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AFN Weißkirchen 873khz

Startbeitrag von AFNner am 21.05.2013 12:57

Hallo Leute,
nun ist es offiziell . Nachdem wir die Sendeanlage mit viel Geld und Herzblut in den letzten zwei Jahren renoviert haben und dort ein nagelneuer Nautel AM Sender in Betrieb genommen wurde , wird am 31. Mai komplett abgeschaltet. Aus Kostengründen .
Schöne Grüsse
AFNner

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Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat

Aber es dürfte nicht mehr lange dauern
bis auch auf der anderen Seite des Antlantiks der AM-Senderwald gelichtet wird.
Mittel (Lang)wellenrundfunk findet immer weniger Gehör. Einmal wegen der eingeschränkten
Audioqualität und zum anderen wegen der im Vergleich zu UKW, besonders zu DAB, sehr
hohen Betriebskosten. Ich denke, dass in den sog. "hochentwickelten Industrieländern"
der AM-Rundfunk in den nächsten zehn Jahren fast komplett verschwunden sein wird..


In Europa wird es wohl so kommen, in Amerika wird denke ich in 10 Jahren aber doch noch einiges on air sein, wenn auch vielleicht nicht so viel wie jetzt noch. Hoch sind die Nutzerzahlen nicht mehr, aber sie sind zumindest höher als in Europa. Und DAB gibt es in Amerika auch nicht und wird es wohl in absehbarer Zeit auch nicht geben.

von pg09 - am 21.05.2013 18:05

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Kay B
@ RheinMain701

Zitat

Interessant auch, dass man so starr an der 102,3 in Stuttgart festhält. Da wäre doch das größte Sparpotential.


Der Sender auf dem Frauenkopf macht 10 KW TRP und ist höchstwahrscheinlich volltransistorisiert. Die Kosten für den Unterhalt des Turmes und der Gebäude teilen sich auf mehrere Radiosender, Fernsehsender (DVB-T) und diverse andere Funkdienste auf.

Der Sender in Weißkirchen macht 150 KW ERP, die der TRP entsprechen dürften. Die Kosten für den Unterhalt der drei Maste und Gebäude fallen einzig und alleine auf einen Radiosender.

Deine Rechnung, daß die 102,3 vom Frauenkopf das größte Sparpotential hat, geht also nicht ganz auf.


Bei der 102,3 gab es immer wieder unterschiedliche Meinungen mit welcher Power man wirklich sendet. 100 KW und 10 KW waren die meisten Meinungen. Dass sie von US Radios problemlos empfangen werden kann, ist wohl der Hauptgrund, warum man sie behalten wird, zusammen mit der 98.7.

Ich empfing zwar auch gerne die 873, werde sie sicher vermissen, aber in einer Zeit von Internet und div. anderen Moeglichkeiten, - mitlw. auch mobil, ist vermutl AFN bald komplett obsolet.

Fast jeder US Sender kann ohnehin im Internet empfangen werden, und wenn nicht, kauft man eine US IP Addresse und die Sache hat sich, und durch "AFN360" hat sich AFN ohnehin schon eine neue Plattform geschaffen.

US Informationen, oder solche die fuer den Soldaten von Interesse sind, erfaehrt der Soldat ohnehin ueber andere Wege und in der heutigen Zeit ist ein solches Thema ohnehin sehr sensitiv, als jetzt in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

von 102.1 - am 21.05.2013 18:19

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat

Bemerkenswert mit welcher Kurzfristigkeit die Abschaltungen angekündigt werden.

Das wundert mich eigentlich noch viel mehr als die Tatsache an sich. Das war bei mdr info so und ist jetzt hier genauso, ebenfalls war es bei der hr2 UKW Umwidmung der Fall. Es ist wirklich interessant das man eigentlich überhaupt keine Infos mehr normal bekommt was passieren wird. Einfach ab-, um- oder wegschalten und das wars. Sehr fragwürdige Verhaltensweisen.

Das die MW-, KW- und nach und nach dann auch die LW Sender alle ausgeschaltet werden wundert mich eigentlich wenig, wenngleich es mich traurig stimmt. Zumindest eine handvoll LW-Sender sollte man meiner Ansicht nach betriebsbereit lassen um wenigstens in gewissen Situationen eine sehr großflächige und nicht auf lokale Hilfsmittel angewiesene Versorgung sicherstellen zu können.

von Jens1978 - am 21.05.2013 18:36

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ 102.2

Zitat

Bei der 102,3 gab es immer wieder unterschiedliche Meinungen mit welcher Power man wirklich sendet. 100 KW und 10 KW waren die meisten Meinungen.


Ich schrieb oben von 10 KW TRP, also die Leistung die hinten aus dem Sender rauskommt und auf die Antennenanlage geht. Bei der Antennenanlage auf dem Frauenkopf werden aus den 10 KW TRP dann 100 KW ERP.

Das mit der TRP hatte ich geschrieben, weil man die ansetzen muß, wenn man den Stromverbrauch von Sendern gegenüberstellen will.

Bei einem UKW-Sender mit 100 KW Strahlungsleistung ist es meist so, daß 10 KW HF erzeugt werden (TRP) und man durch die Antennenanlage die Leistung scheinbar verzehnfacht. Obwohl man (scheinbar) 100 KW Strahlungsleistung hat, werden tatsächlich nur 10 KW HF erzeugt.

Bei einem Mittelwellensender mit 100 KW Strahlungsleistung ist es aber meist so, daß man auch 100 KW HF erzeugen muß, da die Antenne keinen hohen Gewinn hat.

Für die 102,3 MHz mit ihren 100 KW muß man also 10 KW HF-Trägerleistung erzeugen, während man für die 873 kHz mit ihren 150 KW auch 150 KW HF-Trägerleistung erzeugen muß.




@ Jens1978

Zitat

Zumindest eine handvoll LW-Sender sollte man meiner Ansicht nach betriebsbereit lassen um wenigstens in gewissen Situationen eine sehr großflächige und nicht auf lokale Hilfsmittel angewiesene Versorgung sicherstellen zu können.


Das wäre wohl nur machbar, wenn man das irgendwie als Industriedenkmal deklariert und dann irgendwie über den Denkmalschutz und den Katastrophenschutz finanziert.

von Kay B - am 21.05.2013 19:07

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
satjay
Bemerkenswert mit welcher Kurzfristigkeit die Abschaltungen angekündigt werden.

Nunja, in diesem Fall ist es erklärbar: Die Republikaner (US-Version von CDU/CSU und auch mit
der gleichen Art von Vollidioten durchsetzt) haben zum Jahreswechsel die Budgetverhandlungen
sabotiert, wo es nur möglich war. Das Ergebnis: Es müssen auf einen Rutsch 85 Mrd. US$
eingespart werden. Und überall wurde die Säge angesetzt, bei den sowieso nur noch in
homöopathischen Dosen vorhandenen Sozialprogrammen ebenso wie auch bei Fluglotsen und
beim Militär. Und wenn man mal eben eine 6stellige Summe einsparen kann, ohne die Versorgung
der Truppe sonderlich zu beeinträchtigen, dann macht man das wohl auch.
Die Reduzierung des Sat-Angebots paßt da dann auch ins Bild.

von Nohab - am 21.05.2013 19:22

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
TerranusI
Also die Anlage in Vilseck auf 1107 wurde erst vor wenigen Jahren errichtet als Ersatz für Grafenwöhr. 1 Million Dollar sollen da reingesteckt worden sein. Ob der Sender auch wirklich mit 10kW sendet.... daran habe ich weiterhin starke Zweifel.
Glaube aber nicht, dass man den schnell abschalten wird, auch weil man ja sowieso Bamberg und Schweinfurt stilllegen wird, da dort nächstes Jahr die Standorte schließen.


Ja, der Amerikaner muss sparen. Das Deutsch-Amerikanische Volksfest findet heuer nicht statt, am Personal wird gespart und jetzt hat es das Radio erwischt.
Hoffen wir mal, dass die 1107 aus Vilseck wirklich länger on air bleibt. Dass man die Connections Sendungen eingestellt hat, war wirklich ein Schlag. Die hätte man auf The Eagle verlagern können und die beiden Spezialsendungen AT 40 und American Country Countdown nur an einem Tag am Wochenenden anstatt an beiden auszustrahlen.
Hoffen wir auch mal dass die so schnell die UKW-Frequenzen nicht abschalten.

von 101,4 - am 21.05.2013 19:52

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Kay B
@ 102.2

Zitat

Bei der 102,3 gab es immer wieder unterschiedliche Meinungen mit welcher Power man wirklich sendet. 100 KW und 10 KW waren die meisten Meinungen.


Ich schrieb oben von 10 KW TRP, also die Leistung die hinten aus dem Sender rauskommt und auf die Antennenanlage geht. Bei der Antennenanlage auf dem Frauenkopf werden aus den 10 KW TRP dann 100 KW ERP.

Das mit der TRP hatte ich geschrieben, weil man die ansetzen muß, wenn man den Stromverbrauch von Sendern gegenüberstellen will.

Bei einem UKW-Sender mit 100 KW Strahlungsleistung ist es meist so, daß 10 KW HF erzeugt werden (TRP) und man durch die Antennenanlage die Leistung scheinbar verzehnfacht. Obwohl man (scheinbar) 100 KW Strahlungsleistung hat, werden tatsächlich nur 10 KW HF erzeugt.

Bei einem Mittelwellensender mit 100 KW Strahlungsleistung ist es aber meist so, daß man auch 100 KW HF erzeugen muß, da die Antenne keinen hohen Gewinn hat.

