Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
250
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
Zwölf, Spacelab, Kay B, Manfred Z, iro, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, DigiAndi, RheinMain701, Seltener Besucher, Bolivar diGriz, ... und 54 weitere

ARD will ÖR Digitalkanäle verschmelzen, ZDF lehnt ab

Startbeitrag von CBS am 15.04.2013 19:19

ARD: http://www.presseportal.de/meldung/2451164/t
ZDF: http://www.presseportal.de/pm/7840/2451232/zdf-weist-ard-vorschlaege-zur-zukunft-der-digitalkanaele-zurueck

Ich habe mich an die ZDF Digitalkanäle gut gewöhnt. Bitte nicht abschaffen oder zu irgendwas verschmelzen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Im Zeitalter wo analoges Antennen- und Satellitenfernsehen schon längst abgeschaltet ist, und nun durch die fallende Grundverschlüsselung auch beim Kabel die Bedeutung des Analogfernsehens schwindet, macht eine Unterscheidung in Digitalprogramme eigentlich eh keinen grossen Sinn mehr. Kennzeichen ist eher das bei den Digitalprogrammen Nachrichten und Journale fehlen.

Aber Hauptproblem der öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle ist es ihnen jegliches Profil und Format fehlt, und es es für viele Sparten gleich drei Programme gibt, z.B. Phoenix tagesschau24 ZDFinfo oder arte EinsFestival ZDFkultur, es für andere Sparten wie Sport aber garkein eigenes Spartenprogramm gibt.

Generell denke ich wäre folgende Aufteilung am sinnvollsten:



AW: ARD will Digitalkanäle reduzieren - Zusammenlegung mit ZDF
Ich denke der Begriff "Digitalprogramm" heutzutage nicht mehr so toll. Denn analoges Antennen- und Satellitenfernsehen ist ja komplett abgeschaltet, und nachdem jetzt auch im Kabel die Grundverschlüsselung fällt, spielt Analogempfang eh keine grosse Rolle mehr.


Generell denke ich sollte man sich als öffentliche-rechtlicher Rundfunk eher so organisieren:

1. Programm: Typisches öffentlich-rechtliches Programm wie die ARD
2. Programm: Vollprogramm mit Schwerpunkt auf Unterhaltung für jüngere Zuschauer wie ORF1 oder SF2
3. Programm: Vollprogramm mit Schwerpunkt auf Unterhaltung für ältere Zuschauer, zeitweise Regionalmagazine
4. Programm: Nachrichten- und Ereigniskanal wie Phoenix
5. Programm: Kinderkanal
6. Progarmm: Sportkanal (damit zu EM/WM und Olympia nicht die Hauptprogramme so stark versportet werden)

ulturelle Inhalte die bei der ARD keinen Platz finden können zu den Gemeinschaftsprogrammen 3sat und arte ausgelagert werden, Dokus in da Nachtprogramm von Phoenix (vorallem Gesichtsdokus) oder des Sportkanals (vorallem Technikdokus)

Damit hätte man dann so gut wie alle Inhalte und Zielgruppen abgedeckt, und eine Vernünftige Sortierung geschaffen.

von Martyn136 - am 15.04.2013 23:41
zdf.kultur ist schon anders ausgerichtet als arte, EinsFestival habe ich bisher eher als Wiederholungskanal für Filme und Dokus der ARD wahrgenommen. Diese Ablehnung des ARD-Vorschlags erinnert mich allerdings eher an ein Sandkastenspiel - "nimm du mir bloß nicht mein Förmchen weg!" Genauso könnte man natürlich auch den ÖR Rundfunk neu organisieren. Ich finde das Organisationsmodell der BBC gar nicht verkehrt:

Nationales Infoprogramm: DLF (ähnlich BBC 4 / 5)
Nationales Kulturprogramm: DRadio Kultur
Nationales Klassikprogramm (ähnlich BR Klassik)
BR, WDR usw. als Regionalfenster mit je EINEM Programm
Sportprogramme, Bundestag etc. in einem bundeseinheitlichen Eventkanal, einer Art erweitertem Dokumente und Debatten
als anspruchsvollen Wortkanal ein verbessertes DRadio Wissen mit Features, Dokumentationen und langen Hintergrundsendungen (z.B. HR2 Der Tag, WDR5Dok) aller ÖR zusammengefasst.
eine nationale Popwelle wie BBC1
eine nationale Jugendwelle wie BBC 1xtra
meinetwegen auch eine nationale Schlagerwelle wie BBC2

Was ich damit sagen will: Bevor sich zum Beispiel YOUfm und DasDing gegenseitig über Frequenzumwidmungen Hörer abjagen wollen (siehe youfm und hr2) und nicht über Synergie-Effekte im eigenen Haus diskutiert wurde, sollte man nicht auch noch dem ZDF Sparvorschläge machen - das zieht doch gerade schon die Konsequenzen.

von rolling_stone - am 16.04.2013 07:27
Was diskutiert ihr hier eigentlich? Vorstellungen aus Wolkenkuckucksheim?

Wer die politischen Realitäten in diesem Land (Föderalismus!) nicht ausreichend berücksichtigt, den kann ich einfach nicht ernst nehmen.

Und die Antwort des ZDF - unter Berücksichtigung der politischen Vorgaben - ist doch deutlich genug. Auszug:

Zitat

Das ZDF nimmt die ARD-Vorschläge zur Zukunft der Digitalkanäle zur Kenntnis. Es ist zwar nachvollziehbar, dass sich die ARD am Erfolg der ZDF Digitalkanäle ZDFneo und ZDFinfo beteiligen möchte, die beide mit 0,9 und 0,6 Prozent Marktanteil weit mehr Zuschauer erreichen als die Digitalableger der ARD. Das ZDF sieht in dem Vorschlag aber keine Sparpotentiale, sondern lediglich kompliziertere Strukturen.


Das ist genau die Klatsche, die die ARD mit ihren schwerfälligen und von Eigenbrötlertum geprägten Abstimmungen zwischen den einzelnen Anstalten verdient.

Zitat

Das ZDF lehnt daher den Vorschlag der ARD ab und regt im Gegenzug an, über eine andere Aufgabenverteilung nachzudenken. Danach könnte die Zielgruppe der Jugendlichen mit einem Jugendkanal der ARD versorgt werden, während das ZDF mit den Informations- und Unterhaltungsangeboten in ZDFneo und ZDFinfo stärker die 30- bis 50-Jährigen adressiert. Grundsätzlich bedürfen solche weitreichenden Veränderungen der bestehenden gesetzlichen Programmaufträge einer intensiven Diskussion und Abstimmung mit den Bundesländern und den Gremien.


Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wir brauchen keine komplizierteren, sondern einfachere Strukturen beim Rundfunk!

Übrigens sollte man nicht davon ausgehen, dass der Rundfunkbeitrag durch Einsparungen bei den sogenannten Digitalkanälen erheblich gesenkt werden könnte.

von Manfred Z - am 16.04.2013 07:53
@ Mathias Volta

Zitat

Besser wäre es, ARD oder ZDF entsprechend zu verjüngen, wie in Österreich und anderen Ländern üblich und nicht nur einen Jugendspartenkanal, der nicht überall voll empfangbar ist.


Das große Problem dabei ist, daß wir Deutschen uns trotz Eurokrise und stark rückgängier Bevölkerungszahlen neben der jeweiligen ARD-Landesanstalt zwei weitere Anstalten (ZDF und die beiden Deutschlandradios) leisten.

Zumindest was ARD und ZDF angeht, läuft es da ab wie im Kindergarten. Schafft die ARD ein neues Angebot, braucht es das ZDF auch und umgekehrt. Da ist eine Aufgabenteilung also nicht zu erwarten.

Alle öffentlich-rechtlichen Anstalten sollten deshalb endlich mal unter der ARD zusammengefaßt werden. Und dann könnte man die Aufgaben innerhalb dieser neuen ARD auch neu verteilen. Eben z.B. Das Erste für Kultur, Informationen und Seniorenunterhalten sowie das ZDF dann als deutsches ORF 1. Es stellt sich halt nur die Frage, ob ARD und ZDF ihren Ruf als Seniorensender überhaupt wieder irgendwie loswerden.



Zitat

Im Moment laufen gerade abends beim groben Durchschalten auf beiden Sendern gleichzeitig gefühlte 44.000 Polit-Talkshows. :rolleyes:


Es ist vor allem die Prime Time, die man bei den Öffentlich-Rechtlichen in Bezug auf Unterhaltung völlig vergessen kann. Irgendwelche Serien für reifere Frauen oder Schunkelmusik im Ersten, Rosamunde Pilcher oder irgendsoeine andere Probleme-der-Oberschicht-Serie auf ZDF, Hansi Hinterseer auf MDR... Einzig brauchbar sind dann noch Dokus auf ZDF info.

Richtig gute Blockbuster sind dann auf allen möglichen öffentlich-rechtlichen Kanälen irgendwo im Nachtprogramm versteckt.



@ delfi

Zitat

Es geht auch anders. Mehr zahlen und nur einen Bruchteil an Programmen dafür bekommen. So wie etwa in Österreich.


Du siehst das quantitativ. Jemand, der nicht auf die Seniorenunterhaltung von ARD und ZDF steht, findet bei ORF 1 gefühlt tausend Mal mehr Inhalt.

Das Durchschnittsalter des ZDF liegt bei 61 Jahren!
( http://de.wikipedia.org/wiki/ZDF#Zuschauer )
Das sagt irgendwie alles.

Wäre unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk tatsächlich so toll, wie er hier oftmals hochgelobt wird, dann hätten RTL und Co. mit ihren nervigen Inhalten (unerträgliches Trailergeballere nach dem Werbeblock, ekelhaftes Soundprocessing, nervige animierte Einblendungen mitten im Spielfilm) nicht solche immens hohen Zuschauerzahlen.

Ich weiß, jetzt gibt es hier gleich wieder Schelte, da die öffentlich-rechtlichen doch eine ausführliche und objektive Berichterstattung und interessante Dokumentationen bieten. Das ist ja alles richtig, aber für den Großteil der Zuschauer ist Fernsehen nunmal hauptsächlich Unterhaltung, was der Erfolg von RTL & Co. eindeutig belegt.

Wenn sich die Öffentlich-Rechtlichen nur direkt als Anbieter für Kultur und Informationen profilieren wollen, dann sollen sie das tun. Aber indem sie das auf einen oder zwei Sender konzentrieren. Momentan ist es so, daß irgendwie fast alle Inhalte über alle Sender verteilt sind.

von Kay B - am 16.04.2013 08:20
Zitat
Kay B
Wäre unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk tatsächlich so toll, wie er hier oftmals hochgelobt wird, dann hätten RTL und Co. mit ihren nervigen Inhalten (unerträgliches Trailergeballere nach dem Werbeblock, ekelhaftes Soundprocessing, nervige animierte Einblendungen mitten im Spielfilm) nicht solche immens hohen Zuschauerzahlen.

Ich weiß, jetzt gibt es hier gleich wieder Schelte, da die öffentlich-rechtlichen doch eine ausführliche und objektive Berichterstattung und interessante Dokumentationen bieten. Das ist ja alles richtig, aber für den Großteil der Zuschauer ist Fernsehen nunmal hauptsächlich Unterhaltung, was der Erfolg von RTL & Co. eindeutig belegt.


Anscheinend ist auch unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk tatsächlich toll, schließlich muss sich dessen Marktanteil keinesfalls hinter dem von RTL & Co. verstecken.
Fernsehjahr (Sep. 2011 – Mai 2012)
ARD 11,8
ZDF 12,1
RTL 13,6
SAT1 10,2

letzte Woche
ARD 10,3
ZDF 13,0
RTL 13,8
SAT1 9,6
(jeweils: Prozent, Zuschauer ab 3 Jahren bis scheintot)

In der Gruppe 14-49 sieht das freilich anders aus, nur: die wird schon im Jahr 2030 keine Rolle mehr spielen.

von iro - am 16.04.2013 10:25
Eh Komisch. Wenn ein Radiosender nur Musikkonserven runternudelt und gerade deshalb Hörer anzieht, dann wird das als Konservenradio kritisiert. Wenn Pro7 oder RTL2 nur Filmkonserven runternudeln, dann wird auf Basis derer Einschaltquoten seriöses Fernsehen wie 3SAT, Phoenix oder ARTE kritisiert, weils ja so wenige nutzen würden.

Man sollte sich hier endlich mal von dem Gedanken trennen, dass hohe Einschaltquoten zwecks Erzielung von Werbeeinnahmen der primäre Auftrag öffentlich-rechtlicher Anbieter sind.
Gerade die Übertragung von Inhalten, denen die notwendige Zuschauerbasis für eine privatwirtschaftliche Finanzierung, sollte doch primär das Betätigungsfeld der ÖRs sein. Daher halte ich gerade die vielen Spartenkanäle für sinnvoll und sogar ausbaufähig. Nicht unbedingt sinnvoll ist es, so Dinge wie Bundesliga, UEFA-Cup oder Champions League bei ÖRs zu übertragen. Damit läßt sich auch Geld verdienen, das muß man nicht aus Gebühren finanzieren. Das gilt auch für viele Unterhaltungsformat - die ja quasi nach Feierabend zum Entspannen und Abschalten konsumiert werden, und eben NICHT zur geistigen Betätigung.
Bildung, Kultur und profunder Journalismus ist erwiesenermaßen etwas, was kommerzielle TV-Anbieter nicht wirklich beherrschen. Darüber können auch halbgare Pseudo-Angebote wie NTV nicht hinwegtäuschen.

von DH0GHU - am 16.04.2013 10:39
Inzwischen hat sich auch DIE LINKE in Sachsen-Anhalt zum Thema zu Wort gemeldet. Ich ignoriere das mal.

----------------------------------------------------------

Aufgrund der Kritik des VPRT habe ich noch einmal einen Blick in den Rundfunkstaatsvertrag geworfen. Ergebnis: Dem ZDF ist bei seiner ablehnenden Haltung gegen eine zusätzliche Zusammenarbeit mit der ARD voll zuzustimmen.

Alle in D'land zu veranstaltenden öffentlich-rechtlichen Programme sind im RStV aufgelistet. Und da steht nichts von gemeinsamen Digitalkanälen. Der gesetzliche Auftrag von ARD und ZDF besteht bis auf Weiteres darin je "drei Programme als Zusatzangebote nach Maßgabe der als Anlage beigefügten Konzepte" zu veranstalten:

Zitat

§ 11b Fernsehprogramme

(1) Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten veranstalten gemeinsam folgende Fernsehprogramme:
1. das Vollprogramm „Erstes Deutsches Fernsehen (Das Erste)“,
2. drei Programme als Zusatzangebote nach Maßgabe der als Anlage beigefügten Konzepte, und zwar die Programme
a) „EinsExtra“,
b) „EinsPlus“ und
c) „EinsFestival“.

