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ARD und DRadio stellen 2014/2015 MW/LW Verbreitung ein.

Startbeitrag von Jassy am 16.06.2013 13:30

Wenn man dieses Bericht glauben darf ist es in 2014 komplett vorbei auf MW und LW.

Zitat


14.06.2013 Uwe Janßen - 2014 schalten die ARD und das Deutschlandradio ihre Lang- und Mittelwellensender ab. Auf dem Weg ist dann kein Wetterbericht mehr empfangbar

Aus Kostengründen wird der Sendebetrieb auf diesen Frequenzen eingestellt. Die Zahl der Hörer, heißt es zur Begründung vonseiten der zuständigen Kommission, sei „nicht mehr messbar“. Eine Behauptung, die andere Experten für zumindest fragwürdig halten.

Unter Seglern sorgt die Entscheidung für Unverständnis und Zorn. Auf dem Weg wird nämlich auch der Seewetterbericht verbreitet – die Einstellung geht somit zu Lasten der Sicherheit. Denn das Radio kann einige Dinge leisten, zu denen Navtex, SMS-Dienste oder sonstige Quellen nicht in der Lage sind. Unter anderem entfällt durch das Ausbleiben der Stationsmeldungen die Möglichkeit zur „meteorologischen Navigation“. Das ist ein feststehender seemannschaftlicher Begriff und meint die Törnplanung anhand von Wetterinformationen – wenn aus den gelieferten Daten eine Wetterentwicklung abgeleitet werden kann, wird entsprechend der Kurs gelegt.

Auch die Reichweite des Radios ist der von vielen anderen Techniken überlegen. Es sei denn, die Skipper beschaffen sich kostspieliges Zusatzequipment. Und das ist einer der Haupt-Kritikpunkte: Die Einsparung eines sicherheitsrelevanten Dienstes bei den gebührenfinanzierten Sendern müssen Segler im Zweifel mit zusätzlichen Ausgaben kompensieren.

Alle Hintergründe und Zusammenhänge zu diesem Thema lesen Sie ausführlich in der neuen YACHT (ab dem 19. Juni am Kiosk).

Bereits jetzt können Sie an der Klärung eines wesentlichen Aspekts mitwirken. Gestritten wird offen über die Notwendigkeit, eine veraltete Technik für eine kleine Zahl von Nutzern weiterhin zu betreiben. Allerdings gibt es über diese Zahl keinerlei Erkenntnisse. Umso interessanter also, den Bedarf überhaupt einmal einschätzen zu können. Deshalb haben wir für Sie eine Umfrage eingerichtet: Nutzen Sie heute noch den Seewetterbericht aus dem Radio?


http://www.yacht.de/panorama/news/seewetter-im-radio-wird-eingestellt/a80357.html

Habe ich was verpasst? Gerade für das Seewetterbericht finde ich das merkwürdig. Verständlich ist es aber schon, man wird nicht sehr viel hörer per MW erreichen.

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Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat

Naja, als ich die ersten DRM-Sendungen mit modifiziertem Sangean und PC gehoert habe, da stand DAB noch sehr gut da und man konnte durchaus Hoffnungen haben, dass sich beides in Kombination durchsetzt.
Es gab nur lange Zeit keine standalone DRM-Radiogeraete, das war immer nur Bastlern und DXern vorbehalten. Als es dann irgendwann mal die paar wenigen Geraete wie Morphy Richards usw. gab, die noch dazu keine Empfangsgranaten waren, hatten ja einige Anbieter eh schon wieder die Lust auf DRM verloren.
Das Dradio wiederum sendete zwar auf der Berliner 855kHz relativ lange schon in DRM, hat aber seine restlichen AM-Sender sehr sehr spaet erst auf DRM umgeruestet. Ich wage zu behaupten, als das passierte, war schon klar, dass das mit DRM eigentlich nichts mehr werden kann. Und da war auch DAB schon auf dem absteigenden Ast.

Ich meinte das ja so das zu dem Zeitpunkt als das DRadio auf DRM setzte DAB schon auf dem absteigenden Ast war und ein Nachfolger war nicht in Sicht. Ein großes Problem war das die Umrüstung so lange gedauert hat. Zwischen Planung, Umbaubegin und dem Zeitpunkt wo tatsächlich dann der erste digitale Ton übertragen wurde verging viel zu viel Zeit. Das sagte auch der Intendant des DRadios damals in einer Hörersendung. Ich weiß noch, als die 1422khz hier in der Nähe endlich umgerüstet wurde war DRM schon eine Freakshow für Bastler mit selbstgelöteten Empfängern und PCs.

Zitat

Wenn aber DAB mit besserer Auswahl und Klangqualitaet sich schon nicht durchsetzen konnte, war doch eigentlich klar, dass DRM, das noch dazu mit deutlich groesseren technischen Problemen zu kaempfen hatte, nie was werden konnte.

Ja der Ansicht bin ich auch. Aber damals war man beim DRadio der Ansicht das DAB baden ging weil keine Werbung gemacht wurde und man nur leistungsschwache Funzeln nutzte. Gleichzeitig machten die Verantwortlichen hinter DRM ein riesen Fass auf und machten Versprechungen noch und nöcher. Da wurden Zukunftsszenarien gemalt wo man mit ganz wenigen Sendern ganz Deutschland flächendeckend versorgen konnte, die komplette Mittel- und Kurzwelle nur noch digital sei und es ellenlange Regaler voller DRM Empfänger gab. :rolleyes:

Zitat
Terranus
Eine gute Klangqualität kriegt man aber über DAB leider auch nicht. Zwar besser als DRM, aber immer noch nicht was bei (gutem) UKW oder gar per Satellit/Kabel digital geboten wird.

Ich finde die Klangqualität auch nicht gerade super toll aber für die allermeisten Ohren klingt beispielsweise der DLF über DAB+ schon besser als über normales UKW wo man doch in den wenigsten Fällen einen absoluten Top Empfang hat. Entweder sind die unsäglichen Funzeln dran schuld oder die Probleme sind hausgemacht indem man eine 20cm Wurfantenne in den Empfänger steckt. Damals zu DAB(alt) Zeiten sah das aber auch noch anders aus. Was man da ja für Blödsinn anstellte ging ja auf keine Kuhhaut. Beispielsweise DLF in 64kb/s Mono oder DKultur in 112kb/s Stereo. Da flogen einem die Socken weg.

Zitat
Terranus
Es ist schon irgendwie kurios - da ist so ein Auto vollgepackt mit allen möglichen Neuentwicklungen, aber das Radio ist Stand 1990.

Das ist ein Kuriosum das ich auch nie verstehen werde. So war es aber immer schon bei Werksradios. Bei DAB+ ist man sogar noch relativ schnell. Damals bei MP3 hat es noch wesentlich länger gedauert bis es entsprechende Radios ab Werk gab.

von Spacelab - am 18.06.2013 09:15

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@Rosti 2.0: Dass MOMENTAN noch große Lücken im DAB-Netz bestehen, ist ja klar. Die Netze sind im Aufbau. Interessant ist, wie der Ausbaustand ist, wenn UKW abgeschaltet wird. Da erwarte ich zumindest von der ARD Flächendeckung. Ich glaube auch nicht, daß Du in 15 Jahren (für mich ein realistischer Zeitrahmen für einen UKW-Komplettausstieg) DAB noch mit Scheibenklebeantenne empfangen wirst. Ich hoffe doch sehr, dass es dann keine Autos gibt, die weniger als 10 Jahre alt sind, und noch "UKW-only" herumfahren. Und in einem 10 Jahre alten Auto kann man auch mal ein Loch bohren (ok, in einem 25 Jahre alten natürlich nicht mehr... :D).
Allerdings: Mit 10 kW aus Mühlacker, einigen kW aus Langenbrand, vom Wattkopf, vom Weinbiet, aus dem Murgtal, 10 kW vom Königstuhl, wird auch in der von Dir genannten Tallage ausreichend Signal für eine Scheibenantenne ankommen. Da bin ich mir sehr sicher. Die derzeitige Versorgung ist dafür absolut noch nicht repräsentativ!


Nochmal zur eigentlichen Diskussion: Ob irgendwelche Leute dann komplett auf Radio verzichten, wenn UKW abgeschaltet wird, kann nicht Gegenstand so einer Debatte sein. Ich habe auch keinen DVB-T-tauglichen Fernseher, und fordere dennoch nicht den Verzicht auf DVB-T. Ich war auch nicht gegen die Analog-Abschaltung. Hätte ich DVB-T gewollt, hätte ich es mir auch gekauft.
Wer in den nächsten 15 Jahren nicht gewillt ist, ein DAB-Radio zu kaufen, soll halt aufs Radiohören verzichten. Diesen Leuten ist Radio sowieso unwichtig.
Wenn man sich immer nur nach Unwilligen und Verweigerern richtet, kommt man nie zu einem Ziel, egal wann und wo. Komme mir nun bitte niemand mit sozialer Härte: Wir reden von wenigen €, und das irgendwann in den nächsten 10-15 Jahren. Rechnet das mal auf den durchschnittlichen Bier- Cola- oder Zigarettenkonsum in D hoch. Auch alles "überflüssiger" Luxus.
Erst recht nicht von sozialen Härten reden müssen wir bei den AM-Sendern. Erzähle mir bitte keiner, es gäbe heute noch Leute, die aus wirtschaftlichen Gründen noch mit Omas Röhrenradio Mittelwelle hören, weil sie sich UKW nicht leisten können. Ein Röhrenradio durch ein modernses Radio zu ersetzen, amortisiert sich vermutlich allein schon über die Energiekosten...
Und von mir aus soll man einen Teil der durch die UKW-Abschaltung gesparten Gelder in einen DAB-Sozialfonds stecken. Das ist immernoch besser, als in einer Stadt wie Berlin über 800 kW ERP auf UKW zu verheizen, wenn die gleiche Programmzahl in 2 Muxen à 2x10 kW von 2 Standorten untergebracht werden könnte, bei einem Frequenzbedarf von 3 MHz.
Ich glaube auch nicht, dass sich die Leute, die Probleme bei der Finanzierung eines DAB-Radios haben, sich mal so eben eine Smartphone-Flatrate mit ausreichendem Volumen leisten können, um damit Radio zu hören. Na gut, wird halt immer nur bis Monatsmitte Radio gehört... :rolleyes:


Ich bin mir auch sicher, daß die allermeisten der tatsächlich regelmäßig genutzten MW/UKW-Radios in den nächsten 15 Jahren auch ausgetauscht werden, ohne dass UKW abgeschaltet wird. Wichtig ist, dass JETZT das Bewußtsein bei den Konsumenten geweckt wird, die richtigen Radios zu kaufen. Wer sich heute ein Gerät kauft, das UKW und DAB+ beherrscht, kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Radio auch in 15 Jahren noch nutzbar ist. Bei einem reinen UKW-Radio wäre ich mir da nicht so sicher.

Um ehrlich zu sein: Mit UKW allein hält mich niemand beim terrestrischen Radio. Das, was UKW hier bietet, ist zu wenig. Die einzigen sinnvollen Anwendungen sind da noch Nachrichten und TMC. Und darüber, dass TMC technologisch veraltet ist, wurde schon genug geschrieben. Allein TPEG ist schon Grund genug, jedes Auto-Navi mit einem DAB-Radio auszurüsten.

von DH0GHU - am 20.06.2013 17:01

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ iro

Zitat

Nein, er schreibt

Zitat

Aber über 100 Millionen sind es mit diesen Empfangsbereichen schon. ich gehe deshalb von 150 Millionen LW-MW-KW-Radios aus.

und nicht: ausschließlich mit....


Auf dieser Unterseite
http://www.rettet-unsere-radios.de/3.html
steht aber
"Analoges Radio:
Bald bis zu 150 M i l l i o n e n LW-MW-KW-R a d i o s
n u t z l o s ?"

Das kommt irgendwie schon so rüber, als wären da bald 150 Millionen nutzlos, obwohl wahrscheinlich mehr als 99 Prozent davon UKW empfangen können und größtenteils auch für den UKW-Empfang genutzt werden..



Zitat

Ist aber auch müßig, darüber zu spekulieren, die Zahlen sind sowieso nicht nachprüfbar und letztlich auch egal.


Ja, das stimmt.


Zitat

Denn, wie schon geschrieben, ein Großteil der noch existierenden derartigen Radios wird sowieso nicht mehr verwendet und steht nur in der Ecke rum oder verstaubt auf dem Dachboden. Der Besitzer eines solchen Gerätes würde es noch nicht einmal merken, daß irgendwas abgeschaltet wurde.


Genau so ist es auch und deshalb ist es eigentlich Quatsch, da so eine Stimmung gegen die Abschaltung der Lang-, Mittel- und Kurzwellensender zu machen. Das stiftet bei Ottornomalo nur Unsicherheit darüber, ob sein Lieblingssender auch weiterhin aus seinem Billigradio dudelt.



@ Manager.

Zitat

Wie erwartet - leider... Jetzt fehlen nur noch BR und WDR.
Alle ARD MW-Sender sollen ja nach Wunsch der KEF bis 31.12.14 abgeschaltet werden.


Wurde hier nicht mal erwähnt, daß die Mittelwellen des WDR noch eine größere Hörerzahl haben?



@ Scrat

Zitat

Man kann UKW ausdünnen und keine neuen Sendelizenzen mehr vergeben.


Da das Band sowieso dicht ist, wird es da auch kaum noch neue Sendelizenzen mit nennenswerten Reichweiten mehr geben.


Zitat

Ein DAB Radio ist teuerer als ein UKW Radio. Immer noch.


Derweil geht der Trend bei UKW-Radios auch sehr zu digitaler Signalverarbeitung mit DSP. Selbst diverse Billigstradios in mp3-Playern arbeiten damit. Und das ist von der Technik her eigentlich ähnlich aufwändig wie ein DAB-Radio.

Aber es war ja bisher immer so, daß wir Deutschen uns darüber aufregen, wie teuer und aufwändig eine neue Technik doch ist, bis dann die Asiaten geeignete Geräte als Cent-Artikel auf den europäischen Markt brachten.

von Kay B - am 22.06.2013 12:36

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ Manfred Z


Zitat

Zitat
Kay B
Diese Gebiete sind jenseits des Küstenstreifens (müßte einige Kilometer breit sein) internationale Gewässer. Man kann also nicht von Auslandsversorgung sprechen, da dort kein "Land" ist.


Die Absicht hinter diesem Beitrag erschließt sich mir nicht. Was soll uns das sagen?



kokido7 hatte weiter oben das hier geschrieben:

Zitat

Zitat
Manfred Z
2) Das Deutschlandradio (DLF, DR Kultur) ist seit seiner Gründung Anfang der 90er Jahre ebenfalls eine Veranstaltung der Länder und hat im Gegensatz zum alten DLF keinen Auftrag zur Auslandsversorgung.


Und aufgrund welchen Auftrags werden dann ueberhaupt Seegebiete, die ausserhalb Deutschlands liegen, mit der Ausstrahlung des Seewetterberichts auf MW und LW versorgt?


So wie ich das verstehe, fragt er, wie die Seewetterberichte begründet werden, wenn die Deutschlandradios nicht für eine Auslandsversorgung zuständig sind.

Die Seegebiete außerhalb eines einige Kilometer breiten Küstenstreifens dürften als internationale Gewässer überhaupt keinem Land zugehörig sein, sodaß das auch keine Auslandsversorgung wäre.

Es stellt sich auch die Frage, ob die Schiffe Territorium des jeweiligen Landes sind, aus dem sie stammen. Dann wäre das ja immer noch soetwas wie eine Inlandsversorgung.




@ Peter Schwarz

Zitat

Oder bin ich mittlerweile auch schon ein absoluter Exot, wenn ich ein Rundfunkempfangsgerät mit ins Reisegepäck nehme? Nutzt der "Normalverbraucher" hier nur noch Mobilfunkgeräte und den hoteleigenen Fernseher?


Ich weiß nicht, ob es da irgendwelche statistischen Erhebungen gibt, aber mir ist außerhalb der Hobbygemeinschaft bisher kein "normaler" Mensch begegnet, der einen Weltempfänger mit in den Urlaub nimmt.

Selbst bei den regelmäßigen Indien-Touristen im Bekanntenkreis, die für Touristen noch unerschlossene Gebiete erkunden, geht als Kommunikationsmittel nur das Smartphone mit.




@ Hunsrücker

Zitat

Zitat
§15 Sendetechnik
(3) Die Programme der Deutschen Welle können über
Satellit ausgestrahlt sowie im Ausland terrestrisch
verbreitet und in ausländische Kabelnetze eingespeist
werden. Die Deutsche Welle nutzt für ihre Hörfunkprogramme auch die ihr zugewiesenen Übertragungsmöglichkeiten im Kurz- und Mittelwellenbereich.
Zusätzlich strahlt die Deutsche Welle ihre Hörfunkprogramme von angemieteten Sendern oder eigenen
Relaisstationen im Ausland ab

Es besteht somit kein Zweifel dass die DW ihrem Auftrag nicht mehr nachkommt und dieser durch eine andere Rundfunkanstalt erfüllt werden muss oder die DW wieder in deutscher Sprache senden muss.


In dem Artikel steht aber nicht eindeutig drin, daß die Deutsche Welle im Kurz- und Mittelwellenbereich senden muß.

Und selbst wenn, sollte man der Deutschen Welle die Möglichkeit offen halten, ihre Übertragungswege den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten der Hörer anzupassen.

Was nutzt ein Gesetzestext, der vorschreibt, daß die Deutsche Welle Übertragungswege einsetzen muß, die kaum noch jemand nutzt?




@ Scrat

Zitat

Wieviel schauen den Tatort und wieviel Hören noch LMK ?
Diese Vergleiche erinnern mich ein wenig an die Bildzeitung.


Das, was Terranus da angesprochen hat, beschränkt sich ja nicht nur auf den Tatort, sondern auf sehr viele Inhalte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, für die immense Summen an Geld rausgeschmissen werden und die eigentlich rein gar nichts mit dem wichtigsten öffentlich-rechtlichen Auftrag der neutralen und objektiven Berichterstattung und der Demokratiesicherung zu tun haben. Eben diese endlosen und kaum noch zählbaren Kaffeekränzchen- und Hausfrauenberieselungssendungen, diese Soaps und diese ganzen Probleme-der-Oberschicht-Serien des ZDFs, diese Talkmarathons sowie diese zahllosen und untereinander austauschbaren Krimis.

von Kay B - am 23.06.2013 17:57

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
7265
1946
Am 31. März 1946 beginnt zusammen mit der Geschichte des Südwestfunks auch die Geschichte seiner Kurzwelle. Eingesetzt wurde damals ein mobiler Sender der französischen Militärregierung in Baden-Baden. Regelmäßige Programmteile waren bis 1952 auch französische Auflagesendungen: zweimal täglich die Sendung »Frankreich spricht zum deutschen Volk« und dreimal täglich Nachrichten in Französisch.

Zitat

1985
1985 wurde an der Stelle eines Sendemastes der Mittelwelle eine verbesserte Antennenanlage für die Kurzwelle errichtet. Hauptzielgebiet der Quadrant-Corner-Reusenantenne sind die Urlaubsgebiete des westlichen Mittelmeerraums. Die Quadrantantenne hat eine "leichte" Vorzugsrichtung 1.2 dB in Richtung Barcelona, genau die Mitte zwischen den 90 Grad Schenkeln.


Traditionell war auf der Kurzwelle 7265 kHz das erste Programm aus Baden-Baden zu hören. Ab Mitte der achtziger Jahre kam dann statt SWF-1 die Popwelle SWF-3. Einige Jahre wurde das Angebot zur Urlaubszeit durch das SWF-3-Urlaubsradio erweitert, das das UKW-Programm mit Auslandsreiserufen, Touristentips, wesentlich ausführlicheren Inlandsnachrichten, Verhaltensregeln für Touristen in bestimmten Ländern, Wettervorhersagen für ganz Europa erweitert. In diesen Jahren gab es eine eigene Leitung der Programmzuführung. Später wurde die Kurzwelle im Ballempfang von UKW Sender auf den Bergen: Hornisgrinde 1100 m im Nordschwarzwald, und Feldberg 1400 m im Südschwarzwald gespeist.
Während sich die SWF-3-Redaktion durchaus an der Kurzwelle freute und die Rohrdorfer Techniker durchaus Rückmeldungen aus Übersee erhalten, hat die Kurzwelle in den ARD-Leitungsgremien eigentlich keine Lobby.

Q: http://www.asamnet.de/~bienerhj/7265.html

Zitat
6085
1983 bekam Ismaning einen 500-kW-Sender, der aber leistungsreduziert mit 100 kW sendet. Spötter brachten die Leistungserhöhungen mit der Afrika-Liebe von Franz Josef Strauß in Verbindung. Der langjährige CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident reiste regelmäßig zu politischen Besuchen in afrikanische Länder. So habe der Bayer nie auf seinen Haussender verzichten müssen.

Q: http://www.asamnet.de/~bienerhj/6085.html

Zitat
6030
Am 16. Februar 1949 wechselte Radio Stuttgart auf die Traditionsfrequenz 6030 kHz. Anfangs wurde nur zehn Stunden am Tag gesendet. Vom 4. Juni 1951 an arbeitete der Kurzwellensender ganztags. Eine weitere Senderverstärkung verdoppelte die Leistung am 24. Juni 1952 auf 20 kW. 1954 wurde eine zweite Drei-Element-Richtantenne aufgebaut. Sie hatte den gleichen mechanischen und elektrischen Aufbau wie die erste Antenne, doch nun war die Hauptsenderichtung Südeuropa. Statt der DDR waren ihre Zielgebiete also die wichtigsten Urlaubsländer des Wirtschaftswunderlandes. Diese Antenne wurde 1969 wieder abgebaut. Ab dem 4. Oktober 1967 bestand die Kurzwellenantenne nur noch aus einem Horizontaldipol mit den Hauptsenderichtungen Nord und Süd.

Q: http://www.asamnet.de/~bienerhj/6030.html

Zitat
6190 HB
Auch wenn es mit der Deutschen Welle einen eigenen Kurzwellendienst gab und mit dem Deutschlandfunk einen Sender, der als Deutschlandsender gedacht war, hatten einige ARD-Anstalten auch Kurzwellensender, die in Richtung DDR sendeten. Eine ganz eigene Kooperation war die Ausstrahlung des Sender Freies Berlin aus Bremen.

Q: http://www.asamnet.de/~bienerhj/6190.html

Zitat
6005
6005 kHz im Wechselspiel von Berlin und München
Die erste deutsche Belegung der Kurzwelle 6005 kHz war 1948 der in Berlin beheimatete Rundfunk im Amerikanischen Sektor. Ein Sender des VoA-Relais in Ismaning bei München sendete ab dem 6. Juli 1948 tagsüber das RIAS-Programm auf 6080 kHz für Ostdeutschland. Die offizielle Leistung des im Zweiten Weltkrieg aufgestellten und dann von der Voice of America übernommenen Senders betrug 100 kW, tatsächlich waren es wohl eher 75 kW.
1950 stellte der RIAS in Berlin-Britz einen 20-kW-Sender von Telefunken und eine Quadrantantenne auf. Er übernahm ab 7. August 1951 zwischen 15.40 und 3.30 Uhr die Kurzwellenversorgung der DDR, während der Ismaninger Sender für andere Aufgaben frei war. Zudem hatten in den Nachtstunden auch die RIAS-Mittelwellen Berlin und Hof eine größere Reichweite. Bis zum Ende der DDR-Störsendertätigkeit am 23. November 1978 waren viele Hörer und Hörerinnen in der DDR trotzdem vor allem auf den Empfang der Kurzwelle angewiesen.

Q: http://www.asamnet.de/~bienerhj/6005.html

Unterm Strich also halbe-halbe Inland (=DDR) / Ausland (Urlaubsgebiete).

Wobei die ARD-Sender (also: nicht der RIAS) weder für das eine noch das andere einen Auftrag hatten. Der bestand nur für das zu versorgende Bundesland... Nur gab es damals noch keine KEF, die nach der Verwendung der Gelder fragte.

von iro - am 23.06.2013 19:09

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ kokido7

Zitat

Aber wir sollen glauben, dass es - nach Jahrzehnten nun ganz ploetzlich - nicht mehr bezahlbar sei, sie weiterhin in der Uebertragungsart auszustrahlen, dass ihr Empfang auch jenseits der Grenzen moeglich ist.


Es ist einfach nicht mehr verhältnismäßig. Es macht einen Unterschied, einen 500-KW-Mittelwellensender zu betreiben, wenn 5 Millionen Leute zuhören oder wenn nur 500 Leute zuhören.