Für die 102,3 MHz mit ihren 100 KW muß man also 10 KW HF-Trägerleistung erzeugen, während man für die 873 kHz mit ihren 150 KW auch 150 KW HF-Trägerleistung erzeugen muß.




Danke nochmal. Ja ist mir generell bekannt, hatte es in der Eile uebersehen. Die 102.3 hatte ich auch immer nur mit 100 KW wahrgenommen.

von 102.1 - am 21.05.2013 21:07

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Ein Artikel aus der Rundschau:
http://www.fr-online.de/frankfurt/afn-sendemasten-strahlung-auf-dem-riedberg,1472798,16354798.html

Der Artikel aus der FNP scheint auf der Homepage nicht mehr verfügbar, hier ist er aber noch zu finden:

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:QK8TZ-o9eYkJ:www.mowo-flieden.de/app/download/7275831293/infobrief-18-05-09.pdf%3Ft%3D1359555115+&cd=5&hl=de&ct=clnk&client=ubuntu


Zitat auf dem FNP-Artikel:

"Die Bauarbeiter im gut zwei Kilometer entfernten Neubaugebiet Riedberg können den Warnhinweis zwar nicht sehen, die Auswirkungen des Sendemastes haben sie nun aber zu spüren bekommen. Mit Schutzhandschuhen und Stiefeln schützen sie sich vor den Strahlen,
die Kräne mussten extra isoliert werden."

von durchfuxt - am 21.05.2013 21:51

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
102.2
Bitte fuehre Deine Meinung im OT Forum in einer Diskussion fort.

Bin ich da etwa einem CDU-Mitglied auf die Füße getreten?

Ok, genug gelästert, zurück zum Thema:
Zitat
gb
Die andere Sache aber ist: Kann man tatsächlich annehmen, daß in Krisensituationen (Terrorismus, Krieg, Naturkatastrophe) die Online-Verbreitung genauso gewährleistet und stabil ist wie über AM/FM?

Man sollte hier unterscheiden. AFN ist Truppenbespaßung, wenn die mal zeitweise ausfällt ist es
sicherlich zu verschmerzen. Was absolut funktionieren muß, ist die militärische Kommunikation.
Und das läuft auch über andere Kanäle. Auch über eigene Satelliten. Die mitunter von Piraten mißbraucht werden.

@Frankfurt: Das war auch hier im Forum ein Thema: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,720526,page=1

von Nohab - am 21.05.2013 22:03

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ gb

Zitat

Kann man tatsächlich annehmen, daß in Krisensituationen (Terrorismus, Krieg, Naturkatastrophe) die Online-Verbreitung genauso gewährleistet und stabil ist wie über AM/FM?


Wurde ja schon geschrieben. Die militärische Kommunikation dürfte auf ganz anderen Kanälen mit mehr Redundanz ablaufen.




@ Frankfurt

Zitat

Hat der Wechsel auf 9 Grad Ost etwas mit der Zuführung oder mit dem Spotbeam evtl. besser in Nahost & Afghanistan empfangbar zu tun ?


Wahrscheinlich haben die beiden Transponder auf Hotbird wegen HDTV nicht ausgereicht.


Zitat

Die Journalisten vom Lokalteil haben es wieder voll erfasst !


Ja, so eine gequirlte Sch***e macht natürlich jegliche ernsthafte Auseinandersetzung mit der möglichen schädigenden Auswirkung von elektromagnetischen Wellen auf lebende Organismen, die weder eindeutig belegt noch widerlegt ist, von vornherein lächerlich. :-(

von Kay B - am 21.05.2013 23:24

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Nohab
Zitat
gb
Die andere Sache aber ist: Kann man tatsächlich annehmen, daß in Krisensituationen (Terrorismus, Krieg, Naturkatastrophe) die Online-Verbreitung genauso gewährleistet und stabil ist wie über AM/FM?

Man sollte hier unterscheiden. AFN ist Truppenbespaßung, wenn die mal zeitweise ausfällt ist es
sicherlich zu verschmerzen. Was absolut funktionieren muß, ist die militärische Kommunikation.
Und das läuft auch über andere Kanäle. Auch über eigene Satelliten. Die mitunter von Piraten mißbraucht werden.


Truppenbespaßung ja. Aber die 873 kHz ist doch die letzte verbliebene aktive Mittelwellenfrequenz für Hessen. Was natürlich egal ist, weil wir das Internet haben.

Wenn man sich allerdings die Bilder der Zustände in Oklahoma anschaut, stellt sich die Frage, was man in dem Chaos besser benutzen kann:

1) Ein Smartphone ohne existenten Sendemast
2) Einen Computer am zerrissenen DSL-Kabel
3) Eine Satellitenschüssel ohne Stromnetz
4) Ein batteriebetriebenes Transistorradio für den terr. Radioempfang von einem durchaus weiter entfernt aufgestelltem Sender.

Ich tippe auf 4) aber die Lösung ist natürlich 1) weil mittlerweile alle Welt daran glaubt, das Internet sei unkaputtbar.

Mich wundert diese Kurzsichtigkeit, die aber nicht jeder erkennen muß.

gb

von gb - am 22.05.2013 11:47

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Habakukk
Auch wenn ich deine Meinung teile: wieviele Haushalte werden denn ueberhaupt noch ein batteriebetriebenes AM-taugliches Radio parat haben? Das geht sicherlich hierzulande weit unter die 1%-Grenze.


Du wirst überrascht sein, ich denke mal dass 50 % eher an die Wirklichkeit herankommt als 1 %. Wenn ich hier durch die Büros gehe, in fast jedem Raum steht ein Transistorradio. Und alle, die älter als 10 Jahre sind (das sind 80 %) haben auch Mittelwelle. Alle diese Geräte laufen auch über Batterie. Zu Hause dürften ähnlich viele Menschen noch irgendwo ein altes Transistorradio rumliegen haben, notfalls gibt es noch das Autoradio, welches ja bekanntlich auch auf Batterie läuft. Rund 80 % der Autoradios können vermutlich noch Mittelwelle. Es reicht ja auch, wenn pro Straße nur ein paar Geräte funktionieren, auch damit können alle Menschen erreicht werden. Und zur größten Not finden sich in den Trümmern genug Bauteile, um sich einen Detektor zu zimmern. Das kann zwar nicht jeder, aber wer es kann (einer von 1000 reicht ja aus), kann sich in solchen Zeiten eine goldene Nase verdienen. Max Grundig hat auch so angefangen. ;)

von Bolivar diGriz - am 22.05.2013 12:30

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ gb

Zitat

1) Ein Smartphone ohne existenten Sendemast


Da kann es aber genau so den Mittelwellenmast oder jeden anderen Mast erwischen.

Diese Rechnung geht wohl nur auf, wenn man in großen Abständen AM-Sender mit einer hohen Reichweite betriebsbereit hält. Also diese Sender nicht dauerhaft betreiben, aber unterhalten und warten, damit sie in einem möglichen Katastrophenfall einsatzbereit sind. Wie gesagt, die Kosten müßten man über Denkmalpflege und Katastrophenschutz decken.

Will man gar noch eine Sicherheit gegen EMPs, dann müßten man sowieso komplett auf Röhrentechnik setzen. Da stellt sich die Frage, welche AM-Sender heute noch komplett (also nicht nur die Endstufe, sondern die ganze Steuerung und Signalaufbereitung) ohne Halbleiter aufgebaut sind.

von Kay B - am 22.05.2013 14:29

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Es gibt ja ein Land in Europa, das Rundfunk tatsächlich offensiv in seine Landesverteidigungspläne mit einbezieht: Die Schweiz.
Dort löst man diese Probleme nicht über reguläre Mittelwellensender, sondern hält dafür spezielle Sendeanlagen bereit, die nur im V-Fall oder K-Fall eingesetzt werden - die Dinger sind, soweit bekannt, "kriegssicher" aufgebaut und würden auf UKW arbeiten.
UKW-Empfänger sind heute viel viel weiter verbreitet als MW-Empfänger. Viele Handies haben einen eingebauten UKW-Empfänger und sind meist auch akkubetrieben ;), jedes DAB-Radio und somit JEDES Autoradio hat einen, etc. Wenn, dann sind also UKW-Sender das Mittel der Wahl für sichere Krisenkommunikation.
In einem leergeräumten UKW-Band stellt so ein UKW-"Notsender" auch eine wesentlich sicherere Versorgung bereit als ein Mittelwellensender, der z.B. Nachts massiv gestört werden könnte (absichtlich oder unabsichtlich).

Was NEMPs betrifft: Auch Halbleiterelektronik läßt sich wirkungsvoll gegen die Auswirkung eines NEMPs schützen. Der Aufwand ist allerdings recht hoch - vor allem, weil die notwendigen Maßnahmen nicht veröffentlicht sind, und sowas eigentlich nur Personen mit entsprechender Sicherheitsklassifizierung zugänglich ist.

von DH0GHU - am 22.05.2013 14:53

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Kay B
Bei einem Mittelwellensender mit 100 KW Strahlungsleistung ist es aber meist so, daß man auch 100 KW HF erzeugen muß, da die Antenne keinen hohen Gewinn hat.


Es ist vielmehr so, dass bei LW, MW und KW die Senderausgangsleistung angeben wird. Was tatsächlich an Leistung abgestrahlt wird, hängt vom Wirkungsgrad der Antenne (auf MW üblicherweise aber über 95%) und bei Richtantennen vom Gewinn ab, der durchaus beachtlich sein kein - in Europa weniger, aber in den USA gibt es Anlagen mit bis zu 12 Masten (KFXR 1190 Dallas, TX).

