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Radio Bremen (eigentlich) pleite

Startbeitrag von iro am 15.03.2013 19:20

RECHNUNGSHOF
DER FREIEN HANSESTADT BREMEN

Der Sonderbericht wurde am 15. März 2013 veröffentlicht:
Sonderbericht Radio Bremen (pdf, 619.8 KB)

Einige Aussagen daraus:
- Wie ungünstig die Vermögenslage Radio Bremens ist, zeigt der Vergleich mit
den anderen Landesrundfunkanstalten. Nach der Finanzstatistik der ARD für
das Jahr 2011 stand zusammengefasst für alle neun Anstalten der ARD zum
31.Dezember 2011 einem Gesamtkapital von 10.038.215 T€ ein Eigenkapital
von 2.324.480 T€ gegenüber. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von
rd. 23,2 %.
- Radio Bremen hat eine Eigenkapitalquote von 0,2% !
- Das Vermögen Radio Bremens ist nahezu vollständig durch Fremdkapital
finanziert. Obwohl ein Insolvenzverfahren über das Vermögen Radio Bremens
nach § 1 Abs. 3 Radio-Bremen-Gesetz nicht zulässig ist, ist die Verschuldung
der Anstalt existenzgefährdend
. Das geringe Eigenkapital bietet kaum noch
Möglichkeiten, um Verluste aufzufangen.

- Bereits jetzt veranlasst die finanzielle Notlage die Anstalt zur rechtlich nicht zulässigen
Aufnahme von Krediten. Daneben sollen die Liquiditätsengpässe mit nicht unproblematischen Überbrückungskrediten einiger ARD-Anstalten geschlossen werden.
- Allein durch eigene Anstrengungen wird es Radio Bremen kaum möglich sein, seine Selbstständigkeit zu erhalten.
- Radio Bremen ist aufgrund der seitJahren unzureichenden Finanzausstattung
gezwungen gewesen, Kosten deutlich zu senken und hat hierzu erhebliche
Anstrengungen unternommen. In Relation zum jeweiligen Gesamtaufwand
hat Radio Bremen mit rd. 8,7 % den weitaus größten Beitrag zu den
Nettoeinsparungen innerhalb der ARD geleistet. Der Mittelwert innerhalb
der ARD lag nach dem18. KEF-Bericht(Tz. 577) bei rd. 4,6 %.

Hinweis für den Thread-Leser (nachdem der Thread schon 6 Seiten hat):
- Eigentlich gibt es dazu nichts weiter zu sagen, nur zu spekulieren.
- Daher MUSS man jetzt nicht unbedingt weiterlesen
- Es folgen:
Haue für den NDR
Liebeserklärungen an RB
Spekulationen über die Zukunft von NDR und RB
sehr reizvolle Spekulationen über die Zusammenlegung von Bundesländern
=> die durchaus humorig sind, daher DARF auch weitergelesen werden, es macht wirklich gehörigen Spaß, zu spekulieren! :D

Letztlich hängt alles, was passieren könnte, vom Bremer Senat und der Bremer Politik ab - und die ist bekanntermaßen absolut unberechenbar (weshalb sich auch so gut spekulieren lässt)

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat

Was ist mit "Radio Frankfurt" (freie Reichsstadt), "Radio Hamburg" (Hansestadt) oder "Radio München" (Millionenstadt) als eigene Anstalt? Gibt es nicht?

Doch, gibt es. Deren direkte Nachfolger sind allesamt noch auf Sendung...
Radio Frankfurt -> HR
Radio Hamburg -> NWDR -> NDR, WDR, SFB (->rbb)
Radio München -> BR
(unabhängig vom Sendernamen Radio XY waren das ja keine "Stadt"sender, sondern erst "Zonen"sender, dann "Landes"programm).
(und Radio Bremen ist irgendwie alles gleichzeitig gewesen, Stadt-, Zonen- und Landessender... - und hatte zusätzlich noch einen Versorgungsauftrag für den Nordwesten Niedersachsens).

von iro - am 15.03.2013 19:41
Zitat

Nur richtig, dass man das jetzt mit den nackten Zahlen endlich offenlegt und diese Gebührenverschwendung endlich beendet.
Radio Bremen so lange am Leben zu halten, war eine Entscheidung der Bremer Politik und die sind in der ganzen Republik fürs Schuldenmachen bekannt.

Das wird nicht passieren. Da sind sich nämlich alle Politiker aller relevanten Bremer Parteien drüber einig, daher wird sich nichts an der "Entscheidung der Bremer Politik" ändern. Auch nicht aufgrund der vorliegenden Zahlen.
Zitat

Richtig, aber es gibt noch deutlich mehr Radiosender die eingespart werden könnten.

Fernsehen ist im Verhältnis zum Radio wesentlich teurer, abgesehen von den geplanten Kürzungen beim Regional-TV hat Radio Bremen auch seinen Anteil am ARD-TV-Programm bereits von 2.5% auf 0.75% gekürzt. Radio Bremen spart dadurch, aber insgesamt muss der fehlende Anteil natürlich jetzt durch andere Anstalten erbracht werden, die Kosten beim Gesamtkuchen ändern sich dadurch also nicht...

von iro - am 15.03.2013 20:12
Zitat

Programme bremen eins, Nordwestradio, Funkhaus Europa, Bremen Vier und Radio Bremen 5 vielleicht ein bißchen zu viel für 660.000 Bewohner des Bundeslandes sind


Etwas unscharf...
Nordwestradio:
Zitat

Regionales Berichtsgebiet sind das Bundesland Bremen und das nordwestliche Niedersachsen. Das Berichtsgebiet deckt sich damit im Wesentlichen mit dem Sendegebiet - etwa von der niederländischen Grenze im Westen bis zu einer gedachten Linie zwischen Hamburg und Hannover im Osten sowie den Ostfriesischen Inseln im Norden bis zu einer Linie zwischen Osnabrück und Hannover im Süden. Das Radio Bremen-Studio in Bremerhaven liefert ebenso regionale Beiträge zu wie die NDR-Studios in Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg sowie die NDR-Korrespondentenbüros in Otterndorf (Büro Niederelbe), Vechta, Verden, Wilhelmshaven und Lingen (Büro Emsland).[1] Für die überregionale Berichterstattung greift das Nordwestradio überwiegend auf das Korrespondentennetz der ARD zurück.

entfällt also schon mal...

FHE:
Zitat

Das UKW-Sendegebiet umfasst (...) das Land Bremen (96,7 MHz im Stadtgebiet Bremen und in Teilen Niedersachsens; 92,1 MHz in Bremerhaven) sowie (...). Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) übernimmt das Programm montags bis freitags von 16.00 bis 20.30 Uhr auf der Mittelwelle.

kann auch gestrichen werden, da ebenfalls für Niedersachsen zuständig

Bremen eins/vier:
Zwar auch im Umland zu empfangen, kann man die beiden aber schon als "Bremen"-Programme bezeichnen. Auch wenn
Zitat

Im Wortbereich (...) das Hauptaugenmerk auf intensive Berichterstattung aus der Region Bremen/Bremerhaven und Umland gelegt (wird)


Bremen 5:
Das ist nun ganz eindeutig ein reines Bremer Programm. Gleichzeitig ist es aber gar kein Programm im eigentlichen Sinne und die Kosten beschränken sich auf das Aufstellen von Mikrophonen und die Übertragungswege.

Als Umlandbewohner würde es mir allerdings überhaupt nicht gefallen, die Musik zwar bezahlen zu dürfen, dann aber wegen Funzelsendeleistungen nicht mehr empfangen zu können. Das sieht auch ein Großteil der Umlandbewohner wohl genauso, wo in den Büros eher Bremen 4 als N-Joy eingeschaltet wird. Bremen Eins ist in der Hinsicht allerdings auf einem sinkenden Ast...

Zitat

Ein Problem sind wohl auch die 100 kW-Brenner, die zwar das Umland schön versorgen, aber für die der RB keine Rundfunkgebühren erhält.
Genau da liegt der Hase im Pfeffer. RB versorgt de facto das vom NDR jahrelang vernachlässigte Umland, bekommt das allerdings nicht wirklich honoriert, da im nur die Bremer Beiträge zustehen + Finanzausgleich. Wenn die Hörer die Wahl hätten, welche Anstalt die Gebühren erhalten soll, wäre die Finanzierung sogar vermutlich gesichert.

von iro - am 15.03.2013 20:32
Zitat
fatal error
Also ich denke Nordwestradio und Funkhaus Europa können eingestellt werden, wenn RB in den Geltungsbereich vom NDR übertreten würde. Der NDR hat ja auch kein Südostradio und auch kein Funkhaus Europa, also wären die in den Strukturen des NDR eigentlich überflüssig. bremen eins und Bremen Vier können zu einem NDR 1 Radio Bremen zusammengeschmolzen werden (muß ja kein Heimatmelodiesender werden) und Radio Bremen 5 könnte in NDR Info Spezial übergehen.


Das wäre es dann aber mit der Nordwestradio-Versorgung in halb Niedersachsen für diejenigen, die sich für Kultur abseits eines reinen Klassikdudlers wie NDR Kultur interessieren.:( Eher müsste man das Programm Nordwestradio im ganzen NDR-Sendegebiet verbreiten, da ohnehin bereits eine Kooperation zwischen RB und NDR besteht dürfte das kein großes Problem sein, und den Klassikdudler NDR Kultur einstellen oder als musikalisches Spartenprogramm a la NDR Blue über DAB+ und Sat weiterführen. Bremen Eins könnte eigentlich größtenteils unverändert bleiben, schließlich sind die NDR-Landesprogramme alles eigene Sender, die eigentlich nur das Nachtprogramm gemeinsam senden. FH Europa kann man weiterlaufen lassen, da ohnehin nur ein Zusammenschnitt aus WDR und RBB Produktionen mit geringem RB Anteil. Bremen 5 kann nicht als eigenes Programm bezeichnet werden und wird schon jetzt nur für Bürgerschaftsübertragungen und Bremer Events aufgeschaltet, in der übrigen Zeit läuft NDR Info.

