Mehr Bildstörungen bei hoher Auflösung ?

Startbeitrag von sup2 am 24.04.2013 18:36

Neulich sah ich einen Beitrag über DVB-T2 in mobiler Auswertung.
Der PKW mit dem Kamerateam fuhr ein Stück Autobahn und machte Empfangsversuche mit DVB-T.
Das Bild wurde als nahezu fehlerfrei bewertet.
Die Sendeanlage wurde dann auf DVB-T2 umgeschaltet, die selbe Autobahn wurde abgefahren. Das Bild brach so oft zusammen, dass man von ca. 20 bis 30 % sprach, wo das TV-Programm überhaupt noch geniesbar war.
Wie ist dies technisch erklärbar ? Sind die Datenraten wirklich so hoch, dass der Fernseher seinen Speicher als Puffer nicht vollbekommt, oder wie ?

Antworten:

Kommt auch darauf an, was für Modulationsverfahren in beiden Fällen benutzt wurden, welche FEC usw. usw. So einfach lässt sich das nicht ohne Hintergrundinfos analysieren.

von Jens1978 - am 24.04.2013 18:39
Das ist mir nun auch nicht bekannt. Ich versuche mehr es technisch zu verstehen.
Wenn ich ein DVB-Signal mit einem Webradio mobil vergleiche, so gibt es da mehr Abbrüche bei 192 KB-Streams als bei einem Sender, der sich mit 48 KBit durch das Netz schlängelt.
Auf DVB-T bezogen kann ich mir vorstellen, dass die CDP einiges leisten muss, und zudem die hochfrequenten Anteile des Signales sehr empfindlich sind.

von sup2 - am 24.04.2013 19:07
Einerseits ist die Fehlerkorrektur von T2 besser, andererseits interessiert die Anbieter nur höhere Bandbreite. Und da sich die Physik nicht bescheissen lässt (die LDPCs von T2 sind schon nahe am Shannon-Limit), sorgt also die höhere Bandbreite des Gesamtmux dann doch für mehr effektive Fehler.

http://de.wikipedia.org/wiki/Shannon-Hartley-Gesetz

von Georg A. - am 24.04.2013 20:02
Vermutlich wurde ein anderer FFT-Modus bei DVB-T2 (gegenüber DVB-T) verwendet.

Bei 8k-FFT dürfte es keine bedeutenden Unterschiede geben was den Mobilempfang betrifft. Ich schätze daß DVB-T2 im 16k-FFT Modus getestet wurde und dieser Modus ist anfälliger gegenüber Dopplerverschiebungen die beim mobilen Empfang auftreten.

Die Fehlerkorrektur von DVB-T2 selber ist deutlich leistungsfähiger im Vergleich zu DVB-T. Bei DVB-T2 können allerdings für den mobilen Empfang weniger geeignete Modulationsparameter gewählt werden.

von Winnie2 - am 24.04.2013 20:25
Ich vermute auch das man hier Äpfel mit Birnen verglichen hat. Normalerweise hat DVB-T2 eine bessere Fehlerkorrektur bzw. ist nicht so anfällig für Übertragungsfehler. Man wird bei dem Test aber sehr ungünstige Sendeparameter gewählt haben damit man eine sehr hohe Bandbreite bei DVB-T2 erhält. Aber genau darum wird es wohl auch gegangen sein. Man wollte vermutlich testen wie gut der Empfang noch ist wenn die Sender zukünftig die Parameter voll ausreizen um noch ein paar HDTV Programme unterzubringen.

Zitat
sup2
Wenn ich ein DVB-Signal mit einem Webradio mobil vergleiche, so gibt es da mehr Abbrüche bei 192 KB-Streams als bei einem Sender, der sich mit 48 KBit durch das Netz schlängelt.

Das hat damit zu tun das beim Mobilfunk die zur Verfügung stehende Bandbreite stark von der Signalstärke und natürlich von der Auslastung der Mobilfunkzelle abhängt. Ein 48kb/s Stream kann schneller nachgepuffert werden wenn mal ein paar Datenblöcke ausbleiben. Außerdem kann hier auch mal die zur Verfügung stehende Bandbreite auf 100kb/s und weniger absacken ohne das gleich wichtige Datenblöcke fehlen.

von Spacelab - am 25.04.2013 08:34
Der Threadtitel ist eine Ente, denn die Auflösung wurde ja nicht verändert, siehe erster Beitrag.

von andimik - am 25.04.2013 09:35
Kann man die Sendung etwas spezifizieren? Wo kam das und wann?

Dann liese sich vielleicht auch etwas über die verwendeten Parameter in Erfahrung bringen.

Den Threadtitel würde ich auch ändern, es geht ja um den Vergleich DVB-T-DVB-T2

von CBS - am 25.04.2013 09:40
Es wir uns immer erzaehlt, dass man bei gleicher Signalrobustheit mit DVB-T2 mehr Nutzdatenrate uebertragen kann. Ich denke in dem Beispiel wird aufgezeigt, dass dies nur im Stand zutrifft. Die Fehlerhaeufigkeit im fahrenden Auto entsteht groesstenteils durch den Dopplereffekt und da wird DVB-T2 deutlich stoeranfaelliger reagieren als es schon bei DVB-T der Fall ist. Soll heissen fuer mobile sich in Bewegung befindliche Geraete bringt DVB-T2 kaum einen Vorteil, vielleicht wegen der komplexen Signale sogar eher Nachteile.

von Nordlicht2 - am 25.04.2013 13:04
Multiplexe, die dzt. in DVB-T2 ausstrahlen, haben aber keinen mobilen Versorgungszweck, sondern sind nur auf T2, damit die Nettodatenrate höher ist.

Für mobile Anwendungen wurde T2lite entwickelt.

von andimik - am 25.04.2013 13:09
Ob das allerdings irgendwann mal eingesetzt wird ist fraglich. Denn die Sender wollen T2 ja nur weil sie damit viel mehr Daten übertragen können und nicht um damit den Mobilempfang zu verbessern.

von Spacelab - am 25.04.2013 13:14
Verbessern brauchen sie den Mobilempfang auch nicht denn der ist derzeit voellig ausreichend. Nur verschlechtern, wie in dem Test oben beschrieben muss auch nicht sein. Auch ist schon jetzt ein spuerbarer Unterschied im Vergleich zu normalen Witterungsbedingungen auszumachen bei Sturm wenn sich die Baeume bewegen und sich dadurch die Reflexionen staendig aendern. Ich vermute auch mit dieser Situation kommt DVB-T2 nur schlechter klar und hoffe, dass wurde ausreichend getestet, bevor T2 denn doch einmal auch in Deutschland kommen sollte.

von Nordlicht2 - am 25.04.2013 13:39
Naja Mobil suckt DVB-T schon ganz schön und dem ist halbwegs nur mit sehr aufwendigen Tunern und Antennen bei zu kommen. DVB-T wurde halt nicht für den Empfang während der Fahrt entwickelt. Und bei DVB-T2 wird man wohl auch eher den Fokus auf viele Programme (in HD) legen als auf felsenfest stabilen Empfang.

von Spacelab - am 25.04.2013 13:47
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