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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 2 Monaten
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Chris_BLN, GLS, Francesco210175, Kai., WiehengeBIERge, htw89, raeuberhotzenplotz1, Radio_DDR

Umsetzer Technik in professionellen Kabelkopfstellen

Startbeitrag von raeuberhotzenplotz1 am 07.05.2013 20:03

Weiß von Euch jemand, was Kabel BW und Kabel Deutschland in Ihren Kabelkopfstationen für Equipement einsetzen? Oder haben die nur noch eine Kopfstation und verteilen alles per Glasfaser? Wie schaut das heute aus? :confused:

Habe mir gerade eine ältere WISI Anlage (OV Topline Headend II Serie) erstanden mit unterschiedlichen Umsetzern für QPSK SAT und COFDM in QAM und PAL. Wurde sowas auch von Kabelfirmen verwendet, oder war das zu "billig"? Die Anlage hier (ca. 40 Kanalzüge) war in einer Wohnanlage mit 250 Wohneinheiten installiert...

Antworten:

KDG stellt die Programme im Wesentlichen im Playoutcenter zusammen und schickt sie per Glasfaser über IP zu den Kopfstationen, wo sie wieder in QAM/PAL umgesetzt werden. Zusätzliche Geräte außer diesem Umsetzer gibts höchstens für terrestrisch empfangene Sender oder Sender die die jeweilige Kopfstation als Einspeisepunkt benutzen, d.h. Sender liefert Signal an seiner nächstgelegenen Kopfstation an und von dort wird das Signal übers Backbone an andere Kopfstationen weitergeleitet.

Sat-Umsetzer usw. wird man da höchstens noch für Backup finden oder halt in den Netzen bei denen sich keine Backbone-Anbindung rentiert hat.

von htw89 - am 07.05.2013 21:24
KDG braucht die zentrale Zuführung u.a., um die ARD-Programme schlechtrechnen zu können. Den dazu nötigen Aufwand (selbst Radio wird ja recodiert) könnte man unmöglich an jeder Kopfstelle einbauen. Als man das Glasfasernetz noch nicht hatte, nutzte man dann Transponder auf 23.5° Ost, um die neu zusammengestellten Pakete zu den Kopfstellen zu bringen. Damals also noch DVB-S-auf-DVB-C-Umsetzer. Radio wurde seinerzeit aus Kapazitätsgründen auf 256 kbps recodiert, heute aus Schikane-Gründen auf 192 kbps.

Es gibt einige wenige nicht ans Backbone angebundene Netze der KDG, bei denen tatsächlich heute noch vergleichbare DVB-S-auf-DVB-C- oder DVB-S-auf-PAL-Umsetzer am Arbeiten sind. Dort sind aufgrund einer hirnrissigen Belegung nichtmal die ARD-Radioprogramme dabei.

Unitymedia hat(te) es sogar so, daß die ortsüblichen UKW-Radioprogramme an einer passenden Kopfstelle empfangen und digitalisiert wurden (mit RDS), um sie dann ins Playout zu schicken und sie dort wieder zurückzurouten zu den Netzen, in denen sie ausgestrahlt werden sollen. Das hat man mit Encodern von QBit gemacht und dann mit ASI-Geräten von Astro Strobel. An den Headends wurden für die UKW.Rückgewinnung tatsächlich V16-Kisten installiert. Siehe hier.

Bei kleineren Netzen (auch bei der TeleColumbus) sind auch heute noch solche Sat-Umsetzer im Einsatz, da gibt es kein Backbone. Man verwendet da aber zumindest in den größeren Netzen oft keine Mehrfach-Umsetzer, sondern autarke 19"-Geräte, also auch gehobene Liga. Das betrifft aber nur das Handling und ggf. Redundanz, nicht jedoch die Qualität der Ausgangssignale. Die ist inzwischen längst auch in der Kompaktklasse sehr hoch.

