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vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Japhi, Hunsrücker, Alqaszar, Kay B, Heinz Schulz, RudiP, klausklaus, ANDREAS R-|-DJ, Terranus, DH0GHU, Nohab, Jens1978

[ÖR-TV] Merkwürdigkeiten beim ZDF?

Startbeitrag von Nohab am 28.05.2013 14:06

Eigentlich ist das ZDF ein CDU-Sender, aber wird bei der 'Kulturpflege' auch die andere Seite bedient?
Klick: ZDF widerspricht Vorwurf der Parteienfinanzierung mit Rundfunkgebühren
""Linkspartei will im Fernsehrat Details zum Exklusivvertrag zur 150-Jahr-Feier der SPD in Erfahrung bringen""

Antworten:

Den Vorwürfen sollte nachgegangen werden.

Zitat
Nohab
Eigentlich ist das ZDF ein CDU-Sender

Halte ich für einen haltlosen Vorwurf. Über die CDU wird genauso viel berichtet wie über die anderen großen Parteien in Deutschland. Bitte nicht solche politischen Klüngeleien ins Radioforum hineinbringen! :rolleyes:

von Hunsrücker - am 28.05.2013 14:27
Naja, trotzdem wird die Chefetage nur mit Leuten mit CDU- oder SPD-Parteibuch bestückt.

von Japhi - am 28.05.2013 14:35
Zitat
Japhi
Naja, trotzdem wird die Chefetage nur mit Leuten mit CDU- oder SPD-Parteibuch bestückt.

Das ist aber bei den ARD Anstalten m.E. nicht viel anders.

von Hunsrücker - am 28.05.2013 14:40
Nein, und das darf bei einen staatsfernen Rundfunk eigentlich nicht sein.

von Japhi - am 28.05.2013 14:41
Beim ZDF gibt es in letzter Zeit viele Merkwürdigkeiten...

von Terranus - am 28.05.2013 15:29
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Brender

von DH0GHU - am 28.05.2013 15:39
Um auf das Ausgangsposting zurückzukommen:

Das ZDF (wie auch viele ARD-Anstalten) ist in meinen Augen nicht grundsätzlich CSU-nah, sondern zunächst mal "nur" "parteien-nah". Wobei die Volksparteien CDU und SPD im Vergleich zur heutigen politischen Situation noch ein überproportional hohes Gewicht gegenüber den anderen Parteien haben. Aber durch diese systematisch bedingte Nähe zu Parteien ist natürlich indirekt die mächtigste deutsche Partei im Vorteil, derzeit nun mal die CDU.

Die Ursache für diesen Missstand ist auch nicht wirklich schwer auszumachen: Rundfunkräte ohne Parteibuch sind deutlich in der Minderheit! Dieses Kriterium reicht -wenn man den Anteil von Parteimitgliedern an der Durchschnittsbevölkerung dagegen stellt- eigentlich schon aus um festzustellen, dass ein Sender mit solcher Struktur nicht staatsfern sein kann. Nebenbei erwähnt haben natürlich nicht die Rundfunkräte die direkte Macht über die Sendeanstalt, sondern die von ihnen gewählten Intendanten, was natürlich nicht viel besser ist.

Warum könnte nun ein von CDU-Mitgliedern gewählter Intendant ein Interesse haben, auch einer großen Oppositionspartei hin und wieder mal ein "Zuckerchen" zuteil werden zu lassen? Ganz einfach: Man stelle sich mal vor (ja das ist sehr schwer), die SPD als derzeitige Opposition würde diese Zustände beim Rundfunk mal halbwegs öffentlichkeitswirksam anprangern. Selbstverständlich würden sofort die üblichen Verdächtigen bei den Verlagen auf den Zug aufspringen. Dann hat auch ein CDU-Intendant nicht ganz unerhebliche Probleme, seine Position zu rechtfertigen. Da lässt es sich doch wesentlich einfacher arbeiten, wenn sich auch die Opposition dank Pöstchen und möglicherweise auch anderen Gefälligkeiten eher still verhält in solchen Fragen...

von ANDREAS R-|-DJ - am 28.05.2013 18:55
Das Thema Staatsferne ist so alt wie der Rundfunk selbst, Hugh Carlton Greene wollte damals den NWDR besonders staatsfern machen, was er auch teilweise geschafft hatte, allerdings sind anschließend die Parteien wieder aktiv geworden. Beim ZDF ist ziemlich deutlich welche Seite dort vertreten wird, das kann man akzeptieren oder bestreiten der sonstwas, ändert aber nichts an Sache wenn man nichts direktes unternimmt. Das beste ist eine gesunde Portion Skepsis und ein eigener Kopf zum denken, allerdings haben die Medien (TV+Radio+www) meiner Ansicht nach noch immer oder sogar immer mehr eine manipulative Wirkung auf weite Kreise der Gesellschaft, das wird sich auch nicht ändern, mit den entsprechenden Folgen.

von Jens1978 - am 28.05.2013 20:08
Zum Ausgangsthema:

Es ist bei solchen Veranstaltungen üblich, dass ein Sender Kameras aufstellt und die anderen gegen eine angemessene Bezahlung für den Installationsaufwand das Bild übernehmen. ZDF und ein Privatsender konnten sich nicht einigen, was eine angemessene Bezahlung ist. Es ging also, wie so oft, ums liebe Geld. Soweit ich weiß, bin aber nicht ganz sicher, wollte der Privatsender das Signal komplett kostenlos.

von RudiP - am 28.05.2013 23:36
Verdeckte Parteienfinanzierung findet statt, allerdings wäre die ZDF-Berichterstattung über den Geburtstag der Alten Tante Sozialdemokratie wohl eher nicht dazu zu rechnen. Auch war das mit Merkel & Gauck sicherlich keine Wahlkampfveranstaltung. Im Gegenteil, der Rückblick in die Geschichte verdeutlicht ja nur den Kontrast zur derzeitigen Bundes-SPD.

