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Lokalradio auf Mittelwelle und Frequenzzuteilungen

Startbeitrag von Frankfurt am 04.06.2013 17:20

Wenn es doch jetzt genügend freie Mittelwellenfrequenzen gibt:
Warum kommt keiner auf die Idee, z.B. die 1008 in Frankfurt zu nutzen.

Ich kenne die Low Power Lokalstationen aus England seit Ewigkeiten.

Gibt es Zulassungshürden ?
An wen fallen die ungenutzten Frequenzen zurück ?
Warum darf MB die Frequenzen der stillgelegten Sender weiter blockieren ?

Antworten:

Viel zu teuer und keiner würde es hören...
Vom miesen klang mal gar nicht zu sprechen...

von sauger345 - am 04.06.2013 17:31
Ja, in gewisser Weise gibt es da eine Blockadehaltung seitens der Landesmedienanstalten. Die Langwelle 261 in Burg ist wohl schon seit längere Zeit an einen Anbieter zugeteilt, der überhaupt kein Interesse hat jemals auf dieser Frequenz zu senden.

von RheinMain701 - am 04.06.2013 17:31
Zitat
Frankfurt
Ich kenne die Low Power Lokalstationen aus England seit Ewigkeiten.


Das UK liegt am Rand Europas. Damit war die Störsituation deutlich geringer als in Mitteleuropa. Bei uns war bei Dunkelheit bei z.B. mit 1 kW kaum mehr als 5 km störungsfreie Reichweite möglich. Deshalb wurden hierzulande kaum Lokalsender auf MW gesetzt. Heute ginge es wegen der vielen Abschaltungen der letzten Jahre zwar weiter, doch die Leute sind der MW längst entwöhnt.

von Wasat - am 04.06.2013 17:59
gibt es jetzt eine Möglichkeit unabhängig von der Klangqualität ?

von Frankfurt - am 04.06.2013 19:54
Möglich ja. Nur die Zulassungsstellen sträuben sich dagegen. Wenn sie Frequenzen austeilen, dann nur so Schrottfrequenzen die nachts keinen Meter weit reichen. Die richtig guten Dinger horten sie schön und behalten sie für sich.

von RheinMain701 - am 04.06.2013 19:57
Zitat
Frankfurt
Warum kommt keiner auf die Idee, z.B. die 1008 in Frankfurt zu nutzen.

Weils für private Veranstalter nicht mehr rentabel ist. Die letzten, die das (erfolglos) versucht hatten, waren Mega Radio und Truck Radio.

Zitat
RheinMain701
Ja, in gewisser Weise gibt es da eine Blockadehaltung seitens der Landesmedienanstalten


Zitat
RheinMain701
Möglich ja. Nur die Zulassungsstellen sträuben sich dagegen.

Bitte erfinde hier keine Märchen. Seit 2007 gab es vier MW-Frequenzausschreibungen in Ba-Wü (Stuttgart), Hessen (Frankfurt), Bayern und MV. Bewerber gab es keine.

Es ist beileibe nicht die Schuld der LMAs, dass sich auf MW in Deutschland nichts mehr tut. Das Thema ist für die Veranstalter einfach durch, da kommt nix mehr.

von MainMan - am 04.06.2013 20:38
welche Voraussetzungen und Sendeleistungen waren in Frankfurt ausgeschrieben ?
DRM oder AM als Voraussetzung ?

von Frankfurt - am 04.06.2013 20:39
Klar bewirbt sich keiner... die wissen ja, dass die dann nur so Frequenzen bekommen würden wie die 531 in Burg, die dank Beromünster und co. schon tagsüber kein Genuss war und nachts komplett an die Wand gefahren wurde. Oder auch die 702 in Jülich, die immer schön gegen Frankreich kämpfen durfte - rate mal, wer meist gewann...

von RheinMain701 - am 04.06.2013 20:41
@ Frankfurt

Zitat

Warum kommt keiner auf die Idee, z.B. die 1008 in Frankfurt zu nutzen.


Megaradio wollte da senden, aber es gab irgendwelche Einsprüche aus Polen. Man hätte nachts glaube ich auf 500 Watt reduzieren müssen.

