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DRM+: Rheinland-Pfalz will weiteren Standard für Digitalradio

Startbeitrag von Ralf84 am 01.05.2013 10:15

Die rheinland-pfälzische Landesanstalt für Medien und Kommunikation (LMK) setzt sich für einen alternativen terrestrischen Hörfunkstandard zu DAB+ in Deutschland ein. Neben der DAB+-Technik mit landes- und bundesweiten Programmen könnte sich DRM+, eine Variante von Digital Radio Mondiale, laut den Medienwächtern als geeignetes digitales Hörfunksystem für lokale und regionale Programme etablieren. Bei DRM+ ist eine Verbreitung im herkömmlichen UKW-Band möglich, sogar parallel zu analogen UKW-Frequenzen.
LMK sieht DRM+ als geeignete Lösung für Lokalfunk

"Der lokale terrestrische Hörfunk in Rheinland-Pfalz ist im UKW-Band nicht mehr entwicklungsfähig, da keine weiteren Frequenzen mehr einplanbar sind", sagte der Vorsitzende der LMK-Versammlung, Albrecht Bähr. "Wir suchen deshalb nach Wegen, wie die Hörfunkveranstalter dennoch ihre Reichweite verbessern können und wir neue lokale Hörfunkgebiete erschließen können". Dies könne jedoch perspektivisch nur über eine digitale Verbreitung der Angebote erfolgen: "DAB+ kann leider aufgrund seiner Systemeigenschaften und den fehlenden Frequenzen nicht genutzt werden, die lokale Identität der Angebote zu bewahren. Wir sehen daher DRM+ als neue geeignete Alternative an, diese Voraussetzungen zu schaffen."
Die Medienanstalt wolle im Juli 2013 zunächst das Interesse der privaten Hörfunkveranstalter ausloten, ihre Programme über ein landesweites DAB+-Netz in Rheinland-Pfalz ab Ende 2014 digital zu verbreiten. Anschließend wolle man mit technischen Kooperationspartnern, insbesondere der FH Kaiserslautern und der TU Kaiserslautern, die Entwicklung von kostengünstigen Radios für den gemeinsamen Empfang von DAB+ und DRM+ und einer für die lokale Versorgung geeigneten Sendeinfrastruktur weiter vorantreiben, um die Marktvoraussetzungen für DRM+ im europäischen Raum gemeinsam mit dem DRM-Konsortium voranzutreiben.

Quelle: http://www.teltarif.de/rheinland-pfalz-drm-ukw-alternative-lokalradio/news/50868.html

Auf was man sonst noch für Ideen kommt! :rolleyes:

Die 50 interessantesten Antworten:

Was ich mich frage. Werden mittelfristig keine Frequenzen im UKW-Band frei wenn Hörfunkprogramm nach DAB verlagert werden. Eine Parallelabstrahlung UKW + DAB der Programme kann sich doch kaum ein Sender für längere Zeit finanziell leisten. Vielleicht die ÖR-Radioprogramme, aber da wird die KEF ebenfalls hinterher sein den Zeitraum der Parallelausstrahlung so kurz wie möglich zu gestalten.

Die andere Frage ist wie viele private Anbieter von Hörfunkprogrammen sich über Werbung finanzieren können. ÖR-Radioprogramme werden keine zusätzlichen mehr kommen, denn die Anzahl der Programme wurde vertraglich begrenzt.

Stellt sich die Frage ob DRM+ überhaupt noch zusätzlich zu DAB gebraucht wird. Ok, derzeit ist es eng auf dem UKW-Band, aber wenn einige Programme nur noch über DAB gesendet werden dann wäre wieder Platz im UKW-Band.

von Winnie2 - am 01.05.2013 12:09
So ein Quatsch, als müsste man die paar Digitalisierungswillige neben DAB+ und Webradio auf noch mehr Systeme aufteilen...

Dann soll RPR halt nen ganz eigenes DAB+ Netz in RLP über ihre Sendemasten aufbauen.
Jeder UKW-Sendestandort von RPR oder BigFM sendet dann den RP-Private-Mux aus.
Sie wären selbst dafür verantwortlich und kein anderer würde mit-verdienen.
Dort rein packen sie dann RPR1, BigFM in sehr guter Qualität und ihre Webchannels wie BigFM WB, RPR2 usw. in sehr einfacher, kostensparender Qualität hinein.
Womöglich freibleibende CUs werden vermietet.
Dann rühren sie kräftig die Werbetrommel für ihr DAB+ Ensemble und ziehen sich aus dem UKW-Band zurück.

Schwups, ist auch wieder Platz für kleine, finanzschwache lokale UKW-Programme vorhanden bzw. theoretisch so erst überhaupt Platz für DRM+ Programme im UKW-Band vorhanden.

Unsinn, ein System einzuführen, welches auf einem Frequenzbereich arbeitet, welcher so überfüllt ist, dass überhaupt erst ein anderes System notwendig macht...

von Matthias K. - am 01.05.2013 14:44
Zitat
Ralf84
Der lokale terrestrische Hörfunk in Rheinland-Pfalz ist im UKW-Band nicht mehr entwicklungsfähig, da keine weiteren Frequenzen mehr einplanbar sind

Lach. Abgesehen von Mainz und Rhein-Neckar sind die Kapazitäten in Rheinland-Pfalz noch lange nicht ausgeschöpft, dutzende von Frequenzen liegen einfach brach. Erstmal sollte man diese Kapazitäten nutzen, bevor man über die Überfüllung des UKW-Bandes herumheult.

von RheinMain701 - am 01.05.2013 14:57
Gut, das ist tatsächlich eine große Schwäche von DAB, daß es einen Paketzwang gibt und die Ausstrahlung eines lokalen Pakets für solche Lokalsender zu teuer wird, wenn keine anderen Lokalsender mit da sind und der eine Lokalsender dieses Paket alleine finanzieren muß.

Mit DRM+ als weitere Digitalradionorm stiftet man aber nur Unsicherheit und Zurückhaltung bei den Verbrauchern und schadet damit DAB.

Man müßte da eher an einer Erweiterung des DAB-Standards in Richtung SCPC-Betrieb, also Schmalbandbetrieb arbeiten.

Ob es bei den bisher im Umlauf befindlichen DAB+-Geräten möglich wäre, diese mittels Firmwareupdate für SCPC tauglich zu machen? Oder ist die bisherige DAB-Kanalbandbreite da schon in Hardware "gegossen", sodaß man da wieder neue Geräte bräuchte?

von Kay B - am 01.05.2013 15:16
Interessanter wäre DRM+ auf AM-Frequenzen. Dann könnten beispielsweise in Großstädten, wo AM-Frequenzen nicht mehr genutzt werden und Interessenten, die auf UKW und DAB+ leer ausgingen ihr Programm trotzdem in einer guten Stereo-Klangqualität anbieten. Vom Koordinierungsaufwand her wäre das überschaubar und könnte zeitnah starten; allerdings sollten dann möglichst bald DAB-Geräte auch DRM+ beherrschen, sonst wird das nichts.

von Zwölf - am 01.05.2013 15:45

DRM+: Rheinland-Pfalz will weiteren Standard für Digitalradio

Zitat
Matthias K.
Dann soll RPR halt nen ganz eigenes DAB+ Netz in RLP über ihre Sendemasten aufbauen.Jeder UKW-Sendestandort von RPR oder BigFM sendet dann den RP-Private-Mux aus.
Sie wären selbst dafür verantwortlich und kein anderer würde mit-verdienen...