@ Manfred Z

Zitat

Aber wie kann man die Anzahl der verbliebenen AM-Nutzer feststellen? Doch wohl nicht per Medienumfrage mit anschließender Hochrechnung!


Derweil wird man wohl auch die Zahlen anderer Sendeanstalten, die bereits ihre Mittelwellen abgeschaltet haben, heranziehen und diese auf die eigenen Mittelwellensender hochrechnen.


Zitat

Sollen alle AM-Nutzer dem DLF eine Email schicken und sich über die geplante Abschaltung beschweren?


Das große Problem wird wohl sein, daß viele Hörer nicht wissen, was AM ist und man davon ausgehen muß, daß sich auch verunsicherte UKW-Hörer melden.

Messen könnte man die AM-Hörerzahl wohl nur, wenn man exklusiv über die AM-Sender eine regelmäßige Aufforderung zur Bedarfsmeldung ausstrahlt und die eingehenden Bedarfsmeldungen dann zählt.


Zitat

Neumünster 1269 und Heusweiler 1422 sind eher für die Abendstunden geeignet. Sie sollten tagsüber abgeschaltet werden.


Und wie ist im Bereich der Bodenwelle der Empfang über UKW? Kann ja sein, daß die Sender auch tagsüber einen nennenswerte Hörerzahl haben, wenn das Gebiet durch UKW nicht abgedeckt wird.




@ digifreak

Zitat

Bei der Abschaltung der MW 936 kHz von Radio Bremen war man dort doch sehr überrascht über die doch zahlreichen Beschwerden der Hörer. Genutzt hat es freilich nichts, obwohl die Anzahl der tatsächlichen Nutzer der MW-Ausstrahlung wesentlich höher gewesen sein muss.


Ist ja interessant. Und wie hoch war die Zahl der Beschwerden?


Zitat

Proteste gab es ja auch. Nicht nur von Touristen und Geschäftsreisenden, auch Auslandsdeutsche die z.B. auf ihrer Finca in Argentinien oder Farm in Neuseeland gern die Informationen aus der Heimat hörten, haben heftig interveniert.


Das scheinen wohl nicht genug gewesen zu sein um die AM-Ausstrahlung weiter zu rechtfertigen.


Zitat

Der SWF hatte sicherlich nicht Absicht über die damalige Kurzwelle 7265 kHz das Rhein- oder Moseltal zu erreichen.


Ja, das war dann wohl doch eher eine Dreingabe für Urlauber, wenn man sich die Zitate von iro durchliest. Das hatte sich damals, als Weltempfänger noch nichts antiquiertes waren, offenbar auch gelohnt. Heute gibt es da halt andere Ansprüche an den Klang und die Empfangsstabilität, die die Kurzwelle nicht mehr erfüllen kann.


Zitat

Die jahrelange DRM Aussendung der BR Kurzwelle 6085 kHz, quasi ohne nennenswerte Hörer, hat die KEF aber nicht bemängelt.


Da ging es ja erstmal nur darum, diese neue Technik zu testen. Es hätte ja sein können, daß sich DRM mal durchsetzt.

von Kay B - am 23.06.2013 22:38

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ kokido7

Zitat

Aber das heisst ja nicht, dass die verbliebenen KW-Hoerer darauf verzichten sollten, fuer das KW-Hoeren zu werben (...).


Ihr könnt natürlich dafür werben. Es ist aber bei der Entwicklung der Hörerzahlen der Lang-, Mittel- und Kurzwelle in Deutschland fraglich, ob ihr noch eine nennenswerte Hörerzahl (d.h. so viele, damit sich ein Weiterbetrieb der AM-Sender lohnt) dafür gewinnen könnt.



@ sup2

Zitat

Ja, jeder, der monatlich sein "Bedingungsloses Grundeinkommen für Radiogestalter" überweist, wird es zu schätzen wissen, dass es deutsche Meldungen nur noch von Radio China sowie einem belgischen Regionalradio gibt.


Für Leute innerhalb Deutschlands, die sich weigern, sich einen UKW- oder einen DAB- oder einen DVB-Empfänger oder einen Internetanschluß mit PC oder entsprechendem Radio zuzulegen, sondern strikt auf eine Empfangbarkeit der deutschen Sender auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle beharren, könnte es in der Tat problematisch werden, deutsches Radio zu empfangen.

Aber wie groß wird die Zahl der Personen, auf die oben genanntes zutrifft sein???



@ hegi_ms

Zitat

Ich finde es erschreckend, mit welcher Aggressivität hier inzwischen Argumente vorgetragen werden.


Wieso denn aggressiv???

Es werden Argumente und Gegenargumente vorgebracht.

Aber wenn man hier nach einem konkreten Argument, nämlich der tatsächlichen Hörerzahl von AM-Sendern in Deutschland, fragt, bekommt man von euch einfach keine Antwort. Denn genau diese Angabe ist die Basis für die Rechtfertigung des Weiterbetriebes dieser Sender. Und nicht irgendwelche Schwänke oder Urlaubserinnerungen!


Zitat

Welchen persönlichen Nachteil haben denn die Agitatoren durch den weiteren Betrieb von AM-Sendern?


Wenn ein 500-KW-AM-Sender ungefähr so viel Energie frißt wie 50 UKW-Sender mit einer ERP von jeweils 100 KW (TRP = 10 KW); der 500-KW-Sender aber nicht mal ansatzweise so viele Hörerzahlen wie einer der 50 UKW-Sender hat, dann darf man als Gebührenzahler bitteschön den Weiterbetrieb dieses AM-Senders (und es ist ja nicht nur einer) in Frage stellen.



@ AFN-98,5-Fan

Zitat

In anderen Ländern scheinen die AM-Bereiche noch Zukunft zu haben. Radio Rumänien International zum Beispiel stahlt seine Sendungen auf analoger Kurzwelle und zusätzlich in DRM aus.


Ja, in diesen Ländern ist wahrscheinlich auch die Hörerschaft noch groß genug um einen Betrieb auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle zu rechtfertigen. Auch Indien will wohl auf DRM setzten. Sowas stand zumindest mal im Funkamateur oder in der CQDL.

von Kay B - am 27.06.2013 12:47

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ hegi_ms

Zitat

Die Art und Weise, wie du seit Monaten insistierst, geht allerdings mir und auch einigen anderen Forumsteilnehmern auf den Wecker. Dies ist schon vor einiger Zeit von anderen kritisiert worden.


Achso, wenn die Argumente ausgehen fängt man an, die Leute, die hier sachlich argumentieren wollen, persönlich anzugreifen, oder was? :rolleyes:

Gut, dann nenne mir doch mal konkrete Beispiele, wo sich jemand darüber aufgeregt hat, daß ich "insisitiere" und ich "anderen Forumsteilnehmern auf den Wecker" gehe?

Ich frage euch AM-Enthusiasten hier schlicht und einfach nach greifbaren Zahlen, die den Weiterbetrieb der AM-Sender rechtfertigen. Denn die müßt ihr ja haben, denn sonst würdet ihr nicht so vehement auf den Weiterbetrieb der AM-Sender beharren.

Aber es kommt von euch rein gar nichts außer Schwänke, Urlaubserinnerungen und Legenden von Leuten, die massenhaft ausländische Kurzwellensender hören, daß sich sogar Politiker daran stören sollen.

Ihr weicht ständig der Frage nach der Zahl der AM-Hörer in Deutschland aus. Und das ist nunmal die einzige Rechtfertigungsgrundlage für einen AM-Betrieb.

Diese AM-Sender sind dazu gebaut worden, um als Massenmedium sehr viele Leute zu erreichen. Tun sich das nicht mehr, dann sind sie schlicht überflüssig.


Zitat

Ich bin daher auch nicht mehr bereit, das ganze "Pro-und-Contra" mit dir noch einmal durchzukauen.


Hättest du das wenigstens einmal gemacht.


Zitat

Welche persönlichen Nachteile - ausser ein paar Cent Beitragsanteil - hast du durch den weiteren Betrieb der AM-Sender?


Anders gefragt: Was haben die Gebührenzahler von diesem AM-Ausstrahlungen, wenn sie sie gar nicht mehr nutzen?



@ Hunsrücker

Zitat

Es ist aber auch so dass die Zahl der AM-Hörer von den Kritikern bewusst klein geredet wird.


Dir steht es jederzeit offen, die richtigen Zahlen zu präsentieren.



@ digifreak

Zitat

Über welchen Weg wird denn heute die aktuelle Bundestagsdebatte übertragen? Bingo - über die MW Sender!


Und als Dok&Deb, wie Hunsrücker schon genannt hatte.



@ kokido7

Zitat

Ich kann auf die Frage nach der Hoererzahl keine Antwort geben, weil mir diese Zahl nicht bekannt ist. Ausserdem bestreite ich, dass bei einem oeffentlich-rechtlichen Sender die Hoererzahl ein wesentliches Argument fuer oder gegen seinen AM-Sendebetrieb ist (s. u.).


Eine bestimmte Mindestanzahl an Hörern muß aber auch bei den öffentlich-rechtlichen AM-Sendern gegeben sein um diese zu rechtfertigen.

Wie gesagt, diese AM-Sender wurden gebaut um Massen zu erreichen. Wozu sollen die AM-Sender noch weitersenden, wenn die Massen längst andere Empfangswege nutzen???


Zitat

Ob 10.000.000 oder 100 Hoerer das Deutschlandradio (oder welchen Sender auch immer) auf AM hoeren, die dafuer benoetigte Sendeleistung kostet dem Sender gleich viel und von den Hoerern gibt es ohnehin keine gesonderte "AM-Sendekosten-Erstattung" als Einnahme.


Ganz einfach. Mit dem Geld, daß das Deutschlandradio mit der Einstellung spart, könnte er den verbleibenen 100 Hörern eine Direktleitung aus dem Studio ins Wohnzimmer legen lassen und es käme wohl immer noch billiger.

Auch die Öffentlich-Rechtlichen müssen begründen, was sie mit den Gebührengeldern machen. Und wenn da steht, daß sie mit einem Medium, mit dem sie früher 10 000 000 Leute erreicht haben, heute nur noch 100 Leute erreichen, dann ist das nicht mehr hinnehmbar.


Zitat

Waere die Hoererzahl das wesentliche Kriterium fuer die Rechtfertigung des AM-Sendebetriebs, dann wuerde beispielsweise Radio China International wahrscheinlich nicht sechsmal taeglich je eine Stunde lang auf AM in Esperanto senden.


Da geht es einer Diktatur um Präsenz im europäischen Äther. Das kann man nicht mit einer öffentlich-rechtlichen Grundversorgung vergleichen.

von Kay B - am 27.06.2013 18:49

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
iro
Die wirst Du nicht bekommen und die wird Dir auch keiner liefern können, denn: es gibt sie einfach nicht, sie wird nirgendwo und von niemandem erhoben. Jede Zahl, die Dir irgendwo genannt wird ist reine Spekulation (Hochrechnung aus Rückmeldungen, Schätzung auf welcher Basis auch immer, etc.).

Dann ist es aus meiner Sicht unsachlich dass von einigen hier Zahlen wie "letzte 100 Hörer" in den Raum geworfen werden. Die Zahlen werden wohl auch von Region zu Region sehr unterschiedlich sein: In urbanen Gebieten (Großstädten) wo DAB+ schon sehr verbreitet ist und zudem auf UKW ein gutes Angebot vorzufinden ist, wird wohl kaum jemand auf AM Radio zurückgreifen müssen. Hinzu kommt noch der städtische Störnebel. Auf dem Land wie in meiner Region gibt es aber noch vergleichsweise viele AM Hörer, da bestimmte wichtige Programme (wie DLF) nur mit Störungen bzw. häufigen Aussetzern über UKW/DAB+ empfangbar sind. Würde man den DAB+ Ausbau in den ländlichen Regionen nicht immer weiter nach hinten verschieben, hätte man schon eine Alternative zur MW, aber aktuell ist dies definitiv nicht überall der Fall.

Zitat
2
Genausowenig wie es verlässliche Zahlen zur Satellitenradionutzung gibt. Wobei man dabei allerdings berücksichtigen muss, daß Signale ex-Satellit auch zur Einspeisung in Kabelnetze genutzt werden und die Ausstrahlung wesentlich günstiger ist.

Die Einspeisung der lokalen Programme erfolgt häufig über UKW. Ich glaube nicht dass es Aufgabe der ÖR ist den Kabelnetzbetreibern die ortsunüblichen Programme über Satellit zur Verfügung zu stellen.

Beim Kostenpunkt hast du natürlich recht, die Kosten für die MW/LW Verbreitung betragen ein Vielfaches der Kosten für die Verbreitung via Satellit Astra. Es sollte auch nur ein Beispiel dafür sein dass auch andere Verbreitungswege auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

Zitat
Wasat
Es mögen ein paar 1000 Leute sein. Aber dafür Millionen auszugeben?

Mich stört die Doppelmoral der Sache. Da werden zig neue digitale Spartenkanäle ins Leben gerufen die kaum jemanden ernsthaft interessieren, aber man will es inkauf nehmen dass große Teile der Bevölkerung den DLF nicht mehr empfangen können, um Geld einzusparen.

Damit ein paar Spanier die CL frei empfangen können werden für Millionen von Euro die Europarechte für Fußball-Events eingekauft, aber für die heimische Bevölkerung will man die letzten verbliebenen AM Sender streichen. Darüber sollte man einmal nachdenken.

Zitat
2
Es sind großteils Länder, bei denen die Kurzwelle noch einen Propagandaauftrag erfüllen soll und daher die Kosten egal sind. Dazu kommen ein paar religiöse Anbieter. Und Südkorea sendet deshalb, weil es Nordkorea auch macht.

Bei einigen mag das stimmen, aber EU-Mitglied Rumänien? Indonesien als größte muslimische Demokratie der Welt? Da sollte man nichts verallgemeinern.

Zitat
Kay B
Aber es kommt von euch rein gar nichts außer Schwänke, Urlaubserinnerungen und Legenden von Leuten, die massenhaft ausländische Kurzwellensender hören, daß sich sogar Politiker daran stören sollen.

Ich habe einige stichhaltige Argumente genannt und auch von einigen anderen Usern kamen gute Gründe. Das alles unter den Tisch zu kehren kann auch nicht Teil einer fairen Diskussion sein.

von Hunsrücker - am 27.06.2013 19:15

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
Kay
Ihr weicht ständig der Frage nach der Zahl der AM-Hörer in Deutschland aus. Und das ist nunmal die einzige Rechtfertigungsgrundlage für einen AM-Betrieb.

Du fragst ständig nach der Zahl der AM-Hörer, lieferst aber selbst auch keine außer der Annahme, daß es gar keine gibt... Ich habe weiter oben auch schonmal bemerkt, daß es keine Zahlen gibt! Warum sollte jetzt irgendein Forenteilnehmer hier eine Zahl liefern können...?
KEINER kennt die Zahl der in Deutschland noch vorhandenen AM-Hörer, mit diesen nichtvorhandenen Zahlen lassen sich weder Weiterbetrieb noch Abschaltung der MW/LW-Sender rechtfertigen.
Sehr wohl lässt sich aber eine Abschaltung mit den immensen Betriebskosten rechtfertigen als auch mit der Energieeinsparung.
Wobei die Energieersparnis nur Senderseitig zum tragen kommt, auf Hörerseite verbrauchen die digitalen Empfänger immer noch deutlich mehr Batteriesätze als ein analoger Empfänger - egal ob AM oder FM. Im Notfall kann das entscheidend sein...

Und zu den Betriebskosten zitiere ich mich mal selbst
Zitat
iro, 06. April 2012
153 Donebach (Mudau/Senderstraße) 500/250 389 241,17 x 2/3 = 259494,11
207 Aholming/Königwaldstr.33 (Graswegäcker) 500/250 389 241,17 x 2/3 = 259494,11
549 Nordkirchen Münsterstr. 34 Piekenbrock 100 123 692,66
549 Thurnau/Tannfeld 100 123 692,66
756 Königslutter (Braunschweig) Scheppau Wohld 200 184 240,11
756 Ravensburg-Horgenzell/Wilhelmskirch 1 100 123 692,66
1269 Neumünster/Ehndorf Ehndorfer Moor 300 217 106,32
1422 Heusweiler/Am Sender-Nähe Schwimmbad 400 278 479,12
6190 Berlin-Britz 20 51 505,54 x 4/5 = 41204,43
177 Zehlendorf (Oranienburg) Liebenwalder Str. 500 389 241,17
990 Berlin-Britz/Waldkraiburger Str. 100 123 692,66

macht monatlich 2124030,- EUR
macht jährlich 25488360,- EUR
(nach den Tarifen von MB "mit erhöhter Betriebssicherheit)

Beim DRadio kommen dazu noch die Kosten für 300 UKW-Sender... wenn die mal jemand ausrechnen möchte: nur ran :D
(nur mal ganz grob: bis 0,1 kW UKW sind ab monatlich 1487,50 EUR zu haben, wenn alle 300 UKW-Sender nur diese Leistung haben würden, sind das schon über 5 Mio. EUR pro Jahr...)

Da sind wir also schon bei mindestens 30 Mio. € Sendekosten für die analogen Übertragungswege, was schon mehr als 1/8 des DRadio Gesamtetats von ca. 200 Mio. Euro ausmacht...

Für den Bundesmux habe ich folgende Preisinformationen aus 2009:
1992000 € in Ausbaustufe 4 mit 170 Sendern 56 CU pro Jahr
Das DRadio hat 288 CU, das kostet dann wohl 10.244571 €/Jahr...


Macht also dann im Jahr 2016:
25 Mio. Euro Mittelwelle
mind. 5 Mio (wohl eher 15-25) Mio. Euro für UKW
10 Mio. Euro für DAB
-------
mind. 40 (50-60) Mio. Euro Sendekosten
bei 200 Mio. Euro Gesamtetat.
Es ist also klar, daß da irgendwas entfallen muss und man für nur 10 Mio. Euro die gleiche Abdeckung des Versorgungsgebietes - sogar mit mehr Programmen - erreichen kann wie heute für 50 Mio. Euro...

Noch 'ne Rechnung:
Wenn man jetzt nur noch DAB+ nutzen wurde und AM/FM abschaltet spart man Geld ein...
Ich setze jetzt mal für dieses Rechenbeispiel eine Ersparnis von 40 Mio. Euro pro Jahr an.
40.000.000 € : 50€ (Preis DAB-Radio) = 800.000 DAB-Radios
Einschaltquote DRadios: 3 %
Bundesbürger: 80 Mio.
==> Mit der AM/FM-Sendekosten-Ersparnis von nur 3 Jahren könnte man jedem seiner Hörer ein DAB-Radio schenken...



Zitat
Hunsrücker
Die Einspeisung der lokalen Programme erfolgt häufig über UKW. Ich glaube nicht dass es Aufgabe der ÖR ist den Kabelnetzbetreibern die ortsunüblichen Programme über Satellit zur Verfügung zu stellen.

Gemäß Must-Carry-Regelung haben alle Kabelnetzbetreiber den ARD-Hörfunktransponder einzuspeisen...
(Gut... ohne diesen Transponder gäbe es natürlich diese Must-Carry-Regelung nicht :D Das lasse ich gelten... Ich bin übrigens einer von denen, die diesen nutzen. Viele Freunde des guten Klanges wohl ebenfalls, da dieser von allen von der ARD genutzen Übertragungswegen - Netz-UKW-AM-KabelUKW - tatsächlich die BESTE Übertragungsqualität bietet mit seinen meist 320 kbit/s. Aber: auch dazu gibt es keine Zahlen!)

von iro - am 27.06.2013 19:32

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ Hunsrücker

Zitat

Ich habe einige stichhaltige Argumente genannt und auch von einigen anderen Usern kamen gute Gründe. Das alles unter den Tisch zu kehren kann auch nicht Teil einer fairen Diskussion sein.


Auf dich hatte ich mich auch nicht bezogen. Ich hatte ja sogar nachgefragt, welche Empfangslücken entstehen würden, wenn der DLF in Heusweiler abschaltet, solange noch keine Abdeckung über DAB+ erfolgt und dir zugestimmt.

Was ich als Argumente aber sehr fraglich halte, sind solche Aussagen, wie z.B.:
- Daß massenhaft Urlauber die AM-Ausstrahlungen noch nutzen um Informationen aus der Heimat zu bekommen. --> Da hätten ja Tourismusverbände bei den bisherigen und noch geplanten AM-Abschaltungen längst Sturm laufen müssen und das ganze wäre durch die allgemeine Presse gegangen.
- Daß es so eine hohe Zahl an Kurzwellenhörern in Deutschland geben soll, die sich ihre Meinung aus den Kurzwellendiensten ausländischer Anbieter bilden, sodaß da sogar politischer Handlungsbedarf bestehen soll. --> Dann hätten sich die bestehenden Parteien längst entsprechende Maßnahmen auf die Fahnen geschrieben.



@ iro

Zitat

Du fragst ständig nach der Zahl der AM-Hörer, lieferst aber selbst auch keine außer der Annahme, daß es gar keine gibt...


Wieso auch? Bei den bisherigen AM-Abschaltungen blieben massenwirksame öffentliche Beschwerdewellen aus. Die logische Schlußfolgerung daraus wäre, daß die abgeschalteten AM-Sender keine nennenswerten Hörerzahlen mehr hatten.

Aber manche hier sind ja offenbar der Meinung, daß die AM-Sender noch rege genutzt werden.

Ich habe ja nichts gegen den Weiterbetrieb der AM-Sender, solange wirklich bewiesen werden kann, daß diese auch noch von einem großen Teil der Bevölkerung genutzt werden.


Zitat

Ich habe weiter oben auch schonmal bemerkt, daß es keine Zahlen gibt! Warum sollte jetzt irgendein Forenteilnehmer hier eine Zahl liefern können...?
KEINER kennt die Zahl der in Deutschland noch vorhandenen AM-Hörer, mit diesen nichtvorhandenen Zahlen lassen sich weder Weiterbetrieb noch Abschaltung der MW/LW-Sender rechtfertigen.


Und deswegen können wir uns nur auf die Erfahrungen bisheriger Abschaltungen stützen. Und da haben sich die Beschwerdewellen sehr zurück gehalten.


Zitat

Wobei die Energieersparnis nur Senderseitig zum tragen kommt, auf Hörerseite verbrauchen die digitalen Empfänger immer noch deutlich mehr Batteriesätze als ein analoger Empfänger - egal ob AM oder FM.


Das ist jetzt aber eine andere Baustelle, nämlich die Abschaltung des analogen Rundfunks. Hier geht es aber nur um die AM-Sender. Und da bleibt UKW immer noch als sender- und empfängerseitig energiesparendes Übertragungssystem.



@ durchfuxt

Zitat

Wenn Zahlen und massenhafte Zuhörer die einzige Rechtfertigungsgrundlage für ör-Sender sind, dann sollte man mit den Lang- und Mittelwellen auch gleich das DLR Kultur und DRadio Wissen einstellen.....


Und da vermischt du jetzt Inhalte mit Übertragungswegen. Bei den Inhalten sollten die Hörerzahlen bei den Öffentlich-Rechtlichen natürlich nicht das einzige Kriterium sein. Schließlich geht es da um die Erhaltung der Kultur sowie objektive und neutrale Berichterstattung. Läßt man da Inhalte wegen zu niedrigen Hörerzahlen außen vor, dann sind diese Inhalte einfach weg.

Es geht hier aber um die Übertragungswege. Und da kann man energiefressende, kaum mehr genutzte (davon kann man wegen ausbleibender massenhafter Beschwerdewellen bei den bisherigen Abschaltungen wahrscheinlich ausgehen) Übertragungswege nicht so leicht rechtfertigen. Läßt man diesen Übertragungsweg wegen zu niedrigen Hörerzahlen weg, dann gibt es noch verschiedene andere Übertragungswege.

von Kay B - am 27.06.2013 22:27

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat

Bei den bisherigen AM-Abschaltungen blieben massenwirksame öffentliche Beschwerdewellen aus. Die logische Schlußfolgerung daraus wäre, daß die abgeschalteten AM-Sender keine nennenswerten Hörerzahlen mehr hatten.

EINE mögliche, aber nicht unbedingt DIE logische Schlussfolgerung wäre...
Bislang kennen wir dazu ja auch nur ein paar genannte bzw. an die Öffentlichkeit gedrungene Zahlen. Die ein oder andere Lokalzeitung hat sich des Themas angenommen, für den Rest war das kein Thema - außer es gibt vielleicht mal schöne Bilder von einer Mastsprengung...

Für eine "massenwirksame öffentliche Beschwerdewelle" brauchst Du aber auch ein Medium, die Zeitung interessiert's nicht und sie hat sowieso 'ne eigene Senderkette, der Öffi will abschalten und es ist ihm eigentlich auch egal wer noch zuhört - warum sollte er da überhaupt eine Zahl nennen...