Bleibt Bremen Vier, und einzig um dieses Programm würde es mir wirklich Leid tun. NJOY ist leider zu einem reinen Hitdudler verkommen, der sich kaum mehr von Programmen wie NDR2 oder FFN unterscheidet. Diese beiden Programme zu einem anspruchsvollen, auch mal etwas alternativeren Jugendprogramm zusammenzulegen, traue ich dem NDR nicht mehr zu, seit er es geschafft hat, sogar die Schlagerfans zu vergraulen.

von Hunsrücker - am 15.03.2013 21:08
FHE wäre sogar eigentlich eine Aufgabe für den NDR - mal abgesehen von der Anzahl an Programmen, die er Verbreiten darf. Die er auch ganz easy erfüllen könnte...
Einfach die Bremer Gehälter übernehmen, Produktion usw. in Bremen belassen, um das Problem mit der Programmanzahl zu umgehen auch die Verantwortung bei RB lassen, 50kW-UKW-Puste hinstellen und sogar nochj ein paar Stunden davon bei irgendeinem DAB-Spezialkanal unterbringen, für den man irgendwie keine richtige Verwendung hat... ;)
Oder... ähm... das ist ja schon so :D Nur das die erwähnten Gehälter nicht direkt vom NDR kommen, sondern über den ARD-Finanzausgleich...

Zitat

Also das sieht hier niemand so, der Südosten war doch früher Zonenrandgebiet

da muss ich dann wohl noch ergänzen: von hierTM aus ist ALLES Südosten, vor allem aber: auch Hannover gehört bereits mit dazu :D

von iro - am 15.03.2013 21:26
Das Programm ist auch nicht so teuer. Das meiste Geld wird im Verwaltungswasserkopf inklusive Intendant verschwendet. Das Gehalt des Intendanten beträgt zur Zeit 242.000 EUR. (http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/radiobrementransparenzintendant100.html) Dazu die Bezüge der anderen Eierköpfe im Vorstand.

Ich vermute mal, dass Lokalsender in ähnlich großen und finanziell gleich armen Städten, wie beispielsweise Duisburg, ein Gesamtbudget haben, welches unter diesen Gehältern liegt. Für das Fernsehen reichen in Duisburg auch 20 Minuten "Lokalzeit" im 3. Programm des WDR. Warum sollte Bremen da auf Kosten der Allgemeinheit besser gestellt werden? Nur weil Bremen aufgrund einer historischen Anomalie als Bundesland gilt? Selbst "richtige" Bundesländer wie Meck Pomm, Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt, sowie Rheinland-Pfalz und das reichste Bundesland Baden-Württemberg teilen sich aus Kostengründen Programme. Auch die reichen Stadtstaaten Hamburg und Berlin gönnen sich keine eigenen Programme. Nur Bremen brät da eine Extrawurst. Sollen sie ruhig, aber bitte nicht auf Kosten der Allgemeinheit.

von Bolivar diGriz - am 16.03.2013 06:57
Als würden eventuelle Einsparungen bei Radio Bremen sich auch nur irgendwie bei den anderen Anstalten bemerkbar machen.
Jetzt bekommt man für das Geld noch ein paar zusätzliche Programme, die über DVB-C, DVB-S und das Internet auch von sehr vielen deutschen empfangen werden können. Nach einer Abschaffung/Fusion würde das Geld mit Sicherheit irgendwo anders hin versickern, wovon keiner einen Vorteil hat.
Darum am besten nicht so drüber nachdenken (sich über Hartz-IV Empfänger, die die Allgemeinheit durchfüttert aufzuregen bringt ja auch nix ;-) ) und im Zweifel einfach ein bisschen Bremen Eins, Bremen Vier oder Nordwestradio hören, wenn schon 2 Cent seiner Gebühren nach Bremen fließen. :rolleyes: :spos:

von inblubb - am 16.03.2013 07:44
Zitat
Martün
Zitat
Kabelfuzzi
Nur weil die Amis nach 1945 einen Nordseehafen in ihrer Zone wollen, haben wir heute das "Land" Bremen durchzufüttern.

Falsch, Bremen hat eine jahrhundertelange Tradtion als Freie Hansestadt.

Das schon... - Aber wenn Bremen und Bremerhaven nicht zur US-Zone gekommen wären, hätte es Radio Bremen als eigenständige Sendeanstalt wohl nie gegeben. Bis 1945 wurden Bremen und Wesermünde (heute: Bremerhaven) von der Hamburger NORAG (später Reichssender Hamburg; heute NDR) versorgt. Es gab auch schon ein eigenes Bremer Studio für Regionalsendungen. Der Rest kam aus Hamburg.
---> http://www.radiobremen.de/unternehmen/chronik/norag102.html

von Manager. - am 16.03.2013 08:01
Ich wohne im Empfangsgebiet von Radio Bremen, und fühle mich nach wie vor vom dortigen Rundfunk
auch versorgt. Hätte ich diesen Sender nicht, wäre z. B. der Jade-Weser-Port eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie der Flughafen Berlin. Wenn auch das Rundfunkprogramm offenbar immer mehr Zugeständnisse an das heutige Einheitsgedudel nahezu aller Privaten bzw. öffentl. Rechtlichen macht, bleibt seine journalistische Arbeit für mich unangetastet. Der Rest mag casten, sich in den Dschungel verabschieden, tanzen, oder tagsüber seine sozialen Probleme vor laufender Kamera austragen. Wenn das meine Zukunft sein soll.
Und ich entsinne mich, vor 40 Jahren war die Sesamstrasse in Bayern offensichtlich staatsgefährdend!
Aber: Wie behauptet Werner: Wenn weißer Rauch aufsteigt, issas meistens die Kopfdichtung!:cheers:

von Onkel Peter - am 16.03.2013 09:19
Das ganze kann man auch als politisch unfair bezeichnen.. Solange eines der aermsten Bundeslaender jedes Jahr mit Geldern aus anderen Bundslaendern ueber Wasser gehalten wird, muessen die Politiker nicht beweisen, dass sie was koennen. Erst wenn es wirklich keine Kindergaerten, Schulen usw. mehr gaebe wuerde sich auch der Bremer Buerger mal gedanken machen, woran es wirklich liegt, dass Bremen so arm ist und wuerde mal eine andere Partei waehlen. Es ist schon sehr auffaellig, dass hauptsaechlich SPD regierte Laender Gelder bekommen und CDU gefuehrte Laender zahlen muessen. Von daher bin ich auch zumindest fuer eine vorruebergehende Aussetzung jeglicher Transfergelder zwischen den Bundeslaendern. Nur um dem Buerger / Waehler mal die Augen zu oeffnen. Und natuerlich braucht ein Stadtstaat keine eigene Rundfunkanstalt, wenn nichtmal Hamburg oder Berlin was eigenes haben. Verstehe gar nicht, warum darueber immernoch diskutiert wird anstatt zu handeln.

von Nordlicht2 - am 16.03.2013 11:07
Zitat

Das eigentliche Thema heißt Föderalismusreform / Länderneugliederung und da will keiner ran, weil sich die Bürokraten in Bremen, Saarbrücken und anderswo kaum selbst abschaffen.
Erst wenn die Bürger in den betroffenen Gebieten selbst für ihre Bürokraten zahlen müssten (Länderfinanzausgleich), würde sich in der Bevölkerung eine Mehrheit dafür finden, dass Länder zusammengelegt werden.

So ist es. Und das einzige identitätsstiftende was HB neben Werder und Becks hat, ist nun mal Radio Bremen. Wenn RB abgeschafft wird, schaft sich das Land HB gleich mit ab.

Zitat

@nordlicht2: nunja, Bayern war lange genug Nehmerland, trotz Union ;-) Das letzte mal genommen hat Bayern 1992....
NRW war hingegen meist Geberland, Nehmerland war man 1985, 1987, 1988, 1993, 1994, 2008 - und seit 2010 durchgängig. Zumindest die Haushalte 2008 und 2010 sind z.B . nicht von der SPD zu verantworten gewesen :-)

So ist es. Und das vergisst die CSU ganz gerne. Auch dass z. B. der Raum HO oder der östliche Spessart genauso schlecht dasteht wie manche Städte im Ruhrgebiet oder im nördlichen Brandenburg.

Zitat

Ich gehöre nun sicher nicht zu den Leuten, die Union und FDP wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz absprechen

Ich schon ;)

von Schwabinger - am 16.03.2013 12:11
Zitat
Kabelfuzzi
Das eigentliche Thema heißt Föderalismusreform / Länderneugliederung und da will keiner ran, weil sich die Bürokraten in Bremen, Saarbrücken und anderswo kaum selbst abschaffen.
Erst wenn die Bürger in den betroffenen Gebieten selbst für ihre Bürokraten zahlen müssten (Länderfinanzausgleich), würde sich in der Bevölkerung eine Mehrheit dafür finden, dass Länder zusammengelegt werden.

Bremen hat eine jahrhundertelange Tradition als Freie Hansestadt und eine entsprechend starke Identität.

Was möglich wäre das wäre eher ein Freie Hansestadt Großbremen mit drei Teilgemeinden, den beiden Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven und dem Land Oldenburg.

Aber "Hannoverisieren" lässt man sich ganz bestimmt nicht.

von Martyn136 - am 16.03.2013 12:44
Zitat

Das Bremen RadioBremen zur Identitaetswahrung benoetigt ist sehr weit hergeholt.

Da muss ich Dir recht geben. Nur: bei Radio Bremen geht es eben nie nur um Bremen alleine, sondern um das gesamte Umland. Das gehört zwar zu Niedersachsen - aber nicht zu Hannover! Und es geht eben nicht um die Identitätswahrung der Bremer, sondern um die einer ganzen Region, in der über 3 Millionen Menschen leben und von der auch die "Metropolregion Bremen/Oldenburg" (zu der OS erst seit 2010 gehört und das ich hier auch ausdrücklich ausklammere) nur ein Teil ist. Und für die Radio Bremen sogar einen offiziellen Versorgungsauftrag HATTE (NDR & RB hatten das landkreisweise unter sich aufgeteilt wer für welchen zuständig war. RB z.B. für diverse ostfriesische Landkreise - komischerweise nicht für alle...). Das IST zwar nicht mehr so, trotzdem hat man es nicht geschafft, das Publikum auf die Reise hin zum NDR mitzunehmen. Das wird auch schätzungsweise noch zwei weitere Generationen so bleiben ;) Es würde auch nicht reichen, draußen ein Etikett "RB" draufzukleben aber als Inhalt doch "NDR" zu haben...

von iro - am 16.03.2013 13:59
Zitat
fatal error
Zitat
iro
Mal angenommen der unwahrscheinliche Fall träte ein, daß Bremen dem NDR-Staatsvertrag "beitreten" würde. Dann gäbe es ja erstmal einen neuen NDR-Staatsvertrag, es ist ein weiteres Bundesland dabei, also dürfte gemäß Rundfunkstaatsvertrag noch ein weiteres Digitalprogramm veranstaltet werden. Das wären dann 5, derzeit sind es 3 - dürften aber 4 sein, wenn es denn im jetzigen NDR-Staatsvertrag stehen würde. Es dürften also 2 Programme mehr sein als jetzt. Das wäre dann Verhandlungssache der Bremer Politiker, diese beide nach Bremen zu holen. Auch, weil die Hamburger ja schon ca. 6 Programme haben...


