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vor 5 Jahren, 3 Monaten
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vor 5 Jahren, 3 Monaten
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Kay B, WiehengeBIERge, Radio_DDR, 102.1, hit24_for_ever, Reinhold Heeg, iro, ruhrdx

AFN über Drahtfunk

Startbeitrag von Kay B am 25.03.2013 11:59

Auf dieser Seite
http://www.radiomuseum.org/forum/frequenzen_der_afn_sender_in_d.html
gibt es eine ältere Liste der AFN-Mittelwellenfrequenzen in Deutschland.

Bei einigen steht steht "Cable" dahinter.

Damit dürfte doch aber bestimmt nicht eine Verbreitung über den Kabelanschluß, sondern vielmehr ein Drahtfunk gemeint sein.

War AFN somit der letzte Drahtfunksender in Deutschland?

Wie funktioniert das eigentlich genau? Da wird doch ein handelsüblicher Mittelwellensender per Kondensator in das Stromnetz eingespeist. Welche Senderausgangsleistung kommt dafür meist zum Einsatz? Und wie macht man das mit der "Antennenanpassung", die es da in dieser Form ja nicht gibt?

Antworten:

Der RIAS ging als DIAS (Drahtfunk Im Amerikanischen Sektor) auf Sendung. Genutzt wurden die noch intakten Telefonleitungen in Berlin. So wird man das auch mit dem AFN gemacht haben.
Mahlzeit
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 25.03.2013 12:07
Ich denke, dass der Drahtfunk nur fuer einen ausgewaehlten Nutzer und Subscriber-Kreis vorgesehen ist, vermutl. auch militaerische Gruende oder einer Versorgung in Not-Zeit, wenn jeben Sendeanlagen durch Kriegshandlungen ausser Betrieb gesetzt werden.

Nachdem sich RIAS allerdings deutschsprachig an die Berliner Bevoelkerung wandte, war man vermutl. relativ bald ueber den Aether praesent. Schliesslich wollte man auch ein Publikum erreichen, dass nicht in der US-Zone lag.

von 102.1 - am 25.03.2013 14:00
Die Frequenztabelle im obigen Link hat den Stand 1990.

Daß man nach dem Krieg in einer fast zerstörten Infrastruktur Drahtfunk betrieben hatte, war ja nachvollziehbar.

Aber interessant ist, daß AFN das offensichtlich im Jahr 1990 noch gemacht hatte.

Auch im Jahr 2000 stand in der Frequenztabelle auf der damaligen AFN-Webseite noch Amberg mit 1234 kHz gelistet, was in kein übliches Frequenzraster paßt und angeblich auch über "Cable" gelaufen sein soll.

von Kay B - am 25.03.2013 17:02
Seit 1999 gab es aber statt Drahtfunk dann DSL auf den Leitungen in den gleichen Frequenzbereichen. Schließlich haben sich die Leitungen ja jahrzehntelang dafür bewährt.
Selbst zu Drahtfunkzeiten gab es schon die heute üblichen "Splitter", die in Fernsprechsignal und Drahtfunk trennten.

von Radio_DDR - am 25.03.2013 18:36
Zitat
Radio_DDR
Seit 1999 gab es aber statt Drahtfunk dann DSL auf den Leitungen in den gleichen Frequenzbereichen. Schließlich haben sich die Leitungen ja jahrzehntelang dafür bewährt.
Selbst zu Drahtfunkzeiten gab es schon die heute üblichen "Splitter", die in Fernsprechsignal und Drahtfunk trennten.


in Italien gibt es noch ein bestehendes Drahtfunk-System [http://it.wikipedia.org/wiki/Rai_Filodiffusione] [http://de.wikipedia.org/wiki/Drahtfunk_in_Italien]. Das dürfte sich dann ja eigentlich mit DSL nicht vertragen..

von ruhrdx - am 25.03.2013 19:32
in der CH gabs lange noch Drahtfunk ueber LW, einen Thread dazu hat's bereits mal gegeben.

von 102.1 - am 25.03.2013 19:36
Die RAI hat dazu auch einen ausführlichen Artikel im Netz stehen: http://www.radio.rai.it/filodiffusione/tecnica.cfm
Eine Übersetzung durch Google lässt sich sogar durchaus als lesbar bezeichnen!
Der schweizer Telefonrundspruch wird dort auch erwähnt.

von iro - am 25.03.2013 19:45
Zitat

Da wird doch ein handelsüblicher Mittelwellensender per Kondensator in das Stromnetz eingespeist.

Eher per Übertrager...

von WiehengeBIERge - am 30.03.2013 09:23
Wenn du mit "Übertrager" Trafo meinst, dann müßte man doch den bereits auf dem Kabel fließenden Strom mit der HF modulieren. Oder ist das nicht so?

von Kay B - am 30.03.2013 18:23
Was anderes ist es doch auch nicht. Wo heute noch angewandt, werden auch die Rundsteuersignale (z.B. zur Umschaltung HT/NT oder Straßenbeleuchtung) im "LW-Bereich" in den Umspannwerken wahlweise Übertragern oder über Kapazitäten so aufmoduliert.

von Radio_DDR - am 30.03.2013 20:02
@ Kay B
Zum Begriff Übertrager siehe http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertrager .
Den auf dem Kabel fließenden Strom (oder auch die Spannung) kannst du nicht mit der HF modulieren, da die Trägerfrequenz nicht niedriger sein kann als die Frequenz der Modulation ;-).
Du kannst sie nur überlagern.

von WiehengeBIERge - am 30.03.2013 22:29
@ WiehengeBIERge

Zitat

Den auf dem Kabel fließenden Strom (oder auch die Spannung) kannst du nicht mit der HF modulieren, da die Trägerfrequenz nicht niedriger sein kann als die Frequenz der Modulation ;-).