Auch ist die Staatsferne ausgerechnet durch die Exklusivberichterstattung nicht verletzt.

Parteienfinanzierung findet vor allem durch die Lobbyisten der Privatwirtschaft statt, entweder durch direkte Spenden oder indirekte Geldflüsse wie etwa großzügige Inserate in Parteizeitungen wie dem "Vorwärts" oder dem "Bayernkurier".

Das "Geschmäckle" bei dieser Geschichte kommt doch genau dadurch zu Stande, dass das ZDF wie alle anderen Öffis durch Parteigänger kontrolliert wird.

Womit wir bei der Staatsferne wären. Nun, staatsfern sind die Öffis in der Tat, aber eben nicht Parteifern. So werden sie praktisch zu Staatsmedien, aber nur, weil sie genau wie der Staat von den Parteien kontrolliert werden. Der Form ist somit Genüge getan, auf den Inhalt hat das nur keine positiven Auswirkungen.

Allerdings sieht es bei den privaten Medien nicht viel anders aus. Jeder weiß, dass "Welt" und "FAZ" konservativ sind und "Süddeutsche" und "Frankfurter Rundschau" eher linsliberal.

Die taz berichtet oft wohlwollend über die Grünen und nimmt auch schon mal die Linken gegen die absurdestsn Vorwürfe in Schutz. Die BILD hetzt schon mal gegen Ausländer, wodurch dann besonders widerliche Exemplare aus der hessischen CDU Rückenwind verspüren.

Und da sind wir noch nicht beim Kohl-Spender Kirch, beim Schröder-Freund Bertelsmann oder bei der Kanzlerinnenhofberichterstattung von Burda und Springer.

Nein, wir werden uns mit der parteilichkeit der Massenmedien abfinden müssen. Immerhin herrscht ein dort einige Vielfalt, die letztlich aber in ein Oligopol umschlagen kann, in dem letztendlich das System Wirtschaft-Parteien abolut herrscht.

Hier springt das Internet in die Bresche, und genau deshalb hat beispielsweise die offensive Aufkündigung der Netzneutralität eine ungleich höhere Bedeutung als eine vom ZDF bezahlte Technik für die Bilder, wie Onkel Gauck der Tante SPD zum 150. gratuliert.

von Alqaszar - am 29.05.2013 00:34
Das hier hatte ich ja schonmal verlinkt:
http://www.youtube.com/watch?v=JGQKvKFYcB0

Ist zwar uralt, aber es zeigt, daß offensichtlich mal konservative Kräfte beim ZDF genau zugange waren wie die SED beim DDR-Fernsehen.

von Kay B - am 29.05.2013 07:19
Zum ZDF gehören auch "Neues aus der Anstalt" mit den oft extrem kritischen Beiträgen der Herrn Priol und Pelzig, sowie Oliver Welke samt seiner Mitstreiter in der "heute-show". Ihnen allen dürfte man kaum besondere Nähe zu den gegenwärtigen Regierungsparteien nachsagen können. Zumindest auf dem Unterhaltungssektor ist somit wenig von einer CDU-Lastigkeit des ZDF zu merken!

von klausklaus - am 29.05.2013 07:59
Sagen wir mal so: Das ZDF ist zwar schon fast in Parteienbesitz, aber inhaltlich durchaus noch unabhängig.

von Japhi - am 29.05.2013 08:05
Zitat
klausklaus
Zum ZDF gehören auch "Neues aus der Anstalt" mit den oft extrem kritischen Beiträgen der Herrn Priol und Pelzig, sowie Oliver Welke samt seiner Mitstreiter in der "heute-show". Ihnen allen dürfte man kaum besondere Nähe zu den gegenwärtigen Regierungsparteien nachsagen können. Zumindest auf dem Unterhaltungssektor ist somit wenig von einer CDU-Lastigkeit des ZDF zu merken!


Das war auch in der Vergangenheit schon so, ich denke da an Dieter Hildebrandt mit seinen "Notizen aus der Provinz". Dass er dann zur ARD wechselte und den "Scheibenwischer" machte, ist allerdings auf die politische Grundausrichtung der ZDF-Führungsetage zurückzuführen, die, auch wenn das Mancher nicht so sehen mag, konservativ ausgerichtet ist. Ich für meine Person schaue das ZDF regelmäßig, habe aber bei politischen Beiträgen schon eine gesunde Skepsis mit dabei.

von Heinz Schulz - am 29.05.2013 08:20
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