Da die Sendemasten nicht RPR gehören, würde selbstverständlich jemand daran mitverdienen = die Media Broadcast. Wäre ja nicht so tragisch, wenn RPR es wöllte - wollen sie aber garnicht, erst recht nicht an Mitbewerber untervermieten.Die geben doch nicht freiwillig UKW-Frequenzen auf und reduzieren den Marktanteil von RPR oder bigfm und damit die Werbepreise, indem sie mehr Spartenprogramme in die Luft bringen, für die dann anteilig der Quote nur niedrigere Werbepreise genommen werden können!

Zitat
Zwölf
Interessanter wäre DRM+ auf AM-Frequenzen. Dann könnten beispielsweise in Großstädten, wo AM-Frequenzen nicht mehr genutzt werden und Interessenten, die auf UKW und DAB+ leer ausgingen ihr Programm trotzdem in einer guten Stereo-Klangqualität anbieten. .


Dies wäre zumindest ein realistischer Vorschlag, wenn man davon absieht, dass die "Alt-DABplus"-Konsumenten dann erneut neue Radios kaufen müssten - und da bin ich recht skeptisch mit noch einem System - :confused:

Zitat
RheinMain701
Wie soll das gehen? DRM mit Pluszeichen hintendran braucht 100 kHz Bandbreite. Willst du jetzt auf einen Schlag 11 nebeneinanderliegende AM-Frequenzen koordinieren?


Auch wieder richtig und in der Realisierung leider ziemlich unwahrscheinlich - :-(.

von KlausD - am 01.05.2013 15:59
Zitat
RheinMain701
Zitat
Zwölf
Interessanter wäre DRM+ auf AM-Frequenzen.

Wie soll das gehen? DRM mit Pluszeichen hintendran braucht 100 kHz Bandbreite. Willst du jetzt auf einen Schlag 11 nebeneinanderliegende AM-Frequenzen koordinieren?

Ja, stimmt, dann vielleicht doch lieber das alte DRM. Da die Frequenzen nicht so großflächig/leistungsstark wie bei herkömmlichem AM verwendet würden, wäre es vielleicht möglich zumindest zwei nebeneinander liegende Frequenzen zu koordinieren woraus sich dann eine Datenrate von 32-52 kbit/s ergeben könnte. Wenn ich hier an die positiven Berichte zu Antenne50plus mit 36kbit/s über DAB+ denke, könnte ich mir gut vorstellen, dass über DRM ähnliches möglich wäre.

von Zwölf - am 01.05.2013 16:27
Och Leute wie oft wird denn das tote DRM+ Pferd noch ausgebuddelt?! Der Standard ist ja noch nicht mal komplett fertig Standardisiert worden und ist über die Erprobungsphase nie wirklich herausgekommen. Ich frage mich wer dort bei der LMK mal wieder solche unsägliche Langeweile hatte und diesen Furz ins Rollen gebracht hat. :rolleyes:

DAB(+) kann auch im Single Channel Modus betrieben werden mit nur einem Programm. Man muss also kein komplettes Ensemble zusammenstellen. Im Single Channel Modus kann mit maximaler Fehlerkorrektur gesendet wodurch man trotz nur wenigen Watt Sendeleistung eine beeindruckende Reichweite erzielt. Allerdings sollte man sich vorher als Senderverantwortlicher schlau machen ob man nicht doch noch weitere Leute findet die gerne senden würden. So könnten doch zum Beispiel Stadt-, Uni-, und Kirchenradio zusammen in einem Ensemble senden und sich so die Kosten teilen. Denn das könnte kostengünstiger werden als einen ganzen Kanal mit nur einem Programm zu belegen. Und Konkurrenz würden sich diese drei Radiosender auch nicht machen.

von Spacelab - am 01.05.2013 16:29
In Norwegen scheints zu funktionieren.

Es gibt einen DAB+-Lokalradiotest in Oslo, initiiert vom nichtkommerziellen Radio Nova. Oslo hat auch nur 500.000 Einwohner, daher sollte in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland sowas auch möglich sein.

Latin Amerika F0C8 88 kbit/s DAB+ Other Music
NoreaMediamisjon F0C9 88 kbit/s DAB+ Religion
Nova Digital F064 88 kbit/s DAB+ Rock Music
Nova Extra F065 192 kbit/s Stereo Education
Ordentlig Radio F0CB 88 kbit/s DAB+ National Music
OSLO BASS F0CA 88 kbit/s DAB+ No PTy

Hier hat Radio Nova noch nen Zusatzsender on air genommen, und auch religiöse und andere nichtkommerzielle Anbieter sind mit aufgesprungen.
http://labs.radionova.no/dab/dekningskart/ --> Abdeckung mit wenig Leistung und von einem Gebäude.

In Dänemark läuft sowas auch. Hier haben sich ebenso lokale Anbieter zusammengetan. Die meisten senden zeitpartagiert auf UKW, via DAB+ ist ein 24Stunden-Betrieb möglich. Dazu kommen Internetsender etc. Quasi jeder, der senden möchte, kann das auch tun.

Forsoegskanal 9101 56 kbit/s *1 DAB+ No PTy
Global FM 910A 88 kbit/s DAB+ Pop Music
Ishockeykanalen 910B 48 kbit/s DAB+ Sport
Interviewkanalen 9108 48 kbit/s DAB+ Varied Speech
Halsnaes/Stina 9109 88 kbit/s *2 DAB+ Pop Music
Humleborg,R.Nord 9105 88 kbit/s *4 DAB+ Varied Speech
Radio FLR 910C 88 kbit/s DAB+ Pop Music
RadioHLR 9106 88 kbit/s DAB+ Pop Music
Retro-Radio 9102 144 kbit/s DAB+ Oldies Music
Rockkanalen 9103 88 kbit/s DAB+ Rock Music
US Radio 9104 88 kbit/s *3 DAB+ Varied Speech
10FM/Country/FLR 9107 88 kbit/s DAB+ Varied Speech

Die gesamte Kommune Nivå hat gerade mal 40.000 Einwohner. Geht auch.

von Japhi - am 01.05.2013 16:57
Würde DAB+ einschlagen bei den Verbrauchern wie eine Bombe, so könnte man in wenigen Jahren sukzessive die Öffis auf UKW abschalten und die Privaten, vor allem lokalen privaten könnten sich auf UKW breit machen. Dann gibt es keine Frequenzknappheit mehr und die Lokalradios können großflächiger senden. Jedes DAB+ Radio empfängt auch UKW. Und jetzt bitte keine Diskussion über "Grundversorgung". Analoges Sat-Fernsehen wurde über Nacht abgeschaltet, analoges Antennenfernsehen wurde über Nacht abgeschaltet. Die Leute haben sich DVBS angeschafft, die Leute haben sich DVB-T angeschafft. Meine Meinung ist: So lange die normalen Leute (nicht Techniknerds) es irgendwie empfangen können, rennen sie nicht in den nächsten Blödmarkt um sich ein neues Radio zu kaufen. Programmauswahl und bessere Qualität zählen da nicht. Am Beispiel RLP: Solange die großen Sender SWR / RPR nicht auf UKW abschalten, kauft sich Oma Brunhilde nicht extra ein DAB+ Radio. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und man kann ihn nicht aus dem Versteck locken, indem man ihm etwas Neues hinwirft, sondern das Bekannte lieb gewonnene wegnimmt und ihn somit lockt.