Zitat
Kay B
Diese Rechnung geht wohl nur auf, wenn man in großen Abständen AM-Sender mit einer hohen Reichweite betriebsbereit hält.


Eigentlich bräuchte es viele Sender mit geringer Leistung (1 kW). Diese könnten dann auch mobil sein, denn es würde ein einfacher Draht als Sendeantenne genügen. Im und nach dem 2. Weltkrieg gab es etliche mobile Rundfunksender.

Großsender sind sehr verwundbar. Bei Kosovokrieg 1999 war der 2000 kW-MW-Sender Belgrad (684 kHz) eine bevorzugtes Angriffsziele. Und weg war das starke Signal und kam nie wieder.

von Wasat - am 22.05.2013 17:21

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Immerhin wurden die Hörer im Programm von PowerNet auf die Mittelwellenabschaltung hingewisen.

Ich vermute, daß der Plan, den Sender Weisskirchen abzuschalten für alle Beteiligten sehr überraschend kam. Denn wie es scheint, war das Thema gestern ( am 21.5.2013) noch nicht aktuell, auch http://www.mwlist.org/mwlist_quick_and_easy.php?area=1&kHz=873 , eine sonst immer gut informierte Quelle ( die auch auf den Hoax mit der Abschaltung der "Antenne Saar" hereingefallen ist, http://www.mwlist.org/mwlist_quick_and_easy.php?area=1&kHz=1179 ) erwähnt diese am 22.5.2013 noch nicht.

Ob zur Zeit fieberhaft Bemühungen für eine Low-Cost Radioversorgung mit "Power Net" der GIs in Erbenheim überlegt werden? Schließlich sind Radios, die AM und FM empfangen können, weit verbreitet, Smartphones aber weit weniger.

Eine UKW-Lösung dürfte wahrscheinlich wegen fehlender Frequenzen nicht möglich sein, eine MW-Lösung wäre prinzipiell kurzfristig machbar, doch müsste auch erst einmal eine Kleinsender-Anlage organisiert und aufgebaut werden. Beim Hessentag 2011 hatte man genug Zeit zur Vorbereitung der Aktion gehabt.

Ob der Sender Weisskirchen jetzt abgerissen wird oder erst einmal eingemottet wird? Haben die Antennenmaste dieser Anlage Flugsicherungslampen? Wenn nein, dann fallen ja immerhin deren Betriebskosten weg.

von Wellenschneider - am 22.05.2013 18:16

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ Wasat

Zitat

Es ist vielmehr so, dass bei LW, MW und KW die Senderausgangsleistung angeben wird.


Danke. Dann ist es bei den meisten Mittelwellensendern hierzulande also noch weniger, was tatsächlich als ERP rausgeht.


Zitat

Eigentlich bräuchte es viele Sender mit geringer Leistung (1 kW). Diese könnten dann auch mobil sein, denn es würde ein einfacher Draht als Sendeantenne genügen.


Das dürfte dann wohl wieder ins Geld gehen, wenn man quasi für jeden Landkreis eine eigene Anlage betriebsbereit halten müßte. Mit dem oben genannten Vorschlag sollte eher eine Idee zur Kombination der hier oft geforderten musealen Nutzung einiger AM-Sender mit dem hier oft erwähnten Katastrophenschutz gemeint sein.


Zitat

Man hat für jene Stationen, die nicht digitalisieren wollen oder können, auch kreative Ideen, wie z.B. die bisherigen AM-Programme über FM-Sender im nach unten erweiterten UKW-Band (bisher TV-Kanäle 5 und 6) auszustrahlen.


Interessant, daß man sich an so eine Erweiterung des UKW-Bandes ranwagt. Da könnten dann ja nur Empfänger, die bis runter auf 76 MHz empfangen können, was mit anfangen.

von Kay B - am 22.05.2013 22:46

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Ein weiterer Labersender weniger. Wen interessiert es ? Niemanden. Als der AFN 873 noch Musik brachte, hörte meine Cousine ihn sehr oft nach der Schule ( habe es oft gesehen ). Irgendwann ging das Gelaber los, und sie schaltete um auf MP3 - genau zu der Zeit, als es im Netz losging.
Der Hörer will kein Gelaber. Keine Talkshows im Radio. Er will Musik. Das haben diejenigen, die die aktuellen MW-Sender betreiben, nie verstanden, weil sie nicht aus der Kaste entstammen, die diese Sender hören sollen.
Nun wird die MW getötet. Prima, Beifall. Glückwunsch. Applaus !!!! Alle Chancen vertan.

Das ist wie eine Frittenbude, der man nach 50 Jahren steckt, dass sich die Fritten besser verkaufen lassen, wenn man sie vorher in heissem Fett für einige Minuten brät.
Der Frittenbudenbesitzer sagt als Staatsbediensteter hingegen : Mein Geld kommt automatisch, egal ob ich mich anstrenge oder nicht.

Und exakt so ko klingen die Sender hier. "Gumm morgemm, hier ifft der meumpfmankfunk." Ja, die deutsche Müddelwelle klingt miefig. Weil ein Gerät für 3000 Euro fehlt. Sollen wir eine Geldsammelaktion starten, damit der Orban gekauft werden kann ?

In den USA klingen die Sender anders, weil sie auf die Hörer tatsächlich angewiesen sind. Das hat Deutschland nie gelernt. So long, MW. Es bleibt der nächtliche Streifzug, damit man Sender hört,
die Freude bereiten ( ich denke an Johann ).

von sup2 - am 23.05.2013 09:20

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Wellenschneider
Warum treibt eigentlich die EU nicht vergleichbar die Einführung von DRM voran?


Die EU würde wieder nur einen Flop produzieren. In den USA geht die Initiative von einem Privatunternehmen aus, welche von den Behörden Vorgaben möchte, um planen zu können und nicht sinnlos Geld in den Sand zu setzen. Es müssen schließlich die Sender umgerüstet werden und gemeinsam mit der Geräteindustrie viele neue Empfangsgeräte unters Volk gebracht werden. Man sieht ja bei DRM deutlich, was passiert, wenn die Institutionen etwas wollen und die Industrie nicht mitzieht.

In den USA läuft HD-Radio bisher allerdings auch sehr mäßig. Aber es liegt nicht an der Wirtschaft. Es gäbe genügend Sender und genügend Empfangsgeräte im Handel. Würde man zu einem geplanten Zeitpunkt die Analogsignale abdrehen, wäre das gewiss ein starker Anreiz für den Kauf neuer Radioapparate. Und für die Autoindustrie wäre es praktisch ein Zwang, künftig alle Autos mit HD-fähigen Radios auszurüsten.

Zitat
Kay B
Mit dem oben genannten Vorschlag sollte eher eine Idee zur Kombination der hier oft geforderten musealen Nutzung einiger AM-Sender mit dem hier oft erwähnten Katastrophenschutz gemeint sein.


Diese Kombination ist unsinnig. Ein ernsthaftes Katastrophenschutzkonzept würde fordern, dass die Sender entweder mobil sein oder sich in bombensicheren Räumlichkeiten befinden müssen. Zudem würde eine hohe Ausfallssicherheit vorgegeben sein, was den Einsatz von "Museumssendern" verbietet würde. Denn was nützt ein solcher "Museumssender", wenn er im Ernstfall nicht funktioniert oder am 2. Tag von einer Rakete eliminiert wird?

von Wasat - am 23.05.2013 10:27

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
sup2
Der Hörer will kein Gelaber. Keine Talkshows im Radio. Er will Musik.

Ich für meinen Teil höre auf Mittelwelle allenfalls den DLF. Das ist allerdings kein "Gelaber", sondern ein qualitativ hochwertiges Informationsprogramm. Ich habe mir allerdings DAB-Geräte zugelegt, um den DLF auch in ordentlicher Qualität hören zu können...

Musik in AM ist doch heutzutage niemandem mehr vermittelbar, ganz unabhängig von der niedrigen Bandbreite (die erforderlich ist, um den Nachbarkanal nicht zu stören - mehr geht nur, wenn die Nachbarkanäle mitkoordiniert sind - insbesondere Nachts). Ich habe Empfangsgeräte zur Verfügung, auf denen AM besser klingt als auf den meisten Radios und die bessere Filter einsetzen, trotzdem käme ich nie auf die Idee, einen Musiksender auf AM anzuhören, wenn ich ähnliche Musik aus anderen, höherwertigeren Quellen bekomme.

Ich halte tatsächlich die Auftrennung "Musik auf UKW, Sprache auf AM-Bänder" in der Vergangenheit für sinnvoll. Heute gibt es glücklicherweise mit DAB genug Kapazitäten, um alles innerhalb eines technischen Standards abzubilden.

von DH0GHU - am 23.05.2013 10:36

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Dass die MW wie ein UKW klingen kann, weiß jeder Vollpfosten.
Und ? 7,5 KHz sind auf Antrag möglich. Es ändert aber nichts am Inhalt.
Für den Hörer zählt die Musik. Kommt diese nicht , schaltet er ab oder weg.
Für ein RTL wäre die 855 und die 702 in NRW ein Knaller schlechthin. Auch mit 4,5 KHz ist guter Sound zu machen, die NL-Piraten machen es vor. Ich setze das Wissen um den Kompressor voraus.

Der Sound ist nur das Eine. Wenn nichts kommt, was den Hörer interessiert, dann schaltet er es eben nicht ein. Das hat einfach kein Freak kapiert ! Lieber 500 DAB-Threads starten.