Nettes Gedankenspiel und als Folge daraus hat der NDR dann auch finanzielle Probleme :bruell:


Ich glaube kaum, dass der NDR dadurch finanzielle Probleme bekäme. Hörfunkprogramm zu veranstalten, ist bei Weitem nicht so teuer wie Fernsehen und der ganze "Wasserkopf", den eine Anstalt so besitzt.

von Nordhörer - am 16.03.2013 14:21
Zitat
fatal error
Tradition hin, Tradition her, von der Tradition läßt sich RB ja nicht finanzieren. Man sollte schon eine Lösung anstreben, bei der eine schwarze Null unterm Strich steht. Und die heißt für mich NDR. Gerne auch als qualitätsorientierte Fusion, bei der abgewogen wird ob das RB oder das gleichartige NDR Programm besser ist und dann das schlechtere eingestellt wird.


Da liegt jedoch das Problem: Eine qualitätsorientierte Fusion wird es im Falle eines Beitritts zum NDR nicht geben. Der NDR macht Flachfunk und wird dies auch weiterhin tun. Qualitätsradio wie RB es macht, mag der NDR nicht! Leider...

von Nordhörer - am 16.03.2013 14:24

Mal ein kurzer Hinweis zum Thema Bremen und Länderfinanzausgleich:
Es ist so, daß früher die Steuern dort erhoben wurden, wo der Arbeitsplatz war.
Wäre es heute noch so, wäre Bremen Nettozahler. Nur irgendwann, ich meine während der
Kohl-Ära, wurde die Steuererhebung umgestellt, sodaß die Steuern am Wohnort erhoben werden.
Ergebnis: Bremen wurde zum Zahlungsempfänger und die Steuermillionen versickern im
Speckgürtel außenrum. Ähnliche Probleme haben andere Großstädte auch, nur ist da dann
keine Landesgrenze dazwischen, sodaß die Auswirkungen weniger drastisch ausfallen.


Was Radio Bremen anbelangt, da gilt das Gleiche wie auch bei den anderen ÖRs,
der Wasserkopf sollte mal kräftig ausgedünnt werden. Statt die komplette Anstalt zu zumachen,
wäre die Alternative, die Fernseh-Abteilung bis auf ein Studio komplett zu zumachen und
ggf. das qualitativ schlechteste Radioprogramm abzuschalten.

von Nohab - am 16.03.2013 14:26
Zitat
iro

Der ganze restliche NDR ist ja ein einziges Südostradio... zumindest wurde das im Nordwesten immer genau so empfunden. Der Nordwesten kam früher sogar nichtmals beim Wetter vor - ist noch gar nicht so lange her! Für die Wettervorhersage haben wir in Ostfriesland Radio Noord 97.5 eingeschaltet! Daher ist das Nordwestradio gar nicht so abwegig, der NDR hat da so einiges gutzumachen!
Und, doch: der NDR hat ein Funkhaus Europa - täglich von 16-21 Uhr auf NDR info Spezial. Allerdings ohne selbst Beiträge dafür zu erstellen.


Kann ich voll zustimmen! :spos:
Wenn das Wetter Regionalisiert wird, dann wird auch der Nordwesten mal eben so mit erwähnt.
( "An der Ems" )

von _Yoshi_ - am 16.03.2013 14:31
Zitat
DH0GHU
@nordlicht2: nunja, Bayern war lange genug Nehmerland, trotz Union ;-) Das letzte mal genommen hat Bayern 1992....
NRW war hingegen meist Geberland, Nehmerland war man 1985, 1987, 1988, 1993, 1994, 2008 - und seit 2010 durchgängig. Zumindest die Haushalte 2008 und 2010 sind z.B . nicht von der SPD zu verantworten gewesen :-)
Ich gehöre nun sicher nicht zu den Leuten, die Union und FDP wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz absprechen, aber so schwarz-weiß ist die Welt nunmal nicht.

Führen wir doch mal Hessen als Gegenbeispiel an. Wäre dies das Argument, müßte man sich um den hr keinerlei Sorgen machen. Wobei: Im Verhältnis "richtige" finanzielle Probleme gab es dort erst seit Mitte/Ende der 80er. Und da wurde bekanntlich "ein Schwarzer" von schwarz-gelb damals von der Frankfurter Uni geholt und auf den Chefsessel gesetzt.
Zitat
Schwabinger
Auch dass z. B. der Raum HO oder der östliche Spessart genauso schlecht dasteht wie manche Städte im Ruhrgebiet oder im nördlichen Brandenburg.

Nennen wir das den Raum LOH / MAR. Wenn dem so ist, geht es dem Ruhrgebiet und dem nördlichen Brandenburg blendend.

Zitieren wir mal aus berufenem Mund: http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern/Main-Spessart-Nav.html?year_month=201302

Berichtsmonat Februar 2013 - Main - Spessart Ausgewählte Merkmale Aktueller Monat Veränderung zum Vorjahresmonat
Arbeitslose insgesamt 2.378 360
Arbeitslose SGB III 1.593 347
Arbeitslose SGB II 785 13
Arbeitslosenquote insgesamt 3,3 0,5
Arbeitslosenquote SGB III 2,2 0,5
Arbeitslosenquote SGB II 1,1 0,0
Gemeldete Arbeitsstellen 387 -48
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 3.036 203
Unterbeschäftigungsquote 4,1 0,2

von Thomas (Metal) - am 16.03.2013 14:36
Zwei Punkte:

1.) Würde der RB im NDR aufgehen, hätten wir eine Fünf-Länder-Anstalt. Ich halte vier Länder für eine Anstalt schon für zu viel. Versucht mal, eine drei- oder vierminütige Nachrichtensendung z.B. für NDR 2 zu machen und darin Weltnachrichten sowie die Nachrichten aus SH, HH, MV, NDS und HB unterzubringen - man bedenke: Jedes Bundesland hat eine eigene Landesregierung mit eigenen politischen Entscheidungen, über die es zu berichten gilt. Das passt niemals in so eine Sendung. Schon jetzt taucht MV in NDR 2 kaum auf und Nordwest-Niedersachsen wurde im gesamten NDR über Jahrzehnte hinweg sehr vernachlässigt...

2.)...womit ich bei Punkt 2 wäre: Für viele Menschen im Nordwesten Niedersachsens war und ist RB der Heimatsender und nicht der NDR. Der NDR hat die Themen von dort oben über Jahrzehnte hinweg so sehr vernachlässigt, während sie bei RB behandelt wurden. Offiziell ist RB eine Anstalt für Bremen, gefühlt - von den Menschen, die hier oben im Nordwesten leben - ist es seit jeher DIE Anstalt für Bremen und Nordwest-Niedersachsen. Hätte der NDR nicht die Menschen im Nordwesten so sehr ignoriert, würde man RB im Nordwesten Niedersachsens wohl nicht so sehr hinterher trauern, so aber wäre es für die Menschen hier oben sehr schlimm, wenn RB ausgerechnet in den NDR, der einen ewig so stiefmütterlich behandelt hat, integriert würde. Es ist an sich ein Trauerspiel, dass eine Nachbaranstalt sich mehr um die Menschen im Nordwesten, ihre Themen und Probleme, gekümmert hat, als dies die eigentlich zuständige Anstalt getan hat!

von Nordhörer - am 16.03.2013 14:38
Ich hab's im NDR-Schlager-Thread ja schon einmal angesprochen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass es jemals so kommt, bringe ich nochmal mein Gedankenspiel:

- Niedersachsen könnte sich vom NDR abspalten, und man bildet eine gemeinsame Anstalt mit Bremen. Konkret würde das so aussehen, dass RB und das NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen zu einer Art Nordwestrundfunk (NWR) fusionieren, also gewissermaßen weiter bestehen bleiben. So wäre Radio Bremen gerettet.

- Der NDR wird im Gegenzug zur Drei-Länder-Anstalt für HH/SH/MV.

- So hätte man zwei recht finanzstarke Anstalten mit nicht so extrem großem Sendegebiet, wodurch einzelne Regionen in den Programmen inhaltlich stärker als bisher zur Geltung kommen könnten.

- Im TV-Bereich sollte man weiterhin ein gemeinsames Drittes Programm veranstalten.

von Nordhörer - am 16.03.2013 14:45
Zitat
Nordhörer
Ich hab's im NDR-Schlager-Thread ja schon einmal angesprochen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass es jemals so kommt, bringe ich nochmal mein Gedankenspiel:

- Niedersachsen könnte sich vom NDR abspalten, und man bildet eine gemeinsame Anstalt mit Bremen. Konkret würde das so aussehen, dass RB und das NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen zu einer Art Nordwestrundfunk (NWR) fusionieren, also gewissermaßen weiter bestehen bleiben. So wäre Radio Bremen gerettet.

- Der NDR wird im Gegenzug zur Drei-Länder-Anstalt für HH/SH/MV.

- So hätte man zwei recht finanzstarke Anstalten mit nicht so extrem großem Sendegebiet, wodurch einzelne Regionen in den Programmen inhaltlich stärker als bisher zur Geltung kommen könnten.

- Im TV-Bereich sollte man weiterhin ein gemeinsames Drittes Programm veranstalten.

