten Herausforderungen für das herkömmliche, linear ausgestrahlte Fernsehprogramm dar.

Sender müssten verstärkt auf Möglichkeiten setzen, den Zuschauer und seine individuellen Debattenoptionen (etwa via Facebook) direkt in die Kommunikation mit ihm einzubeziehen (Social-TV). „Smartphone und Tablets werden dabei zu den neuen Kommandozentralen in den Händen des Nutzers, der dadurch viel mehr Macht bekommt als er bisher hat.“

Richard Gutjahr im Video-O-Ton

Weitere Infos unter www.gutjahr.biz

Die 50 interessantesten Antworten:

Und schon wieder eine Alles-oder-nichts-Debatte. Logisch, dass die immer individuelleren Ansprüche der Nutzer von den Anbietern individuelle Angebote verlangen. Die technischen Voraussetzungen existieren bereits größtenteils. Deswegen wird aber das herkömmliche Fernsehen nicht völlig verschwinden.

Zitat

„Smartphone und Tablets werden dabei zu den neuen Kommandozentralen in den Händen des Nutzers, der dadurch viel mehr Macht bekommt als er bisher hat.“


Einfältiger kann es kaum formulieren. Gerade die sozialen Netzwerke sind in erster Linie Werbeplattformen. Somit ist die Macht in Händen jener, welche es gut verstehen, die Nutzer der Netzwerke zu lenken.

von Wasat - am 08.02.2013 18:00
Ich glaube nicht, dass das lineare Fernsehen vollständig verschwinden wird, aber ich schätze mal, dass die Bedeutung in Zukunft zumindest abnehmen wird. Nicht-lineares Fernsehen wird es dann wahrscheinlich nicht mehr so günstig/kostenlos geben; in dem Video war von "on demand" und "pay per view" die Rede - eine "tolle" Nachfolge für das Fernsehen.
Ich glaube allerdings, dass das lineare Fernsehen uns noch eine Weile erhalten bleiben wird; es bietet nämlich auch eine Reihe an Vorteilen wie beispielsweise die Bequemlichkeit einfach einschalten zu können und solange durchschalten bis man was findet was einen interessiert und fertig. Online hat i.d.R. das Problem, dass man zuvor schon wissen muss, was man anschauen möchte und es dan gezielt raussuchen muss.

von Zwölf - am 08.02.2013 18:09
Es wird sich z.B. die Frage stellen, ob die hohe Anzahl nationaler öffentlich-rechtlicher Programme (die es in keinem anderen europäischen Land gibt) in einer stärker nichtlinearen Fernsehwelt Bestand haben kann.

von Manfred Z - am 08.02.2013 18:13
Zitat
gb
Stehen BR-Journalisten vor dem intellektuellen Aus?
Ja, scheinbar.
Aber völlig unrecht hat der Mensch meiner Meinung nach nicht. Aber was er dann daraus folgert, ist Quark:
Zitat
Richard Gutjahr via Manfred Z
Sender müssten verstärkt auf Möglichkeiten setzen, den Zuschauer und seine individuellen Debattenoptionen (etwa via Facebook) direkt in die Kommunikation mit ihm einzubeziehen (Social-TV). „Smartphone und Tablets werden dabei zu den neuen Kommandozentralen in den Händen des Nutzers, der dadurch viel mehr Macht bekommt als er bisher hat.“

Einfach mal alles an hippen neuen Medien-Plattformen durcheinander gerührt...

Richtig ist allerdings meiner Meinung nach, dass der lineare Medienkonsum tatsächlich weiter zugunsten zeitversetzter Nutzung zurückgehen wird und ein erleichtertes Feeback vom Konsumenten zum Produzenten dies befördern wird. Und linearen Medien tun gut daran, mehr ihrer Angebote auch via hybride Angebote in Form von Podcast oder HbbTV/SmartTV bereit zu stellen (dank TuneIn z.B. sind alle MP3-Internetradios, die dort im Verszeichnis gelistet sind, auch auf solchen TVs verfügbar!), zusätzlich zur linearen Verfügbarkeit! Daraus aber ein Aus linearer Medien vorherzusagen ist echt BlaBlah. Denn beides hat seine Berechtigung.
Mit seinen Sprechblasen "Facebook", "SocialTV" und "Kommandozentrale" macht der Herr deutlich, dass er da nix kapiert.

von Hagen - am 08.02.2013 18:15
Noch mehr billigst produziertes Social-TV? Soll ich mir auch noch ansehen wie andere Leute auf's Klo gehen? Naja, wird wohl irgendwann wirklich darauf hinauslaufen, dass ich bis auf Nachrichten gar kein TV mehr sehe. Filme gibt es auch jetzt schon aus der Online Videothek auf den Schirm.
Meiner Meinung nach haben aber erstmal in erster Linie die Privaten TVs das Problem mit ihrer 'Werberelevanten' Zielgruppe. Die Oeffentlichen duerften noch etwas Zeit haben bis eben diese Zielgruppe herangewachsen ist und muessen dann wohl auch irgendwann mit TrashTV anfangen.

von Nordlicht2 - am 08.02.2013 18:18
Zitat
Manfred Z
Es wird sich z.B. die Frage stellen, ob die hohe Anzahl nationaler öffentlich-rechtlicher Programme (die es in keinem anderen europäischen Land gibt) in einer stärker nichtlinearen Fernsehwelt Bestand haben kann.

Ich schätze, dass die ARD noch stärker zusammenwachsen wird und bis auf Regionalsendungen ihre Sendungen deutschlandweit ausrichtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Länder einfach so ihre ARD-Anstalten nehmen lassen. Lediglich was SR und RB angeht wäre ich mir nicht sicher, was davon noch übrig bleibt.
Anders sieht es beim ZDF aus; hier könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dieses in Frage gestellt wird und evtl. eingestellt oder in die ARD-Mediathek "überführt" wird.

von Zwölf - am 08.02.2013 18:50
@Zwölf

Ich habe von der hohen Zahl an nationalen Programmen und nicht von dem je einen Programm der jeweiligen Landesrundfunkanstalt gesprochen, das kein Landespolitiker in Frage stellen wird.

Gemeint sind insbesondere die 3 + 3 Zusatzprogramme von ARD uind ZDF, von denen wohl keins einen Marktanteil von mehr als 1 % hat.