Der Anbieter Truck Radio war der letzte Anbieter, der es auf Mittelwelle versucht hatte. Die Hörer blieben offenbar wegen
- des heutzutage unüblichen Frequenzbereiches,
- des dumpfen Klangs,
- der Störanfälligkeit und
- der stark schwankenden Empfangsqualität währen der Dunkelheit
aus.


Zitat

Ich kenne die Low Power Lokalstationen aus England seit Ewigkeiten.


Deutschland bekam nach dem Zweiten Weltkrieg nur sehr schlechte Lang- und Mittelwellenfrequenzen zugewiesen. Aus dieser Not setzte sich UKW hier sehr schnell durch.

England hatte da andere Voraussetzungen, sodaß sich die Mittelwelle da bedeutend besser als in Deutschland etablieren konnte.


Zitat

Gibt es Zulassungshürden ?


Hier im Forum wurde mal geschrieben, daß das seitens der Landesmedienanstalt kein großer Akt ist, solche Mittelwellensender nutzen zu dürfen. Da fehlt halt die Nachfrage. Hingegen gibt es um jede UKW-Funzel einen ganz großen Eiertanz.


Zitat

An wen fallen die ungenutzten Frequenzen zurück ?


Da sich die Anzahl an Interessenten für Mittelwellenausstrahlungen hierzulande sehr in Grenzen hält, gibt das bestenfalls irgendwo einen Aktenvermerk.


Zitat

Warum darf MB die Frequenzen der stillgelegten Sender weiter blockieren ?


Wieso? Wo blockiert die Mädchen & Brotkasten denn was? Im Gegenteil. Die sind froh, wenn sich jemand bei ihren Mittelwellensendern einmietet.




@ RheinMain701

Zitat

Ja, in gewisser Weise gibt es da eine Blockadehaltung seitens der Landesmedienanstalten. Die Langwelle 261 in Burg ist wohl schon seit längere Zeit an einen Anbieter zugeteilt, der überhaupt kein Interesse hat jemals auf dieser Frequenz zu senden.


Gibt es da noch andere Interessenten, weil du da von einer Blockadehaltung sprichst?


Zitat

Wenn sie Frequenzen austeilen, dann nur so Schrottfrequenzen die nachts keinen Meter weit reichen. Die richtig guten Dinger horten sie schön und behalten sie für sich.


Welche denn zum Beispiel?

von Kay B - am 04.06.2013 20:53
Zitat
Frfankfurt
Warum kommt keiner auf die Idee, z.B. die 1008 in Frankfurt zu nutzen.


1008 oder 1080?

Für beiden Frequenzen gibt es zumindest nach dem ursprünglichen Genfer Wellenplan keine Nutzungsrechte für Deutschland. 1008 würde außerdem nachts von den Niederlanden platt gemacht. Und bei 1080 müsste man Polen fragen, denn diese könnten hier mit 1500 kW aus Kattowitz senden.

von Wasat - am 04.06.2013 20:57
Gute Frequenzen? Da wären z. B. die 567 kHz (ex SFB1) und 1359 kHz (ex DDR1) in Berlin, die 594 kHz in Frankfurt (ex hr-info, der hr wollte ja dem neuen Mieter von Weiskirchen gleich die Sanierung an den Hals hängen, kein Wunder, dass sich da niemand meldet...), die 1197 kHz in München (ex Radio Free Europe), und noch einige weitere.

Truckradio hatte ja das Problem dass die ungestört praktisch nur in Stuttgart zu empfangen waren. Für ein Programm das sich an eine mobile Zielgruppe wendet geht das gar nicht. Megaradio tat das genaue Gegenteil, die übernahmen sich völlig und sind ziemlich schnell untergegangen.

von RheinMain701 - am 04.06.2013 21:01
RheinMain701,du wirfst viele Dinge durcheinander.

In der Vergangenheit wuren MW-Frequenzen ausgeschrieben und sind auch schon auf Sendung gegangen. Dafür gibt es genügend Beispiele:

-- Die Berliner Mittelwellen 603 kHz, 693 kHz und 891 kHz in den 1990ern Jahren. Auf den Frequenzen waren diverse Privatsender aktiv.