Machen wir den Worst-Case : In Herne startet ein MW-Radio auf 855 mit einem Sound, wie es jeder von der MW in den USA kennt. Es laufen nur lokale Meldungen, Vorstellung örtlicher Bands, der Taubenzüchter Egon etc. Das wird sicher 2 Jahre Finanzierung kosten, aber es wird sich rechnen. ( vor allem, wenn man die MA weglässt und eigene Erhebungen durchführt )
Selbst in den Randgebieten von Herne wäre der Empfang bestens, auch für die Leutchen mit ihren Handies. Vieles wäre möglich. Nichts ist möglich, weil ein paar Machthber das Sagen haben.
Ihr wählt sie sogar. Komisch, nicht ?

von sup2 - am 23.05.2013 10:43

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ sup2

Zitat

Der Hörer will kein Gelaber. Keine Talkshows im Radio. Er will Musik. Das haben diejenigen, die die aktuellen MW-Sender betreiben, nie verstanden, weil sie nicht aus der Kaste entstammen, die diese Sender hören sollen.


Ja, die Macher von Megaradio und Truckradio haben das natürlich begriffen und massenweise Hörer für die Mittelwelle gewinnen können.


Zitat

Nun wird die MW getötet. Prima, Beifall. Glückwunsch. Applaus !!!! Alle Chancen vertan.


Ja, genau wie die Brieftauben, die man damals auch tot gemacht hatte. Hätten wir die doch heute noch, dann könnte ich mir endlich diese lästigen E-Mail-Korrespondenzen sparen.


Zitat

In den USA klingen die Sender anders, weil sie auf die Hörer tatsächlich angewiesen sind. Das hat Deutschland nie gelernt.


Ja, daß das an der doppelten NF-Bandbreite liegt, ist äußerst unwahrscheinlich.



Zitat

Dass die MW wie ein UKW klingen kann, weiß jeder Vollpfosten.


Klar, deswegen hört ja auch jeder "Vollpfosten" nur noch Mittelwelle.


Zitat

Und ? 7,5 KHz sind auf Antrag möglich. Es ändert aber nichts am Inhalt.
Für den Hörer zählt die Musik. Kommt diese nicht , schaltet er ab oder weg.


7,5 kHz Bandbreite, ein monophoner Ton und Gekratze, sobald Nachbarsfrau staubsaugt, Gesurre, sobald Nachbarsfrau den Fernseher anmacht, sowie Faden, Jaulen und Pfeifen sobald die Abenddämmerung einbricht. Das ist dann wahrer Musikgenuß! Schon komisch, daß die Leute für AM nicht mehr die Bude einrennen. Es ist wirklich unerklärbar!


Zitat

Für ein RTL wäre die 855 und die 702 in NRW ein Knaller schlechthin.


Ja, klar. RTL schaltet seine Anlage in Marnach ab um mit dem Geld dann neue Mittelwellensender in NRW zu finanzieren, wo die 1440 kHz mit dem nassen Finger ging. Das ist wirklich der Knaller schlechthin.


Zitat

In Herne startet ein MW-Radio auf 855 mit einem Sound, wie es jeder von der MW in den USA kennt. Es laufen nur lokale Meldungen, Vorstellung örtlicher Bands, der Taubenzüchter Egon etc. Das wird sicher 2 Jahre Finanzierung kosten, aber es wird sich rechnen. ( vor allem, wenn man die MA weglässt und eigene Erhebungen durchführt )
Selbst in den Randgebieten von Herne wäre der Empfang bestens, auch für die Leutchen mit ihren Handies. Vieles wäre möglich. Nichts ist möglich, weil ein paar Machthber das Sagen haben.
Ihr wählt sie sogar. Komisch, nicht ?


Gut, da du offenbar schlauer bist, als alle Radiomacher, Techniker und Radiohörer zusammen, dann mach dich halt daran und starte dieses Projekt in Herne auf 855 kHz. Damit kannst du endlich allen Radiomachern, Technikern und Radiohörern entgültig beweisen, wie doof sie doch alle sind. Dann bekommst bu bestimmt dein eigenes Denkmal auf dem steht, wie glorreich du der Welt aufgezeigt hast, daß eine hundert Jahre alte Übertragungstechnik jeglichen technischen Entwicklungen, die in diesem Zeitraum gemacht wurden, haushoch überlegen ist!

von Kay B - am 23.05.2013 14:19

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ Nohab

Zitat

Angesichts der Tatsache, daß die MW immer leerer wird, ist das Festhalten an den 9kHz absolut
nicht mehr zu verstehen. Mit mehr Bandbreite und einem passenden Processing kann MW richtig
gut klingen - wenn man will.


Ja, da wäre dann halt noch ein Filtertausch auf Empfängerseite notwendig.




@ Harald P.

Zitat

Könnte AFN mit einem Kleinsender auch auf die 1080 wechseln, die ja für Frankfurt ausgeschrieben war (ist?)? Die Frequenz würde genau in das 10kHz-Raster der US-Autoradios passen und wäre m.M.n. besser geeignet als die 1143.


Die wurde damals für Megaradio koordiniert, mußte aber nachts wegen Einsprüchen aus Polen auf 500 Watt reduziert werden. Da müßte man mal nachhaken, ob diese Einsprüche immer noch bestehen.




@ Wasat

Zitat

Diese Kombination ist unsinnig. Ein ernsthaftes Katastrophenschutzkonzept würde fordern, dass die Sender entweder mobil sein oder sich in bombensicheren Räumlichkeiten befinden müssen. Zudem würde eine hohe Ausfallssicherheit vorgegeben sein, was den Einsatz von "Museumssendern" verbietet würde. Denn was nützt ein solcher "Museumssender", wenn er im Ernstfall nicht funktioniert oder am 2. Tag von einer Rakete eliminiert wird?


Ja, so ganz wasserdicht ist die Idee natürlich nicht. Das war erstmal auf Naturkatastrophen bezogen. Im Kriegsfall sieht das natürlich anders aus. War wie gesagt auch nur so eine Idee, die hier öfters geforderte museale Nutzung alter Sendeanlagen irgendwie zu finanzieren. Das schweizer Konzept mit UKW-Sendern scheint da wohl momentan das effektivste zu sein.




@ Zintus

Zitat

Ist es auch rechtlich vorgegeben, dass der Träger in der Mitte und ein oberes und ein unteres Seitenband vorhanden sein müssen?


Rechtlich wahrscheinlich nicht. Aber halt empfangstechnisch. Den mit SSB kann kein normaler Mittelwellenempfänger etwas anfangen. Eine generelle Umstellung auf SSB hätte man wohl direkt nach dem zweiten Weltkrieg durchziehen müssen.

von Kay B - am 23.05.2013 14:27

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Wellenschneider
Dieses Verfahren nennt man Einseitenbandmodulation, welche es in Varianten mit und ohne Träger gibt. Sie ist in der einfachen Form mit normalen Rundfunkgeräten für AM nicht verzerrungsfrei aufzunehmen, es gibt aber die Möglichkeit durch geeignete Vorverzerrung eine Einseitenbandmodulation zu erzeugen, die AM kompatibel ist. Sie wurde in den 1950er Jahren vom "Deutschen Langwellensender" in Hamburg benutzt.
Warum sie später nicht mehr eingesetzt wurde ist mir unbegreiflich, schließlich fehlten Frequenzen im AM-Bereich.

Ist diese AM-kompatible Einseitenbandmodulation sehr unwirtschaftlich?


Wie ich oben schon schrieb, Einseitenbandmodulation mit Träger. Mit vollem Träger wohlgemerkt. Daher ist sie auch mit normalen AM-Empfängern zu demodulieren. Solange man beim Abstimmen des Empfängers nur darauf achtet, dass der Träger innerhalb der Durchlasskurve des ZF-Verstärkers bleibt, wird sie einwandfrei ohne Verzerrungen wiedergegeben. Zu Verzerrungen, bzw. unverständlichen "Gebrabbel" im AM-Empfänger kommt es nur bei reduziertem oder fehlendem Träger.

Übrigens waren die analogen TV-Signale auch nichts anderes als Einseitenband mit Träger, nur eben etwas breiter als ein Audiosignal.

Zur Wirtschaftlichkeit: ich nehme an dass diese Methode wirtschaftlicher ist als Zweiseitenband, da nur ein einziges Seitenband erzeugt wird. Allerdings nicht so wirtschaftlich wie das Sprechfunk-SSB (J3E) da ja der Träger nach wie vor ausgestrahlt wird.

von Zintus - am 23.05.2013 15:28

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Kay B

Diese Rechnung geht wohl nur auf, wenn man in großen Abständen AM-Sender mit einer hohen Reichweite betriebsbereit hält. Also diese Sender nicht dauerhaft betreiben, aber unterhalten und warten, damit sie in einem möglichen Katastrophenfall einsatzbereit sind. Wie gesagt, die Kosten müßten man über Denkmalpflege und Katastrophenschutz decken.

Will man gar noch eine Sicherheit gegen EMPs, dann müßten man sowieso komplett auf Röhrentechnik setzen. Da stellt sich die Frage, welche AM-Sender heute noch komplett (also nicht nur die Endstufe, sondern die ganze Steuerung und Signalaufbereitung) ohne Halbleiter aufgebaut sind.


Ein Schutz gegen EMP kann man sich sparen, da nach einer Atombombe ja auch kein Radio mehr geht. Für "normale Katastrophen" wie schwere Überschwemmungen, Tsunamis, Schneestürme usw., also alles, wo ein größeres Gebiet für längere Zeit ohne Strom ist, reichen entweder die (noch) vorhandenen Großsender, oder kleinere Sender, welche THW, Bundeswehr oder niederländische Piraten vorhalten können. Letztere beweisen ja eindrucksvoll mit ihren Sendungen im X-Band, wie groß die Reichweite in einem leeren Band auch mit kleineren Sendern und Antennen sein kann.