Marktanteile 2012 in % (vermutlich über den ganzen Tag berechnet):
- KI.KA 1,4
- Phoenix 1,1
- ZDFneo 0,6
- ZDFinfo 0,4
- ZDFkultur 0,1

Und hier Martyns Lieblingskanäle:
- Tele 5 1,0
- DMAX 0,7
- Nickelodeon 0,7
- VIVA 0,5
- CC 0,3
- Das Vierte 0,2

Quelle: http://www.agf.de/daten/zuschauermarkt/marktanteile/

von Manfred Z - am 08.02.2013 19:18
Denke baer dass sich das ZDF ungern von mehr als einem zusatzsender trennen will.

Es war ja aber schon im Gespräch, dass ZDF Kultur mit 3 Sat zusammen gelegt wird.

Ich verstehe auch nicht, dass man neo nicht 24h über DVB-T Ausstrahlt. Hier sollte man es etwas optimieren.

von Marcus. - am 08.02.2013 19:39
Ups, da hab ich mich verlesen. Hab gedacht es gienge um Rundfunkanstalten, aber du hast ja Programme geschrieben.

Ich denke diese digitalen Zusatzkanäle stehen so oder so in der Schwebe. Auch in Zeiten des linearen Fernsehens. Mal schauen, wie sich das Jugendwellen-Projekt von ARD und ZDF macht (falls es kommt), bei den restlichen Angeboten von ARD/ZDF allein würde ich allerdings schätzen, dass es die ersten sein werden, die in eine reine Mediathek übergehen (Wahrscheinlich wird man es irgendwann nicht mehr rechtfertigen können, weshalb man für Inhalte mit so geringer Nachfrage eine vergleichsweise teure lineare Ausstrahlung finanziert und größtenteils ins Leere sendet). Phönix hat glaube ich häufiger Liveübertragungen, da könnte eine lineare Ausstrahlung noch eher Sinn machen. Bei KiKa würde ich einen langen "Simulcast" von nicht-linear und linear erwarten, da ist es aber denke ich am schwierigsten eine Prognose abzugeben. Wie siehst du das?

von Zwölf - am 08.02.2013 19:51
Wenn dann mal flächendeckend breitbandige Internetzugänge ohne Datenmengenschranken verfügbar sind könnten im Prinzip alle Spartenkanäle eingestellt werden u. durch Video-on-Demand ersetzt werden.
Viele SpartenProgramme strahlen ohnehin relativ abwechslungsarme Inhalte aus. Statt Heavy-Rotation oder Wiederholungen aus den Hauptprogrammen zu zeigen könnten einige Spartenprogramme eingestellt werden u. durch Inhalte auf Abruf ersetzt werden.

von Winnie2 - am 08.02.2013 19:54
Nach dieser neuen Befragung der gfu:
http://www.digitalfernsehen.de/Smart-TVs-Oft-verkauft-aber-nur-selten-genutzt.110354.0.html

ist lineares Fernsehen bestenfalls langfristig vor dem Aus aber nicht mittelfristig.

Auszug aus dem Artikel:
Von den Smart-TV-Besitzern gaben immerhin 41 Prozent an, dass ihr Gerät nicht mit dem Internet verbunden ist. Dies zeigt, dass viele Käufer von Smart TVs offenbar überhaupt nicht planen, die entsprechenden Funktionen zu nutzen und möglicherweise auch gar keinen Wert darauf legen. Immerhin 62 Prozent der Nicht-Anschließer gaben an, dass sie überhaupt keine Internetdienste auf dem Fernseher wünschen.

Ich wuerde zu den 62% zaehlen, wenn ich einen SmartTV haette.

von Nordlicht2 - am 10.12.2013 15:26
Ich nutze durchaus am Fernseher das Angebot von Netzfilm.de, Youtube, Archive.org und auch der Mediatheken. Zu diesem Zweck habe ich allerdings kein "Smart-TV", sondern nur ein Raspberry Pi am TV angeschlossen. Wenn ich mir die LG-Glotze bei meiner Freundin so anschaue, da ist 95% des "smarten" Angebotes purer Unfug, wie "Apps" irgendwelcher kommerzieller Dienste wie der sogenannten "Bild" Zeitung, dem Schmiergel oder noch niveauloserer Firmen, außerdem Fratzenbuch und anderer Socialmedia-Schwachsinn. Wenn man dann noch an die Schlagzeile der letzten Woche denkte, dass die meisten Smart-TVs an die jeweiligen Firmen verpetzen, was und wie lange ich gerade gucke, welche Dateien sich auf meinem USB-Stick befinden und welche Apps ich nutze, dann lege ich überhaupt keinen Wert auf auf diesen "Televisor 2.0".

von Bolivar diGriz - am 10.12.2013 16:46
Viel zu umständlich zu Bedienen, die Dinger.
Da macht mir das Surfen keinen Spass wenn ich ewig und drei Tage zum eingeben der Titel/Suchbegriffe brauche usw.

Trotzdem würde es mich schon sehr Interessieren was und wie in 100 Jahren Konsumiert wird, so doch jetzt schon "alles" Scheisse ist....

von Scrat - am 10.12.2013 16:49
Zitat
Nordlicht2
Immerhin 62 Prozent der Nicht-Anschließer gaben an, dass sie überhaupt keine Internetdienste auf dem Fernseher wünschen.

Ich wuerde zu den 62% zaehlen, wenn ich einen SmartTV haette.


Bei solchen Umfragen kommt es natürlich sehr stark darauf an, wie eine Frage gestellt wird. Wenn stattdessen gefragt worden wäre "Wenn Sie eine Sendung verpasst haben, würden Sie sich wünschen, dass sie diese Sendung am Fernseher auch später noch anschauen können?", dann hätten bestimmt über 80 Prozent mit ja gestimmt. Dass dieser Service auch zu den Internetdiensten zählt, wird halt vielfach gar nicht gecheckt.

von DX-Fritz - am 10.12.2013 16:49
Wenn irgendwann alle Inhalte über das Internet angeliefert werden sollten (also kein Sat und keine Terrestrik mehr), besteht die Gefahr dass die Landesgrenzen komplett dichtgezimmert werden, weil TV-Content nur noch an inländische IP-Adressen geliefert wird. Dann gibts überhaupt kein Fernsehen mehr aus anderen Ländern. Ist es das was wir wollen? Dann gibts hier einen neuen Thread: "Auslandsfernsehen bald vor dem Aus?"

von Zintus - am 10.12.2013 17:10
Zitat

Wenn ich mir die LG-Glotze bei meiner Freundin so anschaue, da ist 95% des "smarten" Angebotes purer Unfug, wie "Apps" irgendwelcher kommerzieller Dienste wie der sogenannten "Bild" Zeitung, dem Schmiergel oder noch niveauloserer Firmen, außerdem Fratzenbuch und anderer Socialmedia-Schwachsinn.

