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ATSC, DVB-T, DTMB und ISDB-T

Startbeitrag von Kay B am 11.07.2013 01:00

Gibt es irgendwo direkte Vergleiche von ATSC, DVB-T, DTMB und ISDB-T?

Interessant wären da Gegenüberstellungen von der Mobiltauglichkeit, dem Umgang mit Mehrwegempfang, die effektive Ausnutzung der Bandbreite (also nutzbare Datenrate pro Kanal), aber auch die Lizenzgebühren.


Laut Wikipedia nutzen ATSC nur die USA, Kanada, Mexiko, El Salvador, Honduras, die Dominikanische Republik und Südkorea.

DTMB soll laut Wikipedia in China, einschließlich Hong Kong, Laos, Macau, Malaysia, Irak, Jordanien, Syrien, Lebanon und Kuba zum Einsatz kommen.

ISDB-T kommt laut Wikipedia in Japan, auf den Philippinen, auf den Malediven, in Thailand, in Botswana und in den meisten Ländern Südamerikas zum Einsatz.

Gibt es da jeweils irgendwelche politischen Zusammenhänge zwischen den Ländern, die sich für das gleiche Übertragungssystem entschieden haben? Oder waren das rein technische Entscheidungen?

Antworten:

Zitat
Kay B

Gibt es da jeweils irgendwelche politischen Zusammenhänge zwischen den Ländern, die sich für das gleiche Übertragungssystem entschieden haben? Oder waren das rein technische Entscheidungen?


Abgesehen davon, dass Wikipedia nicht immer ganz verlaesslich ist, was Funk und Fernsehen betrifft, zwischen USA, Kanada, Mexico u. Suedkorea kann man sich bald Zusammenhanege erklaeren, vom gmeinsamen Wirtschaftsraum in Nordamerika (NAFTA) bis hin zur politischen Naehe, (insbs. bei Suedkorea)

Den Rest der Zusammenhaenge verstehe ich auch nicht wirklich. Generell finde ich es schade, dass die Menschheit hier keinen gemeinsamen Standard geschaffen hat. In der heutigen mobile Welt waere dies meines Erachtens mehr als notwendig.

Zwischen Botswana und Thailand finde ich so auf die Schnelle wenig kulturelle sowie politische oder wirtschaftliche Zusammenhaenge.

von 102.1 - am 11.07.2013 07:22
Oftmals entscheidet man sich auch für das System das in dem entsprechenden Land die meisten technischen vorteile bringt. So wäre beispielsweise HD Radio bei uns undenkbar. In den USA würde hingegen DAB+ nicht funktionieren.

von Spacelab - am 11.07.2013 07:29
Ich hab mal in einer IEEE Fachzeitschrift einen Artikel gelesen, der die Frage aufwirft, ob China von allen das beste TV-System hat ...

http://spectrum.ieee.org/consumer-electronics/standards/does-china-have-the-best-digital-television-standard-on-the-planet

Freilich nutzt man auch MPEG4 HD als Video.

von andimik - am 11.07.2013 07:43
Es wäre interessant auch DVB-T2 in den Vergleich mit einzubeziehen

von Zwölf - am 11.07.2013 08:17
DVB-T2 ist praktisch kaum schlechter als DTMB. DTMB hat Vorteile beim mobilen TV-Empfang, extra für den Mobilempfang gibt es mittlerweile allerdings den Standard DVB-NGH u. dieser übertrifft DTMB in diesem Bereich an Leistungsfähigkeit.

ATSC hat den Vorteil dass ein sehr niedriger Empfangspegel ausreicht für den Empfang. Die Nachteile von ATSC sind dass nur ein Übertragungsmodus spezifiziert wurde. Es gibt nur eine Modulationsart, nur eine Schutzstärke vor Übertragungsfehlern. Kein Guardintervall. Mit dem Mehrwegeempfang klarkommen das ist Aufgabe der Empfangsgeräte. Deshalb ist der Antennenaufwand bei ATSC meist höher u. der Empfang funktioniert zuverlässig nur mit ortsfesten Empfangsgeräten.
ATSC ist das einzige Einzelträgerverfahren in diesem Vergleich, alle anderen Verfahren beruhen auf OFDM einem Vielfachträgerverfahren.

ISDB-T ist ein wenig flexibler im Vergleich zu DVB-T was die Kanalnutzung betrifft. Die Kanäle können in Segmente unterteilt werden. Ansonsten hat ISDB-T keinerlei Vorteile gegenüber DVB-T.