-- Der Privatsender Megaradio, der auf zahlreichen Mittelwellenfrequenzsen sendete, dem dann aber die finanzielle Puste ausging

-- Truck Radio über die 702 und 855 kHz in NRW

-- Die Stimme Russlands über diverse Mittelwellensender in Deutschland (die Stimme Russlands ist zwar staatlich, wird aber in Deutschland medienrechtlich wie ein Privatsender behandelt.

-- Zugeteilte Frequenzen sind nie in Betrieb gegangen.

Die Gründe für den Misserfolg sind vielfältig: Hohe Betriebskosten, schlechte Übetragungsqualitätm mangelnde Akzeptanz bei den Hörern.

Nur eines ist eben nicht Ursache: Eine restriktive Haltung der Medienanstalten.

Zunächst muss eine Frequenz für den privaten Rundfunk zur Verfügung stehen. Dazu muss sie i. d. R von der Staatskanzlei zugeteilt werden. Frequenzen, auf denen früher öffentlich-rechtliche Sender gesendet haben, können nicht einfach ausgeschrieben werden. Diese müssen die Frequenz erst einmal an die Staatskanzlei zurückgeben.

Wenn überhaupt, dann sind es also die bisherigen Besitzer der Frequenzen, welche man eventuell beschuldigen könnte, MW-Ausschreibungen zu verhindern. Was sie aber de facto nicht tun, weil keine Nachfrage nach MW-Frequenzen mehr besteht.

Völlig irre wird es, wenn man dann so dummes Zeug schwätzt wie:

Zitat
RheinMain701
der hr wollte ja dem neuen Mieter von Weiskirchen gleich die Sanierung an den Hals hängen


Wer sagt denn, dass nach einer erfolgten Ausschreibung der Freuenz (nach dem der hr diese abgegeben hat) überhaupt von Weißkirchen aus gesendet werden muss? Der Senderbetreiber muss ebenso im Wettbewerb bestimmt werden wie der Porgrammanbieter.

Zuletzt noch ein Gedanke: Wäre ich ein Radiosender, dann würde ich das Geld, welches ich für eine Mittelwellenausstrahlung verbrate, lieber in anständiges Streaming oder gleich in eine DAB+-Ausstrahlunginvestieren.

von Alqaszar - am 05.06.2013 02:21
Zitat
Alqaszar
Nur eines ist eben nicht Ursache: Eine restriktive Haltung der Medienanstalten.

Zunächst muss eine Frequenz für den privaten Rundfunk zur Verfügung stehen. Dazu muss sie i. d. R von der Staatskanzlei zugeteilt werden. Frequenzen, auf denen früher öffentlich-rechtliche Sender gesendet haben, können nicht einfach ausgeschrieben werden. Diese müssen die Frequenz erst einmal an die Staatskanzlei zurückgeben.

Genau das meine ich mit Blockadehaltung. Die zuständigen Stellen behalten die Frequenzen einfach für sich und geben sie nicht mehr heraus. Die fehlende Nachfrage ist nur ein vorgeschobener Grund - woher soll man das denn wissen, wenn die Frequenzen nie ausgeschrieben werden?

Zitat
Alqaszar
Völlig irre wird es, wenn man dann so dummes Zeug schwätzt wie:

Zitat
RheinMain701
der hr wollte ja dem neuen Mieter von Weiskirchen gleich die Sanierung an den Hals hängen


Wer sagt denn, dass nach einer erfolgten Ausschreibung der Freuenz (nach dem der hr diese abgegeben hat) überhaupt von Weißkirchen aus gesendet werden muss? Der Senderbetreiber muss ebenso im Wettbewerb bestimmt werden wie der Porgrammanbieter.

Nein! In Deutschland ist eine Frequenz an einen bestimmten Sendernetzbetreiber gebunden - noch bis 2015. Die 594 kHz wurde ausgeschrieben als Frequenz, für die der hr als Sendernetzbetreiber auftritt und das heißt, dass der hr bestimmen kann, von wo die Frequenz kommt. Da hat der Programmveranstalter nichts zu sagen.

von RheinMain701 - am 05.06.2013 04:19
Offizielles zu Frankfurt 1080: http://www.itu.int/ITU-R/terrestrial/docs/brific/files/ge75/2004/GE75_111.pdf tags 5 kW/7,8 dBkW nachts 0,5 kW/-3dBkW
Bei dieser Art von Dokumenten auch zu finden:
Braunschweig 630, Regensburg 819, München 945, Nürnberg 945, Augsburg 981, Saarbrücken 1179, Ludwigshafen1314, 1530 Bitburg, 1557 Kaiserslautern.