Passt ja.:D
Gutjahr hat ja eine wöchentliche Kolumne freitags in der Boulevardzeitung AZ zu dem Thema Medien (und diese ist m. M. schlecht bis stümperhaft was der Gutjahr da von sich gibt).

von Schwabinger - am 10.12.2013 17:43
Zitat
Zintus
Wenn irgendwann alle Inhalte über das Internet angeliefert werden sollten (also kein Sat und keine Terrestrik mehr), besteht die Gefahr dass die Landesgrenzen komplett dichtgezimmert werden, weil TV-Content nur noch an inländische IP-Adressen geliefert wird. Dann gibts überhaupt kein Fernsehen mehr aus anderen Ländern. Ist es das was wir wollen? Dann gibts hier einen neuen Thread: "Auslandsfernsehen bald vor dem Aus?"


Dafür werden die Rechteinhaber beim Sat-gestützten Fernsehen per Karte und Spotbeam und bei DVB-T bei Ländern gleicher Landessprache per Richtdiagramm sorgen. Spätestens, wenn man für ORF & Co eine Yagi-Gruppe braucht, fallen die paar Freaks nicht mehr ins Gewicht.
Mich wunderts, dass noch keiner auf die Idee kam, an Standorten wie Högl mit Richtantennen zwei Programme auf ein und dem selben Kanal auszustrahlen: Richtung AT den ORF-Mux, richtung München einen deutschen Mux... Auch der Wendelstein oder die Zugspitze wären dazu geeignet :D

von DH0GHU - am 10.12.2013 17:56
Zitat

Von den Smart-TV-Besitzern gaben immerhin 41 Prozent an, dass ihr Gerät nicht mit dem Internet verbunden ist.

Dann hat die Zahl der Nutzer also schon deutlich zugenommen. Bei der letzten derartigen Verlautbarung hieß es, daß nur 25% den smartTV überhaupt mit dem Internet verbinden...

smartTV... hab ich schon seit den Zeiten, wo es das Wort noch gar nicht gab. Ganz einfach weil mein Rechner der Fernseher ist :D

von iro - am 10.12.2013 19:09
Einen Fernseher als Monitor habe ich auch schon in den 80erj benutzt. Echt erschreckend, welche Spionagemoeglichkeiten sich mit dem SmartTV so bieten. Da kann man nur hoffen, dass das lineare Fernsehen noch lange ueberlebt. Der Fernseher als sicheres Stand-alone-Geraet (auch virussicher!) sozusagen.

von HeibelA - am 10.12.2013 19:38
Zitat
DH0GHU
Mich wunderts, dass noch keiner auf die Idee kam, an Standorten wie Högl mit Richtantennen zwei Programme auf ein und dem selben Kanal auszustrahlen: Richtung AT den ORF-Mux, richtung München einen deutschen Mux... Auch der Wendelstein oder die Zugspitze wären dazu geeignet :D


Doch, die Idee hat schon jemand um 2011 herum gehabt, allerdings wohl eher, um Frequenzen zu sparen: In UK kommen ab 2014 einige der neuen Freeview-Lokal-MUXes mit je einem Lokalprogramm zum Teil von einem Standort mit verschiedenen Programmen in verschiedene Richtungen. Und das sind wirklich nicht mehrere Lokalprogramme im gleichen MUX, sondern je ein MUX pro "petal" mit nur einem Programm. Probleme dürfte es nur in den Überlappungszonen dazwischen geben (vielleicht könnte man das noch mit der Polarisation lösen).

Der Spitzenreiter wird Winter Hill in Nordwestengland sein mit eigenen Programmen für Manchester (petal 1), Liverpool (petal 2) und Preston (petal 3), alle auf E56 mit stark fokussierten Beams auf die jeweiligen Zielgebiete. Die 3db-Breiten der Strahlungskeulen findet man in TVLIST, die genauen Antennendiagramme habe ich irgendwo bei der Ofcom aufgelesen.

Die ersten Hinweise dazu gab es in 2011:

Zitat
www.ukfree.tv
In a few cases, the coverage that could be achieved by a transmitter is very extensive and serves several cities. An example is the Winter Hill transmitter that serves most of the Granada ITV region in the north-west of England. In these cases, we have modelled the potential targeting of coverage using a technique we have named ‘petalling’. This enables specific targeting of distinct locations within the transmitter coverage area. The advantage of using petalling is that separate local services can be carried in each petal. In the case of Winter Hill, separate petals could provide different local TV services for Manchester, Liverpool and Preston.


Zum eigentlichen Thema des Threads: Sorry, aber das ist doch mal wieder eine typische Serie von wilden Spekulationen mit wenigen Fakten dahinter :rolleyes:. Wenn die Zuschauer so kurzsichtig sind, sich ihren Medienkonsum nur noch via Web und eindeutiger IP-Adresse zu holen, dann brauchen sie sich allerdings über die dann möglichen Datenschnüffeleien zu ihren TV-Präferenzen nicht beschweren...

73 de Uli

von ulionken - am 10.12.2013 20:09
Lineares Fernsehen ist genauso tot wie,

die CD, (80 Prozent der Einnahmen aus Musikverkäufen gehen auf das Konto physischer Tonträger)
der Einzelhandel,
das Papierbuch, (nur 5% der Deutschen besitzen einen E-Reader)
den Brief usw,
nämlich gar nicht.