DTMB ist von seiner Leistungsfähigkeit her nahezu mit DVB-T2 vergleichbar. DTMB ist auf den Gleichwellenbetrieb ausgelegt u. unterstützt keine sehr kurzen Guardintervalle. Kürzest mögliches Guardintervall ist 1/9.

von Winnie2 - am 11.07.2013 10:01
Zitat
Winnie2
Ansonsten hat ISDB-T keinerlei Vorteile gegenüber DVB-T.


Brasilien und seine Nachbarn werden sicherlich einige Gründe gehabt haben, weshalb man sich von DVB-T abwendete und ein angepasstes ISDB-T einführte. Gibt es dazu vielleicht englische Berichte über die Entscheidungsfindung? In Japan wird das One-Seg-Verfahren für kleine mobile Empfangsgeräte stark beworben. Also ein Segment im Stream überträgt das komplette Bild ebenso in viel geringerer Auflösung... vor einigen Jahren hatte ich mal angefangen mich mit den ganzen technischen Unterschieden zu beschäftigen. Habe das aus Zeitmangel aber nicht mehr weiterverfolgt, bin deshalb auch sehr an so einer Vergleichstabelle interessiert, wie es der Threadersteller vorschlägt.

Auf Wiki hat man dem einen Artikel gewidmet:

http://en.wikipedia.org/wiki/1seg

Das funktioniert ganz gut, im Auto gab es aussetzerfreien Empfang auch weit ins Hinterland.

von CBS - am 11.07.2013 14:22
Zitat
CBS
Brasilien und seine Nachbarn werden sicherlich einige Gründe gehabt haben, weshalb man sich von DVB-T abwendete und ein angepasstes ISDB-T einführte.

Ich denke weil es keine passende Hardware für die genutzten Parameter gibt, deshalb hat sich Brasilien für ISDB-T entschieden.
In Brasilien wird ein 6 MHz Kanalraster bei TV verwendet sowie 60 Hz Bildfrequenz, genau wie in Japan. Für Brasilien wäre angepasst DVB-Hardware nötig gewesen.
Da war es offenbar einfacher die japanische Hardware für ISDB-T anstatt DVB-T Hardware entsprechend für die Nutzung in Brasilien anzupassen.

von Winnie2 - am 11.07.2013 20:39
Zitat

Ich denke weil es keine passende Hardware für die genutzten Parameter gibt, deshalb hat sich Brasilien für ISDB-T entschieden. In Brasilien wird ein 6 MHz Kanalraster bei TV verwendet sowie 60 Hz Bildfrequenz, genau wie in Japan.


Das ist für DVB-T(2) vollkommen irrelevant, da per Software lösbar. Siehe Kolumbien, Panama.
Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay haben übrigens 50-Hz-Netze.

Zitat

Für Brasilien wäre angepasst DVB-Hardware nötig gewesen.


Brasilien hat angepasste Hardware wegen Weiterentwicklung, z.B. MPEG-4.

Es ging aber nicht um die Technik. Es war eine politische Entscheidung.

----------------------------------------------------

Thailand hat sich für DVB-T2 entschieden.
Die Philippinen sind noch unentschieden.

Brasilien und Japan haben massives Lobbying in Lateinamerika betrieben.
Uruguay ist von DVB-T nach ISDB-T in der brasilianischen Variante umgeschwenkt.
Kolumbien und Panama sind nicht umgeschwenkt.
Jetzt betreiben Japan und Brasilien Lobbying in Afrika (besonders Angola, Botswana, Mosambik).

Allgemein: http://www.dvb.org/about_dvb/dvb_worldwide/

Afrika: http://www.digitaltvnews.net/content/?p=22344

von Manfred Z - am 11.07.2013 22:34
Zitat
Manfred Z
Das ist für DVB-T(2) vollkommen irrelevant, da per Software lösbar.


Ok, allerdings nur bei Geräten neuerer Bauart. Ältere DVB-T (u. DVB-C) Geräte nutzen konventionelle analoge HF-Frontends, die entweder auf 7 oder 8 MHz Bandbreite ausgelegt sind.
Erst ab der ZF erfolgt eine digitale Weiterverarbeitung. 6 MHz Kanalbandbreite ist bei diesen Geräten nicht möglich, auch nicht per Software nachrüstbar.
Bei neueren Geräten die nach dem SDR-Prinzip funktionieren sind mittels Software die Kanalbandbreiten flexibler programmierbar.
Als Faustregel: Kann das Empfangsgerät zusätzlich noch analoges TV empfangen ist meist ein analoges HF-Frontend verbaut u. die Kanalbandbreite ist auf best. Werte festgelegt.