Kabel BW hat auch in kleineren Netzen eher "kompakte" Technik im Einsatz gehabt.

von Chris_BLN - am 07.05.2013 22:13
In den Telekolumbus bzw. EWT-Kopfstellen und auch in den wenigen verbliebenen Einzelkopfstellen von UM ist in der Regel Technik von Blankom oder Fuba im Einsatz, die schon angesprochenen 19'' Geräte, mit "Kanalzügen", sprich für jeden Kanal ein eigenes Gerät.
Redundanz haben solche Kopfstellen übrigens überhaupt nicht, aber Redundanz ist bei KNBs eh ein Fremdwort^^.

Zitat

Unitymedia hat(te) es sogar so, daß die ortsüblichen UKW-Radioprogramme an einer passenden Kopfstelle empfangen und digitalisiert wurden (mit RDS), um sie dann ins Playout zu schicken und sie dort wieder zurückzurouten zu den Netzen, in denen sie ausgestrahlt werden sollen. Das hat man mit Encodern von QBit gemacht und dann mit ASI-Geräten von Astro Strobel. An den Headends wurden für die UKW.Rückgewinnung tatsächlich V16-Kisten installiert. Siehe hier.

Das wird soweit ich informiert bin auch immer noch so gemacht. Dank dieser Technik ist es ja theoretisch z.B. auch möglich, in einer Kopfstelle z.B. an der Landesgrenze ein bestimmtes Radioprogramm aus dem Nachbarland zu empfangen und dieses in einem komplett wo andrs gelegenen Netz wieder einzuspeisen - wovon allerdings kein Gebrauch gemacht wird.

von WiehengeBIERge - am 08.05.2013 11:33
Zitat
Chris_BLN
Als man das Glasfasernetz noch nicht hatte, nutzte man dann Transponder auf 23.5° Ost, um die neu zusammengestellten Pakete zu den Kopfstellen zu bringen. Damals also noch DVB-S-auf-DVB-C-Umsetzer.


Dieser Umweg war aber auch deshalb, weil die FTA-Dienste von 19,2° ja erst noch zentral verschlüsselt werden mussten, so dass der Kabelkunde diese Dienst bis vor kurzem nur als PayTV abonnieren konnte bzw. früher sogar gegen einen Einmalbetrag die Karte für die von KDG vorgeschriebene Gängelbox erwerben.

von Radio_DDR - am 09.05.2013 12:58
Zu Kabel Deutschland ist folgender Artikel empfehlenswert, wo auch das technische Gerät, das die Umsetzung von IP auf DVB-C bzw. Analog-TV macht, genannt wird:
http://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Backbone

Das betrifft alle Glasfasernetze der KDG (117 an der Zahl; Stand: Anfang 2013), die ca. 98% der Kunden versorgen. Die restlichen Netze sind die hunderten Klein- und Kleinstnetze mit Sat-Umsetzung, s. den Link von Chris oben. [Im KDG-Helpdesk veröffentlichen wir allerdings nur die größten dieser kleinen Netze, weil das sonst eine uferlose Geschichte wäre.]

Zitat
Chris_BLN
Kabel BW hat auch in kleineren Netzen eher "kompakte" Technik im Einsatz gehabt.

"Gehabt" oder haben sie noch? Kabel BW hat nämlich nach wie vor rund 20 (zumindest uns bekannte) dezentrale Netze, die natürlich auch nicht ausgebaut sind. 17 davon (inkl. Schnelldorf) listen wir hier auf:
http://www.dvbcentral.de/wiki/Dezentrale_Netze

Ansonsten hat KBW seine 20 großen Netzknoten, die den TV-PoPs der KDG entsprechen. Ob dort auch EdgeQAMs/PALs im Einsatz sind, weiß ich allerdings nicht.