Der ganze Internet-Hype wirkt maßlos übertrieben.

von Nordi - am 11.12.2013 12:58
die CD => ich hab schon vor 10 Jahren den Kaufstopp für CDs verhängt. Seitdem kommen neue CDs nur noch als Geschenk oder Gewinn in die Sammlung

der Einzelhandel => buy local! Sichert den Arbeitsplatz und die örtliche Infrastruktur dank der Gewerbesteuereinnahmen

das Papierbuch => Muddern hat den E-Reader wieder zurückgegeben und ich bin noch nicht fertig mit dem Buch, welches ich vor 20 Jahren angefangen habe zu lesen. Vorher gibt's aber kein neues Buch!

den Brief => sehr tot. Wenn ich mal einen verschicken will dauert das meistens Wochen, da erstmal Briefmarken her müssen (woher? Die Post ist ja weg...), Umschläge und dann auch noch ein Briefkasten. In 10km Umkreis kenne ich nur eine einzige Stelle, wo noch einer ist.

von iro - am 11.12.2013 13:35
Zitat
Zwölf
Da wird einem ja fast schlecht, wenn man das liest. Fehlt nur noch die Kamera die den Zuschauer beobachtet und das TV-Programm anhält, wenn der Zuschauer während einer Werbeunterbrechung mal aufs Klo geht.

Das ist doch noch gar nichts.

Inzwischen werden durch die Profilauswertung von App`s ersten Kunden die Bezahlung per Kreditkarte oder Lastschrift bei Online-Bestellungen verweigert.

http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=74538

Aufs Klo gehen - um beim obigen Beispiel zu bleiben - kann man auch nicht mehr ruhigen Gewissens. Warum steht im folgenden Artikel:
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/smart-home-sicherheitsluecke-bei-fernsteuerbaren-toiletten-aufgedeckt-a-914988.html

von transponder - am 11.12.2013 14:10
Zitat
Winnie2
Wenn dann mal flächendeckend breitbandige Internetzugänge ohne Datenmengenschranken verfügbar sind könnten im Prinzip alle Spartenkanäle eingestellt werden u. durch Video-on-Demand ersetzt werden.
Viele SpartenProgramme strahlen ohnehin relativ abwechslungsarme Inhalte aus. Statt Heavy-Rotation oder Wiederholungen aus den Hauptprogrammen zu zeigen könnten einige Spartenprogramme eingestellt werden u. durch Inhalte auf Abruf ersetzt werden.


Zur Zeit sehe ich den gegenteiligen Trend. ProSieben-Sat.1 eröffnet neue Kanäle wie Pro7maxx, auf denen Minderheitenfernsehen wie "Homeland" oder "House of Cards" in der Originalversion mit deutschen Untertiteln herausgebracht wird. Es kann allerdings sein, dass diese Kanäle irgendwann zu Promotionskanälen für nichtlineares Fernsehen umgewandelt werden. Entsprechende Angebote gibt es ja bereits jetzt.

von Ingo-GL - am 11.12.2013 15:07
Zitat
HeibelA
Einen Fernseher als Monitor habe ich auch schon in den 80erj benutzt. Echt erschreckend, welche Spionagemoeglichkeiten sich mit dem SmartTV so bieten. Da kann man nur hoffen, dass das lineare Fernsehen noch lange ueberlebt. Der Fernseher als sicheres Stand-alone-Geraet (auch virussicher!) sozusagen.

Genau das denke ich auch. Wenn man das alles mal schön zusammenzählt, kommt auf immer detailierte Personenprofile ... die Stas iwar ein ... dagegen.

von Jens1978 - am 11.12.2013 22:30
So ist es.

Der Kapitalismus hat sich bloß ruhig verhalten, so lange es den "real existierenden Sozialismus" gab. So lange musste die Illusion aufrecht erhalten werden, dass der Kapitalsimus dem Sozialismus überlegen ist und dass er "Freiheit" garantiere,

Nun, da diese Frage vordergründig von dere Geschichte entschieden wurde, zeigt der Kapitalismus sein wahres Gesicht.

Er ist somit die letzte der Ideologien, welche die Menschheit loswerden muss.

Allerdings hat das wenig mit der Frage zu tun, wie unsere Sehgewohnheiten in 10 Jahren aussehen.

von Alqaszar - am 13.12.2013 00:39
Zitat
Exidor
Nich die letzte. Religionen müssen auch noch ausgerottet werden. Das verhindert aber die Bildungspolitik, ganz nach dem Motto "du hältst sie dumm, ich halte sie arm, sagte der König zum Bischof."


Als gläubiger Christ fühle ich mich durch diese meine Lebensüberzeugung diffamierende Aussage aufs übelste angegriffen!

Eine Religion ausrotten, das haben vor 70 Jahren schon mal welche versucht!

Mods, please take action.

Zintus

von Zintus - am 13.12.2013 09:02
Ich glaub das war eher ironisch gemeint. Jungs ihr vergesst immer das Ironie im Internet nicht funktioniert. ;-)

Ich benutze auch schon seit Jahren meine PC als Zuspieler für den Flachmann. Einschränkungen durch miese Player (spielt diese oder jene Datei nicht ab) gibts beim PC nicht. Ich hab Zugriff auf alle Audio-/Videoportale und vor allem die oftmals miesen Upscaler und/oder De-Interlacer die so in den modernen Fernsehern verbaut werden gehören der Vergangenheit an.

von Spacelab - am 13.12.2013 10:21
Selbstverständlich fordere ich nicht im Wortsinne Religionen "auszurotten". Das war eine Antwort auf Alqazars Beitrag, dass der Kapitalismus die letzte nicht überwundene Ideologie ist. Und dem ist nunmal nicht so. Dass Religion ebenso wie Kapitalismus als Herrschaftssysteme schädlich für die Allgemeinheit sind, kann man jedoch schlecht wegleugnen.

von Bolivar diGriz - am 13.12.2013 10:49
Zitat
Exidor
Selbstverständlich fordere ich nicht im Wortsinne Religionen "auszurotten". Das war eine Antwort auf Alqazars Beitrag, dass der Kapitalismus die letzte nicht überwundene Ideologie ist. Und dem ist nunmal nicht so. Dass Religion ebenso wie Kapitalismus als Herrschaftssysteme schädlich für die Allgemeinheit sind, kann man jedoch schlecht wegleugnen.