Zitat
Manfred Z
Siehe Kolumbien, Panama.


Stimmt. DVB-T im 6 MHz Kanalraster.

Zitat
Manfred Z
Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay haben übrigens 50-Hz-Netze.


Diese Länder hatten PAL als analoge TV-Norm und werden das 7 u. 8 MHz Kanalraster weiter behalten.
Es sind praktisch nur die Länder die NTSC als analog TV-Norm genutzt haben die beim 6 MHz Kanalraster bleiben.
Die meisten Länder mit PAL hatten 50 Hz, die meisten Länder mit 60 Hz NTSC, bis auf solche Ausnahmen wie z.B. Brasilien.

Zitat
Manfred Z
Brasilien hat angepasste Hardware wegen Weiterentwicklung, z.B. MPEG-4.

Es ging aber nicht um die Technik. Es war eine politische Entscheidung.


Stimmt, es war keine reine Entscheidung die aufgrund technischer Vorraussetzungen getroffen wurde. Brasilien hatte wie jedes andere Land in Amerika die freie Wahl zwischen ATSC, DVB-T und ISDB-T.

Thailand hat(te) PAL als analoge TV-Norm. Die meisten Länder die PAL als TV-Norm hatten entscheiden sich für DVB-T.

ATSC unterstützt ausschliesslich 6 MHz als Kanalbandbreite. ISDB-T erfordert genau wie DVB-T(2) Anpassungen für andere Kanalbandbreiten bei den Endgeräten.

von Winnie2 - am 11.07.2013 22:55
Zitat

Ok, allerdings nur bei Geräten neuerer Bauart. Ältere DVB-T (u. DVB-C) Geräte nutzen konventionelle analoge HF-Frontends, die entweder auf 7 oder 8 MHz Bandbreite ausgelegt sind.

Und ab wann gabs dann diese Geräte "neuerer" Bauart? Ich habe mehrere DVB-T-Empfänger bei denen ich in der manuellen Suche 6 MHz Bandbreite einstellen kann. Darunter auch ein Empfänger den ich bereits 2005 gebraucht (in Deutschland) gekauft habe. 2005 ist ja nicht unbedingt als neu zu bezeichnen.

von Zwölf - am 12.07.2013 08:36
Eine andere Option wäre dass in den Receivern HF-Frontends eingebaut sind die die Kanalbandbreiten 6,7 und 8 MHz unterstützen. Solche HF-Frontends wurden für Geräte die neben PAL auch NTSC empfangen können entwickelt u. gebaut. Mir persönlich sind allerdings keine DVB-T Empfänger bekannt die 6 MHz Kanalbreite unterstützen. Demnach ist die Sache abhängig von Hersteller und Gerätemodell.

von Winnie2 - am 12.07.2013 09:44
Hier werden mal wieder Argumente an den Haaren herbei gezogen. Ich frage mich, warum einfache Zusammenhänge von einigen immer kompliziert gemacht werden müssen.

Es geht in Lateinamerika und Afrika um die erstmalige Einführung des Digitalfernsehens nach 2010. Nur Brasilien war etwas früher dran. Da muss man keine ollen Kamellen auftischen.

Was Brasilien angeht, die haben auch Lizenzverträge zur Fertigung von Settopboxen in Brasilien; und da kommt natürlich die neueste Technik. Das war mit Japan einfach zu verhandeln, da es da es bei ISDB-T keine internationalen Konsortien gibt. Solche Punkte zählen, nicht irgendwelche technische Details.

von Manfred Z - am 12.07.2013 10:23
@ CBS

Zitat

Brasilien und seine Nachbarn werden sicherlich einige Gründe gehabt haben, weshalb man sich von DVB-T abwendete und ein angepasstes ISDB-T einführte.


Was genau sind die Unterschiede zwischen dem japanischen ISDB-T und dem brasilianischen ISDB-T?



@ Manfred Z

Also Japan läßt Set-Top-Boxen in Brasilien fertigen oder wie meinst du das jetzt? Und wieso ist ein internationales Konsortium eine Hemmschwelle?

