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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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DX-Matze, pg09, Japhi, Ottensen FM 2

Vergleich TECSUN PL-390 vs. Kchibo D96L

Startbeitrag von DX-Matze am 02.06.2013 21:49

Mein PL-390 (Hergestellt 06/2012) ist mit dem Si4734-D60 ausgestattet, eine leicht überarbeitete Revision mit lt. Datenblättern besser Empfindlichkeit im OIRT-Band und verbesseter Stereokanaltrennung. Im Kchibo D96L (ca. 2009) werkelt die Revision B20.

Zum Empfang:

UKW:
Es versteht sich von selbst, der PL-390 kann mit 88 cm Teleskop unterwegs mehr ranholen als der Kchibo mit 52 cm. Um auf UKW gleiche Testbedingungen zu schaffen wurden beide an einen Dipol angeschlossen.

Stereo-Wiedergabe erfolgt beim Tescun früher als beim Kchibo, ab etwa 11dBµV/16dB S/N während beim D96L rund 25-30 dBµV nötig sind. Beim Kchibo ist das jedoch nur im Kopfhörerbetrieb relevant. Die Antennenspannung wird beim D96L oftmals höher angegeben (meist um rund 5 dBµV höher). Die Empfindlichkeit ist identisch, jedoch bietet der PL-390 eine weniger penetrante Stummtastung ("Soft-Muting"). In Sachen Trennschärfe liegt der Kchibo bei 100 kHz Problemkandidaten (hier bsp: 96.2 Hornisgrinde/96.3 Kreuzberg) minimal vorne. Beim Tecsun kann man das meist jedoch durch das 10 kHz-Raster einfach ausgleichen, der Kchibo ist strikt auf UKW und OIRT auf 50 kHz limitiert. Für den OIRT-Bereich steht noch ein Test bei passenden Bedingungen aus.

MW/LW:
Auf Mittelwelle fährt klar der PL-390 davon, die interne Ferritantenne ist etwas länger.
Schwache Stationen kommen ebenso verständlicher an, das lästige "Laut-Leiser-Pumpen" bei fadenden Stationen ist beim D96L störend, beim PL-390 konnte ich diesen Effekt bisher nicht feststellen. Eigenstörungen hat der PL-390 keine, beim D96L wird man hingegen fünf Sekunden nach jedem Bedienschritt mit einem Rattern geplagt, ebenso ist das Band garniert mit einigen Eigenträgen (891 kHz Bsp.) Langwelle gibt es beim D96L nicht, der PL-390 ist in diesem Frequenbereich jedoch empfindlicher als der DE1103/E5. Um das X-Band zu erreichen muss man die Rasterung beim PL-390 auf 10 kHz stellen, das eingebaute Thermometer zeigt dementsprechend auch Grad Fahrenheit, der D96L kann es bei beiden Rastern.

KW:
Für diesen Vergleich hab ich die Antenne des PL-390 auf die Länge der Antenne des D96L eingeschoben. Der Grund liegt darin, das beide Empfänger an meinen 10 Meter Langdraht sofort massiv übersteuern, wobei davon der D96L noch viel schlimmer betroffen ist. Aber auch um die Empfindlichkeit auf KW ist es beim D96L nicht allzugut bestellt, hier machen dem kleinen wieder Eigenstörungen zu schaffen, die oft den Empfang schwacher Stationen kosten die der PL-390 einwandfrei und verständlich abspielt.

Kurios bei meinem D96L: Die AM-Filter sind falsch einprogrammiert, bei F:2 bekommt man 6 kHz präsentiert, F:6 entspricht 2 kHz. Jedoch sollen laut einiger Recherche nur Modelle aus älterer Produktion betroffen sein.

Ergonomie/Bedienung:
Beide lassen via Rad steuern, der Tecsun hat dort eine gut fühlbare Rasterung, der D96L keine. An die automatische Geschwindigkeit der Rasterung mus man sich jedoch erst gewöhnen. Beim Kchibo wählt man per Tastendruck zwischen "SLOW" und "FAST" aus (UKW entsprechend: 50/100 kHz) Zusätzlich hat der kleine D96L noch Tasten fürs Tuning und für die Lautstärke (lässt sich nach Tastendruck auch per Rad einstellen).

Nett sind die Scanfunktionen des PL-390, wo man sich einen Überblick über die Empfangssituation schaffen kann (Easy-Tune-Mode), der die Stationen in einem eigenen Speicher ablegt, die normalen Senderspeicher bleiben unberührt. Der D96L überschreibt einfach den normalen Senderspeicher.

Gut finde ich beim PL-390 auch die verschiedenen Beleuchtungsmodi.
Der D96L ist komplett in Chinesisch beschriftet, was erst einmal etwas Detektivarbeit erfordert. Bei meinem Gebrauchten Modell ist nach einem Putzgang mit Glasreiniger jedoch die komplette Beschriftung verschwunden, ebenso scheint sie keine schwitzige Hände zu vertragen. Die Front des Kchibo ist mit lackiertem Aluminium beschlagen, der PL-390 ist nur aus Plastik.

Klang:
Hier klingt der D96L deutlich ausgewogener und runder, Wunder sollte man jedoch nicht erwarten. Der Klang des PL-390 ist etwas blechern, Stereo ist ein netter Gag wenn man sein Kopf 10 cm vor dem Gerät platzieren muss.