Genau diese Idee fände ich auch gut und wolle ich eigentlich jetzt auch schreiben ... Die ist gut auch deshalb schon, weil Niedersachsen ja schon seit Jahren eher unglücklich im NDR Verbund ist, nicht umsonst hat man 1978 die NDR1 Programme komplett umgebaut und auch vor 2-3 Jahren war meines Wissens nach Niedersachsen fast kurz vorm Austritt gewesen. Hier im Nordwesten und Bremer Umland merkt man schon, dass eigentlich Radio Bremen hier der Versorger ist und nicht der NDR.
Niedersachsen und Bremen rundfunkmäßig zusammenlegen und den NDR auf die restlichen 3 Länder (SH-HH-MV) beschränken finde ich sehr gut, wenn Radio Bremen denn tatsächlich aufgegeben werden müsste, was sehr schade ist. Aber so könnten dann auch die Programme in einen größeren Verbund gepackt und erhalten werden. Jetzt müsste man nur gucken, wie man die Programme strukturiert, denn derzeit gäbe es ja NDR1 NDS, Bremen 1, Nordwestradio, Bremen 4 (FH Europa ist für mich kein regionales Programm, da nur Übernahme). Meiner Meinung nach könnte man sich gut an anderen Anstalten, z.B. hr, WDR orientieren. NDR1 NDS könnte sozusagen ein Schlagerprogramm werden (ähnlich WDR4, hr4 - also die Gruppe ab 50), Bremen 1 wäre das "allgemeine" Programm (WDR2, hr3 - Gruppe 25-49), Nordwestradio das Kulturprogramm (WDR3, hr2 - Gruppe allgemein) und Bremen 4 das Jugendprogramm (1Live, You FM - Gruppe bis 25). Und in dem Hauptprogramm könnte man dann Regionalfenster einbauen, z.B. die Zeiten der Rundschau-Nachrichtensendungen auf Bremen 1 oder wie es bei WDR2 ist, allerdings etwas andere Gebiete und zeitlich etwas erweitert.

von Jens1978 - am 16.03.2013 15:04
Aus finanzieller Sicht wäre es natürlich das beste, RB in den NDR zu integrieren.

Für die Menschen im Norden wäre es aber ein weiterer Qualitätsverlust im ohnehin schon flachen norddeutschen "Rundfunkäther".

Zwei Anstalten (HB/NDS und HH/SH/MV) würde natürlich bedeuten, dass es weiterhin 2 Wasserköpfe gibt, das ist mir schon klar. Aber: Der NDR schwimmt, denke ich, bei allem Wehklagen im Geld und hätte auch im Fall einer Reduzierung auf drei Länder noch anständig Geld zur Verfügung. Die neue HB/NDS-Anstalt hätte, aufgrund von Gebührenzahlern in NDS und HB, aber dann auch eine stattliche Summe zur Verfügung, wodurch RB quasi bestehen bliebe (unter neuem Namen und gemeinsam mit Hannover).

Insofern sehe ich keine Ausweitung des Problems, wie fatal error es sieht. Ein NWR für NDS/HB und ein NDR für HH/HB/MV wäre nicht sie sparsamste Lösung, aber inhaltlich für alle eine Bereicherung, denke ich.

Versetzt euch mal in die Leute im Nordwesten Niedersachsens: Die haben jahrzehntelang Gebühren für einen Sender gezahlt, den sie nur ungern angeschaltet haben, weil er kaum über sie berichtet hat (das bezieht sich speziell auf den Hörfunk). Hätten sie die Wahl gehabt, sie hätten ihre Gelder gewiss viel lieber dem RB zugeführt, denn der hat sich immer inhaltlich ihrer angenommen!!

Drastisch gesagt und ein bisschen überspitzt: Der NDR hat kassiert, der RB hat die Arbeit gemacht!

von Nordhörer - am 16.03.2013 15:10
Zitat
fatal error
Und was bringt das außer explodierenden Kosten durch doppelte Strukturen und dem Festhalten an defizitären Programmen, womit ja kein Problem gelöst, sondern noch ausgeweitet würde? Der umgekehrte Weg macht eher Sinn: Bremen paßt einfach in den NDR und RB kann sich langsam nicht mehr die Eigenständigkeit leisten. Wenn die Bremer und Umland so sehr ihr RB lieben, können sie sicherlich reichlich spenden um dessen Erhalt finanziell abzusichern :joke:

Alles klar, die Logik mal eben weitergerdacht: die ARD wird aufgelöst und es gibt nur noch bundesweite Programme, Hauptschwerpunkt ist jeweils die Sendeanstaltstadt, die restlichen Landesfunkhäuser werden abgeschaft, denn der Rest interessiert doch eh nicht und kostet nur Geld ... :rolleyes:
Man sollte nicht ganz vergessen, dass gerade Anstalten wie der hr, WDR, BR, RB, SR gerade auch ein Landesgefühl widerspiegeln und besonders in NRW und Hessen überhaupt erst generiert haben. Von daher wäre es sogar eher besser, wenn es eine Landesrundfunkanstalt in Niedersachsen gäbe (ist nämlich auch erst nach 1945 so entstanden) und das ehemalige Oldenburger Land fühlt sich ganz gut bei Radio Bremen versorgt. Gäbe es Radio Bremen nicht, hätte der NDR sehr viel weniger im Nordwesten getan, einfach nur mal in die (Rundfunk-)Geschichte gucken. Es gibt übrigens genug Sachen im Leben, welche auf dem Papier immer ganz toll aussehen, doch die Realität sieht "ganz erstaunlich" immer anders aus, warum wohl?

von Jens1978 - am 16.03.2013 15:11
Zitat
Jens1978
Zitat
Nordhörer
Ich hab's im NDR-Schlager-Thread ja schon einmal angesprochen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass es jemals so kommt, bringe ich nochmal mein Gedankenspiel:

- Niedersachsen könnte sich vom NDR abspalten, und man bildet eine gemeinsame Anstalt mit Bremen. Konkret würde das so aussehen, dass RB und das NDR-Landesfunkhaus Niedersachsen zu einer Art Nordwestrundfunk (NWR) fusionieren, also gewissermaßen weiter bestehen bleiben. So wäre Radio Bremen gerettet.

- Der NDR wird im Gegenzug zur Drei-Länder-Anstalt für HH/SH/MV.

- So hätte man zwei recht finanzstarke Anstalten mit nicht so extrem großem Sendegebiet, wodurch einzelne Regionen in den Programmen inhaltlich stärker als bisher zur Geltung kommen könnten.

- Im TV-Bereich sollte man weiterhin ein gemeinsames Drittes Programm veranstalten.

Genau diese Idee fände ich auch gut und wolle ich eigentlich jetzt auch schreiben ... Die ist gut auch deshalb schon, weil Niedersachsen ja schon seit Jahren eher unglücklich im NDR Verbund ist, nicht umsonst hat man 1978 die NDR1 Programme komplett umgebaut und auch vor 2-3 Jahren war meines Wissens nach Niedersachsen fast kurz vorm Austritt gewesen. Hier im Nordwesten und Bremer Umland merkt man schon, dass eigentlich Radio Bremen hier der Versorger ist und nicht der NDR.
Niedersachsen und Bremen rundfunkmäßig zusammenlegen und den NDR auf die restlichen 3 Länder (SH-HH-MV) beschränken finde ich sehr gut, wenn Radio Bremen denn tatsächlich aufgegeben werden müsste, was sehr schade ist. Aber so könnten dann auch die Programme in einen größeren Verbund gepackt und erhalten werden. Jetzt müsste man nur gucken, wie man die Programme strukturiert, denn derzeit gäbe es ja NDR1 NDS, Bremen 1, Nordwestradio, Bremen 4 (FH Europa ist für mich kein regionales Programm, da nur Übernahme). Meiner Meinung nach könnte man sich gut an anderen Anstalten, z.B. hr, WDR orientieren. NDR1 NDS könnte sozusagen ein Schlagerprogramm werden (ähnlich WDR4, hr4 - also die Gruppe ab 50), Bremen 1 wäre das "allgemeine" Programm (WDR2, hr3 - Gruppe 25-49), Nordwestradio das Kulturprogramm (WDR3, hr2 - Gruppe allgemein) und Bremen 4 das Jugendprogramm (1Live, You FM - Gruppe bis 25). Und in dem Hauptprogramm könnte man dann Regionalfenster einbauen, z.B. die Zeiten der Rundschau-Nachrichtensendungen auf Bremen 1 oder wie es bei WDR2 ist, allerdings etwas andere Gebiete und zeitlich etwas erweitert.


Es stimmt, vor wenigen Jahren wurde in NDS erneut überlegt, den NDR-Staatsvertrag zu kündigen. Niedersachsen fühlte sich zu wenig vom NDR berücksichtigt. Der NDR reagierte mit ein paar Streicheleinheiten, verlegte z.B. die Produktion von Herman & Tietjen (oder Dibaba oder Hirschhausen, ich glaube aber es war damals noch Eva Herman) nach Hannover. Die NDS-Landespolitiker dankten es, indem sie dem NDR dann doch treu blieben. Das Ganze war für mich eine Farce, denn durch Verlagerung einer TV-Talksendung von HH nach Hannover steigt die nds. Regionalberichterstattung nicht, einzig ein paar Arbeitsplätze ziehen von HH nach H um.

Wir haben gerade eine neue Landesregierung in NDS bekommen - wäre mal interessant, wie die über die Idee einer Zwei-Länder-Anstalt NDS und HB denkt.

Im Übrigen: NDS und HB haben auch eine Verbundenheit. Schifffahrt, Häfen, Küste, da läuft vieles in Kooperation. HH dagegen ist seit jeher nach SH orientiert und viel weniger nach NDS. Und MV, na ja, ich hätte es damals gar nicht erst dem NDR zugeschlagen, sondern man hätte mit Brandenburg und Berlin eine gemeinsame Anstalt machen sollen. Und das hätten die Menschen in MV sicherlich auch besser gefunden: Nicht ohne Grund hat NDR 2 in MV so wenige Hörer, das ist ein Westsender, der kaum über MV berichtet. Auch hier böte die Abspaltung Niedersachsens eine Chance: Der NDR könnte in seinen Programmen stattdessen mehr über MV berichten.

von Nordhörer - am 16.03.2013 15:21
Zitat
Nordhörer
Im Übrigen: NDS und HB haben auch eine Verbundenheit. Schifffahrt, Häfen, Küste, da läuft vieles in Kooperation. HH dagegen ist seit jeher nach SH orientiert und viel weniger nach NDS. Und MV, na ja, ich hätte es damals gar nicht erst dem NDR zugeschlagen, sondern man hätte mit Brandenburg und Berlin eine gemeinsame Anstalt machen sollen. Und das hätten die Menschen in MV sicherlich auch besser gefunden: Nicht ohne Grund hat NDR 2 in MV so wenige Hörer, das ist ein Westsender, der kaum über MV berichtet. Auch hier böte die Abspaltung Niedersachsens eine Chance: Der NDR könnte in seinen Programmen stattdessen mehr über MV berichten.


