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Radioforum
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15
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Zwölf, CBS, Japhi, Terranus, Gümpel, Wolfgang R, DX-Matze, freiwild, andimik, LXS

Analoge Sendekennung über DVB-T?

Startbeitrag von Zwölf am 24.04.2013 13:35

Ich habe heute an einem analogen Sat-Receiver geschaut, inwiefern sich dieser noch als "Analogumsetzer" verwenden ließe. Dazu habe ich an den Decodereingang einen DVB-T-Receiver angeschlossen und mir das Bild über einen Videorekorder mit Analogtuner auf K41 ausgeben lassen. Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt dass der Videorecorder bei manchen Programmen den Namen erkennen konnte. Folgende Kennungen konnten ermittelt werden:
ZDF: ZDF
ZDFinfo: ZDF
Bayerisches FS: BR-3
arte: ARTE

Bei anderen Programmen konnte keine Kennung eingelsen werden; neben weiteren öffentlich-rechtlichen Programmen aus den süddeutschen Muxen konnte auch bei keinem einzigen österreichischem Mux A/B-Programm ein Name angezeigt werden. Deutsche Privatsender konnte ich mangelns Empfang nicht testen.
Ich habe auch einen anderen DVB-T-Receiver angeschlossen, welcher auf sein Ausgangssignal einen Kopierschutz legt; hier kam der Sendername für Analogfernsehen nicht durch.
Ich frage mich weshalb solche Kennungen mitgesendet werden; Lediglich fürs Kabelfernsehen (oder Hotels) wäre es so einfacher die Programme einzuspeißen, allerdings hat gerade das einzige Programm, das wegen der Regionalisierung zwingend über DVB-T eingespeißt werden müsste, das Erste, keine solche Kennung. Auch die Kennung von ZDFinfo deutet mehr auf einen unbemerkten Fehler hin als auf Absicht. Werden über DVB-S und DVB-C auch solche Kennungen mitgesendet?

Antworten:

Videotext?

von LXS - am 24.04.2013 13:37
Zurück in die Zukunft:wall:

von Gümpel - am 24.04.2013 13:44
Ach der liebe Gümpel, der in seinem gesamten Forenleben genau einen sinnvollen Beitrag geschrieben hat...

Diese "analogen" Senderkennungen sind intern im TV bzw. Videorekorder gespeichert und werden aus dem Videotext generiert. So erkennt das Gerät z.B., dass der BR-Videotext empfangen wird und setzt deshalb den Senderkenner "BR-3" auf den Speicherplatz.

von Japhi - am 24.04.2013 13:58
Die ÖR strahlen auch weiterhin ein VPS Signal aus, das digital encodiert wird, und von einigen DVB-T Boxen auch wieder in das analoge Signal einfügt wird. Da wird die Senderkennung auch übertragen. Das ganze läuft über die Videotext "VBI" PID. Manche Sender haben für diese Daten sogar einen extra PID.

von Terranus - am 24.04.2013 14:24
Dazu braucht man keinen Videorekorder. Einige TVs werten das auch auch, sogar über Scart.

zB 3sat in Österreich

Stream Type: 0x06 Teletext/VBI PID 3059 (0x0bf3)
Descriptor: Stream Identifier Descriptor
Descriptor: VBI Data Descriptor
Descriptor: Auxiliary PAT Location Descriptor

von andimik - am 24.04.2013 14:24
Zitat
ZDF VBI PID
Elementary Stream PID 130 (0x0082) Teletext/VBI
Descriptor: Stream Identifier Descriptor
03 .
Descriptor: Teletext Descriptor
Language: deu Type: Initial Teletext page Magazine: 0x01 Page: 0x00
Descriptor: VBI Data Descriptor
EBU teletext Line Offset: 22 Field parity: 0
VPS Line Offset: 16 Field parity: 1


hier vom ZDF - es wird praktisch die vollwertige Austastlücke angeboten, wie zu analogen Zeiten. Die Kabler verwenden das ja um den zahlreichen analog Nutzern weiterhin dasselbe wie vor der analogen Abschaltung anzubieten...