Beide Geräte lassen sich über USB laden, der Kchibo bietet aber nur eine 5V-Hohlbuchse, der Tecsun besitzt die übliche Mini-USB Buchse. Im Kchibo findet sich ein Nokia BL-5C Li-Ionen Akkunachbau im Batteriefach ein, der Tecsun nimmt drei handelsübliche AA-NiMH Zellen auf.

Wer sein Wert nur auf maximale Portabilität legt und nur unseren UKW-Bereich bevorzugt dem lege ich den D96L ans Herz. Ansonsten bietet der etwas größere und dickere PL-390 das einfach bessere Gesamtpaket.

Ich hoffe der kurze Vergleich hilft dem ein oder anderem, falls noch Fragen bestehen gerne raus damit!

Antworten:

Danke für diesen interessanten Vergleich!

Zitat

Langwelle gibt es beim D96L nicht, der PL-390 ist in diesem Frequenbereich jedoch empfindlicher als der DE1103/E5.


Das ist jetzt seltsam. Mein PL-390 ist auf Langwelle sowas von unbrauchbar, der DE1103 ist hier klar besser. Vielleicht hat man das bei deinem neueren Modell auch überarbeitet?
Könntest du vielleicht auch den Mittelwellenempfang mal mit dem DE1103 vergleichen? Möglicherweise hat man da ja auch was geändert. Bei meinem Modell ist der minimal schwächer als beim DE1103.

von pg09 - am 02.06.2013 23:34
Auch von mir besten Dank für den Test.:cheers:

Ich glaube, ich bin jetzt auch reif für den PL-390, nachdem ich bisher dem DE1103 und dem E5 widerstehen konnte.

von Ottensen FM 2 - am 03.06.2013 08:23
An den (modifizierten) DE1103/E5 kommt der Tecsun aber nicht ran ;-)

von Japhi - am 03.06.2013 09:03
Auf UKW auf keinen Fall, da geb ich mein DE1103 nie mehr her.

Aber zur Langwelle: Die BBC auf 198 kHz kam ein Tacken besser im PL-390 als im Degen, die nehme ich gerne als Referenz. Auf LW ist der Degen sowieso nur Mittelmaß. Die Mittelwelle läuft wiederum im DE1103 leicht besser, aber viel fehlt nicht.

Auf der Kurzwelle gewinnt auch klar der DE1103.

Mein DE1103 schreit sowieso nach ein paar schmäleren AM-Filtern zwecks TA-DX auf Mittelwelle, ich bin auch gespannt wie der PL-390 sich im Winterhalbjahr schlagen wird.

von DX-Matze - am 03.06.2013 09:57
Das ist komisch. Mein Tecsun, allerdings der PL380, reißt auf MW und vor allem LW so gut wie gar nichts. Der 390 dürfte eine längere Ferritantenne haben??

von Japhi - am 03.06.2013 11:11
Zitat
Japhi
Der 390 dürfte eine längere Ferritantenne haben??


Hat er: Klick!

von DX-Matze - am 03.06.2013 11:32
Zitat

Auf UKW auf keinen Fall, da geb ich mein DE1103 nie mehr her.


Hmm, nach meinen bisherigen Beobachtungen hinkt der dem DE1103 gar nicht so extrem hinterher.
In punkto Trennschärfe ist ein modifizierter Degen aber natürlich klar überlegen, mir gefällt auch die analoge Technik besser als die DSP-Technik im Tecsun, die bei Sporadic-E offenbar auch von Vorteil ist.

Zitat

Mein DE1103 schreit sowieso nach ein paar schmäleren AM-Filtern zwecks TA-DX auf Mittelwelle, ich bin auch gespannt wie der PL-390 sich im Winterhalbjahr schlagen wird.


Auch wenn der DE1103 hier ebenfalls leicht besser sein dürfte wirst du auch mit dem PL-390 tolle Ergebnisse erzielen können, sogar nur mit der eingebauten Ferritantenne. Wenn du an nem ungestörten Standort bist und gute Bedingungen erwischt kann z.B. sowas bei rauskommen.

Ich hoffe mal du bist zufrieden mit dem PL-390, schließlich hab ich den ja empfohlen ;-)

von pg09 - am 03.06.2013 13:07
Natürlich modifiziert. Den DE1103 auf UKW im Originalzustand zu belassen is ja fast ein Verbrechen. :D

Und zufrieden bin ich. Erfüllt meine Erwartungen voll und ganz. Ein mobiler Empfänger, bei dem die NF mal nicht durch Filtermods verzerrt ist doch auch nicht verkehrt. ;)

von DX-Matze - am 03.06.2013 14:34
@pg09:

Wie lange läuft dein PL-390 mit einem Batterie-/Akkusatz?

Hab 3x 2100 mAh mit geringer Selbstentlandung rein. Das Laden via USB dürfte ja mit denen einige Zeit dauern.

von DX-Matze - am 04.06.2013 19:12
Zitat
DX-Matze
@pg09:

Wie lange läuft dein PL-390 mit einem Batterie-/Akkusatz?

Hab 3x 2100 mAh mit geringer Selbstentlandung rein. Das Laden via USB dürfte ja mit denen einige Zeit dauern.


Also ein Batteriesatz hält auf jeden Fall länger als beim DE1103. Das hängt natürlich auch von der Benutzung ab, aber bei mir halten die locker mehrere Monate (ca. 3-4 würde ich mal sagen).
Bei mir läuft der jedoch i.d.R. nicht den ganzen Tag, sondern "nur" ca. 30 Minuten täglich.

von pg09 - am 04.06.2013 22:14
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