MV hat wohl nachweislich mehr Gemeinsamkeiten mit HH,SH und NS als mit Berlin Brandenburg. Hansestaedte, selber plattdeutsche Dialekt, selbe Mentalitaet, Schiffahrt usw.. Gemeinsamkeiten zu Berlin Brandenburg gibt es dagegen ueberhaupt gar keine, ausser eben die durch die 40 jaehrige Ostdiktatur entstandenen. Die aber sind geschichtlich gesehen sehr kurz und werden nach 1 oder 2 weiteren Generationen vergessen sein und genau die galt und gilt es zu ueberwinden. Dabei hat der NDR durchaus gute Arbeit geleistet. Warum wohl haben NDR1 MV und NDR FS NordMagazin jeweils die hoechsten prozentualen Einschaltquoten im ganzen NDR Land.
Also lasst mal die Fischkoeppe zu de Fischkoeppe, das passt schon.

von Nordlicht2 - am 16.03.2013 15:36
Zitat
fatal error
Zitat
Nordhörer
Für die Menschen im Norden wäre es aber ein weiterer Qualitätsverlust im ohnehin schon flachen norddeutschen "Rundfunkäther".


Das ändert sich ja durch DAB+ eh schleichend. So viel Vielfalt wie es sie momentan durch UKW & DAB+ gibt, gab es ja noch nie.


Das meinst du hoffentlich nicht ernst. Erstens: Im nördwestlichsten Teil Niedersachsens gibt es ÜBERHAUPT kein DAB+, da man von Aurich aus noch nicht sendet. Es gibt hier weder einen Bundesmuxx noch einen NDR-Muxx noch einen privaten Landesmuxx. Es gibt hier GAR NICHTS!

Und zweitens: Dort, wo es in NDS bereits DAB+ gibt, gibt es einen Bundesmuxx und einen NDR-Muxx. Im Gegensatz zu Hessen oder Bayern gibt es in Niedersachsen keine Privatsender in einem Landesmuxx!

Auch MV ist DAB+-technisch absolut unterversorgt.

Der NDR hat sich im Gegensatz zu Anstalten aus Deutschlands Süden noch nie für DAB interessiert und betreibt es auch jetzt, wo man mehr oder weniger gezwungen ist, mitzumachen, stiefmütterlich, sprich: Man versorgt die Ballungsräume und Autobahnen und das platte Land kommt iiiiiirgendwannnnn mal in den Genuss, aber das wird noch dauern...

Und auch in den Ballungsräumen ist der einzige Mehrwert des NDR im DAB+ doch NDR Blue - NDR Traffic ist nicht wirklich ein Programm und NDR Info Spezial gibt's hier schon ewig über MW und Kabel-UKW (und Satellit etc.).

Der NDR sendet auf DAB+ ja nicht mal die richtigen Regionalfenster: NDR 1 NDS bspw. läuft überall, wo man es empfangen kann, mit Hannover-Fenster und nicht mit dem eigentlich zuständigen Fenster.

Ganz ehrlich: DAB+ ist hier oben im Norden ungefähr so groß wie ein Grashalm, während es in anderen Teilen Deutschlands längst die Größe einer Sonnenblume erreicht hat.

von Nordhörer - am 16.03.2013 15:36
Zitat
Nordlicht2
Zitat
Nordhörer
Im Übrigen: NDS und HB haben auch eine Verbundenheit. Schifffahrt, Häfen, Küste, da läuft vieles in Kooperation. HH dagegen ist seit jeher nach SH orientiert und viel weniger nach NDS. Und MV, na ja, ich hätte es damals gar nicht erst dem NDR zugeschlagen, sondern man hätte mit Brandenburg und Berlin eine gemeinsame Anstalt machen sollen. Und das hätten die Menschen in MV sicherlich auch besser gefunden: Nicht ohne Grund hat NDR 2 in MV so wenige Hörer, das ist ein Westsender, der kaum über MV berichtet. Auch hier böte die Abspaltung Niedersachsens eine Chance: Der NDR könnte in seinen Programmen stattdessen mehr über MV berichten.


MV hat wohl nachweislich mehr Gemeinsamkeiten mit HH,SH und NS als mit Berlin Brandenburg. Hansestaedte, selber plattdeutsche Dialekt, selbe Mentalitaet, Schiffahrt usw.. Gemeinsamkeiten zu Berlin Brandenburg gibt es dagegen ueberhaupt gar keine, ausser eben die durch die 40 jaehrige Ostdiktatur entstandenen. Die aber sind geschichtlich gesehen sehr kurz und werden nach 1 oder 2 weiteren Generationen vergessen sein und genau die galt und gilt es zu ueberwinden. Dabei hat der NDR durchaus gute Arbeit geleistet. Warum wohl haben NDR1 MV und NDR FS NordMagazin jeweils die hoechsten prozentualen Einschaltquoten im ganzen NDR Land.
Also lasst mal die Fischkoeppe zu de Fischkoeppe, das passt schon.


NDR 1 MV hat in MV deswegen so hohe Einschaltquoten, weil es das einzige Radioprogramm des NDR in MV ist, das anständig über MV berichtet. Zeig mir mal regionale MV-Inhalte in NDR 2, die berichten ja selbst im Verkehrsfunk nur über die Hauptstrecken von MV und lassen alles andere weg.

von Nordhörer - am 16.03.2013 15:39
Zitat
Nordlicht2
Darum geht es ja gar nicht, der NDR macht es beim TV und mit NDR1 MV genau richtig, eben sehr gut. Warum nun sollte er im ueberregionalen Programm NDR2, weit ueber 80% seiner Hoerer mit Beitraegen aus MV ,nerven'. Staus gibt es in MV nunmal nur in der Urlaubszeit. Wie gesagt, mir ging es hier nur darum aufzuzeigen, dass MV beim NDR besser aufgehoben ist als beim rbb. Der Anteil von Meldungen aus MV beim rbb waere auf keinen Fall hoeher als bei NDR2. Hast du schon mal in MV gewohnt? Wenn ja weisst du wie vergleichsweise 'langweilig' es in MV ist. Dafuer gibt es aber schoene Landschaften und Platz auf der Autobahn.:-)


Dass es es mit Nordmagazin und NDR 1 MV redaktionell-inhaltlich gut macht, da stimme ich dir zu.

Dass MV inhaltlich beim NDR besser als beim rbb aufgehoben ist, mag sein, das kann ich nicht beurteilen.

Trotzdem ist NDR 2 für viele in MV gefühlt ein, na nennen wir es mal nicht Westsender, sondern Hamburg-Sender. Und was das Nerven von 80% seiner Hörer mit Beiträgen aus MV betrifft, dazu zwei Dinge: 1.) Der NDR hat aber den Auftrag, in seinen Programmen auch über MV zu berichten. Und 2.) Dann soll er eben Regionalschaltungen machen. Warum keine Regionalnachrichten in NDR 2? Warum keine regionalen Verkehrshinweise in NDR 2? Man könnte, wenn man wollte.

Ich spreche vor allem für NDS und HB: Da ist es definitiv so, dass viele Menschen im Nordwesten sich vom NDR vernachlässigt und von RB gut behandelt fühlen, sie sehen den RB und nicht den NDR als ihre Rundfunkanstalt an. Da gibt es sogar eine zig-seitige schriftliche Ausarbeitung, hab die mal hier oder im Paralleluniversum runtergelassen, hochinteressant. Die sagt genau das: Die Menschen im Nordwesten fühlen sich dem RB zugehörig und nicht dem NDR. Vom NDR sind viele im Nordwesten maßlos enttäuscht.

von Nordhörer - am 16.03.2013 15:59
Zitat
Nordlicht2
NDR2 hat regionalisierte Nachrichten, desshalb auch unterschiedliche SIDs je nach Bundesland bei DAB+. Das ist dir wohl entgangen weil du NDR2 gar nicht hoerst aber darueber schreibst oder wie darf ich das verstehen?

Zu dem gefuehlten NDR2 als Westsender aus Sicht vieler Leute in MV, stimm ich dir 100% zu. Aber ich bezweifle, dass es fuer Land und Leute besser waere, wenn man auch noch beim Radio auf einer Nostalgie und Ost >verbundenheitswelle schwimmen wuerde.

Wie es in der Gegend um Bremen herum aussieht kann ich nicht beurteilen.


Die regionalisierten Nachrichten von NDR 2 bestehen aber meines Wissens nach wie vor nur aus einem regionalisierten Wetterbericht vormittags und aus regionalisierten V-Tipps. Eine regionalisierte Nachrichtensendung gab es zumindest bis vor ein paar Jahren nicht und ich wüsste auch nicht, dass es sie jetzt gibt, ansonsten nenne mir bitte die Uhrzeit, damit ich sie mir anhören kann. (Ich gestehe, dass ich NDR 2 mittlerweile kaum noch höre.)

von Nordhörer - am 16.03.2013 16:20
Zitat
digifreak
NDR2 braucht kein Mensch mehr. Flachster Dudelfunk. Keine richtigen Nachrichten mehr, kein kompetenter flächendeckender Verkehrsfunk, keine ansprechende Musikauswahl, blödelnde Moderatoren und zudem grauenvolle Kompression und Soundverschlimmbesserung.


Welches Oeffentlich Rechtiche Dudelprogramm ist da besser? Bremen4 etwa? Deutlich andere Musik als N-Joy? Das ist allgemein ein Problem aller Oeffentlich Rechtlicher Radioprogramme, dass man sich leider im Zwang nach Einschaltquoten den Privaten angepasst hat. Was ich sowieso nicht verstehe, denn diejenigen die nicht gerne Rundfunkgebuehren zahlen meckern sowieso rum egal wie die Einschaltquoten sind. Na wenigstens gibt es bei DAB+ nun die Moeglichkeit auch wieder anspruchsvolleres Programm zu machen. Zumindest der NDR macht das dort auch.

von Nordlicht2 - am 16.03.2013 16:22
Zitat
fatal error
Wenn die Bremer und Umland so sehr ihr RB lieben, können sie sicherlich reichlich spenden um dessen Erhalt finanziell abzusichern
Diese Idee gab es damals sogar, siehe die von Nordhörer erwähnte "zig-seitige schriftliche Ausarbeitung". Soweit ich mich erinnere, habe ich die ein oder zweimal im Zusammenhang mit RB-Themen in diesem Forum verlinkt.