von pfaffengrunder - am 01.05.2013 18:14
Zitat

Analoges Sat-Fernsehen wurde über Nacht abgeschaltet,

Nun, das war aber eine sehr lange Nacht. Eine 10 Jahre lange Nacht der absolut überflüssigen und teuren Parallelausstrahlung - und am Ende der Nacht mussten sich die Besitzer der noch überlebenden analogen Sat-Receiver DOCH neue Empfangsgeräte zulegen. Diejenigen, die sich noch während der Extrem langen Simulcast-Phase analoge Sat-Receiver zugelegt haben, haben sich entweder über's Ohr hauen lassen oder können einnfach nur als deppert bezeichnet werden!
Die Gebührenzahler haben diesen Unsinn der Parallelausstrahlung mit schätzungsweise 1 Milliarde Euro mitfinanziert.

von iro - am 01.05.2013 18:58
Zitat
pfaffengrunder
Würde DAB+ einschlagen bei den Verbrauchern wie eine Bombe, so könnte man in wenigen Jahren sukzessive die Öffis auf UKW abschalten und die Privaten, vor allem lokalen privaten könnten sich auf UKW breit machen. Dann gibt es keine Frequenzknappheit mehr und die Lokalradios können großflächiger senden.

Es geht in erster Linie ums Finanzielle. Gerade für kleine Lokalradios ist eine DAB+ Ausstrahlung günstiger als UKW. Man benötigt für die gleiche Reichweite eine geringere Sendeleistung und man kann sich diese Kosten sogar noch mit anderen Programmen teilen.

von Spacelab - am 01.05.2013 19:01
Ich hätte eher gesagt, für mittelgroße bis große Lokale ist es günstiger.
Bei kleinen Lokalen denke ich eher an jene, die ihre 100W Sendeantenne auf dem Dach ihres Sendegebäudes haben und somit für die technische Verbreitung nichts weiter bezahlen, als ihre 50 Euro Stromrechnung im Monat.
Bei RSK in Belgien stand 1995 der eigene Sendemast im Garten vor dem Studio.

Wenn ich dann sehe, wie teuer es teilweise ist, sich an einen der großen Sendemasten von den ÖRs oder privaten Gesellschaften einzumieten, wird mir schon anders.
Und dann muss normalerweise noch die technische Dienstleistung gleich mitgebucht und bezahlt werden.
Da reden wir dann schon lange von einem Vielfachen dieser 50 Euro.

Wenn ich nun an Radio Neandertal denke, dann weiß ich, dass sie die Standleitung von Mettmann nach Velbert-Langenberg bezahlen, dort die Miete usw...
Dort verursacht dann ihre Sendeleistung von 4 kW auch eine entsprechende Stromrechnung.
Da sieht die Sache schon anders aus.
4 kW ERP ist auch eine ideale Leistung für ein lokales oder regionales DAB+ Ensemble.
Mein alt bekanntes Beispiel:
Fasst man die Kreise Mettmann, Wuppertal, Solingen und Remscheid zusammen, nutzt den Sender Langenberg mit 4 kW und je einen SFN-Stützsender (vielleicht 2 kW) in W, RS und SG, könnte man in dieses Ensemble Radio Wuppertal, Radio RSG, Radio Neandertal und WDR2-Wuppertal packen.
Jedes dieser Programme müsste dann bei entsprechend geteilten Kosten eine größere, übergreifende Reichweite bei für sich genommen kleineren Kosten on Air haben.
Sparen und gleichzeitig den Empfang verbessern, vor allem für Pendler.
Bester Fehlerschutz und höchste Qualität verschaffen dann den Mehrwert für die treue Stammhörerschaft.

von Matthias K. - am 01.05.2013 19:44
DAB(+) ist natürlich nicht für alle Lokalprogramme und Regionalprogramme geeignet, da sie Gebiete der Lokalprogramme oft unterschiedlich sind, und sich so ein Lokalprogramm oft Plätze in dre Lokalboquets sichern müsste, was dann aber schon wieder fast regional und entsprechend teuer wäre.

Und auch so muss eine gewisse Grundversorgung auf FM erhalten bleiben.

Eine Zukunft mit DAB(+) kann deshalb eh nur ein Mix aus DAB(+) und FM sein.

Um jetzt noch DRM+ als weiterer Standard ist aber relativ unnötig. Und wird eher die ohnehin schon geringe Zustimmung zum Digitalradio noch weiter in den Keller drücken.

von Martyn136 - am 01.05.2013 19:57
Zitat

Ich hätte eher gesagt, für mittelgroße bis große Lokale ist es günstiger.
Bei kleinen Lokalen denke ich eher an jene, die ihre 100W Sendeantenne auf dem Dach ihres Sendegebäudes haben und somit für die technische Verbreitung nichts weiter bezahlen, als ihre 50 Euro Stromrechnung im Monat.
Bei RSK in Belgien stand 1995 der eigene Sendemast im Garten vor dem Studio.

Wer sagt denn das man das bei DAB+ nicht machen kann? Dann sinkt die Stromrechnung von 50€ auf 20€ pro Monat. Wenn man sich jetzt mit anderen Programmen zusammen tut kann man ja schauen bei wem die Antenne am besten platziert ist. Wenn ein Kirchenfunker mit dabei ist wäre sicher dessen Kirche der beste Ort. ;-)

Wenn ich jetzt nur mal an Radio Saarbrücken vom M&B Standort Schwarzenberg denke. Von dort sendet man mit 100 Watt. Der Standort, der ja eigentlich für ein Uniradio geplant war das noch vor dessen Sendestart aus politischen gründen abgesägt wurde, ist viel zu weit von der eigentlichen Stadt entfernt und kommt deshalb im Innenstadtbereich mehr schlecht als recht an. Miete für die Standleitung, die Sendetechnik und so weiter fallen ja eh an. Würde man jetzt aber von 100 Watt UKW auf 100 Watt DAB+ switchen wäre störungsfreien Empfang im eigentlichen Zielgebiet, der Innenstadt, gesichert. Und würde man sich jetzt noch ein paar Untermieter für das DAB+ Ensemble ins Boot holen könnte man die Kosten drastischen senken. Die Jungs vom Uniradio wären sofort dabei. :D

Aber das ist jetzt nur so eine theoretische Denke. was einem halt so durch den Kopf geistert... :D

von Spacelab - am 01.05.2013 20:03
AN sich ist der Schwarzenberg ja ein sehr weitreichender Standort nur sind 100W für die direkte Stadtversorgung etwas wenig.

So ein Lokal Ensemble von Langenberg ist ja gut und schön, nur weite das mal auf ganz NRW aus und du wirst feststellen, dass die Frequenzen dafür nicht reichen werden.