In Deutschland ist Religion kein Herrschaftssystem, sondern ein Recht. Eine Freiheit, Religionsfreiheit. Religion ist ein Herrschaftssystem im Iran, in Saudi-Arabien und ähnlichen Staaten.
Falls du auf die Kirchensteuer anspielst, dann möchte ich mal sehen, wieviel mehr der von dir propagierte Staat für Soziales ausgeben müsste, wenn es die Arbeit der Kirchen (bezahlt und ehrenamtlich) nicht gäbe. Außerdem waren und sind es gerade die stark religiös geprägten Landstriche in Deutschland und anderswo, in denen radikales Gedankengut bei der Bevölkerung lange nicht so schnell Fuß fassen kann/konnte wie in anderen, weniger religiösen Gegenden. Guck dir ruhig mal die Ergebnisse zu den Reichstagswahlen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands (z.B. Münsterland, Emsland, Bayern im Vergleich zu beispielsweise Berlin/Brandenburg) 1932/33 an. Das hat auch damit zu tun, dass der christliche Glaube für bestimmte Werte und Haltungen gegenüber den Mitmenschen steht.
Ob du es magst oder nicht, unsere Kultur hier bei uns in Europa gründet sich zum allergrößten Teil auf das jüdisch-christliche Erbe. Ohne 1. Mose 2 würde für dich heute oder morgen noch nicht mal das arbeitsfreie Wochenende anfangen (falls du überhaupt berufstätig bist).

Und nochmals, ich verurteile deine obige Äußerung aufs schärfste. Solches Gedankengut kannte ich bisher nur aus Geschichtsbüchern. Religionen ausrotten wollten bisher nur zwei Systeme. Das eine hat bis 1945 existiert, das andere bis 1989.

von Zintus - am 13.12.2013 11:24
Wow.
Ich glaube wir hatten hier schon alles mögliche an Eiferern an Bord: DAB I, DAB II, Mittelwelle, Kurzwelle zuhause, Kurzwelle im Urlaub, Deutschlandfunk, DKultur usw. Aber religiöse Eiferer? Nicht das ich wüsste. Ist mal 'was anderes.
Popcorn bitte!

von Mc Jack - am 13.12.2013 11:40
Zitat
Mc Jack
Wow.
Ich glaube wir hatten hier schon alles mögliche an Eiferern an Bord: DAB I, DAB II, Mittelwelle, Kurzwelle zuhause, Kurzwelle im Urlaub, Deutschlandfunk, DKultur usw. Aber religiöse Eiferer? Nicht das ich wüsste. Ist mal 'was anderes.
Popcorn bitte!


Ich glaube hier sind noch mehr Pubertierende unterwegs. Religiöse Eiferer gibt es in den von mir genannten Ländern. Wer in der Schule lesen gelernt hat, wird erkennen können, dass ich hier eine vom Grundgesetz garantierte Freiheit verteidige.

von Zintus - am 13.12.2013 12:30
Ich will dir Deinen Glauben nicht wegnehmen. Die Verflechtung Staat und Kirche in DE und vor allem das Kosten/Nutzen Verhältnis für den Staat können wir gerne im OT-Forum weiter ausdiskutieren. Religiöse Terrorstaaten gibt es aber durchaus noch heute, und auch geborene Deutsche sprengen sich im Namen Allahs in Syrien in die Luft. Religion ist ja nicht gleich Christentum.

von Bolivar diGriz - am 13.12.2013 13:02
Das lineare Fernsehen ist bereits Aus, wenn man von den sog. Nachrichten mal absieht.
In den Abendstunden pfeiff ich mir immer YT rein, Commedy, Kabarett, Filme, etc.
Der Grund liegt im linearen Angebot selbst : Die Kabelfirma schaltet nach und nach die Programme mit Hirn ab und ersetzt sie gegen hirnlose Bertelsmann-Erzeugnisse. Dazu kommen die nicht vorhandenen Kochkünste div. Schnauz- und Dreitagesbärte, japanische Zeichentrickstandbild-Serien und Ami-Müll. Also, was bleibt einem anders übrig, als sich sein Programm selbst zusammen zu stellen ? Das lineare Fernsehen habe ich längst hinter mir. Meine Lebensgefährtin hat durch Zufall festgestellt, dass sie das Fernsehgerät zuletzt vor 19 Tagen genutzt hat : das Ding stand noch im DVD-Modus inkl. der DVD, die wir uns zusammen angesehen hatten. Auch sie nutzt YT und alles andere.

von sup2 - am 13.12.2013 13:17
Lineares Fernsehen hab ich auch schon lange nicht mehr genutzt. Ich habe eine Flatrate bei der örtlichen Videothek wo ich mir im Monat so viele Blu-Rays und DVDs ausleihen kann wie ich will und das nutze ich sehr ausgiebig. Die ganzen US Serien in Full-HD ohne Werbung, ohne "Bing", ungeschnitten und so lange und so oft wie ich möchte. Ich muss also keine Woche warten nur um mir eine zweite, meistens auch noch geschnittene Folge von CSI, Bones, Hannibal oder sonst was anzusehen. Filme schaue ich nur wenige. Aber wenn dann auch ausschließlich nur vom Silberling und nicht im normalen TV.

von Spacelab - am 13.12.2013 13:28
Oder dieses "Oh, Oh, Oh, Ei gadda Noho, noho, noho ...." ich weiß bis heute nicht, was diese Geschrei innerhalb der Simpsons bedeuten soll. Das lineare Fernsehen hat sich selbst abgeschafft. Keiner weint eine Träne nach, ausser, wenn die regelmäßge Aufforderung zur Propaganda-Bezahlung eintrudelt. Der Konsument ist eben weiter als die Beamten div. SendeAnstalten.

von sup2 - am 13.12.2013 13:38
Es war in dem von mir beanstandeten Post nicht von Mullahs, sondern von Bischöfen die Rede. Und du schriebst ausdrücklich "Religionen" im Plural. Bitte das jetzt nicht verharmlosen, so als ob das auf muslimen Terrorismus gemünzt gewesen wäre. Das war dein Post nämlich nicht. Gut, für mich ist das Thema (und dessen Ersteller) hiermit erledigt. Die Größe, die Entgleisung zurückzunehmen sich dafür zu entschuldigen, hat er offensichtlich nicht. Gut.

von Zintus - am 13.12.2013 13:39
Zitat

Das lineare Fernsehen ist bereits Aus, wenn man von den sog. Nachrichten mal absieht.
In den Abendstunden pfeiff ich mir immer YT rein, Commedy, Kabarett, Filme, etc.

Schließe bitte nicht von dir auf alle. Das lineare Fernsehen begeistert nachwievor ein Millionenpublikum. YT nutze ich z.B. fast nie (außer die Diskussion in einem Forum bezieht sich auf ein YT-Video) und die Mediatheken nur selten. Das lineare Fernsehen schätze ich vor allem als Selektionsmechanismus. Ich habe Sendung A, B und C zur Auswahl; entweder eine davon gefällt mir oder die Glotze bleibt halt aus und ich höre Radio oder mach was anderes.

von Zwölf - am 13.12.2013 14:05
Zitat

Eine Religion ausrotten, das haben vor 70 Jahren schon mal welche versucht!