Aber selbst wenn es eine nichtnennenswerte Anzahl von Hörern gewesen sein sollte, sie sich bei den Sendern gemeldet haben: jeder von denen wird eine Alternativmöglichkeit haben, Radio zu hören. Vielleicht ist es dann ein Programm weniger... aber da bleiben sicherlich noch genug andere übrig.
Als Programmhörer vermisse zumindest ich ohne die MW nichts (jedenfalls keinen deutschen Sender) - außer der BBC auf 648/1296 kHz. Die allerdings sehr... :(


Ich bin grad im Netz mal über ein paar Abschaltungsgegnertexte und eine Petition gestolpert
https://www.openpetition.de/petition/online/funkdienst-erhalt-der-analogen-hoerfunkuebertragung
http://ul-we.de/testartikel-2/
wo jeweils darauf hingewiesen wurde, daß "Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein batteriebetriebenes Radio (UKW und MW) nebst Batterien für den Notfall"...
Ist aber wohl bereits veraltet. Das Amt gibt es tatsächlich, und es empfiehlt aktuell
- Ein netzunabhängiges UKW-Radio mit ausreichenden Batterien
- Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte.
Die Behörden haben den AM-Rundfunk für den Katastrophenfall also offensichtlich auch abgeschrieben und halten die UKW-Infrastruktur für ausreichend stabil für jeden Katastophenfall. Andernfalls hätten die sehr wahrscheinlich Einwände vorgebracht (wir sind schließlich in D, da muss immer alles ganz sicher sein)... An den meisten Grundnetzsender-Standorten wird man in der Lage sein, wenigstens ein UKW-Programm auf den Sender zu bringen, so z.B. in Steinkimmen.

von iro - am 27.06.2013 23:52

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ kokido7


Zitat

Da geht es einer Diktatur um Präsenz im europäischen Äther. Das kann man nicht mit einer öffentlich-rechtlichen Grundversorgung vergleichen.


Demnach trifft es also zu, dass - wie ich es ja schrieb - die Hoererzahl nicht unbedingt das wesentliche Kriterium fuer oder gegen den AM-Sendebetrieb sein muss.


Wenn du als diktatorisch geführtes Land das Geld hast, den Äther in anderen Erdteilen mit mehreren 100 KW zu beschallen, ungeachtet dessen, daß wahrscheinlich nur eine handvoll Hörer deinem Dienst zuhören, und du obendrein vor niemandem diesen unverhältnismäßigen Aufwand rechtfertigen mußt, dann kannst du das Kriterium der Hörerzahl natürlich außen vor lassen.

Du könntest dich auch selbst bei RTL oder sonstwo einmieten, ein Programm veranstalten und deinen AM-Gelüsten frönen. Das ist alles kein Problem, solange du den Spaß bezahlst.

Bist du aber eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die mit fremden Geldern wirtschaftet, dann hast du gegenüber den Gebührenzahlern keine Rechtfertigungsgrundlage mehr, teure Verbreitungstechniken, die nur noch von einer sehr kleinen Anzahl an Hörern genutzt werden, weiter zu betreiben.


Zitat

Es sind nun mal Politiker, die bei oeffentlich-rechtlichen Sendern darueber entscheiden, ob sie weiter in Amplitudenmodulation senden oder nicht.


Ich würde mal eher sagen die Rundfunkräte. Diese Entscheidungen fielen aber offenbar aufgrund der fehlenden Verhältnismäßigkeit zwischen den Kosten und den Hörerzahlen bei AM-Ausstrahlungen. Das hat mit politischen Interessen nichts zu tun.


Zitat

Also ist es durchaus angebracht, dass ich legale Moeglichkeiten aufzeige, Politiker dazu zu bringen, in meinem Interesse zu handeln (selbst wenn solche Moeglichkeiten nur geringe Erfolgsaussichten haben).


Das steht dir alles frei.


Zitat

Es wird niemandem gelingen, mich davon zu ueberzeugen, dass ich die AM-Abschaltung befuerworte; denn: Eine AM-Abschaltung bringt mir keine Vorteile, sondern Nachteile.


Hier geht es nicht darum, irgendjemandem irgendwelche Meinungen aufzuzwingen. Hier geht es darum, sachlich zu diskutieren.

Du kannst gerne in deinem "AM-Universum" leben. Das steht dir alles frei.

Die damaligen Programmanbieter Mega Radio und Truck Radio, die auf Mittelwelle trotz sehr interessanter Inhalte kläglich scheiterten, sowie die durch Deutschland und teilweise andere Länder seit einigen Jahren ziehende AM-Abschaltwelle, die bisher ohne massenwirksame Beschwerdewellen geblieben ist, sprechen jedoch für sich.

von Kay B - am 28.06.2013 15:30

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
Kay B
Was ich als Argumente aber sehr fraglich halte, sind solche Aussagen, wie z.B.:
- Daß massenhaft Urlauber die AM-Ausstrahlungen noch nutzen um Informationen aus der Heimat zu bekommen. --> Da hätten ja Tourismusverbände bei den bisherigen und noch geplanten AM-Abschaltungen längst Sturm laufen müssen und das ganze wäre durch die allgemeine Presse gegangen.
- Daß es so eine hohe Zahl an Kurzwellenhörern in Deutschland geben soll, die sich ihre Meinung aus den Kurzwellendiensten ausländischer Anbieter bilden, sodaß da sogar politischer Handlungsbedarf bestehen soll. --> Dann hätten sich die bestehenden Parteien längst entsprechende Maßnahmen auf die Fahnen geschrieben.

Auch wenn ich ein Kritiker der derzeitigen Abschaltwelle bin, so muss ich dir in diesem Punkt zweifellos zustimmen, da solche Argumente haltlos sind und in einer öffnentlichen Debatte wohl eher belächelt würden als dass sich damit die AM Verbreitung rechtfertigen ließe.

Es gibt genügend andere stichhaltige Argumente für eine Verlängerung einiger AM-Ausstrahlungen um wenige Jahre (bis 2017/18, sofern der DAB+ Ausbau sich nicht weiter verzögert).

Mein Modell wäre folgendes:

Langwellen --> abschalten, da nur wenige mobile Geräte (Autoradios etc.) LW empfangen können, jedoch vor allem für die Mobilversorgung die AM Ausstrahlungen erforderlich sind. Jeder wird entweder eine Außen-/Dachantenne, Kabelradio, Sat-Radio oder Webradio zuhause besitzen und über mindestens einen der Verbreitungswege den DLF stationär in annehmbarer Qualität auch ohne LW/MW empfangen können.

MW Gleichwellen 549 und 756 --> abschalten, da die versorgten Gebiete weitgehend mit UKW/DAB+ des DLF gut versorgt sind

MW 1269 und 1422 --> bis mindestens 2017/18 laufen lassen, da in diesen Gebieten viele Regionen liegen in denen weder über DAB+ noch UKW der DLF mobil hinreichend empfangbar ist. In diesen Regionen sollte der DAB+ Ausbau bevorzugt stattfinden, damit bei gutem Fortschritt das Geld für die MW Verbreitung eingespart werden kann. Aber nur bei gutem Fortschritt.

Zitat
Wasat
Man ist dabei bereit, vom Anspruch einer flächendeckenden Versorgung abzurücken, wenn dies verhältnismäßig ist. Es reicht eben dem DLF, 80% der Fläche mittels UKW & DAB zu versorgen und dabei 95% der Bevölkerung zu erreichen. Die restlichen 5% haben eben Pech, in der Peripherie zu wohnen

Da bin ich grundsätzlich anderer Meinung: Warum haben die Menschen in urbanen Gebieten ein Vorrecht auf mobilen DLF Empfang, obwohl alle Bürger den gleichen RF Beitrag zahlen müssen. Gerade eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt sollte den Anspruch haben tatsächlich alle Menschen zu erreichen, da sie von allen finanziert wird. Wenn ich durch das UKW Band drehe passiert es oft genug dass KEIN EINZIGES WORTPROGRAMM darunter ist. Bis auf wenige Klassiksender besteht das UKW Band nur noch aus Dummfunkern - zumindest hier auf dem Lande. Die Rettung sollte DAB+ lauten, aber das bietet hier noch keinen Empfang. Einziger Ausweg ist somit die Mittelwelle mit dem rettenden Ufer DLF - und genau das soll nun bald wegfallen? Vielleicht würdest du mich besser verstehen wenn du auf dem Land wohnen und dich den ganzen Tag mit Dummfunkern rumschlagen müsstest. Da kann eine DLF-MW noch sehr wichtig sein.

von Hunsrücker - am 28.06.2013 18:39

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ iro

Zitat

Duden: massenwirksam = eine starke Wirkung auf breite Schichten der Bevölkerung ausübend


Genau. Das müßte es schon durch alle Gesellschaftsschichten einen Aufschrei geben um die AM-Ausstrahlungen zu erhalten. Der blieb aber bisher aus.


Zitat

Die AM-Abschaltwelle in Deutschland und Europa hat aber teilweise andere Gründe.
Nämlich massenhafte Beschwerdewellen aufgrund von Elektrosmog befürchtenden Bürgern, die sich erst ein Grundstück neben dem Sender kaufen und dann den Nachbarn rausklagen...


Es scheint aber so, als ob die Beschwerden seitens der Anwohner erst anerkannt werden, wenn die Abschaltung der Sendeanlage sowieso schon angeordnet ist.

In Wachenbrunn haben sich die Anwohner 23 Jahre lang öffentlich gegen die Sendeanlage gewehrt. Ohne, daß es bei der Telekom oder der Stimme Russlands jemanden gejuckt hat. Und da war es nicht mal so, daß die Bürger hin zur Sendeanlage gebaut haben, sondern sie die Sendeanlage aufeinmal hinter ihre bestehenden Häuser gesetzt bekamen. Da hatte zu DDR-Zeiten keiner danach gefragt.

Und jetzt in Marnach finden die Stimmen der Anwohner auch aufeinmal Gehör, nachdem die Abschaltung sowieso beschlossen ist.




@ Wolf Sch

Zitat

Deine Meinung teile ich aus mehreren Gründen nicht.

Ob Hörer die Mittelwelle nutzen hängt davon ab, welches Programm dort gemacht wird und welche Prioritäten darin eingebettet sind.
Beispiel WDR 720 kHz: große Akzeptanz, da VERA und Fußballsondersendungen hier ausgestrahlt werden. Es wird auch im UKW-Programm immer wieder auf die Mittelwelle hingewiesen.


Ja, wenn die AM-Ausstrahlungen noch rege genutzt werden, und das soll beim WDR ja der Fall sein, dann sind sie natürlich auch gerechtfertigt. Keine Frage.


Zitat

Welche Rechtfertigungsgrundlage gegenüber dem Gebührenzahler gibt es denn, wenn man teure Shows (wie „Wetten Das?“) produziert oder millionenschwere Fußballspieler noch reicher macht (aus GEZ Gebühren)?


Da sind wir einer Meinung. Ich habe mich ja über die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren, aus meiner Sicht sehr zweifelhaften Angeboten, wie z.B. die ganze, mehrfache Hausfrauenberieselung, diese Talk-Marathons, diese Probleme-der-Oberschichten-Serien, die überteuerten Sportübertragungen und eben solche Show, wie Wetten dass..., wo Stars für ihre neuen Projekte kräftig Werbung machen und dafür noch kräftig Gebührengelder einstecken, schon öfters ausgelassen. Aber das wird hier jetzt zu off topic.




@ hegi_ms

Zitat

Leider war die Frequenz 594 kHz alles andere als interferenzfrei. Sie wurde von zwei Sendern benutzt: Weiskirchen bei Frankfurt/M für den Rhein-Main-Raum und "Hoher Meissner" bei Kassel, damit Kay B. Westradio auf Mittelwelle hören konnte.


Der konnte und kann Bayern 1 bis 5 sowie Antenne Bayern auf jeweils fünf UKW-Ortssenderfrequenzen und die HR-Programme auf jeweils drei UKW-Frequenzen empfangen.

Du wirst doch jetzt nicht herkommen und meinen, man müsse die AM-Ausstrahlungen aufrechterhalten um damit die neuen Bundesländer zu versorgen??? :eek: Dann kann man dich ja echt nicht mehr ernst nehmen.




@ Thomas (Metal)

Zitat

Alles ist bekanntlich zu teuer, alles muß auf den Prüfstand und dieser heißt Markt. Nur das ist für alle gerecht und dabei kommen tragfähige Lösungen raus.


Sind die echt so krass drauf? Daß öffentlich-rechtliche und staatliche Einrichtungen auf den Prüfstand müssen ist keine Frage, da die nach dem gesellschaftlichen Stand der 1950er Jahre ausgerichtet sind (Glaube an ein unbegrenztes wirtschaftliches und gesellschaftliches Wachstum). Aber der Markt als Prüfinstrument??? Wer denkt sich denn so einen Käse aus??? Da könnten wir ja gleich wieder die Gesellschaftsordnung der Industriellen Revolution einführen.

von Kay B - am 28.06.2013 23:15

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ hegi_ms

Zitat

Wann und wo habe ich das behauptet?


Indirekt hier:

Zitat

Leider war die Frequenz 594 kHz alles andere als interferenzfrei. Sie wurde von zwei Sendern benutzt: Weiskirchen bei Frankfurt/M für den Rhein-Main-Raum und "Hoher Meissner" bei Kassel, damit Kay B. Westradio auf Mittelwelle hören konnte.


Das liest sich so, als könnte man in den neuen Bundesländern die Radiosender der alten Bundesländer nur dank der Mittelwelle hören. Oder was sollte dieser Kommentar sonst bedeuten?


Zitat

Eine Diskussion mir dir ist ohnehin nicht mehr möglich.


Ich bin schon fast seit Bestehen dieses Forums hier dabei und konnte bisher immer mit vielen anderen Mitgliedern sachliche Diskussionen führen und das war oft auch sehr bereichernd.

Seit einigen Jahren wird es hier aber immer TROLLiger, und zwar so extrem, daß sich schon einige, sehr wertgeschätzte "Gründungsmitglieder", mit denen man sich echt gut unterhalten konnte, hier aus dem Forum zurückgezogen haben.

Und es scheinen hier auch zunehmens Leute mit einem radiozentrischen Weltbild unterwegs zu sein, für die das ganze kein Hobby, sondern schon Fanatismus zu sein scheint.


Ich habe wie gesagt nichts gegen AM-Ausstrahlungen, wenn diese auch noch rege genutzt werden.

Aber mit solchen Leuten, die meinen, Radio ohne AM darf einfach nicht sein, und die nicht begreifen, daß Sendeanlagen nicht zu ihrer persönlichen Bespaßung und Erhaltung ihrer Kindheitserinnerungen, sondern zur Versorgung sehr großer Menschenmassen da sind (und dementpsrechend überflüssig werden, wenn sie das nicht mehr tun), werde ich wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen.




@ digifreak

Zitat

Zum heutigen Zeitpunkt, nach Abschaltung der div. MW-Sender in DL, ist die 594 kHz am Tage und vor allem während der Dunkelheit am wenigsten interferenzbelastet. Deshalb die Frage wann die international koordinierten Nutzungsrechte auslaufen.


Die Frage wird sich wahrscheinlich erst stellen, wenn sich Nachnutzer für die Frequenz oder den Frequenzbereich generell gefunden haben.




@ Wasat

Wie ist das eigentlich mit NPR und PBS in den USA? Die wären ja unter dem "europäischen Modell" einzuordnen. Die finanzieren sich doch aber durch Spenden und Sponsoren. Oder bekommen die auch noch vom Staat Gelder?

Gerade bei NPR werden die Sponsoren ja immer vorgelesen. Da stellt sich die Frage, in wie weit die Sponsoren Einfluß auf das Programm haben. Man könnte ja meinen, daß es leicht wäre, schlechte Presse bei NPR zu vermeiden, indem man als Sponsor dort einsteigt. Oder sind Finanzierung und Programmgestaltung bei NPR und PBS klar abgegrenzt?

von Kay B - am 30.06.2013 01:14

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ Wasat

Zitat

NPR ist jedoch keine öffentlich-rechtliche Anstalte, sondern die Situation ist mit der freier Radios bei uns vergleichbar.


Ah, danke. Und mit PBS wird es dann genau so sein, oder? Und läuft die Finanzierung wirklich nur über Spenden und Sponsoren ab?


Zitat

Eher ist es der verzweifelt Versuch, vom Radio, wie man es früher kannte, noch etwa zu retten.


Ja, aber das scheint bei einigen hier schon in Fanatismus überzugehen.




@ hegi_ms

Zitat

Eigenzitat: " ... und 'Hoher Meissner' bei Kassel, damit Kay B. Westradio auf Mittelwelle hören konnte." "Konnte" ist der Imperfekt von "können", und "können" bedeutet nicht "müssen".


Mir erschließt es aber immer noch nicht, was in der Antwort auf digifreaks Frage der Kommentar "damit Kay B. Westradio auf Mittelwelle hören konnte" soll.

Was willst du damit sagen, wenn nicht, daß die Mittelwelle zur Versorgung der neuen Bundesländer mit "Westradio" notwendig gewesen sei?


Zitat

Auch hier gilt der oft zitierte Satz: Ich bin für das verantwortlich, was ich schreibe, und nicht für das, was du daraus liest. Ich habe diese Behauptung nicht aufgestellt.


Was aber immer noch nicht erklärt, was dieser Kommentar in der Antwort auf digifreaks Frage sollte.


Zitat

Ja, wenn wir dich nicht hätten ...


Und was soll das jetzt heißen?


Zitat

"Und es scheinen hier auch zunehmens Leute mit einem radiozentrischen Weltbild unterwegs zu sein für die das ganze kein Hobby, sondern schon Fanatismus zu sein scheint."

... sagt Kay B. um 03:14.


Ja, genau das sage ich. Denn dieser ganze Radiokram ist nur ein Hobby und mehr nicht! Und wenn der ganze Radiokram irgendwann mal durch andere Medien ersetzt werden sollte, dann gibt es noch Millionen anderer Hobbies!

Es scheint aber Leute zu geben, die sich irgendwie nicht damit abfinden können, daß man mit einer Spule, einem Kondensator, einer Diode und einem Lautsprecher keine deutschen Sender mehr hören kann oder der geliebte Weltempfänger im Ausland keine deutschen Sender auf AM mehr empfängt.

Wasat hat es ja mit den Dampfloks so schön beschrieben. Da gibt es offenbar auch Leute, die mit Dampfloks groß geworden sind uns sich einfach nicht damit abfinden können, daß es Loks mit anderen Antriebstechniken gibt.

Das sind dann eben solche Fanatiker. Es muß alles so bleiben, wie sie es kennengelernt haben, und es darf sich bloß nichts ändern.


Zitat

Abgesehen davon, dass niemand die absurde Behauptung aufgestellt hat, Sendeanlagen müssten weiter betrieben werden, um Kindheitserinnerungen zu bewahren (...)


Sondern??? Wenn AM-Sender nur noch durch eine äußerst geringe Hörerschaft genutzt werden (Mega Radio, Truck Radio sowie die ausbleibenden großen Beschwerdewellen bei den bisherigen Abschaltungen haben es ja bewiesen), es aber eine kleine Gruppe von Leuten gibt, die auf einen Weiterbetrieb der AM-Sender beharren, dann können in dieser kleinen Gruppe ja nur persönliche Motive dahinter stecken.

Würden durch die Abschaltungen der AM-Sender öffentliche Interessen massiv verletzt, hätte es schon mehrfach landesweite Aufschreie gegeben, die durch die Medien wie die Sau durch's Dorf getrieben wurden. Denn gerade die Boulevard-Medien sind für jedes Fressen dankbar.


Zitat

Keiner zwingt dir andere Auffassungen auf (...)


Habe ich das hier jemals kritisiert, daß mir jemand seine Auffassungen aufzwingen will???


Zitat

(...) und es ist dein, aber auch aller anderer gutes Recht, nicht auf einen "gemeinsamen Nenner" zu kommen.


Ja, das zweifelt ja hier auch keiner an.


Zitat

Ständiges Nachtreten nach dem Motto "solche Leute sind zu dumm, meine Argumente einzusehen" ist ein sehr schlechter Diskussionsstil.


Und wer hat das gesagt???

Wie gesagt, du kannst gerne in deinem "AM-Universum" leben. Damit dürfte keiner ein Problem haben. Bisher deutet aber alles darauf hin (siehe Mega Radio, Truck Radio und die ausbleibenden großen Beschwerdewellen bei den bisherigen Abschaltungen), daß diese Bereiche in Deutschland keine Rolle mehr spielen. Du kannst das natürlich gerne anders sehen.


Zitat

Wie wäre es denn mit einem eigenen Forum, in dem du dich, frei von "solchen Leuten", mit "Wertgeschätzten" gut unterhalten kannst, d.h. auf einen dir genehmen gemeinsamen Nenner kommst?


Gibt's doch schon seit Jahren. :-) Das wurde extra von einem Alteingesessenen dieses Forums gegründet, weil dieses Forum hier immer TROLLiger wurde. Ist nicht "mein Forum" und ob da alle auf dem gleichen Nenner sind, weiß ich jetzt nicht, aber bisher ging es dort eigentlich immer sachlich und respektvoll zu.

von Kay B - am 30.06.2013 13:46

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Es ist vollkommen egal, welche Argumente ihr zugunsten von KW, MW und LW anführt. Sie sind ohne Relevanz.

Auslandsversorgung? Im Auftrag der Bundesländer? Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

Versorgung von Schiffen in Nord- und Ostsee? Im Auftrag der Bundesländer? Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

Empfang in Bundesländern, die nicht zum definierten Versorgungsgebiet gehören? Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

Lückenschluss für mit UKW schlecht versorgte Gebiete? Unwirtschaftlich, da kaum Hörer nachweisbar sind (sagt die KEF).

Das gilt für Landersrundfunkanstalten und das von den Ländern beauftragte Deutschlandradio (DLF, D Kultur). Der Bund hat mit all dem nichts zu tun.

Zitat

Staatsvertrag
über die Körperschaft des öffentlichen Rechts
"Deutschlandradio" (Deutschlandradio-Staatsvertrag / DLR StV)
vom 17. Juni 1993,
in der Fassung des Fünfzehnten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge
(Fünfzehnter Rundfunkänderungsstaatsvertrag)
in Kraft seit 1. Januar 2013
Das Land Baden-Württemberg,
der Freistaat Bayern,
das Land Berlin,
das Land Brandenburg,
die Freie Hansestadt Bremen,
die Freie und Hansestadt Hamburg,
das Land Hessen,
das Land Mecklenburg-Vorpommern,
das Land Niedersachsen,
das Land Nordrhein-Westfalen,
das Land Rheinland-Pfalz,
das Saarland,
der Freistaat Sachsen,
das Land Sachsen-Anhalt,
das Land Schleswig-Holstein und
der Freistaat Thüringen
schließen nachfolgenden Staatsvertrag: [...]

§ 1 Rechtsform, Name, Sitz

(1) Die Länder errichten die gemeinnützige rechtsfähi-
ge Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Na-
men "Deutschlandradio". Mitglieder der Körperschaft
sind die in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-
rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik
Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landes-
rundfunkanstalten und das Zweite Deutsche Fernsehen
(ZDF). Die Aufnahme weiterer Mitglieder ist nicht
zulässig.

(2) Die Körperschaft hat das Recht der Selbstverwal-
tung im Rahmen der nachfolgenden Bestimmungen.

(3) Die Körperschaft hat ihren Sitz in Köln und in
Berlin. Der Intendant, die dazugehörende Verwaltung
und der für den Gerichtsstand maßgebliche Sitz der
Körperschaft befindet sich in Köln. Die Körperschaft
betreibt programm- und produktionsgerecht gleichge-
wichtige Funkhäuser in Berlin und Köln.

§ 3 Technische Übertragungskapazitäten

(1) Die am 1. Juli 1991 genutzten Frequenzen und
Satellitenkanäle des Deutschlandfunks, der Programme
von RIAS 1 und DS Kultur stehen der Körperschaft zu.
Sie hat hierüber sowie über weitere zur Verfügung
stehende Übertragungskapazitäten ein Nutzungskon-
zept mit dem Ziel zu erstellen, eine bundesweit mög-
lichst gleichwertige terrestrische Verbreitung für beide
Programme zu erreichen. Weitere Übertragungskapazi-
täten können nach Maßgabe des Landesrechts zuge-
ordnet werden, ohne dass den Programmen der Körper-
schaft nach diesem Staatsvertrag ein Vorrang zukommt.