Oder meinst du das jetzt so, daß die brasilianische Regierung sicherstellen wollte, daß die Empfangsgeräte hauptsächlich im eigenen Land gefertigt werden?

von Kay B - am 12.07.2013 10:54
Zitat
Kay B
Was genau sind die Unterschiede zwischen dem japanischen ISDB-T und dem brasilianischen ISDB-T?


Hauptsächlich der Videocodec.

Japan: MPEG-2 , Brasilien: H.264

In Japan ist ISDB-T mit MPEG-2 gestartet, da in Brasilien zu einem späteren Zeitpunkt auf Digital-TV umgestellt wurde waren bereits Decoderchips für H.264 in Serienfertigung verfügbar.

In Brasilien läuft eine andere Software auf dem Receiver, bzw. es gelten dort abweichende Standards bei den zusätzlichen Datendiensten.

von Winnie2 - am 12.07.2013 11:05
Brasilianische Firmen sollen Boxen in Brasilien fertigen und benötigen dafür Lizenzen für Know-how, Patente etc. Das ist einfacher zu erreichen, wenn alle Vertragspartner aus einem einzigen Land kommen, das das politisch unterstützt. In Europa gibt es das bezüglich DVB-T(2) nicht aus einer Hand.

von Manfred Z - am 12.07.2013 12:14
@Kay B
Ein paar weitere Infos zum Vergleich bietet Wikipedia noch unter dem Thema OFDM an, allerdings ist ATSC nicht dabei, das es das OFDM-Verfahren nicht nutzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Coded_Orthogonal_Frequency_Division_Multiplex#Anwendungsbeispiele

http://en.wikipedia.org/wiki/Orthogonal_frequency-division_multiplexing#OFDM_system_comparison_table

DTMB ist in den Tabellen als DMB-T bzw. T-DMB enthalten.

von Winnie2 - am 12.07.2013 13:05
@ Winnie2

Danke. Ja, das macht natürlich Sinn, daß man bei einer so späten Einführung von terrestrischem Digitalfernsehen gleich auf H.264 setzt.



@ Manfred Z

Zitat

Brasilianische Firmen sollen Boxen in Brasilien fertigen und benötigen dafür Lizenzen für Know-how, Patente etc. Das ist einfacher zu erreichen, wenn alle Vertragspartner aus einem einzigen Land kommen, das das politisch unterstützt. In Europa gibt es das bezüglich DVB-T(2) nicht aus einer Hand.


Und wie ist das bei DVB-T? An wen muß man sich da alles wenden, wenn man DVB-T einführen möchte?

von Kay B - am 12.07.2013 16:17
Weiter mit ATSC

ATSC hat im März einen "Call for Proposals" für ATSC 3.0 herausgegegen. Der Termin für die elektronische Abgabe des Angebots war der 23. August. Die schriftliche Dokumentation muss bis zum 27. September abgegeben werden.

Press Release vom 26. März

Auszüge:

Zitat

Physical Layer Requirements Include Higher Capacity, Robust Performance, Improved Spectrum Efficiency for Future ATSC 3.0 Broadcast TV System

The Advanced Television Systems Committee (ATSC) today announced a call for proposals for the "physical layer" of this next-generation broadcast TV standard that in the years ahead could replace the current digital broadcasting systems used in the United States and around the world. The physical layer is the core transmission system that is the basis for any over-the-air broadcast system.

With members from the broadcasting, broadcast equipment, motion picture, consumer electronics, computer, cable, satellite and semiconductor industries, ATSC is defining the future of television by developing and approving open technical standards. The next-generation ATSC 3.0 broadcast television standard must provide improvements in performance, functionality and efficiency that are significant enough to warrant the challenges of a transition to a new system.

"The ATSC was formed 30 years ago to create standards for advanced television, and the successful transition to digital television broadcasting using ATSC standards is serving the public well," said ATSC President Mark Richer. "Using the ATSC Digital Television standard adopted by the FCC in 1996, broadcasters led the way in the development and introduction of digital HDTV, a revolutionary advance in picture and sound quality from analog television. With the completion of the digital transition in 2009, 108 Megahertz of UHF spectrum is available to be auctioned by the FCC for new wireless broadband uses."

"Technology continues to advance and we are always looking to the horizon. Internet technology now permeates the consumer experience, and mobility has become a requirement. As we look forward to next-generation television standards, we want to take advantage of advances in compression and transmission technologies that will keep millions of people informed and entertained through broadcasting’s inherently efficient one-to-many architecture," said Richer, highlighting the initial work on ATSC 3.0.