Nein, da wurde nicht versucht eine Religion auszurotten, sondern ein (* sucht Euch selber einen PC Begriff dafür *). Ermordet wurde nicht aufgrund eines Glaubens (auch nichtgläubige Juden wurden ermordet), sondern aufgrund des Stammbaums.

Die christliche Kirche hätte man damals aber gerne auch abgeschafft, war aber nicht notwendig, das hat diese als Deutsche Christen (Protestanten) gleich selber erledigt. Auf katholischer Seite gab es praktischerweise einen schwachen Papst Pius XII, der sich nicht zu schade dafür war, sich mit Hitler zu verbünden (Konkordat).

von iro - am 13.12.2013 18:03
Zitat
Alqaszar
Die Zeichen werden immer mehr erkannt:

http://www.taz.de/Das-Internet-als-Retter-des-Fernsehens/!129608/


Im Grunde genommen ist JOIZ ein Format ähnlich des ehemaligen VIVAs. Stars, Sternchen, News und im Hintergrund rödelt das FAX bzw. Internet. Das ist so 90s, aber gerade deshalb ganz nett. Und wie es zwischen den Zeilen im TAZ-Artikel steht: Second Screen meets First Screen.

Die Diskussion um non-lineare Inhalte finde ich sehr müßig. Wie ich Inhalte konsumiere ist doch im Grunde genommen zweitrangig. Produziert werden müssen die Inhalte ohnehin. Ob ich gerne Breaking Bad auf arte sehe, auf Tauschbörsen, maxdome oder ganz früh bei SKY Germany. Im Grunde ist das Geschmackssache. Warum soll ich mir das alles mühsam zusammensuchen? Warum soll ich mein eigener Programmdirektor sein? Lieber habe ich zahlreiche gute Fernsehsender. Mit 19,2° Ost und 28,2° Ost habe ich schon mehr als ich schauen kann.

Es hat schon einen Vorteil wenn die Tagesschau um Punkt 20:00 Uhr beginnt und der Spielfilm und Fußball um 20:15 Uhr. Man schaut oder eben nicht. Es ist irgendwo auch ritualisiert. Alles kann man eh nicht schauen. Und wenn doch was verpasst wurde, dann halt in die Mediathek.

Leo Kirch war da damals sehr visionär. Der hätte am liebsten wohl alles nur non-linear gemacht. Die DF1-Werbung propagierte ja "sei dein eigener Programmdirektor". Jetzt ist die Technik da und die Inhalte werden immer non-linearer. Aber nur weil es möglich ist, muss ja nicht alles non-linear werden? Zu welchem Zweck denn?

von Scattered Flowers - am 21.12.2013 21:02
Ich gehe, allein mangels breitbandigem Internet und unbegrenztem Datenvolumen, einen Zwischenweg: So wenig ich das Medium "Fernsehen" konsumiere, so selektiv und konzentriert tue ich das. Zu normalen Sendezeiten gucke ich es dann, wenn es kommt und ich mir die Zeit dafuer nehmen will. Interessante Inhalte ausserhalb der mir genehmen Zeiten werden aufgezeichnet und dann geguckt, wenn es mir zeitlich passt. Einige Sachen lasse ich nicht lange liegen, vieles schaue ich nur einmalig und raeume den Speicher fuer neue Aufnahmen. Weniges archiviere ich, insbesondere thematisch interessante Dokumentationen.

Privatfernsehen kann ich in Echtzeit kaum noch gucken, die haeufigen Werbeunterbrechungen mit ihrer unglaublichen Laenge machen es unertraeglich. Klar leben sie davon, ich vertrage das in diesen Konzentrationen aber nicht. Zurechtgeschnippelte und damit verstuemmelte Spielfilme gucke ich im Privatfernsehen praktisch nicht mehr.

von PowerAM - am 21.12.2013 22:52
Das Problem Werbung besteht allerdings auch im Internet. Ohne Werbeblocker ist das Internet auf vielen Websites einfach unterträglich geworden, ständig schwurbelt irgendwelcher Reklamemist durch das Bild oder Werbefenster poppen auf. Die Werbeindustrie hat noch nicht verstanden, dass der Grad der zumutbaren Sättigung in allen Medien bei weitem überschritten wurde. Das gilt sowohl für die Berge von Prospekten im Briefkasten, die ungelesen komplett in die Papiertonne wandern, ebenso wie für die Werbung im Fernsehen, welche einfach nicht mehr angeschaut wird, als auch erst Recht für die Werbung im Internet, die sich per Software recht leicht und zuverlässig ausblenden lässt. Vor 20 Jahren gab es noch Fernsehsendungen mit den besten Werbesports, und man hat sich das freiwillig angesehen. Jetzt bekommt man davon nur noch einen Brechreiz und schaltet schnell ab/um.
Diese Sättigung betrifft nicht nur die Werbung, auch die Sender haben noch nicht verstanden, dass sie auch durch mehr Quantität (mehr Sender aus dem gleichen Haus) nicht mehr Zuschauer generieren können. Im Gegenteil: Wenn einstmals beliebte Serien dort in Dauerrotation laufen, bekommt man auch dann einen Brechreiz, wenn man zum ein Millionsten Male Knight Rider sehen soll, oder mal wieder jemand im Fernsehen kocht oder irgendwelche Asis vorgeben singen zu können. Da hilft es auch nicht, wenn ich "mein eigener Programmdirektor" sein kann, und Knight Rider zu einer beliebigen Tageszeit ansehen kann. Beim Fernsehen ist es nicht anders als im Dudelfunk: Es wird einfach nur das gezeigt, was den Gutachtern zufolge "alle" sehen wollen. Aus diesem Grund werden nur immer und immer wieder die gleichen Serien wiederholt, während andere Serien nur einmal gezeigt wurden, und dann im Archiv verschwunden sind. Ebenso sind neue oder anspruchsvolle Formate Tabu, da sie angeblich nicht massentauglich sind. Da hilft auch kein Wechsel vom Fernseher ins Internet. Ich will überhaupt nicht aktiv mitentscheiden, ob der Fernsehkoch nun mehr Paprika oder mehr Curry auf das Sushi vom Grill packen soll. Wenn immer mehr Leute den Fernseher ausgeschaltet lassen, liegt das nicht an der Konkurrenz Internet, sondern daran, dass das Fernsehen keine attraktiven Inhalte mehr bietet. Aus dem gleichen Grund schalte ich derzeit auch nur Webradios ein: Ich habe einfach keine Lust, zum Millionsten Male auf allen Kanälen mir "Last Christmas" anzuhören, nur weil es die Berater so vorgeben.