Zum Thema Einseitenbandmodulation: Aus normalen Radios kommt da nur Geblubber, man braucht also andere Radios. Davon hat man früher aus Gründen der Kompatibilität abgesehen, heute würde es keinen Sinn mehr machen. Warum sollte man ein neues analoges System auf Mittelwelle einführen wollen? In den USA ist ja sogar trotz größerer Bandbreite und Tonqualität der Versuch analog Stereo auf MW einzuführen gescheitert.

von Bolivar diGriz - am 23.05.2013 15:40

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Exidor



Zum Thema Einseitenbandmodulation: Aus normalen Radios kommt da nur Geblubber, man braucht also andere Radios. Davon hat man früher aus Gründen der Kompatibilität abgesehen, heute würde es keinen Sinn mehr machen. Warum sollte man ein neues analoges System auf Mittelwelle einführen wollen? In den USA ist ja sogar trotz größerer Bandbreite und Tonqualität der Versuch analog Stereo auf MW einzuführen gescheitert.


Lesen:

Eigenzitat: "Wie ich oben schon schrieb, Einseitenbandmodulation mit Träger. Mit vollem Träger wohlgemerkt. Daher ist sie auch mit normalen AM-Empfängern zu demodulieren. Solange man beim Abstimmen des Empfängers nur darauf achtet, dass der Träger innerhalb der Durchlasskurve des ZF-Verstärkers bleibt, wird sie einwandfrei ohne Verzerrungen wiedergegeben. Zu Verzerrungen, bzw. unverständlichen "Gebrabbel" im AM-Empfänger kommt es nur bei reduziertem oder fehlendem Träger."

Also M I T Träger. Alles schon selber ausprobiert. Einwandfrei. Mit Träger nix Geblubber, Geblubber nur O H N E Träger.

von Zintus - am 23.05.2013 15:45

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Zintus

Ist es auch rechtlich vorgegeben, dass der Träger in der Mitte und ein oberes und ein unteres Seitenband vorhanden sein müssen? Wenn ja, schlecht.


Vorgabe der BNetzA für Mittelwelle (Frequenznutzungsteilplan 28):
Zitat
Frequenznutzungsplan 2011, Teilplan 28
Übertragung von Ton- und Datensignalen in analoger MOdulation oder in digitaler Modulation nach dem DRM-Standard. Die Übertragung von Rundfunk hat Vorrang vor der Übertragung sonstiger Inhalte.
Kanalbandbreite: 9 kHz
Kanalraster: 9 kHz

Die zusätzlich geltenden NBs 2 und 5 betreffen Induktionsfunkanlagen und ISM-Anwendungen. NB 6 legt Bestimmungen für den Betrieb von Rundfunksendeanlagen durch NATO-Truppen fest.

--> Ich finde keine rechtlich bindende Festlegung, die ESB-AM mit Träger unterbinden würde. Was in den einzelnen Frequenzzuteilungen der Senderbetreiber steht, wäre dort zu erfragen. Die technische Realisierbarkeit bzw. der dafür notwendige Aufwand wäre getrennt zu betrachten.

von DH0GHU - am 23.05.2013 15:55

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Auch in den USA geht es mit dem AM-Radio bergab, obwohl dort vor allem "Gelaber" gerne auf AM gehört wird.

Folgendes Diagramm habe ich schon einmal gepostet:


Das ist die Trendkurve, die aus einer Untersuchung der NAB (National Association of Broadcasters) 1991 stammt. Ich habe die Kurve dann bis heute weitergerechnet. Man sieht, dass der AM-Höreranteil inzwischen schon bei unter 10% angelangt ist. Dieser Wert kann auch verifizierte werden, wenn man sich die Reichweiten der Sender in den einzelnen Radiomärkten ansieht. Meist liegt die Summe der AM-Sender unter 10%. In den großen Ballungsräumen mit mehren News/Talk-Stationen ist es etwas mehr als 10%. Den höchsten AM-Höreranteil hat San Francisco mit 21%, während es z.B. in Washington, DC oder Las Vegas nur ca. 2% sind. Dort sind die News-Stationen schon auf FM gewechselt.

Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum sich "Clear Channel" jetzt für eine baldige Digital-Totalumstellung auf Mittelwelle stark macht. Diese wollen nämlich mit ihren Sendern Geld verdienen. Und wenn es so weiter geht, lässt ich auf AM bald kein Geld mehr verdienen. Nur eine Digitalisierung, nach der es akustisch keine Mängel gegenüber FM mehr gibt, kann diesen Wellenbereich retten.

von Wasat - am 23.05.2013 16:36

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Die Grafik ist doch Schwachsinn. Die tatsächlichen Zahlen hören 1994 auf, also vor 20 Jahren. Alles danach ist Kristallkugel. Woher willst du wissen, ob nicht schon sagen wir 1995 die Talsohle erreicht war und die MW stagniert oder in Folge neuer Angebote sogar gestiegen ist? Warum bemühst du dich nicht um aktuelle Zahlen? Du hast doch Internet, mit Google gibt es da eine Suchmaschine, um auch Zahlen von nach 1994 einzubauen. Oder ist das Vorsatz um was zu verbergen?

Hier gibt es aktuelle Zahlen, wie Radio in den USA gehört wird. Leider wird FM und AM nicht unterschieden.

Nach dieser Seite sind rund ein Drittel aller Rundfunksender in den USA noch immer AM-Sender. Wohl kaum, wenn keiner mehr zuhört. Es gab eine starke Verschiebung von AM zu FM, als viele Musiksender auf UKW gewechselt sind, und man seine Lieblingsmusik auf UKW hören konnte. Viele Lokalsender und Labersender sind noch immer auf MW, und werden, wie man an der Zahl der Sender sehen kann, wohl auch gehört. Man darf nicht vergessen, dass die Sender in den USA aus Werbung finanziert werden. Die Einnahmen werden ohne Hörer wohl kaum noch fließen.

Interessant ist, dass die Websites in den USA kaum nach UKW und MW unterscheiden. Einig sind sich allerdings alle, dass HD Radio eine Totgeburt war, zu groß sind die Nachteile.

von Bolivar diGriz - am 24.05.2013 06:55

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Exidor
Die Grafik ist doch Schwachsinn. Die tatsächlichen Zahlen hören 1994 auf, also vor 20 Jahren. Alles danach ist Kristallkugel.


Derartig regelmäßige Entwicklungen haben es an sich, dass sie sich in der Tendenz fortsetzen. Viele technische Dinge zeigen eine Entwicklung in einer Glockenkurve: Langsamer Beginn, steiler Anstieg mit Abschwächung vor der Sättigung, dann zunächst langsamer, aber immer stärker werdender Rückgang, gefolgt von einem langem Auslaufen. Besonders schön kann man das z.B. auch bei der Entwicklung des Kurzwellenrundfunks sehen. Und es gibt in der Technik viele Beispiele für solche Glockenkurven-Entwicklungen. Es ist fast die Regel.

Außerdem gibt auch die NAB-Studie, aus der ich die Daten habe, eine entsprechende Prognose für die Zeit nach 2010 mit weniger als 10% ab. Und die NAB wird man doch einigermaßen ernst nehmen können.

Zitat

Woher willst du wissen, ob nicht schon sagen wir 1995 die Talsohle erreicht war und die MW stagniert oder in Folge neuer Angebote sogar gestiegen ist?


Weil ich z.B. die Rundfunkszene in North Carolina selbst gut kenne. North Carolina hat ziemlich die höchste Dichte an AM-Sendern in den USA. Nur ist das, was sich dort im AM-Band tummelt, alles andere als attraktiv: Viele religiöse Sender, ein paar Latinos, Disney, Sportsender. Einzig die Talk/News-Sender scheinen etwas attraktiver zu sein, doch haben diese oft Reichweitenprobleme wegen Leistungseinschränkungen und Richtdiagrammen. Von einer Aufwärtsentwicklung keine Spur. Seit es z.B. in der Piedmont-Triad-Area einen FM-News-Sender gibt, haben die beiden AM-News-Sender dort die Hälfte ihrer Hörer verloren. Von Trendwende keine Spur.

von Wasat - am 24.05.2013 10:57

Re: AFN Weisskirchen 873khz

@ Exidor

Zitat

Die Grafik ist doch Schwachsinn.


Also Wasat dürfte mit seiner Ausbildung und seinem Beruf in Sachen Statistik nicht ganz unbewandert sein und seine Ausarbeitungen sind schon fundiert. Den weiteren Kurvenverlauf hinter dem letzten Meßpunkt hat er ja mehrfach begründet und konnte auch mit Zahlen nachweisen, daß das realistisch ist.


Zitat

Woher willst du wissen, ob nicht schon sagen wir 1995 die Talsohle erreicht war und die MW stagniert oder in Folge neuer Angebote sogar gestiegen ist?


Weil dann der AM-Höreranteil in den USA heute nicht bei unter 10 Prozent liegen würde.


Zitat

Gegenbeispiel für diese einfache Fortsetzung von Kurven ist die LP: Nach einer Talsohle in den 1990ern gab es einen leichten Anstieg und heute halten sich die LPs hartnäckig auf dem Markt. Sogar bei "Saturn" hier in der Kleinstadt gibt es wieder eine größere Anzahl Platten und sogar Plattenspieler zu kaufen.