Die Frequenz in Langeberg kann man z.b. in NRW wohl nicht mehr einsetzten und es gibt ja mind einen Landesmux, den bundesmux und auch Holland und Belgien.

von Marcus. - am 01.05.2013 20:14
Naja, auch bei gleicher Leistung:
Selbst bei Radio Neandertal aus Velbert-Langenberg mit 4 kW findet man in Velbert-Mitte und Heiligenhaus noch Funklöcher, die bei den stärkeren WDR-Programmen vom gleichen Sendemast nicht existieren.
Die Topografie ist sehr wichtig und bei der gleichzeitig größeren Dämpfung (von der Topografie größeren Dämpfbarkeit) im VHF-Band im Vergleich zum UKW-Band würde ich immer auf ein SFN aus min,.zwei Sendern setzen.
Bei topografisch einfachen Regionen wäre die Idee mit nur einem schwachen Sender ggf. nicht schlecht, wenn man von der schlechteren Gebäudedurchdringung absieht.

Ein anderes Problem bei nur 1-2 Programmen in 1 Ensemble:
Es gäbe wieder ein "Zufunzeln" der begrenzten Ressourcen, wie bei UKW, auch wenn der größte Fehlerschutz bei gleichzeitig größten Datenraten sehr reizvoll klingt. ;)

von Matthias K. - am 01.05.2013 20:16
Zitat

So ein Lokal Ensemble von Langenberg ist ja gut und schön, nur weite das mal auf ganz NRW aus und du wirst feststellen, dass die Frequenzen dafür nicht reichen werden.


Es muss doch möglich sein, 10 lokale Muxe in NRW mit je min. 1x 4kW auszustrahlen?
Nur weil von Langenberg noch was in Münster ankommt, heißt es nicht, dass man in Münster den gleichen Kanal nicht wieder mit 4 kW belegen kann.
Natürlich kommt dann mitten dazwischen nichts brauchbares mehr von beiden an - muss es bei Lokalmuxen ja aber auch nicht.

von Matthias K. - am 01.05.2013 20:21
Zitat
Marcus.
So ein Lokal Ensemble von Langenberg ist ja gut und schön, nur weite das mal auf ganz NRW aus und du wirst feststellen, dass die Frequenzen dafür nicht reichen werden.

RRC06? Da war doch was? Lokalmuxe waren da doch bereits vordefiniert.
Ich zitier mich mal selbst:
"Genau dafür wurde in der RRC06 die Lokalbedeckung geschaffen.
Jede vorgesehene Zelle ist etwa so groß, wie die Bereiche von 2 bis 3 NRW-Lokalradios. "

von Nohab - am 01.05.2013 23:28
@ Zwölf

Zitat

Interessanter wäre DRM+ auf AM-Frequenzen. Dann könnten beispielsweise in Großstädten, wo AM-Frequenzen nicht mehr genutzt werden und Interessenten, die auf UKW und DAB+ leer ausgingen ihr Programm trotzdem in einer guten Stereo-Klangqualität anbieten. Vom Koordinierungsaufwand her wäre das überschaubar und könnte zeitnah starten; allerdings sollten dann möglichst bald DAB-Geräte auch DRM+ beherrschen, sonst wird das nichts.


Da stellt sich die Frage, wie weit, technisch gesehen, DAB+ und DRM+ auseinander liegen und ob man dafür Dual-Tuner herstellen kann.




@ RheinMain701

Zitat

Wie soll das gehen? DRM mit Pluszeichen hintendran braucht 100 kHz Bandbreite. Willst du jetzt auf einen Schlag 11 nebeneinanderliegende AM-Frequenzen koordinieren?


Wenn man die jetzigen AM-Bereiche weiterhin digital für Rundfunk mit einem Klang, der besser als UKW ist, nutzen möchte, dann wird man wohl sowieso eine neue Kanaleinteilung mit breiteren Kanälen als den 9 kHz bzw. 5 kHz machen müssen. Das ginge aber sowieso erst, wenn man zumindest in Europa alle AM-Sender abgeschaltet hat. Und das ist ja noch nicht absehbar.




@ Spacelab

Zitat

DAB(+) kann auch im Single Channel Modus betrieben werden mit nur einem Programm. Man muss also kein komplettes Ensemble zusammenstellen. Im Single Channel Modus kann mit maximaler Fehlerkorrektur gesendet wodurch man trotz nur wenigen Watt Sendeleistung eine beeindruckende Reichweite erzielt.


Gibt es irgendwo eine Übersicht über die möglichen Parameter von DAB+? Und unterstützt auch jeder Empfänger alle diese Parameter?

von Kay B - am 02.05.2013 01:52
Kristian Kropp hat auf der Präsentation der Studienergebnisse "Radio Plus II" der LFK und des SWR am 30.April 2013 in Stuttgart mitgeteilt, das DAB+ keine wirtschaftliche Zukunft haben wird. Allein big FM Worldbeats hätte nur auf Internet bezogen rund 35.000 Streamabrufe pro Tag und somit deutlich mehr Hörer als über DAB+. RPR sieht die Verbreitung im Internet auch wirtschaftlich tragfähiger als die digitale Verbreitung über das Digitalradio. Laut den Worten von Kropp soll der Break Even in zwei Jahren erreicht sein.

Nachzuhören unter: http://digitalradio.de/radioplus/downloads/Audio_Kropp.mp3

Daher wird RPR definitiv DAB+ und schon gar nicht DRM+ unterstützen. Selbst Schwenk von der Radiogroup hält das Internet nicht tragfähig und setzt auf 100% der Verbreitung auf UKW. Statements von Rockland liegen mir nicht vor. Es wird demnach in Rheinland-Pfalz allerdings kein Durchbruch von DAB+ geben.

von JaggyR - am 02.05.2013 04:06
Zitat
JaggyR
Kristian Kropp hat auf der Präsentation der Studienergebnisse "Radio Plus II" der LFK und des SWR am 30.April 2013 in Stuttgart mitgeteilt, das DAB+ keine wirtschaftliche Zukunft haben wird.


Ah, die Stimme Mannheims ist wieder im Forum :cool:

Also ich finde Kropp hat was ganz anderes gesagt: bigFM WorldBeats wird alleine mit DAB+ keine wirtschaftliche Zukunft haben, daher setze er auf ein hybrides Medium zusammen mit dem Internet. Das ist insofern schon bemerkenswert, dass er DAB+ nicht mehr ganz ablehnt so wie letztes Jahr auf dem Panel während der IFA.

von Ihre Majestät - am 02.05.2013 05:02
Zitat
Kay B
Da stellt sich die Frage, wie weit, technisch gesehen, DAB+ und DRM+ auseinander liegen und ob man dafür Dual-Tuner herstellen kann.

Laut Fraunhofer Institut ist das kein Problem. Solange sich alles im UKW Band abspielt. Für DRM in den AM Bereichen benötige man aber einen zweiten Tuner.

Zitat
Kay B
Wenn man die jetzigen AM-Bereiche weiterhin digital für Rundfunk mit einem Klang, der besser als UKW ist, nutzen möchte, dann wird man wohl sowieso eine neue Kanaleinteilung mit breiteren Kanälen als den 9 kHz bzw. 5 kHz machen müssen. Das ginge aber sowieso erst, wenn man zumindest in Europa alle AM-Sender abgeschaltet hat. Und das ist ja noch nicht absehbar.

Die AM Bänder hatten sich bei DRM als zu störanfällig erwiesen. Was ja mitunter auch ein Grund war warum DRM gefloppt ist. Außerdem müsste man dann wieder immense Sendeanlagen aufbauen die viel Strom verschwenden um überhaupt über den innerstädtischen Störnebel drüber raus zu kommen.

Zitat
Kay B
Gibt es irgendwo eine Übersicht über die möglichen Parameter von DAB+?