von Bolivar diGriz - am 22.12.2013 05:49
Vielleicht sollte man die Thematik auch einmal von der anderen Seite betrachten, sich nämlich die Frage stellen, ob nicht unsere Ansprüche zu hoch sind. Schon vor 20 Jahren schrieb ein Soziologe von der Infantilisierung der Gesellschaft. Kleine Kinder wollen eben von dem, was ihnen Lust bereitet, immer mehr, bis ihnen dann die Lust vergeht. Nur dann ist der Berg an unnützem Spielzeug schon da. Besorgte Eltern sorgen aber dann dafür, dass die nächste Lust mit Überfluss befriedigt wird. Selbstbeherrschung, Beschränkung kann man von Kindern nicht erwarten, aber von Erwachsenen. In unserer Kultur haben diese Tugenden nur mehr einen geringen Stellenwert. Wer sie pflegt, gilt als Verlierer.

Zitat
Exidor
Die Werbeindustrie hat noch nicht verstanden, dass der Grad der zumutbaren Sättigung in allen Medien bei weitem überschritten wurde.


Die Werbewirtschaft hat sehr wohl verstanden, denn schließlich muss das ganze Theater ja Profit abwerfen. Und das tut es.

Es ist aber nun einmal so, dass auch sonst in einer von Reizüberflutung betroffenen Gesellschaft der Grad der Aufmerksamkeit, den man bewirkt, entscheidend ist. Wenn es 100 TV-Programme gibt, müssen eben die Werbereize über möglichst viele Programme drüber gelegt werden. Der Zuseher mag herumschalten, was er will, er entgeht der Werbung nicht ganz. Und diese wirkt auch im Unterbewusstsein. Man kauft bevorzugt jene Produkte, deren Namen man so nebenbei mitbekommt. Jeder Werbeprofi wird bestätigen, dass die plötzliche Werbung für ein bestimmtes Produkt die Verkaufszahlen markant ansteigen lassen.

Zitat
Exidor
...auch die Sender haben noch nicht verstanden, dass sie auch durch mehr Quantität (mehr Sender aus dem gleichen Haus) nicht mehr Zuschauer generieren können...


Das Problem ist, dass wir in einem wirtschaftsliberalen System leben. Früher konnte es sich der Staat noch erlauben, gesetzlich das TV-Angebot auf 3 Programme zu beschränken. Heute darf jeder, der das nötige Geld hat, ein TV-Programm ausstrahlen. Es gilt somit die Devise, dass jeder am ehesten gehört, der am lautesten schreit.

Der Werbekuchen hat ein bestimmtes Volumen. Die großen sind natürlich bemüht, ein möglichst großes Stück davon zu erhalten. Dazu braucht es aber mehrere Programme. Mit welchen Inhalten die Zeit zwischen der Werbung gefüllt wird, ist oft nebensächlich.

Zitat
Exidor
Ich habe einfach keine Lust, zum Millionsten Male auf allen Kanälen mir "Last Christmas" anzuhören, nur weil es die Berater so vorgeben.


Man muss das sehen wie bei einem Medikament: Es schmeckt abscheulich, aber es wirkt.

Ich kann mich persönlich übrigens über das TV-Angebot nicht beklagen. 3Sat, arte, Phoenix, BR Alpha bringen viele anspruchsvolle Sendungen ohne Werbung, die man sich meist auch im Nachhinein online ansehen kann. Wenn ich das mit meiner Jugendzeit vergleiche, wo bestimmte Sendungen einmal im Monat kamen und man sich die Termine im Kalender eintragen musste, um sie nicht zu versäumen.

von Wasat - am 22.12.2013 08:14
Korrekt, das deckt sich mit meiner Jugend: "Naechste Folge in 14 Tagen..." - Nichts habe ich so sehr gehasst! Inzwischen bin ich zum begeisterten Zuschauer der Dritten geworden. Haeufig bringen sie Sachen, die man sich ansehen kann, ohne gelangweilt von einem Sender zum naechsten zu springen. Selbst das Schauen ueber den Tellerrand, und sei es "Hallo Niedersachsen", ist weitaus spannender als "Die Bauprofis".

Trotzdem ist das berateroptimierte Fernsehen auch schon oeffentlich-rechtlich geworden. Bestes Beispiel sind die Guido Knopp-Produktionen. Thematisch hat mich das frueher sehr interessiert, inzwischen ist die Saettigung erreicht. Hier ist einerseits die Vielfalt bzw. das Ueberangebot die Ursache, verschlimmert durch penetrante Wiederholungen. Damit faellt fuer mich ZDF-Info gaenzlich weg, den Sender muss ich haeufig ueberspringen.

von PowerAM - am 22.12.2013 08:28
Ich sehe es ebenfalls so, dass das lineare Fernsehen auch weiter existieren wird. Jedoch wird es eben auch Marktanteile an non-lineare Inhalte verlieren. Persönlich nutze ich lineares Fernsehen schon seit Jahren nicht mehr. Bereits in den tiefen 90ern habe ich mir meine für mich relevanten Sendungen stets auf VHS aufgezeichnet um sie später unabhängig von den seltsamen Vorlieben der Sendeanstalten anzusehen, wann ich will. Genau so halte ich es heute noch. Nur dass ich meine Sendungen heute von überall auf der Welt (Internet vorausgesetzt) auf meiner Dreambox programmieren kann und Sendungen sauber geschnitten und archiviert werden können.