Ja, aber die bisherigen Zahlen, die Wasat geliefert hat, sprechen dagegen, das die Anzahl der AM-Hörer in den USA stagniert.




@ Wellenschneider

Zitat

Ist das mit den Hörerzahlerhebungen nicht sowieso eine Sache? Wer kann denn garantieren, daß die Umfrager nicht nachhelfen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten?


Und wer sollte da mit welchen Motiven dahinter stecken? Und selbst wenn, wäre es kaum möglich in den zahlreichen Radiomärkten jeweils so viele "Marionetten" in die Probandengruppen einzuschleusen, daß man solche markanten Zahlenunterschiede hervorruft.

Eher bestünde die Gefahr, daß aus bestimmten Parteikreisen die Hörerzahlen zugungsten von AM gestärkt werden um den politischen Stimmungsmachern, die größtenteils per AM senden, scheinbar höhere Marktanteile zu ermöglichen.

Es wäre z.B. mal interessant, wie sich die Hörerschaft von Rush Limbaugh zusammensetzt.

von Kay B - am 24.05.2013 14:22

Re: AFN Weisskirchen 873khz

Zitat
Kay B
OT:

@ Wolf Sch

Was ist genau der Unterschied zwischen Einseitenbandmodulation und Restseitenbandmodulation?

Hat dieses Restseitenband (0,75 MHz in der Norm G) wirklich irgendeine Funktion? Oder ist das nur das Überbleibsel des unteren Seitenbandes, das man damals nicht steilflankiger wegfiltern konnte?

Wie sieht das bei SSB in den AM-Bändern aus? Kann man da das jeweils andere Seitenband komplett rausfiltern?

Könnte man auch beide Seitenbänder mit unterschiedlichen Inhalten modulieren?


Einseitenbandmodulation benötigt spezielle (SSB-taugliche) Empfänger. Grundsätzlich wäre es durchaus möglich, auf beiden Seiten unterschiedliche Informationen auszustrahlen. Das System wurde mal kurz angedacht für AM-Stereo. Genommen hat man dann wegen der Abwärtskompatibilität das C-Quam Verfahren von Motorola, welches den Vorteil hat, auf normalen Radios als Mono-Signal gehört werden zu können.

Restseitenband ist "Einseitenband für Arme". Das eine Seitenband wird nur mit einfachen Filtern unterdrückt, aber nicht komplett eliminiert. Dadurch sind preiswertere Empfänger möglich. Eingesetzt wurde es bekanntlich beim Fernsehen, um die Kanalbreite gering zu halten aber gleichzeitig die Kosten für ein Fernsehgerät überschaubar zu halten. Aus Sicht der 1950er Jahre also eine sehr vernünftige Lösung.

von Bolivar diGriz - am 25.05.2013 05:16

Abschalthinweise auf 873 kHz?

Ich erfuhr von der Abschaltung der MW-Frequenz 873 kHz nicht aus dem Internet, sondern aus den Nachrichten von "AFN PowerNet" am Nachmittag des 22.5.2013, die ich allerdings auf 1143 kHz empfing. Seitdem haben die das Thema nicht mehr erwähnt, wobei ich aber bemerken muß, daß ich "AFN PowerNet" auf 1143 kHz höre.
Wurden oder werden auf 873 kHz exklusiv Hinweise ausgestrahlt, daß der Sender Weisskirchen abgeschaltet werden soll? Wenn ja, wie oft?
Oder hat man doch schon für Erbenheim einen sparsamen Kleinsender organisiert?

Daß die überhaupt in den Nachrichten auch für nicht betroffene Hörer Hinweise auf die Abschaltung geben, ist ja gar nicht selbstverständlich. Beim SWR hat man nie im Programm erwähnt, daß die Mittelwellensender abgeschaltet werden sollen. Auch als man in den letzten Tagen von SWR Cont.Ra das neue Programm SWR Info vorstellte, erwähnte man nur, daß man "Dienstleistungen, die wir nicht mehr für nötig halten" einstellen werde. Daß diese Dienstleistungen der Betrieb der Versorgungswege für fast alle SWR Cont.Ra-Hörer im Sendegebiet des SWRs ohne Internetzugang oder DAB-Gerät waren, wurde natürlich verschwiegen!

Warum wurde eigentlich bei der Modernisierung des AFN-Senders Weisskirchen nicht eine weniger leistungsfähige Anlage installiert? Mit 150 kW nur einen Stützpunkt zu versorgen, ist wirklich des Guten zu viel. Hatte der Sender auch noch andere Aufgaben, zum Beispiel die Übermittlung von Zusatzfunktionen per Phasenmodulation für Geheimagenten?

von Wellenschneider - am 25.05.2013 16:24
@Kay: Danke, habe wieder was dazugelernt:

"Weißkirchen ist einer der vier Stadtteile der Stadt Oberursel (Taunus) im Hochtaunuskreis in Hessen. Sie befindet sich südöstlich der Kernstadt und grenzt an die Städte Steinbach (Taunus) und Frankfurt am Main" (Quelle: Wikipedia).

Ich hatte immer gedacht, es gebe noch einen Standort in Frankfurt, da AFN ja sein europäisches HQ mal dort hatte, mir war aber entfallen, dass schon lange der militärische Teil des Frankfurter Flughafens geräumt und ebenfalls zivil genutzt wird (dabei hätte ich das noch wissen müssen, ich hatte seinerzeit die Übergabe auf C98, was ja jetzt AFN The Eagle Wiesbaden ist, verfolgt).

@AFNner: Wie komme ich an den Stream von AFN 360 auf der Webseite? Mein Laptop steht in Heilbronn (versorgt von AFN Stuttgart), und bei mir erscheint nach dem Hinweis "Stream will start in 5 seconds" ein Banner, darunter steht, "stream only available in countries AFN Europe broadcasts in". Über den anderen Thread habe ich wenigstens den AAC-Stream gefunden, aber da gibts öfter mal Dekodierungsprobleme bei mir.

Edit: Jetzt läufts. Gestern konnte man nicht mal auf "Listen live" klicken, das war nur ein Bild ohne Link. Gibt es bei AFN öfter solche "Ausfälle"?

von rolling_stone - am 30.05.2013 05:20
Wird das jemand, der sich näher dran befindet, mitschneiden und hochladen? Hier ist der Störteppich schon so hoch, daß es praktisch sinnlos wäre. :(

Zitat
Wolf Sch
Ihr könnt mich auslachen, aber ich bin davon ziemlich (g)(b)etroffen (emotional).

:-(


Ich lache Dich bestimmt nicht aus. Mit dem Sender geht hier die letzte passable AFN-Hörmöglichkeit zu Ende. Aber angesichts des Störpegels hat es schon lange keinen Spaß mehr gemacht und über Satellit und Online gibt es heutzutage viel bessere Möglichkeiten, nordamerikanisches Radio zu hören. Aber vor 30 Jahren war AFN die einzige Chance und hatte den Charme eines "Home Town Radios". Meines Home Town Radios!

Was mich seitdem zunehmend genervt hat, ist die militärische Nabelschau und Selbstbeweihräucherung. Natürlich ist der AFN definitionsgemäß ein Sender für das Militär, aber ganz damals stand das bei weitem nicht so im Vordergrund.

Und der AFN hat schon immer viel mit Automation und Vorproduktionen gearbeitet, aber so seelenlos wie heute war es damals nicht.

Auch mit der 873 in betrieb sind die Zeiten meines AFNs schon lange vorbei. Das macht das Ende etwas leichter; das Ende einer Ära (schließlich ging gerade dieser Sender europaweit und wurde auch europaweit gehört, besonders in Großbritannien) ist es trotzdem und so bleibt auch bei mir ein mulmiges Gefühl zurück. :(

Catperson

von catperson - am 30.05.2013 14:06
Zitat
Kay B
Was ist genau der Unterschied zwischen Einseitenbandmodulation und Restseitenbandmodulation?


Bei Einseitenbandmodulation hast Du nur ein Seitenband (mit oder ohne Träger).
Bei Restseitenbandmodulation überträgt man einen Teil des zweiten Seitenbandes und dies aus einem guten Grund.
Für Einseitenbandmodulation benötigt man theoretisch Filter mit rechteckigen Durchlaßkurven. Hat man solche Filter nicht, gibt es Verzerrungen. Genauer: Es fehlen die tiefen Frequenzen. Beim Radio wäre das der Baßbereich, im Fernseher die groben Übergänge in den Bildanteilen (enge senkrecht aneinander gereihte Linien = hohe Frequenz, Linien mit weiten Abständen = tiefe Modulationsfrequenz).
Die Filter müssen also sehr hochwertig sein, um den Ansprüchen an Musik oder einer realistischen Bildwiedergabe zu entsprechen.
Aus diesem Grund entschied man sich für die Restseitenbandmodulation. Das Filter hat sogar eine ganz bestimmte Neigung zu Beginn des Durchlaßbereiches. Man bezeichnet dies als Nyquistflanke und stimmt so ab, daß der Träger genau in der Mitte dieser Flanke liegt. Der Verlust im Bereich der tiefen Frequenzen ist deckungsgleich mit dem Bereich der tiefen Frequenzen des unteren Seitenbandes. In der Addition wird der Verlust komplett ausgeglichen und man hat einen linearen Frequenzverlauf.

Zitat

Hat dieses Restseitenband (0,75 MHz in der Norm G) wirklich irgendeine Funktion? Oder ist das nur das Überbleibsel des unteren Seitenbandes, das man damals nicht steilflankiger wegfiltern konnte?