(3) Das ZDF veranstaltet folgende Fernsehprogramme:
1. das Vollprogramm „Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)“,
2. drei Programme als Zusatzangebote nach Maßgabe der als Anlage beigefügten Konzepte, und zwar die Programme
a) „ZDFinfokanal“,
b) „ZDFkulturkanal“ und
c) „ZDF-Familienkanal“.

(5) Die analoge Verbreitung eines bislang ausschließlich digital verbreiteten Programms ist unzulässig.


Der VPRT behauptet nun penetrant, das ZDF verstoße mit der Änderung des Familienkanals in ZDF_neo permanent gegen den RStV. Die Beschreibung des Familienkanals in der Anlage zum RStV beweist das Gegenteil. Der Familienkanal ist vom Gedanken getragen,

"die Zuschauer, die sich aufgrund ihres Alters, ihrer Lebensgewohnheiten und ihrer medialen Sozialisation im Rahmen des ZDF-Hauptprogramms nur teilweise mit ihren spezifischen Bedürfnissen wiederfinden, an ein wertehaltiges öffentlich-rechtliches Programmangebot heranzuführen und sie dauerhaft zu binden. Schema-, Programm- und Formatgestaltung sollen passgenau den Tagesablauf sowie die Sehbedürfnisse junger Familien berücksichtigen."

Damit erteile ich dem VPRT die gelbe Karte.

Ebenso erhalten die Intendant(inn)en der ARD die gelbe Karte, weil sie sich anmaßen selbst über ihren gesetzlichen Auftrag bestimmen zu wollen, anstatt das zu tun, was der RStV und die Gesetze und Staatsverträge über die Landesrundfunkanstalten (z.B. NDR-Staatsvertrag, WDR-Gesetz) vorschreiben.

----------------------------------------------------------

Und eine Zusammenlegung von Landesrundfunkanstalten oder sonstige gegen den Föderalismus gerichtete Änderungen sind hier völlig OFF TOPIC und stehen auch gar nicht auf der Agenda.

Ich behaupte jetzt mal, dass der NDR an der Übernahme von Radio Bremen gar nicht interessiert ist, weil das die Finanzlage des NDR verschlechtern würde.

----------------------------------------------------------

Nachtrag 17. April:

Wie ich heute Abend erfahren habe, sind die Intendanten von ARD und ZDF von der Rundfunkkommission der Länder beauftragt worden, ein neues Konzept für die sogenannten Digitalkanäle zu entwickeln.

Trotzdem ziehe ich die gelbe Karte an die Intendanten der ARD nicht zurück. Nur die Begründung ändert sich. Siehe den Blog von Stefan Niggemeier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/minus-mal-minus-ergibt-einsplus-das-digitalkanalelend-von-ard-und-zdf/

von Manfred Z - am 16.04.2013 17:51
Zitat
Zwölf
Und da sind wir auch schon wieder bei der Diskussion über die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Ja.

Zitat
Martyn
Ich sehe da zwischen ARD und ZDF eigentlich keinen Grossen Unterschied. Ein halbwegs erkennbares Profil haben eigentlich nur tagesschau24 und ZDFinfo.

Na ja. Tagesschau tagsüber im 15 Minuten Dudeltakt hier und die immer ewig gleichen Guido-Knopp-Dokus (gefühlt täglich 2. Weltkrieg in der Dauerschleife).
Gründe für mich, diese Programme tunlichst zu meiden. Außerdem reicht es bei ZDF info aus, den Sender eine Woche anzuschauen, dann hat man das gesamte Programm von 2 Jahren gesehen.

Und zumindest bei DVB-T haben beide auch keinerlei Profil. Oder sollte man sagen Ahnung?
Die ARD bekommt es bundesweit nicht gebacken ein einheitliches Programm auszustrahlen. Das ZDF verarscht die Zuschauer mit der Zeitpartigierung bei zdf_neo und dem Sendestart des Hauptprogramms um 20.15.
Gründe für mich, diese Programme tunlichst zu meiden.

zdf_info zu richtig zdf_neo editiert

von Schwabinger - am 16.04.2013 19:19
Eine ausführliche Beschreibung der sogenannten Digitalkanäle findet sich in den Anlagen zum RStV. Download auf der Website der Medienanstalten:

http://www.die-medienanstalten.de/service/rechtsgrundlagen/gesetze.html

(Ich sehe gerade, dass die Anlagen in der neuen Fassung, gültig seit 1.1.2013, fehlen.)

------------------------------------------------------------------

Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass die Anstalten ihren Programmauftrag erfüllen können:

Zitat

§ 12 Funktionsgerechte Finanzausstattung, Grundsatz des Finanzausgleichs

(1) Die Finanzausstattung hat den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die Lage zu versetzen, seine verfassungsmäßigen und gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen; sie hat insbesondere den Bestand und die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu gewährleisten.

(2) Der Finanzausgleich unter den Landesrundfunkanstalten ist Bestandteil des Finanzierungssystems der ARD; er stellt insbesondere eine funktionsgerechte Aufgabenerfüllung der Anstalten Saarländischer Rundfunk und Radio Bremen sicher. Der Umfang der Finanzausgleichsmasse und ihre Anpassung an die Rundfunkgebühr bestimmen sich nach dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag.


Es kann nicht angehen, dass die Geldmittel zur Erfüllung des gesetzlich vorgeschriebenen Programmauftrags verweigert werden, wobei die Anstalten natürlich die Gesetze der Wirtschaftlichkeit zu beachten haben (Kontrolle durch die KEF) [§ 14].

von Manfred Z - am 16.04.2013 20:35
Zitat

Weil z. B. Eins plus für mich absolut ;):D unbrauchbar ist (bis 20.00 Uhr Zoosendungen aus den Dritten, dann Pädagogen-Jugendfernsehen).
Wenn von FL bis GAP wenigstens ein einheitliches Programm der 3 ARD-Digitalkanäle gehen würde, hätte das auch etwas mehr an Bedeutung insgesamt.
Da macht es das ZDF insgesamt besser.

Wie gesagt - Geschmackssache. ;) ich komme gut mit EinsPlus klar, wo gelegentlich auch Dokus kommen (man muss halt ein bisschen Glück haben beim Einschalten oder im Programm nachschauen) Da die Digitalkanäle von verschiedenen ARD-Anstalten gestaltet werden, halte ich es auch für unwahrscheinlich, dass deutschlandweit ein einheitliches ausgestrahlt wird, außer die anderen würden eingestellt werden. EinsPlus haben wir in Bayern wahrscheinlich der Nachbarschaft zum SWR zu verdanken; in Südbayern gibt's zusätzlich noch tagesschau24; interessanter Weise bevorzugt man hier das Digitalprogramm gegenüber einem weiteren Dritten. Ganz im Gegensatz zum NDR in MV, der ja sogar arte und Phönix für weitere Dritte opfert.
Ein deutschlandweites Programm wäre insofern klüger, als dass DVB-T eine gute Möglichkeit ist, kleine Sender zu puschen (da weniger Konkurrenz, in der sie untergehen könnten); wenn man allerdings drei verschiedene Programme ausstrahlt, bleibt für jeden halt auch nur noch ca. 1/3 Effekt übrig. Andererseits... ob EinsPlus deutschlandweit wirklich die Quote so nach oben ziehen würde?

von Zwölf - am 16.04.2013 21:47
@ Zwölf

Zitat

Der Kanal soll sich ja an junge Menschen bis 29 richten. Ich glaube nicht, dass man bei über 18-jähringen noch so auf den pädagogischen Wert achtet.


Guck dir mal "Der Fluch des Falken" oder "Das Bloghaus" an. Das ist so ein Pädagogenkram für Jugendliche. Wenn sich der Sender tatsächlich an bis zu 29-jährige richten will, dann ist "Jugendkanal" die falsche Bezeichnung dafür.




@ iro

Zitat

Anscheinend ist auch unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk tatsächlich toll, schließlich muss sich dessen Marktanteil keinesfalls hinter dem von RTL & Co. verstecken.
Fernsehjahr (Sep. 2011 – Mai 2012)
ARD 11,8
ZDF 12,1
RTL 13,6
SAT1 10,2


Schöne Zahlen. Interessant wird es aber, wenn man das mal altersmäßig aufschlüsselt.

Da die ZDF-Zuschauer ein Durchschnittsalter von 61 Jahren haben, ist deren Marktanteil freilich nicht niedrig. Ganz einfach weil wir in Deutschland eine überalterte Bevölkerung haben.

Wie es anders geht, zeigt der ORF. Und das Argument, daß der ORF hohe Marktanteile hat, weil er Blockbuster parallel zu den deutschen Privatsendern ausstrahlt, gilt auch nur für ORF 1, nicht aber für ORF 2, das auf dem ersten Platz steht. Zwölf hat die Zahlen ja schon gepostet.


Zitat

Ab 10% Marktanteil über alle Altersklassen braucht sich wohl niemand mehr verstecken :)


Du darfst nicht mit Gesamtzuschauerzahlen rechnen, sondern mußt das altersmäßig aufschlüsseln.




@ DH0GHU

Zitat

Man sollte sich hier endlich mal von dem Gedanken trennen, dass hohe Einschaltquoten zwecks Erzielung von Werbeeinnahmen der primäre Auftrag öffentlich-rechtlicher Anbieter sind.


Richtig. Es soll hier aber nicht um die Gesamt-Einschaltquote gehen, sondern um die altersmäßige Verteilung der Zuschauer zwischen den Privaten und den Öffentlich-Rechtlichen.

Das ZDF war Ende der 80er der "jugendlichste" aller öffentlich-rechtlichen Sender. Heute ist der ZDF-Zuschauer durchschnittlich 61 Jahre alt. Du wirst doch niemanden erzählen wollen, daß diese Schräglage in Ordnung ist?


Zitat

Gerade die Übertragung von Inhalten, denen die notwendige Zuschauerbasis für eine privatwirtschaftliche Finanzierung, sollte doch primär das Betätigungsfeld der ÖRs sein.


Dafür braucht es aber nicht so viele Spartenkanäle. Denn sonst haben die Öffentlich-Rechtlichen am Ende eine Reihe von Spartenkanälen, deren Zuschauerzahlen so extrem niedrig sind, das die Berechtigung der öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt sehr schnell in Frage gestellt werden kann.


Zitat

Und genau das kanns nicht sein. Wir haben 2013 nicht mehr das Problem, dass man aus technischen Gründen mit einigen wenigen Programmen auskommen muss.


Wir haben heute aber das Problem, daß das Fernsehen nicht mehr den Stellenwert hat, den es noch in den 1990er Jahren hatte. Während bei den Privatsendern Flaute angesagt ist und diese ihre Hauptprogramme sowie ihre im TV-Boom der 1990er Jahre gestarteten Tochterkanäle mit Billigstware füllen und versuchen, sich ins Pay TV zu flüchten, kommen die Öffentlich-Rechtlichen daher und wollen noch mehr Angebote schaffen.

Die Hochzeit des Theaters ist vorbei, die Hochzeit des Kinos ist vorbei und die Hochzeit des Fernsehens scheint auch vorbei zu sein. Aber die alten Herrschaften bei den Öffentlich-Rechtlichen mit ihren verkrusteten Strukturen tuen immer noch so, als wären Radio und Fernsehen die wichtigsten Medien schlechthin. :-(

Das ist so ein typischer Generationenkonflikt. Die Leute, die bei den Öffentlich-Rechtlichen das Sagen haben, projizieren ihre Welt auf jüngere Generationen anstatt den Medienkonsum jüngerer Generationen zu beobachten und dementsprechend zu handeln. :-(

Zukünftige und jetzt heranwachsende Generationen bekommen durch diese alten Herrschaften einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgedrückt, den sie möglicherweise gar nicht wollen. Und wir Deutschen sind Meister darin, einmal geschaffene Strukturen zu zementieren und vor jeglicher Überarbeitung zu schützen! :mad:




@ Heiner user status icon global

Zitat

Zwei TV-Anstalten sind da irgendwie anachronistisch in einer Zeit wo es seit fast 30 Jahren Privatfernsehen gibt und das Internet dafür sorgt, dass das Fernsehen immer mehr zu einer Alte-Leute-Beschäftigung wird (tendenziell jedenfalls).


:spos:

Ja, die Öffentlich-Rechtlichen wollen das leider nicht wahrhaben.

von Kay B - am 17.04.2013 01:42
@ iro

Zitat

Klar darf ich das, darum mache ich es ja.


Was du machst ist deine Sache. Wenn die Öffentlich-Rechlichen das aber machen, also sich eine altersmäßige Aufschlüsselung sparen und auf ihre hohen Marktanteile, die sie zu einem großen Teil ihren älteren und treuen Zuschauern zu verdanken haben, stolz sind, dann wird die Kluft zwischen Öffentlich-Rechtlichen und jüngeren Zuschauern noch größer. :-(


Zitat

Darum wiederhole ich es auch gerne nochmal: Ab 10% Marktanteil über alle Altersklassen braucht sich niemand mehr verstecken! Auch wenn es bei den über 50j. vielleicht 20% sind und beim Rest nur 5,7% (soweit ich mich erinnere).
Die "werberelevante" Zielgruppe "14-49" (eine Erfindung von H. Thoma aus seinen frühen RTL-Zeiten) wird nicht mehr lange Bestand haben.


Es geht nicht darum, daß ARD und ZDF möglichst hohe Werbeeinnahmen haben (denn das ist ja fern ihrer eigentlichen Aufgaben), sondern darum, daß sie den Anschluß zu jüngeren Generationen nicht verlieren. Denn genau diesen Anschluß haben sie seit den frühen 90er Jahren schon zu einem großen Teil eingebüßt.

RTL und Co. scheinen bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen deutlich beliebter zu sein als die Unterhaltungsprogramme der Öffentlich-Rechtlichen. Also ist da mächtig was schief gelaufen.

von Kay B - am 17.04.2013 17:17
Jetzt gibt es auch eine Erklärung der MPin von RLP, Malu Dreyer, als Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder:

Zitat

Digitalkanäle neu ausrichten

Die Vorsitzende der Rundfunkkommission, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, begrüßt grundsätzlich, dass sich ARD und ZDF mit eigenen Vorschlägen zur Neuausrichtung der Digitalkanäle eingebracht haben, hält aber eine weitere Abstimmung der Anstalten für unverzichtbar.

Die ersten Ansätze der Anstalten reichen von einer Zusammenlegung und Konzentration der bisherigen digitalen Angebote mit Schwerpunkten in den Bereichen Jugend und Information, bis hin zu einer stärkeren Aufgabenteilung zwischen ARD und ZDF in diesen Bereichen.