(2) Die Körperschaft ist berechtigt, die Zuordnung von
Satellitenkanälen an sie nach § 51 Abs. 2 Rundfunk-
staatsvertrag zu beantragen; § 51 Abs. 3 Rundfunk-
staatsvertrag gilt für die Körperschaft entsprechend.

§ 29 Finanzierung

Die Körperschaft wird aus Mitteln des Rundfunkbei-
trags gemäß den Bestimmungen des Rundfunkfinanzie-
rungsstaatsvertrages finanziert. Sie deckt im Übrigen
ihre Ausgaben durch sonstige Einnahmen.

§ 30 Haushaltswirtschaft

(1) Die Körperschaft ist in ihrer Haushaltswirtschaft
selbständig, soweit dieser Staatsvertrag nichts anderes
bestimmt oder zulässt.

(2) Die Haushaltswirtschaft richtet sich nach der Fi-
nanzordnung, die der Verwaltungsrat erlässt. Der
Haushalt ist nach den Grundsätzen der Sparsamkeit
und der Wirtschaftlichkeit aufzustellen.


Bei "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit" kommt die KEF ins Spiel.

von Manfred Z - am 28.02.2014 17:25

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

@ wolfgangF

Zitat

Ich plädiere aber für eine noch staats- bzw. parteifernere und dafür noch pluralistischere Organisation der ÖR-Gremien (...)


Daran stört mich halt, daß das dann offenbar eine hausinterne Überwachung wäre und dann letztendlich die Öffentlich-Rechtlichen noch ungezwungener mit den Gebührengeldern umgehen könnten.



@ DigiAndi

Zitat

arte, 3sat, Phoenix, KiKa, tagesschau24, große Teile der Dritten Programme... - "überwiegend nicht öffentlich-rechtlich" würde ich das nicht nennen.


3sat und arte (sowie zdf kultur) wären zusammenfaßbar; tagesschau24 und Phoenix ebenfalls. Effektiv also nur zwei öffentlich-rechtliche Programme mit wirklich öffentlich-rechtlichen Inhalten.

Die dritten Programme sind mit Kaffeekränzchensendungen und endlosen Wiederholungen aus dem ARD-Hauptprogramm gefüllt. Bleiben meist nur die regionalen Nachrichtensendungen. Da kamen die dritten Programme inhaltsmäßig in den 1990er Jahren mit den Bildungsprogrammen noch eher an ein öffentlich-rechtliches Programm ran.



@ Manfred Z

Zitat

Ihr seid inzwischen völlig OFF TOPIC.


Wenn man sich das Finanzgeschehen bei den Öffentlich-Rechtlichen ansieht (und das ist ja mit einer der Aufreißer für die Einstellung der Lang- und Mittelwellenverbreitung) kommt man da leider nicht ganz drum herum.


Zitat

Zitat
Kay B
... das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen mit seinen überwiegend nicht-öffentlich-rechtlichen Inhalten betreibt ...

(...) ein Widerspruch in sich.


Ja, aber genau so ist es leider. Auf der Verpackung steht etwas ganz anderes, als eigentlich drin ist.


Zitat

Aus dem Rundfunkstaatsvertrag (...)


Hast du ja schön zitiert. Aber der Knackpunkt dabei ist, daß einige Punkte da offenbar einen immens hohen Interpretationsspielraum zulassen, sodaß die Öffentlich-Rechtlichen eben haufenweise öffentliche Gelder für diesen Senioren-Hausfrauen-Koch-Soap-Krimi-Talk-und-sauteuren-Sportmist verprassen können.

Beispiele:

Zitat

§ 2 Begriffsbestimmungen

16. unter Bildung insbesondere Folgendes zu verstehen: (...) Alltag und Ratgeber (...)


--> Demnach wären dann die unzähligen Koch-, Gesteckbastel- und Kaffeekränzchensendungen Bildung! :mad:


Zitat

17. unter Kultur insbesondere Folgendes zu verstehen: (...) Fernsehspiele, Fernsehfilme
(...)


--> Aha, dann sind die ganzen Soaps, immergleichen Krimis und Schmalzserien über die emotionalen Probleme irgendwelcher Oberschichten also Kultur? :mad:


Zitat

Shows


--> Müssen dafür aber unbedingt irgendwelchen Stars, die bei Wetten dass... ihren nächsten Film promoten und etwas rumlabern, haufenweise Gebührengelder in den Allerwertesten geschoben werden? :mad:


Zitat

Talk-Shows


--> Mit irgendwelchen überbezahlten Talk-Mastern! Hauptsache das Gesicht ist bekannt! :mad: Gerade hier hätten die Öffentlich-Rechtlichen die Möglichkeit, mal richtig investigativen Journalismus zu betreiben, indem man da mal richtige Journalisten durch die Talkshow führen läßt, und dabei dann tiefgründig auf Themen eingeht, die in den Nachrichten nur angerissen werden. Aber stattdessen hat man irgendwelche überbezahlten Talk-Kasper die zwar einen einfühlsamen und betroffenen Gesichtsausdruck vorgauckeln können, jedoch um das Thema nur drumerhum labern. :mad:


Kurz gesagt: Unsere Öffentlich-Rechtlichen legen den Rundfunkstaatsvertrag so aus, daß sie Programme veranstalten, die der privaten Konkurrenz möglichst hinterheräffen. Und für sowas braucht es kein öffentlich-rechtliches Fernsehen! :mad:

von Kay B - am 05.03.2014 07:00

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
Staumelder
Gibt es eigentlich einen Notfallplan für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall?


Es gibt sogar verschiedene Notfallpläne für ganz unterschiedliche Arten von Notfällen. Von Hochwasser über Atomunfall und Erdbeben bis hin zum Satellitenabsturz... In allen spielt Radio eine große Rolle, bei der Suche grad eben enthielten aber nur einige davon auch die Angabe eines Empfangsweges. Im ganz offiziellen vom "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe" wird ausschließlich auf UKW verwiesen (aber ein Radio auch mit MW empfohlen), in einigen anscheinend älteren Plänen wird auch noch die MW angegeben, in einem privaten gar die KW. Nur von LW ist nirgendwo die Rede.

Zitat
Notfallplan Stendal (Hochwasser)
Informationsquelle Radio
Eine großflächige Katastrophe - wie z.B. Hochwasser - kann dazu führen, dass Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abgeschnitten werden. Nur über Rundfunk können dann lebenswichtige Informationen die Hilfebedürftigen erreichen. Oft ist aber auch die Stromversorgung in Katastrophengebieten nicht mehr gewährleistet, dann fällt auch ein netzbetriebenes Radio aus. Viele Rundfunkgeräte können aber sowohl über Netzanschluss als auch mit Batterien betrieben werden. Damit Sie auch bei Stromausfall noch informiert werden können, ist ein solches Rundfunkgerät mit UKW- und Mittelwellenempfang besonders wichtig. Dazu gehören natürlich auch die für den Batteriebetrieb erforderlichen Reservebatterien. Tipps für die Vorratshaltung: Sie benötigen ein Rundfunkgerät mit UKW und Mittelwelle, auch für Batteriebetrieb geeignet. Die Haltbarkeit von Batterien ist begrenzt. Legen Sie sich einen Vorrat an und entnehmen Sie diesem Vorrat die Batterien, die Sie benötigen, aber ergänzen Sie den Vorrat immer wieder durch Neukäufe. Gute Markenbatterien haben eine Haltbarkeit von zwei Jahren, Herstellungs- und Haltbarkeitsdatum ist auf Batterie oder Verpackung erkennbar. Trockenbatterien mit Silizium sind unbegrenzt lagerfähig. Der Fachhandel gibt darüber Auskunft.


Zitat
Notfallplan Atomunfall Baden-Wü.
3) Informationen über Rundfunk, Fernsehen und Videotext
Die Rundfunkdurchsagen erfolgen über die Sender, auf denen Sie auch Verkehrsdurchsagen empfangen können (Südwestrundfunk - SWR -, Privatsender). Die Durchsagen werden der aktuellen Situation angepasst und wiederholt. Lassen Sie Ihr Radio deshalb auf Empfang, auch wenn Sie nicht sofort Warnmeldungen hören.
Zusätzlich können Sie diese Informationen auch über Videotext abrufen. Schalten Sie dazu Ihr Fernsehgerät auf das Fernsehprogramm des SWR und wählen Sie dann die Videotextseiten
196 ff. Dabei sind Sie nicht wie bei den Rundfunkdurchsagen an bestimmte Zeiten gebunden


Zitat
GFZ Potsdamm: merkblatt_erdbeben_0209.pdf
• Schalten Sie Ihr Kofferradio ein und verfolgen Sie die Meldungen und Anweisungen des Katast-rophendienstes!


Hier noch ein recht brauchbarer Notfallplan von privater Seite: http://www.rabenseiten.de/haushalt/krise.htm
Dort heißt es gar:
Zitat

Kommunikations- und Transportmittel
Ein Radio mit Kurz- und eventuell Mittelwellenempfang, das mit Batterien läuft. Mehrere frische Batterien für dasselbe. Merke dir, welcher Radiosender Notfallnachrichten sendet. Wo wir wohnen, ist das der SWR.


Und das ist der ganz offizielle vom entsprechenden Bundesamt: http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Ratgeber_Brosch.pdf?__blob=publicationFile

Zitat

Warnmeldungen ernst nehmen
Hochwasser oder heftiger Schneefall mit Lawinen können dazu führen, dass Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abgeschnitten werden. Informationen und Warnmeldungen sind überlebenswichtig.
Oftmals sind die Eingeschlossenen nur über Rundfunk, Fernsehen oder Internet erreichbar. Fernseher und Internet funktionieren aber nur mit Strom, der möglicherweise auch ausfällt. So bleibt nur das Radio als Hauptwarnmittel. Haben Sie deshalb immer ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät mit UKW- und Mittelwellenempfang und Reservebatterien oder ein Kurbelradio im Haus.

Sie brauchen ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät oder ein Kurbelradio mit UKW- und Mittelwellenempfang. Auch ein Solarradio oder Autoradio kann benutzt werden. Es gibt auch Kurbelradios mit USB-Anschluss zum Aufladen von Handys.
Halten Sie ausreichend Batterien bereit. Denken Sie daran, dass auch Batterien nicht unbegrenzt haltbar sind. Brauchen Sie die Batterien auf und wechseln Sie sie regelmäßig aus.
Achten Sie darauf, dass Sie die passenden Batteriegrößen vorrätig haben. Eine Checkliste zum Radio finden Sie in der Mitte der Broschüre!
Mit einem Mobiltelefon hat man natürlich die Möglichkeit sich zu informieren. Bitte denken sie daran, dass bei Stromausfall auch Mobiltelefone nur noch kurze Zeit verfügbar sind. Mit einem Kurbelradio kann man auch bei Stromausfall und fehlenden Batterien Warnmeldungen empfangen.

Zitat

Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio (UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät ein.
(...)
Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte.


Und die kleine Version davon unter: http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile
dort heißt es nur kurz in der Checkliste:
Zitat

Rundfunkgerät mit UKW- und Mittelwellenempfang, für Batteriebetrieb geeignet oder ein Kurbelradio


von iro - am 03.09.2014 11:43

Re: ARD und DRadio stellen 2014 MW/LW Verbreitung ein?

Zitat
Scrat
Es wird kein Ende von DAB+ in Deutschland mehr geben, alles andere wäre Geld- und RessourcenverschwendungHauptstadtflughafen

Einen Abschaltplan kann man doch schnell erstellen (zwischen 2025 und 2030) und dann bei Bedarf, den wir in unserem Schnarchnasenland sicher haben werden, verzögern.


Dumm nur, dass selbst die ARD uneins über eine UKW-Abschaltung ist. Auf der IFA hat der NDR es abgelehnt, einen UKW-Abschalttermin zu benennen. Die KEF wird ohne Einigung der ARD die Gebührenmittel für DAB+ eiskalt abdrehen. Die haben da wenig Skrupel.

Zitat

Unterschiedliche DAB+-Strategien innerhalb der ARD wurden beim traditionellen IFA-Pressekolloqium PTKO deutlich. So findet NDR-Intentant und ARD-Vorsitzender Lutz Marmor einen UKW-Abschalttermin „nicht sinnvoll“. Besser wären allgemeine Kriterien wie ein Marktanteil des DAB+-Empfangs oder des Geräteverkaufs. Birgit Spanner-Ulmer, Technikchefin des BR, stellte dem die Frage entgegen, wie lange man sich einen Simulcast leisten könne. Für die WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber ist klar, dass die Programm-Macher mehr tun müssten, um DAB+ zu propagieren und mehr Geräte zu verkaufen. Silvio Studer, Technikchef der schweizerischen SRG, sieht für sein Land und Deutschland nach norwegischem Vorbild eine erheblich steigende Geräte-Nachfrage „wenn es einen Abschalttermin gibt“. Wohl auch unter diesem Aspekt hat die KEF von ARD und D-Radio die Nennung eines konkreten Abschalttermins mit der Genehmigung weiterer Mittel für DAB+ verbunden.
Differenzen gibt es auch bezüglich der BR-Entscheidung, das Jugendradio Puls ab 2018 nur über UKW zu verbreiten. Das lasse die hohe Technikaffinität der Jugendlichen unbeachtet. Spanner-Ulmer stellt das besondere Interesse der Klassikfans an der hohen digitalen Soundqualität dagegen.
Für Peter Blum (Audi) ist indessen klar, dass „in zehn Jahren keiner mehr von UKW redet“. Die Frage sei nicht ob, sondern wann DAB+ sich durchsetze.

Quelle: dehnmedia.info

Außerdem sind etliche Privatsender gegen eine UKW-Abschaltung. Ein Herr Markwort mit besten Verbindungen in höchste Politikerkreise in diesem Lande, lehnt eine zwangsweise Abschaltung für seine UKW-Dudelfunksender kategorisch ab. Der Typ spricht sogar von einer "Diktatur". Da wird es noch etliche Machtkämpfe auf allen Ebenen geben.
Hauptsache der DLF schaltet in 3 Monaten alle seine LW-Sender ersatzlos ab. Viel bescheuerter kann man eine technologische Umstellung in diesem Lande gar nicht durchziehen. Dieses Vorgehen ist in etwa so, als ob SES auf seinen ASTRA-Satelliten die deutschen analogen TV-Sender via Europabeam zu einem Zeitpunkt abschaltet, wo gleichzeitig die digitale Version der Programme nur einem ausgesuchten Publikum via Spotbeam zur Verfügung stehen. Was interessiert mich der Reichweitenverlust, wenn die Zwangsgebühren so oder so gezahlt werden müssen.
Zitat

Markwort lehnt verpflichtendes UKW-Abschaltdatum ab
Der Radio-Unternehmer und ehemalige "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort spricht sich klar gegen ein UKW-Abschaltdatum aus und findet es "nicht in Ordnung", dass der Wettbewerb zwischen UKW und DAB+ "durch Diktatur beendet werden soll". Das sagte er am gestrigen Donnerstag anlässlich der Verleihung des Deutschen Radiopreises, wo er eine Auszeichnung für seinen Verdienst um das Radio in Deutschland erhielt. "Ich denke die Hörer sollen entscheiden wie und mit welchen Geräten sie Radio hören, und nicht eine Zwangsdiktatur", so Markwort. Bei einer UKW-Abschaltung würden 150 Millionen Radios zu Elektroschrott, so Markwort.

Quelle: satnews.de

von transponder - am 06.09.2014 15:36
Zitat
ulionken
Die DW hat sich in der Tat den Ast abgesägt, auf dem sie sitzt - nämlich die weltweite Verbreitung eines Radioprogramms auf Kurzwelle, also über einen "exklusiven" Weg, der nicht wie andere vom Internet, Mobilfunknetzen oder Satellitenausstrahlungen abhängt.

Vollkommen richtig.
Die DW hat eine Bedeutung gegen null.
Außerdem habe ich bisher selten ein Hotelzimmer im ausland gehabt, in dem die DW im Fernsehen ausgekabelt wurde (im Gegensatz zu BBC World).

Zitat
wolfgangF
Klar, die Übertragungsqualität ist eingeschränkt, aber "ineffektiv" ist die Langwellenübertragung nicht, denn mit 500 kW wird nicht nur ganz Deutschland sondern auch das angrenzende Ausland erreicht. Und wenn man keine Werbung für einen Verbreitungsweg macht (die AM-Bereiche werden doch seit Jahren von der ARD totgeschwiegen), dann braucht man sich auch nicht zu wundern, dass dieser nicht mehr genutzt wird. Mit einem sinnvollen Frequenztausch (z.B. 153 und 177) hätte man DKULTUR und DLF per Langwelle schon seit Jahren empfangbar machen können.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass da entweder bewusst eine Entwicklung, die zwar nicht sinnvoll ist, aus welchen Gründen auch immer angstoßen wird, oder aber es ist schlichtweg Inkompetenz bei den Verantwortlichen.

Der große Fehler des DLR war, dass man die Langwellen 153 und 177 nicht getauscht hat. Also 177 neu für DLF und 153 neu für DLR.
Die LW 177 hat im relativ gut ausgebauten UKW-Bereich im Osten und Norden wohl gar nichts groß gebracht. Und die 177 hätte zusammen mit der 207 wohl auch das Land mit dem DLF halbwegs abgedeckt und mit der 153 DLR hätte es im Süden eine starke Frequenz für das ohnehin dürftig per UKW versorgte Gebiet gegeben.

Da war wohl tatsächlich pure Inkomptenz der Grund. Und Besitzstandswahrungsgedanken durch Köln (DLF) gegen die 1994 neu hinzugekommenen Kollegen in Berlin (DLR-Berlin/DLR-Kultur). Rchtig lieben die Kölner ihre Brüder und Schwestern im Osten ja nicht wirklich. Und eine Gerda Hollunder hat es ihnen ja mit ihrem kruden Programm auch richtig leicht gemacht.

Sei es darum. Die LW ist in Deutschland ab 1. Januar 2015 Geschichte. In "Normaloradios" war die ja schon eh nicht groß mehr verbaut.
Und in DAB+-Radios habe ich noch keine LW oder MW gesehen.

Zitat
Zwölf
Welche Abschalttermine von ARD-Anstalten sind denn derzeit bekannt?

Zitat
Manfred Z
Ich kenne keine.

So viel ARD-Sender auf MW gibt es ja nicht mehr. ;-)
BR-Plus, WDR2/Vera, NDR-info und SR-Antenne Saar (und der SR gleich 2 x, denn die 1422 KHz ist an den DLF vermietet und die fällt am 31.12.2015 weg).
Irgendwie überschaubar.
Ich tippe, dass nach der DLF-Abschaltung auf MW am 31.12.2015 auch der BR da das Handtuch wirft.
NDR, WDR und SR keine Ahnung.

von Schwabinger - am 08.12.2014 18:56
Zitat
Reinhold Heeg
Die 177 hat seit 1923 gesendet.


Zur Langwellengeschichte Deutschlands:

1923 begann der offizielle Rundfunk in Deutschland vom Vox-Haus in Berlin auf "Welle 400", also 750 kHz mit 0,25 kW Sendeleistung.

Erste Versuchssendungen begannen aber schon am 22. Dez. 1920 von der Funkstelle des Heeres am Funkerberg in Königs Wusterhausen.

Die Anlage am Funkerberg war seit 1915 in Betrieb hatte 4 Längstwellensender: Telefunken-Löschfunkenseder mit 70 kW (37-86 kHz) und 5 kW (54-177 kHz), 2 Lorenz-Lichtbogensender mit 32 kW und 4 kW, wozu etwas später noch ein 10 kW-Röhrensender kam. Die Rundfunk-Versuchssendungen erfolgten über den Röhrensender und einen Lichtbogensender. Wegen zahlreicher Unzulänglichkeiten der Sendetechnik, welche ja nur für die Übermittlung von Telegraphiesignalen ausgelegt war, bauten die Techniker am Funkerberg einen "Konzertsender" mit 1,5 kW, der auf 111 kHz und 465 kHz zum Einsatz kam.

Die älteste Funkstelle Deutschlands ist jedoch Nauen. Dort begann der Funkbetrieb (Telegraphie) am 16. August 1906. Es stand ein Knallfunkensender mit 10 kW zur Verfügung. 1909 kam ein Löschfunkensender mit 35 kW und 1911 ein weiterer Löschfunkensender mit 80 kW (43-100 kHz) dazu. 1914 war Nauen die größte Funkstation der Welt. Neben dem 80 kW-Löschfunkensender gab es noch einen 130 kW-Maschinensender. In den Folgejahren kamen noch 2 Maschinensender mit je 400 kW dazu. Die benutzten Frequenzen lagen im Längstwellenbereich. So wurden z.B. um 13 Uhr und 1 Uhr Zeitzeichensignale auf 76,92 kHz und 54,55 kHz ausgestrahlt.

Beim Rundfunk ging es in Königs Wusterhausen weiter, als am 7. Januar 1926 der "Deutschlandsender I" mit 20 kW auf 1300 m (= 231 kHz) in Betrieb ging. Aber schon am 20. Dezember 1927 wechselte man nach Zeesen, etwa 3 km südlich des Funkerbergs, wo der "Deutschlandsender II" mit 25 kW auf 240 kHz in Betrieb ging. Am 19. Oktober 1928 wurde die Frequenz entsprechend den internationalen Abmachungen auf 182,5 kHz geändert. 1930 erfolgte die Erhöhung der Sendeleistung auf 32 kW, und am 30. Mai 1932 noch einmal auf 60 kW. 1934 erfolgte eine Frequenzänderung auf 191 kHz.

Am 19. Mai 1939 ging der "Deutschlandsender III" in Herzberg an der Schwarzen Elster mit 500 kW auf 191 kHz in Betrieb. Die Anlage wurde zu Kriegsende durch Bomben schwer beschädigt. Die Reste wurden von den Sowjets abgebaut und die Bauten gesprengt.

Die Langwelle kehrte wieder nach Königs Wusterhausen zurück. Über einen 2,5 kW-Sender wurde ab Juli 1945 auf 283 kHz ein Programm für die russischen Soldaten ausgestrahlt. Im Dezember 1945 folgte die Ausstrahlung des Berliner Rundfunks auf 191 kHz über einen 10 kW-Sender. 1947 wurde dieser Sender durch einen neuen, von den Firmen Lorenz und Telefunken aus Resteilen zusammengebauten 100 kW starker Langwellensender ("Deutschlandsender IV" ) abgelöst. Am 1. August 1952 ging ein zweiter Langwellendsender für das Programm des "Deutschlandsenders" in Betrieb. Der ältere Sender diente bis zur Errichtung eines 200 kW-Langwellensenders in Burg bei Magdeburg Anfang der 1960er-Jahre der Ausstrahlung von "Radio Wolga",

Königs Wusterhausen wurde am 29. September 1959 von Zehlendorf abgelöst (185 kHz, 500 kW über die Dreieck-Flächenantenne, ab 1. August 1962 über die Reusenantenne mit 750 kW).

Im Westen begann man mit der Langwelle wieder, als der NWDR am 8. Mai 1953 über einen 20 kW-Sender in Hamburg auf 151 kHz ausgestrahlt wurde. 1962 wechselt diese Frequenz für den neuen "Deutschlandfunk" in das zentraler gelegene Mainflingen (25 kW, später 50 kW) und 1967 schließlich nach Donebach (70 kW, 1972 mit 250 kW).


Ich hoffe, ich habe keine gröberen Fehler in der Zusammenstellung.

Quelle meiner Daten: Hauptsächlich das Buch "100 Jahre Funktechnik in Deutschland, Funkstellen rund um Berlin", von Gerd Klawitter.

von Wasat - am 01.01.2015 11:32
Zitat
Terranus
Beide Programme - DLF und DLR sind im Grunde Überbleibsel aus der Zeit von vor 1990. Und anstatt man damals mit Konzept die Sender umgestellt und reformiert hätte, wurde halt irgendwie weitergewurschtelt. Ich erinnere mich, dass der DLF in "Deutschland Radio Köln" umbenannt werden sollte, das schob man immer raus, und dann blieb man einfach bei DLF. Der DLF hat dabei zumindest ein gewisses Profil erhalten können, auch wenn die klare Aufgabe, gerade auch die DDR zu versorgen, wegfiel. Deutschlandradio Berlin wurschtelt aber bis heute als ein Allerleiladen vor sich hin...was mit dem Sender eigentlich konkret bezweckt werden soll, was der DLF nicht macht, ist mir nie so richtig klar geworden. Den Sender gibts doch eigentlich nur, weil man RIAS und DS Kultur irgendwie weiterführen wollte. Beides sind Sender im Osten gewesen, und irgendwie hat es der DLF besser geschafft im Osten anzukommen, was er immer schon als Zielgebiet auch hatte, als das DLR im Westen... und genau deswegen wollte der DLF wohl auch keine Frequenzen abgeben im Westen, die haben sich nie so richtig mit dem DLR arrangiert. Aus deren Sicht brauch es die aus Berlin ja eigentlich nicht, der DLF macht doch alles, was die auch machen ;)

Du hast einfach recht.
Zitat
Manfred Z
Der alte Deutschlandfunk war eine Anstalt nach Bundesrecht. Da der Bund im Inland keinen Rundfunk veranstalten darf, wurde der DLF offiziell mit der Versorgung der DDR und des benachbarten Auslands beauftragt. Das geschah damals in erster Linie über den Mittelwellensender Braunschweig mit 800/400 kW auf 548 kHz und die Langwelle 153 kHz, zuätzlich noch Ravensburg auf 755 kHz. Hauptsächlich für die Versorgung bei Dunkelheit kamen dann die Sender Mainflingen 1538 kHz und Neumünster 1268 kHz im oberen MW-Band hinzu, auch für Sendungen in ausländischen Sprachen (Frequenzen bis November 1978).