Glenn Reitmeier, ATSC Chairman, noted that "the ATSC 3.0 effort is a crucial time for broadcasters, professional equipment manufacturers, consumer device manufacturers and all stakeholders to collaborate and create the future capabilities of over-the-air broadcasting."


Call for Proposals

Gefordert wird unter anderem:
- mind. 30% mehr Kapazität
- UHDTV beim stationären Empfang
- HDTV beim Mobilempfang
- SFN
- Return Channel
- Digital Rights Management

-------------------------------------------------------------------------------

Ende August ist die Abgabe von 10 Angeboten gemeldet worden. Das DVB Project ist auch dabei.

Press Release vom 27. August

Zitat

ATSC 3.0 Transmission Requirements Include Higher System Capacity, Robust Performance, Improved Efficiency for Future Broadcast TV System

WASHINGTON, Aug. 27, 2013 – The Advanced Television Systems Committee (ATSC) has received 10 initial proposals from 19 organizations for the Physical Layer of the new “ATSC 3.0” broadcast television standard. With higher capacity to deliver Ultra High-Definition services, robust reception on mobile devices and improved efficiency, the new ATSC 3.0 standard is expected to redefine TV broadcasting for decades to come.

The strong response to ATSC’s call for proposals, issued on March 27, reflects a high level of enthusiasm in the industry for defining the modulation and error coding technologies in the transmission system that will provide a foundation for the next-generation terrestrial broadcast standard, according to ATSC President Mark Richer.

Detailed proposals are due Sept. 27. Initial proposals for the ATSC 3.0 physical layer have been submitted by:

- Coherent Logix and Sinclair Broadcast Group (SBG)
- Communications Research Centre (CRC) and Electronics & Telecommunications Research Institute (ETRI)
- Digital Video Broadcasting Project (DVB)
- LG Electronics, Zenith and Harris Broadcast
- Allen Limberg
- National Engineering Research Center of Digital Television (NERC), Shanghai Jiao Tong University (SJTU), Shanghai Advance Research Institute, (SARI) and Bell Labs, Alcatel-Lucent
- Power Broadcasting
- Qualcomm and Ericsson
- Samsung and Sony
- Technicolor

"As technology continues to advance, the ATSC and its members are always looking to the horizon. Internet technology now permeates the consumer experience and mobility has become a requirement. With the next generation of television standards, we want to take advantage of advances in compression, transmission and other technologies that will keep millions of people informed and entertained through broadcasting’s inherently efficient one-to-many architecture," said Richer, highlighting the initial work on ATSC 3.0.

A primary goal of the ATSC 3.0 Physical Layer is to provide TV service to both fixed and mobile devices. Key considerations include efficiency and robust service, increased data rates to support new services such as Ultra High-Definition services, and enabling a smooth transition from existing systems for both broadcasters and consumers. The overall ATSC 3.0 standard must provide improvements in performance, functionality and efficiency that are significant enough to warrant the challenges of a transition to a new system.

With members from the broadcasting, broadcast equipment, motion picture, consumer electronics, computer, cable, satellite and semiconductor industries, ATSC is defining the future of television by developing and approving open technical standards.


von Manfred Z - am 05.09.2013 07:48
Da hat die ATSC aber hohe Anforderungen gestellt. Könnte sogar bedeuten, dass man auch was aus dem Ausland zukauft? So etwa DVB-T(2) alias ATSC 3.0 ? Kann mir aber bei den Amerikanern so etwas doch nicht so ganz vorstellen. Da bin ich mal gespannt - mit welcher Technologie die ihr Broadcast in Zukunft betreiben werden. Könnte ja auch auf IP hinauslaufen.

von drahtlos - am 05.09.2013 20:15
Zitat
drahtlos
Da hat die ATSC aber hohe Anforderungen gestellt. Könnte sogar bedeuten, dass man auch was aus dem Ausland zukauft? So etwa DVB-T(2) alias ATSC 3.0 ? Kann mir aber bei den Amerikanern so etwas doch nicht so ganz vorstellen. Da bin ich mal gespannt - mit welcher Technologie die ihr Broadcast in Zukunft betreiben werden.