Bisher liegen den Ländern jedoch noch keine zwischen den Rundfunkanstalten abgestimmten Konzepte vor. Die Ministerpräsidentin erinnert vor diesem Hintergrund an den Auftrag der Rundfunkkommission vom Oktober 2012: „ARD und ZDF wurden gebeten, bis spätestens April 2013 ein fortgeschriebenes Konzept für die künftige Ausgestaltung der Digitalprogramme im Fernsehen vorzulegen. Dabei soll gerade auch der Aspekt der Profilbildung eine Rolle spielen“, so die Ministerpräsidentin weiter.

„Sobald das fortgeschriebene Konzept vorliegt, werden wir uns auf politischer Ebene intensiv mit diesen Überlegungen befassen. Insofern steht die Diskussion im Länderkreis hier noch am Anfang. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer hier zu guten Lösungen kommen werden.“


Vor allem darf es ja nichts kosten, womit schon feststeht, dass das Gewurschtel weitergeht.

Ein Link zum Blog von Stefan Niggemeier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/minus-mal-minus-ergibt-einsplus-das-digitalkanalelend-von-ard-und-zdf/

von Manfred Z - am 17.04.2013 18:28
Malu Dreyer (SPD), die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und seit Mitte Januar 2013 auch die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder schlägt vor:

  • ARD und ZDF sollen auf 4 Kanäle verzichten (Eins Festival, Eins Plus, ZDFinfo und ZDFkultur)
  • arte, Kinderkanal, Tagesschau 24 und ZDFneo sollen unverändert bleiben
  • Bei Phoenix soll die ARD allein führend sein, ZDF darf aber Inhalte zuliefern, größere Verantwortung soll an den WDR gehen
  • 3sat soll das ZDF allein in Deutschland mit SRG und ORF führen, ARD darf Inhalte zuliefern, der Sender soll „zum führenden deutschsprachigen Kulturprogramm“ werden
  • Aus Eins Plus soll ein ARD Jugendkanal werden, Zielgruppe: jüngere Zuschauer im Alter von 14 bis 29 Jahren. Finanzierung: 2/3 ARD und 1/3 ZDF, Programm: Auftragsproduktionen, hoher crossmedialer Anteil
  • Das ZDF verzichtet wg. seiner finanziellen Lage auf ZDFkultur
  • tagesschau24 soll ARD weiterhin allein betreiben
  • ZDFinfo soll – trotz hoher Akzeptanz der Zuschauer – eingestellt werden
  • ZDFneo soll „zum Vollprogramm mit Nachrichten für die Zielgruppe 30 plus“ ausgebaut werden, ARD darf Inhalte zuliefern, statt Eins Festival zu betreiben
  • Aufhebung der Sieben-Tage-Regelung bei Online-Inhalten für ARD und ZDF

mehr unter:
http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Politik&nr=10500

von Seltener Besucher - am 25.07.2013 23:51
Da sind so ein paar Sachen drin über die ich doch stolpere. Alleine schon die Aussage "ZDFinfo soll – trotz hoher Akzeptanz der Zuschauer – eingestellt werden". Seit wann schlachtet man denn ein gutes und vor allem sehr günstiges zu haltendes Pferd? :confused:

ZDFneo soll zu einem Kanal für 30+ werden? Jetzt würde mich mal interessieren als was die Frau Dreyer das ZDF bezeichnet. Vielleicht als Programm für 60+. :D Aber warum ZDFneo umstellen? Ich dachte das Programm hätte sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten mittlerweile auch recht gut etabliert. :confused:

Die Öffis und Jugendprogramm. Sorry aber in meinen Augen beißt sich das wie Feuer und Wasser. Wenn überhaupt etwas brauchbares dabei herauskommt dauert es nicht lange bis irgendein 60 jähriger Sesselfurzer aus den oberen Etagen angesprungen kommt und Zeter und Mordio schreit. Von wegen Bildungsauftrag und Privatsenderniveau. Und ruck zuck haben wir einen pseudo Jugendkanal der unendlich bemüht und angestrengt wird und über allem den erhobenen Zeigefinger schweben hat. :rolleyes:

Meiner Meinung nach sollte man die ZDF Digitalkanäle in ruhe lassen und eher mal bei der ARD aufräumen. Deren Digitalkanäle empfinde ich als Profillos und Kraut und Rüben durcheinander.

von Spacelab - am 26.07.2013 08:19
@ RheinMain701

Zitat

Bitte nicht ZDFinfo! Das ist ein wirklich informativer Sender wo immer mal wieder richtig gute Reportagen kommen.


Sie müßten die Inhalte von ZDF info einfach in tagesschau 24 integrieren. Für ununterbrochene Nachrichten gibt es die Infowellen im Radio.


Zitat

Ich verstehe auch nicht wieso die jetzt aus ZDFneo noch einen Sender für älteres Klientel etablieren wollen wo das doch eigentlich durch die Hauptprogramme ganz gut abgedeckt ist.


Zumindest was den Unterhaltungsbereich angeht, decken die Hauptprogramme eher die Bedürfnisse der Senioren ab. Und da ARD und ZDF nun schon seit rund 23 Jahren - also quasi eine ganze Generation lang - ihr Seniorenimage immer weiter ausgebaut haben, ist es höchst fraglich, daß sie es wieder loswerden.


Zitat

Und ein ARD Jugendkanal? Da bin ich irgendwie so gar nicht zuversichtlich, dass das klappt.


Ich auch nicht.


Zitat

Was hat man bei ZDFneo gemacht? In die ZDF Archivkiste gegriffen und alte 80er und 90er Titel gespielt.


Im direkten Vergleich zum Hauptprogramm ist das aber noch sehr erfrischend!




@ Spacelab

Zitat

Jetzt würde mich mal interessieren als was die Frau Dreyer das ZDF bezeichnet. Vielleicht als Programm für 60+. :D


Das ist doch auch so. :D


Zitat

Die Öffis und Jugendprogramm. Sorry aber in meinen Augen beißt sich das wie Feuer und Wasser.


Ja, die Öffentlich-Rechlichen sollten die Finger davon lassen! Sie sollten sich lieber auf eine neutrale und objektive Berichterstattung sowie gute Dokumentationen konzentrieren.


Zitat

Meiner Meinung nach sollte man die ZDF Digitalkanäle in ruhe lassen und eher mal bei der ARD aufräumen. Deren Digitalkanäle empfinde ich als Profillos und Kraut und Rüben durcheinander.


Was spricht dagegen, daß ARD und ZDF ihre drei Digitalkanäle zusammen betreiben? Das dürfte doch hauptsächlich am SWR und am WDR liegen, die die Federführung über die Digitalkanäle nicht abgeben wollen. Dadurch, daß SWR und WDR jeweils ein eigene Wurst mit dem Digitalkanal braten, dürfte auch zu dieser Profillosigkeit führen.




@ Zwölf

Zitat

Bei zdf_info fände ich es vor allem um die Dokus schade. In letzter Zeit bin ich da richtig häufig hängengeblieben. Wäre schade, wenn das dann wegfallen würde.


Wie gesagt, das könnte man ja in tagesschau 24 integrieren und dafür statt der Tagesschau-Dauerschleife die Tagesschau nur noch stündlich senden. Für eine Dauerberieselung mit Nachrichten gibt es die Infowellen im Radio.


Zitat

BR-alpha scheint nicht angetastet zu werden; hoffentlich bleibt das auch so.


Ist das nicht ein rein BR-interner Sender? Der BR dürfte ja mit die höchsten Gebühreneinnahmen haben, sodaß der Sender rein aus bayerischen Geldern finanziert wird. Oder bekommt der BR etwa auch noch Gelder aus dem bundesweiten Gebührentopf? :eek:

von Kay B - am 26.07.2013 13:42
Ein Freibrief soll das eigentlich nicht sein, es wurde ja bereits geschrieben, daß eine Verschlüsselung incl. Verwaltung und billigeren Rechten unterm Strich nicht unbedingt billiger ist (kann ich nicht überprüfen).
Wie gesagt: ich gönne den Sportsfreunden ihren Spaß. Andernfalls könnte man diese ja auch gleich auf Sky&Co verweisen, auf daß sie ihre kompletten Gebühren dort lassen. (Eigentlich ist das ja auch kein Sport mehr, sondern reines und knallhartes Geschäft!). Ob aber dann das Geld auch noch für den Rest an "gutem" Programm ausreicht? Und für die ganzen Verbreitungswege desselben...?
Da die Sportsfreunde nun aber auch Gebühren zahlen müssen, sollten diese natürlich auch etwas die Masse ansprechendes Programm für ihr Geld erhalten, anderes wäre wohl kaum vermittelbar. Dafür können aber auch 1%er-Special-Interest-Sendungen ausgestrahlt werden...

Vor ein paar Jahren wäre ich auch für eine ganz strikte Trennung von Radio- und TV-Gebühr zu haben gewesen, aber mittlerweile tue ich mir ja doch wieder ab und zu TV an... Aber damals war ich mir sicher, daß meine Radiogebühr für das von mir abgelehnte TV missbraucht wird - und man mit dem ganzen Radiogeld eigentlich wesentlich bessere Radioprogramme hinbekommen müsste...

Was mich in der Vergangenheit richtig geärgert hat war die 10jährige analoge Parallelaustrahlung des TV-Programms via Satellit. Das waren 10 Jahre jährlich unnötige Ausgaben von 150 Mio. Euro - und irgendwann mussten die Leute dann ja doch Digitalreceiver kaufen. 10 Jahre frühere Analogabschaltung und man hätte jedem Sat-Zuschauer einen Receiver à 50€ schenken können...! (angenommene -zu hohe- Basis dieser Rechnung: 30 Mio. Sat-Zuschauer)

von iro - am 26.07.2013 21:24
Zitat
iro
Zitat
Seltener
Ganz schnell würden die Privaten mitziehen und für das Ausland ihre Programme verschlüsseln.

Nein, würden sie nicht. Können sie auch nicht, da sie sich ja gerade erst vor Gericht verpflichtet haben, genau das mit ihren (SD)-Programmen nicht zu machen.


Ich spreche vom Hotbeam und nicht über Verschlüsselung.

Zitat
DigiAndi
Zitat
Seltener Besucher
Die Lösung: ein Teil der Programme wird über einen Hotspot ausgestrahlt.

WLAN-Hotspots???
Nein, ernsthaft: Selten so gelacht! (Sorry!)
Wenn du einen Satelliten mit einem Spotbeam bauen kannst, der zwar ganz Deutschland, aber nicht einen einzigen Teil von Österreich und der Schweiz versorgen kann.


Auch wenn Hotbeam gemeint war, wird der Begriff Hotspot nicht nur bei W-LAN verwendet. Eutelsat spricht z.B. von einem Video Hotspot.

http://en.wikipedia.org/wiki/Astra_3A
http://de.ses.com/5138677/news/2010/4491602
http://www.eutelsat.com/en/satellites/find-your-satellite.html

Außerdem sind die UK-Hotbeams auch außerhalb von UK zu empfangen und es stört niemanden. Trotzdem bezahlt die BBC keiner Verwertungsrecht für Portugal oder Finnland. Nur ARD und ZDF verschwenden so unsere Gebühren. Bezahlen die dt. im Ausland den dt. Rundfunkbeitrag? Da hätte ich gerne eine Statistik von Dir.

UK:
https://sat.ses.com/webservice/images/7407901
https://sat.ses.com/webservice/images/12494520
https://sat.ses.com/webservice/images/7408054

Deutschland:
https://sat.ses.com/webservice/images/7407017

Skandinavien:
https://sat.ses.com/webservice/images/7406796

Die deutschen DVB-T-Sender strahlen auch über die Grenzen hinaus. Technisch ist es nicht anders möglich.

von Seltener Besucher - am 26.07.2013 23:07
Zitat
Kay B
Die oben schonmal angesprochene Idee mit der ausschließlichen Ausstrahlung der Öffentlich-Rechtlichen über DVB-T ist eigentlich gut, sofern es eine Vollabdeckung mit DVB-T gibt. Der Bundesregierung wird das wahrscheinlich nicht passen, da man in den "Digitalen Dividenten" offenbar eine neue Einnahmequelle erschlossen hat.


Vielleicht sollte jeder, der eine flächendeckende (oder besser gesagt: noch flächendeckendere) DVB-T-Versorgung fordert, mal überlegen, was so ein Sendernetz eigentlich kostet. Da ist die Satellitenverbreitung, mit der sofort das gesamte Bundesgebiet erreicht wird, schon fast geschenkt.

Beispiel:
Das ZDF hat für das Jahr 2013 für die DVB-T-Verbreitung Mittel von 53,9 Millionen Euro angemeldet. Darüber werden bundesweit vier TV-Programme in nicht besonders gute SD-Qualität verbreitet. Für die Satellitenverbreitung wurden 19 Millionen Euro angemeldet. Mit diesen 19 Millionen Euro können aber nicht nur alle SD-Programme in deutlich besserer Qualität, sondern auch alle Programme in HD ausgestrahlt werden. (-> nachlesen)
Und von den Kosten der Landesrundfunkanstalten ist da gar nicht mal die Rede...

Zitat
Kay B
und gegebenenfalls Programme mit rechtlich unbedenklichen Inhalten auf dem Astra lassen (z.B. den Radiotransponder).


Also zurück in die Steinzeit - nein, danke. Von einem vereinten Europa ganz zu schweigen, aber das ist nochmal ein anderes Thema.
Apropos Thema: Ging's hier nicht mal um die Verschmelzung der Digitalprogramme von ARD und ZDF? ;)

von DigiAndi - am 27.07.2013 09:37
Zitat
Spacelab
Dafür schaut hier im Saarland aber auch keiner DVB-T. :D Ne mal im ernst. Dafür müsste man das Saarland erstmal vernünftig mit DVB-T versorgen. An vielen Orten gehts nur mit erheblichem Antennenaufwand. Man hätte damals nicht jeden Umsetzer einfach blind abschalten sollen. Außerdem dürfte man dann keine 4 Programme in ein Bouquet quetschen. Die Bildqualität lässt so nämlich sehr zu wünschen übrig. Also gleich 2 Bouquets für die SD plus X Bouquets für die HD Versionen... Und schon wird es zig mal so teuer wie ein Satplatz.

Die Deutschen senden aber auch wirklich sehr mager, um mit niedrigen Sendeleistungen so weit wie möglich zu kommen (weil es ja Vorgabe war, 90% der Bevölkerung zu versorgen). Die Qualität war zweitrangig und dadurch haben wir nun Matschbilder.

Am einfachsten wäre wohl die Umstellung auf MPEG-4, weil so deutlich mehr Programme (auch HD) in ein Bouquet könnten. Die Umstellung auf DVB-T2 halte ich insofern für problematisch, als dass die meisten DVB-T über die neuen Flachbildschirme schauen dürften die ja neuerdings mit eingebautem DVB-T aufwarten. Würde man hier wieder umstellen müsste es dann doch wieder eine Box sein und das würde dann viele abschrecken.

Zitat
Spacelab
Mal ganz davon abgesehen sind wir mal wieder total vom Thema abgekommen.