Ja, siehe oben. Es war zwingend erforderlich.

Zitat

Wie sieht das bei SSB in den AM-Bändern aus? Kann man da das jeweils andere Seitenband komplett rausfiltern?


Das kann man. Würde man allerdings mit einem normalen Empfänger Einseitenbandmodulation mit Träger und doppelter Bandbreite (9 kHz, bezogen auf EIN Seitenband) empfangen (der Träger liegt hier in der Mitte der Durchlaßkurve), hört man z.B. abends grundsätzlich auch das Seitenband des Nachbarkanals. Man benötigt also modifizierte Filter (s.o.).

Zitat

Könnte man auch beide Seitenbänder mit unterschiedlichen Inhalten modulieren?


Das ist mir nicht bekannt. Theoretisch müßte man das mit Umtastung des Trägers realisieren können (ist jetzt nur mal so ein Gedanke). Exidor schrieb ja, daß es das gibt.

von Wolf Sch - am 30.05.2013 18:03
Zitat
rolling_stone
Zitat
102.2
was mit bei den MW Programm von AFN auffaellt. Es gibt keine Musik mehr. Die hatten ja von 9 bis etwa 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr immer recht gute Rockmusik laufen gehabt.

Im Moment scheint es nur ein reiner Laber-Sender zu sein, von NPR zu div. Sports Radio, etc....

Das ist schon lange so. Nennt sich PowerNetwork.Musik gibt es nur noch auf AFN The Eagle über UKW, sonst über AFN 360 via Webradio, wobei vereinzelt auch zu PowerNetwork umgestellt wird, siehe hier: http://www.afneurope.net/tabid/2101/Default.aspx
Der Liveplayer auf der Webseite zickt manchmal ein bisschen.



Da gabs eine Sendung, die hies "Connections" oder so? spielte immer US-style classic rock und auch weniger bekannte Titel. Genau deshalb hatte ich sie gerne gehoert.

von 102.1 - am 30.05.2013 18:25
Zitat
Manager.

Schade. Mit der Frankfurter 873 kHz verschwindet nicht nur der letzte MW-Sender in Hessen von der Frequenzskala, sondern auch ein Stück Nachkriegs-(Rundfunk)geschichte.
War eigentlich sicher, dass die 873 immer noch senden würde, wenn die Sender des D-Radios und der ARD schon abgeschaltet sind. Aber so kann man sich täuschen...


ich vermute, dass sich langfristig AFN nurmehr auf die FM Frequenzen focusieren wird.

wie gesagt, es ist Geschichte, wie Vieles. In einer Zeit von Internet wird die Bedeutung von AFN mit Sicherheit zurueckgehen. Ich fragte mich schon lange, wie viele Soldaten in den US Einrichtungen auch wirklich das AM Programm hoeren, oder auch ueberhaupt hoeren koennen? - wenn man bedenkt, dass all diese Frequenzen auf einem US Radio mit Digitalanzeige nicht wirklich sauber empfangbar sind.

Seit jedes Mobiltelephon mit Flat Rate AFN360 problemlos bekommen kann, und sich die Soldaten vermutl via Skype mit der Heimat kommunizieren, wird auch AFN auf FM irgendwann Geschichte sein.

von 102.1 - am 30.05.2013 18:51
Naja, damals lie da aber halt auch noch ein Programm mit Musik und was bestimmt abwechslungsrecih war. Heute diese Quasselprogramm ist auch nicht so mein Ding. Aber stimmt schon, ist, wie bei den anderen MW Sendern auch sehr Schade, demnächst dürfte tagsüber in D kaum noch ein Sender mit einem normalen Ferritantennenradio zu empfangen sein...

OT
Zitat

Das ist auch für Leute, die nicht ortskundig sind, schwierig. Zu Weißkirchen (A5, AFN) und Weiskirchen (A3, früher hr) kamen oder kommen auch noch Mainflingen (1539 kHz, den sieht man aber von der Autobahn aus nicht so gut) und nochmals Mainflingen (Langwelle) auf der anderen Seite der A3.

Aha, Mainflingen auch? Dachte ich hätte immer den gesamten Komplex von der A45 aus sehen können. Bin dort auch mal direkt dran gewesen und hätte nicht gedacht das ich nur einen Teil sehe.

von Jens1978 - am 30.05.2013 19:14
Nach einiger Zeit des ungläubigen Erstarrtseins gebe ich jetzt auch mal meinen Senf dazu:
Mich wundert es nicht, dass man diesen überdimensionierten Sender nun den Sparzwängen folgend opfert, auch wenn das ziemlich überraschend kommt.
Seien wir aber doch mal ehrlich: Gehört wird dieses wortlastige Programm doch nun wirklich nicht mehr. Morning-, Afternoon- und Evening-Connect mögen für den einen oder anderen Freak ein Grund gewesen sein, nochmal "good old AM-Radio" zu hören, aber nach der Programmumstellung ist das doch passé.
Ich bin sehr traurig, dass ab morgen Nachmittag ein vertrautes Signal weniger auf der MW-Skala zu finden sein wird, aber ich bin genauso froh, AFN dort gehört haben zu dürfen.
Und ich kann einem A-DX-Listenmitglied nur voll und ganz zustimmen, der da schrub: "ohne AFN ... und den Piraten in der Nordsee hätte ich meine Pubertät nicht überlebt. Das steht fest."

Siss is Werner Lamp from se seckond weathering detachment, retörnig yuh tuh se musick of se räckord!

von Heinz Schulz - am 30.05.2013 19:24
Zitat
dlf-fan
In meiner Firma in Leipzig kurz vor der Wende hatte wir einen Kraftfahrer, der ein großer Countrymusic-Fan war. Der Pritschenbarkas, mit dem er immer unterwegs war, hatte eine ziemlich lange Peitschenantenne, welche sicher für die Mittelwelle optimiert war. Wann immer der Barkas bei schönem Wetter mit runtergekurbeltem Fenster kurz im Betriebsgelände stand, lief AFN auf der 873. Und das in ordentlicher Qualität. Abgesehen von der Straßenbahn und einigen wenigen schlecht entstörten Fahrzeugen gab es damals in Leipzig kaum Störquellen für die Mittelwelle. Und so war der AFN-Empfang auf 873 mit gewissen Einschränkungen (Gleisbereich der Straßenbahn, Unterführungen) damals absolut mach- und brauchbar.
Ab morgen dann endgültig Geschichte...


ueberrascht mich etwas, dass die 873 von AFN in der DDR gehoert wurde. Wurde AFN nie gejammed von den DDR-Behorden?

von 102.1 - am 30.05.2013 19:49
So, und jetzt auch mein Nachruf:

Dieser Sender war der Erste, den ich mit meinem selbstgebauten Detektor (mit einer OA85)
empfangen hatte. Das war so um 1972 in Usingen. Gemocht hab ich diesen Sender eigentlich
nie. Auch die 98,7 vom Feldberg war damals "musiktechnisch" gesehen eher ein Trauerspiel.
Das änderte sich in den 80`ern. Ab und an hörte ich mir diverse Disco-specials und die Casey Kasem
Hitparaden an. Und das war es auch schon.

Das morgen, entschuldigung, diese olle und rückständige Mittelwellentröte endlich abgeschaltet
wird war schon lange Zeit überfällig! Es ist schon über 30 Jahre her, dass ich ein Radio mit
eingestellter 873 KHz angetroffen habe (was eigentlich schon alles sagt).

Mit anderen Worten: It was overdue to say goodbye! ..und tschüsss.... ;-)

von DH3FBI - am 30.05.2013 20:03
@ 102.2

Zitat

was mit bei den MW Programm von AFN auffaellt. Es gibt keine Musik mehr. Die hatten ja von 9 bis etwa 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr immer recht gute Rockmusik laufen gehabt.



Das steht alles hier:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?15515,1112680,1112933


Zitat

ueberrascht mich etwas, dass die 873 von AFN in der DDR gehoert wurde. Wurde AFN nie gejammed von den DDR-Behorden?


Nein, AFN wurde nicht gestört. Das Jamming betraf nur die Mittelwellensender des RIAS.




@ Wolf Sch

Danke für die Erklärungen.

Belgien hatte mit der Norm H ein Restseitenband von 1,25 MHz, während es in den Normen B und G nur 0,75 MHz breit war.

Benötigte man für die Norm H dann tatsächlich einen anderen Filter mit einer flacheren Durchlaßkurve, oder konnte man dafür auch problemlos Filter für die Normen B und G benutzen?

Oder anders gefragt: Muß man bei der Restseitenbandmodulation das untere Seitenband in die Demodulation mit einbeziehen, oder könnte man auch einen (natürlich deutlich aufwändigeren) Filter mit "rechtwinkligen" Flanken einsetzen und nur das obere Seitenband in die Demodulation einbeziehen?


Zitat

Das kann man. Würde man allerdings mit einem normalen Empfänger Einseitenbandmodulation mit Träger und doppelter Bandbreite (9 kHz, bezogen auf EIN Seitenband) empfangen (der Träger liegt hier in der Mitte der Durchlaßkurve), hört man z.B. abends grundsätzlich auch das Seitenband des Nachbarkanals. Man benötigt also modifizierte Filter (s.o.).


Wieso nur abends??? Oder meinst du jetzt, wegen der höheren Reichweite durch die Raumwelle?




@ digifreak

Zitat

Habe damals auch oft die 1512 kHz aus Kassel-Rothwesten gehört.


Wann wurde dieser Sender abgeschaltet und wo genau stand er?

von Kay B - am 31.05.2013 00:02
Wie wahrscheinlich ist es, daß die Anlage in Weißkirchen demnächst abgerissen wird?