Für DAB+ ist mir jetzt keine solche Übersicht bekannt. Hab aber auch noch nicht wirklich danach gesucht. Für DAB(alt) gab es mal eine Liste. Aber so aufregend war das nicht weil es nicht viele Parameter gab.

Zitat
Kay B
Und unterstützt auch jeder Empfänger alle diese Parameter?

Ja.

von Spacelab - am 02.05.2013 06:44
die Überschrift des Threads heisst doch, dass man einen weiteren Standard einführen möchte. mhm...warum kümmert man sich jetzt hier um RPR und BigFM??
DRM soll ja für lokale Radio`s wie zB Antenne Mainz Zugang zum Digitalradio u.a. finanziell ermöglichen.
Ich halte es grundsätzlich für einen falschen Weg, einen weiteren Standard einzuführen. DRM Geräte auf dem Markt zu etablieren, wird wohl m.E. in die Hose gehen. Wie will man denn die Kundschaft davon überzeugen wg eines Lokalradios wieder ein neues Gerät zu kaufen?

Lokalradio`s können genauso gut DAB+ nutzen, indem man tatsächlich wie in Hessen und Bayern entweder ein Landesweites oder regionales Netz betreibt, oder eben nur einen Standort. Im Fall Mainz/Wiesbaden ein 500W DAB+ Sender an einem exponiertem Standort und fertig. Mir würden mindestens 4 od. 5 lokale Radiosender einfallen, die sich in die Kosten reinteilen können.

Was aber das grundsätzliche Problem ist.... man muss wirklich WOLLEN und man muss miteinander REDEN.

von Funker1 - am 02.05.2013 06:55
Zitat
Funker1
die Überschrift des Threads heisst doch, dass man einen weiteren Standard einführen möchte. mhm...warum kümmert man sich jetzt hier um RPR und BigFM??

RPR und bigFM sind halt mal wieder die Treiber dahinter. Die wollen sich auf ihrem UKW Netz ausruhen und die Konkurrenz vom Leib halten. Da kommt man dann halt auch mal auf so spinnerte Ideen wenn die tage grau und langweilig sind.

von Spacelab - am 02.05.2013 07:04
Zitat
Spacelab
Zitat
Funker1
die Überschrift des Threads heisst doch, dass man einen weiteren Standard einführen möchte. mhm...warum kümmert man sich jetzt hier um RPR und BigFM??

RPR und bigFM sind halt mal wieder die Treiber dahinter. Die wollen sich auf ihrem UKW Netz ausruhen und die Konkurrenz vom Leib halten. Da kommt man dann halt auch mal auf so spinnerte Ideen wenn die tage grau und langweilig sind.


hat denen mal jemand erklärt, dass man für DRM auch ein entsprechendes Radio benötigt was diesen Standard beherscht...auch wenns im "normalen" 3m Band ist?!?

von Funker1 - am 02.05.2013 07:34
Zitat

Vielleicht hat man es auch nötig und musste nur mal wieder ins Gespräch kommen.


Und plötzlich erinnern sich hunderte Radiofreaks daran, dass es da westlich von Hessen noch so eine Übergangszone gibt, das vergessene Land Rheinland-Pfalz.
Schlagzeile in der BILD: "Schock! Saarland doch keine Enklave!"

:joke:

von Japhi - am 02.05.2013 08:15
DRM+ lässt sich in einem Band-II/III-Radio mit FM und DAB+ per Software-Update nachrüsten - im Prinzip.

Aber wird es das für die Billigradios von Importeuren geben? Nein!

-----------------------------------------------------

DRM+ hat einen schweren Geburtsfehler. Es ist ein System, das auf ein sehr schmalbandiges System für die AM-Bänder (Bandbreite 9/18 kHz, bzw. 10/20 kHz für Amerika) aufgepfropft worden ist. Es übernimmt zwar Codec und Zusatzdienste von DAB+, ist aber mit der Bandbreite von 96 kHz (100 kHz Raster) auf die heutigen Verhältnisse im Band II ausgelegt und nicht zukunftorientiert.

Einfacher zu realisieren wäre ein auf Band II adaptiertes DAB+ mit einem Raster von 200 oder 300 kHz, das erst angewendet wird, wenn es zu größeren FM-Abschaltungen gekommen ist. Aber auch dafür braucht man ein Softwareupdate.

von Manfred Z - am 02.05.2013 08:26
Zitat
Kay B
Wenn man die jetzigen AM-Bereiche weiterhin digital für Rundfunk mit einem Klang, der besser als UKW ist, nutzen möchte, dann wird man wohl sowieso eine neue Kanaleinteilung mit breiteren Kanälen als den 9 kHz bzw. 5 kHz machen müssen. Das ginge aber sowieso erst, wenn man zumindest in Europa alle AM-Sender abgeschaltet hat. Und das ist ja noch nicht absehbar.

Nicht wirklich. Man müßte den Sendern nur tagsüber deutlich mehr Bandbreite erlauben.
Was bei der mittlerweile dünnen Belegung kein Problem darstellt.
Höre hier: 1240 KEVA (Evanston, WY) in AM Stereo
So mancher deutsche Dummfunker wäre froh, diese Qualität über UKW zu haben.

von Nohab - am 02.05.2013 08:32
Das ist schon richtig, aber selbst in Mono wäre schon wesentlich mehr möglich.
Nur - Mittlerweile sind wir hier in DL an einem Punkt angelangt, wo jegliche Versuche,
die Mittelwelle zu beleben oder einen weiteren Hörfunkstandard einzuführen, zum Scheitern verurteilt sind.
Das Hörbeispiel habe ich deshalb verlinkt, damit man mal hört was mit etwas guten Willen auf MW geht.
Aber wie üblich in DL, es wurde gründlich verpennt. Ich denke, jetzt ist es wohl zu spät.

von Nohab - am 02.05.2013 09:06
Die Definition Lokalradio ist mir noch nicht ganz klar. Meint man damit etwa auch die vielen Regionalfenster der landesweiten Programme. Die lassen sich im Prinzip auch nicht ideal durch DAB+ abbilden, allerdings sind die meist auch nicht nur auf eine Stadt begrenzt und oft auch identisch mit der Regionalaufteilung der Mitbewerber. Das Problem also weniger akut.

Man sollte einfach mal einen Versuch in einer kleinen Stadt mit nur einem Lokalanbieter machen (ca. 50000 Einwohner).
DAB+ mit PL1 und 20W Sendeleistung. Dann die In Door und Out Door Nutzreichweite testen und auch die Stoerreichweite, also ab wo die gleiche Frequenz erneut verwendet werden koennte. Es wird ja anscheinend von einem grossen DAB+ Erfolg ausgegangen, wenn man schon eine Band3 Frequenzknappheit unterstellt, die es verhindern wuerde 1,5 MHz Bandbreite mit geringer Sendeleistiung fuer nur ein Programm zu verwenden.

von Nordlicht2 - am 02.05.2013 09:22
Zitat
rolling_stone
Yep. Nachdem alle Masten gesprengt bzw. Anlagen demontiert wurden, wird man nicht nochmal Geld in die Hand nehmen, um die Dinger wieder aufzubauen.