von Terranus - am 24.04.2013 14:33
Seid Ihr sicher, dass die Kennung aus dem Videotext generiert wird? Ich meine mich zu erinnern, dass mein alter seliger Videorecorder bis zu seinem Ableben häufig Uralt-Senderkennungen angezeigt hat, die zwar aus dem Sendervorleben heraus erklärbar waren, aber nicht aus dem Videotext ableitbar. Also z.B. "TM 3" bei 9live oder ähnliches. Und bei den Sendern "der 3. Reihe", z.B. bei den Einkaufssendern waren die Anzeigen manchmal gänzlich daneben: HSE24 wurde als "VIV2" (Viva Zwei) erkannt - oder so ähnlich.

von freiwild - am 24.04.2013 14:50
Die Kennung wird nicht direkt aus dem VT generiert, sondern durch einen "Hinweis" im VT wird die im TV-Gerät gespeicherte Kennung (meist 4 oder 5-stellig) ausgegeben. Da die nie aktualisiert wurden gibt es meist noch Kennungen wie "TM3", "SWF3", "VIV2", "N 3" o.Ä.

von Japhi - am 24.04.2013 14:52
Ich habe den Effekt auch beim französischen DVB-T (TNT) beobachten können.

von CBS - am 24.04.2013 15:18
Mein Philips Videorecorder gibt die VPS-Kennung auch brav vom Receiver (Comag SL-25T) weiter und zeigt sie am Frontdisplay und im OSD an.

von DX-Matze - am 24.04.2013 17:33
Habe etwas getestet. In Frankreich scheint dies nur noch bei TF1 zu gehen. Die Schweizer zeigen anstatt des Sendernamens die gerade laufende Sendung an.

von CBS - am 24.04.2013 19:31
Vielen Dank für die vielen Informationen.
Dann kommt die ZDF-Kennung von ZDF-info also vom gemeinsamen Videotext.

@andimik
seltsam, ich habe auch das österreichische 3SAT über DVB-T probiert; bei mir wurde da keine Analogkennung durchgereicht.

von Zwölf - am 24.04.2013 21:03
:p:pDer liebe Gümpel ist schon 40 Jahre im "Geschäft" vom Antennenbau angefangen bis zu Kameramann und Studiotechnik bei einem Fernsehsender (nicht Dummfunk)
Und wie viele Andere sieht er nicht ein sinnlose Beiträge zu liefern.

von Gümpel - am 25.04.2013 07:52
Servus,

im "analog"-Kabel von KabelBW funktioniert das nach wie vor ausgezeichnet.

ARD (SWR) und SWR BW kommen direkt per Leitung vom SWR, der Rest vom Satelliten.

Ein aktueller LCD-TV mit analog-Tuner findet bei einem automatischen Suchlauf alle Sender automatisch und benennt sie auch fast immer richtig.

Ein paar Patzer gibts, wie z.B. 9LIV an Stelle von - ich glaube - SIXX. Aber sonst funktioniert das recht gut.

Dank des WSS-Zeile zoomt der Fernseher sogar Letterbox sehr zuverlässig auf, also jenes Material, welches ursprünglich 16:9 anamorph vorlag.

Ich kann das ganze simulieren, in dem ich das digitale Sat-Signal mit einem Modulator auf den Antenneneingang gebe und dann einen analogen Suchlauf starte. Das aktuell laufende Programm wird dann mit dem Namen abgespeichert. Funktioniert also nach wie vor mit Fernsehern und Videorecordern, welche diese Information auswerten. Und das kann eigentlich jedes bessere Gerät ab Mitte der 90er.

Wie sinnhaft das ganze heutzutage ist, daüber brauchen wir glaube ich nicht zu reden ;)

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 25.04.2013 11:16
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