Zitat
fatal error
und dem Festhalten an defizitären Programmen
Eigentlich sind ja alle ö-r-Programme, die keine Werbung senden, "defizitär". Ohne den "Zuschuss" durch den Gebührenzahler gäbe es sie gar nicht.
Und man kann auch nicht jedes Ding in Deutschland vollkommen losgelöst von anderen Dingen betrachten - weder Bundesländer noch Landesrundfunkanstalten. Wenn es an der einen Ecke hängt hilft die andere und umgekehrt. An manchen Ecken hängt es sogar immer... Die Sache mit den Steuern am Wohnort wurde ja auch schonmal erwähnt, ohne diese Regelung wäre Bremen auch kein armes Land, das Hilfen benötigt (und erhält). Zwar mürrisch wurde in der Vergangenheit auch den "Vertriebenen" geholfen. Auch das könnte in der Zukunft wieder passieren, wenn NRW, Hessen und Bayern die ganzen angesoffenen Küstenbewohner (incl. Niederländern) aufnehmen müssen. Genau dafür haben wir ja einen Staat - ansonsten könnten wir auch die Kleinstaaterei incl. Schlagbäumen auf der Autobahn wieder einführen...

von iro - am 16.03.2013 16:28
Zitat
Nordlicht2
NDR2 hat regionalisierte Nachrichten, desshalb auch unterschiedliche SIDs je nach Bundesland bei DAB+. Das ist dir wohl entgangen weil du NDR2 gar nicht hoerst aber darueber schreibst oder wie darf ich das verstehen?

Zu dem gefuehlten NDR2 als Westsender aus Sicht vieler Leute in MV, stimm ich dir 100% zu. Aber ich bezweifle, dass es fuer Land und Leute besser waere, wenn man auch noch beim Radio auf einer Nostalgie und Ost Verbundenheitswelle schwimmen wuerde.

Wie es in der Gegend um Bremen herum aussieht kann ich nicht beurteilen.


Es geht mir auch gar nicht um (N)Ostalgie. Ich denke einfach, der NDR sollte - und jetzt meine ich die Hörfunkprogramme - mehr Regionalbezug in seinen Zentralprogrammen haben. Also z.B. auf NDR 2 zur halben Stunde richtige Regionalnachrichten aus dem jeweiligen Bundesland, meinetwegen 3 Minuten lang echte Niedersachsen-Nachrichten oder SH-Nachrichten oder HH- oder MV-Nachrichten, je nachdem, wo man sich aufhält / welche Frequenz man einschaltet. Auch NDR Info könnte deutlich mehr leisten, als es jetzt tut, meine ich. Und ja, auch auf N-Joy könnte man mehr Regional-News bringen.

Vorbildlich, um nicht nur zu meckern, finde ich im Übrigen die abendlichen Regionalmagazine im NDR-Fernsehen, das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

von Nordhörer - am 16.03.2013 16:30
Nochmal zu den Nachrichten aus MV. Es gibt dort im Vergleich meist sehr viel weniger interessantes zu Berichten. Uberspitzt formuliert wuerde ich sagen, in der Landespresse stehen Nachrichten, wie sie in Hamburg beispielsweise nur in den kostenlosen Stadtteilblaettern zu finden sind. Das faellt mir jedes mal auf wenn ich in MV bin und das mit Hamburg vergleiche oder wenn ich die Ostseewelle (Regional)Nachrichten hoere. Dann kommt es mir immer vor wie aus einer anderen Welt mit voellig anderen Wichtigkeiten. Das ist aber wohl in allen provinziellen Gebieten so, nicht nur in MV und koennte auch eine Erklaerung, nicht aber Entschuldigung, fuer die gefuehlte Vernachlaessigung des Weserraumes durch den NDR sein.

Ich hoere auch wenig NDR2, ich glaube die Regionalmeldungen kommen immer in den Nachrichten um halb.

von Nordlicht2 - am 16.03.2013 16:42
Zitat

Vorbildlich, um nicht nur zu meckern, finde ich im Übrigen die abendlichen Regionalmagazine im NDR-Fernsehen, das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben
:spos:
Ja, die haben sich sehr gemausert und der Nordwesten kommt auch darin vor. Zumindest buten und binnen muss der (weiteres)-Umland-Bremer nicht mehr unbedingt haben, zumal sich b-u-b auch mehr und mehr zu einem Lokalprogramm wandelt (das direkte Umland kommt aber noch drin vor). Die Identifikation mit RB im Nordwesten bezieht sich aber sowieso eher auf das Radioprogramm.

Zitat
nordlicht2
in der Landespresse stehen Nachrichten, wie sie in Hamburg beispielsweise nur in den kostenlosen Stadtteilblaettern zu finden sind. (...) Dann kommt es mir immer vor wie aus einer anderen Welt mit voellig anderen Wichtigkeiten
DAS könnte aber auch mit den Besitzverhältnissen der mecklenburgischen Presse"landschaft" zusammenhängen!

von iro - am 16.03.2013 16:43
Zitat
Kabelfuzzi
Das MDR Gebiet sollte ein Bundesland werden, wobei Anhalt sich auch zu Brandenburg voten könnte.

Hessen, RLP und Saarland wären ein Bundesland mit einer Anstalt.

Am Ende blieben Bayern, BW, NRW, RPH, THÜSA, BB, NDS und ggf. Hamburg mit SH als eigenes Bundesland, falls die nicht als Küstenland entweder mit NDS oder MV zusammen kämen.

Der wichtigste Punkt: Jedes Land muss seine Kosten selbst decken, wir brauchen einen Wettbewerbsföderalismus. Wenn am Ende bei jedem das Gleiche rausommt, wozu brauchen wir dann die ganzen Bundesländer mit ihren tausenden Ministerialbeamten?
Das wäre aber garnicht gut, denn man kann die Historie nicht einfach komplett neutralisieren.

Ich denke man sollte grundsätzlich die Zahl der Landesrundfunkanstalten und auch der Bundesländer schon beibehalten. Aber es würde eigentlich genügen wenn jede Landesrundfunkanstalt ein erstes Programm in Eigenregie produziert, und die zweiten bis fünften Programme als bundesweite Programme betrieben werden. Das würde nämlich wesentlich mehr Geld sparen.

Ähnlich sehe ich es mit den Bundesländern. Jedes Bundesland sollte so bestehen bleiben wie es ist (ausser eine Vereinigung von Berlin-Brandenburg, das würde durchaus Sinn machen, und würde auch von der Bevölkerung unterstützt werden). Aber es sollten einfach mehr Kompetenzen an den Bund verlagert werden. Auch das spart wesentlich mehr als Länderfusionen.

von Martyn136 - am 16.03.2013 19:18
Zitat
RheinMain701
Eine Möglichkeit gäbe es ja, Bremen um das Gebiet des ehemaligen Landes Oldenburg zu erweitern, das nach dem Krieg zwangsweise zu Niedersachsen geschlagen wurde. Mit den Metropolen Bremen, Oldenburg und Birkenfeld/Idar-Oberstein dürfte Radio Bremen dann weitgehend selbsttragend sein, und netto verändert sich an der Anzahl der Bundesländer auch nichts.

Oh nein, jetzt fängt das hier im Forum auch schon an... :bruell: Vielleicht bekommt dann ja Bremen einen Nationalpark anstelle von Rheinland-Pfalz. :D

Im Ernst: Niemand wird ernsthaft darüber nachdenken, seit Jahrzehnten festgesetzte Bundeslandstrukturen wegen einer kleinen, pleitebedrohten Rundfunkanstalt zu verändern. Im Übrigen zählt die Birkenfelder Region zu den strukturschwächsten Gebieten in Westdeutschland und nach der derzeitigen Rechtslage (viele Einwohner des Kreises arbeiten außerhalb, bspw. am Flughafen Hahn) würden bei Radio Bremen daher nur geringe Mehreinnahmen dazukommen.

von Hunsrücker - am 17.03.2013 09:26
Also Geschichte hin oder her, realistisch gesehen - um mal wieder etwas mehr topic zu werden ;-) - wird es am ehesten eine Möglichkeit geben, Niedersachsen und Bremen mit einer Zwei-Länder-Rundfunkanstalt zu versorgen. Landesgrenzen zu verändern ist völlig utopisch in diesem Zusammenhang.
Bei einer Anstalt für HB und NDS würde natürlich gleich zu Beginn die Diskussion losgehen, in welchem Bundesland die Zentrale der Anstalt sitzen würde. Aufgrund der derzeitgen Strukturen könnte man es tatsächlich so lassen, dass HB der Sitz würde und das Landesfunkhaus Hannover aufgewertet wird durch die Produktion mit 2 Hörfunkprogrammen und größere TV Strecken. Wäre am kostenneutralsten. Allerdings wird da NDS bestimmt nicht mitmachen wollen, da in dem Bundesland die meisten Gebührenzahler sitzen. Von daher wäre logisch gesehen somit Hannover sinnvoll und Bremen mit einem Landesfunkhaus für den Nordwesten (Bremen, Oldenburger Land, Ostfriesland) in welchem ebenfalls 2 Hörfunkprogramme produiziert werden und Teile des Fernsehprogrammes. In OS sowie GÖ und LG blieben ja die Studios erhalten. Ob man diese erhöht müsste offen bleiben, auch aufgrund der Kostensteigerungen, von daher sollte man dies zumindest anfangs so belassen.

von Jens1978 - am 17.03.2013 11:23
Es ist recht einfach,
Im Notfall wird der jeweils erfolgreiche Programm abgewickelt. RB1 ist sehr beliebt, habe es selbst dort erfahren. RB4 die professionelle Ausgabe von NoJoy. Also auch weg damit.
Meine Prognose : RB1 wird zu NDR1Bremen, mit erst 50, dann 5 KW. Fadenscheinige Ausagen werden sein, dass man auch mit weniger den gesamten Stadtbereich blablabla-.
RB4 wird zu NoJoy, mit auch 5 KW am Ende. Regional ? Ja, am Anfang. Die plattdeutsche Ansprache wird irgendwann wegfallen, weil der Hörer das so will [ selbstverständlich haben wir volles Verständnis für Ihre Kritik} . Letztlich wickelt man alles ab.