Nach der Wiedervereinigung konnte dies aus rechtlichen Gründen nicht weitergeführt werden; und so kam es zur Gründung des Deutschlandradios (incl. DLF) per Staatsvertrag aller Bundesländer (analog zum ZDF-Staatsvertrag). Von nun an diente der DLF offiziell der Inlandsversorgung, die Auslandsversorgung war nun offiziell Overspill.

Da seit einigen Jahren stärker auf die Finanzen geschaut wird, hat die KEF MW- und LW-Versorgung bei stark abnehmender Nutzung als unwirtschaftlich deklariert.

Du hast auch recht.

Ich würde aber ergänzen, dass eine Abschaltung des "alten" DLF nie gewollt war. Insbesondere politisch im Westen (und wohl auch in Sachsen).
Ab dem 3. Oktober dann ohne richtigen Auftrag als Weitersenden der Bundesanstalt. Ab 1994 dann mit neuem, oder besser angepassten, Auftrag für das Inland.

Da man zum einen den armen Menschen im Osten nicht alles abschalten und abwickeln wollte ("es bleibt neben dem Ampelmännchen ja auch was im Radio erhalten - es wir niemand schlechter gehen") hat man sich den DSK ausgesucht. Ein relativ harmloser und sich nicht wehren könnender Kandidat, der aus der Stimme der DDR hervorgegangen ist und der -um niemand zu stören, insbesondere die bestehenden Kulturwellen der ARD- den Auftrag "Kultur" machen durfte, bzw. konkret musste.
Und ganz elegant hat man mit dieser Lösung auch ein Jugendkulturradio namens DT64 erfolgreich verhindert.
Das war wohl die größte Glanzleistung für die damaligen Verantwortlichen. Wäre ja noch schöner gewesen, dass ausgerechnet ein "ex-FDJ-Radio", das sich sehr großer Beliebtheit erfreute und auch eine Art "Ostidentität" bot, auch in den demokratisch geprägten Westen hätte expandieren dürfen und dort die vorhandenen Servicewellen der ARD aneckt.

Da man eine Privatisierung auch von rias1 nicht wollte und da man zum anderen aber die Westberliner auch nicht ganz so ärgern wollte, hat man dann den noch nicht privatisierten Teil des RIAS zum DLR "gedrückt". Elegante Lösung, insbesondere für den SFB udn die ARD, denn rias1 war nie ein reiner Kultursender, aber unliebsame Konkurrenz.
Wobei die Amis den RIAS wohl einfach hätten weiter senden lassen könnten. Na klar auf ihre eigene Rechnung. Und das wäre dem Steuerzahler in den USA nicht zu vermitteln gewesen. Außerdem wurde zu dieser Zeit ja bis 1994 auch RFE/Liberty "umgebaut" und kostenmäßig "entschlackt".

von Schwabinger - am 05.01.2015 16:50
Zitat
BetacamSP
Mir erschließt sich der Sinn dieses Vorschlags nicht ganz. Bei Tag würde 1 MW-Sender nämlich nur ein relativ kleines Gebiet erreichen. Wenn man schon mit geringen Aufwand ein größeres Gebiet versorgen möchte, wäre die Kurzwelle ideal. Ein 50 kW-Sender an einer steil strahlenden Antenne im 49m-Band kann ein Gebiet mit 1500 km Radius zuverlässig versorgen. Z.B. in Mainflingen aufgestellt, läge fast ganz Europa in dieser Zone.

[/quote]

Das Inlands-Problem lasse ich mal außen vor: Bevor man dafür weiter Geld ausgibt: DAB ausbauen ist nicht teurer, aber ermöglicht mehr Qualität. Man benötigt dafür 3 mal Langwelle oder ganz viel Mittelwelle - das ist nicht.

Das Problem dabei: der typische Radiohörer wird Radio im Auto hören wollen - auch im Urlaub. Im Hotel wird man KW/MW/LW allzuoft vergessen können, das ist zumindest meine Erfahrung (Stahlbeton, alle 3-4m ein Fernseher, etc.).

Wenn wir dann mal realistisch sind, scheidet für Nicht-Mercedes-Fahrer Kurzwelle leider aus: Kaum ein Autoradio hat sowas noch eingebaut. Leider. Denn ich wäre durchaus konform mit den 50-kW-auf-6-MHz.
Bleiben also Langwelle und Mittelwelle. Bei Langwelle haben wir schon wieder das Problem, dass es mit nur einem Sender nicht geht, weil dazu der passende "Clear Channel" fehlt. Rundstrahlung ist nicht. Sonst würde uns ja ein Rundstrahler in Donebach reichen. Auch haben heute die meisten Analog-Radios zwar noch Mittelwelle an Bord, aber eben keine Langwelle. Das gilt leider auch für viele Autoradios! Mittlerweile erleben wir sogar den Trend, dass Radios garkeine Mittelwelle mehr haben.

Mittelwelle würde nur für die EU-Nachtversorgung taugen. Tagsüber würden sich aber immerhin grenznahe Regionen versorgen lassen (besser als mit UKW oder DAB). Sinnvoll wäre für eine nächtliche Europaversorgung "richtig dick Leistung" - also so wie früher, als immer alles besser war - und gäbe es einen "Clear Channel" z.B. auf 1422 kHz, wäre das sogar mit brauchbarer Qualität möglich.

Nur: Alles schöne Theorie, es fehlt der gesetzliche Auftrag als Gegenmittel gegen das KEF-Spardiktat, und es fehlt vermutlich auch die Kosten-Nutzen-Relation. Die meisten meiner Mitmenschen scheinen ganz gut damit leben zu können, im Urlaub ohne deutschen Rundfunk auszukommen - zumal immer mehr Hotels kostenloses oder kostengünstiges WLAN anbieten, und ein PC im Urlaub gleich noch für viel mehr gut ist als nur fürs Radiohören, z.B. zur Planung von Ausflügen (wann legt nochmal die Fähre ab...?). Bei meinen letzten Auslandsurlauben war auch kein ATS909 mehr dabei... dafür ein Laptop (und ein DAB4).

Was interessant wäre, wäre ein europäisches SiriusXM - aber auch hier fehlt vermutlich die wirtschaftliche Perspektive.

von DH0GHU - am 06.01.2015 11:12
Darf ich ergänzen? ;)

Zitat
Jens1978
SDR: SDR 1 (u.a. 576kHz, 6030) - SDR 3 (711kHz)


SDR 3 gab's ab 01.01. oder 01.04.81 (weiß ich nicht mehr genau) Mo-Fr von 9 bis 17 h und Sa/So von 9 bis 15 h auf allen kleinen Mittelwellen (Bopfingen, Heidelberg/Dosenheim, Heilbronn/Obereisesheim, Ulm-Jungingen, Wertheim, Bad Mergentheim, Heidenheim, Adelsheim). Neben 711 kHz also auch auf 1413 und 1485 kHz.

Die KW 6030 sendete Mo-Sa von 5.05 h bis 0.05 h und So von 5.52 h bis 0.05 h. Nachts wurde abgeschaltet. Sa/So von 15 bis 18 h war dort SDR 3 mit der Sportsendung zu hören. Ansonsten SDR 1.


Zitat
Jens1978
BR: Bayern 1 (520, 801kHz) - Bayern 3 und 1 (6085kHz)


Ab '91 war auch B5 aktuell auf der MW zu hören.

Auf der 6085 gab's zunächst nur Bayern 1. Anfang/Mitte der 80er-Jahre wurde dann die Belegung geändert:
Mo-Do 5.30 bis 0.08 h nur Bayern 3. Fr/Sa 5.30 bis 2 h und So 5.30 bis 1 h überwiegend Bayern3, teilweise aber auch Bayern 1.

[OT]
Die Spielszenen in dem satirischen Film aus den 80er-Jahren "Man spricht deutsh", bei der zahlreiche Urlauber aus Oberbayern am Strand in Italien Bayern 3 hören, war keine Fiktion. Das war damals problemlos möglich und wurde auch genutzt.
---> http://de.wikipedia.org/wiki/Man_spricht_deutsh
[/OT]


Zitat
Jens1978
WDR: WDR1 (702kHz) - WDR2 (720kHz (tagsüber)) - Mischprogramm alle WDR Programme 1593kHz


Nach der Abschaltung der kleinen MW-Sender Siegen, Herford, Aachen/Stolberg und Kleve 1990 wurde auf Bonn 774 und Langenberg 1593 ein Mix aus allen 4 WDR-Programmen (WDR 5 kam erst im Okt. '91). Hier die Belegung:

---> http://www.directupload.net/file/d/3863/f5dni83i_jpg.htm


Zitat
Jens1978
NDR: Mischprogramm NDR 1/2/4, später NDR 2/4 dann nur noch NDR 4 (ab 1991(?) (612, 630, 702, 828, 972)


Vom 01.01.81 (Start der Landesprogramme) bis zum 01.04.89 (Start NDR 4) war die Belegung:
Mo-Fr 6 bis 18 h NDR 2, 18 bis 19 h und 20.15 h bis 6 h NDR 1, 19 bis 20.15 h NDR 3.
Sa/So 6 bis 18 h NDR 2, 18 bis 20.15 h NDR 3, 20.15 bis 6 h NDR 1.

Flensburg 702 sendete nur von 4 bis 0.05 h
Hannover 828 nur von 6 bis 0.05 h
Kiel 612 nur von 4 bis 18 h



Zitat
Jens1978
SFB: SFB1 (567 ->1449, 6190) - SFB2 (1449->567, 6190) - SFB3 (630). Der Tausch der 1/2 Frequenz müsste meines Wissens nach um 1988/89 passiert sein. Parallel dazu fand auch der Tausch des SFB Programms auf der 6190 zusammen, dort wurde immer jenes Programm übernommen, welche auf der "großen" Mittelwelle 567kHz direkt aus Berlin kam.


Dannenberg 630 kHz hatte in den 80ern zunächst folgende Belegung:
Mo-Fr 6 bis 9 h und 13 bis 18 h SFB 2, 9 bis 13 h NDR 2.
Sa/So 6 bis 9 h SFB 2, 9 bis 14 h NDR 2, 14 bis 18 h SFB 1.

Die späteren Belegungen mit SFB 3 und NDR 4 und noch später mit N-Joy hatten wir ja schon.

Auf der Bremer KW 6190 kHz war bis zum Rückzug des SFB zu hören:
So-Fr 0 bis 15 h SFB 2, 15 bis 18 h Hansawelle, 18 bis 24 h SFB 1.
Sa 0 bis 9 h SFB 2, 9 bis 12 h Hansawelle, 12 bis 24 h SFB 1.



Alle Angaben ohne Gewähr

von Manager. - am 10.01.2015 10:26
Zitat
Manager.
Zum NDR ist mir noch eingefallen, dass von ca. '89 bis '92 tagsüber NDR 4 und abends NDR 2 zu hören war. Kann mich nämlich noch gut daran erinnern an einem Abend via MW 972 die dramatische Reportage vom bisher schlimmsten Unfall in der Geschichte der Fußball-Bundesliga gehört zu haben.
---> http://www.ndr.de/sport/mehr_sport/Ditmar-Jakobs-Gefangen-am-Karabinerhaken-,jakobs105.html

Dann so ab '92 kamen abends die Gastarbeitersendungen auf die MW.

Jep, das war auch so, siehe hier, NDR Senderverzeichnis 1989:
[attachment 4349 NDR_Sendernetz_1989_mw_liste.jpg]

Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Zitat
Jens1978
Ende der 80er/ zu beginn der 90er sah es etwa so aus:
SDR: SDR 1 (u.a. 576kHz, 6030) - SDR 3 (711kHz)

Wobei Südfunk3 nicht ganztags über die Kleinsender auf 711kHz zu hören war. Meiner Erinnerung nach nur zwischen 9 und 17 Uhr (man korrigiere mich da bitte, denn ich weiss es nicht mehr ganz genau). Die restliche Zeit lief Südfunk1.

Das stimmt, SDR3 (Radio 3 -> Südfunk 3 -> SDR 3) war nur tagsüber auf der Mittelwelle. Wann wurde eigentlich SDR 3 komplett von der Mittelwelle genommen? Meines Wissens nach, war Anfang der 90er schon SDR 3 nur auf UKW. Oder täusche ich mich?

Zitat
Manager.
Zitat
mittendrin
..und Wasserstandsmeldungen: Oberpegel, Unterpegel, usw.
Freundliche Grüße


...und die täglich neu festgelegten Heizstufen für die Hauptstadt der DDR im Berliner Rundfunk. :D

Was war das denn? Ganz schwach kann mich noch daran erinnern, als Kind mal auf der 783 Meldungen über Wasserstände von der Elbe gehört zu haben, das muss irgendwie mittags irgendwas um die 1988/89 gewesen sein. Aber Heizstufen ... was kann ich mir denn darunter vorstellen? Wegen der Fernwärme :confused:

Was die eigentlich Diskussion über die Abschaltung der AM Sender angeht (150kHz - 30MHz), da stellt für mich eigentlich seit langem die Frage: Was wird mit den Frequenzen passieren, wenn der letzte Rundfunksender abgeschaltet wurde? Für die ITU Region 1, welche u.a. Europa beinhaltet, könnte dieses Szenario recht bald eintreten, für die Langwelle gilt dies dann sogar weltweit, denn die wird nur in Region 1 genutzt. Die 261kHz zum Beispiel ist bereits weltweit frei. Die restliche Diskussion um Seewetter usw. ist doch eigentlich eher nebensächlich, denn wie immer im Leben: Was kommt bleibt für eine Zeit und muss auch wieder gehen. Das gilt für alles: Leben, Gesellschaften und eben Technologien. Dabei sollte ich erwähnen, dass ich sehr gerne den Seewetterbericht gehört habe, aber man sollte eben auch realistisch und auch offen für Veränderungen sein.

von Jens1978 - am 10.01.2015 18:30
Man braucht natürlich nicht jedem abgeschalteten MW-Sender nachzujammern, es gab dort in der Tat viel Überflüssiges - wie eben auch in den USA mit zu vielen kleinen Stationen, die sich nachts gegenseitig das Leben schwermachen. Habe die (zu) dichte Belegung auch in meinen Amerika-Beobachtungen von Guadeloupe aus (siehe Thread "MW-Bandscans und -DX") angeschnitten.
Allerdings bleibt die physikalisch hohe Nacht-Reichweite der MW ein enormes Potenzial, das man nicht vollständig auf dem Altar der Digitalisierung opfern sollte; es ist eine Tatsache, dass nach Abschaltung der größten MW-Anlagen die mobile Nachrichtenversorgung im europäischen Ausland - nicht nur in fernen Gebieten, sondern oft schon nur 30-60 Kilometer hinter bundesdeutschen oder sonstigen Staatsgrenzen - auf UKW nur lückenhaft und digital überhaupt nicht mehr gewährleistet ist. Was hilft es mir z.B., wenn SWR-Info in DAB+ sendet, alle Mittelwellen abschaltet, und ich sitze schon in Lothringen oder den Ardennen im "Tal der Ahnungslosen", weil es diese Info-Programme von Saarburg, Göttelborn, Hornisgrinde usw. nicht mal auf UKW gibt? O.k. - ein bisschen DLF geht oft noch, aber 50 km weiter ist im Auto definitiv Schluss. Tagsüber dient hier noch die 1179 kHz, nachts war es oft der NDR - was jetzt auch vorbei ist (und zugegebenermaßen bei der dünnen Leistung auch keinen Spaß mehr machte). Für reine News-Radios braucht es keinen Top-HiFi-Sound, sondern eine anständige Reichweite. Die kann kein DAB/DAB+ bieten, und bekanntlich sind in der Fläche die Streaming-Möglichkeiten (ländliche Gegenden, Ausland) auch begrenzt.
Zu wünschen wäre - und das dürfte wohl nicht zu viel verlangt sein -, dass neben dem Ausbau der heimischen DAB+-Netze für die Verbreitung komplementärer Programme zum UKW-Angebot (denn sonst hört ja keiner DAB, sondern doch eher UKW) auch ein paar wenige, aber leistungsstarke MW-Sender zur vorrangigen Verbreitung von Nachrichten in Betrieb bleiben. Europa braucht (wie auch die USA, s. oben) ein bereinigtes "Clear Channel"-System für den MW/LW-Bereich. Ich sehe die ARD wie auch den DLF oder im eur. Ausland bspw. Radio France (France Info) in der Verpflichtung, auch Auslandshörer mit einem elementaren Radiodienst zu versorgen und sich nicht unter Verweis auf DAB- oder Internet-Radio aus der Verantwortung zu stehlen. Das hat nichts mit "Festklammern an alter Technik" zu tun, sondern mit dem Wunsch, Wort-Information frei, grenzenlos und mobil empfangen zu können und nicht nur noch geografisch genau definiert, begrenzt (DAB+), in meinem Konsum kontrollier- und überwachbar (Internet). Fortschritt: Ja, gerne. Aber bitte in Maßen und mit Vernunft!
P.S.: Abgesehen davon: Wer Radio wirklich liebt, liebt ja auch gerade die analogen Seiten des Empfangs - selbst herauszuhören, wie stark oder wie schwach und aus welcher Richtung empfange ich einen Sender, Fading, Rauschen, Spratzen, wie sind die atmosphärischen Bedingungen - Überreichweiten usw. Bei der jungen Generation, die fast ausschließlich mit digitalen Medien aufwächst und umgeht, geht hier eine ganze Dimension des Erlebens von Radio verloren. Schade eigentlich.

(Sorry für die Länge meines Beitrags - aber das musste jetzt mal sein) ;)

von Randfunker - am 12.01.2015 01:02
Es ist völlig egal, was ihr hier über Fernempfang schreibt. Es hat rechtlich keine Bedeutung.

Ich zitiere aus dem Staatsvertrag über die Körperschaft des öffentlichen Rechts "Deutschlandradio" (Deutschlandradio-Staatsvertrag / DLR StV):

§ 2 Programm

(1) Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kultur:

das Programm "Deutschlandfunk",

das Programm "Deutschlandradio Kultur",

das in digitaler Technik verbreitete Programm "DRadio Wissen" nach Maßgabe des als Anlage beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten kooperieren hierzu mit dem Deutschlandradio,

ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3 aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines nach § 11 f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten Verfahrens.

§ 3 Technische Übertragungskapazitäten

(1) Die am 1. Juli 1991 genutzten Frequenzen und Satellitenkanäle des Deutschlandfunks, der Programme von RIAS 1 und DS Kultur stehen der Körperschaft zu. Sie hat hierüber sowie über weitere zur Verfügung stehende Übertragungskapazitäten ein Nutzungskonzept mit dem Ziel zu erstellen, eine bundesweit möglichst gleichwertige terrestrische Verbreitung für beide Programme zu erreichen. Weitere Übertragungskapazitäten können nach Maßgabe des Landesrechts zugeordnet werden, ohne dass den Programmen der Körperschaft nach diesem Staatsvertrag ein Vorrang zukommt.

(2) Die Körperschaft ist berechtigt, die Zuordnung von Satellitenkanälen an sie nach § 51 Abs. 2 Rundfunkstaatsvertrag zu beantragen; § 51 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag gilt für die Körperschaft entsprechend.

§ 30 Haushaltswirtschaft

(1) Die Körperschaft ist in ihrer Haushaltswirtschaft selbständig, soweit dieser Staatsvertrag nichts anderes bestimmt oder zulässt.

(2) Die Haushaltswirtschaft richtet sich nach der Finanzordnung, die der Verwaltungsrat erlässt. Der Haushalt ist nach den Grundsätzen der Sparsamkeit und der Wirtschaftlichkeit aufzustellen.

(3) Die Haushalts- und Wirtschaftsführung unterliegt der gemeinsamen Prüfung durch die Rechnungshöfe der Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen. Sie prüfen die Wirtschaftsführung bei solchen Unternehmen des privaten Rechts, an denen die Körperschaft unmittelbar, mittelbar oder zusammen mit anderen Rundfunkanstalten oder -körperschaften des öffentlichen Rechts mit Mehrheit beteiligt ist und deren Gesellschaftsvertrag oder Satzung diese Prüfungen durch den Rechnungshof des Sitzlandes vorsieht. Die Körperschaft ist verpflichtet, für die Aufnahme der erforderlichen Regelungen in den Gesellschaftsvertrag oder die Satzung der Unternehmen zu sorgen. [...]

Anmerkungen:

Es gibt keine Pflicht zur Auslandsversorgung. Die Übertragungskapazitäten, die 1991 bestanden haben, können nicht zugunsten anderer Nutzungen entzogen werden.

Die in § 2 genannten Übertragungskapazitäten unterliegen natürlich den Anforderungen nach § 30 Absatz (2). Die KEF prüft schon im Voraus, ob diese Anforderungen eingehalten werden. Die Rechnungshöfe prüfen erst nach Abschluss des Geschäftsjahres.

von Manfred Z - am 12.01.2015 10:30
Nach der Abschaltung der DRadio-Langwellen und der NDR-Mittelwellen ist es mal wieder Zeit für eine kleine LW/MW/KW-Inventur (nach Ländern sortiert) ...



BERLIN
alle Sender abgeschaltet


BRANDENBURG
Nauen (MB) => div. KW-Dienste auf zahlreichen Frequenzen


SACHSEN
alle Sender abgeschaltet


THÜRINGEN
alle Sender abgeschaltet


SACHSEN-ANHALT
alle Sender abgeschaltet


MECKLENBURG-VORPOMMERN
Göhren bei Schwerin (priv. KW-Station) => 6190, 7265, 9485 div. Progr.


SCHLESWIG-HOLSTEIN
Neumünster MB => 1269 DLF + Seewetterbericht


HAMBURG
alle Sender abgeschaltet


BREMEN
alle Sender abgeschaltet


NIEDERSACHSEN
BS/Königslutter-Cremlingen (MB) => 756 DLF
Weenermoor (priv. KW-Station) => 3995, 7365 div. Progr.


NORDRHEIN-WESTFALEN
Nordkirchen (MB) => 549 DLF
Datteln (priv. KW-Station) => 6150 Europa 24
Langenberg (WDR) => 720 WDR 2/VeRa/WDR Event
Mönchengladbach-Pongs (AFN) => 1143 AFN Power Network
Bonn-Venusberg (WDR) => 774 WDR 2/VeRa/WDR Event
Kall (priv. KW-Station) => 3985, 5980, 6005, 6085, 7310, 9700 div. Progr.


HESSEN
Biblis (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen
Lampertheim (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen


BAYERN
Würzburg (BR) => 729 Bayern plus
Hof (BR) => 729 Bayern plus
Bayreuth/Thurnau (MB) => 549 DLF
Erlangen (Fraunhofer-Institut) => 15785 biteXpress [DRM]
Ansbach (AFN) => 1485 AFN Power Network
Dillberg (BR) => 801 Bayern plus und 909 biteXpress [DRM]
Vilseck (AFN) => 1107 AFN Power Network
Hohenfels (AFN) => 1485 AFN Power Network
Rohrbach (priv. KW-Station) => 6070 Channel 292
Ismaning (BR) => 801 Bayern plus
Garmisch-Partenkirchen (AFN) => 1485 AFN Power Network


BADEN-WÜRTTEMBERG
Ravensburg (MB) => 756 DLF


RHEINLAND-PFALZ
Spangdahlem (AFN) => 1143 AFN Power Network


SAARLAND
Heusweiler (SR) => 1179 Antenne Saar und 1422 DLF
SLS/Felsberg (bce) => 183 Europe 1


Ergänzungen und Korrekturen sind erwünscht.