Ist aber ein interessantes Thema, das einen eigenen Diskussionsfaden durchaus verdient hätte.

von RheinMain701 - am 27.07.2013 10:31
@ DigiAndi

Danke für den interessanten Link. In die Rechnung gehören aber auch noch die höheren Rechtekosten für die europaweiten Ausstrahlungen rein.


Zitat

Also zurück in die Steinzeit - nein, danke. Von einem vereinten Europa ganz zu schweigen, aber das ist nochmal ein anderes Thema.


Ja, die sehr lobenswerte Idee eines europaweiten freien und ungehinderten Sat-Empfangs und die Abschottung der Märkte durch die Rechteinhaber beißen sich sowieso. Dem könnte man möglicherweise begegnen, indem die EBU die Rechte für ganz Europa einkauft, was aber halt voraussetzt, daß auch alle europäischen Länder mitspielen.



@ UM74

Zitat

Sehe ich nicht so.
Auch die ÖR brauchen massenattraktive Inhalte (Fussbal,Filme,Serien...) in ihren Programmen um nicht in die Bedeutungslosigkeit zu fallen.Es ist ein Irrtum,wenn man glaubt das die Quoten für ARD/ZDF keine Rolle spielen.


Ja, das stimmt natürlich. Aber gerade im Bereich der Sportrechte dürften die Kosten exorbitant gestiegen sein, sodaß man fragen muß, ob deren Einkauf als Quotensicherung für die Öffentlich-Rechtlichen noch gerechtfertigt ist. Hinzu kommt noch, daß diverse Sportvereine die Öffentlich-Rechtlichen sowieso eher als Geldkühe sehen, die es zu melken gilt (Siehe Uli Hoeneß).

Aktuelle Spielfilme und Serien, die ja ebenfalls Garanten für gute Quoten sind, lassen sich über mehrere Jahre nutzen, während Sportübertragungen nur ein sehr kurzes und sauteures "Feuerwerk" sind.

Die älteren Sitcoms und Serien, die auf zdf neo laufen, haben zum Beispiel schon ihren Reiz, da man sie hier endlich mal ohne Werbeblöcke, Trailergeballere und nervige Einblendungen in voller Länge (also auch mit Abspann) sehen kann. Und obendrein dürften sich die Rechtekosten da sehr in Grenzen halten.

von Kay B - am 27.07.2013 21:40
Zitat
Kay B

Ja, das stimmt natürlich. Aber gerade im Bereich der Sportrechte dürften die Kosten exorbitant gestiegen sein, sodaß man fragen muß, ob deren Einkauf als Quotensicherung für die Öffentlich-Rechtlichen noch gerechtfertigt ist. Hinzu kommt noch, daß diverse Sportvereine die Öffentlich-Rechtlichen sowieso eher als Geldkühe sehen, die es zu melken gilt (Siehe Uli Hoeneß).

Aktuelle Spielfilme und Serien, die ja ebenfalls Garanten für gute Quoten sind, lassen sich über mehrere Jahre nutzen, während Sportübertragungen nur ein sehr kurzes und sauteures "Feuerwerk" sind.

Die älteren Sitcoms und Serien, die auf zdf neo laufen, haben zum Beispiel schon ihren Reiz, da man sie hier endlich mal ohne Werbeblöcke, Trailergeballere und nervige Einblendungen in voller Länge (also auch mit Abspann) sehen kann. Und obendrein dürften sich die Rechtekosten da sehr in Grenzen halten.


Denke auch das der Sport der problematische Bereich ist.
Erste Auswirkungen merkt man schon daran,das das z.B. ZDF einem niederländischen Kabelanbieter die weiterverbreitung seines Programms während der CL-Übertragungen untersagt hat.Das habe ich vorher so noch nie gehört.
Die europaweite FTA-Ausstrahlung wird man sich wohl nicht mehr ewig leisten können.

von UM74 - am 27.07.2013 22:23
ON TOPIC:

Marktanteile 2012 (in %) laut AGF:

ZDF 12,6
ZDFinfo 0,4
ZDFneo 0,6
ZDFkultur 0,1

ARD Das Erste 12,3
ARD Dritte 12,6
ARD digital (keine Angaben, in Summe vermutlich nicht besser als die ZDF Digitalkanäle)

ARD/ZDF Kinderkanal 1,4
Phoenix 1,1
3SAT 1,0
arte 0,8

Quelle: http://www.agf.de/daten/zuschauermarkt/marktanteile/

Da fällt die Entscheidung zur Einstellung von in der Summe drei Kanälen nicht schwer.
Da die Anstalten lange genug diskutiert haben, hat der Gesetzgeber jetzt die Pflicht zu entscheiden
(jetziger Stand: Vorbereitung der Novelle des Rundfunkstaatsvertrages).

Verantwortung für Sonder- und Gemeinschaftskanäle zukünftig:

ZDF: 3sat, neo
NDR: Tagesschau 24
WDR: Phoenix
SWR: neuer Jugendkanal
MDR: KI.KA
BR: alpha


OFF TOPIC:

Es ist eine völlig unbewiesene Behauptung, dass die Rechtekosten günstiger werden, wenn über Sat verschlüsselt wird. Tatsächlich geht es um Angebot und Nachfrage. Siehe der RTL-Deal um die WM-/EM-Qualifikationsspiele.


OFF TOPICER:

Trolle erkennt man daran, dass sie Threads kapern und mit ihren Lieblingsthemen in eine andere Richtung zu lenken versuchen, wobei sie ihre Argumente häufig zum wiederholten Mal mit Sendungsbewusstsein (als selbsternannte Welt- (hier TV-)verbesserer) vortragen.

von Manfred Z - am 27.07.2013 23:08
Zitat
DigiAndi
Vielleicht sollte jeder, der eine flächendeckende (oder besser gesagt: noch flächendeckendere) DVB-T-Versorgung fordert, mal überlegen, was so ein Sendernetz eigentlich kostet. Da ist die Satellitenverbreitung, mit der sofort das gesamte Bundesgebiet erreicht wird, schon fast geschenkt.

Beispiel:
Das ZDF hat für das Jahr 2013 für die DVB-T-Verbreitung Mittel von 53,9 Millionen Euro angemeldet. (...) Für die Satellitenverbreitung wurden 19 Millionen Euro angemeldet. Mit diesen 19 Millionen Euro können aber nicht nur alle SD-Programme in deutlich besserer Qualität, sondern auch alle Programme in HD ausgestrahlt werden.


DVB-T kann ich ohne technischen Aufwand empfangen aber Satellit nicht. Ich habe keinen freien Blick nach Süden und darf auch keine Schüssel anbringen. Ich würde sofort auf SAT umstellen. Dafür sollten die Programme aber von zwei Satelliten kommen, einem im Osten und einem im Westen. Die Schüsselgröße sollte nicht größer als 30 cm Durchmesser haben müssen und auch bei starken Regen, Schnee usw. funktionieren. Bei DVB-T habe ich in 10 Jahren keine Ausfälle gehabt. Früher hatte ich beim Kabel immerwieder Probleme. Mal war die Richtfunkstrecke gestört, mal war der Empfang an der über 100 km entfernten Rundfunkempfangsstelle des Kabelbetreibers gestört. Kabel und Satellit arbeiten nicht einwandfrei. Die Ausfallsicherheit kann nicht gewährleistet werden. Von mir aus können die DVB-T2 mit H.264 starten. Ich bin vorbereitet. Freie Kanäle gibt es in NRW auch!

von Seltener Besucher - am 28.07.2013 01:04
Zitat
DigiAndi
Vielleicht sollte jeder, der eine flächendeckende (oder besser gesagt: noch flächendeckendere) DVB-T-Versorgung fordert, mal überlegen, was so ein Sendernetz eigentlich kostet. Da ist die Satellitenverbreitung, mit der sofort das gesamte Bundesgebiet erreicht wird, schon fast geschenkt.

Beispiel:
Das ZDF hat für das Jahr 2013 für die DVB-T-Verbreitung Mittel von 53,9 Millionen Euro angemeldet. Darüber werden bundesweit vier TV-Programme in nicht besonders gute SD-Qualität verbreitet. Für die Satellitenverbreitung wurden 19 Millionen Euro angemeldet. Mit diesen 19 Millionen Euro können aber nicht nur alle SD-Programme in deutlich besserer Qualität, sondern auch alle Programme in HD ausgestrahlt werden. (-> nachlesen)
Und von den Kosten der Landesrundfunkanstalten ist da gar nicht mal die Rede...

So eine Kostenaufstellung ist halt immer relativ.
Hier in Deutschland sind die Verbreitungskosten eines Muxes über einen DVB-T Standort etwa dreimal so teuer als in anderen Teilen Europas. Warum das so ist?
Tja, T-Systems - eine 100% Tochter der Telekom - hat halt im Jahre 2008 die Standorte für schlappe 850 Millionen Euro an einen Finanzinvestor (Heuschrecke) verkauft, der Kasse machen will.
Zitat
Zum Teil ist die verfahrene Situation bei DVB-T aber auch vom Netzbetreiber selbst verschuldet. Die Deutsche Telekom hat seinerzeit die DVB-T Infrastruktur und den Netzbetrieb – allerdings ohne die Sendetürme – ausgelagert und im Jahr 2008 an die französische TDF veräußert. TDF seinerseits gehört Private Equity Investoren (TPG, AXA u.a.), die regelmäßig keine langfristigen Interessen verfolgen. Nun sucht TDF wie man hört wieder einen Käufer für die Media Broadcast; angesichts der Entwertung der DVB-T Infrastruktur sicher kein einfaches Unterfangen. Die Media Broadcast und ihr französischer Gesellschafter haben zu wenig unternommen, um DVB-T als Fernseh-Verbreitungsweg attraktiver oder wenigstens für die Veranstalter kostengünstiger zu machen.

Zitat
Telekom hat DVB-T-Netzbetreiber Media&Broadcast
Telekom hat DVB-T-Netzbetreiber Media&Broadcast
trotz Bedenken verkauft
(pk) Die Deutsche Telekom hat ihre Tochter Media&Broadcast trotz Bedenken
der Landesmedienanstalten veräußert. Das Unternehmen betreibt unter anderem
das deutsche DVB-T-Netz.
Media&Broadcast werde zu einem Preis von 850 Millionen Euro an die französische Télédiffusion
de France (TDF) abgegeben, teilte der Telekommunikationskonzern am Donnerstagbei der Vorlage seiner Bilanzzahlen mit. Beide Partner wollen die Transaktion im ersten
Quartal des kommenden Jahres vollziehen. Der Verkauf sei Teil der Strategie „Konzentrieren
und gezielt Wachsen“, die die Telekom im März vorgestellt hatte, hieß es.
Der Netzbetreiber gehört zur Geschäftskundensparte T-Systems des Rosa Riesen. Das Unternehmen
konzipiert, erstellt, vermarktet und betreibt verschiedene Dienstleistungen für Kunden
der Rundfunk- und Medienbranche. Insgesamt betreut die Sparte 850 nationale und 110
internationale Sender. Neben der terrestrischen Ausstrahlung von Anbietern wie ARD und
ZDF bietet Media&Broadcast auch Satellitenübertragungsleistungen an. Etwa 1.200 Mitarbeiter
sind von dem Verkauf betroffen, der noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch
die zuständigen Kartellbehörden steht. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von rund 500
Millionen Euro erzielt, der operative Gewinn lag nach inoffiziellen Angaben bei knapp 100
Millionen Euro.
Telediffusion de France (TDF) wird von den Finanzinvestoren Texas Pacific und AXA Private
Equity kontrolliert. Die Gesellschaft gehörte früher zu France Telecom, die ihren verbliebenen
Anteil Ende 2004 veräußerte.
Die Landesmedienanstalten hatten vor einer drohenden Veräußerung gewarnt. Media&Broadcast
verfüge über ein Quasi-Monopol bei den Sendestandorten unter anderem des DVB-TFernsehens,
das mit öffentlichen Mitteln und damit verbundenen Vorrechten entstanden sei,
hieß es damals. Der Erwerb durch Finanzinvestoren, die möglicherweise bereits Inhaber von
Kabelnetzen oder Anteilseigner von Rundfunkveranstaltern seien, würde zu einer weiteren
Verstärkung der vertikalen Verflechtungen im Rundfunkbereich führen, befürchten die Medienhüter.

08.11.2007

Das ZDF hat auch gleich mit den Finanzinvestoren einen Vertrag bis 2018 geschlossen, damit auch ja genug Gebührengeld von den Heuschrecken abgeschöpft werden kann. Im Rest Europas ist man da etwas intelligenter: Dort werden die DVB-T Sendernetze nur mit einem Drittel der Kosten, wie sie in Deutschland nunmal üblich sind, betrieben. Umgerechnet auf die Kosten des ZDF, könnte man hier für unter 19 Millionen € pro Jahr ein flächendeckendes terrestrisches Sendernetz finanzieren, statt die fast 54 Millionen zum Fenster rauszuschmeißen.:wall:

von transponder - am 28.07.2013 08:15
Der WDR nutzt viele eigene Senderstandort und ZDF ist mit DVB-T auch da drauf.
Einiges könnte mit dem Umstieg auf DVB-T2 verändert werden.


Statt Münster/Fernmeldeturm (5 kW) -> Münster/Baumberg (50 kW -> 100 kW)
Statt Bielefeld/Hünenburg (20 kW) -> Teutoburger Wald/Bielstein (50 kW -> 100 kW)
Statt Wesel-Büderich (50 kW) -> Kleve/Bresserberg (10 kW -> 50 kW Richstrahlung nach NRW)
Statt Essen/Holsterhausen (50 kW) -> Langenberg und Gelsenkirchen-Scholven (Leistungserhöhung/Ausbau)
Statt Dortmund (Florianturm) (50 kW) -> Langenberg (Leistungserhöhung) + Dortmund Im Kleff (Ausbau)
Statt Minden (Jakobsberg) -> Stadthagen (NDR)

WDR-Standorte:

Nordhelle
Langenberg (Hordtberg)
Bonn (Venusberg)
Aachen (Stolberg)
Siegen (Giersberg)
Gummersbach
Hohe Warte

Angemietet:

Hochsauerland
Köln (Colonius)
Wuppertal-Küllenhahn
Düsseldorf/Rheinturm


von Seltener Besucher - am 28.07.2013 12:04
Das ist einfach nur verrückt. Es gibt in keinem ARD/ZDF Sender Sendungen für Jugendliche. Das Kinderprogramm wurde nahezu vollständig auf KiKa ausgelagert. Verstreut gibt es einzelne Sendungen für junge Erwachsene auf Eins Festival und ZDF Neo. Hingegen richten sich die Hauptsender ARD und ZDF nahezu ausschließlich an Rentner, die 3. Programme an Rentner und Hausfrauen, es gibt noch Arte für Intellektuelle und außerdem noch Sendezeiten für Dokus, Nachrichten und Sport. Die "werbeinteressante Zielgruppe" zwischen 14 und 40 überlässt man komplett den Privatsendern. Mit der Folge, dass die schon jetzt massive Proteste gegen die Fernsehgebühren immer mehr werden, da eine komplette Generation heranwächst, die ARD und ZDF nur noch von den Fernsehern ihrer Großeltern kennt. Irgendwann wird diese Generation auch in den Parlamenten sitzen, und dann ist es vorbei mit ARD und ZDF. Diese Entwicklung ist sehr bedenklich. Die Intendanten haben rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt. Früher hat man die jungen Hörer wegen eines angeblichen Bildungsauftrages vernachlässigt, heute vernachlässigt man sie wegen... ja wegen was eigentlich? Einem Verblödungsauftrag? ARD, ZDF und die Dritten liefern ja auch zu 90 % seichteste Unterhaltung, nur halt für die ältere Generation.

von Bolivar diGriz - am 25.10.2013 12:59
Zitat
Exidor
Das ist einfach nur verrückt. Es gibt in keinem ARD/ZDF Sender Sendungen für Jugendliche. Das Kinderprogramm wurde nahezu vollständig auf KiKa ausgelagert. Verstreut gibt es einzelne Sendungen für junge Erwachsene auf Eins Festival und ZDF Neo.