Und ab 2015 lesen wir : "Wir sind nach über 10 Jahre der Preisstabilität leider gewungen, die Gebühren von 18 Euro auf 22 Euro pro Monat anzuheben, damit die bekannte und unabhängige Grundversorgung und zudem staatliche Unabhängigkeit gewährleistet bleibt". Gähn.

von sup2 - am 17.03.2013 14:35
Zitat
sup2
Es ist recht einfach,
Im Notfall wird der jeweils erfolgreiche Programm abgewickelt. RB1 ist sehr beliebt, habe es selbst dort erfahren. RB4 die professionelle Ausgabe von NoJoy. Also auch weg damit.
Meine Prognose : RB1 wird zu NDR1Bremen, mit erst 50, dann 5 KW. Fadenscheinige Ausagen werden sein, dass man auch mit weniger den gesamten Stadtbereich blablabla-.
RB4 wird zu NoJoy, mit auch 5 KW am Ende. Regional ? Ja, am Anfang. Die plattdeutsche Ansprache wird irgendwann wegfallen, weil der Hörer das so will [ selbstverständlich haben wir volles Verständnis für Ihre Kritik} . Letztlich wickelt man alles ab.

Und ab 2015 lesen wir : "Wir sind nach über 10 Jahre der Preisstabilität leider gewungen, die Gebühren von 18 Euro auf 22 Euro pro Monat anzuheben, damit die bekannte und unabhängige Grundversorgung und zudem staatliche Unabhängigkeit gewährleistet bleibt". Gähn.


An eine Reduzierung der Sendeleistung glaube ich nicht, der NDR hat genug Geld und fährt auch NDR 90,3 mit 80kW, wodurch das Hamburger Landesprogramm in weiten Teilen von NDS, SH und MV zu empfangen ist. Und was N-Joy betrifft: Einen 100kw-Burner für N-Joy kann man doch gut gebrauchen. Nordwestradio wird enden wie einst die Ferienwelle in MV: Die wurde zum einstündigen Fenster "Live aus Rostock" innerhalb von N-Joy, das es inzwischen - glaube ich, weiß ich aber nicht genau - überhaupt nicht mehr gibt. So würde Nordwestradio dann wohl erst ein Fenster z.B. in NDR Kultur und irgendwann klammheimlich dann ganz eingestellt.

Ähnlich würde es wohl mit Bremen 4 kommen: Erst eine Stunde "Live aus Bremen" innerhalb N-Joy, und irgendwann dann ganz futsch.

von Nordhörer - am 17.03.2013 14:51
Zitat
RheinMain701
Mit den Metropolen Bremen, Oldenburg und Birkenfeld/Idar-Oberstein dürfte Radio Bremen dann weitgehend selbsttragend sein, und netto verändert sich an der Anzahl der Bundesländer auch nichts.


RheinMain701: Ich musste herzlich lachen, auch wegen den nachfolgenden Postings! In der Tat ist es so, dass solche jahrhundertealten Zugehörigkeiten auch heute noch in den Köpfen eine Rolle spielen. Hier ist mir das alte Ostfriesen-Posting wieder eingefallen. Heute noch ist in den Stadtchroniken, Heimatbüchern und im Hotel- und Gaststättengewerbe die alte Zeit noch gegenwärtig ("Restaurant Oldenburger Hof", "Coburger Eck" ). Noch heute werden im Kreis die St. Wendeler als "Coburger" bezeichnet. Und den gab es sogar schon zum Essen...

von Natrium - am 17.03.2013 19:04
Zitat
Marcus.
Sinnvoll wäre es MEV an den RBB anzuschließen um so diese Anstalt zu stärken und im Gegensatz Bremen aufzunehmen, denn RB ist ja defacto schon jz keine richtig eigene Rundfunkanstalt mehr.

Gar nichts wird passieren. Wirklich eingespart wird nur, wenn eine Anstalt verschwindet. Dann können Verwaltungs- (Doppel- )strukturen nach und nach aufgelöst werden. Und warum sollte man plötzlich nach über zwanzig Jahren in MV alles über den Haufen schmeißen, nur weil (Radio)Bremen chronisch klamm ist. Um dortige Besitzstände zu wahren? Sicher nicht. Auch, wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: Bremen will sein RB behalten? Da gibt es einen passenden Spruch: Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen. Kann er das nicht, muss er seine Ansprüche den (finanziellen) Realitäten anpassen. Es ist dem Steuerzahler und/oder dem Gebührenzahler nicht zu vermitteln, immer wieder herhalten zu müssen, um überholte ineffiziente und daher überteuerte Strukturen zu erhalten oder Luftschlösser zu bauen. Es ist Aufgabe der Ö/R Rundfunkanstalten, das Geld der Gebührenzahler in gutes Programm zu investieren und nicht in teure Selbstverwaltungen. Es ist sicher möglich, das erstere unter dem Dach des NDR weiter zu betreiben.
"Arm, aber sexy"? Das kennen wir von Berlin zur Genüge. Ich finde es schon schlimm genug, dass Politiker mit ihrer Unfähigkeit, mit dem Geld der Steuerzahler sparsam umgehen zu können, auch noch ungestraft kokettieren können.

von dlf-fan - am 17.03.2013 20:31
Zitat
Marcus.
Von den Kosten her würde es ja SInn machen, wenn RB sich dem NDR anzuschließen und MV damals dem RBB.
Mecklenburg-Vorpommern hat sich bewusst für den Anschluss an den NDR entschieden, und wird diesen bestimmt auch nicht mehr verlassen.

Und es macht ja auch sein, denn es fahren bzw. ziehen deutlich mehr Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg als nach Berlin.

Zitat
Marcus.
in HB hätte dann Bremen eins und Bremen vier alias NJoyy produiziert werden können.
bremen vier hat aber schon eine deutlich ältere Zielgruppe als N-Joy.

Von der Zielgruppe trifft bremen vier deshalb eher NDR 2.

von Martyn136 - am 18.03.2013 00:53
Zielgruppe Bremen Vier: 14-49 Jahre
Link: http://www.radiobremen-media.de/bremenvier.html
Zitat

Werbung auf Bremen Vier
Bremen Vier – Volles Programm

Bremen Vier ist das meistgehörte Programm in Bremen und Bremerhaven.
Eventorientiert, informativ und interaktiv für die jungen und junggebliebenen HörerInnen und Bremen und im angrenzenden Niedersachsen. Ein volles Programm mit den besten Hits der letzten 30 Jahre, mit aktuellen News, Service und Programmaktionen. Mit viel Comedy, frech, frisch, lebensfroh, informativ, aktuell, kritisch und querdenkend, echt und authentisch.


Profil-Informationen

Programm/Musik: Junge Popwelle mit AC-Format
Zielgruppe: 14 - 49 Jahre
Verbreitungsgebiet: Sendegebiet Radio Bremen
Bremen Vier ist Bestandteil von:
AS&S Radio Deutschland-Kombi
AS&S Radio Deutschland-Kombi Kompakt
AS&S Radio Deutschland-Kombi Young & Online
AS&S Radio Deutschland-Kombi Info
AS&S Radio West-Kombi
AS&S Radio Nord-Citykombi
AS&S Radio Nord-Kombi
AS&S Radio Nord-Kombi 14-49
Bremen Total


Zielgruppe N-Joy: 14-29 Jahre (bei Sendestart: 14-19 Jahre)
Link: http://www.ard.de/intern/abc/-/id=1643802/nid=1643802/did=1662270/1cc99pt/index.html#abcListItem_1662270
Zitat

Jugendwelle für das gesamte Sendegebiet des NDR, gestartet am 4. 4. 1994 als Angebot für die Zielgruppe der 14- bis 19-jährigen Hörer, bis September 2001 unter dem Namen N-Joy Radio, täglich rund um die Uhr verbreitet über UKW, DAB+, via ASTRA, DVB-S und im Internet.
N-JOY bietet in großflächigen Magazinen Kurzinformationen zu jugendkulturellen und sozialpolitischen Themen, dazu Comedy, Höreraktionen, eine regelmäßige Internetsendung und Gewinnspiele. Zwischen 5.30 und 9.00 Uhr gibt es halbstündlich, zwischen 9.30 und 1.30 Uhr stündlich »N-JOY News«, speziell für die Zielgruppe aufbereitete Nachrichten. Dazu unter der Woche um 19.30 Uhr »News aus Mecklenburg-Vorpommern« mit Reportagen und Infos aus der Region. Einmal monatlich ist am späteren Abend Hörspielzeit auf N-JOY. Musikalisch orientiert sich die Welle mit Rap, Hip Hop, Rock und Dance an einer möglichst breiten Mehrheit der angesprochenen Zielgruppe.

Der NDR selbst nennt es
Zitat

N-JOY ist das NDR Programm für junge Erwachsene, die Wert auf kompakte und nützliche Informationen legen, gepaart mit einem zuverlässigen Musikmix, der sich am Tagesablauf dieser Zielgruppe orientiert.


Zielgruppe NDR 2: Erwachsene, 30-55 Jahre
Link: http://www.ndrmedia.de/radio-werbung/ndr-2/

von iro - am 18.03.2013 12:07
Zitat

Objektiv sehen selbst die Fusionsgegner diesen Schritt aus wirtschaftlichen Gründen als unausweichlich an.
Man könnte auch eine Neuregelung des ARD-Finanzausgleichs als unausweichlich ansehen... Darauf zumindest setzt die Bremer Politik und der Landesrechnungshof - und ich auch ;) Ich habe auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn meine an den NDR gezahlten Gebühren direkt an Radio Bremen weitergereicht werden, schließlich sind das ja auch die Programme, die ich tatsächlich nutze...

Zitat

Ich finde N(o)-Joy richtet sich mittlerweile eher an die 40+ jährigen

Auf keinen Fall ;) Freiwillig kann ich mir das nicht antun. Und von den Beobachtungen her kommt das Programm wohl am besten bei den 12-15 jährigen an...

von iro - am 18.03.2013 13:37
Dank an den Gärtner von nebenan für diesen Link zur

Stellungnahme des Rundfunkrates zur Prüfungsmitteilung des Rechnungshofes der Freien Hansestadt Bremen zur wirtschaftlichen und finanziellen Lage Radio Bremens

Das wesentliche:
- Der Rundfunkrat folgt der Feststellung des Rechnungshofes, dass das Verteilsystem innerhalb der ARD so auszugestalten ist, „dass alle Landesrundfunkanstalten unabhängig von ihrer Größe eine auskömmliche Finanzierung erhalten."
- ...bittet darüber hinaus auch die in Bremen politisch Verantwortlichen (Senat und Bürgerschaft) um entsprechende Unterstützung im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und Möglichkeiten.


Wir befinden uns im Jahre 2013 n. Chr. Ganz Marschland ist von den HH-Hanoveranern besetzt... Ganz Marschland ? Nein! Ein von unbeugsamen Bremern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die hh-hanoveranischen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Demost, Wigaldinghus, Oosterholt-Scharmbeck und Siek liegen... ...denn: die Bremer haben noch genug Zaubertrank!

von iro - am 23.03.2013 22:51
Zitat
Zintus
Zitat
Marcus.
Das Problem beim NDR ist jaa, dass man bei NDR2, NDR Kultur und NDR Info komplett Norddeutschland abdecken muss.