Ohne die in den letzten Jahren neu entstandenen kleinen KW-Stationen würde die Liste locker auf einen Bierdeckel passen. Das Ende naht...

von Manager. - am 13.01.2015 20:44
Zitat
W28
Der Seewetterbericht ist, wie auch alle anderen öffentlichen Wetterberichte des Deutschen Wetterdienstes, eine steuerfinanzierte Dienstleistung. Seine Erfordernis für die Sicherheit der Seefahrt ist unstrittig. Da aber nur ein geringer Teil der Steuerzahler auf den Seewetterbericht angewiesen ist, ist seine Steuerfinanzierung eine Solidarleistung im weiteren Sinne. Die Ausstrahlung über AM-Rundfunk ist eine Fortsetzung dieser Solidarleistung, sie kostet je Rundfunkabgabenzahler einen kleinen Bruchteil von 1 Cent, ist auf See auch dort zu empfangen, wo UKW/DAB/Internet/Händie/Schmierfon nicht hinkommen und bietet robusten Empfang bei minimalen Unkosten für den tatsächlichen Nutzer.

Ich verstehe daher weder die teilweise geäußerte Häme über die Seewetterberichthörer und -nutzer noch die Freude mancher über den "eingesparten" Rundfunkgebührenanteil. Die Argumentationsrichtung "Sollen doch die Segler selbst für ihren Wetterberichtsempfang bezahlen" entspricht sicher dem herrschenden Zeitgeist der zum Gegenteil von Solidarität verdrehten "Eigenverantwortung". Sie läßt sich aber nur durchsetzten, weil beim Seewetterbericht eine Minderheit davon betroffen ist. Mit der gleichen Argumentation wie für den Seewetterbericht könnte man auch den Zugang zu Übertragungen von Fußball-WM und olymipschen Spielen als für die Allgemeinheit unnötige Sendungen beschneiden. Mit den Unterschieden, daß ohne Sportfernsehen niemand in Gefahr gerät, ohne Seewetterbericht aber schon, im ersteren Falle aber eine Mehrheit tobt, im letzteren nur eine kleine Gruppe.

Auch ich habe sehr gerne den Seewetterbericht gehört. Des Weiteren finde ich es äußerst ungünstig, dass durch die Abschaltung der Lang-, Mittel- und zuvor bereits Kurzwellensender nicht nur die AM als Modulationsart abgeschaltet wird, sondern der Frequenzbereich 150kHz bis 30MHz quasi für die weitreichende Verbreitung von Rundfunkprogrammen außer Dienst gestellt wird. Dabei möchte ich betonen, dass die AM tatsächlich ineffizient ist. Der Frequenzbereich aufgrund seiner einmaligen Ausbreitungsbedingungen ist es allerdings nicht. Eine andere Nutzung wäre ideal gewesen (Thema DRM), ließ sich aber nicht etablieren. Das ist das eine.

Allerdings finde ich die Art der vorgetragenen Argumentation wie zum Beispiel die deinige äußerst unpassend und darüber hinaus auch fraglich. Denn das "Die Ausstrahlung über AM-Rundfunk [...] eine Fortsetzung dieser Solidarleistung," ist, ist nicht richtig. Die Solidarleistung, auf welche du dich beziehst sieht die Erstellung der sowie den Zugang zu den Wetterberichte(n) vor. Diese wird unter anderem durch (Steuer-)Gelder für die Entwicklung, Indienststellung der Meteorolischen Instrumente, Geräte wie z.B. Wetterstationen, Wettersatelliten, Computer usw. ermöglicht. Durch die Zuverfügungstellung dieser Daten wurde dem Anspruch auf einen adäquaten Gegenwert Rechnung getragen. Über eine Art und Weise der Zurverfügungsstellung wurden keine Bedingungen festgelegt. Demzufolge reicht bereits eine Verbreitung über die DWD Webseite zum Abruf aus. Ein Anspruch auf eine wie bisher praktizierte Verbreitung dieser Berichte über die durch Rundfunkbeiträge finanzierten Mittelwellensender, besteht nicht. Nebenbei habe ich damit auch eben erwähnt, dass der Steuerzahler rein formell überhaupt nicht für die Mittelwellensender zahlt, sondern der Beitragszahler. Daran lässt sich somit bereits eine Trennung erkennen.

Des Weiteren wurden von Dir Übertragungen von Fußballspielen erwähnt. Nehmen wir allerdings ein dem Seewetterbereicht und der prozentualen Empfängergruppe ebenbürtigen Kreis an Interessenten. Ich gucke mir zum Beispiel sehr gerne Übertragungen von (klassischen) Konzerten aus verschienden Konzerthäusern an. Wann wird im deutschen Fernsehen meinem durchaus gerechtfertigten Ansinnen auf Befriedigung meiner Interessen Rechnung getragen? Täglich ca. 3h wie beim Seewetterbericht? In Ordnung, der Wetterbericht muss aktuell sein, deswegen täglich. Kommt vielleicht monatlich ein entsprechendes Angebot in den Fernsehprogrammen welches frei zugänglich von meinen Rundfunkbeiträgen finanziert wird? Falls ja, wäre mir dies neu und würde mich positiv überraschen. In diesem Fall ist die Abgrenzung zwischen sozialen Schichten bereits deutlich ausgeprägt, denn wer aus finanziell nicht stark ausgestatteten Haushalten kann sich regelmäßig einen entspannten Besuch diverser abwechselungsreicher Konzertangebote leisten? Die Frage, welche sich in diesem Zusammenhang dabei für mich stellt: Warum setzt sich die "Kaste" der sozial besser Gestellten in diesem Fall nicht für eine bessere und ausgewogenere Programmphilosophie der ÖR Anstalten ein? Kann es sein, dass diese daran kein Interesse haben, da nicht betroffen?
Nun möchte ich den Kreis schließen: Andersherum soll allerdings die Allgemeinheit für einen Dienst, welcher erwiesenermaßen in einem überproportionallen Anteil von finanziell gut Gestellten genutzt wird aufkommen. Warum? Und vor allem: Welcher Zustand (keine Konzerte vs. Seewetterberichtverlust) besteht bereits länger, und wer hat denn bitte somit den von dir beschriebenen "Zeitgeist" somit geprägt oder hat es zumindest zugelassen, dass sich die Einstellung durchsetzt?

Übrigens: Die ESA wird durch Steuergelder finanziert. Die ESA lässt durch die Industrie die Wettersatelliten Meteosat, Metop bauen. Durch die Eumetsat, ebenfalls steuerfinanziert, werden die von den Wettersatelliten generierten Daten gegen Kostenerstattung den Nutzern zur Verfügung gestellt. Warum? Sowohl Satellit, als auch Datenauswertung und alles andere wurde komplett vom Steuerzahler finanziert. Warum kann ich als Finanzier dieser Satelliten die Daten nicht kostenfrei bekommen? Die NOAA Satelliten (USA) senden genau aus diesem Grund die Daten frei und unverschlüsselt.

Es ließen sich Unmengen an weitern Beispielen aufführen. Demzufolge sind die hier dargestellten Ansprüche seitens der (Hochsee-)Segler, denn andere Segler können auch andere Dienste nutzen usw., ziemlich unpassend und zeichnen eher das Bild recht egoistischer Zeitgenossen, welche die Allgemeinheit nur für die Erfüllung ihrer Interessen heranziehen.

von Jens1978 - am 16.01.2015 22:11
Zitat

Warum muss jedes Problem gleich zu einem Glaubenskrieg ausarten? Warum müssen Menschen mit anderen Auffassungen - auch wenn sie eine Minderheit bilden - persönlich diffamiert werden? z.B. :

"Und die haben hier nicht ansatzweise so ne Show abgezogen, wie die vier Seewetterberichtsheinis hier."

Beim UKWTV-Radioforum "dreht sich alles um die technischen Seiten des Radio- und TV-Empfangs" ?

Offenbar nicht: Es geht um den "Versorgungsauftrag" des NDR, die angeblich nicht mehr tragbaren Kosten, usw: Und es gilt natürlich das "Alles-oder-Nichts-Prinzip", dass von beiden Lagern unerbittlich verfolgt wird.


Vielleicht weil es hier um ein Thema geht, das polarisiert?
Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, 3 terrestrische Übertragungswege (AM, UKW und DAB+) offen zu halten. Ich tendiere da eher in Richtung DAB+.

Die Befürworter der LW/MW, denen wohl kein vernünftiges Argument einfällt, argumentieren dann mit einem angeblichen Versorgungsauftrag des DLF für das Ausland. Und da der nicht vorhanden ist, kommt dann plötzlich der plötzlich ach so wichtige Seewetterbericht ins Spiel.
Ich denke mal, vor diesem Thread hat sich kaum einer ernsthaft mit dem Seewetterbericht befasst.
Und wenn Deutschland keine Küstenabschnitte hätte, wäre was anderes gefunden worden (Wasserstandsmeldungen, Segelwetter, Blick zur Frankfurter Börse oder gar die Gedanken zum Tag, die man unbedingt auch in Paris, Lissabon oder Moskau hören muss).

Übrigends, wenn ich ins Ausland muss (z. B. beruflich), habe ich i. d. R. immer die Möglichkeit, deutsche Nachrichten zu bekommen. Meist im Hotel am TV oder halt via Web etc.. Und wenn ich privat ins Ausland will, aber partout nicht auf deutsche Meldungen verzichten kann, dann bleibe ich halt hier, wenn es mir so wichtig ist, dass ich immer und überall DLF hören kann.
Und wenn ich es mir leisten kann, ein teures Segel- oder Motorboot am Meer zu betreiben, dann kann ich mir es i. d. R. auch leisten, den fehlenden Seewetterbericht anderweitig zu kompensieren. Mit "Sozialneid" hat das nichts zu tun. Und für Berufsschiffer gehört eine gewisse Ausstattung an Bord wohl zur Pflicht. Im Auto gibt es ja auch Sicherheitsgurte und eine Hupe.

Die LW/MW (und im Prinzip auch die KW) ist ein Patient am Tropf kurz vor dem Ende. Gefühlt 99 % der Haushaltsabgabenzahler nutzt das gar nicht mehr. Das durch die Abschaltungen -die eh kaum jemand außerhalb dieses Forums wirklich auffallen, auch der Mehrheit der Kapitäne und Segler wohl nicht, eingesparte Geld sollte man lieber in den Ausbau von DAB+ stecken, als wegen Nostalgie die MW-Sender weiter dampfen zu lassen.

von Schwabinger - am 17.01.2015 09:22
Sender Pinneberg: http://de.wikipedia.org/wiki/DDH47

-----------------------------------------

Schwabinger hat völlig Recht: Die AM-Nostalgiker erfinden ständig neue Gründe, warum die AM-Ausstrahlungen wichtig seien.

Für die KEF ist allein der gesetzliche Auftrag der Rundfunkanstalten relevant, so wie es im gesetzlichen Auftrag der KEF definiert ist.

Aus der Pressemitteilung zum 18. KEF-Bericht vom Januar 2012:

>> 6 Der angemeldete Aufwand für die Programmverbreitung liegt für die Periode 2013 bis 2016 um rd. 222 Mio. € niedriger, als für die Periode 2009-2012 geplant ist. Die Kommission sieht weiteres Einsparpotenzial in Höhe von 36 Mio. €.

Wegen der geringen tatsächlichen Nutzung von Mittel- und Langwelle hält die Kommission die Ausstrahlung über diese Verbreitungswege aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr für vertretbar. Sie sieht Einsparpotenzial von rd. 8 Mio. € bei der ARD und rd. 5 Mio. € beim Deutschlandradio. Für die Verbreitung der Programme über IP-Netze erkennt die Kommission lediglich den vom ZDF geplanten Zuwachs um 25 % an und kürzt somit den angemeldeten Aufwand bei der ARD um rd. 10 Mio. Euro. Vom Deutschlandradio wurde im Laufe des Verfahrens die Anmeldung für das Projekt Digitaler Hörfunk um 13 Mio. € reduziert (vgl. Zusatzinformation 4 | PDF). > 1. Kosten der Programmverbreitung

Die Kosten der Programmverbreitung sinken seit Jahren kontinuierlich. [...] Über eine Spanne von acht Jahren entspricht dies einer Minderung um 24,7 %. Atypisch ist hier nur der Kostenanstieg beim Deutschlandradio, bei dem insbesondere die Planungen zur Einführung des Digitalradios zu Steigerungen führen.

Die Kostenminderungen haben vielfältige Gründe. [...] [Umstieg auf DVB-T; Wegfall Sat analog, Kabeleinspeisegebühr]

2. Abschaltung Mittelwelle/Langwelle

Mit dem Ziel der weiteren Minderung der Kosten der Programmverbreitung hat die Kommission ARD und Deutschlandradio aufgefordert, die Verbreitung von Hörfunkprogrammen über Lang- und Mittelwelle einzustellen. Die vollständige Umsetzung dieser KEF-Vorgabe wird, wenn man die für die Beitragsperiode 2013-2016 angemeldeten Beträge als Referenz heranzieht, zu einer Kostenminderung von 79 Mio. € pro Betragsperiode führen.

Tatsächlich ist die Zahl der Hörerinnen und Hörer, die diese traditionellen Verbreitungswege nutzen, nicht mehr messbar. Damit ist die Ausstrahlung über Lang- und Mittelwelle nicht mehr als wirtschaftlich zu bezeichnen. Während es in der Vergangenheit noch programmliche Gründe gegeben haben mag, diese Ausstrahlung aufrecht zu erhalten, z.B. um darüber die nur von wenigen Interessierten eingeschalteten Live-Sendungen aus dem Deutschen Bundestag zu übertragen, so ist mittlerweile mit dem Internetradio ein populärer Verbreitungsweg entstanden, über den genau diese Programme weit kostengünstiger zu den Hörerinnen und Hörern transportiert werden können.

Während der Hessische Rundfunk, Radio Bremen und der Rundfunk Berlin-Brandenburg bereits auf die MW-Ausstrahlung verzichten und der Südwestrundfunk die MW-Abschaltung zum Jahresende 2011 plant, beabsichtigen andere Landesrundfunkanstalten bisher, sie trotz der gerringen Zuhörerzahlen aufrecht zu erhalten.

Die Kommission fordert das Deutschlandradio auf, die Ausstrahlung seiner Programme über Lang- und Mittelwelle (LW, MW) im Verlauf der kommenden Beitragsperiode zum frühestmöglichen Zeitpunkt einzustellen. Sie erkennt dabei an, dass die Programmverbreitung über LW und MW für das Deutschlandradio in Anbetracht der lückenhaften UKW-Verbreitung seiner Programme eine höhere Relevanz hat als für die ARD. Allerdings ist auch die Ausstrahlung der Programme des Deutschlandradios über Lang- und Mittelwelle in Anbetracht der nicht mehr messbaren Hörerzahlen unwirtschaftlich.

von Manfred Z - am 17.01.2015 10:42
Zitat
Schwabinger
Die Befürworter der LW/MW, denen wohl kein vernünftiges Argument einfällt, argumentieren dann mit einem angeblichen Versorgungsauftrag des DLF für das Ausland. Und da der nicht vorhanden ist, kommt dann plötzlich der plötzlich ach so wichtige Seewetterbericht ins Spiel.


Nö. Ich bin zwar ein vehementer Befürworter der Aufrechterhaltung eines begrenzten Sendebetriebs auf LW, MW (und KW), aber meine Argumente sind andere und nach meiner Ansicht durchaus vernünftig.

Der Seewetterbericht auf den Sendern des Deutschlandradio und NDR kann durch NAVTEX ersetzt werden - und als Backup sind die geplanten KW-Ausstrahlungen des DWD vermutlich ein guter Ersatz. Man hätte sich für den Backup auch bei Kalundborg 243 kHz ein paar Minuten pro Tag anmieten können. Jedenfalls sind das keine Gründe, die Sender des DLR und NDR weiter zu betreiben.

Der DLF hat auch keinen Versorgungsauftrag im Ausland - schon lange nicht mehr. Aber er wurde trotzdem im Ausland gehört. Nach meiner Ansicht sind Versorgungsaufträge, die sich an nationalen Grenzen orientieren, bürokratische Konstrukte, die die Hörgewohnheiten nur bedingt widerspiegeln. Meine Hörgewohnheiten jedenfalls nicht. Solange es noch möglich war, habe ich auch im Ausland Programme aus Deutschland gehört - und zu Hause Programme aus dem Ausland. Das hat auch auf KW, MW und LW sehr gut funktioniert, und es funktioniert leider immer schlechter. Zuhause ist das kein Problem, da gibt es DVB-S und Internet als Ersatz.

Mobil irgendwo im Ausland fehlen nach Verlust der MW-, LW- und KW-Sender Zugänge zu den deutschen Programmen, jedenfalls dort, wo man kein Internet hat. Ich empfinde das als einen bedauerlichen Verlust eines Verbreitungswegs, der nicht irgendeiner staatlichen Kontrolle oder Zensur unterworfen war und der flächendeckend grenzüberschreitend funktioniert hat, auch abseits der Mobilfunknetze.

Zitat
Manfred Z
Diese Argumentation ist im Sinne des gesetzlichen Auftrags völlig schlüssig.


Die Argumentation der KEF ist in sich schlüssig und im Sinne der Gebührenzahler nachvollziehbar. Mich überzeugt diese rein bürokratische Argumentation trotzdem nicht, denn sie lässt die tatsächlich existierende Hörerschaft im Ausland ausser Acht. Ich finde, die ARD-Radios und das DLR hätte den finanziellen Spielraum behalten sollen, ein paar Millionen € im Jahr für Ausstrahlungen auf KW, MW oder LW auszugeben. Ein einziger KW-Sender zur Verbreitung eines Programms über den Versorgungsauftrag hinaus wäre schon viel besser als das nun bevorstehende komplette Aus.

Mir ist klar, dass ich mit dieser Meinung zu einer immer kleiner werdenden Minderheit gehöre. Ich finde, ein reiches Land kann sich auch drei oder vier parallele Verbreitungswege für ein paar Radioprogramme leisten. Einen Anspruch habe ich darauf natürlich nicht, und wenn die Gesellschaft diesen Luxus nicht mehr finanzieren will - dann ist das halt so. Schön dass es einstweilen noch die BBC auf 198 kHz als Ersatz gibt - sie geht nicht nur hier, sondern über weite Teile von Westeuropa beifahrertauglich ;-)

73 de Uli

von ulionken - am 17.01.2015 12:10
Zitat
DH0GHU
Komisch, daß ich von Leuten, die wissen, dass ich mich für Funktechnik im Allgemeinen interessiere, immer wieder darauf angesprochen werde, dass sie von mir Tipps wollen, wie sie im Urlaub deutsche Radiosender hören können.


Geht mir auch so. Mich haben in den letzten Jahren ein paar Leute gefragt, wie sie ihrem Weltempfänger auf Reisen deutsche Nachrichten entlocken können. "Sogut wie keiner" konnte also in den vergangenen Jahren offensichtlich nicht stimmen. Heute und spätestens in einem Jahr wäre allerdings mein Rat: Lass das Ding besser zu Hause, bedank' Dich bei den Politikern (wegen des KW-Ausstiegs der DW) und der KEF (wegen LW/MW) - und wenn Du Internet hast, vergiss Dein Smartphone nicht.

Zitat
Schwabinger
Und dann zur Effizienz: Hier in der Stadt mit dem ganzen Störnebel geht auf MW einzig (!) die 801 KHz. Und sonst gar nichts. Wenn Heusweiler bleiben würde, hätte ich hier gar nichts davon. Auch im Kriegsfall nicht. Denn die 1422 KHz geht hier unter Normalbedingungen schlichtweg nicht.


Alles eine Frage der Perspektive und der Ausrüstung: Wenn ich abends auf der einen oder anderen abgelegenen Berghütte in den Alpen sitze oder im Zelt in einer windgeschützten Senke, dann geht über den Mobilfunk in der Regel nichts. Auf UKW oft auch nicht, vielleicht ein verrauschtes Signal. Auf 1422 kHz kommt glasklar der Deutschlandfunk, und woanders ein paar Dutzend anderer Stationen. Das funktioniert(e) natürlich auch im Auto in Schottland oder in der WiFi-freien Ferienwohnung an der Côte d'Azur. Mit einer anständigen Antenne, die nicht im Störnebel ist, geht das auch zu Hause. Nicht dass ich auf diesen Service irgendeinen Anspruch erhebe, aber ich finde/fand das eine tolle Sache. :-)

Zitat
Schwabinger
Die KEF hat in Sachen MW m. E. hier einmal richtig entschieden.


Ich bin anderer Meinung und finde den KEF-Entscheid in dieser Absolutheit falsch. Er wurde nach meinem Eindruck allein aus der Sicht von Bürokraten und Betriebswirtschaftlern gefällt. Klar, diese Einsparungen liessen sich anders als bei Sportrechten oder Verwaltungungskosten der Öffis leicht quantifizieren, und so war die Forderung nach der LW/MW-Abschaltung für die KEF sozusagen ein No-Brainer.

Die Verantwortlichen für die Entwicklung sitzen aber auch woanders: ARD und Deutschlandradio hätten vor Jahren ein Konzept für einen sinnvollen Restbetrieb auf KW, LW oder MW aufsetzen können, z.B. nach dem Vorschlag von RadioNORD je ein Sender auf KW und MW, die den DLF oder ein Mischprogramm der ARD abspielen. Die Kosten für solch einen Restbetrieb von vielleicht 1-5 Mio. € pro Jahr wären im Rauschen untergegangen und hätten mit einer schlüssigen Begründung gar keinen Angriffspunkt für die KEF geliefert. Zu den Verantwortlichen gehören aber auch die Politiker, die den kompletten Ausstieg der DW aus der deutschsprachigen Auslandsversorgung per Radio im Bundestag ohne Widerspruch und ohne brauchbare Ersatzlösung abgesegnet haben.

Wie dem auch sei, der Zug für den AM-Rundfunk in deutscher Sprache ist leider abgefahren.

73 de Uli

von ulionken - am 18.01.2015 12:30
Zitat
Winnie2
Zitat
pg09
Zitat

Bei der Signalstärke bei der bei DAB der Empfang komplett zusammenbricht kann man bei UKW praktisch nichts verständliches mehr als dem Signal entnehmen.


Ach, ist das so? Warum kann ich dann auf UKW problemlos einige niederländische Radiosender empfangen, während DAB+ nur bei Tropo durchkommt? Gleiches gilt auch für die Nordseeküste bei Cuxhaven - dort geht der dänische Rundfunk auf UKW recht problemlos, aber DAB geht abermals nur bei Tropo. Von daher würde ich das nicht so verallgemeinern.


Man muss allerdings identische Empfangstechnik und Antennen bei dem Vergleich nutzen. Nutzt man DAB-Radios mit eingebauten Stabantennen und vergleicht das einen UKW-Empfänger mit externen Antennen ist das schonmal kein ausgewogener Vergleich.

Was noch beachtet werden muss. DAB nutzt eine ca. 5-mal so hohe Bandbreite im Vergleich zu UKW, was bedeutet: Die Signalstärke bei DAB müsste beim Empfang um Faktor 5 höher sein im Vergleich zu UKW. Allerdings können in einem DAB-Multiplex etwa 10 Hörfunkprogramme übertragen werden so dass die Energiebilanz dann doch wieder für DAB spricht.
(Der Wert Signalfeldstärke bezogen auf die genutzte Bandbreite ist hier ausschlaggebend.)

Zitat
pg09
Ich teile die Meinung von Randfunker. Eine Koexistenz analoger und digitaler Verbreitungswege wäre doch was schönes. Jeder Verbreitungsweg hat halt seine Vor- und Nachteile. MW & LW haben eine hohe Reichweite, aber eben eine eher bescheidene Klangqualität, während DAB rauschfrei, aber gerade bei Gleichwellenbetrieb in der Reichweite eher limitiert ist. Ob so eine Koexistenz auch auf Dauer umsetzbar wäre, ist natürlich eine andere Frage.


Simulcast kostet allerdings Geld und das möchte der NDR so gut es geht vermeinden. Und ein dreifacher Simulcast MW, UKW und DAB kommt selbst nur für ein Hörfunkprogramm nicht in Frage, alleine aus Kostengründen.


Das ist so aber auch nicht haltbar. Den HR FFH etc bekomme ich hier überall mit RDS und ohne gerausche, via DAB+ keine chance, es sei den ich gehe an die Dachantenne.

Ohne Dachantenne gehen mit viel Glück und nur am offenen Dachfenster die Belgischen Muxxe.

Vivacite geht via UKW ohne Probleme, und wenn man etwas wartet auch mit RDS.

der BW Muxx geht nur bei Tropo, Radiosender aus Baden- Württemberg kann ich über UKW ständig empfangen, teils wenn kein Flugzeug kommt in rauschfreiem Mono.

mein Fazit: Um mit DAB+ einen gleichwertigen empfang zu haben, braucht man hier eine Dachantenne, die möglichst Drehbar ist und gute Empfangseigenschaften hat.