Weitgehend unbemerkt von der Zielgruppe gibt es auch einige Sendungen für Jugendliche auf zdf.kultur. Genau diesen Digitalkanal stellt das ZDF Ende 2013 aus Kostengründen ein, noch bevor das Jugendprogramm auf den Beinen ist.:rolleyes:

Zitat

Die Intendanten haben rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt.


Die Intendanten offenbar schon, aber die (einige?) Ministerpräsidenten der Länder nicht. Das Konzept der Intendanten sah die Einstellung von EinsExtra, EinsFestival und zdf.kultur zu Gunsten des neuen Jugendkanals vor.

Ich denke nicht, dass das Projekt schon gestorben sein muss. Wenn ARD und ZDF der Politik ein schlüssiges Programmkonzept mit Kostenrechnung vorlegen und das vorher medial der Öffentlichkeit gut verkaufen, dann kann die Politik das kaum ablehnen. Die bisherigen Inhalte der dann eingestellten Kanäle könnte man doch problemlos in den sogenannten Hauptprogrammen, den Dritten und in ZDF neo unterbringen. Im Zeitalter der Digitalrecorder und Mediatheken stört es nicht, wenn die Anzahl der Wiederholungen pro Sendung etwas abnimmt...

73 de Uli

von ulionken - am 25.10.2013 16:39
Zitat
Exidor
Hingegen richten sich die Hauptsender ARD und ZDF nahezu ausschließlich an Rentner, die 3. Programme an Rentner und Hausfrauen, es gibt noch Arte für Intellektuelle und außerdem noch Sendezeiten für Dokus, Nachrichten und Sport. Die "werbeinteressante Zielgruppe" zwischen 14 und 40 überlässt man komplett den Privatsendern.


Also ich gehöre ja auch (wenn auch schon seit über 2 Jahrzehnten) dieser "werbeinteressanten Zielgruppe" an, dennoch waren die ÖRs für mich immer attraktiver als die Privaten.

Wirtschaftliche, kulturelle, soziale, politische Informations- Reportage- und Kultursendungen mit einigermaßen vernünftigem journalistischem Niveau habe ich bei den Privaten noch nicht gefunden.
Bei den ÖRs gibt es diese. Und das sind ja wohl keine Rentner-Angebote.
Welcher Privatsender unterbricht sein normales Programm bei gegebenem Anlaß für sowas wie einen "Brennpunkt"? Das letzte mal, als ich bei einem Privatsender Nachrichten gesehen habe, kam nach kürzester Zeit schon irgendein Boulevard-Müll über irgendwelche Promis. DAS ist für mich ein Programm mit "Hausfrauen-Klischee", aber nicht Sendungen wie Kontraste, Report, etc.
Auch die ganzen "Kult-serien" aus den USA sind wohl eher als Hausfrauenunterhaltung (für Desperade Housewives? ;) ) zu betrachten als ein gut gemachter Tatort... und die kitschigen Vorabendserien bei ARD & ZDF zelebrieren wenigstens keine kitschigen US-Way-of-Life-Klischees ...


Alle 15 Minuten durch Werbung unterbrochene Filme finde ich auch nicht (mehr) toll. So oft muß ich kein Bier holen...
Gut, ab und zu kommt bei den Privaten mal ein guter Film, den ich vorher eventuell schon im Kino gesehen habe (ganz großes Lob an RTL2: Schindlers Liste ohne Werbepause!), aber die Filme könnte ich mir auch kaufen.... da habe ich dann mehr davon, und muß nicht noch meinen Tagesablauf vom Programm abhängig machen.

Ergo: Mich sprechen die Privaten noch viel weniger an als die ÖRs.

von DH0GHU - am 25.10.2013 18:36
@ DH0GHU

Zitat

Wirtschaftliche, kulturelle, soziale, politische Informations- Reportage- und Kultursendungen mit einigermaßen vernünftigem journalistischem Niveau habe ich bei den Privaten noch nicht gefunden.
Bei den ÖRs gibt es diese. Und das sind ja wohl keine Rentner-Angebote.


Diese journalistischen Inhalte sind bei den Öffentlich-Rechtlichen ja auch sehr gut. Aber die Unterhaltungsangebote der Öffentlich-Rechtlichen erreichen nunmal hauptsächlich ältere Zuschauer.


Zitat

Auch die ganzen "Kult-serien" aus den USA sind wohl eher als Hausfrauenunterhaltung (für Desperade Housewives? ;) ) zu betrachten als ein gut gemachter Tatort... und die kitschigen Vorabendserien bei ARD & ZDF zelebrieren wenigstens keine kitschigen US-Way-of-Life-Klischees ...


Das ist halt alles Geschmackssache. Die synchronisierte Ware finde ich meist immer noch besser als diese grottenschlechte, extrem unnatürlich wirkende deutsche Schauspielerei. Auch den hier so oft hochgelobten Tatort kann ich rein gar nichts abgewinnen. Das kommt irgendwie alles wie Laientheater rüber. Wer am dicksten aufträgt, bekommt die Rolle.


Zitat

Mich sprechen die Privaten noch viel weniger an als die ÖRs.


Mich spricht am Fernsehen nur noch die Technik an. :D

von Kay B - am 25.10.2013 23:49
Zitat
DH0GHU
[
Also ich gehöre ja auch (wenn auch schon seit über 2 Jahrzehnten) dieser "werbeinteressanten Zielgruppe" an, dennoch waren die ÖRs für mich immer attraktiver als die Privaten.

Wirtschaftliche, kulturelle, soziale, politische Informations- Reportage- und Kultursendungen mit einigermaßen vernünftigem journalistischem Niveau habe ich bei den Privaten noch nicht gefunden.
Bei den ÖRs gibt es diese. Und das sind ja wohl keine Rentner-Angebote.
Welcher Privatsender unterbricht sein normales Programm bei gegebenem Anlaß für sowas wie einen "Brennpunkt"? Das letzte mal, als ich bei einem Privatsender Nachrichten gesehen habe, kam nach kürzester Zeit schon irgendein Boulevard-Müll über irgendwelche Promis. DAS ist für mich ein Programm mit "Hausfrauen-Klischee", aber nicht Sendungen wie Kontraste, Report, etc.
Auch die ganzen "Kult-serien" aus den USA sind wohl eher als Hausfrauenunterhaltung (für Desperade Housewives? ;) ) zu betrachten als ein gut gemachter Tatort... und die kitschigen Vorabendserien bei ARD & ZDF zelebrieren wenigstens keine kitschigen US-Way-of-Life-Klischees ...


Ich schaue auch praktisch keine Privatsender. Aber an Informationssendungen haben ARD und ZDF recht wenig zu bieten. Informationen für Verbraucher, ja. Nachrichten: Beim Heute Journal rollen sich mir jedesmal die Fußnägel auf. So eine einseitige oder sogar plump verfälschende Berichterstattung kannte man sonst nur aus alten Wochenschauen. Die Tagesschau und der Brennpunkt sind nicht viel besser. Es gibt Brennpunkte zu so Themen wie Hochwasser, der NSA-Skandal und Snowden war seinerzeit keinen Brennpunkt wert. Im Gegenteil: Diese komische Korrespondentin klang in der Tagesschau richtig hämisch, als Snowdon verhaftet wurde. Dokus: Etwa die Guido Knopp Dokumödien wie "Hitlers Schäferhunde"? Eigenproduzierte Serien und Filme: Der letzte Scheiß! Die Delgeto Produktionen der ARD sind an Niveaulosigkeit nicht mehr zu unterbieten. Die Rosamunde Pilcher Filme im ZDF ebenfalls nicht. Bleibt nur noch Tatort. Jeden Tag kommt auf einem ARD-Sender ein Tatort, Sonntags sogar auf mehreren gleichzeitig. Da muss man schon an fortgeschrittener Demenz leiden, um das noch sehen zu wollen. Dazu bei allen Produktionen immer wieder die gleichen Schauspieler, die hölzerner wirken als die Darsteller der Augsburger Puppenkiste! Bei den sonstigen Unterhaltungsprogrammen fällt denen auch nichts ein: "Wetten Dass" wird seit Jahren künstlich am Leben erhalten. Bei der ARD wird "Dalli Dalli" aus der Klamottenkiste geholt und wiederbelebt. Bloß nichts Neues ausprobieren, das lieben Senioren nicht!
Hin und wieder gibt es mal ein Highlight in ARD und ZDF, das schaue ich dann auch noch. Der einzige Lichtblick ist Arte, das haben wir vermutlich den Franzosen in der Redaktion zu verdanken. Dort kommen nicht nur hochwertige Spielfilme, sondern auch interessante Serien wie "Real Humans". Ansonsten bleibt mir zum Fernsehgucken nur noch die BBC und DVDs/Internet. BBC ist übrigens ein Stichwort: Dort sieht man wie Öffentlich-Rechtliches Fernsehen aussehen könnte, wenn man es richtig macht. Die haben mit CBBC auch ein wirklich gut gemachtes Jugendprogramm und mit Ceebeebies auch ein Kinderprogramm.

von Bolivar diGriz - am 26.10.2013 07:06
@ Kay B
Zitat

Das ist halt alles Geschmackssache. Die synchronisierte Ware finde ich meist immer noch besser als diese grottenschlechte, extrem unnatürlich wirkende deutsche Schauspielerei.

Das ist aber wohl wirklich Geschmackssache. Ich habe nichts dagegen, wenn meine Gebühren für die Produktion von Fernsehfilmen, Vorabendserien usw. mit verwendet werden, wenn dafür aber damit billige US-Serien ala Pro Sieben eingekauft würden hättre ich sehr wohl was dagegen....

Das was die öffentlich rechtlichen an Unterhaltungssendungen produzieren richtet sich ja auch längst nicht ausschließlich an Rentner, auch wenn du das unterstellst, sondern es wird halt eher von älteren Zuschauern geschaut, aber keineswegs mit dem Ziel prodzuziert, dass es sich nur an "Rentner" richtet.
Abgesehen davon laufen die ganzen Sendungen, die selbst ich als "Rentnerberieselung" einstufen würde auf den Öffis auch genau zu den Rentner-Tauglichen Sendezeiten (Vormittags, Mittags, Nachmittags, was spricht also dagegen?

Dass jüngere Zuschauer sich lieber eher vom Niveau her niedrig angesiedelte US-Serien ansehen ist eher eine Modeerscheinung weil die als "Rentnersender" verrufenen Öffis generell abgelehnt werden...

von WiehengeBIERge - am 26.10.2013 07:44
@ WiehengeBIERge

Zitat

Das ist aber wohl wirklich Geschmackssache. Ich habe nichts dagegen, wenn meine Gebühren für die Produktion von Fernsehfilmen, Vorabendserien usw. mit verwendet werden, wenn dafür aber damit billige US-Serien ala Pro Sieben eingekauft würden hättre ich sehr wohl was dagegen....


Das ist dein gutes Recht, das so zu sehen. Aber an deutschen Fernsehserien und -filmen wird irgendwie immer nur der selbe Mist produziert, der untereinander völlig austauschbar ist. Ob das nun die Rosenheim Cops, Garmisch Cops, sonstige Krimis mit pseudowitzigen Charakteren oder irgendwelche Rosamunde Pilchers auf den britischen Inseln oder irgendwo in Skandinavien mit Beziehungsintrigen sind - alles der gleiche Kram, der definitiv nicht auf ein jüngeres Publikum abzielt. Und obendrein eben diese grottenschlechte, extrem künstlich wirkende deutsche Schauspielerei.

Dann würde ich meine Gebühren doch noch lieber in internationale Serien investiert sehen, wo sich die Schauspieler noch wirklich behaupten müssen, um eine Rolle zu bekommen, während hier in Deutschland die Schweiges und Ochsenknechts mit ihren Lendenfrüchten gleich in Lebensverträge mit den Öffentlich-Rechtlichen hineingehievt werden. Da ist es ganz egal, wie grottenschlecht sie sind. Solange Schweiger oder Ochsenknecht hinter dem Namen steht, kriegen sie die Rollen. Wenn es nach ARD und ZDF geht, sind wohl Schweigers und Ochsenknechts Urenkel schon für die Flensburg Cops (nachdem man sich mit der Reihe quer durch Deutschland geackert hat) oder den 50 000 Tatort eingeplant. :mad:


Zitat

Das was die öffentlich rechtlichen an Unterhaltungssendungen produzieren richtet sich ja auch längst nicht ausschließlich an Rentner, auch wenn du das unterstellst, sondern es wird halt eher von älteren Zuschauern geschaut, aber keineswegs mit dem Ziel prodzuziert, dass es sich nur an "Rentner" richtet.


Wie? Du glaubst tatsächlich, daß diese "Basteln-wir-ein-hübsches-Gesteck-Sendungen", Schunkelsendungen, Krimis mit extrem künstlich wirkender Schauspielerei und Emotionsprobleme-der-Oberschicht-Sendungen auf ein jüngeres Publikum abzielen?


Zitat

Abgesehen davon laufen die ganzen Sendungen, die selbst ich als "Rentnerberieselung" einstufen würde auf den Öffis auch genau zu den Rentner-Tauglichen Sendezeiten (Vormittags, Mittags, Nachmittags, was spricht also dagegen?


Eben nicht nur vormittags, mittags oder nachmittags. Gucken wir mal kurz in heutige Programm......