Ist zwar ganz leicht off-topic, passt aber zu oben zitierten Posting: es gibt kein einziges NDR-Programm, das einwandfrei durchgehend auf der A31 zwischen Haren und Leer zu empfangen ist. Zwischen Lathen und Papenburg geht keine Frequenz störungsfrei, weder Lingen, noch Aurich, noch Steinkimmen. Erst ab Weener geht Aurich vernünftig. Das gilt zumindest für NDR2 und NDR1NDS.


Dürfte für NDR Kultur wahrscheinlich ähnlich sein. Der Grund ist ganz simpel. Aurich und Lingen liegen, was das "Berühren zweier Rundstrahl-Sendekreise" angeht, zu weit auseinander. Nördlich von Haren fällt Lingen allmählich weg, Aurich ist aber noch zu weit entfernt. Hier hilft in der Tat für einige Kilometer Steinkimmen aus. Ich habe mit meinem Degen mobil in einem Bus (gut abgeschirmt) keine Empfangslücken dank Steinkimmen feststellen können. Allerdings ist der Winkel zwischen Steinkimmen und der niederländischen Grenze nahezu "kilometergenau" abgestimmt, könnte man meinen. Schon kurz weiter westlich dürften sämtliche Sender aus Ganderkesee schnell zusammenbrechen. Auch könnten schwächere Autoradios, wie Du es schon richtig beschreibst, zwischen Deinen genannten Anschlussstellen Probleme haben, die Sender vernünftig zu empfangen.

Ein ähnliches Problem stellt sich in der westlichen "Landzunge" des Landkreises Grafschaft Bentheim dar. Westlich von Emlichheim hatte ich selbst mit meinem Bremen MP74 teilweise Probleme, die 15-kW-Sender aus Lingen mit RDS zu empfangen. In Laar bzw. Wielen ging RDS streckenweise oft über mehrere Kilometer nicht. Der DLF mit seinen 25 kW war aber auch nicht viel besser, zumal auf der 102.1 nebenan schon allmählich 538 aus Hilversum einstrahlt. Kurz: Für den Bereich westlich und nördlich von Lingen ist der "Großsender" eigentlich zu schwach eingestellt, dies dürfte sich aber aufgrund der Koordinierungen zu NL und NRW nicht groß verbessern lassen.

Dies wird allerdings zu OT hier. ;-)

von NurzumSpassda - am 24.03.2013 01:22
Zitat
Zintus
Ist zwar ganz leicht off-topic, passt aber zu oben zitierten Posting: es gibt kein einziges NDR-Programm, das einwandfrei durchgehend auf der A31 zwischen Haren und Leer zu empfangen ist. Zwischen Lathen und Papenburg geht keine Frequenz störungsfrei, weder Lingen, noch Aurich, noch Steinkimmen. Erst ab Weener geht Aurich vernünftig.

Das ist richtig, aber jetzt beschwert euch mal nicht. Bisher ging es auch ohne.
Würde der NDR in Papenburg Füllsender für NDR 1, NDR 2 und NDR Kultur aufschalten (freie Frequenzen wären dort sogar vorhanden), gäbe es hier einen Riesenaufschrei von wegen Überversorgung und so... ;)


Zitat
NurzumSpassda
Ein ähnliches Problem stellt sich in der westlichen "Landzunge" des Landkreises Grafschaft Bentheim dar. Westlich von Emlichheim hatte ich selbst mit meinem Bremen MP74 teilweise Probleme, die 15-kW-Sender aus Lingen mit RDS zu empfangen.

Gleiches gilt für evt. NDR-Füllfrequenzen in Emlichheim. Die ersten 10 Seiten NDR Bashing wären spätestens nach 3 Tagen voll. ;)



Zitat
iro
...denn: die Bremer haben noch genug Zaubertrank!

Da habe ich spätestens seit der Funkhausbesichtigung 2011 so meine Zweifel.

Wegen der im Vergleich zu den großen ARD-Anstalten sehr geringen Anzahl an (zahlenden) Rundfunkteilnehmern war Radio Bremen schon immer klamm und auf die Hilfe der großen Sendeanstalten angewiesen. Aber trotzdem schaffte man es jahtzehntelang finanziell "über die Runden" zu kommen und seinen Programmauftrag zu erfüllen.

In den 90er-Jahren produzierte man noch 4 Hörfunkprogramme, das TV-Regionalprogramm am Vorabend im Ersten, einen kleinen Teil des gemeinsamen III. TV-Programms N3 sowie 3% (nach dem Beitritt von mdr und ORB zur ARD dann noch 2,5%) des ARD-Gemeinschaftsprogramms.

Seit Ende der 90er-Jahre ging's dann mit Radio Bremen aber steil bergab!

Heute werden nur noch 2 ½ Radioprogramme (50% des Nordwestradios bezahlt der NDR) produziert, im von N3 zum NDR fernsehen umgewandelten 3. TV-Programm ist man abgesehen vom kleinen Regionalprogramm kaum noch präsent und der Anteil am ARD-Gemeinschaftsprogramm ist wie schon geschrieben auf kaum noch wahrnehmbare 0,75 % gesunken. Ohne die finanzielle Beteiligung anderer ARD-Anstalten wäre es noch weniger - gäbe es z.B. auch keinen Bremer "Tatort" mehr.

Der eigene Sendertechnik wurde 1999/2000 aufgelöst und die beiden eigenen Senderstandorte Bremen-Leher Feld und Bremerhaven-Bürgerpark aufgegeben und verkauft. Die beiden Funkhäuser für Radio und TV am Bremer Stadtrand wurden dann 2007 ebenso verkauft und am neuen Sitz in der Innenstadt zusammengefasst. Ohne eine einmalige Zuwendung (außerhalb des ARD-Finanzausgleichs) der großen ARD-Anstalten hätte Radio Bremen Bau und Umzug an den neuen Standort trotz der Veräußerung der beiden alten Funkhäuser (incl. Grundstücke) nicht geschafft. Und das obwohl das Bremer Funkhaus gegenüber so manchem Regionalstudio der großen ARD-Anstalten klein und überschaubar ist. Ähnlich schlanke Strukturen hat Radio Bremen auch im Organigramm. Auch da lässt sich kam noch etwas einsparen.

Aber wie soll es weitergehen? Die finanzielle Abwärtsspirale dreht sich weiter. Das Tafelsilber ist aber längst weg und Eigenkapital praktisch nicht mehr vorhanden. Und das Rezept für den Zaubertrank haben sie wohl auch schon lange vergessen. ;)

So hat Radio Bremen kaum noch eine Zukunft. Was bleibt sind Erinnerungen an bessere Zeiten wie den "Musikladen" (heute 18.45 h im RB TV).

von Manager. - am 24.03.2013 09:09
Zitat
iro
Der "Zaubertrank" bezieht sich eher auf den ungebrochenen Willen zum Erhalt der Eigenständigkeit von RB und die Unbeugsamkeit der Bremer in Fusionsfragen als auf schnöde Finanzfragen

Schon klar. Hatte ich auch so gemeint wie du.;)


Zitat
Thomas (Metal)
Die Zutaten für den Zaubertrank, hier das Geld, wachsen aber außerhalb der Stadtmauern.

Geld alleine genügt nicht. Sonst wären die Programme des WDR unschlagbar gut.



Auch früher war man bei Radio Bremen finanziell nicht auf Rosen gebettet, aber es reichte trotzdem zum (über)leben. Warum? Weil Radio Bremen "besser" war. Besser? Die Programme waren innovativer und kreativer als bei den Großen (NDR, WDR) und man traute sich früher als in den meisten anderen ARD-Anstalten neue Sendeformate auszuprobieren und hatte dadurch auch Erfolg (u.a. auch Werbeeinnahmen).

Heute sieht es bei Radio Bremen ähnlich aus wie beim anderen Bremer Identfikationsstifter Werder Bremen. Kein Geld, keine Ideen, kein Erfolg. Es geht schleichend abwärts...

von Manager. - am 24.03.2013 11:26
@ Manager:

Don't worry, das war kein "Meckern" oder "Bashing" meinerseits. Im Gegenteil. Ich wäre froh, wenn der WDR hier nicht so einen Overspill fahren würde. Da wäre mir "knappe, aber größtenteils passende" Koordinierung lieber. ;-)

Das wars aber auch meinerseits zum Thema NDR-Versorgung im westlichen Niedersachsen. Ich versuche jetzt auch, zum Thema zurückzukehren. :-)

Radio Bremen ist auch heute noch um Längen besser als der NDR. Allerdings - und das schreibst Du richtig - sind die Sendeformate nicht mehr wirklich neu. Und ich weiß nicht, ob die frühere Infrastruktur der Sender vielleicht durch eine Hintertür zu mehr Einnahmen geführt haben könnte (da ich nicht weiß, ob Bremen 3 Werbung geschaltet hat). Immerhin hatten die Frequenzen der Bremer Sender früher drei "mehrheitstaugliche" Programme (Bremen 1, 3 und 4). Jetzt sind es nur noch zwei, da Nordwestradio und Funkhaus Europa doch eher Minderheiten (aber auch das ist öffentlich-rechtlicher Auftrag und daher begrüßenswert) ansprechen.

von NurzumSpassda - am 24.03.2013 11:53
Zitat
Manager.
Würde der NDR in Papenburg Füllsender für NDR 1, NDR 2 und NDR Kultur aufschalten (freie Frequenzen wären dort sogar vorhanden), gäbe es hier einen Riesenaufschrei von wegen Überversorgung und so... ;)


Zitat
Manager.
Gleiches gilt für evt. NDR-Füllfrequenzen in Emlichheim. Die ersten 10 Seiten NDR Bashing wären spätestens nach 3 Tagen voll. ;)

Das liegt aber auch daran dass der NDR in letzter Zeit wirklich sinnlose Füllsender aufgeschaltet hat. Beispiel Bremerhaven: das ist doch ganz eindeutig RB-Sendegebiet, also hat der NDR da überhaupt nichts zu suchen, selbst wenn da Versorgungslücken wären (was sie nicht sind). Wieso kamen dann da überhaupt Funzeln hin?

von RheinMain701 - am 24.03.2013 12:03
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