Bei Unitymedia haben wir leider keine halbwegs vollständigen Listen mit den Kopfstationen; von daher ist das, was derzeit bei DVB Central steht, provisorisch zu verstehen. Prinzipiell sollte die Technik aber recht ähnlich zu KBW sein, die Kopfstationen haben nur wieder einen anderen Namen, nämlich "(Content) Hubs". Ein paar Kleinkopfstellen gibt's natürlich auch, nur schafft es UM in NRW leider nicht, die korrekten Belegungen in der Abfrage anzuzeigen; in Hessen geht's jedenfalls.

von GLS - am 09.05.2013 13:05
Zitat
GLS
Zu Kabel Deutschland ist folgender Artikel empfehlenswert, wo auch das technische Gerät, das die Umsetzung von IP auf DVB-C bzw. Analog-TV macht, genannt wird:
http://helpdesk.kdgforum.de/wiki/Backbone


Danke für den LinK! Die Struktur des KDG-Netzes kannte ich nicht. EdgeQAM... nur von welchem Hersteller?

Zitat
GLS
Die restlichen Netze sind die hunderten Klein- und Kleinstnetze mit Sat-Umsetzung


Wißt ihr, warum da der ARD-Radiotransponder fehlt? Das ist angesichts des oft sehr mageren UKW-Angebotes in diesen Netzen eine Frechheit.

Zitat
GLS
"Gehabt" oder haben sie noch?


Tut mir leid, da habe ich leider keine Ahnung.

von Chris_BLN - am 09.05.2013 16:24
Zitat
Chris_BLN
Danke für den LinK! Die Struktur des KDG-Netzes kannte ich nicht. EdgeQAM... nur von welchem Hersteller?

Müsste von ARRIS sein, jedenfalls wenn man nochmal den Anfang des (legendären) Backbone-Threads durchliest:
http://www.kdgforum.de/viewtopic.php?f=2&t=13450&p=173711

Im September 2010 ging der Spaß ja los bei KDG und 2011 haben wir dann das ganze Jahr mitgefiebert, welche Station als nächstes ans Backbone kommt. War ganz schön lustig.;)

Zitat

Wißt ihr, warum da der ARD-Radiotransponder fehlt? Das ist angesichts des oft sehr mageren UKW-Angebotes in diesen Netzen eine Frechheit.

Ne, keine Ahnung. Die Programmpolitik der KDG zu verstehen hab ich längst aufgegeben - man würde auch verrückt dabei werden.

Die kleinen Netze haben ja auch deswegen Platzmangel, weil sie nicht ausgebaut sind (mit der Ausnahme eines Fremdnetzes mit KDG-Signal in RLP und evtl. Genthin, wo man abwarten muss, was damit geschieht). Und KDG will dummerweise überall 30 analoge Sender anbieten und traut sich nicht wie UM, die 474 MHz zu belegen. Da könnte man in 64QAM problemlos den Radio-TP der ARD einspeisen...

von GLS - am 10.05.2013 15:05
Zitat
Im September 2010 ging der Spaß ja los bei KDG und 2011 haben wir dann das ganze Jahr mitgefiebert, welche Station als nächstes ans Backbone kommt. War ganz schön lustig.;)


Das kann man laut sagen. Denn als Berlin sozusagen als erstes Netz im Jahr 2011 an das Backbone angeschlossen wurde, fiel ich aus allen Wolken. Damals machte ich "Just for Fun" einen Suchlauf auf der 730 MHz und fand dann den (inzwischen auf der 610 MHz verlegten) sogenannten "3. Aprilscherzkanal" mit allen möglichen (und unmöglichen) Timesharingprogrammen. ;)

Erst einige Stunden später war ich dann "in der Lage" mich im inoff. KDG Forum zu informieren. :spos:

von Francesco210175 - am 10.05.2013 23:56
Wenn ich mich recht erinnere, habe ich damals die Umstellung auf das Backbone im Kabelnetz Kiel live miterlebt. War irgendwie um 3 Uhr nachts. Kurz waren die Programme weg, dann war die Umstellung durch;)

von Kai. - am 11.05.2013 00:58
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