Nicht nur das, man hat in den letzten 2 Jahrzehnten dem deutschen Radiohörer die AM-Bereiche
regelrecht abgewöhnt. Das konnte man schon fast als Aversionstherapie bezeichnen.
Und den Schuh müssen sich Senderbetreiber, Regulierungsbehörden und Gerätehersteller gleichermaßen anziehen.

von Nohab - am 02.05.2013 09:26
Zitat
Nordlicht2
Die Definition Lokalradio ist mir noch nicht ganz klar. Meint man damit etwa auch die vielen Regionalfenster der landesweiten Programme. Die lassen sich im Prinzip auch nicht ideal durch DAB+ abbilden, allerdings sind die meist auch nicht nur auf eine Stadt begrenzt und oft auch identisch mit der Regionalaufteilung der Mitbewerber. Das Problem also weniger akut.

Wenn man rein nach der technischen Definition geht, dann trifft es der NRW-Lokalfunk noch am
besten (das tatsächliche Programm ist jetzt ein anderes Thema.),
z.B. 90.1 in MG deckt einen Radius von ca. 15km kofferradiotauglich ab, mit 320W (lt. FMScan).
( Neuss Bahnhof geht es verrauscht mit dem modifizierten Aldi-'Welt'empfänger)
Die Regionalfenster betrachte ich nicht wirklich als Lokalfunk, die abgedeckten Bereiche sind einfach zu groß.

Zitat
Nordlicht2
Man sollte einfach mal einen Versuch in einer kleinen Stadt mit nur einem Lokalanbieter machen (ca. 50000 Einwohner).
DAB+ mit PL1 und 20W Sendeleistung. Dann die In Door und Out Door Nutzreichweite testen und auch die Stoerreichweite, also ab wo die gleiche Frequenz erneut verwendet werden koennte. Es wird ja anscheinend von einem grossen DAB+ Erfolg ausgegangen, wenn man schon eine Band3 Frequenzknappheit unterstellt, die es verhindern wuerde 1,5 MHz Bandbreite mit geringer Sendeleistiung fuer nur ein Programm zu verwenden.

Da DAB mit starkem Protectionlevel einen spürbaren Systemgewinn hat, sollte das direkte
Stadtgebiet von Mönchengladbach (Radius ca. 5km) mit geschätzt 50 - 100W zu versorgen sein.
Und die Störreichweite kann mit etwas Nachdenken bei der Antennenkonfiguration nochmal
gezielt reduziert werden, ich denke, daß dann in Krefeld derselbe Kanal schon wiederverwendbar ist.
(Zum besseren Verständnis hier der relevante Kartenausschnitt: http://goo.gl/maps/Tl4I8 )

von Nohab - am 02.05.2013 09:45
Naja, fuer die Antennenkonfiguration wuerde ich erstmal nur von einer einfachen rundstrahlenden senkrechten Stabantenne ausgehen. Das ganze soll ja moeglichst billig sein, so dass es sich der kleine Lokalsender auch leisten kann. Bei 50W und den ueblichen niedrigen Antennehoehen der Lokalsender, die schon nach 15km die Erdkruemmung erreichen, kann man die Frequenz wohl schon nach 30km fuer die Nachbarstadt wiederverwenden. Man koennte es sogar erlauben, dass der Lokalsender seine eigene Sendeanlage auf das Dach seines Studios stellt. So ist es im Ausland ja oft schon bei UKW anzutreffen.

von Nordlicht2 - am 02.05.2013 10:01
Hallo,

DRM+ ist ja ein ganz interessanter Ansatz, um Lokalstationen mit eigener Antennenanlage zu digitalisieren. Nur fuer die Radiostation ist doch die Frage nach dem Vorteil ausschlaggebend. Also entweder massiv Kosten sparen oder Zusatzdienste ? Oder ueberhaupt eine Sendefrequenz bekommen... Im Moment ist ja noch nichtmal klar, wo man DRM+ ueberhaupt ansiedeln koennte. Urspruenglich entwickelt wurde es mal fuer Band 2, aber das ist noch zu voll. Band 3 wuerde wohl noch funktionieren, aber da ist bei uns schon DAB und ein Mischbetrieb kommt wohl eher nicht in Frage. Das Band 1 wurde in Frankreich schonmal fuer Tests benutzt. Mancherorts gibts da aber noch TV Sender. Und Antennen dafuer sind auch in keinem Auto enthalten, was die Sache da etwas schwieriger macht (aber wohl nicht unmoeglich).

Einige DAB Tuner koennen mittlerweile auch das Band2 direkt verarbeiten und haben entsprechende Filterbandbreiten implementiert. Ein Firmwareupgrade eines Software Radios fuer den Empfang von DRM+ ist also zumindest theoretisch denkbar. Praktisch steht dem die Realisierung der Hardware im Weg, denn fuer DAB will man das Band2 ja eher vom Empfaenger weghalten. Aber auch das ist loesbar.

Ausser den DRM+ Tests in Skandinavien gibt es auch noch Interessen in Brasilien. Nur wegen RLP wirds wohl keinen Chipsatz Entwickler vom Hocker reisen einen Decoder produktfertig zu entwickeln. Irgendwelche Forschungsprojekte sind da eine andere Sache. Aber von einer Demonstration bis zu einem massenmarkt tauglichen Geraet ist es ein weiter Weg.

Dass das VHF3 Band mancherorts schon relativ voll ist ist aber nicht so ganz von der Hand zu weissen. Gegenden mit 5 empfangbaren Ensembles sind nicht so selten. Da manche Frequenzen dann noch durch laenderspezifische Einschraenkungen blockiert sind muss man sorgfaeltig planen, damit es auch bei Ueberreichweiten nicht zu grossflaechigen Ausfaellen kommt.

Dass das L-Band nicht mehr in Geraete integriert wird halte ich fuer ein Geruecht. Es gibt sicher einige Hersteller (vor allem Consumer Geraeter), die die entsprechende Beschaltung des L-Band Eingangs nicht vornehmen, um Kosten zu sparen. Vor allem ein daempfungsarmes Filter kostet halt Geld. Bei Autoradios duerfte es anders aussehen. Ich glaube nicht, dass sich ein Hersteller traut das einfach so wegzulassen. Eher noch setzen sich die Mobilfunker durch und schnappen sich das Band weg, wenn weiterhin so wenig Betrieb ist.

Gruss
Mario

von dh5ym - am 02.05.2013 10:06
Ich habe heute früh zu diesem Thema mal einen Techniker gefragt: Es sei inzwischen kostengünstiger einen DAB-Multiplex mit nur einem Programm von einem Senderstandort zu betreiben als die UKW-Verbreitung des gleichen Lokalradios. Wenn sich mehr Sender im Ensemble finden, könnten die Kosten freilich noch weiter gesenkt werden. Von DRM+ hält er gar nix, da das wieder eine propreitäre Lösung sei, die momentan in keinem einzigen europäischen Land vor der Einfühung stünde. Er selbst befürwortet die bayerische Lösung, also mehr Lokalradios in einem Multiplex, wobei diese dann zwar einen riesigen Overspill bekämen, was aber umgekehrt gerade für Autofahrer auch vorteilhaft sein kann. (Beispiel: Radio 8 im Nürnberg-Muxx, Pendler aus dem Sendegebiet, die in Nürnberg, Fürth oder Erlangen arbeiten, können das Programm dann störungsfrei auf dem Weg zur Arbeit hören).