Ich meinte das so, daß mit einem Transformator die 50-Hz-Schwingung von einer - sagen wir 600-kHz-Schwingung - überlagert wird, sodaß es so ähnlich wie hier
http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/2-Sinus.jpg
(Bildquelle: http://www.hno-vahle.de/das-innenohr-nur-ein-mikrophon/ )
aussieht.

Deswegen habe ich ja auch geschrieben "mit der HF modulieren" (auch wenn das blöd ausgedrückt ist).

Im Gegensatz zu einem Transformator müßte bei der Einkopplung der HF auf die Stromleitung über einen Kondensator die 50-Hz-Schwingung unangetastet bleiben. Oder nicht?

von Kay B - am 30.03.2013 23:37
Zitat

Ich meinte das so, daß mit einem Transformator die 50-Hz-Schwingung von einer - sagen wir 600-kHz-Schwingung - überlagert wird, sodaß es so ähnlich wie hier
http://www.hno-vahle.de/wp-content/uploads/2-Sinus.jpg
(Bildquelle: http://www.hno-vahle.de/das-innenohr-nur-ein-mikrophon/ )
aussieht.

Deswegen habe ich ja auch geschrieben "mit der HF modulieren" (auch wenn das blöd ausgedrückt ist).

Das ist nicht blöd ausgedrückt, sondern nur falsch ausgedrückt ;-). Modulieren und Überlagern ist etwas unterschiedliches.

Quelle: http://www.elektroniktutor.de/

Zitat

Im Gegensatz zu einem Transformator müßte bei der Einkopplung der HF auf die Stromleitung über einen Kondensator die 50-Hz-Schwingung unangetastet bleiben. Oder nicht?

Nein, da passiert genau das Gleiche. Wenn du zwei Signale verschiedener Frequenz zusammen auf eine Leitung gibst, kann zwangsläufig die 50 Hz-Schwingung nicht unangetastet bleiben. Würde diese unangetastet bleiben, dann kämen auch nur 50 Hz am Ende heraus ;-).

von WiehengeBIERge - am 31.03.2013 08:44
@ WiehengeBIERge

Zitat

Nein, da passiert genau das Gleiche. Wenn du zwei Signale verschiedener Frequenz zusammen auf eine Leitung gibst, kann zwangsläufig die 50 Hz-Schwingung nicht unangetastet bleiben. Würde diese unangetastet bleiben, dann kämen auch nur 50 Hz am Ende heraus ;-).


Dann müßten sich doch aber mehrere verschiedene Hochfrequenzen, die über ein Antennenkabel geführt werden, auch gegenseitig beeinflussen.

Wie gesagt, ich hatte das mit dem Drahtfunk bisher immer so verstanden, daß das Stromnetz auch als "Antennenkabel" mißbraucht wird, sodaß beim Kunden einerseits die Wechselspannung mit 50 Hz und andererseits die HF anliegen.

von Kay B - am 31.03.2013 12:51
In der Frequenz und Amplitude ändert sich das 50 Hz "Signal" ja auch nicht (auch in deinem Bild oben nicht), sie beeinflussen sich auch nicht gegenseitig. Egal ob per Übertrager oder Kondensator, die Spannung sähe in beiden Fällen so aus:


Ich verstehe nicht, was du mit "unangetastet bleiben" meinst. wenn die 50 Hz unangetastet bleiben, dann kommen auch nur 50 Hz raus.

Stelle dir mal vor, du siehst die das Signal einer Antenne (Antennenspannung) oder des Kabelfernsehens per (geeignetem) Oszilloskop an.
Der Einfachheit halber nehmen wir mal einfach nur zwei unmodulierte Träger auf 20 MHz und einen auf 100 MHz an (der große Frequenzunterschied soll der Deutlichkeit dienen).
Dann sähe dein Bild auf dem Oszilloskop (also die Spannung) so aus:
[attachment 1297 sinus.gif]

Die beiden Signale selbst ändern sich nicht und beeinflussen sich auch nicht gegenseitig. Das Oszillogramm ist ja ein "Abbild" des Spannungsverlaufes, das muss man sich klar machen. Und es kann zu einem bestimmten zeitpunkt immer nur eine bestimmte Spannung auftreten, nicht aber zwei gleichzeitig ;-).

von WiehengeBIERge - am 31.03.2013 13:20
Hallo,
ich habe mich im Zuge einer Seminararbeit mit der Tonfrequenz-Rundsteuerung beschäftigt und möchte hierzu anmerken:
Die TRA arbeitet bei sehr niedrigen Frequenzen im Bereich 150 Hz bis 2500 Hz. Beispiel: Allgäuer Überlandwerk hat die TRA bei 183,3 Hz. Die Frequenzen sind immer so gewählt, dass die Harmonischen sowohl der TRA als auch der 50 Hz Netzfrequenz nicht zusammenfallen. Eingekoppelt wird das ganze über einen Schwingkreis mit Koppeltransformator, also eine induktive Einkopplung.

Ich könnte mir gut vorstellen, so auch Hörfunkwellen ins Netz einzukoppeln, natürlich unter der Berücksichtigung von Harmonischen...

von hit24_for_ever - am 31.03.2013 13:24
Danke, jetzt habe ich es kapiert, wie das dann aussieht. :spos:

Hätte man auf einem HF-Kabel einen 1-MHz-Träger und dann von 100 bis 1000 MHz alle, sagen wir 10 MHz, einen Träger, dann hätte man auf dem Oszilloskop (mal angenommen, daß es Frequenzen bis 1000 MHz darstellen kann) eine dicke Wurst, um den 1-MHz-Träger.

von Kay B - am 31.03.2013 13:27
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