So hoch finde ich die Anforderungen nicht. HDTV bei Mobilempfang heißt ja heute mit aktuellsten Codes auch nur noch, dass man ~5MBit/s übertragen müsste. Und diese Datenrate schaffte man schon 1997 mit DVB-T(1).

Im Prinzip kriegt man, wie du schon schreibst, quasi alles mit DVB-T2 hin. Da könnte das DVB-Konsortium eigentlich gleich einen aktuellen Ausdruck von EN302755 eintüten, Briefmarke draufkleben und abschicken (mit der lapidaren Bemerkung, das wäre schon 2010 spezifiziert worden).

von Sascha_Berlin - am 06.09.2013 07:59
Zitat
Sascha_Berlin
So hoch finde ich die Anforderungen nicht.

Wenn man nur den Weg einer Evolution auf Basis des bestehenden ATSC betrachtet, so ist diese Anforderung sehr noch, denn ein Einträgerverfahren ist für Mobilfunk bzw. Multipath-Umgebungen prinzipbedingt sehr sehr schlecht geeignet.

von DH0GHU - am 06.09.2013 09:39
So wie ich die Ami's kenne, übernehmen die nichts Ausländisches, ausser die Patente sind so stark, dass sie es doch übernehmen, aber daran etwas ändern, das dann nur noch in den USA funktioniert. Zudem müssten die ja irgenwann alle ihre Empfangs-Geräte in den Müll werfen.

von drahtlos - am 06.09.2013 10:58
> ausser die Patente sind so stark

AFAIR ist genau das das Problem. In USA soll es relativ wenig Patente zu OFDM geben. Deswegen hat Qualcom auch ihr aufwendiges CDMA in den UTMS-Standard reingedrückt, weil sie sonst nichts verdient hätten. Bei LTE haben die anderen aufgepasst, dass das nicht mehr passiert...

von Georg A. - am 06.09.2013 11:21
Zitat
Sascha_Berlin
So hoch finde ich die Anforderungen nicht.


Das kommt darauf an ob nur einzelne Forderungen umgesetzt werden sollen oder ob mehrere Forderungen kombiniert werden sollen. Sollen fast alle Anforderungen umgesetzt werden wird das ein ziemlich komplizierter Standard.

Zitat
Sascha_Berlin
HDTV bei Mobilempfang heißt ja heute mit aktuellsten Codes auch nur noch, dass man ~5MBit/s übertragen müsste. Und diese Datenrate schaffte man schon 1997 mit DVB-T(1).


5 Mbit/s mit 6 MHz Bandbreite zu übertragen ist in der Tat nicht so schwierig. Allerdings wäre das von der Frequenznutzung her nicht effizienter als DAB.


Zitat
Georg A.
...hat Qualcom auch ihr aufwendiges CDMA in den UTMS-Standard reingedrückt, weil sie sonst nichts verdient hätten...


CDMA hat durchaus noch andere Vorteile gegenüber OFDM ausser der Lizenzgebührenfrage. Z.B. ist CDMA robuster gegenüber schmalbandigen Störungen im Vergleich zu OFDM.

CDMA wurde v.a. deshalb für den Mobilfunk ausgewählt weil das Verfahren eine größere Anzahl an individuellen Funkverbindungen mit geringer Datenrate, also eine größere Anzahl an Handy-Telefongesprächen in einem bestimmten Gebiet ermöglicht ohne dass mehr Frequenzen benötigt werden.

von Winnie2 - am 06.09.2013 14:06
Winnie2: Ich denke, Sascha meint 5 MBit pro HD-Programm in einem Paket, nicht die Bitrate des ganzen Kanals ... ;)

von andimik - am 06.09.2013 14:40
Für echten Mobilempfang sind allerdings kaum mehr als 10 MBit/s pro 6 MHz Kanal drin. Das entspricht 13 MBit/s pro 8 MHz Kanal.
Es sei denn die Anbieter bauen ein Sendernetz daß eine Senderdichte hat wie ein Mobilfunknetz.

Beim Mobilempfang kommen gleich mehrere Faktoren zusammen. Geringer Empfangsgewinn der Stabantennen was eine relativ hohe Feldstärke erfordert beim Empfang, falls die spektrale Effizienz größer als 2 Bit/s/Hz sein soll.