Schließlich stand der AFN-Mittelwellensendemast in Augsburg nach dem Abzug der GIs auch jahrelang ungenutzt herum, bis er im Zuge einer Straßenverbreiterung abgerissen wurde. Und ich glaube nicht, daß dieser Mast der Telekom gehörte, denn die hätten ihn bestimmt seinerzeit an MEGARADIO vermietet oder zum Mobilfunkmast umgebaut.

Ist es nicht so, daß der AFN-Sender in Weißkirchen wegen des unsäglichen Haushaltsstreits in den USA abgeschaltet wurde? Vermutlich hat man die Anlage modernisiert und nicht durch einen Kleinsender ersetzt, weil man den GIs auch bei Fahrten zwischen den Stützpunkten, wie ein anderer User angesprochen hat, ein AFN-Programm anzubieten. Und vielleicht möchte man das auch wieder tun, wenn es die Politik wieder zulässt. Bis dahin kann ja der Sender eingemottet bleiben.

von Wellenschneider - am 31.05.2013 11:29
Zitat
Kay B
Muß man bei der Restseitenbandmodulation das untere Seitenband in die Demodulation mit einbeziehen, oder könnte man auch einen (natürlich deutlich aufwändigeren) Filter mit "rechtwinkligen" Flanken einsetzen und nur das obere Seitenband in die Demodulation einbeziehen?


Das obere Seitenband und der Träger, der dann vor dem Seitenband sitzt, würden genügen. Die Filter wären deutlich aufwendiger, auch die Beschaltung und somit deutlich teurer. Aber Fernseher sollten auch damals bezahlbar bleiben. Bedenke auch, daß preiswerte „Portables“ die Verbreitung des Mediums Fernsehen sehr gefördert hatten.

Zitat

Wieso nur abends??? Oder meinst du jetzt, wegen der höheren Reichweite durch die Raumwelle?


Genau aus dem Grund. Tagsüber gab es kaum Nachbarkanalbelegungen (1008/1017 war aber so eine). Bei Einseitenband mit 9 kHz Bandbreite hättest Du nun in der Kölner Gegend bei Abstimmung auf 1017 auch die 1008 gehört – mit einem normalen AM-Radio.

Sonst waren oft mindestens 2 Kanäle Abstand (Beispiel 576/594 oder 1422/1440).

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Zur Norm H hatte Dir Exidor bereits geantwortet. Klingt auch plausibel. Ich hatte das nie getestet.

von Wolf Sch - am 31.05.2013 16:22
Zitat
Kay B
Hier mal meine Mitschnitte.

Umstellung von Richtstrahlung auf Rundstrahlung um circa 5:57 Uhr:
https://soundcloud.com/hawaiifox/afn-873-khz-diagramm-change

Abschaltung des Senders:
https://soundcloud.com/hawaiifox/afn-873-khz-deactivation-31-05

Ich mußte die Uhrzeiten aus dem Mitschnitt irgendwie rekonstruieren. Deswegen sind das jetzt alles nur ungefähre Angaben.

Um circa 13:52 Uhr wurde das Signal etwas leiser:
[attachment 1602 873_kHz_Modulation.jpg]

Insgesamt wurde der Sender ab circa 15:17 Uhr ganze vier Mal abgeschaltet:
[attachment 1603 873_kHz_Abschaltungen.jpg]


Da kann doch irgendwas nicht stimmen, das Signal war um 15:12 Uhr weg und kam auch nicht wieder. Habe das Radio bis kurz nach 16 Uhr rauschen lassen.

von durchfuxt - am 31.05.2013 22:15
@ digifreak

Danke, interessante Seite.



@ Wolf Sch

Danke für die Infos.

Zitat

Das obere Seitenband und der Träger, der dann vor dem Seitenband sitzt, würden genügen. Die Filter wären deutlich aufwendiger, auch die Beschaltung und somit deutlich teurer. Aber Fernseher sollten auch damals bezahlbar bleiben. Bedenke auch, daß preiswerte „Portables“ die Verbreitung des Mediums Fernsehen sehr gefördert hatten.


Dann hatte man mit der Norm H und dem breiteren Restseitenband den Belgiern demnach die Möglichkeit gegeben, den Filter für die Restseitenband-AM (theoretisch) etwas einfacher aufzubauen.

Ob es explizit mal Geräte für die Norm H gab, ist wahrscheinlich fraglich. Hatten die Belgier überhaupt mal eine eigene Fernsegeräteproduktion?


Zitat

Bei Einseitenband mit 9 kHz Bandbreite hättest Du nun in der Kölner Gegend bei Abstimmung auf 1017 auch die 1008 gehört – mit einem normalen AM-Radio.


Ach so meinst du das. Also daß auf 1008 kHz in USB und auf 1017 kHz in USB gesendet wird.




@ Frankfurt

Zitat

Die Sache mit der geringen Leistung lag wohl daran, daß nur der 60 kw Reservesender aktiv war.


Ja, der Sender kam gut 150 km östlich schwächer als gewohnt. Die Bodenwelle der 873 kHz ging tagsüber immer bei guten Wetter am besten. Kann sein, daß ich mir das nur einbilde, aber die Mittelwellenbedingungen sind irgendwie herbstlich.


Zitat

Muß erst einmal sehen, wie ich die Bilder hier irgendwie hochladen kann...


Die kannst du in eine ZIP-Datei packen und z.B. auf dieser Seite
http://www.speedyshare.com
hochladen und den Link hier posten.

von Kay B - am 01.06.2013 00:23
Zitat
Hunsrücker, bezogen auf das Rhein-Main Gebiet
Wie gut kommen dort eigentlich 1422 Heusweiler und 720/774 WDR tagsüber an? Kann man das Signal mit einem handelsüblichen Empfänger dort noch aufnehmen?


Die 1422 kHz kommt recht gut; sobald die Raumwelle hinzukommt, Flatterzone.
Die 774 kHz geht schwach, die 720 kHz deutlich besser.

Zitat
Wasat
Die schönsten Richtdiagramme gibt es aber bei weniger als der halben Wellenlänge. Die Richtantennen für Langwelle haben Mastabständen von 0,2 bis 0,4 Lambda. Zu große Abstände ergeben starke Einzüge. Weißkirchen hat auch 0,4 Lambda.


Bei Lambda/2 ergibt sich praktisch ein Einzug gegen 0 gehend (Quelle: Kammerloher Hochfrequenztechnik).
Das hatte ich im CB-Funk auch mit Erfolg selbst getestet.
Früher hatte die 873 kHz an der A3 (Tankraststätte Medenbach) bei Richtstrahlung eine Nullstelle. Seit dem Umbau aber nicht mehr (die Abstände blieben natürlich gleich).

Wo findet man denn von Dir angesprochenen Richtdiagramme (Site oder Buch zum Nachschlagen)?

von Wolf Sch - am 02.06.2013 09:39
Mal eine theoretische Frage:

Die drei Masten in Weißkirchen stehen auf einer Achse, die genau in Richtung Wiesbaden zeigt.

Die Entfernung nach Wiesbaden beträgt in der Luftlinie ungefähr 30 km.

Könnte man die drei Maste in Weißkirchen phasenverschoben so speißen, daß sie wie eine Yagi-Antenne in Richtung Wiesbaden fungiert?

Welche Sendeleistung bräuchte man, um Wiesbaden aus Weißkirchen tags- und nachtsüber zuverlässig zu versorgen?

Wenn da 10 KW ausreichen würden, und die Antennenanlage einen Gewinn ähnlich einer 3-Element-Yagi hätte, könnte man diese ERP in Richtung Wiesbaden mit einer TRP von gut 3 KW erreichen. Damit dürfte der Sender gerade mal so viel Energie wie die Flugbefeuerung für die Maste schlucken.



Und dann noch eine theoretische Frage:
Auf der Langwelle ist man ja teilweise vom 9-kHz-Raster abgekommen. Wie groß wären die Hindernisse, das 9-kHz-Raster für den Sender Weißkirchen aufzugeben und auf 880 kHz zu wechseln? Die Frequenz 882 kHz ist in Deutschland seit rund zwei Jahren inaktiv und ein Bedarf daran dürfte sich in Grenzen halten.



Das sind wie gesagt, nur theoretischen Fragen, sofern überhaupt seitens der Zielhörerschaft noch Bedarf am Mittelwellenempfang von Power Network besteht. Aber man könnte diese Szenarien ja mal durchspielen.

von Kay B - am 03.06.2013 11:03
Zitat
Frankfurt
Die Achse liegt wirklich fast in Richtung Wiesbaden. Dazwischen liegen der Altkönig


Also da hast Du Dich vertan. Der Altkönig schwächt die Abstrahlung in Richtung Waldems, aber nicht in Richtung Wiesbaden.

Zitat
Kay B
Könnte man die drei Maste in Weißkirchen phasenverschoben so speißen, daß sie wie eine Yagi-Antenne in Richtung Wiesbaden fungiert?


Bei einem Abstand von Lambda/2 zueinander definitiv ja. Aber auch mit 0,4 Lambda sollte das in einer etwas defokussierender Weise möglich sein. Ich habe mich ohnehin immer gefragt, ob das ursprünglich einmal gemacht wurde. Sonst hätten ja auch zwei Antennen genügt.
Anders formuliert: Mit den beiden äußeren Antennen Richtstrahlung und mit der Mittleren Rundstrahlung - wie zuletzt, das ginge auch nur mit den Äußeren.

von Wolf Sch - am 03.06.2013 17:16
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