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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hifi-Maniac, Handydoctor, Rosti 2.0, Thomas (Metal), Andreas W, Rolf, der Frequenzenfänger, Obelixx

Warum kein DAB mit großer Reichweite?

Startbeitrag von Obelixx am 07.04.2004 12:07

Was spricht prinzipiell gegen den Aufbau von starken DAB-Sendern an sehr exponierten Standorten mit denen man große Reichweiten erzielen kann? Wie gut wäre es technisch möglich mit einem DAB-Sender vom Schweizer Berg Säntis den mittleren Neckarraum mit DAB-Programmen aus der Schweiz zu versorgen unter der Annahme, dass diese Frequenz im Großraum Stuttgart nicht genutzt wird?
Könnte man einen einzelnen DAB-Sender auch so betreiben, dass man mit ihnen auch gezielt Überreichweiten ausnutzen kann und größere Gebiete als mit einem einzelnen, vergleichbaren UKW-Sender versorgen kann?

Antworten:

Dagegen spricht, dass man bei DAB ein Gleichwellennetz hat mit maximal zulässigen Laufzeitunterschieden zwischen den einzelnen Sendern => das schränkt erlaubte Reichweite des einzelnen Standortes ein. Steht der Sender zu hoch oder ist er zu stark, machen sich die Interferenzen zwischen eintreffenden Signalen verschiedener Standorte kaputt anstatt sich aufzuaddieren.

Gegen einen leistungsstarken Einzel-DAB-Sender spricht allerdings nichts. In der Praxis erzielt man aber wahrscheinlich kostengünstiger mit mehreren Standorten kleinerer Leistungen dasselbe Ergebnis. Vor allem hat man mit nur einem Standort egal welcher Leistung das Problem, dass man sicher nicht überall flächendeckend hin kommt.

Prinzipell lässt sich mit einem DAB Sender/Standort ein ähnlich großes Gebiet versorgen wie mit einem UKW-Sender. Weiter wird man kaum kommen, weil sich irgendwann einfach die Erdkrümmung stärker bemerkbar macht.



von Andreas W - am 07.04.2004 12:14
> Wie gut wäre es technisch möglich mit einem DAB-Sender vom Schweizer Berg Säntis den mittleren Neckarraum mit DAB-Programmen aus der Schweiz zu versorgen unter der Annahme, dass diese Frequenz im Großraum Stuttgart nicht genutzt wird?

Falls der Säntis mal für DAB genutzt wird, dann wahrscheinlich nur mit geringer Leistung (aus den von Andreas genannten Gründen). Allerdings zeigen Beispiele wie der Grünten, dass man mit nur 1kW DAB-Sendeleistung durchaus weit über 100km überbrücken kann. Also wäre stationärer DAB-Empfang vom Säntis z.B. in der Region Stuttgart durchaus denkbar, aber mobil wird da wohl nicht mehr viel gehen.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 07.04.2004 12:34
Man sollte eine andere Lösung anstreben, wie auch hier schon mehrfach zu lesen war: Anlehnung an DVB-T. Wenn ich lese, daß im Rhein-Main-Gebiet auf allen drei Standorten das Bay. FS dabei ist, sollte man sich überlegen warum man dies bei DAB nicht auch macht(en kann). Damit meine ich, daß man an entsprechenden Standorten noch zusätzlich die Programme des/der Nachbarlandes verbeitet, so es möglich ist. Hierdruch wird erreicht, daß es auch weiterhin einen Overspill gibt, einen Overspill der heute bei UKW auch genutzt wird und es somit auch eine Nachfrage dafür gibt. Nebenbei sollte das auch dazu geeignet sein die dem Anspruch von DAB als mindestens geleichwertige Ablösung, dazu zähle ich auch die Vielfalt von Programmen aus angrenzenten Nachbarländern, von UKW Rechnung zu tragen.

von Thomas (Metal) - am 07.04.2004 19:47
Ich könnte mir z.B. auch vorstellen, dass Randsender mit Richtstrahlung gerade aus dem Sendegebiet herausstrahlen, in das Sendegebiet hinein jedoch mit geringerer Leistung senden. Im Sendegebiet selbst, könnte ja "weitergefunzelt" werden, soweit es die Senderdichte respektive die Indoor-Versorgung zulässt, dort fällt es ja nicht auf. Gut OK es darf weitergeträumt werden ;) das passiert bei unserer Kleinstaaterei eh niemals, aber eine Idee war es wert ;). Wenn ich Politiker wäre, wäre ich doch froh, dass ich auch nach außen hin repräsentiert werde, aber das ist hierzulande ja nicht gewünscht...



von Rosti 2.0 - am 08.04.2004 18:05
Wie weit steh die DAB-Sender denn auseinander? Bei der kleinen
Sendeleistungen braucht man ja alle 10 -20 km eine Sender. Wie macht das T-Systems das praktisch?

von Hifi-Maniac - am 08.04.2004 19:17
Schaue Dir doch die Senderlisten für DAB an,so alle 60 bis 80 km braucht man im Band III einen Sender.Kommt natürlich auf die geographische Umgebung an.Im L-Band braucht man natürlich viel mehr Standorte,so ca.alle 25 km. Die Sender im Band III kommen wegen dem Gleichwellenbetrieb mit wesentlich geringerer Leistung aus,als FM-Sender im Band II.



von Handydoctor - am 08.04.2004 19:37
Das L-Band ist ja mitten im Microwellenbereich. Ist zwar nicht im Absorbtionmaximum von Wasser, aber sie ist schon ziehmlich hoch. So heitzt man nur die Atmosphäre auf. Mann könnte ja mal einen Versuch machen eiem Mikrowellenstrahl mit dem Absorbtionsmaximum von H2O in eine Nebelwand halten. Fileicht kann man da ein Loch reinbrennen.:hot:

von Hifi-Maniac - am 08.04.2004 20:14
Na dann brenne mal! :hot:



von Handydoctor - am 08.04.2004 20:26
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