Heute um 20:15 Uhr im ZDF
Willkommen bei Carmen Nebel
Stars, Musik und Überraschungen aus Magdeburg

Klar, das ist natürlich keine Rentner-Unterhaltung, die das ZDF zur besten Sendezeit platziert? :rolleyes:


Zitat

Dass jüngere Zuschauer sich lieber eher vom Niveau her niedrig angesiedelte US-Serien ansehen ist eher eine Modeerscheinung weil die als "Rentnersender" verrufenen Öffis generell abgelehnt werden...


Wieso sind US-Serien vom Niveau her niedriger? Mir erscheint es so, als setzt du US-Serien immer mit Sitcoms gleich. Wenn die so schlecht wären, dann würden die auf dem internationalen Markt nicht weg gehen wie warme Semmel. Mit den US-Krimiserien kann meiner Meinung nach keine deutsche Krimiserie mithalten. Die Schauspieler wirken natürlicher und scheinen echt in ihrer Rolle zu sitzen. Und das kommt irgendwie trotz Synchronisation noch rüber. Es wird auch richtig Spannung aufgebaut, es gibt Kehrtwenden und ganz verschiedene, unscheinbar erscheinende Handlungsstränge laufen erst später zusammen um dann einen ganz anderen Sinn zu ergeben; während man beim ollen Tatort schon nach den ersten 3 Minuten weiß, was passiert - jemand wurde abgemurkst und in den restlichen, knapp anderthalb Stunden guckt man irgendwelchen verschrobenen Charakteren dabei zu, wie sie mit ihren eigenen Problemchen kämpfen und nebenbei den Fall lösen. Seit den 1970er Jahren jeden Sonntagabend das immergleiche Schema. Gääääääääähn!!!!!! Und da wundern sich ARD und ZDF wieso das jüngere Publikum ausbleibt und sich eher internationale Ware reinzieht. :joke: Gut, es war bei den Öffentlich-Rechtlichen ja schon immer so. In den 1960er Jahren glaubte man ja auch noch fest daran, die Jugend würde auf deutsche Marschmusik abfahren. :joke:

von Kay B - am 26.10.2013 15:11
Naja wie du meinst...
Ist eigentlich immer die gleiche Leier, ist ja nicht das erste mal dass du dich so äußerst (was aber auch für mich gilt) ;-).

Zitat

Was den Öffis fehlt sind die typischen US Kracher-Serien. CSI, Bones, Dr. House, Hannibal, White Collar, The Glades... Dann klappts auch mit dem Publikum diesseits der 60.

Und ich sage ganz ehrlich: Ich bin froh, dass meine Gebühren nicht für so einem "Schmarrn" verheizt werden.
Das sind alles so Sendungen wo ich nicht verstehe, was alle daran so toll finden...

Zitat

Aber an deutschen Fernsehserien und -filmen wird irgendwie immer nur der selbe Mist produziert, der untereinander völlig austauschbar ist.

Das gilt aber für die US-Serienware mindestens genau so.

Zitat

Und obendrein eben diese grottenschlechte, extrem künstlich wirkende deutsche Schauspielerei.

Ich finde dass die in der Regel wesentlich besser (weil realitätsnäher) spielen als die in den Ami-Serien. Bzw. besser gesagt, bei denen kann ich es noch nicht mal beurteilen, weil diese ja hier nur in (meist sehr schlechter) Synchronisation laufen.

Zitat

Dann würde ich meine Gebühren doch noch lieber in internationale Serien investiert sehen

Alles bitte, nur das nicht. Dann sollen sie lieber selbst was produzieren...

Zitat

Wie? Du glaubst tatsächlich, daß diese "Basteln-wir-ein-hübsches-Gesteck-Sendungen", Schunkelsendungen, Krimis mit extrem künstlich wirkender Schauspielerei und Emotionsprobleme-der-Oberschicht-Sendungen auf ein jüngeres Publikum abzielen?

Diese "Basteln-wir-ein-hübsches-Gesteck-Sendungen" laufen zu Tageszeiten, wo der arbeitende Bürger eh kein TV gucken kann oder zur die noch jüngeren zur Schule gehen / Hausaufgaben machen müssen und eigentlich nicht vor dem TV sitzen sollten. Was spricht dagegen, zu diesen Zeiten Programme zu senden, die sich an Rentner richten?
Die Krimis und Vorabendserien der ARD (leider gibt es diese nicht mehr in der Form wie noch bis vor ca. 10 Jahren) sind aus meiner Sicht keine spezielle Rentnerunterhaltung und auch nicht zwangsläufig schlecht gespielt.

Zitat

Heute um 20:15 Uhr im ZDF
Willkommen bei Carmen Nebel
Stars, Musik und Überraschungen aus Magdeburg

Klar, das ist natürlich keine Rentner-Unterhaltung, die das ZDF zur besten Sendezeit platziert?

Doch ist es, aber was ist daran verwerflich? Das ZDF ist was das betrifft sowieso noch mal ein Fall für sich ;-), ich bezog mich jetzt eher auf die ARD und die dazugehörigen Dritten.

Was hat / hatte das jetzt aber überhaupt noch mit der Verschmelzung der ÖR-Digitalkanäle zu tun? Eigentlich gar nicht mehr so viel...

von WiehengeBIERge - am 26.10.2013 15:11
@ WiehengeBIERge

Zitat

Das gilt aber für die US-Serienware mindestens genau so.


Eben nicht! Da kommen ständig neue Konzepte. Jetzt z.B. mit Hannibal oder Homeland. Sowas gab es vor her noch nicht. Ich bin von den o.g. Serien jetzt kein Fan, aber sie sind zumindest mal etwas völlig neues.

Bei den Eigenproduktionen der Öffentlich-Rechtlichen ist es hingegen so, daß man ein Konzept, was irgendwann vor sehr langer Zeit mal erfolgreich war, immer weiterführt und künstlich oben hält (Wetten dass..., Tatort) oder sogar noch auf andere Sendungen übertragt (die ganzen ARD- und ZDF-Krimis). ARD und ZDF tun so, als hätten sie irgendwann mal eine immergültige Formel für gutes Fernsehen gefunden und sich immer wieder darauf beziehen. Oder um es mal auf dein Hobby zu übertragen: Das ist so, als würdest du eine Schaltung für einen bestimmten Zweck entwickeln und davon ausgehen, daß deine Schaltung die einzig wahre Schaltung für diesen Zweck ist und es auch immer sein wird, sodaß keinerlei Änderungen oder gar andere Schaltungen notwendig sind. Genau das ist es, was ARD und ZDF seit jeher machen. :-(


Zitat

Ich finde dass die in der Regel wesentlich besser (weil realitätsnäher) spielen als die in den Ami-Serien.


Gut das ist Geschmackssache. Und es ist ja auch egal, wie du und ich das sehen. Ich wollte damit eigentlich nur einen Erklärungsansatz liefern, warum internationale Serien bei jüngeren Zuschauern deutlich beliebter als deutsche Produktionen sind. Denn das läßt sich nicht nur als "Modeerscheinung" abtun.


Zitat

Alles bitte, nur das nicht. Dann sollen sie lieber selbst was produzieren...


ARD und ZDF haben sich im Unterhaltungsbereich mindestens seit den letzten 20 Jahren kaum geändert. Es ist also nicht davon auszugehen, daß sich da etwas tun wird.


Zitat

Zitat

Wie? Du glaubst tatsächlich, daß diese "Basteln-wir-ein-hübsches-Gesteck-Sendungen", Schunkelsendungen, Krimis mit extrem künstlich wirkender Schauspielerei und Emotionsprobleme-der-Oberschicht-Sendungen auf ein jüngeres Publikum abzielen?

Diese "Basteln-wir-ein-hübsches-Gesteck-Sendungen" laufen zu Tageszeiten, wo der arbeitende Bürger eh kein TV gucken kann oder zur die noch jüngeren zur Schule gehen / Hausaufgaben machen müssen und eigentlich nicht vor dem TV sitzen sollten. Was spricht dagegen, zu diesen Zeiten Programme zu senden, die sich an Rentner richten?


Dabei bezog ich mich eher auf deine Aussage:

Zitat

Das was die öffentlich rechtlichen an Unterhaltungssendungen produzieren richtet sich ja auch längst nicht ausschließlich an Rentner, auch wenn du das unterstellst, sondern es wird halt eher von älteren Zuschauern geschaut, aber keineswegs mit dem Ziel prodzuziert, dass es sich nur an "Rentner" richtet.


...Und eben, daß sich dieses "Senioren-TV" nicht nur auf das Tagesprogramm, sondern auch auf die Hauptsendezeiten beschränkt.


Zitat

Die Krimis und Vorabendserien der ARD (leider gibt es diese nicht mehr in der Form wie noch bis vor ca. 10 Jahren) sind aus meiner Sicht keine spezielle Rentnerunterhaltung und auch nicht zwangsläufig schlecht gespielt.


Was war daran aber anders als am immergleichen Tatort? Es sind eigentlich immer nur irgendwelche Geschichten, die um die immergleichen Charakteren gestrickt sind. Diese Geschichten bestehen dann meist aus irgendwelchen Beziehungsproblemen, teilweise gewürzt mit der Pseudowitzigkeit der Charaktere. Und dabei wird dann nebenbei noch ein Fall gelöst. Eben immer das gleiche Schema. Außer ein paar Schauspielern und den Drehorten gibt's da nichts neues! :-(


Zitat

Doch ist es, aber was ist daran verwerflich?


Es wäre ja in Ordnung, wenn das einmal die Woche so wäre. Aber die Öffentlich-Rechtlichen füllen die Hauptsendeplätze eben ständig mit solchem Seniorensendungen. Gegen die Seniorenunterhaltung ist ja nichts einzuwenden, aber man müßte das auf einen Sender konzentrieren und die Sender profilieren, so wie es der ORF schon seit Ewigkeiten macht. Also daß man weiß, was man auf einem bestimmten Sender zu erwarten hat und sich nicht irgendwelche Sendungen mühsam zwischen Kaffeekränzchen- und Emotionsprobleme-der-Oberschicht-Sendungen raussuchen muß. Das ZDF betreibt mit der Beteiligung am Kika und an 3sat ganze 6 TV-Sender. Und es sind trotzdem alles irgendwie 6 Gemischtwarenläden.


Zitat

Was hat / hatte das jetzt aber überhaupt noch mit der Verschmelzung der ÖR-Digitalkanäle zu tun? Eigentlich gar nicht mehr so viel...


Doch! Die Öffentlich-Rechtlichen planen schon wieder einen "Spartenkanal", der aufeinmal eine Zuschauerschaft ansprechen soll, die die Öffentlich-Rechtlichen seit gut 20 Jahren völlig vernachlässigt haben (durch Zuschauerzahlen eindeutig nachgewiesen, falls das wieder jemand hier anzweifelt). Und da stellt sich die Frage, mit welchen Inhalten sie diesen Sender füllen wollen. Und da liegt es sehr nahe, auch über die bisherigen Programme der Öffentlich-Rechtlichen zu reden und ob es da brauchbare Inhalte für diesen "Jugendkanal" gibt.

von Kay B - am 26.10.2013 19:25
Ich wusste das mir das mit dem "Rundfunkgesetz" jemand auf die Füße wirft. :rolleyes:

Das mit Berlin ist eine Ausnahmeregelung wegen den Politikern die sich aus dem ganzen Bundesgebiet dort versammeln und dort ihren Arbeitsplatz haben.

Die frage die viele hier gerne mal vergessen ist "Wer will das eigentlich außer uns Radiofreaks?". Möchten tatsächlich so viele Sachsen Bayern 1 hören das sich dessen Verbreitung dort lohnt? Oder so viele Pfälzer MDR Jump? Die zweite frage ist auch welche Motivation der Gesetzgeber haben sollte den Rundfunkstaatsvertrag zu ändern? Auch sollte man mal die Programmmacher fragen ob sie überhaupt Bundesweit senden wollen? Wollen sie sich überhaupt mit dem Elchradio aus Baden-Baden im gleichen Ensemble anlegen? Welche Vorteile würde ihnen eine bundesweite Ausstrahlung bringen? Und wie lange würde es wohl dauern bis der erste Verantwortliche um die Ecke käme und sagen würde "Jaaaa wenn wir jetzt in ganz Deutschland empfangbar sind müssen wir auch unser Programm umstellen und dafür wollen wir jetzt ein größeres Stück vom Gebührenkuchen."? Alle ARD Radiosender in ganz Deutschland über Antenne zu empfangen wäre doch wohl eher ein "Nice to have" für eine doch recht überschaubare Gruppe von Leuten.

von Spacelab - am 30.10.2013 14:36
Ministerpräsidentenkonferenz am 16./17. Oktober 2014

Der Tagesspiegel meldet heute Vormittag:

Überraschende Entscheidung - Jugendkanal von ARD und ZDF nur im Internet

Damit hatten die Intendanten von ARD und ZDF nicht gerechnet: Nach einer Entscheidung der Ministerpräsidenten wird der gemeinsame öffentlich-rechtliche Jugendkanal wohl nur im Internet zu sehen sein.

Der von ARD und ZDF geplante Jugendkanal wird nur im Internet an den Start gehen, ein eigenes Angebot in Radio und Fernsehen soll es nicht geben. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder am Freitag bei ihrer Konferenz in Potsdam beschlossen, wie die Nachrichtenagentur dpa aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr.

ARD und ZDF hatten ursprünglich einen Multimedia-Auftritt für 14- bis 29-Jährige in Fernsehen, Radio und im Netz geplant. Doch dagegen hatte es in einigen Bundesländern Widerstand gegeben. Unmittelbar vor der Konferenz der Regierungschefs gab es vor allem aus dem CDU-geführten Sachsen Gegenwind.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/ueberraschende-entscheidung-jugendkanal-von-ard-und-zdf-nur-im-internet/10853144.html

Kommentare zum Thema:

FAZ: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/oeffentlich-rechtlich-die-jugend-hat-den-kanal-schon-lange-voll-13210627.html

Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/medien/ard-und-zdf-retten-vor-verwahrlosung-jugendversteherwahn/10844058.html

von Manfred Z - am 17.10.2014 10:16
Aus der heutigen Pressemitteilung der MPK:

Finanzierung durch Wegfall von 1plus und ZDF Kultur. 1festival bleibt also.