Von der Nutzung von Mediatheken sehe ich heute noch großteils ab. Die Bildqualität ist allzu oft noch miserabel, fast alle Sendungen werden nur mit 25 Bildern pro Sekunde angeboten (statt 50), von HD wollen wir schon gar nicht sprechen. Lediglich die ZDF-Mediathek konnte mich kürzlich mal überzeugen, jedoch wird mir auch dort nur ein SD-Bild geboten. Schöne Sachen wie maxdome, LOVEFiLM u.ä. sind in der Schweiz wohl auch auf längere Sicht noch nicht verfügbar, somit bleibt mir nur der Weg über lineares (aufgezeichnetes ;) ) Fernsehen oder die bösen One-Click-Hoster, deren Nutzung hierzulande immerhin legal ist.

von Wrzlbrnft - am 22.12.2013 08:39
Also, ich mache ja gerade den Selbstversuch, nachdem ich mein Sky-Abo gekündigt habe.
Das wurde einfach zu Selten genutzt. ;)

Konnte dann günstig ein AppleTV bekommen....und da gibt es ja auch der VoD Dienst "Watchever".
Habe mal das Spezialangebot (6 Monate für 25€ und danach monatlich kündbar) wahrgenommen.
Ich muss sagen, bin erstaunt, welche Qualität man doch durch so einen 16000er DSL bekommt.

Hatte früher mal ein Maxdome Abo bei 1&1 mit so ner komischen AVM Box.
Ist Jahre her und die Qualität war nix.
Jetzt auf dem AppleTV3 ist das richtig gut, da hat sich Einiges getan.

Bei der jüngeren Generation ist lineares Fernsehen eh schon out, mal von LIVE-Sportereignissen abgesehen. Der Trend wird sich noch verstärken glaub ich...

von vossi68 - am 22.12.2013 22:16
Wie der Bayerische Rundfunk auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren will:

Bayerischer Rundfunk will zu den Elite-Medien gehören

10.12.13 Von Prof. Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Bayerisches Fernsehen

Der Bayerische Rundfunk werde sich zukünftig nicht mehr als Hörfunk- und Fernsehsender definieren, sondern als ein Qualitätsanbieter von Audio- und Video-Inhalten, die auf trimedialem Wege, über Fernsehen und Hörfunk und Intranet [? oder meint er Internet] verbreitet werden, so Prof. Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayerischen Fernsehen. Deutschland benötige Elitemedien, um die Bevölkerung mit einer breiten Grundinformiertheit zu versorgen und um einen anspruchsvollen gesellschaftlichen und politischen Diskurs möglich zu machen. “Zu dieser Gruppe von Elite-Informanten will sich der Bayerische Rundfunk zählen.”, so Gottlieb.

Betrachten wir unser Umfeld. Das mediale Universum wächst explosionsartig, auch in Deutschland. Der Konsument, der Nutzer der Medien kann sich aus einem immer größeren Angebot bedienen.

Das sind ein paar Fakten, die für den Wandel stehen:

• Soziale Netzwerke erobern die Welt
• Inhalte sind jederzeit abrufbar – unabhängig von Ort und Zeit
• Internetfirmen haben das Fernsehen entdeckt. Google TV und Apple TV werden neue Maßstäbe setzen.
• Sie sehen: Die digitale Welt explodiert. Allerdings sind wir uns längst noch nicht sicher, wohin die Reise geht, wie schnell und wie entschieden sich das Nutzerverhalten verändert. Zur Zeit fahren alle Medienkapitäne, egal ob auf kommerziellen oder öffentlich-rechtlichen Dampfern, auf Sicht, risikofreudig die einen, noch risikobewusst abwartend die anderen.

Trotz der vielen Unwägbarkeiten, die die digitale Zukunft mit sich bringt, lässt sich manches bereits als gesichert festhalten:

1. Die Qualität deutscher Medien – Print, Hörfunk, Fernsehen liegt im internationalen Vergleich weit über dem Durchschnitt.

2. Kommerzielle Sender reduzieren die Informationsanteile in ihren Programmen und sie reduzieren Qualität. Die kostet nämlich Geld.

3. Die öffentlich-rechtlichen Sender dagegen haben ein anderes Problem: Mit ihren Angeboten erreichen sie kaum noch jüngere, geschweige denn junge Zuschauer. Sie sind zur No-Go-Area für die Kids geworden. Das Durchschnittsalter der Kundschaft von ARD, ZDF und den Dritten Programmen liegt eher bei 65 als bei 60.

4. Parallel zur zunehmenden Attraktivität neuer, internetbasierter Medienangebote haben wir weiterhin eine starke Fernseh- und Hörfunknutzung in Deutschland zu verzeichnen.

Das also sind neben den vielen Fragezeichen die gesicherten Befunde.

Vor diesem Hintergrund muss sich ein starkes öffentlich-rechtliches Medienhaus wie der BR auf die Suche nach seinem Platz in der digitalen Welt machen. Bevor man sich auf den Weg macht, muss man jedoch wissen, wo man steht und wofür man steht als Bayerischer Rundfunk, als viertgrößte der neun Landesrundfunkanstalten in der ARD.

Weiterlesen: http://www.medienpolitik.net/2013/12/rundfunkwir-haben-wir-uns-fur-starke-windmuhlen-entschieden/

von Manfred Z - am 23.12.2013 06:33
In die Niederlanden haben sich die drei grosse Programmanbieter (ör + Privat) zusammen getan um ein flat rate on demand Plattform zu bauen. Anfang 2014 soll es losgehen;
http://www.broadbandtvnews.com/2013/11/15/dutch-broadcasters-to-launch-common-s-vod-portal/
http://www.nlziet.nl/ Ich hoffe es wird liefern was es verspricht, ohne Werbung!

von DVB-Tcombiner - am 23.12.2013 12:13
Bald ist endlich die unverständliche 7 Tage Regelung vom Tisch. Danach können dann die Online-Angebote der Mediatheken auch länger vielleicht sogar unbefristet online gestellt werden. Das ist wirklich mal eine gute Nachricht und ganz im Sinner der Zuschauer.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.durchbruch-in-streit-um-onlineangebote-siebentageregel-fuer-mediatheken-wird-abgeschafft.56c9a98a-fb5d-4347-8424-ac430cf7b36c.html

von zerobase now - am 14.06.2018 14:30
Das mit der entfallenden 7 Tage Regel ist zwar ganz schön, dafür entfallen aber die textlastigen Angebote. Und das wiederum ist eine sehr schlechte Nachricht für große Teile der Landbevölkerung mit DSL768 und für Arbeitnehmer mit am Arbeitsplatz geblockten Streamingangeboten.
Ich für meinen Teil nutze fast ausschließlich die zukünftig weitgehend entfallenden Textangebote. Am Arbeitsplatz wegen der Streamblockierung, zuhause wegen des langsamen Internetzugangs.

von iro - am 14.06.2018 15:07
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