Da die Frequenzbandbreite begrenzt ist erfordern hohe Datenraten eine hohe spektrale Effizienz. Von daher sind das ambitionierte Ziele.
HDTV mobil, da bin ich echt gespannt welche TV-Anbieter so viel Geld in den Hand nehmen werden um das Sendernetz entsprechend auszubauen.
Für Mobilempfang reicht es nicht eine große Sendeanlage hinzustellen, es sei denn die Sache soll so werden wie der terrestrische TV-Empfang in Deutschland. Stellenweise funktioniert dieser mit Stabantenne u. in vielen Gebieten geht mit Stabantenne nichts.

von Winnie2 - am 06.09.2013 14:55
Es geht im Call of Proposals [habt ihr das überhaupt gelesen? nein] nicht um ein System (allein) für den Mobilempfang,
sondern um ein System, das durch entsprechende Wahl der Parameter alle Optionen hat.

Einige Anforderungen:

Higher Data Rate:
30% data rate increase of payload (or more) over 19.392658Mbit/sec in 6MHz Channel at 15dB C/N
The physical layer should also improve the reception robustness, e.g., better than 15 dB C/N,
for better indoor and pedestrian reception.

Improved Reliability and Robustness:
Robustness to ISI, robust indoor reception by fixed and handheld devices,
robust outdoor reception by fixed, portable, handheld and vehicular devices.
The new physical layer should be very robust against multipath distortion and
should have strong physical layer synchronization capability.

Flexible Physical Layer:
Physical layer shall support configurations for differing coverage scenarios,
topographies and morphologies. Seamless changes to robustness and
data rate of portions of streams shall be enabled.
Fixed / Portable / Mobile devices in Urban / Rural settings with simultaneous
support of UHD and mobile HD services. Robust adaptive support for
mobile and fixed services shall be supported.

Multiple Service Support:
Physical layer shall enable concurrent delivery of multiple, separate service
with different data rates and FEC.
Each service can have different constant bit rates or varying bit rates.

von Manfred Z - am 06.09.2013 16:46
Ja, in dem PDF "Call for proposals" steht wörtlich

"UHDTV resolution for fixed devices and HDTV resolution for portable, handheld and vehicular devices"

Im Dokument wird mobiler Empfang von HDTV erwähnt. Das habe ich mir nicht aus meinen Fingern gesogen.

30% höhere Datenrate zur Referenzangabe wären ungefähr 25,2 MBit/s in einem 6 MHz Kanal, bei 15 dB SNR. Sollte mit DVB-T2 machbar sein. Das theoretische Limit bei 15 dB SNR liegt (laut Shannon) rechnerisch bei 30 MBit/s bei 6 MHz Bandbreite.
Die Anforderungen Flexible Physical Layer und Multiple Service Support erfüllt DVB-T2 jedenfalls.

von Winnie2 - am 06.09.2013 17:44
Ich habe im ersten Satz meines Beitrags von 18:46 ein Wort ergänzt, damit auch du ihn verstehst.

Außerdem bezieht sich der Satz auf verschiedene vorausgehende Beiträge.

von Manfred Z - am 06.09.2013 18:27
Ok, Manfred, ich verstehe. Da du keine Textstellen von Vorpostern zitiert hast bin ich wohl fälschlicherweise davon ausgegangen daß du auf meinen Beitrag geantwortet hast.
Danke für deine Klarstellung.

von Winnie2 - am 06.09.2013 18:34
News vom DVB Project vom 12. Juni:

Zitat

The US Federal Communications Commission (FCC) has given the green light for the first-ever DVB-T2 trial in the USA.

A license for a 6-month trial was granted to Baltimore-based WNUV-TV. The trial aims to provide a test bed for a more efficient OFDM based delivery standard, such as DVB-T2, and will have an impact on how digital terrestrial TV will be delivered using current and future standards in the US and beyond.

Other broadcasters, suppliers and industry trade associations will also take part in the tests and the trial results will be shared with NAB, ATSC and others.

The objective is to test the impact of how OFDM can make TV content more accesible to viewers by:

• Identifying representative link budgets for a variety of use cases in different locations within the service area;

• Determining how a scalable Quality of Service offering combined with flexible transmission attributes might facilitate the simultaneous provision of television broadcast to multiple viewing devices;

• Providing data that may support the development of coverage and service contour matching techniques;

• Confirming the ability of OFDM to support Ultra High-Definition television within the existing 6 MHz channel assignments;

• Exploring technological capabilities that could lead to the ability to evolve a future broadcast standard;

The full details of the trial license can be found on the FCC website.


von Manfred Z - am 09.09.2013 15:39
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