>> Die Ministerpräsidenten beauftragten ARD und ZDF, künftig ein Jugendangebot im Onlinebereich anzubieten. Damit sollen die öffentlich-rechtlichen Sender attraktiver für junge Mediennutzer werden. Finanziert werden soll das neue Angebot durch den Wegfall von insgesamt zwei Digitalkanälen: EinsPlus (ARD) und ZDF Kultur. Woidke betonte, dass die Konferenz nach langem Vorlauf nun eine Entscheidung getroffen habe, die ARD und ZDF Planungssicherheit und eine Perspektive für den weiteren Aufbau des Angebots gebe. Ministerpräsident Woidke wörtlich: „Das intensive Ringen hat sich gelohnt. Das ist der Startschuss. Wichtig ist mir aber auch zu betonen, dass diese Planungen bis zum Jahr 2020 mit keinen zusätzlichen Kosten für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sind.“ Ministerpräsident Haseloff: „Sachsen-Anhalt hat sich seit langem dafür eingesetzt, dass ARD und ZDF ein neues attraktives Angebot für junge Menschen schaffen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird von allen Bürgerinnen und Bürgern finanziert. Daher müssen seine Angebote auch alle Altersgruppen erreichen. Mit dem Beschluss zur Beauftragung eines gemeinsamen neuen Online-Angebots haben ARD und ZDF die Chance, im Internet Inhalte zu gestalten, die für junge Menschen relevant sind und den öffentlich-rechtlichen Auftrag mit Information, Bildung und Kultur in moderner Form präsentieren. Ich hoffe, dass die Rundfunkanstalten diese Chance ergreifen und junge Menschen wieder für sich gewinnen.”

von Manfred Z - am 17.10.2014 11:29
@ Spacelab

Zitat

Es wird doch auch so geschaut.


Wird da wirklich noch geschaut? Oder ist das nur Berieselung, die nebenbei läuft? Gerade bei VIVA hatte man in den 90ern noch einen immensen Aufwand getrieben, sodaß bis auf einige Stunden nachts quasi alles irgendwie moderiert war und größtenteils auch richtige Sendungen gemacht wurden. Es gab richtig große Veranstaltungen auf Messen und eigene Konzerte. Und auch damals waren da BWLer am Werk, denen es letztlich nur ums Geldverdienen ging.

Wäre die Zuschauerschaft damals schon mit einer "Festplattenstation" zufrieden gewesen, hätte man das damals schon gemacht. Dieser Übergang zu "Festplattenstationen" muß meiner Meinung nach dadurch gekommen sein, daß Fernsehen bei jüngeren Generationen derweil bestenfalls nur noch zur Hintergrundberieselung genutzt wird. Mehr Aufwand rentiert sich da einfach nicht.



@ DLR-Fan Sachsen-Anhalt

Zitat

Daher war die Entscheidung es im Internet "billig" zu versuchen sogar richtig.


Ganz so "billig" wird das wohl nicht sein, da man nur die Verbreitungskosten über Sat, DVB-T und Kabel spart. Und wenn der tatsächlich gesehen werden sollte, dürften die anfallenden Datenstreams über das Internet auch alles andere als billig sein. Das könnte sogar teurer werden als das Programm einfach in die bestehenden Muxxe mit aufzunehmen.

Und die Produktionskosten bleiben gleich hoch; ganz egal wie der Kanal dann übertragen wird.

von Kay B - am 17.10.2014 12:04
Zitat
Nordi
Werden jetzt 2 Sender geopfert, um etwas zu finanzieren, was keiner will?
Es freut sich die Privatfunk-Lobby.

Allerdings. Der VPRT schafft es aber trotzdem ein Haar in der Suppe zu finden:

Zitat
Quotenmeter.de
Auch von Seiten des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V. kamen am Freitagnachmittag erste Kommentare zur Entscheidung. Zum einen zeigte sich Vorstandsvorsitzender Dr. Tobias Schmid über die Einstellung der digitalen Spartenkanäle erfreut, zum anderen kritisierte er das mangelnde Konzept für den neuen Jugendkanal. Seiner Meinung nach handele es sich dabei um einen Blankoscheck. Außerdem vertritt er die Meinung, dass diese Entscheidung dem fairen Wettbewerb schaden werde. „Der VPRT nimmt erleichtert zur Kenntnis, dass die konzeptlose Expansion der öffentlich-rechtlichen Spartensender durch die Ministerpräsidentenkonferenz beendet wurde. Wir begrüßen die Einstellung von zwei Kanälen sowie den Stopp des am Bedarf vorbei konzipierten Jugendkanals von ARD und ZDF. Die Idee, ein Projekt ohne inhaltliche Begrenzung aufzusetzen, hat bei den Digitalkanälen schon nicht funktioniert. Jetzt ein Onlineangebot mit einem Blankoscheck von 45 Millionen Euro auszustatten, wird es kaum besser machen." Mit der angestrebten Crossmedialität, insbesondere der Vernetzung mit den jungen Hörfunkwellen der ARD, werde nach Meinung von Schmid ein übergreifendes Jugendangebot entstehen, das den Wettbewerb erheblich zu Lasten der Privaten beeinträchtigt. "Angesichts all dieser Punkte würde es uns wundern, wenn die Beauftragung nicht einen neuen Konflikt mit allen anderen Mediengattungen zur Folge haben wird.“


von Zwölf - am 17.10.2014 15:18
Wieso entbindet man die Öffentlich-Rechtlichen nicht endlich von der Verpflichtung Unterhaltung zu liefern?

Klar, da kommt jetzt das Gegenargument, daß die Quoten einbrechen und ihre Berechtigung infrage gestellt werden könnte. Aber gerade die jüngeren Generationen haben die Öffentlich-Rechtlichen seit Anfang der 90er Jahre im Unterhaltungsbereich zurück gelassen. Da können also keine Quoten mehr einbrechen, weil diese schon seit den 90ern weg sind. Wieso kommt man jetzt aufeinmal auf die Idee, sich nach so einer extrem langen Zeit im Unterhaltungsbereich wieder der Jugend widmen zu müssen?

Und wie soll das denn nun konkret funktionieren? Wer sich einbildet, ohne aktuelle Filme und Serien aus Übersee einen Jugendkanal etablieren zu können, der lebt in einem anderen Universum. Und auf eben diesen Rechten hocken die Privaten. Und denen sollen die Rechte in einem mit Haushaltsabgabengeldern finanzierten Preiskampf jetzt streitig gemacht werden, oder was?

Wieso beschränken sich die Öffentlich-Rechtlichen nicht einfach auf das, was kommerziell nicht tragbar ist? Kein Mensch käme auf die Idee, öffentlich-rechtliche Supermarktketten aufzubauen, die in Konkurrenz zu privaten Supermarktketten treten. Aber genau sowas haben wir im Rundfunk und im Fernsehen!

von Kay B - am 17.10.2014 16:44
ARD Pressemeldung

Die ARD zur Entscheidung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten für ein gemeinsames Jugendangebot von ARD und ZDF

>> Der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Lutz Marmor:

"Das ist eine gute Nachricht für unser junges Publikum. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben ARD und ZDF ausdrücklich beauftragt, ein zusätzliches Angebot für unter 30-Jährige zu entwickeln. Zukunftsweisend ist dabei, dass die Beschränkungen im Internet wegfallen. Dass es kein eigenes Programm im Fernsehen geben wird, erschwert allerdings den Start, aber wir werden alles daran setzen, gemeinsam mit dem ZDF ein gutes Angebot im Netz zu entwickeln."

Der Intendant des federführenden SWR, Peter Boudgoust:

"Die Beauftragung entspricht nicht dem ursprünglichen Konzept eines crossmedialen Angebots. ARD und ZDF hatten auf die konsequente Verschmelzung von Hörfunk, Online und Fernsehen gesetzt, ein innovativer, multimedialer, durchdachter Ansatz. Nun müssen wir uns auf eine Ausstrahlung im Internet beschränken. Das bringt Probleme mit sich, beispielsweise mit Blick auf Urheberrechte. Obwohl unser Konzept von vielen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt wurde, wird es nun schwerer, das Jugendangebot zum Fliegen zu bringen. Aber klar ist: Wir arbeiten weiter konsequent an jungen Programminnovationen. Das sind wir der jungen Generation schuldig."

von Manfred Z - am 17.10.2014 16:47
Rheinland-Pfalz hat den Vorsitz in der Rundfunkkommission der Länder.

Deshalb gibt es zusätzliche Meldungen aus RP:

Zitat

Onlinebasiertes Jugendangebot

Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt, dass durch den Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder der Weg nun für ein gemeinsames onlinebasiertes Jugendangebot von ARD und ZDF frei gemacht wurde.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ich bin froh, dass ARD und ZDF jetzt mit einem zeitgemäßen Jugendangebot starten können. Das onlinebasierte Jugendangebot, das mit den jungen Hörfunkwellen der ARD verknüpft wird, holt die Jugendlichen da ab, wo sie sich aufhalten – nämlich im Internet.“

Für dieses Angebot werden ARD und ZDF eine Selbstverpflichtungserklärung abgeben, wonach das Angebot nicht über die vereinbarten 45 Millionen Euro hinausgeht. Durch die Einstellung der Spartenkanäle EinsPlus und ZDFkultur können die benötigten Mittel teilweise erbracht werden.

Die Ministerpräsidentin erklärte hierzu: „Durch die unmittelbare Beauftragung des Online-Jugendangebots unterliegt dieses nicht den Beschränkungen, wie sie für die sonstigen Telemedienangebote im Rundfunkstaatsvertrag bestehen. Dies eröffnet den Rundfunkanstalten die Möglichkeit, das Angebot unter Nutzung sämtlicher Angebotsformen auszugestalten.“

Das Programm soll daher neben den klassischen Abrufdiensten auch Streaming in Bild und Ton, interaktive Foren und Live-Übertragungen bieten. Für das Angebot können dabei auch eigenständige Inhalte produziert werden. Davon profitieren im Folgenden auch die bestehenden Radio- und Fernsehprogramme, da wechselseitige Programmzulieferungen möglich und auch gewünscht sind.

Darüber hinaus waren sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zudem einig, den Telemedienauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zeitgemäß fortentwickeln zu wollen. Dazu wird die Rundfunkkommission sowohl mit der EU-Kommission als auch mit den sonstigen Akteuren der Medienlandschaft Gespräche führen, um gesetzgeberische Spielräume auszuloten.



Zitat

Medienvielfalt fördern

Die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, der Ministerpräsident des Landes Sachsen, Stanislaw Tillich, und der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, haben heute in Potsdam stellvertretend für die Länder ein Gutachten zur konvergenten Medienordnung entgegengenommen.

Erarbeitet wurde das Gutachten von Prof. Dr. Winfried Kluth (Universität Halle-Wittenberg) und Prof. Dr. Wolfgang Schulz (Hans-Bredow-Institut, Hamburg). Der Gutachtenauftrag ist entstanden aus der Arbeit der AG Medienstaatsvertrag der Rundfunkkommission, in der die Länder die Konsequenzen des Medienwandels für die medienpolitischen Instrumente und ihre Schnittstellen zum Bundesrecht diskutieren. Die AG dient der Vorbereitung der Arbeit einer Bund-Länder-Kommission zu diesen Fragen, die auch im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene vereinbart wurde.

Ziel der Länder in diesem Prozess ist der Erhalt von Vielfalt und kommunikativer Chancengleichheit in einer konvergierenden Marktsituation sowie die Schaffung von Planungssicherheit für die in Deutschland ansässigen Medienunternehmen. Die Ländergemeinschaft wird daher in Auseinandersetzung mit dem Gutachten eine eigenständige gemeinsame Grundlage erarbeiten, um ab Anfang 2015 gut vorbereitet in eine Bund-Länder-Kommission für eine konvergente Medienordnung gehen zu können. Das Gutachten beschäftigt sich mit Bereichen der Regulierung, die sich im Kern des öffentlichen Medienrechts befinden. Dies sind Bereiche, die das Regulierungsziel der Vielfaltssicherung betreffen, sich an der Schnittstelle zwischen Bundes- und Landesregulierung bewegen und strukturell von einer Konvergenz-Entwicklung betroffen sind.

Folgende Kernaussagen des Gutachtens werden für die weitere Diskussion Relevanz haben:

- Trotz der Konvergenz im Mediensektor besteht kein Bedarf einer radikalen Veränderung des Regulierungskonzeptes, vielmehr werden graduelle Anpassungen vorgeschlagen.
- Fernsehen behält seine Funktion als Leitmedium, allerdings sind für bestimmte Angebote und Zielgruppen nicht-lineare Angebote von deutlich steigender Bedeutung.
- Unter Berücksichtigung empirischer Forschung sind weite Spielräume für den Gesetzgeber eröffnet, Maßnahmen zu treffen die Vielfalt fördern und Meinungsmacht verhindern.
- Den Ländern steht die Gesetzgebungskompetenz im Bereich der Vielfaltsicherung zu, der Bund hat die Gesetzgebungskompetenz für Wirtschaft und Telekommunikation.
- Die Verhinderung von Meinungsmacht bleibt - wo immer sie entsteht - verfassungsrechtliche Pflichtaufgabe der Länder. Ländern und Bund stehen verschiedene Handlungs- und Gestaltungsoptionen offen, die sich gegenseitig nicht ausschließen. Zu ihnen gehören Staatsverträge, Verwaltungsvereinbarungen, informelle Absprachen und Streitschlichtungsverfahren als Governance-Instrument.


Das Gutachten findet man hier: http://www.rlp.de/ministerpraesidentin/staatskanzlei/medien/

von Manfred Z - am 17.10.2014 19:08
Nach dem ursprünglichen Konzept der "Digitalkanäle", wie es in den Anlagen zum RStV (hier 13. Änd.) beschrieben ist, ist 1festival der Kanal für jüngere Menschen, während 1plus für alle Altersgruppen bestimmt ist. Hier sind Auszüge aus dem Konzept der ARD:

Zitat

III. Die Konzepte der einzelnen digitalen Fernsehprogramme

1. EinsFestival

a) Grundkonzeption

EinsFestival ist - wie in den ARD-Programmleitlinien 07/08 beschrieben - ein innovatives, kulturell orientiertes Angebot mit jüngerer Ausrichtung. Das Programmangebot ist zwar grundsätzlich an einen breiten Zuschauerkreis gerichtet, es orientiert sich strukturell und inhaltlich aber an der Alltagskultur eines jüngeren Publikums und hat insofern nicht den Anspruch eines Vollprogramms. EinsFestival leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, bei jüngeren Menschen mehr Aufmerksamkeit für öffentlich-rechtliche Programmangebote zu erreichen.

In einem Fernsehangebot, das an die Lebenswelt junger Menschen anknüpft, wird deren große Bandbreite abwechslungsreich dargestellt und präsentiert. Der Programmgestaltung von EinsFestival liegt daher ein breiter Kulturbegriff zugrunde. Sie wird besonders durch Film, Musik, Sport, Wissen, Medien und Kommunikation geprägt. Tagesaktuelle vertiefende lnformationsangebote, z. B. aus den Bereichen Innen- und Außenpolitik, Wirtschafts- und Finanzpolitik, klassische Service- und Ratgeberangebote, Kinderprogramme und regelmäßige Berichterstattung von Sportveranstaltungen sind nicht Bestandteil der regulären Programmgestaltung von EinsFestival.