Bei UKW reicht, um die selben Sender zu empfangen, eine Stabantenne, und ein Roadstar

von Rheinländer - am 16.02.2015 18:25
Zitat
sup2
Mein Vater erzählte mir von seinen Fahren ins Ruhrgebiet, überall war der Luxemburg gestört mit WDR2. Heute noch nachvollziehbar, wenn man so zw. Essen und Wuppertal herumfährt.
Die alten Autoradios hatten da wohl Probleme.


Die Konstellation WDR 719/720 RTL 1439/1440 war natürlich pikant, aber Störungen durch die Oberwellen habe ich damals als RTL noch mit 1200 kW und Richtstrahlung in's Ruhrgebiet powerte im Autoradio nie gehabt. Die vielen Oberleitungen von Straßenbahnen störten da mehr. *prasselprassel*


Zitat
_Yoshi_
Geziehlt gestört hat man Luxemburg auf der 97,0MHz!
Und zwar hat man am Bielstein die 97,0MHz mit WDR3 in Betrieb genommen mit 100kW Rund.


Beide Frequenzen wurden wie ulionken mittlerweile schrieb bei Stockholm 61 geplant und international koordiniert. Die Luxemburger haben sie bloß etwas schneller genutzt. Und außer in den Räumen Wuppertal und Bergisches Land stören die sich doch nicht. RTL 97,0 war bevor die vielen Funzeln auf 96,9 in OP / 97,1 in D usw. aufgeschaltet wurden in Düsseldorf noch brauchbar zu empfangen. Im Autoradio hatte ich Empfang bis Essen/Oberhausen.


Zitat
Languedoc
Kann mir schon vorstellen, dass die 97,0 damals kein Zufall war, wobei man in BW ja noch mal die gleiche Situation auf 97,0 hat mit Blauen SWR3.


Auch Blauen 97,0 stammt schon von Stockholm 61...



Zitat
freiwild
Und kam im Langenbrand-Gebiet denn wirklich noch soviel aus Luxemburg an? Der Pfälzerwald filtert da doch eigentlich das meiste weg.


Langenbrand störte RTL an der Südostseite des Hunsrücks (Freisen, Baumholder, Idar-Oberstein) massiv - ähnlich wie es umgekehrt an den Westhängen des Nordschwarzwaldes war. Ansonsten war tatsächlich der Pfälzer Wald die "Grenze". Auf der B 48 im Raum Johanniskreuz wechselte hinter jeder Kurve das Programm. In Kaiserslautern war RTL auch noch brauchbar zu empfangen. Die 96,9 dort kam ja erst später.



Aber nun sind wir ganz schön OT geworden. Hier geht's ja um die Mittelwelle.


Zitat
Marc_RE
Im Falle von Langenberg sind es 88 Jahre. Seit 1927 wurde von dort auf der Mittelwelle gesendet.



---> http://www.directupload.net/file/d/4040/mu7mwf49_jpg.htm


Der WDR-Vorläufer WEFAG wurde zwar bereits 1925 gegründet. Aber da das Rheinland nach dem 1. Weltkrieg noch unter alliierter Besatzung stand, konnte erst 1927 mit dem "Rheinlandsender" in Langenberg ein leistungsfähiger MW-Sender aufgebaut werden. Zuvor gab es Kleinsender in Münster, Dortmund-Dorstfeld und Elberfeld (heute Wuppertal).


---> http://www.directupload.net/file/d/4040/3jqietaa_jpg.htm

WDR Sendemast Langenberg-Rommel 720 kHz (seit heute nur noch UKW-Reserve)




---> http://www.directupload.net/file/d/4040/67j5bke6_jpg.htm

WDR Sendemast Bonn-Venusberg 774 kHz


---> http://www.directupload.net/file/d/4040/jmqadoep_jpg.htm


---> http://www.directupload.net/file/d/4040/qdvsjxc2_jpg.htm


Die heute abgeschaltete MW kam über einen vertikalen Langdraht unten am Mast.

---> http://www.directupload.net/file/d/4040/eu388lnz_jpg.htm

---> http://www.directupload.net/file/d/4040/qr55vvjf_jpg.htm


Neben Langenberg und Bonn hatte der WDR früher auch noch MW-Sender in Münster, Herford, Siegen, Kleve und Aachen. Nach insgesamt 90 Jahren ist nun Schluß.



Zitat
Manfred Z
Wieso Hosingen? Damals kam UKW von Marnach. Die 97,0 vom Teutoburger Wald ist mindestens so alt wie die 97,0 von Marnach, wenn nicht älter.


Marnach ist richtig. Der Mast in Hosingen wurde erst um 1970 erbaut, nachdem der UKW-Mast am MW-Sender Marnach einem Sturm zum Opfer gefallen war. Aber RTL 97,0 war vor WDR 97,0 on air. Wenn auch nur kurze Zeit.

von Manager. - am 06.07.2015 19:05
Es ist mal wieder Zeit für eine kleine LW/MW/KW-Inventur (nach Ländern sortiert) ...



BERLIN => alle Sender abgeschaltet


BRANDENBURG
Nauen (MB) => div. KW-Dienste auf zahlreichen Frequenzen


SACHSEN => alle Sender abgeschaltet


THÜRINGEN => alle Sender abgeschaltet


SACHSEN-ANHALT => alle Sender abgeschaltet


MECKLENBURG-VORPOMMERN
Göhren bei Schwerin (priv. KW-Station) => 6190, 7265, 9485 div. Progr.


SCHLESWIG-HOLSTEIN
Neumünster (MB) => 1269 DLF + Seewetterbericht => Abschaltung 31.12.15


HAMBURG => alle Sender abgeschaltet


BREMEN => alle Sender abgeschaltet


NIEDERSACHSEN
BS/Königslutter-Cremlingen (MB) => 756 DLF => Abschaltung 31.12.15
Weenermoor (priv. KW-Station) => 3995, 7365 div. Progr.


NORDRHEIN-WESTFALEN
Nordkirchen (MB) => 549 DLF => Abschaltung 31.12.15
Datteln (priv. KW-Station) => 6150 Europa 24
Mönchengladbach-Pongs (AFN) => 1143 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Kall (priv. KW-Station) => 3985, 5980, 6005, 6085, 7310, 9700 div. Progr.


HESSEN
Biblis (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen
Lampertheim (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen


BAYERN
Würzburg (BR) => 729 Bayern plus => Abschaltung 30.09.15
Hof (BR) => 729 Bayern plus => Abschaltung 30.09.15
Bayreuth/Thurnau (MB) => 549 DLF => Abschaltung 31.12.15
Erlangen (Fraunhofer-Institut) => 15785 biteXpress [DRM]
Ansbach (AFN) => 1485 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Dillberg (BR) => 801 Bayern plus => Abschaltung 30.09.15
Vilseck (AFN) => 1107 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Hohenfels (AFN) => 1485 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Rohrbach (priv. KW-Station) => 6070 Channel 292
Ismaning (BR) => 801 Bayern plus => Abschaltung 30.09.15
Garmisch-Partenkirchen (AFN) => 1485 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016


BADEN-WÜRTTEMBERG
Ravensburg (MB) => 756 DLF => Abschaltung 31.12.15


RHEINLAND-PFALZ => alle Sender abgeschaltet


SAARLAND
Heusweiler (SR) => 1179 Antenne Saar und 1422 DLF => beide Abschaltung 31.12.15
SLS/Felsberg (bce) => 183 Europe 1




Ergänzungen und Korrekturen sind erwünscht.



EDIT: Abschaltdaten korrigiert

von Manager. - am 06.07.2015 19:21
Hallo allerseits,

nun ist also die Mittelwelle des Bayerischen Rundfunks endgültig Geschichte.

Da unser Nachbarland Baden-Württemberg seine 666 KHz bereits vor längerer Zeit abgeschaltet hat, findet mein Sony-Walkman jetzt auf dem AM-Band nur noch einen einzigen Sender, den Deutschlandfunk Köln aus Ravensburg auf 756 KHz, und auch ihn wird es nicht mehr lange geben.

Da ich gerade Urlaub habe, konnte ich bei der Verabschiedung des BR von der Mittelwelle live dabei sein. Habe parallel über 801 KHz und über digitales Kabelradio, also über die Radiofunktion meines Flachbild-Fernsehers, zugehört. Das Signal über Mittelwelle war übrigens deutlich schneller als das über Kabel. Aber auch damit ist es nun vorbei.

Es war eine schöne Sendung und eine würdevolle Verabschiedung, der Moderator in schwarz gekleidet. Und um Punkt 12:45 Uhr konnte man dann den Moderator nur noch übern Fernseher hören und der Kopfhörer meines Sony Walkmans blieb dann stumm. Gerauscht hat es übrigens nicht, wie der Moderator meinte, weil ja der Träger noch für wenige Minuten eingeschaltet blieb.

Das Licht ist auch nicht sprunghaft heller geworden, und ich vermute einfach einmal, dass die Sendeleistung (ERP) auf der 801 bereits vor einigen Wochen oder sogar Monaten massiv reduziert wurde, und statt der früheren 100kW nur noch 10 oder gar nur 1kW rausgegangen sind.

Das AM-Signal kam nämlich heute und auch in den letzten Wochen hier im Allgäu extrem schwach an. Ich musste meinen Walkman nahe am Fenster in die richtige Richtung halten und das Gerät auf maximale Lautstärke stellen, um noch einigermaßen die Worte des Moderators aus dem AM-Signal zu verstehen. Der Suchlauf ist nie bei der 801 stehen geblieben, musste also manuell abstimmen, was in früheren Zeiten, wenn ich mich richtig erinnere, auch anders war.

Und jede noch so kleine Störung machte sich bemerkbar. Wusstet Ihr, dass sogar eine Infrarot-Fernbedienung einen sehr schwachen AM-Empfang stören kann? Obwohl diese doch eigentlich nicht mal Funksignale aussenden sollte? Habe nämlich kurz den Fernsehton leiser gestellt um festzustellen ob der Ton auf Mittelwelle "schneller" ist.

Ach ja, und auch ich habe meine Erinnerungen an die Mittelwelle:

- Mein Uropa hat über lange Zeit hinweg NUR Mittelwelle gehört, obwohl sein Röhren-Radio auch bereits UKW gekonnt hätte. Beliebt bei ihm waren die Weiß-blaue Truhe mit Kabarett und Kommödienstadel, Wunschkonzert mit Fred Rauch und später Franz Messmer am Mittwochabend und Telefonwunschkonzert mit Klaus Havenstein oder Ruth Kappelsberger am Freitag, sowie zahlreiche Volksmusik-Sendungen auf Bayern 1 auf 801Khz. Aber auch an das Wunschkonzert jeden Samstag und Sonntag ab 14 Uhr auf Radio Vorarlberg, Dornbirn-Lauterach 1026 KHz - diese Frequenz ist ja auch schon längst Geschichte - kann ich mich noch erinnern. Irgendwann habe ich dem Uropa dann allerdings seine beiden Lieblings-Sender auf UKW eingestellt bzw. gezeigt, wie er diese einstellen kann.

- Als Kind im Urlaub in Italien bin ich nach dem Abendessen vor dem Hotel ins Auto gestiegen und konnte über 801 (oder ganz früher über 1602 KHz) das Betthupferl und danach die Nachrichten hören. Später hatten wir dann ein Kofferradio dabei, was man auch mit ins Zimmer oder sogar an den Strand mitnehmen konnte, da gab es auch Kurzwelle und auf 6085 KHz Bayern 3 mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch. Ja, und manchmal auch die benachbarte 6090 mit RTL erwischt, oder die 6000 KHz von Radio Tirol Innsbruck, Samstag Abends mit der Tanzmusik auf Bestellung, auch das ist Alles längst Geschichte.

Mittelwelle, Langwelle und Kurzwelle waren für viele Jahrzehnte die einzige Möglichkeit, im Ausland deutschsprachige Sender hören zu können. Erst Anfang der 80er Jahre, als in Italien die Privatsender starteten, gab es einzelne regionale Stationen, die speziell für Urlauber in deutsch sendeten, wie z.B. Radio Adria. Mitte der 80er Jahre hat dann eine Kette von privaten lokalen Fernsehsendern sogar für eine Stunde am Tag das ZDF-Fernsehprogramm in Südtirol abgegriffen und über Senderketten-Ballempfang bis an die Adria gebracht, so dass man im Hotel die "Heute-Nachrichten" sowie die erste halbe Stunde der ZDF-Hitparade sehen konnte. Satelliten-TV und auch Kabel gab es damals noch nicht.

Heute hat man Satelliten und das Internet, und dank der Tatsache, dass unsere deutschen Sender gottseidank unverschlüsselt senden, ist die "Tagesschau" und der deutsche Wetterbericht (den sieht man im warmen Süden doch besonders gerne, wenn dort die Sonne scheint und man noch baden kann, und daheim regnet es und ist kalt), oft sogar in HD-Qualität, in den meisten europäischen Hotelzimmern selbstverständlich.

Und ich selber habe darüber hinaus auch schon die Möglichkeit genutzt, dank kostenlosem WLAN im Hotel über "Tune In Radio" nicht nur Bayern 3 oder Bayern 1, sondern sogar lokale heimische Sender wie z.B. Das Neue RSA Radio auf einer Insel in Griechenland über mein Handy in einwandfreier Qualität hören zu können, was früher nie denkbar gewesen wäre.

von Allgäuer1911 - am 30.09.2015 12:22
Nach der Abschaltung der BR-Mittelwellen ist es mal wieder Zeit für eine kleine LW/MW/KW-Inventur (nach Ländern sortiert) ...



BERLIN => alle Sender abgeschaltet


BRANDENBURG
Nauen (MB) => div. KW-Dienste auf zahlreichen Frequenzen
[Königs Wusterhausen (Förderverein Sender Königs Wusterhausen) => 810 welle370 (kein permanenter Dienst)]


SACHSEN => alle Sender abgeschaltet


THÜRINGEN => alle Sender abgeschaltet


SACHSEN-ANHALT => alle Sender abgeschaltet


MECKLENBURG-VORPOMMERN
Göhren bei Schwerin (priv. KW-Station) => 6190, 7265, 9485 div. Progr.


SCHLESWIG-HOLSTEIN
Neumünster (MB) => 1269 DLF + Seewetterbericht => Abschaltung 31.12.15


HAMBURG => alle Sender abgeschaltet


BREMEN => alle Sender abgeschaltet


NIEDERSACHSEN
BS/Königslutter-Cremlingen (MB) => 756 DLF => Abschaltung 31.12.15
Weenermoor (priv. KW-Station) => 3995, 7365 div. Progr.
Hannover-Uni (Institut für Kommunikationstechnik) => 26045 Hannover RFmondial Radio [DRM]


NORDRHEIN-WESTFALEN
Nordkirchen (MB) => 549 DLF => Abschaltung 31.12.15
Datteln (priv. KW-Station) => 6150 Europa 24
Mönchengladbach-Pongs (AFN) => 1143 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Kall (priv. KW-Station) => 3985, 5980, 6005, 6085, 7310, 9700 div. Progr.


HESSEN
Biblis (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen
Lampertheim (IBB) => RFE, RL, VoA auf zahlreichen Frequenzen


BAYERN
Bayreuth/Thurnau (MB) => 549 DLF => Abschaltung 31.12.15
Erlangen (Fraunhofer-Institut) => 15785 biteXpress [DRM]
Vilseck (AFN) => 1107 AFN Power Network => Abschaltung bis 10/2016
Rohrbach (priv. KW-Station) => 6070 Channel 292


BADEN-WÜRTTEMBERG
Ravensburg (MB) => 756 DLF => Abschaltung 31.12.15


RHEINLAND-PFALZ => alle Sender abgeschaltet


SAARLAND
Heusweiler (SR) => 1179 Antenne Saar und 1422 DLF => beide Abschaltung 31.12.15
SLS/Felsberg (bce) => 183 Europe 1




Ergänzungen und Korrekturen sind erwünscht.

von Manager. - am 30.09.2015 16:48
Zitat
DLF-Fan1422
Gerne erläutere ich die hohen Kosten der Umrüstung auf DAB+, gerade für ältere Fahrzeuge in schwach abgedeckten Gebieten. Hier eine beispielhafte Rechnung:

- DAB+-Empfänger 50,- EUR
- Magnetfuß-Antenne 30,- EUR
- FM-Transmitter 20,- EUR


ach FM? ich dachte man braucht einen MW-Transmitter? :D


Jetzt mal ernsthaft und neutral. Was ist mit DR Kultur und DR Wissen die gar nicht auf Mittelwelle sind. Es beschwert sich doch auch keiner, das man die beiden Programme (noch) nicht überall empfangen kann. Ja, es gibt noch Versorgungslücken bei DAB+ die man bei die 4 Mittelwellen Sendestandorten in Deutschland nicht hat, aber was nützt mir das, wenn der Empfang dieser Lückenlosen terrestrischen Verbreitungsweges aber nur noch im Wald funktioniert und zudem nur ein Programm des Deutschlandradios liefert?.

Ganz genau genommen, ist der Empfang bei MW auch nicht lückenlos. Im Gebirge ging nach meiner Erfahrung die MW noch nie gut. Selbst in der Oberpfalz habe ich große mühe in der Wohnung die 549 kHz störungsfrei zu empfangen, bei der 801 kHz (BR) was noch schlimmer. In einer Großstadt ist der Empfang dank S-Bahnen und co. zu gut wie gar nicht mehr möglich. Die Mittelwelle ist einfach zu Störungsanfällig! Am Arbeitszimmer und erst recht in Büros von Firmen kann man die Mittelwelle vergessen. Das einzige Mittelwellen Programm das auch im Arbeitszimmer bei mir einiger maßen „Anhörbar“ wäre, ist der AFN auf 1107 kHz. Aber auch nur weil der Sender nicht weit weg von mir ist. Womit ich der Meinung bin, das man für einen einigermaßen Störungsfreien Empfang der Mittelwelle ebenfalls überall wieder Sender errichten müßte, womit man gleich DAB+ aufbauen kann

Ich kann es ja verstehen, das es Leute gibt, die an der Mittelwelle hängen. Als die 801 khz abgeschaltet würde, wars bei mir auch ein komisches Gefühl. Aber man muss halt realistisch sein. Man kann nicht ewig MW- Rundfunk betreiben und ehrlich gesagt, jeder der noch wunderschöne alte Radios hat und sie liebevoll wartet und pflegt, ist technisch so begabt, das er locker für seine Schätzin einen kleinen MW- Sender mit paar Meter Reichweite bauen kann womit er dann sogar sein Lieblingssender auf MW-Radios erklingen lassen kann ;)

Zum Mobilempfang, auch hier ist die Mittelwelle unterlegen, auch hier hätte man Störungen, wenn der Sender nicht gerade um die ecke ist, wenn man die Elektronik und der Motor im Auto selbst nicht aufwendig von die Autohersteller mittlerweile abgeschmiert und entstört hätten. Ansonsten hat man immer Störungen im Mittelwellenband. Selbst beim Radfahren (mit Licht). Für Moped und Motorradfahrer ist MW auch nicht zu gebrauchen, da stört der Motor selbst schon. Selbst wenn MW im Auto furtz, sobald ich an das Bordnetz das Handy oder Navi zum laden dran hängen muss, ist das MW- Band zugepeifet, DAB funktioniert dagegen weiterhin.

Ich für meinen Teil, sehe keinen ernsthafte Grüne mehr, gegen eine Abschaltung

von Kohlberger91 - am 02.12.2015 14:24
Zitat
DLF-Fan1422
Ist aber der Erhalt eines einzigen, in öffentlich-rechtlicher Hand befindlichen Standorts bei einer Leistungshalbierung auf 200 kW sowie einer 6-stündigen Nachtabschaltung wirklich zu viel verlangt? Dies entpräche einer ungefähren Einschränkung des AM-Sendeangebots in Höhe von über 90%!


Ja weils nichts bringt für die paar Hörer in Saarland und teilen von Rheinland-Pfalz die MW aufrecht zu halten. Warum sollte man Heusweiler unter denn Vorwand der derzeitigen schlechten Versorgung von DAB+ und UKW weiterlaufen lassen, der unter dem Tag bis auf das Saarland und teile Rheinland-Pfalz ebenfalls die restlichen Lücken in Deutschland nicht füllen kann. Andere haben auch eine schlechte Versorgung. Dann müsste man da auch die Mittelwellen weiterlaufen lassen. Was haben z.B die DLF- Hörer von Cham die ebenfalls eine schlechte UKW Versorgung und DAB (zurzeit) haben, von Heusweiler?! Nichts! und in denn Nachtstunden wird dort auch keiner auf MW umschalten. Selbst wenn man alle 4 Mittelwelle weiter betrieben würde, hätte man trotzdem noch Lücken wo die MW, UKW und DAB+ unzureichenden ankommen.

Lieber deine geforderten 200kW einsparen und dafür in deiner Umgebung 20 DAB+ Sender mit 10kW errichten. Bis dahin muss man halt mobil mit einer schlechten UKW bzw. DAB+ Empfang im Kauf nehmen. Zuhause hat man genug Wege, denn DLF weiter zu hören.

Zitat
DLF-Fan1422
Der Sender Heusweiler würde bis zum weiteren DAB+-Ausbau den einwandfreien DLF-Empfang in Rheinland-Pfalz, im Saarland[/b] sowie in Luxemburg, Teilen Frankreichs und Belgiens gewährleisten.


Für Luxemburg, Frankreichs und Belgien???, da könnte man genauso sagen, man müßte die 549 kHz weiter laufen lassen für teile von Österreich, teile der Schweiz und Tschechien... Ehrlich gesagt würde ich es auch nicht gereicht finden, wenn die Urlauber in Frankreichs und Belgien über MW denn DLF weiter hören könnten, wären die Urlauber in z.B Österreich nach 2015 ihn nicht mehr können. Zudem ist der DLF gar nicht fürs Ausland zuständig. Für die EU- Auslandversorung käme nur Kurz- und Langwelle in bedacht. Dazu braucht es aber ein Auslandsprogramm, die DW gibt aber nicht mehr. Zudem wird eh keiner hören, außer paar Fakts unter uns. In Hotelzimmer wäre der Empfang wegen die lokalen Störnebel eh nicht gegeben.

Es nutz nichs, die Kurz-, Land- und Mittelwelle sind bei der Deutschen Bevölkerung so gut wie tot. Schaut dich mal um und frag mal die Leute, da kommen setzte: „wie ich kann den DLF auch noch über diese Mittelwelle hören, dachte das wäre seit der Wende längst abgeschaltet worden“.
Bei die Jungen ist Kurz-, Lang- und Mittelwelle großenteils unbekannt.
.

von Kohlberger91 - am 02.12.2015 16:36
Zitat
Randfunker
Armes Deutschland, wenn es nicht mal mehr das bezahlen könnte!


Bezahlen schon, aber es lohnst sich nicht, warum soll man Gelder aus dem Fenster werfen für vielleicht 10 Leute im Saarland. Es steht zu keinen Verhältnis! Andere reiche Länder wie die Schweiz machen es auch nicht und haben schon viel eher abgeschaltet. Es lohnt sich einfach nicht mehr! Kein DLF- Hörer, außer du und der Herr DLF-Fan1422 schalten auf MW um, wenn der DLF über UKW bzw. DAB nicht mehr geht! Ich und andere Dradio Kultur, Dwissen Hörer haben auch nicht die Möglichkeit auf MW umzuschalten wenn man in ein Gebiet fährt ohne 5C. Somit ist die Argumentation, DLF auf Mittelwelle als mobile Lückenversorgung nicht haltbar, wenn dann würde es höchsten diese Versorgung nur dem DKultur zustehen, weil die viel größe UKW-Lücken haben als der DLF. Zuhause hat man inziwschen genug Alternativen um den DLF und co. vernünftig weiter zu empfangen. Für die weitere Versorgung des Röhrenradios wird ein MW- Transmitter an die Sat/Kabel/UKW oder DAB Anlage angeschlossen und gut ist. Also auch für die Stationäre Versorgung wird keine Mittelwelle mehr benötigt.

Zitat
Randfunker
Verstehe nicht, wie sich grosse Nationen wie D und F selbst terrestrisch schon für 30-60 km hinter ihren Landesgrenzen derart mundtot machen können.


Die Deutschen Sender sind nicht für die Auslandsversorgung zuständig. Wer sie trotzdem außerhalb Deutschlands hören möchte, kann das kostenlos ohne GEZ Gebühr über Satellit tun. Mobil hat nach 60km eben Pech gehabt. Weiter geht die MW mit Normalaufwand am Tag vernünftig aber auch nicht. Wenn ich und viele andere den DLF, Dkultur usw.. nicht mehr hören können, warum auch immer, kein DAB, keine örtliche UKW-Frequenz usw... dann hört man halt die örtlichen Infowellen wie Bayern2, B5 Aktuell oder legt sich eine Musik auf, aber keiner (außer Radiofreaks) kommt auf die Idee auf MW um zu schalten.