Eine solche Lösung könnte man freilich auch für die Lokalen in RLP einsetzen, etwa einen Muxx Rheinhessen, u.a. mit Antenne Mainz (beide Regionalversionen) und Antenne Bad Kreuznach sowie vielleicht noch Metropol FM und Domradio Studio Nahe, von den Sendestandorten Hohe Wurzel, Mainz-Kastel, Ober-Olm und Schanzenkopf mit je 500 Watt Leistung und optimalster Fehlerkorrektur.

von Ihre Majestät - am 02.05.2013 10:20
Das Fraunhofer Institut und Co, hat halt denen gezeigt, dass DRM+ mit einem NOXON-USB-Stick und damit für 10€ möglich ist :-( ! Von einem Notebook, den man dabei mitschleppen muss - er war ja auch schön versorgt in einem Alu-Köfferchen - haben die entweder nichts bemerkt oder man hat ihnen gleich vorgeschwärmt, dass man alles im Handy unterbringen kann. Davon träumen wir ja auch mit DAB+.!

von drahtlos - am 02.05.2013 10:23
Mal ehrlich, die Lokalradios waeren gut beraten zusammen mit anderen in einen Mux zu gehen. Ist bei mehr Reichweite gleichzeitig sogar billiger. Wer kauft sich schon ein Radio nur wegen der Lokalsender. Die Einschaltquoten / Hoererzahlen, die die haben sind so gering, dass ich es nicht nachvollziehen kann wenn man dafuer einen extra Uebertragungsstandard einfuehren moechte.

von Nordlicht2 - am 02.05.2013 10:49
@ Spacelab

Zitat

Die AM Bänder hatten sich bei DRM als zu störanfällig erwiesen. Was ja mitunter auch ein Grund war warum DRM gefloppt ist. Außerdem müsste man dann wieder immense Sendeanlagen aufbauen die viel Strom verschwenden um überhaupt über den innerstädtischen Störnebel drüber raus zu kommen.


Ja, das sowieso. Richtig rentabel wird man da wohl keinen Rundfunk betreiben können.



@ Funker1

Zitat

Ich halte es grundsätzlich für einen falschen Weg, einen weiteren Standard einzuführen.


Sehe ich auch so. Ottonormalverbraucher dürfte derweil auch die Schnautze voll haben, ständig neue Digitalstandards vorgesetzt zu bekommen. Alleine schon die Menge an Standards, die er als "digitales Radio" schon vorgesetzt bekam, spricht für sich: DSR, ADR, DVB-S, DAB, DAB+, DRM, DRM+ und Internetradio.



@ Manfred Z

Zitat

Es ist ein System, das auf ein sehr schmalbandiges System für die AM-Bänder (Bandbreite 9/18 kHz, bzw. 10/20 kHz für Amerika) aufgepfropft worden ist.


Darf man bei DRM wirklich mit 18 bzw. 20 kHz Bandbreite arbeiten?




@ Nohab

Der Mitschnitt klingt gut. Stellt sich aber die Frage, wie der sich im städtischen Störnebel und nachts anhört.


Zitat

Nicht nur das, man hat in den letzten 2 Jahrzehnten dem deutschen Radiohörer die AM-Bereiche
regelrecht abgewöhnt. Das konnte man schon fast als Aversionstherapie bezeichnen.
Und den Schuh müssen sich Senderbetreiber, Regulierungsbehörden und Gerätehersteller gleichermaßen anziehen.


Da mußt du schon viel früher ansetzen. Und zwar direkt nach dem zweiten Weltkrieg, wo Deutschland in der Frequenzplanung bewußt benachteiligt wurde und sich deshalb UKW schnell etabliert hat.

Die Senderbetreiber haben sich größtenteils nur an die Vorgaben (4,5 kHz NF-Bandbreite) gehalten. Die Regulierungsbehörden konnten an den international zugewiesenen Frequenzen auch nichts ändern. Und den Geräteherstellern, die auf die "Geiz-ist-Geil-Mentalität" mit ultrabilligen Plastikradios reagiert haben, kannst du es auch nicht in die Schuhe schieben.

Daß in Deutschland AM kaum noch gehört wird, ist nunmal unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und da nützt es auch gar nichts, andere Länder mit einer großen AM-Hörerschaft immer wieder als Referenz herzunehmen. Genau so gut könnte man Österreich als andere Referenz hernehmen und sagen, daß die sich (abgesehen von der 1476 kHz) von der AM-Ausstrahlung schon in den 1980er Jahren verabschiedet haben.

von Kay B - am 02.05.2013 11:40
Zitat
Es geht in erster Linie ums Finanzielle. Gerade für kleine Lokalradios ist eine DAB+ Ausstrahlung günstiger als UKW. Man benötigt für die gleiche Reichweite eine geringere Sendeleistung und man kann sich diese Kosten sogar noch mit anderen Programmen teilen.


Es geht nicht um´s Geld, sonst hätten wir uns zum gleichen Kostenfaktor (UKW / DAB+) auch auf DAB+ bewerben können.
Es geht darum dass der Endverbraucher es hören kann.
Nur weil es keiner hören kann gebe ich als kleiner lokaler Anbieter nicht zwischen 15.000 und 20.000 € im Jahr für DAB+ aus!

von Dampfradio - am 02.05.2013 12:23
Die kleinen Lokalen werden sicher die letzten sein, die auf UKW abschalten. Genau wie schon auf DVB-T. Solange muessen die grossen Programme erstmal dafuer sorgen, dass DAB+ auch ausreichend gehoert wird, also genuegend Empfaenger vorhanden sind. Dann lohnt es sich irgendwann auch fuer die Programme mit wenigen Hoerern.

DRM+ wuerde an den Kosten aber kaum etwas aendern. Gleiche Antenne, gleiches Antennenkabel, gleicher Sender. Denn irgendwie werden wohl gar keine speziellen Sender je nach Anwendungsfall hergestellt sondern nur solche, die gleich alle Standards von DVB-T DVB-T2 DMB DAB+ koennen. Ist wohl in der Masse dann billiger die gleichen Chips fuer alles zu nehmen und die verwendeten HF Endstufen sind eh die gleichen. Auf Empfaengerseite sehen wir das ja auch. Gutes Beispiel ist der Noxon Stick, der TV und DAB und FM kann.
http://www.rohde-schwarz.de/de/Produkte/rundfunk/hoerfunksender/SCx8000-%7C-Technische_Daten-%7C-106-%7C-5181.html

von Nordlicht2 - am 02.05.2013 14:29
Zitat

Mal ehrlich, die Lokalradios waeren gut beraten zusammen mit anderen in einen Mux zu gehen. Ist bei mehr Reichweite gleichzeitig sogar billiger. Wer kauft sich schon ein Radio nur wegen der Lokalsender. Die Einschaltquoten / Hoererzahlen, die die haben sind so gering, dass ich es nicht nachvollziehen kann wenn man dafuer einen extra Uebertragungsstandard einfuehren moechte.


Das stimmt schon. Nur hat man dann gleichzeitig konkurenz mit an Board, wobei es ja in RLP oder im Saarland in der Gruppe bleibt. Man könnte ja sogar noch weiter gehen, indem man nur lokale Einblendungen macht und dei Datenrate reduziert.

von Marcus. - am 02.05.2013 17:39
Zumindest in NRW: Radio Wuppertal, Radio Essen, RSG und Neandertal sind nicht wirklich Konkurrenten!
~90% identisches Programm, nur Unterschiede in den lokalbezogenen Wortbeiträgen.
Keine Gefahr, ein gemeinsamer Mux wäre einfach nur die passende Synergie.