von Harald Z - am 05.06.2013 07:05
Sogar das sehr aktive Funkhaus in Kall hat seine Mittelwellenfrequenz nur für kurze Tests verwendet. Dann lieber gleich die Kurzwelle, um wenigstens in ganz Europa Hörer einsammeln zu können.

von Bolivar diGriz - am 05.06.2013 07:09
stimmt. FFM war 1080 für ein Flughafenradio geplant.
Wird die 594 noch vom HR blockiert ?

von Frankfurt - am 05.06.2013 07:16
Die Koordinierungen in LU, BIT und KL waren wohl mal für DRM vorgesehen, wurden aber fallengelassen nachdem DRM sang- und klanglos unterging. Ob sich da jemand für interessiert? Für Rhein-Neckar wäre die alte Dossenheim-Frequenz viel interessanter, mit der wäre das ganze Gebiet gut abgedeckt. KL und BIT sehe ich keinen Markt für.

von RheinMain701 - am 05.06.2013 08:24
Zitat
Frankfurt
stimmt. FFM war 1080 für ein Flughafenradio geplant.


Dies war später mal im Gespräch, nachdem Megaradio auf der 1080 kHz nicht mehr auf Sendung ging, Die ursprüngliche Ausschreibung gibt es -hier-. 2002, lang lang ist's her .;)

Zitat
Frankfurt
DRM oder AM als Voraussetzung ?


selbstverständlich noch AM, ganz simpel und einfach zu empfangen.

von Eckhard. - am 05.06.2013 10:20
Hätten Megaradio und Truckradio unabhängig davon, in welchen Band sie senden, erfolgreich sein können? Ich glaube nicht, denn die haben nie Werbung gesendet. Und wenn ich noch keinen Werbekunden habe, dann kann ich zu gewissen Zeiten den folgenden Spot ausstrahlen: "Gefällt Ihnen unser Programm? Wenn ja, wollen Sie über unseren Sender Werbung ausstrahlen? Dann setzen Sie sich noch heute mit uns in Verbindung..."

von Wellenschneider - am 05.06.2013 12:34
Zitat
Wellenschneider
Hätten Megaradio und Truckradio unabhängig davon, in welchen Band sie senden, erfolgreich sein können? Ich glaube nicht, denn die haben nie Werbung gesendet. Und wenn ich noch keinen Werbekunden habe, dann kann ich zu gewissen Zeiten den folgenden Spot ausstrahlen: "Gefällt Ihnen unser Programm? Wenn ja, wollen Sie über unseren Sender Werbung ausstrahlen? Dann setzen Sie sich noch heute mit uns in Verbindung..."

So hat es ja lange Zeit LoungeFM über DAB+ gemacht. Der erste Werbespot, der bei ihnen monatelang in Dauerschleife lief, kam übrigens von einem überteuerten deutschen Fernsehgerätehersteller, der mal kurz vor der Pleite stand.

von rolling_stone - am 05.06.2013 12:58
Und warum hatten die keine Werbekunden? Weil sie auf Mittelwelle und damit unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesendet haben

von Japhi - am 05.06.2013 13:14
Wäre Truckradio mit der gleichen Funkabdeckung auf UKW on air gegangen, hätten die es auch nicht länger ausgehalten. Megaradio ist nochmal so eine andere Sache, die hatten echt dämliche Entscheidungen getroffen, wie etwa die Anmietung der 1440 kHz aus LUX (dessen Tagesreichweite im wahrsten Sinne des Wortes berauschend ist).

von RheinMain701 - am 05.06.2013 14:33
Bei Megaradio (Mittelwelle) hat wurde ja schon damals die Frage gestellt, ob überhaupt Geld verdient werden sollte oder ob es sich dabei nicht um ein reines Geldwäsche-Unternehmen handelt...

=> https://groups.google.com/forum/?fromgroups#!topic/de.alt.hoerfunk/SllSzw8ve0o
(siehe die höchst verschachtelten Eigentumsverhältnisse)

von iro - am 05.06.2013 15:16
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