Zitat
Randfunker
Heusweiler versorgt bei Dunkelheit die weitesten Teile Europas, deshalb wäre ich gegen eine Nachtabschaltung, sondern eher für einen 24-Stunden-Betrieb mit 200 kW.

Gerade in der Abend bzw. in der Nacht, wo die meisten Leute wenig Radio hören, hätte man erst eine Europa Versorgung, unter dem Tag hätte man aber ebenfalls nur ein Empfangsradius wie ein großer UKW Sender (Normalaufwand). Darum bin ich der Meinung, wenn man Europa versorgen möchte, wären Lang- und Kurzwelle effizienter! Da man aber nicht mehr Europa terrestrisch (mit) Versorgen möchte, weil eh fast keiner mehr, diese Verbreitungsweg(e) hört bzw. benutzt. Wäre auch das nur noch Geldverschwendung. Infomaitonen kann man sich im Hotel Abends vor dem Fernseher. Ein Deutsches TV Programm ist bei Europäischen Hotels, wenn nicht gerade die letzte absteige ist, immer zu empfangen (Einspeisung über 19,2 oder 13,0). Notfalls muss man mal ohne Deutsche Nachrichten im Urlaub aus kommen.

von Kohlberger91 - am 04.12.2015 15:40
ach immer die uneinsichtigen, die nicht wahr haben wollen das die MW ausgedient hat. Wie lange soll man denn noch darüber Senden, auf ein System das fast niemand mehr hört?
Meine Erfahrung zeigt das bis auf auf MW- Radiofreaks keiner mehr die MW freiwillig einschaltet... Seien wir doch mal realistisch, wie viel werden von von die wenigen DLF Hörer wirklich ihn noch über MW hören?. Warum wird nichs berichtet in der Presse von empörten Menschen die sich beschweren, das die MW abschaltet wird?

Zitat
ulionken
Woher glaubst Du denn, das so genau zu wissen? Es sind sicher nicht mehr so viele Leute, aber ich gehöre zum Beispiel auch dazu.


Keiner in meinen Kunden, Verwanden und Freundeskreis regt sich über die Abschaltung auf! Nur die Radioleute, die auf MW stehen. Die meisten Leute gehen sogar davon aus, das die MW schon längst nicht mehr geben würde... Keiner im Dorf hört mehr Mittelwelle. Berruflich bin auch noch keinen begegnet der MW hören würde.

Zitat
ulionken
Aber gegen das Argument, die Mittelkwelle brauche es wegen Internet oder Satellit nicht mehr, gibt es genügend Beispiele, wo das eben nicht funktioniert.


Dann gib mir mal Beispiele, wo es in Deutschland nicht Funktionen soll in der Wohnung, den DLF auch auf andere Wege als über MW zu empfangen? In Deutschland braucht man in die eigen 4 Wänden keine Mittelwelle mehr. Internet lass ich weg, aber jeder hat endwieder Kabel oder eine Sat- Anlage oder eine Antenne auf dem Dach zu hause mit dem man den DLF empfangen kann. Wo ein Wille, da auch ein Weg! Und die Bürger in Skandinavien und Frankreich können sich auch eine Sat-Anlage aufbauen und dann wiederhin DLF hören.

Zitat
ulionken
Das ist falsch. Die DLF-Mittelwelle 1269 kHz kann man praktisch in ganz Dänemark und in Südschweden rund um die Uhr hören, ohne besonderen Aufwand, Das sind ein paar Hundert Kilometer. In Benelux und Ostfrankreich kommt 1422 kHz rein. Siehe auch mein Beitrag weiter oben über den Empfang in Nordengland, mit einem Standard-Autoradio.


Und was ist mit die andern Europärischen Ländern? Warum soll man die paar Länder weiterhin mit DLF versorgen, endwieder alle oder keins, was soll die bevorzugung von z.B Frankreich?

Für die Mobile Versorgung des Europäischen Ausland wäre wie gesagt die Lang- und Kurzwelle viel besser geeignet und zudem effizienter. Ich komme doch mit der gleichen Leistung auf LW bzw. KW viel weiter als auf die Mittelwelle. Die MW war bis auf die Bürger der ehemaligen DDR nie offiziell für die Auslandsversorgung zuständig, sie war schon immer für die Inlandsversorgung zuständig, das sie 100km noch ins andere Ausland rein stahlt, war ein Nebeneffekt, aber bis auf die Gebiete der ehemaligen DDR nicht absichtlich gewollt.

Zitat
ulionken
Das ist völlig falsch, vielleicht von typischen Urlauberhotels abgesehen. In UK und Irland findest Du praktisch kein Hotel mit deutschen Programmen im TV, ob Absteige oder Luxushotel, weil die Programme via Freeview oder Freesat (28.2°E) abgegriffen werden. Schüsseln 19,2° oder 13° E gibt es kaum. Hotels in Italien haben zwar oft 13°-Empfang, aber deutsche Programme sehr selten. Ähnlich in Skandinavien und Frankreich...


okay dann nehm ich das zurück, meine Erfarungen in Bilbao, Barcelona, Prais, Prag waren andere... zudem habe Ich aber ja auch gesagt, "Notfalls muss man mal ohne Deutsche Nachrichten im Urlaub aus kommen." Zudem hat man meisten W-lan im Hotel. Zugegeben nicht überall kostenlos, aber wer wirklich drauf nicht verziehten kann, wird es auch leisten können.

von Kohlberger91 - am 04.12.2015 20:08
Zitat
Kohlberger91
ach immer die uneinsichtigen, die nicht wahr haben wollen das die MW ausgedient hat. Wie lange soll man denn noch darüber Senden, auf ein System das fast niemand mehr hört?


Meinst Du mich damit? Dann mach mal halblang mit diesen pauschalen Vorurteilen, denn auch damit liegst Du falsch. Die Mittelwelle hat nach meiner Meinung für die grosse Mehrheit der Leute ausgedient, und ich rege mich deshalb über die Abschaltungen auch nicht auf.

Ich kritisiere nur, dass man die Abschaltung mit zum Teil falschen Behauptungen begründet, etwa damit dass "niemand" das mehr höre (in meinem Bekanntenkreis gibt es auch andere Beispiele) und dass Internet oder Satellit als Ersatz genügten (was nicht überall stimmt). Ich kann nachvollziehen, dass man den Gebührenzahlern die Ausgaben wegen der geschwundenen Hörerzahlen nicht mehr zumuten will, aber bitte nicht mit vereinfachenden oder falschen Fakten.


Zitat
Kohlberger91
Dann gib mir mal Beispiele, wo es in Deutschland nicht Funktionen soll in der Wohnung, den DLF auch auf andere Wege als über MW zu empfangen?


Ich habe mich dabei nicht auf den stationären Empfang in Deutschland bezogen, sondern aufs Ausland und auf den Mobilempfang in D. Die Beispiele UK, Südskandinavien, Ostfrankreich habe ich genannt. Dafür wäre die DW auf Kurzwelle zuständig gewesen, aber die hat ja schon vor ein paar Jahren den Stecker gezogen. In D gibt es noch erhebliche Lücken, wo die MW ausgeholfen hat, die allerdings mit DAB+ nach und nach geschlossen werden.


Zitat
Kohlberger91
In Deutschland braucht man in die eigen 4 Wänden keine Mittelwelle mehr. Internet lass ich weg, aber jeder hat endwieder Kabel oder eine Sat- Anlage oder eine Antenne auf dem Dach zu hause mit dem man den DLF empfangen kann. Wo ein Wille, da auch ein Weg! Und die Bürger in Skandinavien und Frankreich können sich auch eine Sat-Anlage aufbauen und dann wiederhin DLF hören.


Als ich einige Zeit in UK gewohnt habe, da hatte ich auch so eine Schüssel im Garten stehen. Wenn man als Tourist oder auf Arbeit unterwegs ist und nur ein paar Tage bis Wochen an einem Ort, dann ist das irgendwie schon etwas unpraktikabel.:rolleyes:

Zitat
Kohlberger91
Und was ist mit die andern Europärischen Ländern? Warum soll man die paar Länder weiterhin mit DLF versorgen, endwieder alle oder keins, was soll die bevorzugung von z.B Frankreich?


Die 1422 kHz funktioniert abends in weiten Teilen Europas. Es wäre Ausgabe der DW gewesen, so einen Sender zu übernehmen, z.B. für ein paar Stunden am Abend. Hat sie aber nicht gemacht, vermutlich auch weil Deutsche im Ausland eigentlich nicht mehr ihr Zielpublikum ist.

Zitat
Kohlberger91
Für die Mobile Versorgung des Europäischen Ausland wäre wie gesagt die Lang- und Kurzwelle viel besser geeignet und zudem effizienter. Ich komme doch mit der gleichen Leistung auf LW bzw. KW viel weiter als auf die Mittelwelle. Die MW war bis auf die Bürger der ehemaligen DDR nie offiziell für die Auslandsversorgung zuständig, sie war schon immer für die Inlandsversorgung zuständig, das sie 100km noch ins andere Ausland rein stahlt, war ein Nebeneffekt, aber bis auf die Gebiete der ehemaligen DDR nicht absichtlich gewollt.


Schön und gut und richtig, nur gibt's Rundfunk aus Kurzwelle aus D bereits seit Jahren kaum noch; die Mittelwelle war nur noch ein Ersatz dafür.

Zitat
Kohlberger91
okay dann nehm ich das zurück, meine Erfarungen in Bilbao, Barcelona, Prais, Prag waren andere... zudem habe Ich aber ja auch gesagt, "Notfalls muss man mal ohne Deutsche Nachrichten im Urlaub aus kommen." Zudem hat man meisten W-lan im Hotel. Zugegeben nicht überall kostenlos, aber wer wirklich drauf nicht verziehten kann, wird es auch leisten können.


Es war halt eine sehr praktische Sache - ein kleines Radio und Empfang auf KW und evtl. MW von praktisch überall auf der Welt. Mit der Abschaltung der DLF-Mittelwelle ist das nun auch für Euiropa endgültig vorbei. Ich halte mich nun an die örtlichen Radios im Ausland (BBC, Radio France) und lade sonst bei Verfügbarkeit von WiFi mein Handy oder Tablet mit Nachrichten aus D auf.

73 de Uli

von ulionken - am 04.12.2015 21:19
Zitat
ulionken
Meinst Du mich damit?

Nein das war allgemein gemeint

Zitat
ulionken
Als ich einige Zeit in UK gewohnt habe, da hatte ich auch so eine Schüssel im Garten stehen. Wenn man als Tourist oder auf Arbeit unterwegs ist und nur ein paar Tage bis Wochen an einem Ort, dann ist das irgendwie schon etwas unpraktikabel.:rolleyes:


Naja, das Problem hat man in andern Ländern auch.

Zitat
ulionken
Die 1422 kHz funktioniert abends in weiten Teilen Europas. Es wäre Ausgabe der DW gewesen, so einen Sender zu übernehmen, z.B. für ein paar Stunden am Abend. Hat sie aber nicht gemacht, vermutlich auch weil Deutsche im Ausland eigentlich nicht mehr ihr Zielpublikum ist.


Ich habe in mein Auslandsaufenthalte bis auf Irland, GB bzw. Nordost Europa nie eine einzige DLF Frequenz loggen können mit einen normalen MW- Radio. In Spanien z.B war am Abend alles mögliche drauf aber DLF könnte ich leider nicht hören. Das leihautro brachte nur preifen auf MW vom vorschein.

Zitat
ulionken
Schön und gut und richtig, nur gibt's Rundfunk aus Kurzwelle aus D bereits seit Jahren kaum noch; die Mittelwelle war nur noch ein Ersatz dafür.


Aber Langwelle hätte man weiter betreiben können ;)

Zitat
ulionken
Es war halt eine sehr praktische Sache - ein kleines Radio und Empfang auf KW und evtl. MW von praktisch überall auf der Welt. Mit der Abschaltung der DLF-Mittelwelle ist das nun auch für Euiropa endgültig vorbei. Ich halte mich nun an die örtlichen Radios im Ausland (BBC, Radio France) und lade sonst bei Verfügbarkeit von WiFi mein Handy oder Tablet mit Nachrichten aus D auf.


Ja schön und gut, aber wer macht das außer uns Radioleuten noch? Beim Sicherheitsreitscheck am Müncher Flughafen ist man jedes mal erstaunt und einer hat mal zu mir gesagt, das er seit 20 Jahren keinen mehr mit einen Weltempfänger verreißen gesehen hat. Mit DAB hatte ich sogar schon öfter Probleme gehabt, wenn man es einschalten müßte und das Radio nichts abspielte, weil dort nichts geht, zum glück ging aber UKW schwach und ich dürfte ihn wieder einpacken :D

Zitat
Jens1978
Woher willst du das wissen? Vielleicht haben einige auch einfach einen anderen Sender eingeschaltet?

Naja das ist ja auch eine Lösung :D Ne im erst, Natürlich werden manche auch zu einen andern Sender gewechselt haben, die wo wirklich aber nur D-Kultur hören wollen, werden mit Hilfe durch ihren örtlichen Elektriker eine Lösung gefunden haben und das wird auch beim DLF der Fall sein. Beim Analogen Fernsehen wars auch nicht anders, als die ganzen Füllsender weg gefallen sind und die neu gekauften DVB-T Box mit der Zimmerantenne des Fernsehers nichts anfangen könnte (weil man wieder eine Dach bzw. Außenantenne braucht) haben wir auch maßen weißen die Leute auf Satellit umgestellt. GutOkay, Ich gehe ja zu, Radio kann man mit Fernsehen nicht vergleichen. ;)

von Kohlberger91 - am 04.12.2015 22:19
Zitat
B.Zwo
Zitat
Kohlberger91

Aber Langwelle hätte man weiter betreiben können

Warum das denn? Die ist mindestens genauso störanfällig und kann von den meisten Autoradios nicht mal empfangen werden.


Weil hier die Weiterbelebung von die 1422 khz wegen denn Mobilen Versorgung gefordert würde bzw. wird, weil die Mobile Versorgung von DAB und UKW in Saarland nicht gut ist. Ich bin halt der Meinung, das dass aber ein deutschlandweits Problem ist und deswegen besser wäre mit der geforderten Sendeleistung, auf LW oder KW zu funken statt auf 1422 khz, bis die Vorsorung mit DAB gut wäre... Mit der LW hätten auch die mit Menschen am Tag was, die eben nicht in Saarland wohnen aber ebenfalls in DAB/UKW Versorgungslücken pendeln müsse und dabei auf DLF nicht verzichten wollen. ;) Störanfällig ist sie genauso, das hab ich auch nicht anders behauptet.

Das mit die Radios trifft aber auch bei Mittelwelle zu. Nicht alle Autoradios haben MW. Wenn sie es haben, haben die meisten auch LW. Trefft natürlich nicht bei allen zu. Mein JVC Gerät hat sogar nur ein AM band das von LW bis MW durch geht. Die Lücke von 250 bis 521 kHz wird dabei ausgelassen. Beim Fordradio meines Freundes ist MW und LW Band getrennt, allerdings sind die beiden Bänder so schlecht umgesetzt, das man mit dem Radio, MW aber auch LW vergessen kann, das wird bestimmt auch andere Autoradios auch zutreffen, natürlich nicht bei allen.

Eins möchte ich klar stellen, ich bin nicht dafür aber auch nicht dagegen für die Weiterbelebung aller 3 AM Bändern. Ich kann aber sehr gut die Abschaltungen neutrall nachvollziehen, alleine schon wegen die Störanfälligkeit und der viel zu geringen Hörerzahl. Nur wenn man AM wegen der Lückenversorgung weiter versorgen möchte, wäre 1X LW Sender dafür besser geeignet als ein 1X MW Sender. Weil man mit der gleichen Sendeleistung auf LW auch am Tag viel weiter kommen würde als mit der 1422khz ;) Allerdings darf man sich schon mal fragen und die frage ist berechtigt, warum dem DLF eine Lückenversorgung ber AM z.B mit der Weiterbetrieben der geforderten 1422khz zustehen sollte wären das D-Radio Kultur, das noch eine schlechte Versorgung hat oder DWessen, das gar keine UKW Frequenzen hat, nach wie vor keine Lücken Versorgung hätte. Das ist nicht böse gemeint. Neutral gesehen hat der DLF immerhin viel mehr UKW Großsender, als das dass D-Radio hat, das mit UKW furzeln auskommen muss. Damit da jetzt keine Missverständnisse aufkommen, ich höre alle 3 D-Radios gerne und bevorzuge jetzt nicht das Kulturradio. Es ist halt Tatsache das dass Kulturradio noch eine schlechtere und das Wissensradio, gar keine UKW Versorgung hat, als der DLF. Es wäre Neutral gesehen, gerechter wenn eines der beiden Programmen, von euren geforderten Weiterbetrieb der MW, als Lückenfüller, in Anspruch nehmen dürfte. ;)

Nachdem es keine Protestwellen von bürgen in Deutschland, anders in Irland gibt. Wird die Abschaltung komplett kommen, womit sich weitere pro/contra Diskussion darüber erledigen. Ich sehe kein Problem bis auf die Mobile Versorgungslücken, das die MW abgeschalten wird. Zuhause gibt es genug Möglichkeiten, das man den DLF weiter hören kann. Mobil muss man so wie die DKultur und Dwissen Hörer und Hörerrinnen auch, notgedrungen auf eine Info- bzw Kulturwelle seiner ÖRs Anstalt umschalten. ;)

von Kohlberger91 - am 07.12.2015 15:26
Nach über 100 Seiten hat dieser Thread morgen Abend sein "Ziel" erreicht. Die letzten Mittelwellen von ARD und DRadio stellen - KEF sei Dank - den Sendebetrieb ein. :-(
Hier die letzten MW-Sender des DLF und der allerletzte MW-Sender der ARD-Landesrundfunkanstalten.


MB-Sender Bayreuth/Thurnau 1980-2015
---> http://pixuria.com/?p=fbddee7ec0dba2a91e6c

---> http://pixuria.com/?p=06ee60c37181f0cdc64b
DLF 549 kHz





MB-Sender Nordkirchen 1978-2015
---> http://pixuria.com/?p=406aa20b5aaf72f308e6

---> http://pixuria.com/?p=33c38a4523d22e4235a1
DLF 549 kHz

---> http://pixuria.com/?p=0ccb77ed7ad36c3eb54a
Sendemast

---> http://pixuria.com/?p=b8a3cf3ef6cf13fceefa
Reflektormast





MB-Sender Neumünster 1967-2015
---> http://pixuria.com/?p=60feebc5e7bdc94f3b16

---> http://pixuria.com/?p=60feebc5e7bdc94f3b16
DLF 1269 kHz

---> http://pixuria.com/?p=2a546eca27107f01fd4d
Links der Sendemast, rechts der Reflektormast





MB-Sender Braunschweig/Cremlingen 1962-2015
---> http://pixuria.com/?p=e872911b7255f986d572

---> http://pixuria.com/?p=5984fb8df244c278cb2f


---> http://pixuria.com/?p=be03b86a350ac799a581
DLF 756 kHz

---> http://pixuria.com/?p=0355582d5587990e53d2
Links der Sendemast, rechts der Reflektormast





MB-Sender Ravensburg/Wilhemskirch 1951-2015 (bis 1964 SWF-Sender)
---> http://pixuria.com/?p=2e7b8f7bcccdceca3e50

---> http://pixuria.com/?p=b492a8013e7003ab1f57
DLF 756 kHz 1962-2015

---> http://pixuria.com/?p=8330bb4ea66e05a22aba
Sendemast

---> http://pixuria.com/?p=d6ab61bf9cdd8c579850
Reflektormast





SR-Sender Heusweiler 1935-2015
---> http://pixuria.com/?p=0801a0ca92df63a102db

---> http://pixuria.com/?p=47f206f1007f8d4bdcdb

---> http://pixuria.com/?p=c6947a9888157261be6a
DLF 1422 kHz 1994-2015 (zuvor SR 1 Europawelle Saar)

---> http://pixuria.com/?p=bf361fcca9e4c9ad5479
Rechts der Sendemast mit Reusenantenne, links der Reflektormast

---> http://pixuria.com/?p=01824d499191c41709dc
Schutznetz über der A 8 ("Faradayscher Käfig")

Zum Schluss noch der letzte MW-Sender der ARD...
---> http://pixuria.com/?p=1451505624206f739a92
Antenne Saar 1179 kHz 2005-2015

von Manager. - am 30.12.2015 20:19
Formal sollte der auch komplett stehenbleiben:

https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/Gast/Denkmalliste_Sachsen.aspx

08964292 Wilsdruff, Stadt — [Wilsdruff] — Birkenhainer Höhe, 1; 2; 3; 4

Einzeldenkmale der Sachgesamtheit Sender Wilsdruff: drei Wohnhäuser mit Werkswohnungen (1953), Einfriedung, Torhaus (Haus U), Verwaltungsgebäude mit Speise- und Veranstaltungssaal (Haus B, bez. 1954) sowie Interieur, männliche Plastik, Stützmauern, Garagengebäude, weiteres Nebengebäude, Pförtnerhaus, Sendergebäude (Haus A) mit Interieur und rückwärtigem Anbau über Eck, Maschinenhaus (Haus C) mit rückwärtigem Anbau und Kühlturm, Lüftungsbauwerk mit älterem Kern, drei Antennenhäuser, Reusenantenne, Werkstatt- und Bürogebäude, Sendemast (154 m hoch) mit Fußgebäude, drei Wachtürme und Schutzzone für das Technikgelände, die original erhaltene Sendetechnik mit Versorgungsanlagen, originales Interieur in Haus A und Haus B: Wandbild (im Speisesaal), Innentüren, Wand- und Deckenleuchten, Wanduhren, Parkettböden, Treppengeländer (siehe auch Sachgesamtheitsliste - Obj. 09300471, gleiche Anschrift)


09300471 Wilsdruff, Stadt — [Wilsdruff] — Birkenhainer Höhe, 1; 2; 3; 4

Sachgesamtheit Funkamt (ehem.), Sender Wilsdruff mit folgenden Einzeldenkmalen: drei Wohnhäuser mit Werkswohnungen (1953), Einfriedung, Torhaus (Haus U), Verwaltungsgebäude mit Speise- und Veranstaltungssaal (Haus B, bez. 1954) sowie Interieur, männliche Plastik, Stützmauern, Garagengebäude, weiteres Nebengebäude, Pförtnerhaus, Sendergebäude (Haus A) mit Interieur und rückwärtigem Anbau über Eck, Maschinenhaus (Haus C) mit rückwärtigem Anbau und Kühlturm, Lüftungsbauwerk mit älterem Kern, drei Antennenhäuser, Reusenantenne, Werkstatt- und Bürogebäude, Sendemast (154 m hoch) mit Fußgebäude, drei Wachtürme und Schutzzone für das Technikgelände, die original erhaltene Sendetechnik mit Versorgungsanlagen, originales Interieur in Haus A und Haus B: Wandbild (im Speisesaal), Innentüren, Wand- und Deckenleuchten, Wanduhren, Parkettböden, Treppengeländer (siehe Einzeldenkmalliste - Obj. 08964292, gleiche Anschrift), mit umgebender Parkanlage (Gartendenkmal) und folgenden Sachgesamtheitsteilen: Pflasterflächen, Wegeabgrenzungen, die umlaufende, westlich des Sendemastes im spitzen Winkel zulaufende, doppelte Baumreihe um die Sendetechnik sowie Gehölze als Flurstücksbegrenzung

( CC-BY-NC-ND 3.0 DE / https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/)

Problem dabei: der Status "Denkmal" entbindet ja nicht von Wartungsarbeiten und entsprechenden Fristen und damit kostet das Geld. Wenn das nicht aufgebracht werden kann, wars das auch für ein Denkmal. Der Abriss des Mastes, der ein Jahr lang meinen damaligen Stammsender DT64 auf 1044 kHz abstrahlte, ist bereits 2013 beantragt worden: https://www.sz-online.de/nachrichten/denkmal-ohne-besucher-3855693.html

Älter: http://www.sz-online.de/nachrichten/funkstille-am-funkturm-2722048.html

Und ganz alt:

https://youtu.be/VXuvNfTxrJs
Andreas Ulrich kriegt sich ja kaum noch ein, sehr geile Reportage...

Und ein Jahr später zur Abschaltung von dann schon Sputnik:
https://youtu.be/hgP5wZtHlG0

(Videos: Jörg Wagner)

von Chris_BLN - am 28.02.2018 19:52
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