Bei EinsFestival steht vor allem der Wunsch nach Orientierung und einem eigenen Lebensstil jüngerer Menschen im Mittelpunkt. Deshalb muss ein Angebot für diese Zielgruppe alle adäquaten Gestaltungsformen des Mediums nutzen und durch eine attraktive Online-Präsenz ergänzen und vertiefen. Der Einsatz jüngerer Moderatorinnen und Moderatoren ist ein weiterer Teil des Programmkonzepts.

b) Programminhalte
(1) Film und Serie
(2) Dokumentation und Reportage
(3) Musik und Unterhaltung
(4) Sport
(5) Wissen


Zitat

2. EinsPlus

a) Grundkonzeption

EinsPlus ist ein Fernsehprogramm mit Service-Charakter, das grundsätzliches Wissen über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge vermittelt.

In jüngerer Zeit wurde es zu einem öffentlich-rechtlichen Service-, Ratgeber- und Wissensangebot weiterentwickelt, das schnell Akzeptanz bei den Fernsehzuschauern gefunden hat. EinsPlus positioniert sich als modernes, generationsübergreifendes Familienprogramm, das während des ganzen Jahres "Public Value" und praktischen Mehrwert bietet.

b) Programminhalte
(1) Service und Ratgeber
(2) Wissen


Beim ZDF hat der ZDF Familienkanal (jetzt ZDF neo) die Aufgabe ein jüngeres Publikum einzubinden.

von Manfred Z - am 18.10.2014 07:29

ARD-Konzept für Jugendkanal

Die ARD-Intendantinnen und -Intendanten haben sich in Köln getroffen. Dabei ging es auch um den neuen Jugendkanal im Internet.

Link zur Pressekonferenz: http://www.ard.de/home/intern/presse/pressearchiv/Meldungen_der_ARD_PK_am_22_04_2015_in_Koeln/1797694/index.html

ARD Pressemeldung:

Zitat

ARD verständigt sich auf Konzept für Junges Angebot

Die ARD-Intendantinnen und -Intendanten haben sich bei ihrer Sitzung in Köln grundsätzlich auf ein Konzept für das Junge Angebot von ARD und ZDF verständigt. ARD und ZDF bringen das gemeinsam erarbeitete Konzept in die zuständigen Gremien ein: in den ZDF Fernsehrat und in den Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR). Der SWR ist auf ARD-Seite federführend für das Junge Angebot verantwortlich. Danach soll das Konzept der Rundfunkkommission der Länder übergeben werden, damit die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder die staatsvertragliche Beauftragung des Angebots in Gang setzen. Geplant ist der Start des Jungen Angebots für Mitte 2016.

Finanzierung durch einzustellende Digitalkanäle

Die Intendantinnen und Intendanten bekräftigten bei der Kölner Sitzung, dass zur Finanzierung die einzustellenden Digitalkanäle EinsPlus und ZDFKultur herangezogen würden. Darüber hinaus erfolge die Finanzierung durch Umschichtungen im Bestand.

Marmor: "Junge sollen das Angebot mitgestalten"

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor zeigte sich überzeugt, dass das zukünftige Junge Angebot Innovationsimpulse setzen werde: "Junge Leute sollen Themen anstoßen, mitdiskutieren und das Angebot aktiv mitgestalten. Ich bin gespannt auf interessante neue Formen und kreative Inhalte aus allen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens. So kann eine echte Alternative für das junge Publikum entstehen."

Grund: "Wir freuen über die einmalige Chance"

Auch die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD (GVK) hat sich auf ihrer Sitzung mit dem Jungen Angebot beschäftigt. Der Vorsitzende Uwe Grund: "Wir freuen uns, dass die einmalige Chance, die ARD und ZDF durch die Beauftragung mit dem Jungen Angebot erhalten haben, mit großem Engagement angegangen wird. Nun hoffen wir, dass die Rundfunkkommission der Länder das Beauftragungsverfahren schnell in Gang setzt, damit das junge Angebot bald online gehen kann."

Demokratiestiftende, meinungsbildende Inhalte

Das Junge Angebot von ARD und ZDF soll für die 14 bis 29-Jährigen identitäts- und demokratiestiftende, meinungsbildende Inhalte anbieten. Es soll die Beteiligung junger Menschen am gesellschaftlichen Diskurs fördern und frei und unabhängig von kommerziellen Interessen sein. Es wird komplett werbefrei sein. Da das Angebot gemäß Beschluss der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom Oktober 2014 ausschließlich online verbreitet werden soll, kommt Social-Media-Plattformen und der Kommunikation mit den Nutzern eine große Bedeutung zu.

Stand: 22.04.2015, 11.00 Uhr


------------------------

Video von der PK: http://www.ard.de/home/intern/presse/pressearchiv/Video_Mitschnitt_der_ARD_Pressekonferenz/1797674/index.html

Infos von der PK via DWDL: http://www.dwdl.de/nachrichten/50681/neues_vom_jugendangebot_der_letzte_feinschliff_fehlt/

von Manfred Z - am 22.04.2015 12:15
Zitat
Sebastian Dohrmann
Das war alles lange bekannt, wenn man einschlägige Medienseiten verfolgt und jetzt wurde das Ganze nur noch von den Länderparlamenten abgesegnet.


Nein, die Ministerpräsidenten haben den 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag unterzeichnet. Erst danach geht er in die Landesparlamente. Da der Vertrag am 1. Oktober in Kraft treten soll, haben die Parlamente noch 9 Monate Zeit für die Beratung.

Hier ist die PM der Staatskanzlei RP von gestern:


Zitat

Unterzeichnung des 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrages

Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben auf ihrer Konferenz den 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag unterzeichnet. „Mit dem 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag haben wir eine Fülle an zukunftsfähigen Regelungen getroffen. Dabei machen wir den Rundfunk ebenso wie den Telemedienbereich fit für die Zukunft“, so die Vorsitzende der Rundfunkkommission, Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Besonders freue ich mich, dass das onlinebasierte Jugendangebot von ARD und ZDF nun starten kann. Damit kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nun jungen Menschen dort für diese Zielgruppe passgenaue Angebote zur Verfügung stellen – und dies in der sich ständig verändernden Welt des World Wide Web. Ab dem 1. Oktober 2016 wird es nach dem Motto „only online“ ein rein webbasiertes Angebot für die jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren von ARD und ZDF geben“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Ein weiteres wichtiges Element aus meiner Sicht ist die Fortentwicklung des Jugendmedienschutzes. Eltern wünschen sich eine zeitgemäße Unterstützung bei der Medienerziehung ihrer Kinder“, so die Vorsitzende der Rundfunkkommission. So soll der Jugendmedienschutzstaatsvertrag Jugendschutzprogramme fördern, die von den Eltern autonom und individuell eingestellt werden können.

„Schließlich enthält der 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag Feinjustierungen beim Rundfunkbeitragssystem. Die Umstellung auf das neue Beitragsmodell war ein voller Erfolg. Es sichert die finanzielle Grundlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in der Zukunft“, erläuterte die Ministerpräsidentin.

Das Inkrafttreten des 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrages ist für den 1. Oktober 2016 vorgesehen.


von Manfred Z - am 04.12.2015 11:27
Die Staatskanzlei RP hat den Wortlaut des Neunzehnten Staatsvertrags zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge (Neunzehnter Rundfunkänderungsstaatsvertrag) veröffentlicht.

Es werden insgesamt fünf Staatsverträge geändert.
- Artikel 1 - Änderung des Rundfunkstaatsvertrages
- Artikel 2 - Änderung des ZDF-Staatsvertrages
- Artikel 3 - Änderung des Deutschlandradio-Staatsvertrages
- Artikel 4 - Änderung des Rundfunkbeitragsstaatsvertrages
- Artikel 5 - Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages

https://www.rlp.de/de/landesregierung/staatskanzlei/medienpolitik/

Aus Artikel 1:

5. Es wird folgender neuer § 11g eingefügt:

㤠11g Jugendangebot

(1) Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten und das
ZDF bieten gemeinsam ein Jugendangebot an, das Rundfunk und Telemedien
umfasst. Das Jugendangebot soll inhaltlich die Lebenswirklichkeit und die Interessen
junger Menschen als Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen und dadurch einen
besonderen Beitrag zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags nach
§ 11 leisten. Zu diesem Zweck sollen die in der ARD zusammengeschlossenen
Landesrundfunkanstalten und das ZDF insbesondere eigenständige audiovisuelle
Inhalte für das Jugendangebot herstellen oder herstellen lassen und Nutzungsrechte
an Inhalten für das Jugendangebot erwerben. Das Jugendangebot soll
journalistisch-redaktionell veranlasste und journalistisch-redaktionell gestaltete interaktive
Angebotsformen aufweisen und Inhalte anbieten, die die Nutzer selbst
zur Verfügung stellen.

(2) Zur Erfüllung der demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der
Zielgruppe ist das Jugendangebot inhaltlich und technisch dynamisch und entwicklungsoffen
zu gestalten und zu verbreiten. Dazu soll auch durch eine zielgruppengerechte
interaktive Kommunikation mit den Nutzern sowie durch verstetigte
Möglichkeiten ihrer Partizipation beigetragen werden.

(3) Andere Angebote der in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten
und des ZDF nach Maßgabe dieses Staatsvertrages sollen mit dem Jugendangebot
inhaltlich und technisch vernetzt werden. Wird ein eigenständiger
Inhalt des Jugendangebots auch in einem anderen Angebot der in der ARD zusammengeschlossenen
Landesrundfunkanstalten oder des ZDF genutzt, sind die
für das andere Angebot geltenden Maßgaben dieses Staatsvertrages einschließlich
eines eventuellen Telemedienkonzepts zu beachten.

(4) Die Verweildauer der Inhalte des Jugendangebots ist von den in der ARD zusammengeschlossenen
Landesrundfunkanstalten und dem ZDF so zu bemessen,
dass sie die Lebenswirklichkeit und die Interessen junger Menschen abbilden und
die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der jeweils zur Zielgruppe
gehörenden Generationen erfüllen. Die Grundsätze der Bemessung der
Verweildauer sind von den in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten
und dem ZDF regelmäßig zu prüfen. Die Verweildauer von angekauften
Spielfilmen und angekauften Folgen von Fernsehserien, die keine Auftragsproduktionen
sind, ist zeitlich angemessen zu begrenzen.

(5) [...]“

von Manfred Z - am 08.12.2015 19:17
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
sollte man den Jugendkanal lieber auch auf Sat schalten, finde ich.


Kurze Info: Man kann den Jugendkanal nicht auf Sat aufschalten, weil es keinen Jugendkanal gibt. Es ist kein lineares Angebot. Die Inhalte des Jugendkanals gibt es schon jetzt an verschiedenen Stellen im Internet (z.B. auf YouTube) und werden dann einzig unter einem gemeinsamen Namen organisatorisch zusammengefasst bzw. auch mit einer Website / App verknüpft. Einen "Kanal" bzw. Stream gibt es also nicht.

Zitat
TobiasausH
sIch dachte OhNE wird der neue Jugendkanal von ARD/ZDF?


ONE wird (bzw. einsfestival ist) quasi das zdf_neo der ARD, also für ältere Jugendliche. ;-)
Und zu zdf.kultur kann man sagen, dass das, was momentan unter diesem Namen läuft, nur ein Platzhalter ist. Denn eigentlich wollte man den Sender längst abschalten. Durfte aber nicht.
Und – um das Thema Rundfunkbeiträge noch mit einzubringen: Jene finde ich in *neuen* Dokus auf ZDF Info doch etwas besser angelegt als der 17. Wiederholung von "Melodien für Millionen".

von kielerförde - am 18.08.2016 15:34

ARD will ÖR Digitalkanäle verschmelzen, ZDF lehnt ab

Zitat
Thomas (Metal)
Ich hoffe auf eherliche Selbstrefexion von ARD und ZDF was man erreicht hat... Vielleicht sogar auch nicht unbedingt jetzt, sondern dann in einem halben Jahr. Und wenn es so ist, daß das Erreichte ausschließlich die politischen Vorgaben sind, sollte man es auch sagen. Die Namen derer nennen die hier ARD und ZDF in die Scheiße (sic!) fahren.


Die Namen sind letztlich bekannt. Es wurde von verschiedenen Seiten (auch wegen dem steigenden Rundfunkbeitrag) kritisiert, dass ARD und ZDF zuviele (= jeweils drei) digitale "Nebenprogramme" aktiviert hätten (obwohl dies vorher die Ministerpräsidentenkonferenz selbst genehmigt hatte).

Da u.a. diese Runde aber reklamierte, dass es zwar einen KIKA gäbe, aber eben keinen gemeinsamen eigenen "Jugendkanal" als Grundversorgung für die Älteren, boten ARD und ZDF einen solchen an. Zwar waren die Mitglieder der o.g. Konferenz davon begeistert, wollten aber keinen weiteren digitalen ö-r TV-Kanal akzeptieren. Also gab es eine unverbindliche "Vorab-Zustimmung" unter der Auflage, dass dafür zwei digitale ö-r TV-Kanal von ARD / ZDF eingestellt werden müssten. ARD und ZDF stimmten nach Eigendiskussionen "schweren Herzens" zu und boten an, ihre zuschauerschwächsten digitalen Kanäle (= ZDF-Kultur und EinsPlus) abzuschalten. Dann dauerte die Gespräche erst einmal, bis schliesslich bei der entscheidenden Ministerpräsidentenkonferenz die Freigabe für einen ö-r Jugendkanal gegeben wurde, überraschenderweise allerdings nur als online, also nicht mehr terrrestrisch bzw. Satellit (jeder mag sich seine Gedanken machen, von welcher Seite da Einfluss genommen bzw. Bedenken für eine Verbreitung ausserhalb online geäussert wurden :sneg: )

von KlausD - am 01.10.2016 09:16
Zitat
andimik
Gott sei Dank hat man auf ZDF Kultur zT 40 Jahre alte Sendungen wieder ausgestrahlt.


Die Sendungen waren deshalb so alt, weil dann (wenn man diversen Quellen glauben darf) kaum bzw. keine Rechtekosten an die Verwerter anfallen.

Die Qualität begeisterte trotz des Alters!

Ich persönlich hätte gerne auch die neueren Unterhaltungssendungen, die mir aus meiner Kindheit noch gut bekannt sind, gesehen.

Statt dessen wurde immer und immer wieder das alte Zeug aus den 70ern wiederholt. War zwar auch ganz nett, das nochmal zu sehen, aber nicht in Dauer-Rotation.

OT: Witzig finde ich übrigens, dass - nun, nachdem die öR diese Wiederhol- und Abspielmaschine abgeschaltet hat - RTL mit seinem Abspiel-Dudler RTLplus genau jenes Konzept aufgreift.

Man hätte Familienduell & Co. in Frieden ruhen lassen sollen. Diese billige Kopie, welche dort in Dauerschleife läuft, kann mich nicht begeistern. Dann lieber das Original aus Amerika namens "Family Feud" - so moderiert man das heute und nicht wie die Schlaftablette Inka Bause.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 05.10.2016 08:34
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.