Lokalfunk wird hier viel gehört - die Leute wollen hören, was in ihrer Stadt los ist.
Lokalpatriotismus (ja ok, und wenige Alternativen auf UKW).

von Matthias K. - am 02.05.2013 21:46
@ Nordlicht2

Zitat

Denn irgendwie werden wohl gar keine speziellen Sender je nach Anwendungsfall hergestellt sondern nur solche, die gleich alle Standards von DVB-T DVB-T2 DMB DAB+ koennen.


Das kann ich nicht so richtig glauben, daß das wirklich so ist. DVB-T läuft größtenteils nur noch im UHF-Bereich ab. DAB dagegen im Band III. Das hieße, man müßte Sender konstruieren, die sich von 174 bis über 800 MHz durchstimmen lassen und zudem die Bandbreite noch variabel ist. Das dürfte eine Endstufe schon deutlich teurer machen.



@ Manfred Z

Danke.



@ Matthias K.

Zitat

Keine Gefahr, ein gemeinsamer Mux wäre einfach nur die passende Synergie.


Das dürfte in Bayern ähnlich sein. Die Lokalfunker decken meist alle das gleiche Musiksegment ab. Also seichtere Musik aus den aktuellen Charts und den letzten Jahrzehnten. Der große Mehrwert sind da wirklich die Lokalinformationen.

von Kay B - am 02.05.2013 22:57
Ich finde die Idee mit DRM+ gar nicht schlecht. Ich bin aber der Meinung, dass man das derzeitige UKW-Band dann anders aufteilen muss und auch große Sender mit 100 kW dabei sein müssen. Warum nicht neben den analogen Signalen auch DRM mit aufschalten. Die Lokalsender könnten wie in NL den 2. Kanal untervermieten. Auch eine Variante für DAB+ für die Lokal/Regionalmuxe.

von pfennigfuchser - am 03.05.2013 09:15
da die Frequenzen unter 30 Mhz voll zu gePOWERlined und von PLASMA-TV Störnebel überall dicht sind, bleibt ja nur DAB oder der höhere DRM+ Frequenzbereich über.

Ich nehme schon keinen Weltempfänger mehr mit, weil man aus MW und SW selbst in den Urlaubsländern nur noch Störquellen empfängt. Schade um diesen einzigartigen Frequenzbereich mit diesen Eigenschaften. Sollte endlich mal als Weltkulturerbe ausgerufen und geschützt werden :hot:

von Frankfurt - am 03.05.2013 11:16
Mir kommt die ganze Sache eher vor wie - ja nicht DAB+ als alleinige Digitalradio-Technik übernehmen zu müssen. Es wird ja soweit kommen, dass das Band III für DRM+ herhalten muss. Solange dann nicht ganze Kanäle wieder abgegeben werden müssen mag das ja noch angehen. Ein schlechtes Gefühl habe ich trotzdem an der Sache. Ich glaube nämlich nicht, dass nur ein einziger UKW-Betreiber irgend eine Frequenz freigibt für DRM+, wo es dann 1000x weniger Empfänger hat, als solche mit DAB+.

von drahtlos - am 03.05.2013 11:43
Leute, ich versteh eines hier nicht:

Dafür, dass DRM+ sowieso nie kommen wird (nirgends in Europa wird auch nur überhaupt daran gedacht außer in RLP), sind innerhalb weniger Tage erstaunlich viele Posts zusammen gekommen...

Fakt ist

1. dass es DAB+ ja schon schwer genug hat und man froh sein muss, wenn es sich so schnell wie möglich etabliert

2. dass diejenigen, die jetzt viel Geld für DAB+ - Radios ausgegeben haben, mit ziemlicher Sicherheit keine Lust haben, schon wieder Geld in DRM+ zu investieren.

von PEQsche - am 03.05.2013 18:34
Zitat
drahtlos
Auch die EBU unterstützt DRM+, natürlich zurzeit nicht so stark wie DAB.


Womit? Mit einer wohlfeilen Erklärung, die nichts kostet und in der DRM auch erwähnt wird:

"The EBU [...]

Recommends that,

1. The needs of all radio services in a country be considered when making plans for the digitisation of radio, including future service expansion, the available spectrum, and the cost effectiveness of different standards for different services;

2. Immediate deployment be done using DAB transmission as defined in ETSI EN 300 401 with DAB+ services as defined in ETSI TS 102 563 for digital radio broadcasting in VHF Band III;

3. When DAB coverage is not possible, to use DRM as defined in ETSI ES 201 980 for digital radio broadcasting in the frequency bands currently used for analogue radio broadcasting;

4. Digitisation is accompanied by the deployment of enhanced features, such as text, images and programme guides to keep radio relevant in the digital age;

5. Hybrid radio services are deployed with digital broadcasting systems (for example using RadioDNS);

6. Harmonisation in the timetable for deployment of digital radio across Europe, including a target date for the switch-off of analogue radio, would create a greater momentum and market take-up."

Zitat

Aber die wollen ja auch Geld damit verdienen - auch wenn es zurzeit nur Schulungen und Vorträge sind.


Ich glaube eher, die EBU kostet Geld, das Geld ihrer Mitgliedsanstalten, darunter auch einige große Kommerzielle wie CLT, ITV, TF1 und Canal+.

von Manfred Z - am 03.05.2013 20:34
Was will die EBU mit der 2-Ziele Strategie? Wollen die DRM+ dort, wo das Band III mit anderen Dingen belegt ist (z.B. in den USA) DRM+ anstelle HD-Radio oder wirklich 2 digitale Systeme als Ablösung zu UKW? In meinen Augen konkurrenzieren sich DAB+ und DRM+ in Ländern, wo DAB+ bereits eingeführt ist. In jenen europäischen Ländern wo es DAB+ bis jetzt nicht gibt, aber problemlos möglich wäre, empfiehlt man dann den dortigen UKW-Betreibern auf DRM+ umzusteigen mit der Konsequenz, nicht mehr Staaten übergreifend kompatibel zu sein? Ich finde das ganze ziemlich Kontraproduktiv.

Persönlich meine ich, man sollte die Asiaten ins DAB+ Boot holen, den dort hat es ja noch weitere Digital-Radio Ableger was mit Sicherheit nicht von Vorteil ist. Von dort kommen ja auch 90% der Gerätehersteller. DRM+ so quasi durchs Hintertürchen als "Weltstandard" zu propagieren halte ich für gefährlich. Nebenbei gibt es immer noch Meinungen, dass es bei DRM+ noch offene Fragen gibt, die nicht gelöst sind.

http://tech.ebu.ch/drm
http://www.rwonline.com/article/ebu-announces-new-technical-recommendation/217831
http://digitalradioinsider.blogspot.ch/2013/02/ebu-report-on-drm-on-fm-band-published.html
http://www.facebook.com/nasbshortwave/posts/412109472216969

PS: ich möchte mal die Umschaltzeiten sehen, wenn man von einem Lokal-DRM+ Programm zu einem DAB+ Programm wechseln muss und umgekehrt. (2 oder 4 Sekunden?)

von drahtlos - am 03.05.2013 23:39
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