Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren
Beteiligte Autoren:
RichtungBerlinRadiohörenderSachse, FunkTom

Geerdeter Referenzsound – Deutschlandradio Berlin bis 2004

Startbeitrag von RichtungBerlinRadiohörenderSachse am 26.03.2013 19:00

Zu Unrecht unbeachtet ging im Laufe des Jahres 2005 dieser aus meiner persönlichen Sicht einmalig exzellente Radiosound in der Nach-DSR-Ära den Bach runter.

Um bei den gelegentlichen Klangdiskussionen einen geeigneten Maßstab zugrunde legen zu können, hier mal der Versuch, an Hand von paar Beispielen einen geeigneten Referenz- Bezug für einen anzupeilenden Radio-Sound vorzuschlagen:

http://www.imagenetz.de/fd8459095/1h_Klangprobe_DRadioBerlin_bis2004_alsReferenzsound.mp3.html

Auch wenn dieses Radio heute vergleichsweise immer noch sehr gut klingt, wird der Verlust an Klangqualität meines Erachtens dennoch sehr deutlich. Damals klang es auch bei 256k/s noch wie im echten DSR-Paket.

Eine Schar vibrierender Sinusse war jeder für sich noch glänzend und sauber, ein Rechteck blieb ein Rechteck. Die laut-leise-Dynamik war da und nicht im Vergleich zu heute so ein feinschmirgliger gestauchter leicht verwaschener Sound, der bei Klangfülle vollends matscht. Da ist bis heute (scheinbar auf Grund der fortschreitenden Digitalisierungen) schon einiges klangtechnisch hochwertiges Porzellan zerschlagen worden – und das sowohl bei Sprache, als auch bei Musik.

Mittlerweile sind bei den D-Radios die Grenzen immer häufiger spürbar. Ein Cembalo (wenn es nicht gerade ganz allein für sich bleibt) kann man kaum noch senden, vielfach klingt es echt gruselig.

Dieser Mix an Klangausschnitten von vor 2005 enthält allerdings kaum Klassik. Mir ging es damals darum, auf Grund des rasant fortschreitenden Niedergangs im populäreren Sektor (wider jede Logik sogar auf den digitalen Wegen) die letzten Refugien vernünftigen Radiohandwerks zu sichern und etwas davon zu erhalten. Daher möchte ich gern ich hier einiges davon querbeet zur Erinnerung und Begutachtung mal vorstellen.

Dieser weit offene saubere Radiosound, wo man die Höhen weit aufdrehen konnte und wo dennoch kein zerhacktes Gezischel den körpereigenen Limiter zum Wahnsinn treibt, machte wirklich noch Spaß. (Zudem werden viele gar nicht wissen, welches Spektrum an Inhalten man beim D-Radio Berlin abseits der Klassik noch im Angebot hatte.)

Ohne Klangbeeinflussung war es seinerzeit sicher auch nicht gewesen, aus meiner Sicht aber um Welten besser abgestimmt und weniger durch den digitalen Wolf gedreht. Aber vielleicht habt Ihr andere Ohren, die Wahrnehmung ist ja stets sehr subjektiv.

[Falls dies als separater Beitrag nicht laufen darf, bitte in die laufenden Klangdiskussionen verschieben – konnte mich selbst nicht entscheiden.]

Die zusammengestellten Klangbeispiele (Sprache und Musikausschnitte) dienen ausschließlich dem Zweck der Veranschaulichung dieser Thematik!

Antworten:

Das kann ich nur unterstreichen.

Komprimiert wurde auch damals schon, aber dezent, was man auch hörte (wie man es in einer E-Mail von Deutschlandradio ausdrückte).

Jetzt wird stärker komprimiert, dazu werden die Höhen akzentuiert.
Bei den Abendsendungen, die auch SR 2 überträgt, kann man es (digital) gut vergleichen: Beim Saarländischen Rundfunk klingt es perfekt. Das Soundprocessing beim DRadio ist dann schon verblüffend deutlich. Mir fällt es besonders bei Sprache auf.

von FunkTom - am 01.04.2013 19:49
Just in diesem Moment: Cembalo-Grusel-Sound im DLF

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 10.04.2013 20:31
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.